Aktion
Partnerschaften
15.06.2026
Inklusion gehört zu den zentralen Schwerpunktthemen von Erasmus+ – auch in den Partnerschaften für Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung. Um Betriebe bei der Umsetzung von Inklusion zu unterstützen, hat die Akademie Klausenhof gGmbH gemeinsam mit sechs Partnerorganisationen aus sechs europäischen Ländern praxisnahe Lernmaterialien entwickelt. An deren Entstehung waren auch Menschen mit unterschiedlichen motorischen und geistigen Behinderungen aktiv beteiligt.
In der Arbeitswelt hängt gelingende Inklusion noch immer häufig vom Engagement einzelner Personen ab. Oft fehlt es an Wissen darüber, wie die berufliche Einbindung von Menschen mit Behinderung erfolgreich gestaltet werden kann. Gleichzeitig bestehen in vielen Unternehmen weiterhin Vorbehalte und Unsicherheiten.
Genau hier setzt das Partnerschaftsprojekt „Be inclusive“ an. Es greift diese Herausforderungen auf und widmet sich der Frage, wie Inklusion in der Arbeitsvermittlung gestärkt werden kann. Im Fokus stehen kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die häufig nicht über eigene Expertise im Bereich Inklusion verfügen und deshalb gezielte Unterstützung benötigen. Ziel des Projekts ist es, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Arbeit und Ausbildung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention nachhaltig zu fördern.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung digitaler Lerntools. Sie richten sich an Fachkräfte, die Menschen mit Behinderung in Arbeit und Ausbildung vermitteln, sowie an Personen in Unternehmen, die Verantwortung für Inklusion tragen.
Die Materialien sollen die inklusiven Kompetenzen von Personalverantwortlichen und Führungskräften stärken und gleichzeitig ihre Sensibilität für das Thema erhöhen. Auf diese Weise verbessern sich die Chancen von Menschen mit Behinderung, einen passenden Arbeitsplatz zu finden und langfristig zu behalten.
Die Broschüre „Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt: Vermittlung, Inklusion und nachhaltige Beschäftigung in KMU“ bietet eine praktische Hilfestellung für Fachkräfte, Unternehmen und Betroffene. Sie informiert über gesetzliche Rahmenbedingungen und stellt Beispiele guter Praxis aus allen Partnerländern vor.
Darüber hinaus liefert die Broschüre überzeugende Argumente für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Sie zeigt typische Hürden auf und präsentiert konkrete Lösungsansätze für deren Überwindung. Auch Menschen mit Behinderung profitieren von den Inhalten: Die Broschüre bietet ihnen eine hilfreiche Orientierung auf dem Weg in das Berufsleben.
Die Broschüre ist in sechs Sprachen erschienen (englisch, deutsch, griechisch, italienisch, slowenisch, lettisch).
Ergänzend zur Broschüre wurden acht kurze Lernvideos entwickelt. Sie vermitteln praxisnahe Lösungsansätze für Betriebe und stärken zugleich die Selbstwirksamkeit von Menschen mit Behinderung, die in den Videos selbst zu Wort kommen.
Die Inhalte decken alle wichtigen Phasen der Personalgewinnung und des Onboardings ab. Darüber hinaus behandeln sie Themen wie Arbeitsumfeld, Führung und Kompetenzentwicklung. Auch die Vorteile inklusiver Beschäftigung sowie bestehende Vorurteile werden aufgegriffen und reflektiert. Die Videos berücksichtigen unterschiedliche Formen von Behinderungen, darunter sowohl motorische als auch geistige Beeinträchtigungen.
Für die betriebliche Praxis stehen weitere Materialien zur Verfügung. Dazu gehören eine Checkliste zur Umsetzung von Inklusion in KMU sowie Factsheets zu verschiedenen Formen von Behinderung. Ergänzt werden diese durch Informationen zu nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen und länderspezifischen Besonderheiten, etwa zu Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangeboten.
Fachkräfte in der Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung können die Materialien unmittelbar im Vermittlungsprozess einsetzen. Darüber hinaus eignen sie sich, um Betriebe zu informieren, zu sensibilisieren und bei der Umsetzung von Inklusion zu begleiten.
So werden Unternehmen ermutigt, Menschen mit Behinderung bei der Besetzung neuer Stellen stärker einzubeziehen und bislang ungenutzte Potenziale zu erschließen. Gleichzeitig können sie einen Beitrag zur Bewältigung des Fachkräftemangels leisten.
Die Materialien stärken zudem die Inklusionskompetenzen des Bildungspersonals. Dadurch werden Fachkräfte in die Lage versetzt, Menschen mit Behinderung noch gezielter auf ihrem Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu begleiten. Dies gilt insbesondere für Personen, die an Qualifizierungsmaßnahmen oder Trainings teilnehmen und den Einstieg ins Berufsleben anstreben.
Menschen mit Behinderung waren aktiv an der Entwicklung und Umsetzung des Projekts beteiligt. Gleichzeitig engagierten sich ortsansässige Unternehmen in verschiedenen Projektaktivitäten. Dadurch konnte das Bewusstsein für die Verantwortung der regionalen Wirtschaft im Bereich Inklusion gestärkt und nachhaltig verankert werden.
„Eine inklusive Arbeitswelt setzt eine inklusive Grundhaltung voraus.“
Das Projekt zeigt zugleich, dass alle Beteiligten von inklusiven Arbeitsplätzen profitieren können. Darüber hinaus wird sichtbar, wie wichtig eine gezielte Sensibilisierung und Heranführung an das Thema Inklusion ist, um bestehende Barrieren abzubauen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen.