In der zweiten Veranstaltung der gemeinsamen Online-Veranstaltungsreihe der deutschen Nationalen Agenturen zur Erasmus+ Priorität „Teilhabe am demokratischen Leben“ beschäftigen wir uns mit einem ebenso aktuellen wie kontroversen Thema: Gibt es Neutralität in der politischen Bildung?
In der Praxis stellt sich immer wieder die Frage, wie eine Orientierung an demokratischen Grundwerten gelingen kann und wie Bildungsakteure offene und kontroverse Räume gestalten können.
Die Veranstaltung findet passend zum dritten EPALE-Quartalsthema „Politik und Erwachsenenbildung – Verantwortung, Haltung, Handlungsspielräume“ statt.
„Ist politische Bildung neutral?“ Frau Dr.in Helle Becker (Geschäftsführerin von Transfer für Bildung e. V. und Leiterin von Expertise & Kommunikation für Bildung) bietet Antworten auf diese Frage und thematisiert, wie politische Bildung offene, kontroverse und zugleich verantwortungsvolle Räume gestalten kann. Sie ordnet in ihrem Vortrag verbreitete Argumente und Behauptungen ein und zeigt, welche rechtlichen und politischen Orientierungsrahmen tatsächlich bestehen. Dabei geht es unter anderem um verfassungsrechtliche Grundlagen, unterstützende Positionierungen von Verbänden, kollegiale Zusammenschlüsse sowie die Bedeutung des Beutelsbacher Konsenses. Ergänzend wird Helle Becker eine europäische Perspektive eröffnen und darauf eingehen, wie sich Vorstellungen von politischer Bildung, Wertebezügen und staatlicher Verantwortung in der europäischen Zusammenarbeit bemerkbar machen. Ziel des Vortrags ist es, Orientierung zu geben, Handlungssicherheit zu stärken und Bildungseinrichtungen zu einer klaren demokratischen Haltung zu ermutigen.
Frau Perdita Wingerter (Gemeinsam leben & lernen in Europa e. V.) zeigt anhand ihrer Erfahrungen aus zahlreichen lokalen und europäischen Projekten, wie Demokratie und europäische Werte nicht nur vermittelt, sondern aktiv erlebt werden können. Ob durch ehrenamtliches Engagement, Bürgerinitiativen, internationale Begegnungsprojekte oder lokale Mitmachaktionen – nachhaltiges Lernen entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft selbst mitgestalten.
In ihrem Beitrag gibt sie praxisnahe Einblicke, wie Bildungsarbeit Beteiligung fördert, Selbstwirksamkeit stärkt und Menschen ermutigt, sich aktiv für ein demokratisches Miteinander einzusetzen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Argumentationstrainings, die Teilnehmende befähigen, demokratiefeindlichen Aussagen nicht sprachlos gegenüberzustehen, sondern respektvoll, souverän und überzeugend Haltung zu zeigen. Denn eine lebendige Demokratie entsteht nicht allein durch Wissen, sondern dadurch, dass Menschen sich einbringen, unterschiedliche Perspektiven respektieren und gemeinsame Werte im Alltag leben – unabhängig von ihren Erfahrungen, Hintergründen oder gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
In Breakout-Sessions reflektieren die Teilnehmenden eigene Erfahrungen und tauschen sich darüber aus, wie Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und eine klare Orientierung an demokratischen Grundwerten in internationalen Projekten und Mobilitäten zusammengedacht werden können.
Die Veranstaltung richtet sich an Bildungsakteure aus Schule, Hochschule, Berufsbildung, Erwachsenenbildung und Jugendbereich.
Die Veranstaltung wird von EPALE finanziert. Daher ist die Teilnahme kostenfrei. Voraussetzung zur Teilnahme ist lediglich ein EPALE-Konto (siehe Klickanleitung). Falls Sie sich angemeldet haben, aber am 28.09. doch nicht teilnehmen werden, bitten wir um eine kurze Absage an epale(at)bibb.de.