21.05.2026
Im Jahr 2025 wurden mehr als 60.000 Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung gefördert, davon absolvierten über 48.000 junge Menschen ihre Ausbildung teilweise im europäischen Ausland. Mehr Neuigkeiten verrät unser aktueller Jahresbericht – etwa wie das Ausbildungspersonal im Ausland aktiv war und welchen Zuwachs die Erwachsenenbildung bei den Lernaufenthalten verzeichnet.
Das EU-Programm Erasmus+ hat in Deutschland weiterhin großen Zuspruch: Im Jahr 2025 wurden mehr als 60.000 Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung gefördert, davon profitierten über 48.000 Auszubildende. Seit Einführung der europäischen Mobilitätsförderung in der Berufsbildung konnten noch nie so viele junge Menschen Teile ihrer Ausbildung im europäischen Ausland absolvieren. Zu den beliebtesten Zielländern zählen Spanien, Irland und Italien. All dies zeigt der neue Jahresbericht der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB).
Auch das Ausbildungspersonal nutzt die Chancen zunehmend: Mit rund 12.000 Auslandsaktivitäten erweitern Ausbilderinnen und Ausbilder ihre Fachkenntnisse in Europa und bauen internationale Netzwerke aus. In ihrer Rolle als Ermöglicher tragen sie maßgeblich dazu bei, Auslandsaufenthalte in Ausbildungskonzepte zu integrieren. Insgesamt standen in Deutschland im Jahr 2025 rund 132 Millionen Euro für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung zur Verfügung.
„Auslandsaufenthalte sind inzwischen fest in der beruflichen Ausbildung etabliert. Immer mehr berufliche Schulen und Ausbildungsbetriebe erkennen den Mehrwert dieser Angebote. Sie steigern nicht nur die Attraktivität ihres Ausbildungsangebotes, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung“, kommentiert BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser die aktuellen Entwicklungen.
Im bundesweiten Vergleich sind Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein besonders aktiv, wenn es um europäische Mobilität in der Berufsbildung geht. Dort qualifizieren sich – gemessen an der Gesamtzahl der Absolventinnen und Absolventen – bis zu sechs Prozent mehr Auszubildende allein über Erasmus+ für den internationalen Arbeitsmarkt.
Auch in der Erwachsenenbildung gewinnen Lernaufenthalte in Europa weiter an Bedeutung: Im Jahr 2025 standen hierfür fast 11,5 Millionen Euro für knapp 5.400 Auslandsaktivitäten bereit. Besonders Menschen mit geringeren Chancen (zum Beispiel aufgrund von niedrigen Grundbildungskompetenzen) profitieren von diesen Angeboten.
Seit über 25 Jahren fördert die NA beim BIBB als eine von vier Nationalen Erasmus+-Agenturen in Deutschland Bildungsangebote in Europa; sie arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). In dieser Zeit hat sie sich zu einem zentralen Kompetenzzentrum für Auslandsaufenthalte und europäische Kooperation in der beruflichen Bildung entwickelt.
Um auch über Europa hinaus Mobilität zu ermöglichen, gibt es seit 2017 das Programm AusbildungWeltweit. Es ergänzt die Angebote von Erasmus+ und wird ebenfalls von der NA beim BIBB im Auftrag des BMBFSFJ umgesetzt. Neben ihrem Schwerpunkt in der beruflichen Bildung ist die Nationale Agentur auch zentrale Ansprechpartnerin für die europäische Förderung und Vernetzung der Erwachsenenbildung in Deutschland.
Detaillierte Informationen zu den Schwerpunktthemen und Statistiken im Programm Erasmus+ sowie zu weiteren europäischen und internationalen Aktivitäten bietet der NA-Jahresbericht 2024/2025.
Berthold Hübers, Huebers(at)bibb.de
Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesinsituts für Berufsbildung, 14/2026 | Bonn, 21.05.2026,