Schon immer gab es in den europäischen Bildungsprogrammen Projekte und Austauschmaßnahmen zum Thema Gesundheit und Pflege. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung dieses Sektors wird vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung weiter zunehmen. Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte, Steigerung der Attraktivität der Gesundheits- und Pflegeberufe, Entwicklung neuer Qualifikationen und der Einsatz von Technik und Robotik sind mögliche Antworten auf die Herausforderungen.
Daher gilt es die Ausbildung und das Berufsbild von Gesundheits- und Pflegeberufen attraktiver zu gestalten. In diesem Zusammenhang müssen Fragen der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Abschlüssen beantwortet werden. Ebenso muss das Fachpersonal auf die grundlegenden Änderungen der Aus- und Weiterbildung, die sich durch die technischen Entwicklungen und die Digitalisierung ergeben, vorbereitet werden.
Dies sind zahlreiche Gründe, warum das Thema auch im Programm Erasmus+ eine große Rolle spielt. Die vielfältigen Projekte können dazu beitragen, den oben genannten Herausforderungen zu begegnen. Darüber hinaus ist es eine wichtige Zielsetzung von Projekten, Menschen zu befähigen, im Alter aktiv zu sein, und die Lebensqualität Kranker und Pflegebedürftiger ‒ egal ob jung oder alt ‒ zu steigern.
Mit der Leitaktion 1 des Erasmus+-Programms werden Einrichtungen der Berufs- und Erwachsenenbildung dabei unterstützt, ihre Mitarbeitenden für Weiterbildungen ins europäische Ausland zu entsenden. Ziel ist es, die Organisationsentwicklung zu fördern. Möglich sind dabei unter anderem Job Shadowings, Aufenthalte bei Partnereinrichtungen zum Austausch von Lehr- und Lernmethoden sowie die Teilnahme an internationalen Kursen und Schulungen.
Auch Lernende in der Berufsbildung – zum Beispiel Auszubildende in Pflege- und Gesundheitsberufen – können im Rahmen von Erasmus+ berufliche Praktika im Ausland absolvieren oder an internationalen Berufswettbewerben teilnehmen. Solche Auslandsaufenthalte stärken nicht nur das Selbstbewusstsein und die fachlichen Kompetenzen, sondern machen die Ausbildung insgesamt attraktiver und eröffnen neue Perspektiven, die im Heimatland oft nicht gegeben sind.
In der Leitaktion 2 sind im Rahmen der Partnerschaften für Zusammenarbeit sowohl kleinere Partnerschaften als auch Kooperationspartnerschaften möglich. Diese bieten die Gelegenheit, Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit zu sammeln, den Austausch guter Praxis zu fördern und die Kapazitäten der teilnehmenden Einrichtungen zu stärken. Darüber hinaus können qualitativ hochwertige und innovative Projektergebnisse erarbeitet werden, die nachhaltig in die Praxis der teilnehmenden Organisationen integriert werden und darüber hinaus Anwendung finden.
Die Erasmus+-Projekte im Bereich Gesundheit und Pflege widmen sich vielfältigen Fragestellungen. Sie tragen zu einer besseren Ausrichtung der Berufs- und Erwachsenenbildung bei, indem sie die psychische und physische Gesundheit sowie das Wohlbefinden stärken. Die Erfahrungen aus europäischen Projekten können wertvolle Impulse für die nationale Situation liefern.
Bei den „Zentren der beruflichen Exzellenz“ und den „Allianzen für Innovationen“ werden Aktivitäten in einzelnen Wirtschaftssektoren bzw. industriellen Ökosystemen unterstützt.
Dadurch ergeben sich auch Möglichkeiten für neue Bildungsmethoden und -ansätze in den Bereichen Gesundheit und Pflege. Die Zentren und Allianzen werden in Brüssel von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) verwaltet.
Auf EPALE, der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, wird das Thema Gesundheitskompetenz diskutiert. Lesen Sie die neusten Blog-Einträge – weitere Beiträge sind willkommen.
Das Nationale Europass Center informiert und berät zum Transparenzinstrument Europass. Informieren Sie sich über Digitale Bildungsnachweise und machen Sie einen Selbsttest zu Ihren digitalen Kompetenzen.
Auf der Website MeinAuslandspraktikum.de finden Sie spannende Fotostorys aus den Berufsfeldern Gesundheit und Pflege.
Für die Entwicklung einer Projekt- oder Austauschidee finden Sie nachfolgend europäische Initiativen, die die Bedeutung der Themen Gesundheit und Pflege in der Europäischen Union widerspiegeln.
Während der Corona-Pandemie wurde die Notwendigkeit zum Aufbau einer europäischen Gesundheitsunion erkannt. Diese soll die Resilienz der EU gegenüber grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren stärken und eine verstärkte Zusammenarbeit und Koordinierung auf EU-Ebene zur Bekämpfung der Schäden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Soziales bewirken. Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für eine dynamische Wirtschaft.
Das EU4Health-Programm 2021–2027 treibt den Aufbau einer Europäischen Gesundheitsunion voran. Es fördert koordinierte Maßnahmen für bessere Gesundheit und hohen Schutz in der EU. Zugleich unterstützt es die EU-Agenda 2030, besonders Ziel 3: ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters und die Förderung ihres Wohlergehens.
Europas Gesundheits- und Pflegesysteme stehen vor großen Herausforderungen. Digitale Lösungen können das Wohlbefinden steigern und die Versorgung verbessern. Mit dem Europäischen Raum für Gesundheitsdaten schafft die EU-Kommission einen Kern der Gesundheitsunion, der eine kontinuierliche, effiziente Behandlung und Pflege europaweit ermöglicht.
Die Europäische Säule sozialer Rechte legt 20 Grundsätze für faire Arbeitsmärkte und Sozialschutz fest, darunter Gesundheitsversorgung und Langzeitpflege. Die Europäische Strategie für Pflege und Betreuung verbessert Zugang, Qualität und Erschwinglichkeit der Betreuung, stärkt Rechte von Menschen mit Behinderungen und fördert bessere Bedingungen für Pflegende und Pflegebedürftige.
Auf der Website der Europäischen Kommission finden Sie Informationen zum Gesundheitswesen sowie zur psychischen Gesundheit.
Im nationalen Kontext informiert Sie das Gesundheitsministerium mit dem Online-Ratgeber Pflege | BMG über Pflege, die Gesundheitsforschung erfolgt beim Forschungsministerium (Gesundheit - BMFTR) und die Ausbildungsoffensive Pflege - BMFSFJ steht im Fokus des Bildungsministeriums. Der Arbeitsbereich 2.6 im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet die Einführung der Pflegeberufe nach dem Pflegeberufegesetz.
Das Journal beleuchtet den Pflegenotstand aus europäischer Sicht als Thema bei Erasmus+. Internationale Bezüge spielen schon jetzt eine große Rolle, wenn es um Gesundheits- und Pflegeberufe geht. Im M …
Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen einen Digitalisierungsschub ausgelöst – so auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Pflegefachkräften. Doch was bleibt? Welche neuen Impulse und A …
Das Pflegeberufegesetz sieht zahlreiche Änderungen für die Pflegeausbildungen vor. Bundeseinheitliche Rahmenpläne dienen den Ländern, Bildungsträgern und Pflegeschulen nun als Orientierung für die Ent …