[…] Online-Anmeldung "Von Ende bis Anfang" Wie Sie einen guten Antrag für eine wirkungsvolle Partnerschaft in der Berufsbildung erstellen …
[…] Bildergalerie, Fazit, Weitere Informationen Vom 24. bis 26. Mai 2023 fand in Hamburg die Transnational Cooperation Activity „Going green in Erasmus+“ statt. Ziel war es, Teilnehmende aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, um Erfahrungen und Ideen zur Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung auszutauschen und Partnerorganisationen für neue Projekte zu gewinnen. 35 Teilnehmende aus den Leitaktionen 1 und 2 (darunter sowohl erfahrene Projektträger als auch Erasmus+-Neulinge) aus 13 Programmländern besuchten das Kontaktseminar „Going green in Erasmus+-Project development and mobilities in the field of ecological sustainability in adult education“. Das Seminar führte mit interaktiven Warm-ups und Übungen zum Kennenlernen in die Veranstaltung ein, die von der Moderatorin Clara Drammeh, geleitet wurden. Die Warm-up-Aktivitäten brachen zum einen schnell das Eis zwischen den Teilnehmenden und stimmten zum anderen bereits das Thema der Veranstaltung an, indem die Teilnehmenden sich über ihre Ziele, Fragen und Erfahrungen zum Seminar und dem Thema Nachhaltigkeit austauschten. Nach dem Warm-up gaben Anke Dreesbach und Torsten Schneider vom Team Erwachsenenbildung der NA beim BIBB eine Einführung in die Rahmenbedingungen der Leitaktionen 1 (Mobilität) und 2 (Kooperationspartnerschaften) , gefolgt von einer Frage- und Antwortrunde. Eine erfahrene Projektkoordinatorin, Silke Becker von der Wisamar Bildungsgesellschaft , stellte zwei Best-Practice Projekte vor, die sich auf Nachhaltigkeit und Ökologisierung in beiden Leitaktionen konzentrierten. Im Anschluss stellten die Teilnehmenden Fragen und diskutierten angeregt über die vorgestellten Beispiele. Der erste Tag endete mit einer „European Fair“ am Abend, welche den Teilnehmenden die Möglichkeit bot, regionale Spezialitäten aus ihren Heimatländern anzubieten. Der zweite Tag begann mit einem durch Moderatorin Clara Drammeh angeleiteten Energizer , der eine positive und motivierte Stimmung unter den Teilnehmenden verbreitete. Anschließend wurde das World-Café-Format eingesetzt, um drei Themenschwerpunkte zu diskutieren: Visionen für Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung, potenzielle Herausforderungen und Hindernisse für die Umsetzung von Nachhaltigkeit in Projekten und „Out of the box“-Ideen, um bestehende Herausforderungen zu bewältigen. Die Teilnehmer wechselten zwischen den Tischen und tauschten ihre Gedanken und Erkenntnisse zu den drei Themen aus, wobei jeder Tisch seine Diskussionen mit einem Schlüsselwort als Ergebnis zusammenfasste und im Plenum vorstellte. Dann wurde ein „Markt der Ideen“ ins Leben gerufen. Die Teilnehmenden teilten sich in zwei Gruppen auf, wobei sich jede Gruppe entweder auf Projekte der Leitaktion 1 oder 2 konzentrierte. Sie konnten dort ihre konkreten Projektideen vorstellen, so dass die anderen Teilnehmenden Feedback geben und mögliche Kooperationen erkunden konnten. Anschließend hatten sie Zeit, ihre Ideen weiterzuentwickeln, die dann in Form einer Galerie an Pinnwänden ausgestellt wurden. Am Nachmittag präsentierten die Teilnehmer ihre Projektideen jeweils in einem „Project Pitch“ , gefolgt von einer „Mix & Match“-Runde , bei der die Teilnehmer umhergingen, Fragen zu den präsentierten Ideen stellten und potenzielle Projektpartner fanden. Im Ergebnis bildeten sich sechs Gruppen, die mit der gemeinsamen Arbeit an konkreten Projektideen begannen. Mit einem Abendessen in der gemütlichen Elbinsel-Hafenkantine ließen die Teilnehmenden den Abend ausklingen. Am Morgen des dritten Tages arbeiteten die Teilnehmenden selbstständig in ihren Projektgruppen weiter. Zum Ende des Seminars stellte jede Gruppe ihre Projektideen vor und beantwortete Fragen der anderen Gruppen. Anschließend reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam in Kleingruppen, was sie aus der Veranstaltung mitnehmen konnten. , Fazit: Das Kontaktseminar konnte den Teilnehmenden eine hilfreiche Plattform für den Wissensaustausch und die gemeinsame Erarbeitung von Projektideen zum Thema ökologische Nachhaltigkeit in Projekten der Erwachsenenbildung bieten. Das strukturierte Programm sowie die vielen interaktiven Aktivitäten und Gruppenarbeiten ermöglichten die Entwicklung konkreter Projektideen in einer positiven Atmosphäre des gemeinschaftlichen Engagements für eine grünere Zukunft in der Bildung. , Die Nationale Agentur bedankt sich für das Interesse und die aktive Teilnahme an der Veranstaltung und freut sich auf viele spannende Projekte im Nachgang und als Ergebnis der Veranstaltung. Auf SALTO finden Sie eine Dokumentation auf Englisch. …
[…] In Abstimmung mit der Kultusministerkonferenz (KMK), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine externe Zwischenevaluation des Erasmus+-Programms für die Europäische Kommission erstellen lassen. Sie bildet die Grundlage zur Entwicklung der nächsten Programmgeneration von Erasmus+. , Wo hat sich das Programm bewährt und wo gibt es Handlungsbedarf? Das sind Fragen, die mit Hilfe der Zwischenevaluation beantwortet werden sollen. Die Evaluation basiert auf einem von der EU -Kommission vorgegebenen Fragebogen zur Wirksamkeit, Effizienz, Relevanz und Kohärenz des Programms und wurde in Deutschland um eine Analyse der IT-Tools ergänzt. …
[…] Die wichtigsten Ergebnisse, Zitat, Wichtige Informationen In Abstimmung mit der Kultusministerkonferenz (KMK), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine externe Zwischenevaluation des Erasmus+-Programms für die Europäische Kommission erstellen lassen. Sie bildet die Grundlage zur Entwicklung der nächsten Programmgeneration von Erasmus+. , Wo hat sich das Programm bewährt und wo gibt es Handlungsbedarf? Das sind Fragen, die mit Hilfe der Zwischenevaluation beantwortet werden sollen. Die Evaluation basiert auf einem von der EU-Kommission vorgegebenen Fragebogen zur Wirksamkeit, Effizienz, Relevanz und Kohärenz des Programms und wurde in Deutschland um eine Analyse der IT-Tools ergänzt. , Die Programmstruktur mit der Gliederung in Sektoren und Leitaktionen wird grundsätzlich positiv bewertet. Empfohlen wird, die vier horizontalen Prioritäten – Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Inklusion und Teilhabe – beizubehalten. Die in der aktuellen Programmgeneration von Erasmus+ beachsichtigen Ziele wurden bisher weitgehend erreicht, was sich an den positiven Auswirkungen auf persönlicher und systemischer Ebene zeigt. Zu den allgemeinen Ergebnissen in der Bildung zählen auf individueller Ebene der Teilnehmenden eine Verbesserung der Schlüsselkompetenzen, der Spracherwerb, eine größere Offenheit für unterschiedliche Kulturen sowie eine gesteigerte europäische Identität. Auf systemischer Ebene zeigt sich Erasmus+ klar als „Motor der Internationalisierung“. Die Möglichkeit der Akkreditierung in der Leitaktion 1 (Mobilität) hat sich bewährt und auch kleinen und neuen oder unerfahrenen Organisationen den Zugang zum Programm erleichtert. Erasmus+ hat bei der Förderung grenzüberschreitender Mobilität in allen Bildungsbereichen ein Alleinstellungsmerkmal. , Es finanziert 97 % der öffentlich geförderten Auslandsaufenthalte in diesem Bereich. Institutionen profitieren von der Qualität der Bildungsangebote und erhöhen ihre Attraktivität für Auszubildende und Fachkräfte. Die Förderung von Menschen mit geringeren Chancen trägt zur sozialen Teilhabe bei, was sich in einem signifikanten Anstieg benachteiligter Teilnehmenden zeigt. , Auch für die Erwachsenenbildung ist Erasmus+ ein einzigartiges Mobilitätsprogramm, das weit über nationale oder regionale Alternativen hinausgeht. Die Flexibilität des Programms und die finanzielle Unterstützung sind besonders für kleine Organisationen von Vorteil. , Die Flexibilität des Programms und die finanzielle Unterstützung sind besonders für kleine Organisationen von Vorteil. Doch es gibt auch Handlungsbedarf , vor allem bei den administrativen, teils sehr komplexen Abläufen. Mit Blick auf die neue Programmgeneration sollen Verwaltungsaufwände weiter reduziert werden, die Nutzung von Pauschalen soll weiter ausgebaut werden, denn sie erlauben den Projektträgern mehr Flexibilität. Auch die IT-Tools sollen beibehalten werden, jedoch bedarf es hier einer nutzerfreundlicheren Weiterentwicklung. Mit Blick auf das Ziel der Inklusion besteht teilweise Anpassungsbedarf, um Mehrbedarfe zu decken. Auch die Ausrichtung des Programms auf benachteiligte Gruppen soll weiter verstärkt werden. , Unter folgendem Link finden Sie die Evaluation ‚‚Nationaler Bericht zur Halbzeitevaluation der Erasmus+ Programmgeneration 2021-2027’’ Die Berichte zu den einzelnen Sektoren werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. …
[…] Über uns Wir fördern Lernen ohne Grenzen: Mit Erasmus+ und weiteren europäischen Initiativen stärken wir Menschen, Institutionen und Ideen in der Berufs- und Erwachsenenbildung. © Copyrighthinweis öffnen NA beim BIBB X Copyrighthinweis schließen NA beim BIBB - Wir gestalten Bildung in Europa Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung ( NA beim BIBB ) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) . Sie ist eine der Nationalen Agenturen , die in Deutschland das europäische Programm Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (2022-2027) betreuen. Die NA beim BIBB ist in dieser Funktion für die Umsetzung des Programms in den Bereichen der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung zuständig. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufs- und Erwachsenenbildung wahr. Die NA beim BIBB hat ihren Sitz im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) . Sie arbeitet eng mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Auf internationaler Ebene kooperiert sie mit der Europäischen Kommission und den Nationalen Agenturen in Europa. Die NA beim BIBB ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015. Unsere Aufgaben und Leistungen auf einen Blick Information und Beratung Unterstützung bei der Antragstellung und Projektdurchführung: Finanzierung, Beratung, Monitoring und Evaluierung von Projekten Vernetzung von Projekten, Vernetzung von Expert/-innen sowie Akteur/-innen aus Wirtschaft und Politik, Wissenschaft, Bildung und Praxis Verbreitung der Programm- und Projektergebnisse; Organisation und Durchführung von Fachveranstaltungen und Konferenzen Thematische Begleitung von Initiativen der Europäischen Kommission im Bereich der beruflichen Bildung und der Erwachsenenbildung Nationale Agentur für das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung Initiatorin des Serviceportals für junge Menschen zu Auslandsaufenthalten in der Ausbildung „MeinAuslandspraktikum " Nationales Europass Center Nationale Koordinierungsstelle Europäische Agenda für Erwachsenenbildung Nationale Koordinierungsstelle EPALE AusbildungWeltweit: Programm für weltweite Auslandsaufenthalte im Rahmen der Berufsausbildung Beratungsservice für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung Leitbild Wir fördern Lernen in Europa, handeln kundenorientiert und arbeiten Qualitätsbewusst. Hier finden Sie das Leitbild der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB. Leitbild der NA beim BIBB Organisation Wie sind wir strukturiert und in welchen Teams arbeiten wir? Hier finden Sie das Organigramm der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB . Organigramm der NA beim BIBB ISO-Zertifizierung Um unseren Aufgaben zielgerichtet, zuverlässig und effizient begegnen zu können, organisieren wir uns gemäß des ISO-Qualitätsmanagement-Systems 9001 mit regelmäßiger Überprüfung unserer Prozesse. ISO-Zertifikat Longterm Activities Long Term Activities ( LTA ) sind ein Format innerhalb der Training and Cooperation Activities ( TCA ) im Erasmus+ Programm. Im Gegensatz zu einzelnen, punktuellen TCA -Maßnahmen verfolgen LTAs einen langfristigen und strategischen Ansatz . Nationale Agenturen schließen sich über mehrere Jahre hinweg zu thematischen Netzwerken zusammen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen, Aktivitäten abzustimmen und Ergebnisse nachhaltig zu sichern. Die Nationale Agentur beim BIBB koordiniert drei LTAs und setzt damit strategische Schwerpunkte auf die folgenden Themen: LTA Nachhaltigkeit Mit der LTA „Sustainability and Greening“ wird verstärkt das Thema ökologische Nachhaltigkeit und Green Erasmus in den Fokus genommen. Ziel ist es, die Sensibilisierung für die Herausforderungen des Umwelt- und Klimawandels im Programm zu unterstützen. LTA Euro Apprentices Das Netzwerk der sogenannten „EuroApprentices“ - Erasmus+-Botschafter/-innen in der Berufsbildung - ist eine Bottom-up-Initiative, die zum einen die Sichtbarkeit der Lernmobilität in der Berufsbildung und zum anderen das soziale und zivilgesellschaftliche Engagement sowie die europäischen Werte der Lernenden in der Berufsbildung stärkt. Mehr erfahren RIA-AE Netzwerk Das RIA-AE Netzwerk (Research-based Impact Analysis of Erasmus+ Adult Education Programmes) ist ein transnationales Forschungsnetz für den Bereich Erwachsenenbildung in Erasmus+. Das Netzwerk untersucht die Wirkung von Erasmus+ auf Projektträger, Teilnehmende sowie Bildungssysteme in der Erwachsenenbildung. Mehr erfahren Newsletter Sie wollen keine Neuigkeiten zu Erasmus+ mehr verpassen? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter! Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus, damit wir Ihre Anfrage bearbeiten können. Ich stimme der Datenschutzerklärung zu. * Jahresbericht Unser Jahresbericht ist das Schaufenster unserer Agentur: Der Bericht zeigt die Bilanz zum jeweils vergangenen sowie die Perspektiven für das kommende Jahr auf. Neben Zahlen und Fakten können Sie sich hier auch über herausragende Projekte und Ergebnisse informieren. Mehr anzeigen Weniger anzeigen Journal Bildung für Europa Das Journal „Bildung für Europa“ erscheint zweimal jährlich. Es informiert unter thematischen Schwerpunktsetzungen über die neuen Entwicklungen im EU -Programm Erasmus+. Mehr anzeigen Weniger anzeigen …
[…] Über uns Was macht die Nationale Koordinierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland? Seit 2012 ist die Nationale Koordinierungsstelle ( NKS ) für die Europäische Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung ( NA beim BIBB ) verankert. Sie arbeitet im Auftrag der Europäischen Kommission sowie des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ( BMBFSFJ ) . Das Ziel der Koordinierungsstelle ist die Umsetzung der Agenda für Erwachsenenbildung und damit die Stärkung der Erwachsenenbildung sowie der beruflichen Weiterbildung in Deutschland und Europa. Mit Ihren Aktivitäten und Vorhaben informiert die Koordinierungsstelle über Inhalte und Ziele der Agenda Erwachsenenbildung und bringt damit europäische, bildungspolitische Anliegen und Schwerpunkte in den nationalen Diskurs ein. Unter anderem geschieht dies durch: den Dialog und die Zusammenarbeit mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Praxis, die Organisation von Veranstaltungen , die Fachleute zusammenbringen, sowie durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung der Erwachsenenbildung. Darüber hinaus ist die NKS Mitveranstalter des Deutschen Weiterbildungstags und bringt ihre Expertise in unterschiedliche nationale und europäische Netzwerke ein. „Erwachsenenbildung stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese durch fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg zu fördern, motiviert mich.“ Verena Lehnen - Wissenschaftliche Mitarbeit Erfahren Sie mehr über die Arbeit der NKS Agenda Erwachsenenbildung Hier gehts zu unserem Imagefilm! Vernetzt in Europa © Copyrighthinweis öffnen Axel Herzig - Fotografie X Copyrighthinweis schließen Die NKS Agenda Erwachsenenbildung ist Teil eines europaweiten Netzwerks von Nationalen Koordinierungsstellen. In regelmäßigen Treffen in Brüssel tauschen sich die Vertreterinnen und Vertreter mit der Europäischen Kommission sowie untereinander über aktuelle Entwicklungen und relevante Themen der Erwachsenenbildung aus. Die deutsche Koordinierungsstelle ist aktuell Teil der europäischen Arbeitsgruppe zum Thema „Innovative Lernumgebungen“ . In Form von Online-Meetings und gegenseitigen Studienbesuchen tauschen sich die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe zu Beispielen guter Praxis in der Gestaltung von Lernumgebungen aus. © Copyrighthinweis öffnen Axel Herzig - Fotografie X Copyrighthinweis schließen Das Team der NKS Europäische Agenda Erwachsenenbildung Lernen Sie unser Team kennen und setzen Sie sich mit uns in Kontakt! Erfahren Sie mehr …
[…] Über Erasmus+ Enriching lives, opening minds Erasmus+ ermöglicht Austausch, Bildung und Zusammenarbeit – europaweit! Die Idee Europa erfahrbar machen – Menschen zusammenbringen Erasmus+ fördert Lernen, Austausch und Zusammenarbeit von Menschen aus ganz Europa. Das beliebte Programm der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport ist mit seinen Vorläuferprogrammen seit vielen Jahrzehnten auch Friedensprogramm. Es bringt Menschen in Europa näher zusammen – durch Begegnung und gelebte europäische Werte. Kein anderes europäisches Programm ist so nah an den Menschen wie Erasmus+ – genau das macht seinen Erfolg aus! Der Auftrag Nationalen Agenturen der Programmländer sind von der Europäischen Kommission beauftragt, um die regelkonforme Durchführung des Förderprogramms zu gewährleisten. Die Grundlage dafür ist die EU -Verordnung 2021/817 vom 20. Mai 2021, in der das Europäische Parlament und der Europäische Rat die Rahmenbedingungen der laufenden Programmperiode von Erasmus+ (2021-2027) festgelegt haben. Neben dem allgemeinen Ablauf definiert die Verordnung auch die thematischen Schwerpunkte für die Periode des Programms, wie z.B. die Programmpriorität Inklusion und Vielfalt. Zur EU-Verordnung Die Ziele Erasmus+ für ein starkes Europa Das Programm schafft Begegnungen, öffnet Horizonte und stärkt den Zusammenhalt. Ziel des Programms ist es, unsere europäischen Werte zu stärken, unsere Gesellschaft inklusiver und grüner zu machen und uns gut auf eine zunehmend digitale Zukunft vorzubereiten. Die Möglichkeiten Erasmus+ bietet Chancen für Menschen und Einrichtungen europaweit Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte: Menschen in Europa können interkulturelle Kompetenzen erwerben, sich persönlich und fachlich weiterentwickeln und ihre Chancen auch auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Erasmus+ will allen Menschen gleiche Möglichkeiten bieten: Daher bietet das Programm Menschen mit geringeren Chancen einen erleichterten Zugang. Erasmus+ unterstützt Vernetzung und Internationalisierung: Länder, die am Programm teilnehmen, können zusammenarbeiten, sich austauschen und ihre Bildungssysteme modernisieren. Berufsbildung und Erwachsenenbildung In Deutschland setzen vier nationale Agenturen das Programm Erasmus+ um. Wir, die Nationale Agentur beim BIBB , sind eine von ihnen. Wir sind Ihre Ansprechpartnerin für Projekte und Partnerschaften in der Berufs- und Erwachsenenbildung . Budgetaufteilung in Erasmus+ Wie hoch ist das verfügbare Budget für die Berufs- und Erwachsenenbildung in Erasmus+? Hier finden Sie alle Zahlen aus 2026: Nationale Budgetaufteilung (PDF) Die Zukunft von Erasmus+ Die aktuelle Programmgeneration von Erasmus+ endet 2027 – doch die Weichen für die nächste Förderperiode sind bereits gestellt. Die Europäische Kommission hat erste Vorschläge für Erasmus+ ab 2028 vorgelegt, über die derzeit im Rahmen des EU -Gesetzgebungsverfahrens beraten wird. Welche Erfahrungen in das neue Programm einfließen, welche Änderungen diskutiert werden und wie der weitere Entscheidungsprozess aussieht, erfahren Sie auf unserer Seite mit allen Informationen zu Erasmus+ ab 2028. Erasmus+ ab 2028 Weitere Informationen Themen Erfahren Sie mehr über die Themenschwerpunkte in Erasmus+ und lernen Sie spannende Projekte kennen. Zu den Themen Nationale Agenturen Mehr Informationen zu den weiteren Nationalen Agenturen in Deutschland finden Sie auf der gemeinsamen Website Zur Website …
[…] MF 1 20 JAHRE EUROPASS Vom Dokument zur digitalen Toolbox für Bildung, Job und Mobilität Zum Portal https://europass.europa.euhttps://europass.europa.eu Zum Portal 20 JAHRE EUROPASS Vom Dokument zur digitalen Toolbox für Bildung, Job und Mobilität https://europass.europa.eu 2 3 - - - - - - Inhalt 02_Editorial 03_Grußwort 04_Europass bietet seit 20 Jahren Chancen für alle 06_Der Europass Mobilität: Aushängeschild für Erasmus+ 08_Abschlüsse im europä ischen Bildungsraum: transparent und zunehmend digital - 09_Europass in anderen Ländern 10_Das Europäische Lern modell: Mobilität und lebenslanges Lernen - 12_Nationale Europass Center in drei weiteren Ländern 12_Impressum © T ite lm ot iv : b tig er u nd B lu eb er ry /A do be St oc k. co m © N A b ei m B IB B Liebe Leserinnen und Leser, mit 20 Jahren ist man erwachsen und hat die Pubertät hinter sich gelassen, gleichzeitig liegt die Zukunft oft noch unbeschwert und aufregend vor einem und der weitere Lebensweg ist nicht immer klar vorgezeichnet. Zugleich ist die eigene „Kinderstube“ noch präsent in einem verwurzelt. Angefangen hat Europass vor zwei Jahrzehnten mit einem etwas braven „Rah menkonzept“ mit 5 detailliert vordefinierten Dokumenten, die jedes für sich eine Art Marktlücke füllten, jedoch der breiten Öffentlichkeit lange unbekannt waren. Diese Dokumente wurden über Jahre in die Praxis getragen und umge setzt. Diese Phase des stillen, aber kontinuierlichen Wachstums fand oft mehr im Hintergrund statt und dauerte über zehn Jahre. Moderate Anpassungen und Verbesserungen wurden im Kleinen vorgenommen, aber der Fokus lag auf der Etablierung der einzelnen Bestandteile in ihrer jeweiligen Nische. Mit 13 Jahren – quasi am Beginn der Pubertät – wurde der Europass dann auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt, die mit ihrer Flexibilität die Wei chen stellte für umfassende Änderungen und Weiterentwicklungen. In den Folgejahren ist Europass nicht nur größer geworden, sondern hat sich auch verbreitert und ähnlich wie ein Baum zahlreiche Triebe nach rechts und links gebildet. Mit dem Europass-Portal und seinen Tools wie E-Portfolio, Bewerbungsma nager, Digital Skills Test, Arbeitsmarkttrends, einem modernisierten Europass Mobilität und nicht zuletzt den European Digital Credentials erkennt man Europass kaum wieder. Mit seinen 20 Jahren zeigt das Instrument sich nun selbstbewusst, moderner, digitaler und weltoffener als je zuvor. Die nächsten 20 Jahre bieten spannende Chancen für Europass, sich als ein zentrales Element des Europäischen Bildungsraums zu etablieren und dabei als eine wertvolle Schnittstelle zum Arbeitsmarkt zu wirken. Er kann den Bür gerinnen und Bürgern in einer Phase der mehrfachen Transformation nicht nur Orientierung bieten, sondern auch praktische Tools für ihre persönliche Weiterentwicklung und berufliche Laufbahn sowohl im nationalen Kontext als auch in Europa. Um das zu ermöglichen, ist es wichtig, dass die Angebote von Europass nicht überfrachtet werden und Nutzerfreundlichkeit im Zentrum steht. Das Nationale Europass Center hat all diese Phasen engagiert und proaktiv begleitet und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, mich bei den Mitarbeite rinnen und Mitarbeitern dafür zu bedanken. Ich wünsche Europass alles Gute zum Geburtstag und freue mich auf die nächsten 20 Jahre! Ihr Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB 2 3 - - - © B M BF Liebe Europass-Interessierte, die Entwicklung von Europass ist ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der europäischen Staaten in der Bildungspolitik und der Gestaltung des europäischen Arbeitsmarkts. Bereits mit der Einführung des Europass Berufsbildung im Jahr 1998 wurde der Grundstein für mehr Transparenz und Anerkennung von Qualifikationen über Ländergrenzen hinweg gelegt. Bis heute ist der daraus hervorgegangene Europass-Mobilitätsnachweis ein zentrales Element des Gesamtportfolios von Europass. Mit dem Europass-Beschluss, der 2005 in Kraft trat, wurde das Instrument als Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen deutlich erweitert und wirkte seitdem als Brücke und Übersetzer zwischen den jeweiligen nationalen Bildungssystemen einerseits und zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt andererseits. Im Jahr 2020 startete das neue Europass-Portal. Auf Basis einer revidierten Rechtsgrundlage wurde Europass auf eine neue Ebene gehoben. Heute ist Europass weit mehr als ein Set von fünf Dokumenten. Europass ist ein wichtiges Element für den Europä ischen Bildungsraum, das den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, ihre Fähigkeiten sichtbar zu machen und mobil zu bleiben – ob für ein Studium, eine Weiterbildung oder eine berufliche Tätigkeit in einem anderen EU-Mitgliedstaat. Das Europass-Portal bietet eine zentrale virtuelle Anlaufstelle für das Thema Lernen und Arbeiten in Europa. Die einfache Erstellung von Lebensläufen, das Teilen von Zeugnissen und das Matching von Kompetenzen mit Stellenan geboten sowie Informationen über Arbeitsmarkttrends sind nur einige der modernen Funktionen, die Europass zu einem wichtigen Werkzeug für die berufliche und persönliche Entwicklung machen. Gleichzeitig ist er ein zentraler Bestandteil der neuen europäischen Kompetenzagenda, indem er lebenslanges Lernen und die Anpassung an neue Bedarfe des Arbeitsmarkts fördert. Für die Bürgerinnen und Bürger Europas ist Europass heute ein konkretes Tool, welches den Binnenmarkt und den europäischen Bildungsraum fassbar und erlebbar macht. Das 20-jährige Jubiläum ist Anlass, auf die gemeinsamen Erfolge zurückzublicken, aber auch nach vorne zu schauen. In einer Welt des Wandels und der Digitalisierung bleibt die Förderung von Transparenz, Mobilität und Chancen- gleichheit unser gemeinsames Ziel. Ich danke allen, die Europass in den vergangenen Jahren begleitet und mitge staltet haben, für ihr Engagement. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird Europass auch in den kommenden Jahren als wichtiges Instrument der europäischen Bildungs- und Arbeitswelt unterstützen und daran mitwirken, seine Potenziale weiterzuentwickeln. Catrin Hannken Unterabteilungsleiterin Berufliche Bildung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Liebe Europass-Interessierte, die Entwicklung von Europass ist ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der europäischen Staaten in der Bildungspolitik und der Gestaltung des europäischen Arbeitsmarkts. Bereits mit der Einführung des Europass Berufsbildung im Jahr 1998 wurde der Grundstein für mehr Transparenz und Anerkennung von Qualifikationen über Ländergrenzen hinweg gelegt. Bis heute ist der daraus hervorgegangene Europass-Mobilitätsnachweis ein zentrales Element des Gesamtportfolios von Europass. Mit dem Europass-Beschluss, der 2005 in Kraft trat, wurde das Instrument als Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen deutlich erweitert und wirkte seitdem als Brücke und Übersetzer zwischen den jeweiligen nationalen Bildungssystemen einerseits und zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt andererseits. Im Jahr 2020 startete das neue Europass-Portal. Auf Basis einer revidierten Rechtsgrundlage wurde Europass auf eine neue Ebene gehoben. Heute ist Europass weit mehr als ein Set von fünf Dokumenten. Europass ist ein wichtiges Element für den Europä ischen Bildungsraum, das den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, ihre Fähigkeiten sichtbar zu machen und mobil zu bleiben – ob für ein Studium, eine Weiterbildung oder eine berufliche Tätigkeit in einem anderen EU-Mitgliedstaat. Das Europass-Portal bietet eine zentrale virtuelle Anlaufstelle für das Thema Lernen und Arbeiten in Europa. Die einfache Erstellung von Lebensläufen, das Teilen von Zeugnissen und das Matching von Kompetenzen mit Stellenan geboten sowie Informationen über Arbeitsmarkttrends sind nur einige der modernen Funktionen, die Europass zu einem wichtigen Werkzeug für die berufliche und persönliche Entwicklung machen. Gleichzeitig ist er ein zentraler Bestandteil der neuen europäischen Kompetenzagenda, indem er lebenslanges Lernen und die Anpassung an neue Bedarfe des Arbeitsmarkts fördert. Für die Bürgerinnen und Bürger Europas ist Europass heute ein konkretes Tool, welches den Binnenmarkt und den europäischen Bildungsraum fassbar und erlebbar macht. Das 20-jährige Jubiläum ist Anlass, auf die gemeinsamen Erfolge zurückzublicken, aber auch nach vorne zu schauen. In einer Welt des Wandels und der Digitalisierung bleibt die Förderung von Transparenz, Mobilität und Chancen- gleichheit unser gemeinsames Ziel. Ich danke allen, die Europass in den vergangenen Jahren begleitet und mitge staltet haben, für ihr Engagement. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird Europass auch in den kommenden Jahren als wichtiges Instrument der europäischen Bildungs- und Arbeitswelt unterstützen und daran mitwirken, seine Potenziale weiterzuentwickeln. Catrin Hannken Unterabteilungsleiterin Berufliche Bildung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 4 5 Europass bietet seit 20 Jahren Chancen für alle Gastbeitrag von Roxana Mînzatu, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission für Soziale Rechte und Kompetenzen, hoch wertige Arbeitsplätze und Vorsorge - reden konnte es nicht überzeugen 1.900 - - - - - - - - © E ur op ea n U ni on , E C - A ud io vi su al S er vi ce 2 02 5, C C BY 4 .0 Seit 20 Jahren ermöglicht Europass Millionen von Bürger innen und Bürgern in ganz Europa, ihre Fähigkeiten und Qualifikationen zu präsentieren und Arbeits- und Studi enmöglichkeiten in der gesamten EU zu nutzen. Was also ist Europass? Europass ist eine zentrale Anlaufstelle, die Kompetenzen, Qualifikationen und Instrumente zur Arbeitsmobilität für das Karrieremanagement, die Fort- und Weiterbildung und die Mobilität zusammenführt. Europass hat sich an die Trends und Bedürfnisse des digitalen Arbeitsmarkts angepasst. Die kostenlosen Tools helfen den Nutzerinnen und Nutzern, ihre Karriere aufzubauen und Arbeitgebenden und (Aus-) Bildungsanbietern, ihre Angebote passgenau einzu speisen, wobei der Datenschutz für alle Nutzer/-innen gewährleistet ist. Seit der Einführung des modernisierten Portals im Jahr 2020 haben sich rund 7,5 Millionen Nutzer/-innen bei Europass registriert und Millionen weitere haben das Portal genutzt, um Lebensläufe in 31 Sprachen zu erstellen oder neue Arbeits- und Lernmöglichkeiten zu erkunden. Das Europass-Portal in Zahlen (Stand Januar 2025) 7,5 Mio Profile 20 Mio Visits pro Jahr 9,2 Mio CV Downloads in 2024 Europass erfüllt Bedürfnisse des Arbeits markts sowie der Bürger/-innen Die jüngste Evaluierung von Europass hat bestätigt, dass Europass in der Lage ist, den europäischen Arbeitsmarkt zu unterstützen, der vor wachsenden Herausforde rungen steht. Fast zwei Drittel (63%) der kleinen und mittleren Unternehmen gaben in einer kürzlich durchge führten Eurobarometer-Umfrage an, dass sie die von ih nen benötigten Fachkräfte nicht finden können. Faktoren wie der demografische und technologische Wandel und die digitale und grüne Transformation haben die Nach frage nach neuen Kompetenzen erhöht. Europass gibt den Menschen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie Das Europass-Portal in Zahlen (Stand Januar 2025) 7,5 Mio Profile 20 Mio Visits pro Jahr 9,2 Mio CV Downloads in 2024 4 5 über die vom Arbeitsmarkt geforderten Kompetenzen re flektieren und diese verstehen können: Sie können einen Test zur Selbsteinschätzung ihrer digitalen Kompetenzen absolvieren, Weiterbildungsmöglichkeiten erkunden und auf maßgeschneiderte Beratung und Informationen über formale Qualifikationen zugreifen. Die Evaluierung ergab auch, dass das Portal Menschen hilft, die innerhalb Eu ropas umziehen wollen, um im europäischen Ausland zu arbeiten, zu lernen oder Freiwilligenarbeit zu leisten. - - Auf der Grundlage von ESCO (Europäische Klassifikati on der Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe) hilft Europass den Nutzerinnen und Nutzern, ihre Fähigkeiten standardisierten Berufsprofilen zuzu ordnen. Das erleichtert es Bürgerinnen und Bürgern, ihre Fähigkeiten darzustellen und hilft Arbeitgebenden, die richtigen Talente zu adressieren. Der EQR (Europä ischer Qualifikationsrahmen), der einen gemeinsamen Referenzrahmen für den Vergleich von Qualifikationen in den europäischen Ländern bietet, macht den Abschnitt „Allgemeine und berufliche Bildung“ der Europass-Profile transparenter und verständlicher - - - Europass - das nächste Kapitel Das 20-jährige Jubiläum von fällt zeitlich mit der Entwick lung der künftigen Ausrichtung der EU-Beschäftigungspo litik zusammen, die von den Prioritäten der EU-Kommis sion von Präsidentin Ursula von der Leyen für den Zeitraum 2024-2029 geprägt ist und sich auch auf den Bericht des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten und EZB-Präsidenten Mario Draghi über „Die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit“ stützt. - - - In diesem Zusammenhang bereitet die EU-Kommission eine Union der Kompetenzen als übergreifende Stra tegie vor, die sich auf Investitionen, Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen, berufliche Aus- und Weiterbil dung, die Aufrechterhaltung von Kompetenzen und die Anerkennung verschiedener Arten von Ausbildung kon zentriert, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, in der gesamten EU zu arbeiten. Als Teil der Union der Kompetenzen wird die EU-Kommission eine Initiative zur Übertragbarkeit von Kompetenzen vorbereiten, um sicherzustellen, dass die in einem Land erworbenen Fähigkeiten und Qualifikationen in einem anderen Land anerkannt werden. - - - Europass hat das Potenzial, eine Schlüsselrolle bei der Übertragbarkeit von Kompetenzen zu spielen. So vereinfachen beispielsweise die Europäischen Digitalen Bildungsnachweise (European Digital Credentials for Learning, EDC) und das Europäische Lernmodell (European Learning Model, ELM) die Anerkennung von Qualifikationen und die Validierung von Fähigkeiten und helfen den Menschen, ihre Fähigkeiten zu präsentieren und grenzüberschreitend anerkennen zu lassen. Mit künstlicher Intelligenz dem Fachkräftemangel begegnen Der Draghi-Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, den Fachkräftemangel zu beheben, um Innovation und Wett bewerbsfähigkeit in Europa zu fördern und stimmt mit den Prioritäten der neuen EU-Kommission überein. Um diese Qualifikationsdefizite zu beheben, setzt Europass zukünftig auf künstliche Intelligenz, um personalisierte, benutzerfreundliche Dienste und maßgeschneiderte Job- und Lernempfehlungen zu liefern. Europass wird auch die Berufsberatung erleichtern. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der neue „intelligente Lebenslauf“, bei dem Europass die Profile der Nutzer/-innen versteht und ihnen hilft, ihre Fähigkeiten für bestimmte Stellenange bote durch einen kurzen Lebenslauf darzustellen, in dem zunächst die für die Stelle relevanten Fähigkeiten und kurz die bisherigen Tätigkeiten und der (Aus-)Bildungs- Hintergrund der Bewerber/-innen dargestellt werden. - - Zusammenarbeit und Synergien nutzen Die Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten, nationalen Europass-Centren und Sozialpartnern ist von entschei dender Bedeutung für einen anhaltenden Erfolg von Europass. - Europass wird zudem die Synergien mit EURES (Europä isches Netzwerk der Arbeitsverwaltungen) und Euraxess (EU-Portal für die Forschungsgemeinschaft) verstärken. Er soll zudem den Vorschlag eines künftigen EU-Talent pools ermöglichen, dessen Ziel es ist, die EU für inter nationale Talente attraktiver zu machen und qualifizierte Arbeitnehmer/-innen aus Nicht-EU-Ländern mit Arbeit gebenden in der gesamten EU zusammenzubringen. Europass kann auch zum Erfolg der EU-Mobilitätspro gramme beitragen. Der überarbeitete Europass Mobili tätsnachweis hilft zum Beispiel dabei, die Lernergebnisse von Erasmus+-Auslandsaufenthalten verständlicher zu machen. - - - - - - Europass ist einzigartig aufgestellt, um Europas Über gang zu einer wettbewerbsfähigeren, widerstandsfä higeren und inklusiven Zukunft zu unterstützen. Durch die Beseitigung von Qualifikationsdefiziten, die Förderung des lebenslangen Lernens und die Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität kann Europass Europa dabei helfen, auf die Herausforderungen und Chancen des heutigen Arbeitsmarkts zu reagieren und den Ein zelnen zu befähigen, sein Potenzial voll auszuschöpfen. Herzlichen Glückwunsch an Europass, lassen Sie uns gemeinsam feiern! - - - 6 7 Der Europass Mobilität: Aushängeschild für Erasmus+ In einer globalisierten Wirtschaft sind interkulturelle Kompetenzen wichtiger denn je. Vor diesem Hintergrund gewinnt Auslandserfahrung zunehmend an Bedeutung, und das bereits in der Ausbildung. Sichtbar werden die dabei gewonnenen Kompetenzen seit nunmehr 20 Jahren im Europass Mobilität, der die Auslandserfahrung transparent dokumentiert. - - - - - - - Bild links: Schüler/-innen der Louise-Schroeder-Schule Berlin mit der Bildungsstaatssekretärin Christina Henke und Vertreterinnen des Nationalen Europass Centers Bild rechts: Dominik Diehr berichtet von seinem Auslandspraktikum © D ie te r Kr ol l Seit seiner Einführung im Jahr 2005 wurde der Europass Mobilität in Deutschland bereits mehr als 400.000-mal überreicht. Den 400.000ste Mobilitätsnachweis erhielt im März 2024 der damals 22-jährige Dominik Diehr, der seinerzeit die Louise-Schroeder-Schule in Berlin be suchte. Er absolvierte eine Ausbildung als Verwaltungs fachangestellter und war im Jahr 2023 ein halbes Jahr lang zu einem Auslandspraktikum in Irland. Dass dies möglich wurde, hat viel mit der Philosophie der Schule zu tun. Bereits Ende der 1990er-Jahre gab es hier die ersten Austauschprogramme, der Europass Mobilität wurde unmittelbar nach seiner Einführung erstmals eingesetzt. Ein Beitrag zur Internationalisierung Wiltraut Zick, bis 2024 Projektleiterin Erasmus+ an der Berliner Schule, erinnert sich anlässlich der Feierlich keiten zum 400.000sten Europass Mobilität: „Die Schullei tung hat die Idee der Internationalisierung von Beginn an unterstützt. Das zeigt sich auch in der 2015 erarbeiteten Internationalisierungsstrategie, die unterschiedliche Maßnahmen koordiniert und aufeinander abstimmt. Alle Beteiligten – von der Schulleitung und den Lehrenden bis zu den Azubis – haben erkannt, dass eine Schule, die mit europäischen Partnern zusammenarbeitet und von diesen lernt, auch Vorteile beim Beschreiten neuer Wege und der Entwicklung innovativer Ideen hat.“ Der Mobilitätsnachweis ist für Zick dabei eine Art „Türöffner“. Er mache Internationalität erlebbar und sei ein wichtiger Baustein, um die Qualität der Ausbildung zu sichern und europaweite Netzwerke zu pflegen. Das Dokument erhalten übrigens alle Auslandspraktikan tinnen und -praktikanten der Louise-Schroeder-Schule, ganz gleich, ob sie für sechs Monate, acht oder drei Wo chen in einem anderen Land waren. Dazu noch einmal Wiltraut Zick: „Immer wieder erlebe ich, dass die jungen Leute in dieser Zeit enorm wachsen. Ich glaube, dass dabei auch so etwas wie ein EU-Funke überspringt. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, wie spannend, aber auch wichtig Europa und die europäischen Werte sind. Das ist in einer Zeit, in der die Demokratie jede Förde rung braucht, von großer Bedeutung.“ 6 7 Qualität für ein gelebtes Europa Auch an den Berufsbildenden Schulen im niedersäch sischen Soltau (BBS Soltau) hat der Europass Mobilität eine lange Geschichte, die vor mehr als 30 Jahren mit einem bilateralen deutsch-französischen Programm begann. Dieses wurde in der Folgezeit kontinuierlich ausgebaut und ist heute noch aktiv. Dabei hat sich der Europass Mobilität nicht nur als ein hervorragendes Instrument erwiesen, um die Auslandsaufenthalte zu do kumentieren und den Austausch zu professionalisieren. Er schafft zugleich eine Basis, auf der die BBS mit ihren Partnerschulen und den Betrieben vor Ort zusammenar beitet. - - - Gaby Tinnemeier, ehemalige Leiterin der BBS Soltau, unterstreicht: „Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung sind ja keine Urlaubsreise. Es geht vielmehr darum, die fachlichen und persönlichen Horizonte der Teilneh menden zu erweitern. Je mehr systematische Qualitäts bausteine wir dazu einsetzen, desto klarer ist auch das Verständnis dessen, was wir dort tun. Das gilt nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Lehrenden. Auf diese Art und Weise wird Europa ge lebt.“ So wurden in Soltau seit 2006 weit mehr als 700 Europässe ausgestellt, Auslandspraktika können heute in 15 verschiedenen Ländern absolviert werden. Neben Frankreich sind derzeit auch Estland, Finnland, Spanien oder Rumänien sehr gefragt. - - - - - - - - - Wassim Alsouki und Radka Lemmen mit dem Europass Mobilität - - - - © V H S M ep pe n Der Europass als Mutmacher Dass der Europass Mobilität nicht nur in der Berufsbil dung, sondern auch für junge Erwachsene Vorteile bringt, veranschaulicht das Beispiel von Wassim Alsouki, der derzeit an der Volkshochschule Meppen (VHS Meppen) seinen Realschulabschluss nachholt. In diesem Rahmen hat er die Chance genutzt, im Sommer 2024 an einem Auslandsaufenthalt über Erasmus+ in Lettland teilzuneh men. Die Erfahrungen, die er dabei gemacht hat, wurden im Europass Mobilität nachgewiesen. „Die jungen Leute, mit denen wir hier arbeiten, befinden sich – vergleichbar den Azubis – in einer Form der Ausbildung“, sagt Radka Lemmen, stellvertretende Direktorin der VHS Meppen. Viele von ihnen seien – wie Wassim Alsouki, der 2022 aus Syrien ins Emsland kam – vor der Situation in ihrer Hei mat geflohen, um in Deutschland neu anzufangen und sich auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschul- oder Realschulabschlusses vorzubereiten. Dies ebne den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Der Europass Mobili tät fungiere dabei als „Mutmacher“ und motivierendes Element. Mehr als zwei Jahrzehnte berufliche Mobilität in Europa Was viele bei alledem nicht wissen: Der Mobilitätsnach weis ist der Pionier aller Europass-Dokumente und Tools. Er basiert auf dem „Europass Berufsbildung“ aus dem Jahr 1998, sechs Jahre später wurde das sogenannte „Europass Rahmenkonzept“ mit den fünf Europass-Doku menten Lebenslauf, Sprachenpass, Zeugniserläuterung, Diploma Supplement und Mobilitätsnachweis politisch verabschiedet. Somit gebührt dem Europass Mobilität eine besondere Würdigung, hat er seine Relevanz und Wirksamkeit doch konstant unter Beweis gestellt. Er visualisiert und konkretisiert einen Kernbereich von Erasmus+ und ist damit auch ein Aushängeschild für das Programm. (MK) Gut zu wissen: neuer Europass Mobilitätsnachweis Seit Ende 2024 gibt es eine überarbeitete Vorlage für den Europass Mobilität. Diese ist eine Verschmelzung der Erasmus+ Lernverein barung und des Europass Mobilität und bietet neue Darstellungsmöglichkeiten für Lernergeb nisse. Insgesamt werden mehr Angaben zu den erworbenen Kompetenzen gemacht; dabei hilft die Verknüpfung zu ESCO, der europäischen Klassifikation für Fähigkeiten, Kompetenzen und Berufe. Darüber hinaus sind datenschutzbedingt weniger Angaben zur Person nötig und der Europass Mobilität muss nur noch von einer Organisation unterschrieben werden, die Un terschrift der zweiten Organisation ist optional. Das vereinfacht und verkürzt der Prozess des Erstellens und bietet entsendenden Einrich tungen einen größeren Gestaltungsspielraum. Zur nationalen Datenbank Europass Mobilität: Gut zu wissen: neuer Europass Mobilitätsnachweis 8 9 - - - - - - - - - - - - - - - - - - Abschlüsse im europäischen Bildungsraum: transparent und zunehmend digital Die Europass Zeugniserläuterungen und das Europass Diploma Supplement liefern erläuternde Informationen zu Abschluss zeugnissen und machen diese europaweit transparent und vergleichbar – zum einen in der Berufsbildung, zum anderen im Hochschulbereich. Als dynamische Instru mente werden sie kontinuierlich weiter entwickelt, um den wachsenden Anforde rungen der europäischen Mobilität gerecht werden zu können. Sara-Julia Zakhia ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Sie nimmt als Vertreterin Deutschlands an der im Okto ber 2024 gestarteten europäischen Projektgruppe zur Reform der Zeugniserläuterungen teil und sagt: „Die Europass Zeugniserläuterungen leisten einen wichtigen Beitrag, um zu verstehen, welche Kompetenzen in den jeweiligen beruflichen Aus- oder Fortbildungen erworben wurden. Ziel der Projektgruppe ist es, einen Vorschlag für die Überarbeitung der europäischen Vorlage für die Zeugniserläuterungen zu entwickeln. Dabei stehen die Nutzerinnen und Nutzer sowie die Frage im Fokus, wie die Dokumente formuliert sein sollten, um möglichst ziel gruppengerecht zu sein. Auch das Thema Verfügbarkeit und die Digitalisierung spielen eine zentrale Rolle.“ Die Arbeit der Projektgruppe baut auf dem Ergebnis der Vorgänger-Projektgruppe auf, in der gemeinsame Leit linien zur Entwicklung und Formulierung kurzer, lerner gebnisorientierter Beschreibungen von Qualifikationen entwickelt wurden. „Diese fließen nun in die aktuellen Arbeiten ein und sollen die Darstellung des „Profils der beruflichen Handlungskompetenz“ europaweit einheit licher und transparenter gestalten“, so Zakhia. Hinter grund ist, dass die Formulierung erworbener Kompe tenzen in den Zeugniserläuterungen in den jeweiligen Ländern bislang oft recht unterschiedlich gehandhabt wird, zum Beispiel bezüglich des Umfangs und der Art. In Deutschland liegen seit 2024 erstmals auch Zeugnis erläuterungen für Meisterberufe im Handwerk vor. Fred Schumacher vom Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) sieht darin „ein wichtiges Instrument, um das hohe Niveau und die Kompetenzen, die im Rahmen einer Meisterqualifika tion in Deutschland erworben werden, auch international zu vermitteln“. Neben dem Benefit im europäischen Kon text gehe es aber auch darum, die Zeugniserläuterungen bei Bewerbungen im Inland einsetzen zu können. Digitalisierung erleichtert Abläufe Während die dualen Berufsabschlüsse in Deutschland bundesrechtlich geregelt sind, fällt die vollzeitschulische Berufsausbildung in den Bereich der Länder. Für diese hat die Kultusministerkonferenz (KMK) Muster entwickelt, die die 16 Länder entsprechend ihrer landesrechtlich geregelten Berufs- und Weiterbildungsabschlüsse an Berufsfachschulen und Fachschulen anpassen und den Absolventinnen und Absolventen zur Verfügung stellen können. Sven Päßler vom Referat für Berufliche Bildung, Weiterbildung und Sport im Sekretariat der KMK glaubt, dass die Digitalisierung hier zahlreiche Vorteile mit sich bringen kann: „Die Länder könnten die Dokumente schneller bearbeiten und in einer Datenbank ihren Schu len zur Verfügung stellen. Ein Prozess, der auch für die Schülerinnen und Schüler Abläufe vereinfachen würde.“ Beim Diploma Supplement an den Hochschulen ist die Digitalisierung schon fortgeschritten: Das Dokument kann seit 2024 auch als European Digital Credential for Learning (EDC) ausgestellt werden. EDC gelten als EU- Standard für vollständig digitale, elektronisch gesiegelte Zertifikate, die mit einem Klick auf ihre Echtheit und Gül tigkeit überprüft werden können. Tilman Dörr, Bereichs leiter Bildung bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), betont: „Perspektivisch können die digitalen Bildungs nachweise nicht nur den Studierenden einen echten Mehrwert bieten, sondern auch als Bestandteil eines voll digitalisierten Workflows zu Arbeitserleichterungen bei den ausstellenden Institutionen führen.“ (MK) Abschlüsse im europäischen Bildungsraum: transparent und zunehmend digital 8 9 Europass in anderen Ländern Für die Verbreitung von Europass auf nationaler Ebene sind die Nationalen Europass Center zuständig. Im Kurzinterview: Österreich, Finnland und Italien. 1. Welches Europass Tool ist in Ihrem Land besonders bekannt? - - - - - - - - - - - - - - - - Alexandra Enzi, Nationales Europass Center Österreich, Agentur für Bildung und Internationalisierung Österreich (OeAD-GmbH) - © p riv at Österreich: In Österreich ist das Europass-Profil, bzw. der Europass Lebenslauf das bekannteste und am häufigsten genutzte Tool. Der Europass Lebenslauf wird oft von Bewerbe rinnen und Bewerbern verwendet, um ihre Qualifikati onen und Berufserfahrungen in einem standardisierten Format darzustellen. Der Europass CV wird von vielen Arbeitgebenden und Bildungsinstitutionen in Österreich geschätzt, da er eine klare und strukturierte Übersicht der Kompetenzen und Erfahrungen bietet. Auch der Europass Mobilität wird sehr stark nachgefragt und vor allem für die Dokumentation von Mobilitäten im Pro gramm Erasmus+ genutzt. Susanna Kärki, Nationales Europass Center Finnland, Finnish National Agency for Education (OPH) © P riv at Finnland: In Finnland sind besonders die Qualifikationserläute rungen, bestehend aus der Europass-Zeugniserläuterung und dem Europass Diplomzusatz, sehr bekannt und wer den häufig genutzt. Alle Absolventinnen und Absolventen haben Anspruch auf die Dokumente, die wesentlich zur beruflichen Mobilität innerhalb und außerhalb Finnlands beitragen. Valeria Scalmato, Nationales Europass Center Italien, National Insti tute for Public Policy Analysis (Inapp) © P riv at Italien: Der Europass Lebenslauf ist in Italien sehr weit verbreitet, auch aufgrund der Tatsache, dass dieses Instrument seit langem in öffentlichen Auswahlverfahren eingesetzt wird. Dies muss sich auch auf die Bewerbungsverfahren von Unternehmen ausgewirkt haben. Außerdem werden die Zeugniserläuterung und der Diplomzusatz jetzt automa tisch am Ende der Sekundar- und Hochschulausbildung ausgestellt, und der Europass Mobilität wird häufig zur Dokumentation von Mobilitäten verwendet. 2. Welche Maßnahmen ergreifen Sie zur Verbreitung von Europass in Ihrem Land? Österreich: Europass Österreich ergreift diverse Maßnahmen, um Europass zu verbreiten. Darunter zählen Social-Media- Kampagnen und ein eigener Newsletter, Teilnahme an Berufsmessen und die Platzierung von Europass in Schul büchern sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte. Besonders erfolgreich war 2024 die Veranstaltung „Digi tale Lernergebnisse mit Europass gestalten“, die Stake holder aus dem Hochschul- sowie dem Berufsbildungs bereich über Microcredentials und European Digital Credentials for Learning informierte. Finnland: In Finnland arbeiten wir eng mit unseren Partnern und Interessenvertretern zusammen, die Informationen über Europass an ihre Zielgruppen weitergeben. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass beispielsweise Berufsberater/-in nen mit Europass vertraut sind. Vernetzung und Zusam menarbeit sind dabei der Schlüssel: Wir können nicht alle potenziellen Europass-Nutzer/-innen erreichen. Daher konzentrieren wir uns darauf, unsere Multiplikatoren zu Europass zu schulen und mit ihnen Informationsmaterial zu erstellen, das ihren Bedürfnissen entspricht. Italien: Wir haben Unterstützungsmaßnahmen für Nutzer/-innen entwickelt und diese in Zusammenarbeit mit verschie denen Partnern verbreitet, um unterschiedliche Zielgrup pen zu erreichen. Ein Beispiel dafür sind Video-Tutorials zum Europass-Portal, die dank EURES den lokalen Anlauf stellen der öffentlichen Arbeitsverwaltung zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem wurde in Kooperation mit Schulnetzwerken und Eurodesk digitales Lehrmaterial über das E-Portfolio für Schüler/-innen eingerichtet. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung einer Europass-Mini- Website für Unternehmen durch Unioncamere, dem Projektpartner von uns, der alle italienischen Unterneh men vertritt. 1. Welches Europass Tool ist in Ihrem Land besonders bekannt? 2. Welche Maßnahmen ergreifen Sie zur Verbreitung von Europass in Ihrem Land? 10 11 - - - - - - - - - - 3. Welches Potential sehen Sie in Europass für die Zukunft? Österreich: Europass hat sich als das europäische Karriere managementportal etabliert und kann diese Po sition mit den neu hinzugekommenen Tools noch ausbauen wie Digital Credentials for Learning, Job- und Qualifikationstrends sowie die Lernangebote und Qualifikationen. Die derzeit in der Planungs phase angedachten KI-Tools (z.B. der „Smart CV“) werden dieses Angebot ergänzen und die Relevanz von Europass auch in Zukunft sicherstellen. - - - Finnland: Europass kann in Europa aus zwei Gründen einen echten Wandel bewirken: Erstens bietet er ein kostenloses, datengeschütztes und europaweites digitales Portfolio der persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen. Zweitens ermöglicht er eine strukturierte Art, diese Daten zu präsentieren. Strukturierte Daten, kombiniert mit kostenlosen digitalen Lösungen wie dem Europass Profil und den European Digital Credentials, tragen dazu bei, ein Europa zu schaffen, in dem Menschen ihre Fähigkeiten einfach erkennen, präsentieren und grenzüberschreitend anerkennen lassen können. Gleichzeitig hilft er, die eigenen Fähigkeiten besser mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes in ganz Europa abzustimmen. Italien: Bis vor kurzem haben sich die Systeme der allge meinen und beruflichen Bildung, der Berufsbera tung und der Arbeitswelt getrennt und unabhängig voneinander entwickelt. Der Mehrwert von Europass besteht darin, dass er einen einheitlichen Raum schafft, in dem die Instrumente und Dienste dieser Systeme jetzt miteinander kommunizieren können. Er wird dadurch zu einer zentralen Referenz. Unsere Aufgabe besteht jedoch darin, sicherzustellen, dass die Komplexität des Europass-Portals nicht gerade jene Bevölkerungsgruppen ausschließt, die es para doxerweise am dringendsten benötigen würden. - - - Fragen und Übersetzung: Franziska Bopp Das Europäische Lernmodell (ELM): Mobilität und lebens langes Lernen Das European Learning Model (ELM) wurde von der EU-Kommission entwickelt und ist ein mehrsprachiges Datenmodell für die Interoperabilität von Lernangebo ten, Qualifikationen, Akkreditierungen und Zeugnissen in Europa. Es basiert auf offenen Standards und bietet das erste einheitliche und umfassende Datenmodell für den europäischen Bildungsraum. Das ELM verbindet alle Kon zepte, die im Zusammenhang mit Lernen und Beschäf tigung in Europa verwendet werden können, wie z.B. die European Digital Credentials, EQF und ESCO. Mit dem ELM soll die Anerkennung von Qualifikationen und die Bewertung von Fähigkeiten erleichtert werden. Es dient im Wesentlichen drei Zielen: der Standardisierung von Daten in Bezug auf Lernleistungen, der Digitalisierung von Lernnachweisen und der Kompatibilität verschie dener Bildungssysteme in Europa. Das ELM ermöglicht die Erfassung und Validierung aller lernbezogenen Daten, einschließlich des formalen, nicht formalen und informellen Lernens. Es deckt die Bedürf nisse der allgemeinen Bildung, der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der Hochschulbildung, der Erwachsenen bildung und des Arbeitsmarkttrainings ab. Damit richtet es sich an Akteure in den Bereichen Beschäftigung, Qualifikationen sowie allgemeine und berufliche Bildung gleichermaßen. Das ELM soll ein gemeinsames Verständ nis von Lernleistungen zwischen Ländern und Organisa tionen fördern und den Datenaustausch in ganz Europa erleichtern. Die Grafik zeigt eine fiktionale Bildungsbiographie unter der Annahme, dass sämtliche Lernnachweise ELM-kompatibel erstellt worden sind. (FB) Infos zum European Learning Model: Infos zu den European Digital Credentials: 3. Welches Potential sehen Sie in Europass für die Zukunft? 10 11 - - - - - - - - - - - Das Europäische Lernmodell (ELM): Mobilität und lebenslanges Lernen 01 Die richtigen Kompetenzen identifizieren Anna aus Finnland möchte Gesundheits- und Krankenpflegerin werden. Sie informiert sich in Jobdatenbanken, welche Kompeten zen und Qualifikationen sie befähigen, als Gesundheits- und Krankenpflegerin zu arbei ten. Sie findet die benötigte Qualifikation in einer nationalen Qualifikationsdatenbank, die am ELM ausgerichtet ist. 02 Das richtige Ausbildungsangebot finden Anna beginnt dann, nach Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu suchen, die zu dieser Qualifikation führen. Mittels ELM kann sie Angebo te finden, die zu der Pflegequalifikation in Finnland führen und die erwarteten Lernergebnisse und Fähigkeiten im ELM-Standardformat darstellen. Sie bewirbt sich und wird angenommen. 03 Auslandsaufenthalt und Transfer of records Während ihres Pflegestudiums in ihrem Heimatland Finnland erhält Anna die Möglich keit, einen Auslandsaufenthalt in Italien zu machen. Dort belegt sie zusätzliche Kurse, deren Lernergebnisse und Noten in ihrem Transcript of Records im ELM-Format enthalten sind, das wiederum von ihrer Heimathochschule direkt akzeptiert und verstanden wird. 04 Integration ins Studenteninformationssystem Nach ihrer Rückkehr nach Finnland stellt sie fest, dass ihre im Ausland erbrachten Leistungen bereits in das Studenteninformationssystem ihrer Heimathochschule aufgenommen wurden, da die Informationen direkt im gleichen Format von der italienischen Einrichtung übertragen werden konnten.05 Studienabschluss Anna schließt ihr Studium ab und erhält einen Europäischen Digitalen Bildungs nachweis, der alle Lernergebnisse und Fähigkeiten beschreibt, die sie während ihres Studiums erworben hat. 06 Berufserfahrung: Arbeitszeugnis Anna merkt, dass ihr noch praktische Fähigkeiten fehlen für die Stellen, auf die sie sich bewerben möchte. Sie absolviert ein Praktikum in einem Krankenhaus, das ihr ein Empfehlungsschreiben als digitales Zeugnis ausstellt, das die Lernergebnisse ihres Praktikums im ELM-Format bescheinigt.07 Anerkennung und Auslandserfahrung Anna möchte in Schweden arbeiten und muss ihren finnischen Abschluss anerkennen lassen. Indem sie dem ENIC- NARIC ihre digitalen Zeugnisse im ELM-Format zur Verfügung stellt, erleichtert sie den Anerkennungsprozess, da auch dort das ELM verwendet wird. Ihr Ab schluss wird in Schweden schnell anerkannt. 08 Akkreditierung und Qualifikation Anna bewirbt sich um eine Stelle in einem schwedischen Krankenhaus. Das Krankenhaus kennt die finnische Einrichtung nicht und fragt sich, ob sie berechtigt ist, Annas Qualifikationsnachweis auszustellen. Es kann dies ganz einfach mit dem Digital Credential Viewer überprüfen, der einen Ab gleich vornimmt, ob die Einrichtung für die Aus stellung dieser speziellen Qualifikation akkreditiert ist.09 Bewerbung um einen Job: Kompetenzen überprüfen Sobald das schwedische Krankenhaus sieht, dass Annas Abschluss von einer anerkannten Einrichtung stammt, kann das Krankenhaus als Arbeitgeber ihre Lernergebnisse und Fähigkeiten im digitalen Zeugnis leicht interpretieren und sieht, dass sie die ideale Kandidatin ist. Anna bekommt die Stelle in Schweden angeboten. 10 Weiterbildung und Microcredentials Anna beginnt ihre Arbeit in dem schwedischen Krankenhaus. Man stellt jedoch fest, dass sie mit den nationalen IT-Systemen nicht vertraut ist. Das Krankenhaus bietet ihr daher an, einen Kurs zu besu chen, um diese zusätzlichen Kenntnisse zu erwerben. Nach Abschluss des Kurses erhält sie ein Microcre dential in digitalem Format, mit dem sie ihre neuen Kenntnisse nachweisen kann und das sie künftig auch bei einem neuen Arbeitgeber vorlegen kann. ? Weitere Einsätze des ELM Annas Karriere- und Bildungsweg geht weiter. Sehen Sie weitere Einsatz möglichkeiten für das ELM? Q ue lle : E U -K om m is si on ; Ü be rs et zu ng : N at io na le s Eu ro pa ss C en te r Die richtigen Kompetenzen identifizieren Das richtige Ausbildungsangebot finden Auslandsaufenthalt und Transfer of records Integration ins Studenteninformationssystem Studienabschluss Berufserfahrung: Arbeitszeugnis Anerkennung und Auslandserfahrung Akkreditierung und Qualifikation Bewerbung um einen Job: Kompetenzen überprüfen Weiterbildung und Microcredentials Weitere Einsätze des ELM MF 12 : : : : : : Nationale Europass Center in drei weiteren Ländern In den Jahren 2023 und 2024 wurden drei neue Europass Center gegründet: 2023 in der Republik Moldau, im Januar 2024 in Bosnien-Herzegowina und im Juli 2024 in der Ukraine. Damit ist das Netz werk der Nationalen Europass Center auf insgesamt 39 Zentren angewachsen. Gemeinsam arbeiten sie an der Verbreitung und Umsetzung von Europass, erarbeiten Ideen in thematischen Arbeitsgrup pen und tauschen sich zu guten Beispielen der Verbreitung aus. - - Lesen Sie mehr über die drei neuen Nationalen Europass Center auf unserer Website: www.europass-info.de Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) Nationales Europass Center (NEC) 53142 Bonn (Postanschrift) Tel.: +49 (0)228 - 107 1608 Mail: europass@bibb.de www.europass-info.de www.na-bibb.de Nationale Agentur Bildung für Europa Verantwortlich Berthold Hübers Stand Februar 2025 Redaktion Franziska Bopp, Isabel Götte Texte Franziska Bopp (FB), Manfred Kasper (MK) Gestaltung Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck Druckerei im Bundesministerium für Bildung und Forschung Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen geben nicht unbedingt die offizielle Position der Europäischen Kommission wieder. Nationale Europass Center in drei weiteren Ländern In den Jahren 2023 und 2024 wurden drei neue Europass Center gegründet: 2023 in der Republik Moldau, im Januar 2024 in Bosnien-Herzegowina und im Juli 2024 in der Ukraine. Damit ist das Netz werk der Nationalen Europass Center auf insgesamt 39 Zentren angewachsen. Gemeinsam arbeiten sie an der Verbreitung und Umsetzung von Europass, erarbeiten Ideen in thematischen Arbeitsgrup pen und tauschen sich zu guten Beispielen der Verbreitung aus. Lesen Sie mehr über die drei neuen Nationalen Europass Center auf unserer Website: www.europass-info.de http://www.europass-info.de mailto:europass@bibb.de http://www.europass-info.de http://www.na-bibb.de http://www.go-blueberry.de 20 Jahre Europass Inhalt Europass bietet seit 20 Jahren Chancen für alle Das Europass-Portal in Zahlen Europass erfüllt Bedürfnisse des Arbeitsmarkts sowie der Bürger/-innen Europass – das nächste Kapitel Mit künstlicher Intelligenz dem Fachkräftemangel begegnen Zusammenarbeit und Synergien nutzen Der Europass Mobilität: Aushängeschild für Erasmus+ Ein Beitrag zur Internationalisierung Qualität für ein gelebtes Europa Der Europass als Mutmacher Mehr als zwei Jahrzehnte berufliche Mobilität in Europa Gut zu wissen: neuer Europass Mobilitätsnachweis Abschlüsse im europäischen Bildungsraum: transparent und zunehmend digital Digitalisierung erleichtert Abläufe Europass in anderen Ländern 1. Welches Europass Tool ist in Ihrem Land besonders bekannt? 2. Welche Maßnahmen ergreifen Sie zur Verbreitung von Europass in Ihrem Land? 3. Welches Potential sehen Sie in Europass für die Zukunft? Das Europäische Lernmodell (ELM): Mobilität und lebenslanges Lernen Nationale Europass Center in drei weiteren Ländern Impressum Verantwortlich Stand Redaktion Texte Gestaltung Druck …
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