Suche

Suche

[…] Bildung für Europa 41 Dez. 2025 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung KI in europäischen Projekten angekommen 14 SALTO Digital Resource Centre 16 KI: Zahlen und Fakten 24 Programmvorschlag Erasmus+ 2 3Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de LinkedIn: Nationale Agentur Bildung für Europa Verantwortlich: Berthold Hübers Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 06.10.2025 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 6.000 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: Druckerei Kriechbaumer Gedruckt auf Recyclingpapier Nautilus SuperWhite FSC-, EU Ecolabel zertifiziert Bildnachweis Titel & Inhaltsver zeichnis (S.5): - Kazi/AdobeStock (S. 1); deagreez & ImageFlow/AdobeStock; Projekt VHS Bingen, Projekt AI in ADU, VHS Cham (S. 5). Für unverbindlich eingesandte Manu skripte, Bildmaterial und andere Unter lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. - - - ISSN 1616-5837 - 2 - - Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. www.na-bibb.de www.erasmusplus.de Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. Deutschland EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten: Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de 2 3 Bildung für Europa | Dezember 2025 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, die digitale Transformation macht in Europa keine Pause und Künst liche Intelligenz (KI) hat sich als treibende Kraft in vielen Bereichen etabliert. In dieser Ausgabe widmen wir uns einem Thema, das nicht nur Zukunftsperspektiven aufzeigt, sondern auch bereits heu te in zahlreichen Erasmus+-Projekten eine zentrale Rolle spielt: KI. - - Mit der rasanten Entwicklung von KI-Tools und -Anwendungen erleben wir eine wesentliche Veränderung der Lern- und Lehrpro zesse. Vom Sprachtraining über digitale Lernassistenten bis hin zu innovativen Anwendungen in der Berufs- und Erwachsenenbil dung – KI verändert die Art und Weise, wie wir lernen, lehren und arbeiten. In den Good-Practice-Beispielen, die wir Ihnen in dieser Ausgabe vorstellen, können Sie einen lebendigen Eindruck davon gewinnen, wie europäische Bildungsprojekte KI gezielt einsetzen, um neue Lernmethoden zu erproben und die Digitalisierung sinn voll zu gestalten. - - - Besonders spannend in der Berufsbildung ist beispielsweise die Nutzung von KI im Erasmus+-Projekt „Career Intelligence“, das einen Lernassistenten entwickelt hat, der Jugendlichen bei der Berufsorientierung unterstützt und ihre Karriereplanung indivi duell fördert. Für den Bereich der Erwachsenenbildung zeigt die Volkshochschule Bingen in einem spannenden Praxisbeispiel, wie KI gezielt zur Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und zur Opti mierung von Lernprozessen eingesetzt werden kann. - - Gleichzeitig möchten wir Sie in dieser Ausgabe auf den Programm vorschlag für Erasmus+ 2028-2034 aufmerksam machen. Die po sitive Botschaft: Der politische Prozess zur Gestaltung des Nach folgeprogramms ist auf einem guten Weg und der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass die Mittel von 26 auf 41 Milliarden Euro steigen sollen – trotz der auch in Europa angespannten Haus - - - - haltslage. Dennoch: Angesichts der ambitionierten Ziele und mit Blick auf den Finanzierungsumfang, den wir 2027 erreicht haben werden, muss man feststellen, dass das vorgeschlagene Budget nicht ausreichen wird, um die festgelegten Ziele im Bildungsbe reich vollständig zu erreichen und weiter zu wachsen. Das ist ein Thema, das uns alle betrifft, und wir laden Sie ein, mehr über die geplanten Änderungen zu erfahren und sich aktiv an der Diskussi on zu beteiligen. - - Europa lebt von der Vielfalt der Ideen und von der Zusammen arbeit über Grenzen hinweg. Die Projekte, die in dieser Ausgabe vorgestellt werden, zeigen, wie KI als Motor für Innovation in der europäischen Bildung wirkt. Lassen Sie sich von den praxisnahen Beispielen inspirieren und entdecken Sie, wie KI dazu beiträgt, das Lernen von morgen zu gestalten. - Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und einen spannenden Einblick in die Entwicklungen, die die Zukunft der Bildung prägen werden. Mit einem herzlichen Gruß aus Bonn Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B 4 5 Inhalt Nr. 41 | Künstliche Intelligenz 06 Lernen, Lehren, Künstliche Intelligenz Neue Chancen durch Erasmus+ 09 Kompetenzmodell AIComp Künstliche Intelligenz erfolgreich in Beruf und Alltag nutzen 10 Der neue Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz Auswirkungen der KI-Verordnung auf den Bildungsbereich 13 Good Practice: Erasmus+ meets KI in Essen Impulse für Ausbildung in Informatik, Elektronik und Robotik 14 Europäisches SALTO Digital Resource Centre Auftrag: Förderung der digitalen Bildung europaweit 16 Infografik: Künstliche Intelligenz Ausgewählte Facts zur Stimmung in der Gesellschaft 18 Good Practice: Mit KI in die Bildung von morgen Volkshochschule profitiert von Austausch 19 Good Practice: Career Intelligence Entwicklung eines KI-basierten Lernassistenten für die berufliche Bildung 20 Good Practice: KI in der Erwachsenenbildung Einsatzpotenziale mit Fokus auf Sprachenlernen 21 KI in der Grundbildung Gespräch mit einem Dozenten beim Bayerischen Volkshochschulverband Erasmus+ 22 Erasmus+-Antragsrunde 2025 Rekordergebnisse bei Auslandsaufenthalten, Partnerschaften etwa auf Vorjahresniveau 24 Programmvorschlag Erasmus+ 2028-2034 Starkes Programm mit knappem Budget 26 European Innovative Teaching Award 2025 Zwei deutsche Projekte aus der Erwachsenenbildung ausgezeichnet 28 Erasmus+ vernetzt Europa Wie Teilnehmende von TCAs profitieren 30 Infosplitter 32 Antragsfristen 4 5 Bildung für Europa | Dezember 2025 - 06 Lernen, Lehren, KI 10 Europäische KI-Verordnung 18 VHS profitiert von KI 20 Sprachenlernen mit KI 26 European Teaching Award 2025 „Der European Teaching Award 2025 ver deutlicht, dass europäische Projekte nicht nur Konzepte hervorbringen, sondern konkrete Veränderungen im Leben von Menschen. “ 6 7Künstliche Intelligenz © I m ag eF lo w /A do be St oc k Lernen, Lehren, Künstliche Intelligenz Neue Chancen durch Erasmus+ 6 7 Bildung für Europa | Dezember 2025 S eit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 hat das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weltweit an Fahrt aufge nommen. Inzwischen gibt es unzählige Tools, deren Vielfalt und ständige Wei terentwicklung es schwer machen, ei nen Überblick zu behalten. - - - Darüber hinaus wurde mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung über Künstliche Intelli genz (AI Act) im Sommer 2024 erstmals ein europäischer Rahmen geschaffen, der für mehr Systematik sorgt. Das Programm Eras mus+ bietet in diesem Zusammenhang ein besonderes Experimentierfeld, um das The ma KI in seinen verschiedenen Facetten auf zugreifen und KI-Tools in unterschiedlichen Kontexten der Berufs- und Erwachsenenbil dung zu erproben. - - - - - KI in der Berufsbildung Die europäische Berufsbildung muss ange sichts der hochdynamischen Entwicklungen besonders im Bereich der generativen KI sowohl aus technologischer als auch didak tischer und ethischer Perspektive Kompe tenzen entwickeln. - - - Partnerschaften für Zusammenarbeit Unter den Partnerschaftsprojekten, die im Rahmen der Priorität „Digitaler Wandel“ in Erasmus+ gefördert werden, sind ab 2020 nur singulär und dann ab 2023 zunehmend KI-Themen. Die Projekte untersuchen, wie Künstliche Intelligenz Branchen bzw. Berufs bilder beeinflusst und welche Anpassungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung erforderlich sind, um mit den rasanten Ent wicklungen Schritt zu halten. - - Die Projekte können strukturiert werden nach Grundlagenwissensvermittlung, Kom petenzentwicklung, Chatbots sowie KI in ausgewählten Branchen, z.B. Landwirt - - schaft/Ernährung, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Mechanik/Industrie 4.0, Tou rismus/Gastgewerbe, Multimediasektor und Kreativwirtschaft. Dazu werden Trainings und Tools entwickelt, wie spezifische Prompt-Ka taloge und die flexible Integration von KI-Modellen in Lernplattformen. Lehr- und Lerninhalte für den Einsatz von KI und Ava taren in der praktischen beruflichen Bildung für die Bereiche der Chemie, Biologie, IT und der Mechatronik werden erarbeitet, um den digitalen Transformationsprozess zu unter stützen. Ergänzend wird für EU-Vorschriften sensibilisiert, um etwa ein besseres Ver ständnis der KI-Verordnung, einschließlich Risikoklassifizierung, Compliance, Transpa renz, Data Governance und die Gewährlei stung ethischer KI-Praktiken zu schaffen. - - - - - - - Chatbots unterstützen Jugendliche bei der Berufswahl und Einarbeitung. Neue Perspek tiven für das Mentoring von Jugendlichen entstanden in einer Kooperationspartner schaft mittels KI-gestützter Lernassistenten. Ein im Jahr 2025 gestartetes neues Projekt modernisiert die Einarbeitung internationa ler Auszubildender durch eine KI-gestützte, spielerische Plattform, die Inklusion, interkul turelle Kompetenz und berufliche Einsatzbe reitschaft fördert. Der assistierte Einsatz von KI und Avataren als Bildungstechnologie hat das Potenzial, Ausbilderinnen und Ausbilder bei repetitiven Aufgaben zu entlasten sowie Auszubildende individueller zu unterstützen. - - - - - Ein anderes Projekt kombiniert die nachhal tigkeitsbezogenen Verantwortungsbereiche von Organisationen mit KI und entwickelt zur Implementierung der ESG-Kriterien (Um welt, Soziales und Unternehmensführung) der Vereinten Nationen ein auf einer KI-ba sierten E-Learning-Plattform beruhendes zertifiziertes Weiterbildungsangebot auf Niveau 5 des Europäischen Qualifikations rahmens. - - - - Eine aktuelle Kooperationspartnerschaft hat zum Ziel, die Stärkung der Ernährungs kompetenz und Ernährungserziehung in der beruflichen Bildung mit Schwerpunkt auf verarbeitete Lebensmittel und nachhaltigem Konsum durch die Entwicklung einer KI-ge stützten App zur Ernährungsüberwachung mit Gesundheitssimulation zu fördern. - - Schließlich entwickeln einige Projekte grundlegende KI-Kompetenzen für prak tische Bedarfe in KMU, um deren Innovati onsfähigkeit zu sichern. - - Mobilitätsprojekte Künstliche Intelligenz verändert zunehmend die internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung – auch im Rahmen von Eras mus+-Mobilitätsprojekten. Während Aus landsaufenthalte in der Vergangenheit vor allem dazu dienten, interkulturelle Kompe tenzen und Sprachkenntnisse zu vertiefen, gewinnen heute technologische Erfah rungen an Bedeutung. Besonders in wirt schaftsstarken Regionen mit ausgeprägtem Mittelstand nutzen Berufsschulen und Aus bildungsbetriebe Erasmus+, um Auszubil denden aus technischen Bildungsgängen den Zugang zu neuen und anderen Techno logien zu eröffnen. - - - - - - - - Ein prägnantes Beispiel ist der Umgang mit spezialisierter KI-Software: Viele Betriebe er möglichen ihren Auszubildenden einen Aus landsaufenthalt mit Erasmus+, damit sie im Gastland mit Anwendungen arbeiten kön nen, die ihnen im Entsendeland nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Dabei geht es nicht nur um den praktischen Kompetenzerwerb, sondern auch um den Innovationsvorsprung, den internationale Mobilität ermöglicht. In einigen Bildungs gängen wird der Praxisaufenthalt gezielt mit konkreten Zusatzqualifikationen kombiniert, wie etwa bei Auszubildenden in der Elektro nik für Informations- und Systemtechnik, die zusätzlich die Qualifikation „Digitale Vernet zung und Programmierung“ erwerben. Eras mus+ Mobilität wird somit zu einem stra tegischen Baustein, um Fachkräfte auf die digitalen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten. - - - - - - - - Doch nicht nur für die Auszubildenden, son dern auch für die Lehrenden wächst die Be deutung von KI rasant. Immer stärker nach gefragt sind Inhalte, die den Einsatz digitaler Werkzeuge in der Pädagogik thematisieren. So verzeichnen Kurse wie „Integrating AI into language teaching and learning“ eine hohe Nachfrage. Die Vermittlung von Medi enkompetenzen hat gerade, aber nicht nur, in technischen Ausbildungsberufen einen hohen Stellenwert. - - - - Darüber hinaus trägt KI dazu bei, Teilha be zu ermöglichen und Bildung inklusiver zu gestalten. Digitale Tools erleichtern den Zugang für Lernende mit Sprachbarrieren oder mit besonderen Unterstützungsbedar fen. Automatische Übersetzungen, adaptive Lernsysteme oder individualisierte Hilfestel lungen machen es möglich, Bildungspro zesse stärker an den Fähigkeiten und Be - - - - - Künstliche Intelligenz 8 9 dürfnissen einzelner Schülerinnen und Schüler auszurichten. KI in der Erwachsenenbildung Partnerschaften für Zusammenarbeit In den Partnerschaftsprojekten der Erwach senenbildung tauchte das Thema KI zum ersten Mal 2020 explizit in einem Projekt auf, das sich mit diesem damals ganz neuen Thema auseinandersetzte und einen modu laren Grundlagenkurs für Lehrende und Ler nende entwickelte. In den darauffolgenden Antragsjahren 2021 und 2022 war KI als ei genes Projektthema kaum und eher indirekt vorhanden. - - - - Erst im Antragsjahr 2023, kurz nach dem weltweiten Bekanntwerden von generativen KI-Modellen, zeigte sich das Thema dann in den Projekten als ein erstes Herantasten: So ging es in einer Kooperationspartnerschaft um personalisierte und flexible Lernwege durch den Einsatz von KI-Technologien insbesondere im Sprachenlernen; in einer kleineren Partnerschaft stand die Reflexion über KI und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt im Mit telpunkt. Seit dem Antragsjahr 2024 hat sich das Bild vollständig gewandelt und KI ist klar in der Projektarbeit angekommen: Sowohl in den kleineren Partnerschaften als auch in den Kooperationspartnerschaf ten wird KI auf verschiedene Kontexte und Zielgruppen angewendet. Nun reichen die - - Themen von der Begleitung von Eltern in der Medienbildung, über die Anwendung von KI im Sprachenlernen für Migrantinnen und Migranten bis hin zu Lernsettings für das Empowering von Frauen, dem Einsatz von KI für Kunst- und Kulturschaffende so wie der Stärkung von Cyber-Resilienz. 2025 stehen dabei insbesondere die Verknüpfung von KI und Inklusion von verschiedenen Ziel gruppen sowie Aspekte der Cyber-Sicherheit und eines kritisch-bewussten Umgangs mit KI im Fokus. - - Neben diesen explizit bearbeiteten KI-The men gibt es noch zahlreiche Projekte zu an deren Themen, bei denen der Einsatz von KI-Tools eine wichtige Rolle spielt – das Aus maß davon lässt sich allerdings nur schwer feststellen. - - - Mobilitätsprojekte In den Mobilitätsprojekten der Erwachse nenbildung zeigt sich ein ganz ähnliches Bild: Vor 2023 gab es immer wieder Projekte im Themenbereich Digitalisierung, aber ex plizit zu Künstlicher Intelligenz finden sich vor allem ab dem Antragsjahr 2024 mehrere Projekte. Im Fokus steht hier beispielsweise das Erproben, wie KI-Tools auf administra tive Workflows, auf die Steigerung von or ganisatorischer Effizienz und inklusiven As pekten sowie auf die Modernisierung von Lehrmethoden und die Personalisierung von Lernen angewendet werden können. Dabei spielen auch Überlegungen zur Förderung des kritischen Denkens sowie ein verant wortungsvoller und ethisch angemessener Umgang mit KI eine große Rolle. - - - - - - Fazit und Ausblick Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich Erasmus+ einerseits sehr gut dazu eignet, ein Experimentierfeld für Themen zu bie ten, eine vielseitige Plattform zum Erproben innovativer Bildungsansätze. Andererseits können im Rahmen europäischer Koope rationen gezielte Weiterbildungsangebote entwickelt und Teile der Ausbildung als Zu satzqualifikationen im Bereich Künstliche In telligenz vermittelt werden. - - - - Die NA beim BIBB unterstützt Antragsteller und Projekte dabei insbesondere durch die Themenseite zur digitalen Bildung, auf der neben einer Orientierung an verschiedenen Dimensionen von Digitalisierung auch Bei spiele guter Praxis zu finden sind. - Wichtig bleibt bei alledem, eine vernünf tige und sinnvolle Balance zu wahren: KI eröffnet nahezu unbegrenzte Chancen für die Projekte, doch ein bewusster Einsatz muss den Wert menschlicher Kreativität, kri tischen Denkens und die transnationale Zu sammenarbeit menschlicher Akteure in den Mittelpunkt stellen – genau das prägt ihren eigentlichen europäischen Mehrwert. - - - www.na-bibb.de/digitale-bildung DR. TORSTEN DUNKEL Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung, Europass“ in der NA beim BIBB dunkel@bibb.de MICHAEL MARQUART Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Kooperationsprojekte, EPALE“ in der NA beim BIBB marquart@bibb.de INGA VAN DEN THILLART Mitarbeiterin im Projektmonitoring Team „Mobilität und Internationalisie rung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB - thillart@bibb.de Künstliche Intelligenz © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/digitale-bildung mailto:marquart@bibb.de mailto:dunkel@bibb.de mailto:thillart@bibb.de 8 9 Bildung für Europa | Dezember 2025 - - - - - - - - - - Kompetenzmodell AIComp Künstliche Intelligenz erfolgreich in Beruf und Alltag nutzen D er Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gibt der digitalen Transformation weiter Auftrieb und stellt die Men schen in ihrer Lebens- und Arbeitswelt vor immer neue Herausforderungen. Welche Kompetenzen müssen sie haben, um fit für eine durch schnellen Wandel geprägte Zukunft zu sein? Ein Ergebnis der Forschung zu den sogenannten Future Skills ist das Kompetenzmodell AIComp (Artifi cial Intelligence Competences). Es wurde als Teil der Projekte KI-Campus und KI-Campus Hub Baden-Württemberg von NextEduca tion erarbeitet und basiert auf einer empi rischen Studie mit über 1.600 Berufstätigen in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2023. Diese wurden zu Kompetenzen befragt, die für die effektive Nutzung von KI erforderlich sind. AIComp zeigt Bedingungen für erfolg reiches berufliches und privates Handeln auf und liefert somit gleichzeitig wichtige Hin weise zu potenziellen Bildungsmaßnahmen. Nachstehend bilden wir die zwölf Kompe tenzfelder ab, die im Rahmen der Studie identifiziert wurden. Das Modell selbst be schreibt für jedes Kompetenzfeld exempla risch Wissen, Fähigkeiten und Werteeinstel lungen. Die umfassende Dokumentation des Forschungsprojektes und seiner Ergebnisse mitsamt dem AIComp-Modell finden Sie unter https://next-education.org/de/ projekte/ai-comp/ Grafik „Zwölf Kompetenzfelder im AIComp-Modell“ von NextEducation unter CC BY-NC-ND, https://next-education.org/downloads/AIComp_Part_2_Kompetenzmodell_final.pdf, S. 26 Künstliche Intelligenz https://next-education.org/de/projekte/ai-comp/ https://next-education.org/de/projekte/ai-comp/ https://next-education.org/downloads/AIComp_Part_2_Kompetenzmodell_final.pdf 10 11 © d ea gr ee z/ A do be St oc k - Der neue Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz Auswirkungen der KI-Verordnung auf den Bildungsbereich I m Juli 2024 wurde die EU-Verordnung über Künstliche Intelligenz verabschiedet. Sie ist das weltweit erste umfassende Regel werk für die Entwicklung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Besonders strenge Vorgaben gelten für KI-Systeme, die in sensiblen Bereichen zum Einsatz kommen. Dazu zählt auch die allgemeine und berufliche Bildung. Sollen KI-Systeme künftig in Lehr- und Lernprozesse integriert werden, müssen eine Vielzahl rechtlicher, technischer und organisatorischer Anforderungen umgesetzt werden. 10 11 Bildung für Europa | Dezember 2025 Entwicklerinnen und Entwickler von KI-An wendungen sowie Bildungseinrichtungen sollten sich daher frühzeitig mit den neuen Vorgaben vertraut machen. - Schlüsselelemente des neuen Rechtsrahmens Die KI-Verordnung schafft EU-weit einheit liche Regeln für den Umgang mit Künst licher Intelligenz. KI soll sicher und ver trauenswürdig sein sowie im Einklang mit europäischen Werten und Grundrechten entwickelt und verwendet werden. Die Ver ordnung basiert auf einem risikobasierten Ansatz. Dieser stellt sicher, dass nicht alle KI-Systeme gleichermaßen reguliert wer den, sondern dass sich Art und Umfang der Vorgaben am jeweiligen Risiko orientieren. Besonders schädliche oder missbräuchliche Praktiken sind gänzlich verboten. Hierzu gehören etwa Systeme zur Verhaltensmani pulation oder zur Bewertung von Personen anhand sozialer Merkmale (Social Scoring). - - - - - - Weniger offensichtlich, aber ebenso verbo ten ist der Einsatz von KI-Systemen, die in Bildungseinrichtungen zur Ableitung emo tionaler Zustände genutzt werden, etwa durch die Analyse von Mimik, Stimme oder Körpersprache. Auch wenn der Einsatz sol cher Systeme technisch möglich und in eini gen Fällen pädagogisch geboten erscheinen mag, ist Vorsicht geboten. Bildungsein richtungen, Träger und Anbieter digitaler Lernsysteme sollten daher KI-gestützten Emotionserkennungssystemen besondere Zurückhaltung üben und im Zweifel darauf verzichten. - - - - - Hochrisikofälle in der allgemeinen und beruflichen Bildung Der Kern der KI-Verordnung liegt in der Re gulierung sogenannter Hochrisiko-KI-Sys teme. Diese sind nicht verboten, werden jedoch mit einem erhöhten Gefährdungs potenzial in Verbindung gebracht. Sie dür fen daher nur in Verkehr gebracht oder eingesetzt werden, wenn strenge Anforde rungen an Qualität, Sicherheit und Transpa renz erfüllt werden. - - - - - - Als hochriskant gelten unter anderem KI-Anwendungen, wenn sie in besonders grundrechtssensiblen Bereichen wie der Justiz oder im Beschäftigungskontext ein gesetzt werden. Erfasst sind jedoch auch - KI-Systeme im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung. Konkret betrifft dies Anwendungen, die über den Zugang zu Bildungseinrichtungen entscheiden, Lernergebnisse bewerten, Kompetenzen feststellen oder zur Prüfungsüberwachung eingesetzt werden. Der Gesetzgeber sieht in diesen Fällen ein besonders hohes Risi ko, da fehlerhafte, unausgewogene oder intransparente KI-Entscheidungen Bildungs biografien beeinträchtigen und die weite ren Berufs- und Lebenswege der betrof fenen Personen nachhaltig beeinträchtigen können, etwa indem sie den Zugang zu be stimmten Ausbildungs- oder Karrierewegen ungerechtfertigt erschweren oder zukünf tige Leistungsbewertungen verzerren. - - - - - - Aus diesem Grund gelten hohe Anforde rungen an die Entwicklung, den Betrieb und die laufende Kontrolle von Hochrisi ko-KI-Systemen. Anbieter solcher Systeme, also Unternehmen oder Institutionen, die eine KI entwickeln oder unter eigenem Namen in Verkehr bringen, müssen unter anderem ein Risikomanagementsystem einführen, die Qualität von Trainings- und Testdaten sicherstellen, eine technische Dokumentation und Gebrauchsanleitung bereitstellen sowie ein Konformitätsbewer tungsverfahren durchlaufen. Auch Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen, etwa Berufs schulen, Kammern oder Weiterbildungs träger, haben eigenständige Pflichten. Sie müssen sicherstellen, dass das System nur im vorgesehenen Rahmen genutzt wird, qualifiziertes Personal die Aufsicht über nimmt und die Nutzung überwacht wird. Treten Probleme oder Vorfälle auf, sind die se zu dokumentieren und zu melden. - - - - - - - Da mit der Einstufung als Hochrisi ko-KI-System weitreichende Anforderungen und Pflichten verbunden sind, sieht die KI-Verordnung in bestimmten Fällen eine Ausnahme vor. Nach Art. 6 Abs. 3 KI-VO entfällt die Hochrisikoeinstufung, wenn von dem System kein erhebliches Risiko für die betroffenen Personen ausgeht. Diese Aus nahme greift insbesondere dann, wenn die KI keine eigenständigen Entscheidungen trifft, sondern lediglich unterstützend wirkt, etwa bei der Datenvorverarbeitung oder der Vorbereitung menschlicher Bewer tungen. Je geringer der Einfluss der KI auf die zutreffende Entscheidung und je stärker die Kontrolle durch den Menschen, desto - - - eher kann die Ausnahme Anwendung fin den. Die Ausnahmeregelung trägt damit dem risikobasierten Ansatz der Verordnung Rechnung und stellt sicher, dass nur solche Systeme als hochriskant eingestuft werden, die tatsächlich ein relevantes Risiko für Bil dungschancen und Teilhabe begründen. - - Horizontale Pflichten: Transparenz und KI-Kompetenzen Neben den besonderen Vorschriften für Hochrisiko-KI-Systeme enthält die KI-Ver ordnung auch grundlegende Pflichten, die für alle KI-Anwendungen gelten. Sie sollen Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ei nen verantwortungsvollen Umgang mit KI gewährleisten, unabhängig von der Risiko klassifizierung des Systems. - - - Eine zentrale Anforderung betrifft die Trans parenz gegenüber Nutzenden. Sie sollen er kennen können, ob sie mit einem KI-System interagieren oder ob Inhalte künstlich er zeugt wurden. Dies gilt insbesondere für Anwendungen, die unmittelbar mit Men schen interagieren, etwa als Chatbot oder Lernassistent. Geht aus dem Kontext nicht ohne Weiteres hervor, dass es sich um ein KI-System handelt, müssen Nutzende über den KI-Einsatz informiert werden. Gleiches gilt, wenn eine KI zur Emotionserkennung oder biometrischen Kategorisierung einge setzt wird. Auch in diesen Fällen ist ein kla rer Hinweis erforderlich. - - - - - - Neben diesen Transparenzvorgaben wurde als weitere horizontale Pflicht die Sicher stellung von KI-Kompetenz eingeführt, um einen sachgerechten und verantwortungs vollen Einsatz von KI-Systemen zu gewähr leisten. Wer KI-Systeme entwickelt, betreibt oder einsetzt, muss sicherstellen, dass die beteiligten Personen über angemessene Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Er forderlich sind kontextspezifische Kompe tenzen, um Funktionsweise, Grenzen und Risiken des jeweiligen Systems nachvoll ziehen und einschätzen zu können. Sollen KI-Systeme im Bildungsbereich eingesetzt werden, ist daher sicherzustellen, dass alle beteiligten Personen (etwa Lehr-, Fach- oder IT-Personal) die Funktionsweise der Systeme verstehen, deren Ergebnisse einordnen und mögliche Fehlfunktionen erkennen können. - - - - - - Künstliche Intelligenz 12 13 Ausblick Die KI-Verordnung bildet künftig den zentra len Bezugsrahmen für die Entwicklung und den Einsatz von KI in der Europäischen Union. Aufgrund ihres breiten Anwendungsbereichs erfordert ihre Umsetzung in vielen Bereichen neue Routinen und Verantwortlichkeiten. Da bei dürfen die neuen Vorgaben nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen mit be stehenden Regelungsbereichen, insbesondere dem Datenschutzrecht, in Einklang gebracht werden. Gerade im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung wird deutlich, dass der Einsatz von KI zunehmend nicht nur tech nische und pädagogische, sondern auch recht liche Fragen aufwirft. Einige Vorgaben, wie das Verbot bestimmter Systeme und die Sicher stellung von KI-Kompetenz, gelten bereits seit dem 2. Februar 2025. Ab dem 2. August 2026 treten zudem die Anforderungen für Hochri siko-KI-Systeme in Kraft, die insbesondere für Anwendungen zur Bewertung von Lernergeb - - - - - - - - nissen, zur Kompetenzfeststellung oder zur Prüfungsüberwachung von Bedeutung sind. Der verbleibende Zeitraum sollte genutzt wer den, um rechtzeitig geeignete Strukturen und Kompetenzen aufzubauen, Zuständigkeiten zu definieren und Verfahren zu entwickeln, die ei nen sicheren und rechtskonformen Einsatz von KI-Systemen ermöglichen. - - https://eur-lex.europa.eu/legal-content/ DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202401689 KI-Grundlagenschulung zum AI-Act für das Ausbildungs-und Prüfungspersonal: https://leando.de - Der risikobasierte Ansatz in der KI-Verordnung Künstliche Intelligenz Inakzeptables Risiko z.B. Social Scoring, Manipulation von Personen Verbote KI-Systeme mit einem inakzeptablen Risiko, die im Wi derspruch zu den Werten der EU und den Grundrechten stehen, z.B. Emotionserkennungssysteme in Bildungs einrichtungen. - - Für alle KI-Systeme: KI-Kompetenz Für bestimmte KI-Systeme: Transparenz Hohes Risiko z.B. Sicherheitsrelevante Komponenten von Produkten, Kritische Infrastrukturen, Bildung, Beschäftigung, Justiz Erlaubt unter strengen Auflagen KI-Systeme, die als Produkt oder Produktbestandteil sicherheitsreguliert sind oder die in einem besonders sensiblen Bereich eingesetzt werden sollen. Diese Hochrisiko-KI-Systeme unterliegen verbindlichen Anforderungen und müssen besonders sicher und vertrauenswürdig sein. Hochrisiko-KI in der beruflichen Bildung • Zugang, Zulassung und Zuweisung zu Bildungsreinrichtungen • Bewertung von Lernergebnissen • Bewertung des angemessenen Bildungsniveaus • Überwachung während Prüfungen Kein oder minimales Risiko z.B. Spamfilter, Videospiele Erlaubt ohne Einschränkungen KI-Systeme mit minimalem oder keinem Risiko unterliegen keinen regu latorischen Vorgaben durch die KI-Verordnung. - SEBASTIAN STRAUB Rechtsanwalt und seit 2018 wissenschaftlicher Berater bei der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH mit Schwer punkt Technologie- und Datenrecht. © p riv at https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202401689 https://leando.de 12 13 Bildung für Europa | Dezember 2025 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Erasmus+ meets KI in Essen Impulse für Ausbildung in Informatik, Elektronik und Robotik © F EH Am Heinrich-Nixdorf-Berufskolleg (HNBK) in Essen zeigt sich, wie Auslandsaufenthalte im Rahmen von Erasmus+ die Ausbildung in In formatik, Elektronik und Robotik bereichern. Immer mehr Inhalte greifen direkt auf Anwen dungen von Künstlicher Intelligenz (KI) zu und machen sie für Lernende praxisnah erfahrbar. Frankreich-Projekt: KI in autonomen Systemen Besonders eindrücklich ist das Traineepro gramm mit dem Lycée Louis Armand in Frankreich. Hier entwickelten binationale Teams autonome Rover, also ferngesteuerte Fahrzeuge, sowie 3- und 4-Achsen-Roboter arme mit Kameras und Greifsystemen. Neben KI-basierten Steuerungselementen spielten auch Algorithmen, Vernetzung und Kreativität eine Rolle. Diese Praxisphasen führten dazu, dass Lernende ohne Programmier- oder Kon struktionskenntnisse bereits nach kurzer Zeit eigenständig komplexe Aufgaben im inter nationalen Kontext lösen konnten. Hürden in Sprache und Kommunikation wurden Schritt für Schritt abgebaut. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den französischen Partnern erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor. Während das HNBK seine Expertise in Elektronik und Pro grammierung einbringt, hat das französische Lycée Stärken in Konstruktion, Design und Ro botik. Gegenseitiges Lernen und ein offener Austausch über neue Ideen und Technologien ließen so Projekte wie den Rover stetig wach sen. Aus den EU-Erfahrungen entstand sogar eine neue Lernumgebung, die nun in beide Schulsysteme einfließt. Intelligente Häuser in Norwegen Auch in Norwegen konnten Auszubildende ihr Wissen praktisch vertiefen. Gemeinsam mit norwegischen Lernenden entwickelten sie ein Smart-Home-Modell mit Solartechnik, Sensoren, Zugangskontrolle und Vernetzung durch das Internet (Internet of Things, IOT). Besonders wertvoll waren die gemeinsame Installation und Anpassung des IOT-Brokers zur Überwachung und Steuerung des Hauses, bei der die Teams eigenständig Probleme ana lysierten und Lösungen erarbeiteten. Durch die Präsentation ihrer Ergebnisse auf Englisch wuchsen die Jugendlichen in ihrer Selbststän digkeit – fachlich wie sprachlich. Mehrfache Besuche norwegischer Schüle rinnen und Schüler sowie von Lehrkräften am HNBK führten darüber hinaus zu ge meinsamen Projekten im Bereich Robotik, Cyber Security und Europäischer Installati onsbus (KNX). Ergänzt wurde dies durch Job- Shadowings, bei denen Lehrkräfte neue Me thoden und Ansätze kennenlernten. Erasmus+ als Motor der Schulent wicklung Seit der Erasmus+-Akkreditierung ist Interna tionalität am HNBK selbstverständlich. Aus landsaufenthalte in Frankreich, Norwegen, Irland und Spanien gehören zum Schulalltag, genauso wie die Aufnahme internationaler Lernender, die an Projekten teilnehmen oder Kurse besuchen. Das EU-Team ist deutlich ge wachsen, die Projektergebnisse fließen direkt in den Unterricht ein – von neuen Methoden und Lehrmaterialien bis zu Projekten, die so wohl für die Auszubildenden in der dualen Berufsausbildung als auch für das Berufliche Gymnasium und die Höhere Berufsfachschule Anwendung finden. KI wird am Heinrich-Nix dorf-Berufskolleg nicht theoretisch im Klas senzimmer behandelt, sondern konsequent handlungsorientiert umgesetzt. PROJEKTINFO Projekttitel: Mit dem HNBK unterwegs in Europa Projektnummer: 2023-1-DE02-KA121-VET-000118936 Laufzeit: 01.06.2023 - 31.05.2025 Beteiligte Länder: FR, NO Koordinator: OStR Dr. Jörg Dixkens Kontakt: j.dixkens@hnbk.de Website: https://hnbk.de/index.php/europa/ Künstliche Intelligenz mailto:j.dixkens@hnbk.de https://hnbk.de/index.php/europa/ 14 15 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Europäisches SALTO Digital Resource Centre Auftrag: Förderung der digitalen Bildung europaweit Künstliche Intelligenz S ALTO Digital unterstützt die digitale Transformation von Bildung und Ju gendarbeit europaweit, indem es eine breite Palette an praxisnahen Mate rialien, Werkzeugen, Berichten und Publikationen bereitstellt, die auf un terschiedliche Zielgruppen wie Natio nale Agenturen, politische Entschei dungsträgerinnen und -träger sowie Erasmus+-Projektträger zugeschnitten sind. Es stellt zudem Beispiele guter Praxis aus den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps vor, die digitale Dimensionen umsetzen. Digitale Transformation Projekte, die im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps (ESK) ge fördert werden, können eine wichtige Rolle bei der Entwicklung individueller und institutionel ler digitaler Bereitschaft sowie von Kapazitäten und Kompetenzen spielen. Sie können somit dazu beitragen, allen Menschen die gleichen Chancen auf ein erfolgreiches Leben, Arbeit und aktive Bürgerschaft zu bieten. Die besondere Bedeutung der digitalen Trans formation in Bildung und Ausbildung liegt dar in, dass sie systemische Veränderungsprozesse anstößt. Der gezielte Einsatz digitaler Techno logien, Künstlicher Intelligenz (KI) und ande rer neuer Technologien kann neue Lern- und Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen, den Zugang zu Informationen verbessern und mo derne pädagogische Ansätze fördern, um die Qualität von Lehre und Lernen in formalen wie auch nicht-formalen Kontexten zu steigern. Europäisches SALTO Digital Resource Centre Das SALTO Digital Resource Centre unterstützt die Umsetzung der digitalen Transformation als übergreifende Priorität in den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Das Zentrum fungiert als Drehscheibe zwischen Politik und Praxis mit dem Ziel, die Qualität der digitalen Bildung und Jugendarbeit kontinuier lich zu steigern. SALTO Digital arbeitet in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung, Hochschulbildung, Erwachse nenbildung und Jugend und kooperiert eng mit 54 Nationalen Agenturen in 33 Ländern. Zu den Schwerpunkten von SALTO Digital zäh len der Aufbau eines starken digitalen Ökosys tems für Bildung, Ausbildung und Jugendar beit, die Förderung digitaler Kompetenzen, die Unterstützung digitaler und virtueller Zusam menarbeit sowie der virtuelle Austausch inner halb der EU-Programme. SALTO Digital trägt zur Umsetzung der digitalen Querschnittsprio rität bei und konzentriert sich unter anderem auf digitale Kompetenzen, Künstliche Intelli genz (KI), MINKT (Mathematik, Informatik, Na turwissenschaften, Kunst und Technik) sowie die Digitalisierung von Schulen und Bildungs einrichtungen durch europäische Initiativen. Werkzeuge, Materialien und Rah menwerke zur Unterstützung der digitalen Transformation Europäische Rahmenwerke, wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg zusammen mit dem Digital Education Action Plan, können als Leitfäden für die Identifizierung von Bedar fen, Zielen und Aktivitäten bei der Projektge staltung dienen. Diese Rahmenwerke schaffen einen gemeinsamen europäischen Bezugsrah men, der es ermöglicht, institutionelle Initiati ven in einen breiteren politischen und strategi schen Kontext einzubetten. Sie bieten zudem strukturierte Instrumente zur Unterstützung von Aktivitäten im Bereich Kapazitätsaufbau digitaler Kompetenzen und institutioneller Selbstevaluierung, beispielsweise durch den Einsatz von SELFIE-Tools. Darüber hinaus för dern die Rahmenwerke die Reflexion über Projektaktivitäten und bieten Mechanismen 14 15 Bildung für Europa | Dezember 2025 zur Bewertung ihrer Wirkung auf die digitale Transformation in Bildungs- und Ausbildungs einrichtungen. - Um die digitale Transformation in Bildung, Ausbildung und Jugendarbeit voranzubringen, fördert SALTO Digital EU-Initiativen und entwi ckelt sowie verbreitet eine Vielzahl praxisnaher Ressourcen zu Themen wie MINKT, KI, Desin formation, digitales Wohlbefinden und digitale Kompetenz – und bringt bestehende Inhalte an einem leicht zugänglichen Ort zusammen. Die nachstehend genannten Formate stehen auf der Website von SALTO Digital zur Verfügung. - - > Themenkarten Themenkarten verdichten komplexe digitale Themen zu prägnanten und ansprechenden Zusammenfassungen und behandeln Bereiche wie Künstliche Intelligenz, digitale Pädagogik, MINKT, Computational Thinking und die Twin Transition (grüne und digitale Transformation). Sie sind darauf ausgelegt, Lehrkräfte, Ausbil dende und Projektverantwortliche dabei zu unterstützen, ein klares Verständnis neuer digi taler Konzepte zu entwickeln und diese in der Praxis anzuwenden. - - SALTO Digital Theme Card: Artificial Intelligence (AI) > One-Pager One-Pager oder einseitige Publikationen bieten klare und umsetzbare Handlungs empfehlungen zu zentralen digitalen The men. Dazu gehören gute Praktiken in der digitalen Transformation, das SELFIE-Tool, Strategien zur Bekämpfung von Desinfor mation und zur Förderung digitaler Kompe tenz, das DigComp-Rahmenwerk, der Digital Education Action Plan und der Europäische Digital Education Hub. Diese Ressourcen bie ten praktische Einblicke, wie europäische Rah menwerke und Strategien in institutionelle und projektbasierte Aktivitäten integriert werden können. - - - - - - SALTO Digital Onepager: How to make use of DigComp in your projects > Beispiele guter Praxis Die Sammlung von Beispielen guter Praxis prä sentiert herausragende Fälle digitaler Transfor mation aus Erasmus+- und ESK-Projekten. Die se Beispiele verdeutlichen innovative Ansätze und wirksame Umsetzungen und bieten Lehr kräften sowie Ausbildenden praktische Model le und Inspiration für die Weiterentwicklung der digitalen Transformation in ihren eigenen Initiativen. - - - - - Inspiring Good Practices on Implementing the Digital priority in Erasmus+.... > Werkzeuge und Lernressourcen SALTO Digital stellt eine Vielzahl von Lernres sourcen bereit, die darauf abzielen, digitale Kompetenzen und Wissen in allen Bereichen zu stärken. So unterstützt beispielsweise das Online-Modul zu digitalen Kompetenzen Lehrkräfte und Projektverantwortliche dabei, die Qualität und Wirkung von Erasmus+- und ESK-Projekten zu steigern. Darüber hinaus wer den KI-bezogene Lerninhalte angeboten, um kritische Reflexion und einen informierten Dia log über die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Bildung anzuregen. - - - Die genannten Materialien und weitere nützli che Ressourcen zur digitalen Transformation in der Bildung finden Sie unter: - https://saltodigital.eu PASI SILANDER leitet das European SALTO Digital Resource Centre, das bei der finnischen Nationalen Agentur angesiedelt ist. Künstliche Intelligenz © p riv at https://saltodigital.eu 16 17 Künstliche Intelligenz Ausgewählte Facts zur Stimmung in der Gesellschaft - D er D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, die von Kantar durchgeführt und vom Bundesministeri um für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird. Seit 2013 bietet der D21-Digital-Index ein jährliches Lage bild zur Digitalisierung der Gesellschaft in Deutschland. Einer der Schwerpunkte der Publikation 2024/2025 war das Thema „Künstliche Intelligenz“. Wir präsen tieren hier eine Auswahl von Infografiken aus diesem Studienbereich und eine kurze Einordnung der NA beim BIBB. Den kompletten D21-Digital-Index 2024/25 finden Sie unter: - - - https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital- index/2024-25 Zunehmende Akzeptanz KI-Anwendungen erfreuen sich zunehmender Akzeptanz. Eine Mehrheit sieht Vorteile, wie z.B. die Abnahme monoto ner Tätigkeiten. Dabei kommt KI sowohl im Alltag als auch in der Arbeitswelt zum Einsatz. Unterschiede in der Akzeptanz und Anwendungshäufigkeit gibt es nach Bildungsniveau und Tätigkeit. Spitzenreiter bei der Nutzung sind Schüler/ -innen, also die jüngere Generation, die in einem digitalen Umfeld heranwächst. Aber auch Menschen mit Bürojob nutzen KI-Anwendungen regelmäßig (mindestens einmal pro Monat). Es fällt auf, dass KI vorwiegend als Suchmaschine genutzt wird. Die Fähigkeit, KI-generierte Inhalte kritisch zu hinterfragen, ist angesichts dieser Tatsache von zentraler Bedeutung. - - - KI als Bedrohung oder Erleichterung Wahrnehmung von KI als Bedro hung oder Erleichterung nach Tätigkeiten Das könnte Sie auch interessieren https://job-futuromat.iab.de/ Auf dieser Seite des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsfor schung können Sie testen, wie digitale Technologien Ihren Job verändern. Sie können u.a. gezielt nach Berufsfeldern suchen. https://welten.ki.nrw Das Tool der Kompetenzplattform Künstliche Intelligenz NRW zeigt, wo und in welcher Form Künstliche Intelligenz in den Umgebungen „Unternehmen“, „Zuhause“ und „Kranken haus“ zum Einsatz kommen kann. https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index/2024-25 https://job-futuromat.iab.de/ https://welten.ki.nrw 16 17 Bildung für Europa | Dezember 2025 KI-Nutzung: Motivation und Hürden Nutzung von KI-Anwendungen nach Häufigkeit Nutzung von KI-Anwendungen nach Häufigkeit in verschiedenen Gruppen Top-Anwendungsfälle von KI Wo steht Deutschland im europäischen Vergleich? Gefragt wurde, welche von drei möglichen modernen Technologien Unternehmen – wenn überhaupt – bis heute eingeführt hätten. In Deutschland gaben 15 Prozent der Befragten an, Künstliche Intelligenz, z.B. maschinelles Lernen oder große Sprachmodelle (Large Language Models) einge führt zu haben. EU-weit waren es 14 Prozent. - https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3359 https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3359 18 19 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Mit KI in die Bildung von morgen Volkshochschule profitiert von Austausch © P ro je kt fo to Die Volkshochschule und Musikschu le Bingen am Rhein e.V. (vhs Bingen), gegründet 1946, ist mit jährlich über 79.000 Unterrichtseinheiten die dritt größte Erwachsenenbildungseinrich tung in Rheinland-Pfalz. Mit Lernenden aus 99 Ländern und internationalem Personal ist die vhs Bingen eine inter national ausgerichtete Institution. Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „Zukunfts orientierte Weiterbildung - vhs Bingen 2030. Mobilität und Netzwerk im europäischen Raum“ führte die vhs gezielt Aktivitäten zum Thema Künstliche Intelligenz durch. Sieben Mitarbeitende der vhs nahmen an Kursen und Schulungen in Rijeka, Kroatien, teil, die sich auf den Einsatz von KI im Unterricht und in der Verwaltung konzentrierten. Diese Workshops führten in verschiedene KI-An wendungen ein. Die Teilnehmenden erlernten den effizienten Einsatz von Prompting und erprobten die Anwendungen in praktischen Übungen zur Erstellung von Lernmaterialien und zur Prozessoptimierung. Auch ethische Fragen und der Datenschutz im Umgang mit KI wurden diskutiert. Neues KI-Wissen zur Unterrichtsge staltung genutzt Zurück in der vhs Bingen wird das erworbene Wissen über KI-Tools intensiv zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien, zur Förderung der Interaktion zwischen den Lernenden und zur Zeitersparnis in der Unterrichtsvorbereitung eingesetzt. Auch das Projekt „Lernraum 2.0“ der vhs Bin gen profitiert von den Erasmus+-Mobilitätsak tivitäten. Der „Lernraum 2.0“ ist ein kosten loses, offenes Angebot, das allen Menschen aus Herkunftsländern außerhalb der EU offen steht, die neben dem Besuch eines Deutsch kurses weitere individuelle Unterstützung beim Deutschlernen suchen. Eine Dozentin, die bei der Erasmus+-Aktivität in Rijeka dabei war, unterstützt jetzt andere Mitarbeitende des Lernraums bei der Arbeit mit KI. KI wird hier sowohl zur Arbeitserleichterung als auch bei der Arbeit mit den Lernenden eingesetzt. Der „Lernraum 2.0“ zeigt anschaulich, dass Erasmus+ zu einer internen Kapazitätsent wicklung der Volkshochschule beiträgt. Gesamte Einrichtung öffnet sich gegenüber KI Doch nicht nur der Unterricht, sondern auch die Verwaltung der vhs Bingen profitiert von Erasmus+. So widmet sich ein Erasmus+-Teil nehmer in seiner Masterarbeit dem Thema KI und begleitet andere Verwaltungsmitarbei tende, die KI in ihre Arbeit integrieren möch ten. Die Volkshochschule plant im Sinne der europäischen KI-Verordnung zudem KI-Schu lungen für Verwaltungspersonal und Lehrkräf te, um den verantwortungsvollen Umgang mit KI zu gewährleisten und die Medienkom petenz zu stärken. Auch das Kursangebot der vhs hat sich verän dert. Inzwischen wird ein KI-Kurs für Lernende angeboten. Eine Reihe in Leichter Sprache für Anfänger/-innen wird zurzeit geplant. Die vhs Bingen ist sich bewusst: Die Fähigkeit, digitale Tools und KI effektiv zu nutzen, ist entscheidend, um flexible Bildungsangebote zu schaffen, innovative Lernumgebungen zur Förderung sozialer Inklusion zu gestalten und langfristige europäische Kooperationen auf zubauen. PROJEKTINFO Projekttitel: Zukunftsorientierte Weiterbildung - vhs Bingen 2030. Mobilität und Netzwerk im europäischen Raum Projektnummer: 2023-1-DE02-KA122-ADU-000140516 Laufzeit: 01.06.2023 – 30.11.2024 Beteiligte Länder: HR, ES, IT Koordinator: Maria José Lafuente López-Seiter Kontakt: seiter@vhs-bingen.de Website: https://www.vhs-bingen.de/ Künstliche Intelligenz mailto:seiter@vhs-bingen.de https://www.vhs-bingen.de/ 18 19 Bildung für Europa | Dezember 2025 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Career Intelligence Entwicklung eines KI-basierten Lernassistenten für die berufliche Bildung Künstliche Intelligenz © P ro je kt fo to Welche Unterstützung bei der Berufs orientierung gibt es? KI, wie virtuelle Lernassistenten und intel ligente Empfehlungssysteme können dabei helfen, individuelle Stärken sichtbar zu ma chen sowie Entscheidungsprozesse zu för dern. Das Erasmus+-Projekt „Career Intelli gence“ setzt genau hier an. Ziel des Projekts war die Entwicklung eines neuen Lernkon zepts, das etablierte Best-Practice-Projekte mit KI-gestützten Innovationen verbindet. Von der Idee zur Praxis: Weiterent wicklung der digitalen Lernplattform Dabei ging es im Kern um die Weiterent wicklung der in sieben EU-Ländern erprobten digitalen Lernplattform „Karriere 4.0“. Die se wurde durch vier KI-gestützte Module (Empfehlungs-, Qualitätssicherungs-, Unter stützungs- und Prozessoptimierungsmodul) erweitert. Die Nutzung der Plattform lässt sich am besten als eine persönliche Entwicklungs reise verstehen: Die Jugendlichen stehen zu nächst vor der Frage, wohin die Reise gehen soll. Anschließend planen sie, wie sie ihr Ziel erreichen können. Zuletzt geht es um die Um setzung. Auf ihrer Reise werden die Jugend lichen nicht alleine gelassen. Ein besonders wertvolles Projektergebnis ist der virtuelle Lern assistent „Botty“, der ihnen als Ko-Mentor zur Seite steht. Ausgestattet mit interaktiven, jugendgerechten Dialogen in sechs Sprachen, der Erstellung eines persönlichen Entwick lungsplans und der Formulierung individueller SMART-Ziele gibt „Botty“ folgende personali sierte Lernempfehlungen: (1) Unterstützung der Gestaltung indivi dueller Lernprojekte durch die Empfeh lung passender Lern-Sprints; (2) Entdecken von Beschäftigungstrends durch 13 Videos, Dialoge und ein Assess ment, um persönliche Top- und Flop-Me gatrends zu identifizieren. Parallel dazu wurden sieben Selbstlernmodule (einschließlich Lernvideos) für das Mentoring entwickelt, die Themen wie Chatsbots, Big Data, KI-Akzeptanz, reflexive Handlungskom petenz, Entrepreneurship, Cybersicherheit, berufliche Bildung im Kontext der Digitalisie rung abdecken. Die Mentorinnen und Men toren sind beispielsweise qualifizierte Fach- und Führungskräfte, Wirtschaftssenioren und/ oder Experten, die die Jugendlichen beratend unterstützen. Stakeholder unterstützen den Ansatz Das Feedback zur Weiterentwicklung der Lernplattform fällt positiv aus. So betont bei spielsweise Galina Mihneva, Hauptgeschäfts führerin der Industrie- und Handelskammer in Gabrovo (Bulgarien): „Junge Menschen brauchen heute mehr als nur Informationen, sie brauchen Orientierung. Career Intelligence bietet genau das: eine Plattform, die interak tiv, persönlich und praxisnah begleitet.“ Das Projekt zeigt, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann, um Lernprozesse zu individua lisieren und Jugendliche auf dem Weg in die Berufswelt zu unterstützen. „Career Intelli gence“ trägt dazu bei, die Zukunftsfähigkeit der beruflichen Bildung zu sichern und Ju gendliche im digitalen Zeitalter zu stärken – ein Baustein für eine moderne, vernetzte und chancengerechte Bildungslandschaft in Europa. PROJEKTINFO Projekttitel: Career Intelligence Projektnummer: 2021-2-DE02-KA220-VET-000050347 Laufzeit: 2022 – 2024 Beteiligte Länder: DE, HU, BG, EL, FI Koordinator: Ruhr-Universität Bochum, Institut für Arbeitswissenschaft Kontakt: Prof. Dr. Martin Kröll martin.kroell@ruhr-uni-bochum.de Website: https://career-intelligence.eu/ E+PRP: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2021-2-DE02- KA220-VET-000050347 https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2021-2-DE02-KA220-VET-000050347 mailto:martin.kroell@ruhr-uni-bochum.de https://career-intelligence.eu/ 20 21 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: KI in der Erwachsenenbildung Einsatzpotenziale mit Fokus auf Sprachenlernen © P ro je kt fo to Künstliche Intelligenz (KI) spielt im Bildungsbereich eine immer größere Rolle. Sie eröffnet neue Chancen für fle xible und individuelle Lernprozesse. Vor diesem Hintergrund wurde das Eras mus+-Projekt „Artificial Intelligence in Adult Education and Self-Learning“ (AI in ADU) ins Leben gerufen. „AI in ADU“ bringt Partnereinrichtungen aus sechs Ländern zusammen, um die Potenziale von KI in der Erwachsenenbildung – mit be sonderem Fokus auf Sprachenlernen – zu un tersuchen. Ziel der Kooperationspartnerschaft ist es, die Bedürfnisse von Lehrenden und Ler nenden besser zu verstehen und praxisnahe Materialien zu entwickeln, die zeigen, wie KI-gestützte Lösungen sinnvoll ausgewählt und eingesetzt werden können. Projektergebnisse zeigen: KI kann Lernen bereichern Bereits in der ersten Projektphase konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden: Eine umfangreiche Literaturrecherche be leuchtete Chancen, Herausforderungen und Beispiele guter Praxis rund um den Einsatz von KI in der Erwachsenenbildung. Darauf folgte eine Online-Umfrage unter Erwachsenenbild nerinnen und -bildnern sowie Selbstlernenden aus sechs Ländern. Die Teilnehmenden be richteten, wie sie KI-Tools nutzen – etwa zur Recherche, Inhaltserstellung oder für Sprach übungen. Viele sehen klare Vorteile: höhere Produktivität, bessere Lernergebnisse und individuellere Lernwege. Gleichzeitig wurden auch kritische Aspekte genannt, darunter Bedenken zu Datenschutz, ethischen Fragen und einem übermäßigen Technologieeinsatz. Zusätzlich führten die Partner Fokusgrup pen-Interviews durch. Die Ergebnisse zeigen: KI kann Lernen bereichern, wenn sie bewusst eingesetzt wird. Besonders wichtig sind dabei digitale Kompetenzen, kritisches Denken und eine ausgewogene Kombination aus klas sischen Methoden und neuen Technologien. Darüber hinaus analysierte das Projektteam KI-Lernplattformen und zeichnete Podcasts mit Expertinnen und Experten auf. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entstanden praxisorientierte Leitfäden für Lehrkräfte und Selbstlernende. Ergänzend wurden interaktive Inhalte entwickelt, die dabei helfen, KI-ge stütztes Lernen im Alltag gezielt auszuprobie ren. Die Pilotphase dieser Materialien ist für November 2025 geplant. Wirkung und Ausblick Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen: KI hat Potenzial für die Erwachsenenbildung – vor allem für das selbstgesteuerte Sprachen lernen. Sie kann Motivation, Lernfortschritt und Selbstorganisation stärken. Gleichzeitig ist ein reflektierter Einsatz entscheidend, der ethische Fragen, Datenschutz und pädago gische Anforderungen berücksichtigt. Inso fern trägt „AI in ADU“ dazu bei, die digitale Transformation in der Erwachsenenbildung aktiv mitzugestalten. Mit praxisnahen Leitfä den und interaktiven Materialien bietet das Projekt Orientierung für Lehrende und Ler nende – und zeigt, wie KI verantwortungsvoll, inklusiv und gewinnbringend in Bildungspro zesse integriert werden kann. PROJEKTINFO Projekttitel: Artificial Intelligence in Adult Education and Self-Learning: Providing personalized and adaptive learning experiences with emphasis on language learning Projektnummer: 2023-1-DE02-KA220-ADU-000155302 Laufzeit: 12/2023 – 05/2026 Beteiligte Länder: CY, CZ, IT, PL, TR Koordinator: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Kontakt: ai-erasmusplus@zww.uni-mainz.de Website: https://aiineducation.eu/ E+PRP: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2023-1-DE02- KA220-ADU-000155302 Künstliche Intelligenz https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2023-1-DE02-KA220-ADU-000155302 mailto:ai-erasmusplus@zww.uni-mainz.de https://aiineducation.eu/ 20 21 Bildung für Europa | Dezember 2025 KI in der Grundbildung Ein Gespräch mit einem Dozenten beim Bayerischen Volkshochschulverband W ie kann Erwachsenenbildung gestaltet wer den, dass Lernende aktiv am ökologischen und digitalen Wandel teilhaben? Die Natio nale Koordinierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung (NKS Agenda Erwachsenenbildung) setzt seit 2024 u.a. ei nen Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI). Sie kooperiert dazu eng mit dem Bayerischen Volkshochschulverband e.V. (bvv), der um fangreiche Erfahrung zum Thema einbringt. Bei einer gemeinsamen virtuellen Konferenz im Juli 2024 wurden rechtliche, ethische und praktische Aspekte des KI-Einsatzes in der Erwachsenenbildung beleuchtet. Chan cen und Herausforderungen – insbesondere für die Grundbildung – standen im Fokus. Vorgestellt wurden verschiedene Projekte, darunter der digitale Baukasten für Grund bildungsangebote. Dieser richtet sich an Lehrende und Lernende in der Grundbil dung (Alpha+) und will Letztere gleichzeitig zur digitalen Teilhabe befähigen. - - - - - - - Die Agenda hat Sascha Dowidat, Dozent für Alphabetisierung, Grundbildung und Künst liche Intelligenz beim bvv, befragt: - Wie hat sich der KI-Einsatz in der Grund bildung seit unserer gemeinsamen Kon ferenz im Juli 2024 entwickelt? - - Das Thema und die Tools haben sich rasant weiterentwickelt. Ging es vor zwölf Mo naten hauptsächlich noch um LLMs (Large Language Models) wie ChatGPT und Text erstellung, sprechen wir heute über KI-ge stützte Tutoring-Systeme, KI als interaktiven Gesprächspartner sowie kreative Audio-, Bild- und Video-Erstellung. Diese Themen wandern natürlich in die Praxis. Allerdings warne ich immer vor der sogenannten Tool ification: Es braucht nicht immer ein neues, tolles Tool, sondern in erster Linie eine gute - - - - Methodik und Didaktik, die durch KI sinnvoll ergänzt werden sollte, um einer immer he terogeneren Teilnehmerschaft passgenauen Unterricht zu ermöglichen. Arbeitsblätter lassen sich heute nicht mehr einfach nur skalieren, sondern mit Agenten interaktiv gestalten und mit Hinweisen in verschie denen Sprachen versehen. Bilder dienen zur besseren Visualisierung schwieriger Themen, und gemeinsam mit Teilnehmenden erstellte Songs bringen Bildung auf schwungvolle Weise ins Ohr. Ein echter Mehrwert! - - Welche Tools haben sich in der Grund bildungspraxis durchgesetzt? - Im Bereich der LLMs liefern sich ChatGPT und Googles Gemini ein enges Rennen. Vor allem im Bereich der Bild- und Videoerstel lung hat Gemini aktuell klar die Nase vorn. Doch auch für den Bildungsbereich liefern beide Modelle dank interner „Study-Modes“ mittlerweile gute Möglichkeiten für Teilneh mende, ohne dass KI sofort die Lösung vor gibt. Fobizz und das dazugehörige To-Teach. ai sowie auch Teachino bieten insbesondere Lehrenden einen guten Einstieg in das The ma KI. - - - - Wie gelingt es, alle Akteure mitzuneh men – und welche Rolle spielt der di gitale Baukasten für Grundbildungsan gebote? - - - Die Bedarfe der einzelnen Gruppen sind sehr unterschiedlich, bedingen sich aber gegen seitig. In der Verwaltung spielen rechtliche Bedingungen eine wichtige Rolle, für Leh rende sind es konkrete Anwendungsfälle von KI, und Lernende beschäftigen sich mit Zugangsbarrieren, etwa wenn das passende Endgerät oder das nötige Datenvolumen fehlt. Ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Beteiligten ist deshalb zwingend not wendig. Bei der Anwendung des Digitalen Baukastens wird beispielsweise immer wie der deutlich, dass Lehrende mit dem neuen Werkzeug, das ihnen zur Verfügung steht, anfangs wenig anzufangen wissen. Dafür braucht es konkrete Schulungsangebote, - - - - die aufzeigen, wie man KI als Lerncoach ein setzt oder in wenigen Minuten individuelle Hörverständnis-Aufgaben erstellt. - Welche nächsten Schritte plant der bvv und wie wird dabei Erasmus+ genutzt? Der bvv nutzt Erasmus+-Seminare zum Thema KI, um Lehrkräften und Planungs personal den Anschluss an die rasanten Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Da rüber hinaus empfängt der bvv regelmäßig Kolleginnen und Kollegen aus anderen eu ropäischen Ländern und nutzt die Gelegen heit, insbesondere KI im Kontext der entwi ckelten Fortbildungen im Programm des bvv für den Transfer bekannt zu machen. - - - - - KI in der Erwachsenenbildung bleibt auch wei terhin ein zentrales Thema der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung. - Agenda Erwachsenenbildung: www.na-bibb.de/agenda- erwachsenenbildung SASCHA DOWIDAT Dozent für Alphabetisierung, Grundbildung und Künstliche In telligenz beim Bayerischen Volkhochschulverband e.V. - Künstliche Intelligenz © p riv at http://www.na-bibb.de/agenda-erwachsenenbildung 22 23 Erasmus+ - - - - - - - - © J ak ob Lu nd /A do be St oc k Erasmus+-Antragsrunde 2025 Rekordergebnisse bei Auslandsaufenthalten, Partnerschaften etwa auf Vorjahresniveau D ieser Beitrag gibt den Informations stand vom 31.10.2025 wieder. Die Förderentscheidungen für die zwei te Antragsrunde in der Leitaktion 1 (Mobilität) Erwachsenenbildung und für die Akkreditierung (beide mit An tragsfrist 01.10.2025) lagen zu die sem Zeitpunkt noch nicht vor. Berufsbildung Mobilität 2025 war mit 972 Projektanträgen, davon 845 im Rahmen einer Akkreditierung, die Nachfra ge nach Fördermitteln für die Mobilität in der Berufsbildung (Leitaktion 1) ungebrochen. Dies belegt auch die Zahl der beantragten Teilneh menden, die mit über 61.000 Personen 15 Prozent höher lag als im bis dahin stärksten Antragsjahr 2024. Auch die Kurzzeitprojekte stellen mit 127 Anträgen einen neuen Rekord auf, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass die Anzahl der Neuakkreditierungen im Jahr 2024 auf 100 begrenzt war und einige Einrichtungen ihre Pläne auf ein Kurzzeitprojekt umstellen mussten. Bewilligt wurden letzt lich mehr als 60.000 Teilnehmende (48.149 Lernende, 11.902 Bildungspersonal) in 122 Kurzzeit- und 836 akkreditierten Projekten und damit 30 Prozent mehr Personen als im Vorjahr. Insgesamt beläuft sich die Bewilligungssumme in der Leitaktion 1 für die Berufsbildung auf 132 Millionen Euro. Nach wie vor ist die beliebteste Aktivitätsart bei den Lernenden die Kurzzeitmobilität mit 36.407 bewilligten Teilnehmenden (76 Prozent aller bewilligten Aktivitäten für Lernende). Beim Personal sind weiterhin das Job-Shadowing (60 Prozent der bewilligten Personal-Aktivitäten) und die Teilnahme an Kursen und Schulungen (35 Prozent der bewilligten Personal-Aktivitä 22 23 Bildung für Europa | Dezember 2025 Erasmus+ ten) mit zusammen 11.312 bewilligten Teilneh menden am gefragtesten. Die im Vorjahr neu hinzugekommene Aktivitätsart der Gruppen mobilität für Lernende erfreut sich ebenfalls weiterhin steigender Nachfrage. Während die bewilligten Teilnehmenden dieser Aktivitätsart 2024 noch einen Anteil von 14 Prozent an allen bewilligten Lernenden-Aktivitäten hatte, wurde 2025 bereits ein Anteil von 21 Prozent erreicht. - - Berufsbildung Partnerschaften In der Leitaktion 2 (Partnerschaften für Zu sammenarbeit) wurden 2025 insgesamt 211 Projektanträge im Bereich der Berufsbildung eingereicht. Diese verteilen sich auf 133 Koope rationspartnerschaften und 78 kleinere Partner schaften, wobei ein Gesamtbudget von 45,16 Millionen Euro beantragt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Anträge leicht ge sunken. Dies ist möglicherweise auf die Umstel lung auf eine Antragsrunde pro Jahr zurückzu führen, während es in den Jahren zuvor jeweils zwei Antragsrunden gab. - - - - - - Angesichts des begrenzten Budgets konnten schließlich 78 Projekte mit einem Gesamtför dervolumen von 13,45 Millionen Euro bewilligt werden. Diese setzen sich aus 34 Koopera tionspartnerschaften und 44 kleineren Partner schaften zusammen, an denen insgesamt über 300 Organisationen aus ganz Europa beteiligt sind. Die bewilligten Fördersummen verteilen sich auf 16 Projekte mit jeweils 400.000 Euro, 18 Projekte mit 250.000 Euro, 41 Projekte mit 60.000 Euro und drei Projekte mit 30.000 Euro. Wie auch in den vergangenen Jahren wur den die Förderbeträge von 30.000 Euro und 120.000 Euro nur selten beantragt. - - - - Inhaltlich liegen die Schwerpunkte der Projekte unverändert auf den gleichen Themen wie im Vorjahr. Die beiden am häufigsten gewählten Prioritäten sind „Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an den Bedarf des Ar beitsmarkts“ und „Beitrag zur Innovation in der Berufsbildung“. Danach folgen die horizontalen Prioritäten „Bewältigung des digitalen Wandels durch Aufbau von digitaler Bereitschaft, Wider standsfähigkeit und Kapazität“ sowie „Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels“. - - Die Förderquote liegt insgesamt bei rund 37 Prozent, was bedeutet, dass etwa ein Drittel der eingereichten Anträge erfolgreich waren. Dabei variiert die Quote je nach Partnerschaftstyp: Bei den Kooperationspartnerschaften beträgt sie etwa 25 Prozent, während bei den kleineren Partnerschaften rund 56 Prozent der Anträge bewilligt wurden. Erwachsenenbildung Mobilität In der Leitaktion 1 (Mobilität) der Erwachsenen bildung konnte in der ersten Antragsrunde 2025 bereits ein neuer Rekord erzielt werden: Zum ers ten Mal wurden 100 Projekte bewilligt. 76 dieser Projekte kommen von akkreditierten Einrichtun gen, 24 sind Kurzzeitprojekte. Von den 24 Ein richtungen, die Ende 2024 neu akkreditiert wur den, haben alle direkt Mittel für ein erstes Projekt beantragt und sind aktiv geworden. - - - - - Bereits ohne die zweite Antragsrunde über steigt die Anzahl der geförderten Personen die Zahlen des Vorjahres bei Weitem: Es konnten bislang insgesamt 4.879 Auslandsaufenthal te bewilligt werden – im Jahr davor waren es 3.100. Von den geförderten Personen entfallen 3.088 Auslandsaufenthalte auf das Personal von Erwachsenenbildungseinrichtungen. Die beliebtesten Aktivitäten für Personal bleiben weiterhin Kurse und Schulungen (1.520 Perso nen), dicht gefolgt von Job-Shadowings (1.346 Personen). Besonders erfreulich ist der starke Anstieg bei den Lernendenmobilitäten: Bereits ohne die zweite Antragsrunde konnten 1.791 Lernende gefördert werden – das sind über 1.000 Personen mehr als im Jahr zuvor. Davon entfallen 1.068 Lernende auf Gruppenmobili täten, 693 auf Kurzzeitmobilitäten und 30 auf Langzeitmobilitäten. - - - - Der positive Trend bei den Auslands aufenthalten in der Erwachsenenbil dung setzt sich also weiterhin fort. Die Antragsfrist der zweiten Antrags runde endete am 1. Oktober 2025. Erstmals wurde 2025 die Hälfte der verfügbaren Mittel im Bereich Erwach senenbildung beantragt. Dies ist eine erfreuliche Feststellung. Andererseits bedeutet dies aber auch, dass das För derpotenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Es bleibt spannend, welche Höhen die Erwachsenenbildung im weiteren Verlauf noch erreichen wird. - - - - - Erwachsenenbildung Partnerschaften Die nachfolgende Zusammenfassung gibt den Stand nach dem Auswahlausschuss Anfang September 2025 wieder, da sich in der Ver tragsschließungsphase noch Veränderungen ergeben können. - In den Partnerschaften der Erwachsenenbil dung gingen zur Antragsrunde im März insge samt 304 Anträge ein, die sich auf die beiden Aktionstypen folgendermaßen verteilen: 162 Anträge bei den Kooperationspartnerschaften und 142 Anträge bei den kleineren Partner schaften. Damit blieb die Zahl der Kooperati onspartnerschaften im Vergleich zum Vorjahr auf einem hohen Niveau weitgehend konstant. Bei den kleineren Partnerschaften stieg die Zahl zwar in dieser Antragsrunde nochmals an und erreichte eine neue Rekordmarke; aber da durch, dass ab 2025 die zweite Antragsrunde nicht mehr durchgeführt wird, fiel die Gesamt zahl im Vergleich zum Vorjahr geringer aus. - - - - - - Ähnlich wie im Vorjahr musste aufgrund der zahlreichen Anträge der Bewertungszeitraum verlängert werden, so dass die Förderentschei dung erst Ende August getroffen werden konn te. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget konnten 44 kleinere Partnerschaften mit einem Budget von 2,6 Millionen Euro bewilligt wer den, so dass sich hier eine Förderquote von circa 30 Prozent ergibt. Bei den Kooperations partnerschaften wurde das ursprünglich zur Verfügung stehende Budget durch Restmittel aus anderen Förderaktionen fast verdoppelt, so dass 42 Projekte mit einem Volumen von 12,2 Millionen Euro bewilligt wurden. Das entspricht einer Förderquote von circa 25 Prozent und ist sehr erfreulich, da mit dem ursprünglichen Bud get nur die Hälfte der Projekte hätte bewilligt werden können. - - - - - Auffällig in dieser Antragsrunde war, dass mehr als ein Drittel der bewilligten Einrichtungen kei ne ausreichende finanzielle Leistungsfähigkeit nachweisen konnte. So müssen diese Projekte mit einer verringerten Vorauszahlung zurecht kommen, was für eine vollständige Umsetzung des jeweiligen Projekts herausfordernd sein kann. - - Inhaltlich wurde, ähnlich wie im Vorjahr, bei den bewilligten Projekten am häufigsten die Priorität „Inklusion und Vielfalt“ vor „Verbesse rung der Kompetenzen von Bildungspersonal“ und „Gemeinsame Werte“ in den Fokus ge nommen. - - Die Bewilligungslisten können auf der NA-Website eingesehen werden. 24 25 Programmvorschlag Erasmus+ 2028-2034 Starkes Programm mit knappem Budget - - - - - - - - - - - - - - - - Erasmus+ © C ag ka n/ A do be St oc k N och bevor sich Brüssel in die Sommer pause verabschiedete, präsentierte die Europäische Kommission zwei zentrale Dokumente für die Zukunft von Eras mus+: den Entwurf für den EU-Haushalt 2028-2034 und den neuen Programm vorschlag. Ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist, ist eine Frage der Betrachtung. In knapper Form kann man festhalten, dass es ein aus gewogener Programmvorschlag ist, für den aber nicht das erforderliche Budget zur Verfü gung steht, um die damit verbundenen Ziele zu erreichen. Das vorgeschlagene Budget Die Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, hat einen Mittelfristigen Finanzrahmen 2028-2034 von rund zwei Billiarden Euro vor geschlagen. Das sind rund 60 Prozent mehr als im aktuellen siebenjährigen Haushalt. Be gründet wird dies mit den besonderen geo politischen und wirtschaftlichen Herausfor derungen. Einige Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, haben die Gesamtsum me bereits in Frage gestellt. Bei allen Über legungen zur Verteilung des Geldes muss derzeit also berücksichtigt werden, dass die vorgeschlagenen Einzelbudgets nicht sicher sind. In den jetzt begonnenen Verhand lungen wird noch umgeschichtet und ver mutlich auch gekürzt werden. Das für Erasmus+ vorgeschlagene Budget beläuft sich auf 40,8 Milliarden Euro. Die EU-Kommission nennt das bezogen auf die laufende Programmgeneration eine Steige rung von 50 Prozent. Arithmetisch ist das nicht falsch, da das aktuelle Budget 26,4 Milliarden Euro beträgt. Der wissenschaft liche Dienst des EU-Parlaments errechnet jedoch ein Plus von lediglich rund 30 Pro zent. Er kommt zu diesem Ergebnis, da er 24 25 Bildung für Europa | Dezember 2025 berücksichtigt, dass die Inflation in den letzten Jahren erheblich war und zudem das bisher eigenständige „Europäische So lidaritätskorps“ in das Programm integriert werden soll. Eine weitere Beobachtung lässt aufmerken. Der Anteil des Programms Eras mus+ am laufenden Haushalt der EU beträgt rund 2,5 Prozent. Dieser Anteil wird aber den Vorschlägen nach zukünftig sinken. Der Ge samthaushalt soll viel stärker wachsen als das Budget des neuen Programms. Damit würde der Anteil des Erasmus+-Programms am Ge samthaushalt auf rund 2 Prozent sinken. Das ist angesichts der politisch häufig betonten Bedeutung von Bildung und des Programms überraschend. - - - - In der aktuellen Laufzeit des Erasmus+-Pro gramms (2021-2027) stehen rund doppelt so viele Mittel zur Verfügung wie in der Pro grammgeneration zuvor. Angesichts der po litischen Lage war zu erwarten, dass sich ein solches Wachstum nicht fortsetzen wird. Das starke Wachstum des laufenden Programms wird nun aber zur Herausforderung. Standen 2021 europaweit rund drei Milliarden Euro für Erasmus+ zur Verfügung, so werden es 2027 voraussichtlich rund sechs Milliarden Euro sein. Viele sehen darin die Messlatte für die Zukunft – das neue Programm ab 2028 sollte mindestens dieses Niveau halten. Die ses Wunschziel ist aber nach gemeinsamen Berechnungen vom Deutschen Akademi schen Austauschdienst (DAAD) und der Na tionalen Agentur beim BIBB nicht erreicht. Hierfür müssten knapp 44 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, es fehlen folglich der zeit drei Milliarden Euro. - - - - - - - Das vorgeschlagene Programm Wer den Programmvorschlag liest, ist zu nächst möglicherweise verwundert, wie wenig Konkretes drinsteht. Die Verordnung des Programms ist ein Gesetzestext, der nur das Notwendige regelt, wichtige Fragen der Umsetzung werden in nachgelagerten Doku menten festgelegt, wie beispielsweise in den jährlichen Programmleitfäden. - - Positiv ist festzuhalten, dass die bewährte grundsätzliche Architektur des Programms fortgeführt und modernisiert werden soll. Die bisherigen Leitaktionen werden nun Säulen genannt und davon soll es dann nur noch zwei geben. Die erste Säule für Lernmobilität und die zweite für Kapazitätsaufbau („capacity building“). Bezogen auf die Bildungsbereiche finden sich in beiden Säulen alle von den Na tionalen Agenturen umgesetzten Aktivitäten wieder, die derzeit in den drei Leitaktionen - gefördert werden. Es geht also nichts verloren. Dabei gibt es eine erfreuliche Entwicklung für die Sektoren Berufsbildung, Erwachse nenbildung und allgemeine Schulbildung. Die bisher zentral in Brüssel verwalteten Jean Monnet-Mittel sollen zukünftig im Rahmen der Mobilitätsprojekte beantragt werden können. Die Mittel werden bereitgestellt, um spezifische Aktivitäten zu finanzieren, die das Lernen über die Europäische Union fördern. Das wäre eine deutliche Vereinfachung, mit der das Wissen über die EU und die Iden tifikation mit den Werten der EU besonders unterstützt würde. - - Vier Aspekte des Programmvorschlags müs sen kritisch bewertet werden. Zum einen fehlen Regelungen, wie das Budget auf die Bereiche des Programms aufgeteilt werden wird. Für das Vertrauen der teilnehmenden Einrichtungen ist es aber wichtig, eine Plan barkeit zu haben, wie sich die finanzielle Ausstattung „ihres“ Sektors in den sieben Jahren des Programms entwickeln wird. Ein zweiter kritischer Punkt ist die veränderte De finition der Erwachsenenbildung. Sie ist im Vorschlag aufgeweicht und lässt sich kaum von der beruflichen Weiterbildung abgren zen. Diese wäre damit im Ergebnis in beiden Bildungssektoren antragsberechtigt. Für ein Förderprogramm ist es aber essentiell, dass eindeutig geregelt ist, wer die Zielgruppen der Programmbereiche sind. Des Weiteren fehlt weiterhin die Ankündigung, „EPALE für die Berufsbildung“ einzuführen. Eine Online-Plattform für die Vernetzung und den Austausch gibt es seit langem für die Er wachsenenbildung und auch für allgemein bildende Schulen, nicht aber für die Berufs ausbildung. Zudem ist festzuhalten, dass die Formulierung zur IT-Struktur des Programms irritiert. Der Start des laufenden Programms war von massiven IT-Schwierigkeiten ge prägt, die bis weit in das laufende Programm hineinreichen und zum Teil immer noch fort bestehen. In dieser Situation wäre es selbst für einen Gesetzestext angemessen, nicht nur aufzuführen, dass eine IT-Struktur zur Verfügung gestellt wird, sondern dass die se ergänzt wird mit Kriterien wie integrierte Architektur, pünktlicher Bereitstellung, sta biler Performance und nutzerfreundlichem Zugang. - - - - - - - - - - - Was nicht in den Dokumenten steht Wie das neue Erasmus+-Programm ab 2028 aussehen wird, ist damit nur in Grundzügen zu erkennen. Auch zentrale Aspekte wie die Horizontalen Prioritäten oder die Akkreditie rung findet man in den Vorschlägen nicht. - Sie stehen aber auch nicht in der Verordnung des laufenden Programms, daher kann auch in diesen Punkten von Kontinuität ausgegan gen werden. Auf der Themenseite „Zukunft von Erasmus+“ der NA-Website ist der Pro zess beschrieben, in dem nun das neue Pro gramm zwischen Europäischer Kommission, Parlament und Rat verhandelt wird. Auch die zentralen Dokumente des Prozesses sind dort veröffentlicht. - - - Abschließend lässt sich festhalten: Der Pro grammvorschlag für die Erasmus+ Generati on 2028-2034 ist inhaltlich auf einem guten Weg. Das derzeit vorgesehene Budget wird jedoch bei Weitem nicht ausreichen, um die ambitionierten politischen Ziele umzusetzen, die die Mitgliedstaaten beispielsweise in der Ratsschlussfolgerung „Europa in Bewegung“ auf Vorschlag der EU-Kommission beschlos sen haben. - - - Weiterführende und jeweils aktuelle Infos zur Programmgeneration 2028-2034 Erasmus+ www.na-bibb.de/erasmus2028 Ratsschlussfolgerung „Europa in Bewegung“ https://data.consilium.europa.eu/doc/ document/ST-9804-2024-INIT/de/pdf Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-9804-2024-INIT/de/pdf http://www.na-bibb.de/erasmus2028 26 27Erasmus+ - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - European Innovative Teaching Award 2025 Zwei deutsche Projekte aus der Erwachsenen bildung ausgezeichnet - E uropa lebt davon, dass Menschen sich begegnen, voneinander lernen und ge meinsam gestalten. Damit das gelingt, braucht es Bildungsprojekte, die Brücken schlagen – über Ländergrenzen hinweg, aber auch zwischen Generationen, Le benswelten und Sprachen. Der European Innovative Teaching Award (EITA) macht genau solche Initiativen sichtbar. Der EITA will Mut machen, Neues auszu probieren. Die Europäische Kommission zeichnet seit 2021 in mehreren Katego rien – in 2025 erstmalig in der Kategorie Erwachsenenbildung – Projekte aus, die kreative Lösungen für aktuelle Herausfor derungen finden. Ergänzend dazu wurde 2025 ebenfalls das bisher eigenständige European Language Label (ELL) in den EITA integriert. Es wird an Projekte vergeben, die innovative Wege zur Sprachförderung gehen. Dabei geht es nicht nur um klassische Fremdsprachen, sondern auch um sprachliche Teilhabe. Sprache öffnet Türen zu Bildung, Mitbe stimmung und Partizipation am gesell schaftlichen Leben. Die diesjährige Ausgabe des EITA steht unter dem Thema „Citizenship education – participation in democratic life, common values and civic engagement“. Im Mittel punkt steht damit die Frage, wie Bildung Bürgerinnen und Bürger zu aktiver Mitge staltung befähigt und demokratische Teil habe erfahrbar macht. Aus Deutschland werden in diesem Jahr zwei Projekte ausge zeichnet, die dieses Thema auf sehr unter schiedliche Weise, aber jeweils mit hoher Strahlkraft aufgreifen: das Projekt „SPACE – Seniors Perceive A Common Europe“, das den EITA in der Kategorie Erwachse nenbildung erhielt und das Projekt „Politi cal Education and Empowerment for Deaf Citizens“, das mit dem European Language Label (ELL) geehrt wurde. Ein ganzheitliches Konzept für die Zukunft Ausstellung "Europa durch die Augen von Senioren" im Projekt "SPACE" © V H S C ha m Kategorie Adult Education: Senioren entdecken Europa neu Ältere Erwachsene sind im europäischen Bildungsprogramm bislang selten im Fo kus. Das Projekt „SPACE – Seniors Perceive A Common Europe“, koordiniert von der Volkshochschule im Landkreis Cham, hat genau das verändert. Über 150 Seniorinnen und Senioren aus fünf europäischen Län dern nahmen teil. Ziel war es, ältere Men schen nicht als passive Lernende, sondern als aktive Gestalterinnen und Gestalter von Bildungsprozessen zu verstehen. Gemein sam mit Pädagoginnen und Pädagogen entwickelten sie neue Lernformate, die an ihren Lebenswelten anknüpfen und die Lust auf Europa machen. Das Projekt griff dabei auf den LifeComp zurück, das EU-Kompetenzmodell für Le benskompetenzen. In Workshops und Begegnungen setzten sich die Teilneh menden mit Themen wie europäische Iden tität, Nachhaltigkeit und kulturellem Erbe auseinander. Sie erstellten digitale Aus stellungen, dokumentierten ihre Geschich ten und entwickelten sogenannte „Digital Trails“, die eigene Biografien mit europä ischer Zeitgeschichte verbinden. Besonders eindrücklich war ein Besuch an der ehema ligen innerdeutschen Grenze, wo Geschich te nicht abstrakt vermittelt, sondern in per sönlicher Begegnung erfahrbar wurde. Die Wirkung war spürbar: Viele Teilneh mende gaben an, ihr Bild von Europa habe sich gewandelt. Aus Skepsis wurde Neugier, aus Distanz Verbundenheit. Das Projekt hat nicht nur Kompetenzen im digitalen und interkulturellen Bereich gestärkt, sondern auch ein neues Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt. Eine Teilnehmerin fasste es so zusammen: „Wir sind stolz auf das, was wir geschaffen haben – und nutzen es weiter, auch nach Ende des Projekts.“ 26 27 Bildung für Europa | Dezember 2025 Erasmus+ - Bemerkenswert ist auch die Rolle der Lehr kräfte: Sie entwickelten Materialien nicht allein, sondern gemeinsam mit den Teilneh menden. Dieses Lernen auf Augenhöhe wirkte motivierend und zeigte, dass Inno vation auch darin besteht, vertraute Rollen zu hinterfragen. Die Ergebnisse sind nach haltig: Die digitale Plattform und über 100 regionale Ausstellungen bleiben auch nach Projektende verfügbar, werden weiter ge nutzt und inspirieren andere Bildungsein richtungen. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Kick-off-Veranstaltung des Projekts "Political Education and Empowerment for Deaf Citizens" © N ET G ES T e. V. Kategorie European Language Label: Politische Bildung in Gebärdensprache Das Projekt „Political Education and Empo werment for Deaf Citizens“, getragen vom Netzwerk Gebärdensprache, Erwachse nenbildung und soziale Teilhabe e.V. (NET GEST), richtet den Fokus auf eine andere Gruppe: gehörlose Erwachsene. Ihr Zugang zu Bildung und politischer Information ist häufig von Barrieren geprägt. Klassische Angebote werden, wenn überhaupt, „zu gänglich gemacht“, indem Dolmetschende hinzugezogen werden – die Inhalte gehen aber nicht selten an der Lebensrealität vor bei. Das Projekt von NETGEST setzte hier an und veränderte die Perspektive: Politische Bildung wurde direkt in den jeweiligen nati onalen Gebärdensprachen der fünf Partner entwickelt, gestaltet und vermittelt – von gehörlosen Expertinnen und Experten für ihre Community. Rudi Sailer, Vorsitzender des Netzwerkes der Gehörlosen-Stadt verbände e.V. © N ET G ES T e. V. Das Besondere daran ist die vollständige sprachliche Barrierefreiheit. Statt Inhalte nachträglich zu übersetzen, entstanden Lernmaterialien unmittelbar in Gebärden sprache. Die Inhalte sind praxisnah: Videos greifen aktuelle politische und gesellschaft liche Themen auf, erklären sie in Gebärden sprache und stellen Bezüge zum Alltag der Community her. Ergänzend entwickelte das Projekt ein Fachvokabular in Gebärdenspra che, das politische Begriffe und Zusammen hänge erschließt, die zuvor sprachlich nicht verfügbar waren. Messenger-Dienste und Online-Plattformen dienten als Lernorte, die für Gehörlose leicht zugänglich sind. So wird politische Bildung nicht nur vermit telt, sondern in der Sprache der Community verankert. Das ist Empowerment im besten Sinne: Gehörlose Erwachsene gewinnen Zugang zu Debatten, können mitreden und eigene Standpunkte entwickeln. Auch im Hinblick auf das Jahresthema des EITA ist der Beitrag unübersehbar: Das Projekt er öffnet neue Räume demokratischer Teilha be und macht sichtbar, dass eine inklusive Gesellschaft nur dann gelingt, wenn alle Menschen mitsprechen können. Die Wirkung war unmittelbar. Viele Teilneh mende berichteten, dass sie zum ersten Mal politische Inhalte in einer Form erhielten, die für sie verständlich, relevant und inspi rierend war. Durch die digitale Verbreitung wurde zudem eine enorme Reichweite er zielt – weit über die direkte Projektgruppe hinaus. Damit setzt das Projekt Maßstäbe für inklusive Erwachsenenbildung und be weist, dass sprachliche Vielfalt nicht als Hürde, sondern als Ressource begriffen werden kann. Bildung stärkt Europa – auf vielfältige Weise Die beiden deutschen Preisträger des EITA 2025 machen deutlich, was europäische Bildungsarbeit bewirken kann. Sie öffnen Räume für Menschen, die bisher kaum im Fokus standen: ältere Erwachsene und ge hörlose Bürgerinnen und Bürger. Beide Pro jekte zeigen, wie wichtig es ist, Barrieren abzubauen, Menschen ernst zu nehmen und Bildung als gemeinsamen Gestaltungs raum zu verstehen. Europa wird hier nicht abstrakt verhandelt, sondern konkret erlebt. Ob digitale Ausstel lungen von Seniorinnen und Senioren oder politische Bildungs-Videos in Gebärden sprache: Beide Projekte machen sichtbar, dass Europa eine Sache von allen ist. Der European Innovative Teaching Award 2025 verdeutlicht, dass europäische Pro jekte nicht nur Konzepte hervorbringen, sondern konkrete Veränderungen im Leben von Menschen. Und genau darin liegt ihre eigentliche Kraft. www.vhs-cham.de www.net-gest.de DR. CHRISTINE BERTRAM Leiterin des Teams „Erwachse nenbildung: Erasmus+ Koopera tionsprojekte, EPALE“ in der NA beim BIBB bertram@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.vhs-cham.de http://www.net-gest.de mailto:bertram@bibb.de 28 29 Erasmus+ vernetzt Europa Wie Teilnehmende von TCAs profitieren Workshop des TCA "Green Erasmus" in Lüneburg, Mai 2025 Plenum TCA "Green Erasmus" in Lüneburg, Mai 2025 © F ot os tu d io H eu pe l Gruppenarbeit auf dem interna tionalen EuroApprentices-Treffen in Bukarest - -Teilnehmende des bundeswei ten EuroApprentices-Treffen in Heidelberg Teilnehmende in Bukarest mit Motto-Shirt der EuroApprentices © N A b ei m B IB B 28 29 Bildung für Europa | Dezember 2025 Z wischen Juni 2024 und Juni 2025 ha ben 97 Teilnehmende aus Deutschland an externen Trainings- und Koopera tionsaktivitäten (TCAs) im Rahmen von Erasmus+ teilgenommen. Finan ziert durch Erasmus+-Programmmittel reisten sie nach Italien, Frankreich, Spanien und viele weitere Länder mit dem Ziel, neue Impulse, Kontakte und Projektideen für die europäische Bil dungszusammenarbeit zu gewinnen. - - - - Die NA beim BIBB hat die Feedbackbögen der Teilnehmenden systematisch ausge wertet, um einen besseren Einblick zum Mehrwert der Veranstaltungen zu erhalten. Die Bilanz fällt eindeutig aus: 96 Prozent der Befragten bewerten ihre Teilnahme als hilfreich und nützlich. Vor allem der per sönliche Austausch überzeugte. „Persön licher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen – deshalb sind diese Seminare so wertvoll“, bringt es eine Rückmeldung auf den Punkt. Knapp 90 Prozent der Teilnehmenden knüpften neue Kontakte, mehr als die Hälf te konnte durch die Veranstaltung konkrete Partner für künftige Projekte gewinnen. - - - - Fast ein Viertel der TCA-Teilnehmenden kam aus Nordrhein-Westfalen, jeweils gut 16 Prozent aus Baden-Württemberg und Bayern; die übrigen Bundesländer waren deutlich schwächer vertreten. Sektoral do minierte die Berufsbildung mit rund zwei Dritteln, während die Erwachsenenbildung ein Drittel ausmachte. Die Teilnehmenden brachten überwiegend bereits Erasmus+-Er fahrung mit. - - Inhaltlich standen besonders die Prioritäten Inklusion und Vielfalt sowie Partizipation am demokratischen Leben im Mittelpunkt. Auch Themen wie Nachhaltigkeit, Digitali sierung oder Gesundheitsförderung spiel ten eine wichtige Rolle. Deutlich wird: Die thematische Bandbreite der TCAs reicht von Kontaktseminaren für Mobilitätsprojekte über Workshops zur Gestaltung innovativer Lehrkonzepte bis hin zu europäischer Wer tebildung von Auszubildenden. - - - Besonders positiv hervorgehoben wurden praxisnahe Workshops, intensive Networ king-Formate und inspirierende Vorträge. Viele Teilnehmende sprechen von gewinn bringenden Erfahrungen, neuen Perspek tiven und nachhaltigen Impulsen für ihre Arbeit. - - - Als Fazit kann festgehalten werden: TCAs erweisen sich als Motor für internationale Bildungskooperationen. Sie erweitern das Fachwissen, fördern den Dialog zwischen Organisationen und schaffen konkrete Grundlagen für neue Erasmus+-Projekte. Oder, wie es ein Teilnehmender formulierte: „Das Networking war hier so stark wie bei wenigen anderen Erasmus+-Events.“ Vernetzung und Weiterbildung von Erasmus+-Botschafterinnen und -Botschaftern europaweit Neben den oben beschriebenen einzelnen Trainings- und Kooperationsaktivitäten gibt es auch Langfristige Trainings- und Koope rationsaktivitäten, sogenannte LTAs (Long term activities), die aus verschiedenen Trai nings- und Kooperationsaktivitäten (TCAs) bestehen und durch eine langfristige und strategische Zusammenarbeit von Natio nalen Agenturen gesteuert werden. - - - - Im Rahmen der Long-Term Activity (LTA) „EuroApprentices – Erasmus+ Botschaf ter/-innen in der Berufsbildung“ wurde zwischen 2022 und 2024 ein europaweites Netzwerk aufgebaut, das von der NA beim BIBB koordiniert wird und die Programm priorität Teilhabe am demokratischen Le ben adressiert. - - - Im Rahmen der LTA wurden über 300 jun ge Menschen aus elf europäischen Ländern für ihre Rolle als Erasmus+-Botschafte rinnen und -Botschafter (EuroApprentices) in der Berufsbildung geschult, die sich nun als EuroApprentices engagieren. Sie sind ehemalige Erasmus+-Teilnehmende in - - der beruflichen Bildung, die ihre Auslands erfahrungen weitergeben und andere Aus zubildende für Lernaufenthalte im Ausland begeistern. Sie berichten an Schulen, auf Messen, in Podcasts sowie über Social Me dia von ihren persönlichen Erfahrungen und sie klären auf über die Chancen, die ein von Erasmus+ geförderter Auslandsauf enthalt bietet. Kurzum: Die EuroAppren tices begegnen anderen Auszubildenden auf Augenhöhe und beantworten Fragen. Insgesamt fanden von 2022 bis 2024 in den beteiligten Ländern über 32 natio nale Trainings und Netzwerktreffen sowie acht internationale Veranstaltungen statt. Die Trainings boten praxisnahe Weiterbil dungen zu Themen wie Storytelling, Prä sentationstechniken, europäische Werte, Nachhaltigkeit, Social Media oder Medi enkompetenz. Sowohl bei den nationalen als auch bei den internationalen Trainings- und Netzwerktreffen standen nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern auch Teamarbeit, Netzwerken und die Stärkung europäischer Identität im Mittelpunkt. „Der Austausch mit anderen EuroApprentices ist sehr motivierend und gibt viel Inspiration für neue Aktivitäten“, so die Rückmeldung einer Teilnehmerin. - - - - - - - - - Weitere Informationen und einen Film über das europäische EuroApprentices-Netzwerk finden Sie unter - Erasmus+ www.euroapprentices.eu www.na-bibb.de/ vernetzungstreffen KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationali sierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB wilkens@bibb.de JANINA MEYER TCA-Beauftragte der NA beim BIBB meyer@bibb.de © N A b ei m B IB B & p riv at http://www.na-bibb.de/vernetzungstreffen http://www.euroapprentices.eu mailto:meyer@bibb.de mailto:wilkens@bibb.de 30 31 Infosplitter - - - - - Infosplitter Neue Publikationsreihe Um in knapper und übersichtlicher Form über wichtige Entwicklungen oder Themen zu informieren, hat die NA beim BIBB das Format „Factsheet“ ent wickelt. Den Auftakt in diesem Jahr machen Factsheets zum 25-jährigen Jubiläum der NA beim BIBB, zu 25 Jahre Erwachsenenbildung und 10 Jahre EPALE. Die NA beim BIBB hat sich über die Jahre zum Kompetenzzentrum für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung und zur zentralen Ansprechpartne- rin für die europäische Förderung und Vernetzung der Erwachsenenbildung in Deutschland entwickelt. 2008 2007 2000 2010 2012 2013 2015 2017 2024 2025 NA beim BIBB | Fakten zum 25-jährigen Jubiläum | 2000 - 2025 Die Nationale Agentur „Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Dachorganisation für die Verwaltung europäischer Programme in der Berufsbildung eingerichtet. Sie ist zudem zuständig für Sokrates-Grundtvig, dem EU-Förderprogramm in der Erwachsenenbildung. Mit dem Start des Programms für lebenslanges Lernen (PLL) kommt es zu einer Verwaltungsstrukturänderung, die im Kern bis heute gilt: Die Zuständigkeiten für das europäische Bildungsprogramm gliedern sich seitdem nach Bildungsbereichen. Die NA beim BIBB wird alleinige Durchführungsorganisation für die Berufs- und Erwachsenenbildung in Deutschland. Das Nationale Europass Center wird in der NA beim BIBB angesiedelt. Europass als Instrument für Transparenz von Quali- fikationen ermöglicht mit seinem Mobilitätsnachweis die europaweit vergleichbare Dokumentation von Lernerfahrungen im Ausland. Das EU-Studienbesuchsprogramm fördert den Erfahrungsaustausch zwischen Entscheidungsträgern und Verantwortlichen in der Berufsbildung auf europäischer Ebene. Die NA beim BIBB konzipiert und organisiert die Incoming-Besuche (bis 2014). Das BMBF siedelt 2010 die Nationale Koordinierungsstelle ECVET in der NA beim BIBB an (bis 2015). ECVET ist das Europäische Kreditpunktesystem in der beruflichen Bildung und soll die Lernmobilität in Europa unterstützen. Die Nationale Koordinierungsstelle Europäische Agenda für Erwachsenenbildung (NKS Agenda) nimmt im Auftrag der EU-Kommission und des BMBF ihre Arbeit auf. Ihre Kernaufgabe ist es, über die Ziele und Inhalte der Agenda zu infor- mieren und zu einer Vernetzung von europäischen und nationalen Prozessen beizutragen. Die NA beim BIBB wird vom BMBF mit der Durchführung des Deutsch-Israelischen Programms zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung betraut (bis 2020). Das Programm fördert u.a. den Austausch von Auszubildenden sowie Study Tours für Fachkräfte. Die Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) wird in der NA beim BIBB angesiedelt. Ab 2021 wird die Informations- und Beratungsarbeit in den Beratungsservice für Auslandsauf- enthalte überführt und mit neuen Informationsangeboten ausgebaut. Zur europaweiten Vernetzung der Fachkräfte der Erwachsenenbildung und zum Wissensaustausch richtet die EU-Kommis- sion die elektronische Plattform EPALE ein. Die Nationale Koordinierungsstelle wird in der NA beim BIBB angesiedelt. Um internationale Berufskompetenzen durch außereuropäische Auslandsaufenthalte während der Ausbildung zu fördern, startet das BMBF das nationale Förderprogamm AusbildungWeltweit. Mit dem Projektauftrag „Stärkung der Auslandsmobilität“ beauftragt das BMBF die NA beim BIBB weitere Dienstleistun- gen und Unterstützungsmöglichkeiten zur Förderung von Auslandsaufenthalten zu eruieren und Umsetzungsempfehlungen abzuleiten. Die NA beim BIBB ist nicht nur Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ in der Berufs- und Erwachse- nenbildung, sondern verantwortet aus beiden Bildungsbereichen weitere europäische und internationale Projekte. Sie ist geschätzte Partnerin der Bildungspolitik sowie der Bildungspraxis. - Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 ist die NA beim BIBB verantwortlich für die Durchführung europäischer Programme im Bereich der Erwachsenenbildung – angefangen von GRUNDTVIG bis Erasmus+. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung von Auslandsaufenthalten und grenzüberschreitender Kooperation. 25 Jahre Erwachsenenbildung Eine Vision: Austausch und Kooperation in Europa stärken Budgetentwicklung der EU-Programme für Erwachsenenbildung gesamt Beantragte Kooperationsprojekte 2000 / 2001 2025 2000 2025 0,5 Mio. € 68 32 Mio. € 304 Wirkung: Auslandsaufenthalte stärken Men- schen, Kooperationen stärken Organisationen „Wir haben 2023 eine Lernreise mit Teilnehmenden aus der Grundbildung in Schweden organisiert. Noch heute merken wir, wie die Lernenden durch diese Erfahrung gewachsen sind und wie sie immer noch davon profitieren.“ Anke Wigger, Direktorin VHS Husum „Der intensive Fokus auf das Projektthema hat zu einer ver- stärkten Wahrnehmung und einem Haltungswandel bei unseren Kolleginnen und Kollegen geführt. Die Projektergebnisse werden nun dauerhaft in den verschiedenen Organisationen genutzt.“ Katrin Echtermeyer, Wisamar Bildungsgesellschaft gGmbH Teilnehmende (TN) an Auslandsaufent- halten der EU-Programme Personal Lernende 2000 2024* 2021 2024* * Antragsjahr 2025 noch nicht abgeschlossen 61 TN 194 TN 3.088 TN 1.792 TN EPALE wurde 2015 ins Leben gerufen und ist virtueller Treffpunkt für alle, die beruflich mit Erwachsenen- und Weiterbildung zu tun haben: > Lehrkräfte > Projektmitarbeitende > Entscheidungsträger/-innen EPALE | Fakten zum 10-jährigen Jubiläum | 2015 - 2025 EPALE wird im Rahmen des Programms Erasmus+ von der EU-Kommission finanziert. Europaweit arbeiten 37 nationale Koordinierungsstellen zur Unterstützung und Stärkung der Community. EPALE Deutschland ist bei der NA beim BIBB angesiedelt und arbeitet sehr eng mit dem ebenfalls dort verantworteten Programm Erasmus+ Erwachsenenbildung und der Europäischen Agenda für Erwachsenenbildung zusammen. EPALE ist heute Europas größte mehrsprachige offene Online-Community für Erwachsenenbildung und Weiterbildung. EPALE Geteilte Inhalte EPALE gesamt EPALE DEEntwicklung Mitgliederzahl: Mai 2015 Juni 2025 4.484 187 150.615 5.649 Januar bis Juni 2025 > 400 Beiträge bündelt Wissen und Know-how der Erwachsenenbildungs-Community; bietet die Möglichkeit der Vernetzung; erlaubt Mitgliedern, ihre Arbeit sichtbar zu machen; bietet die Möglichkeit, die Erwachsenen- bildung in Europa mitzugestalten. Deutschland Deutschland https://epale.ec.europa.eu/de 5TOP im europäischen Ranking z.B. Blogbeiträge, Veranstaltungshinweise, Fachressourcen www.na-bibb.de/ factsheets -© N A b ei m B IB B Neue Zuständigkeit Ist Ihnen das geänderte Förderlogo auf unserer Website und unseren neuen Publi kationen aufgefallen? Seit dem 1. Novem ber 2025 liegt die Zuständigkeit für die NA beim BIBB beim Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Jahrestagung 2025 Die diesjährige Jahrestagung der NA beim BIBB fand online statt und stand unter dem Motto der Erasmus Days „Live our values, inspire our future“. Am 24. und 25. September 2025 kamen insgesamt über 1.000 Akteurinnen und Akteure der Erasmus+-Community zum virtuellen Aus tausch zusammen. Die Dokumentation mit den Präsentationen finden Sie auf unserer Website: www.na-bibb.de/ veranstaltungsrueckblicke Neue Podcastfolgen Seit 2022 veröffentlicht die NA beim BIBB mehrmals im Jahr einen Podcast zu The men aus ihrem Verantwortungsbereich. So entstand z.B. im Mai 2025 ein Beitrag zur Erinnerungskultur mit der Shoah-Über lebenden Henriette Kretz. Hören Sie im mer die aktuellen Folgen unter https://open.spotify.com/ show/5xFZTD087UqPafS 0qu4sTF?si=TFSo0iFPTkS wy2fA8Yg8vA https://open.spotify.com/show/5xFZTD087UqPafS0qu4sTF?si=TFSo0iFPTkSwy2fA8Yg8vA http://www.na-bibb.de/factsheets http://www.na-bibb.de/veranstaltungsrueckblicke 30 31 Bildung für Europa | Dezember 2025 - - - - - - - - - - - - - - Infosplitter - - - Podcast der EuroApprentices Kennen Sie bereits den Podcast „Eras mus+-Stories – Auslandsaufenthalte während der Ausbildung“, den unsere EuroApprentices in Eigenregie erstellen? Jeden Monat gibt es eine neue Folge, in der die EuroApprentices anderen Azubis zeigen, warum ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung nicht nur eine coole Erfahrung, sondern auch ein echter Karriere-Booster ist. Unbedingt reinhören! Den Podcast findet man z.B. auf Spotify, Podcast.de und Audible. Gutachter/-innen gesucht Für gutachterliche Tätigkeiten im Programm Erasmus+ sucht die NA beim BIBB laufend externe Gutachter/-innen. www.na-bibb.de/gutachterinnen- gesucht Neue Klima-Puzzle-Anleiterinnen Eine Mitarbeiterin der NA beim BIBB und eine VET-Expertin haben in diesem Jahr er folgreich die Schulung zu Anleiterinnen für das Klima Puzzle (Climate Fresk) absolviert. Damit haben wir die Nachhaltigkeitskom petenzen in der NA beim BIBB und für die europäischen Programme um einen weiteren Baustein gestärkt. Videobotschaften Erwachsenenbil dung Welche Erfahrungen haben Erwachse nenbildner/-innen mit Auslandsaufenthal ten gemacht? Im Rahmen der Kampagne “Wenn Austausch Türen öffnet“ haben wir erfahrene Projektnehmer befragt. www.na-bibb.de/wenn-austausch -tueren-oeffnet Inklusion in Erasmus+: NA zeigt hilfreiche Tools Am 30. Januar 2026 führt die NA beim BIBB im Rahmen einer On line-Mittagspause durch einige Hilfsinstrumente des SALTO Ressour cenzentrums für Inklusion und Viel falt in Erasmus+. Die Tools werden europaweit zur Verfügung gestellt, um Projektträger bei der Organisation von inklusiven Erasmus+-Projekten zu unterstützen. Details zur Anmeldung finden Sie unter: www.na-bibb.de/veranstaltungen Deutschland Neues Ressourcen-Kit online In einer globalisierten Welt braucht es Bil dungsräume, die Austausch fördern, Vorur teile abbauen und Zusammenhalt stärken. Das neue EPALE Ressourcen-Kit „Identität und Werte in der Erwachsenenbildung“ zeigt in Blogbeiträgen, Praxisbeispielen und Methoden, welche Werte Erwachsenen bildung prägen – und wie Sie die eigene Bildungsarbeit reflektieren und weiterent wickeln können. Alle Inhalte stehen kosten frei auf EPALE bereit: https://epale.ec.europa.eu/de/blog/ epale-deutschland-ressourcen-kits Stimmen aus der Praxis Zehn EPALE-Botschafter/-innen geben persönliche Einblicke in ihre Arbeit und sprechen über „Identität und Werte in der Erwachsenenbildung“. Die Porträts zeigen, wie vielfältig Engagement auf Europas größter Plattform für Erwach senenbildung sein kann. Mehr über die einzelnen Botschafter/-innen erfah ren Sie per Klick auf die Namen: https://epale.ec.europa.eu/ de/blog/epale-botschafter-stellen- sich-vor Literaturtipp KI Sie erkennen das Potenzial von KI, haben aber gleichzeitig Vorbehalte, weil sie Risiken sehen? Dann sollten Sie sich die kostenlose Publikation „Ethische Leitlinien für Lehr kräfte und die Nutzung von KI und Daten für Lehr- und Lernzwecke“ herunterladen. https://op.europa.eu/de/publication-detail/-/publication/d81a0d54- 5348-11ed-92ed-01aa75ed71a1 Der Frage, wie sich Arbeitsinhalte und berufliche Tätigkeiten sowie Bildungsprozesse durch KI verändern, geht u.a. die BWP-Ausgabe 4/2025 „Innovationen durch KI“ des BIBB nach. www.bwp-zeitschrift.de/4-2025 http://www.na-bibb.de/wenn-austausch-tueren-oeffnet http://www.na-bibb.de/veranstaltungen https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-botschafter-stellen-sich-vor https://www.na-bibb.de/gutachterinnen-gesucht https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-deutschland-ressourcen-kits https://op.europa.eu/de/publication-detail/-/publication/d81a0d54-5348-11ed-92ed-01aa75ed71a1 http://www.bwp-zeitschrift.de/4-2025 Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 LinkedIn: www.linkedin.com/ company/nationale-agentur- bildung-für-europa www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Erasmus+ Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Hochschulbil dung - - 19.02.2026, 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA > nur im Bereich Sport (Personal) 12.02.2026, 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend > nur im Bereich Jugend 12.02.2026 01.10.2026 jeweils 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend - Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Jugend - 29.09.2026, 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Leitaktion 2 Kooperationspartnerschaften > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend, mit Ausnahme der von europäischen NGOs eingereichten Partnerschaften 05.03.2026, 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA > im Bereich Sport 05.03.2026, 17:00 Uhr EACEA EACEA Kleinere Partnerschaften > in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbil dung, Erwachsenenbildung und Jugend 05.03.2026, 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA > im Bereich Sport 05.03.2026, 17:00 Uhr EACEA EACEA Zentren der beruflichen Exzellenz 03.09.2026, 17:00 Uhr EACEA EACEA Innovationsallianzen 10.03.2026, 17:00 Uhr EACEA EACEA Kapazitätsaufbau im Bereich be rufliche Aus- und Weiterbildung 26.03.2026, 17:00 Uhr EACEA EACEA Wichtige Internet-Adressen: Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://education.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu/index_de AusbildungWeltweit: nächste Antragsfrist am 24.02.2026 für Aufenthalte zwischen Juni 2026 und Mai 2027 Die Angaben basieren auf dem aktuellen Informationsstand (12.11.2025). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A12/2025. - http://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa http://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de http://www.eacea.ec.europa.eu/index_de https://education.ec.europa.eu/de Bildung für Europa 41 · Dezember 2025 Impressum Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis Titel & Inhaltsverzeichnis Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Künstliche Intelligenz Lernen, Lehren, Künstliche Intelligenz KI in der Berufsbildung Partnerschaften für Zusammenarbeit Mobilitätsprojekte KI in der Erwachsenenbildung Partnerschaften für Zusammenarbeit Mobilitätsprojekte Fazit und Ausblick Kompetenzmodell AIComp Künstliche Intelligenz erfolgreich in Beruf und Alltag nutzen Der neue Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz Auswirkungen der KI-Verordnung auf den Bildungsbereich Schlüsselelemente des neuen Rechtsrahmens Hochrisikofälle in der allgemeinen und beruflichen Bildung Horizontale Pflichten: Transparenz und KI-Kompetenzen Ausblick Der risikobasierte Ansatz in der KI-Verordnung Good Practice: Erasmus+ meets KI in Essen Impulse für Ausbildung in Informatik, Elektronik und Robotik Frankreich-Projekt: KI in autonomen Systemen Intelligente Häuser in Norwegen Erasmus+ als Motor der Schulentwicklung Projektinfo Europäisches SALTO Digital Resource Centre Auftrag: Förderung der digitalen Bildung europaweit Digitale Transformation Europäisches SALTO Digital Resource Centre Werkzeuge, Materialien und Rahmenwerke zur Unterstützung der digitalen Transformation > Themenkarten > One-Pager > Beispiele guter Praxis > Werkzeuge und Lernressourcen Ausgewählte Facts zur Stimmung in der Gesellschaft Zunehmende Akzeptanz KI als Bedrohung oder Erleichterung Wahrnehmung von KI als Bedrohung oder Erleichterung nach Tätigkeiten Das könnte Sie auch interessieren KI-Nutzung: Motivation und Hürden Nutzung von KI-Anwendungen nach Häufigkeit Nutzung von KI-Anwendungen nach Häufigkeit in verschiedenen Gruppen Top-Anwendungsfälle von KI Wo steht Deutschland im europäischen Vergleich? Good Practice Mit KI in die Bildung von morgen Neues KI-Wissen zur Unterrichtsgestaltung genutzt Gesamte Einrichtung öffnet sich gegenüber KI Projektinfo Career Intelligence Welche Unterstützung bei der Berufsorientierung gibt es? Von der Idee zur Praxis: Weiterentwicklung der digitalen Lernplattform Stakeholder unterstützen den Ansatz Projektinfo KI in der Erwachsenenbildung Projektergebnisse zeigen: KI kann Lernen bereichern Wirkung und Ausblick Projektinfo KI in der Grundbildung Wie hat sich der KI-Einsatz in der Grundbildung seit unserer gemeinsamen Konferenz im Juli 2024 entwickelt? Welche Tools haben sich in der Grundbildungspraxis durchgesetzt? Wie gelingt es, alle Akteure mitzunehmen – und welche Rolle spielt der digitale Baukasten für Grundbildungsangebote? Welche nächsten Schritte plant der bvv und wie wird dabei Erasmus+ genutzt? Erasmus+ Erasmus+-Antragsrunde 2025 Berufsbildung Mobilität Berufsbildung Partnerschaften Erwachsenenbildung Mobilität Erwachsenenbildung Partnerschaften Programmvorschlag Erasmus+ 2028-2034 Das vorgeschlagene Budget Das vorgeschlagene Programm Was nicht in den Dokumenten steht European Innovative Teaching Award 2025 Zwei deutsche Projekte aus der Erwachsenenbildung ausgezeichnet Kategorie Adult Education: Senioren entdecken Europa neu Kategorie : Politische Bildung in Gebärdensprache: Politische Bildung in Gebärdensprache Bildung stärkt Europa – auf vielfältige Weise Erasmus+ vernetzt Europa Wie Teilnehmende von TCAs profitieren Vernetzung und Weiterbildung von Erasmus+-Botschafterinnen und -Botschaftern europaweit Infosplitter Neue Publikationsreihe Neue Zuständigkeit Jahrestagung 2025 Neue Podcastfolgen Podcast der EuroApprentices Gutachter/-innen gesucht Neue Klima-Puzzle-Anleiterinnen Videobotschaften Erwachsenenbildung Inklusion in Erasmus+: NA zeigt hilfreiche Tools EPALE Deutschland Neues Ressourcen-Kit online Stimmen aus der Praxis Literaturtipp KI Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ …

[…] MF 1 Jean Monnet Sport Jugend Hochschulbildung Schulbildung Erwachsenenbildung Berufsbildung Partnerschaften für Zusammen arbeit in der Berufsbildung - www.na-bibb.de Die Chancen europäischer Zusammenarbeit EUROPÄISCHE UNION http://www.na-bibb.de 2 3 D as Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union heißt Erasmus+. Bislang konnten bereits rund 18 Millionen Menschen und zahlreiche Einrichtungen vom Programm profitieren. Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Berufsbildung europäisch! Für den Zeitraum 2021-2027 stehen ins gesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, mehr als jemals zuvor. - Ziel des Programms ist es, europäische Werte zu stärken sowie unsere Gesellschaften inklusiver, grüner und fit für eine digitale Zukunft zu machen. Stärker in den Fokus gerückt sind benachteiligte Menschen: Ihnen soll der Zugang zum Programm erleichtert werden. Verfügung, mehr als jemals zuvor. Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Berufsbildung sind länderübergreifende Projekte von Einrichtungen, die in der Berufsbildung aktiv sind. Damit die Projekte im Einklang mit den Programm zielen stehen, wurden bestimmte Schwerpunkte – die sogenannten Prioritäten – festgelegt. - Um eine Projektförderung erhalten zu können, muss mindestens eine für das Projektvorhaben passende Priorität gewählt werden. Erasmus+ ist offen für kleine und große, erfahrene und unerfahrene Einrichtungen, die im Bereich der Berufsbildung tätig sind. 2 3 Welche Länder sind am Programm beteiligt? EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien, die Türkei und Nordmazedonien sind assoziierte Drittländer und den EU-Mitgliedstaaten gleichwertig. Teilnahme von UK und der Schweiz ab Antragsrunde 2027. Bei den Kooperationspartnerschaften (s. S. 5) ist unter bestimmten Voraussetzungen auch die Beteiligung von Partnern aus nicht mit dem Programm assoziierten Drittländern möglich. 4 5 Welche Projekttypen gibt es? Gefördert werden zwei verschiedene Projekttypen der Partnerschaften für Zusammenarbeit: Kleinere Partnerschaften Der Austausch von Ideen, Methoden und Praktiken sowie die Vernetzung von Organisationen stehen bei diesem Projekttyp im Vordergrund. Die kleineren Partnerschaften erleichtern vor allem kleinen, neuen und weniger erfahrenen Organisationen, aber auch benach teiligten Zielgruppen den Zugang zum Programm Erasmus+. - So tauschen sich zum Beispiel deutsche, rumä nische, finnische, schwedische, lettische und spanische Bildungseinrichtungen zu Methoden zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und erhöhtem Stress während der COVID-19-Pandemie aus und initiieren Qualitätsverbesserungen. - Projektdauer: 6 – 24 Monate Fördersätze: 30.000 Euro 60.000 Euro 4 © A do be St oc k. co m : T om m yS to ck Pr oj ec t 4 5 Kooperationspartnerschaften Bei diesem Projekttyp richtet sich der Fokus neben Austausch und Vernetzung verstärkt auf die Entwicklung von innovativen Bildungsangeboten, -materialien und -methoden. Beispielsweise entwickelt ein deutsches Bildungs unternehmen mit Partnern aus den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Zypern und Belgien Lehr- und Lernunterlagen und interaktive Lern anwendungen für die Nutzung von Augmented Reality (AR)- und Virtual Reality (VR)-Brillen sowie 3D-Druck-Lehr- und Lernszenarien u.a. für die Chemiebranche. - - Projektdauer: 12 - 36 Monate Fördersätze: 120.000 Euro 250.000 Euro 400.000 Euro 5 Erasmus+ fördert Bildungsprojekte zu den Prioritäten: + Inklusion und Vielfalt + Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels + Bewältigung des digitalen Wandels + Gemeinsame Werte, zivilgesellschaftliches Engagement und Teilhabe © S BG D re sd en m bH 6 7 Ihre Vorteile im Überblick Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen Die Durchführung einer Partnerschaft für Zusammenarbeit + bindet Ihr Personal durch europäische Projektarbeit, + fördert den Kompetenzzuwachs in Ihrer „lernenden Organisation“, + macht Ihre Einrichtung europaweit sichtbar, + erhöht die Attraktivität und Wettbewerbs fähigkeit Ihres Unternehmens, - + fördert den Aufbau und die Stärkung von Netzwerken, + unterstützt die Entwicklung sowie die Ver breitung Ihrer neuen Bildungsmaterialien. - Für Personal / Fachkräfte / Engagierte Ihre Mitarbeit in einer Partnerschaft für Zusammenarbeit + ermöglicht internationalen Austausch mit Fachkolleginnen und -kollegen, + bietet Ihnen interkulturelle Erfahrungen europaweit, + fördert Ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung in europäischen Projekten und + regt zu Perspektivwechsel durch länderübergreifenden Austausch an. 6 6 7 Nehmen Sie das Beratungsangebot der NA beim BIBB wahr, wenn Sie Interesse haben, einen erfolgreichen Erasmus+-Antrag zu stellen. Wir freuen uns, Sie dabei unterstützen zu können und Ihnen über die Ziellinie zu helfen. Kontakt Team „Innovation und Koope ration in der Berufsbildung“ - partnerschaften- berufsbildung@bibb.de oder 0228 107 – 1500 Kontakt Team „Finanzielle und ver tragliche Projektbegleitung“ - helpna@bibb.de oder 0228 107 – 1700 Nutzen Sie Ihre Chance jetzt Alle Informationen zu Rahmenbedingungen und neuen Antragsrunden finden Sie auf unserer Website: https://www.na-bibb. de/informieren/ partnerschaften 7 mailto:partnerschaften-berufsbildung@bibb.de?subject= mailto:helpna%40bibb.de?subject= https://www.na-bibb.de/informieren/partnerschaften Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 Verantwortlich: Berthold Hübers Stand: März 2026 (aktualisierte Auflage) www.na-bibb.de www.meinauslandspraktikum.de www.auslandsberatung-ausbildung.de Nationale Agentur Bildung für Europa @meinauslandspraktikum Gestaltung: Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildquellen: AdobeStock.com: db (S.1) Gedruckt auf Antalis Digicolor Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenen bildung zuständig. Darüber hinaus nehmen wir weitere zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben in beiden Bildungsbereichen wahr. Wir arbeiten eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Mehr Informationen finden Sie unter: - www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.meinauslandspraktikum.de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all&viewAsMember=true http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de http://www.auslandsberatung-ausbildung.de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/ Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Berufsbildung Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Berufsbildung europäisch! Welche Länder sind am Programm beteiligt? Welche Projekttypen gibt es? Kleinere Partnerschaften Projektdauer Fördersätze Kooperationspartnerschaften Projektdauer Fördersätze Erasmus+ fördert Bildungsprojekte zu den Prioritäten Ihre Vorteile im Überblick Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen Für Personal / Fachkräfte / Engagierte Nutzen Sie Ihre Chance jetzt Kontakt Team „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung“ Kontakt Team „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“ Impressum Verantwortlich Stand Gestaltung Bildquellen …

[…] MF 1 Jean Monnet Sport Jugend Hochschulbildung Schulbildung Berufsbildung Erwachsenenbildung Partnerschaften für Zusammen arbeit in der Erwachsenenbildung - www.na-bibb.de Die Chancen europäischer Zusammenarbeit http://www.na-bibb.de 2 3 D as Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union heißt Erasmus+. Bislang konnten bereits rund 18 Millio nen Menschen und zahlreiche Einrichtungen vom Programm profitieren. Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Erwachsenen bildung europäisch! - - Für den Zeitraum 2021-2027 stehen ins gesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, mehr als jemals zuvor. - Ziel des Programms ist es, europäische Werte zu stärken sowie unsere Gesellschaften inklusiver, grüner und fit für eine digitale Zukunft zu machen. Stärker in den Fokus gerückt sind benachteiligte Menschen: Ihnen soll der Zugang zum Programm erleichtert werden. Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung sind länderübergreifende Projekte von Einrichtungen, die in der Erwachsenen bildung aktiv sind. - Damit die Projekte im Einklang mit den Programm zielen stehen, wurden bestimmte Schwerpunkte – die sogenannten Prioritäten – festgelegt. - Um eine Projektförderung erhalten zu können, muss mindestens eine für das Projektvorhaben passende Priorität gewählt werden. Erasmus+ ist offen für kleine und große, erfahrene und unerfahrene Einrichtungen, die im Bereich der Erwachsenenbildung tätig sind. 2 3 Welche Länder sind am Programm beteiligt? EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien, die Türkei und Nordmazedonien sind assoziierte Drittländer und den EU-Mitgliedstaaten gleichwertig. Teilnahme von UK und der Schweiz ab Antragsrunde 2027. Bei den Kooperationspartnerschaften (s. S. 5) ist unter bestimmten Voraussetzungen auch die Beteiligung von Partnern aus nicht mit dem Programm assoziierten Drittländern möglich. 4 5 Welche Projekttypen gibt es? Gefördert werden zwei verschiedene Projekttypen der Partnerschaften für Zusammenarbeit: Kleinere Partnerschaften Der Austausch von Ideen, Methoden und Praktiken sowie die Vernetzung von Organisationen stehen bei diesem Projekttyp im Vordergrund. Die kleineren Partnerschaften erleichtern vor allem kleinen, neuen und weniger erfahrenen Organisationen, aber auch benach teiligten Zielgruppen den Zugang zum Programm Erasmus+. - So können sich zum Beispiel eine Stadtteilinitiative in Deutschland und eine Umweltschutzorganisa tion in Irland über Methoden austauschen, wie man niedrigschwellige Nachhaltigkeitsbildung für marginalisierte Gruppen anbietet. - Projektdauer: 6 – 24 Monate Fördersätze: 30.000 Euro 60.000 Euro 4 © In te rn at io na le G är te n e. V . G öt tin ge n 4 5 Kooperationspartnerschaften Bei diesem Projekttyp richtet sich der Fokus neben Austausch und Vernetzung verstärkt auf die Entwicklung von innovativen Bildungsangeboten, -materialien und -methoden. Beispielsweise entwickeln ein deutscher Verband für Seniorinnen und Senioren, ein Institut zur Ent wicklung von digitalen Lernmaterialien aus Estland und eine Initiative aus dem ländlichen Raum in Italien eine Lernplattform für ältere Menschen zur besseren Teilhabe am digitalen Leben. - Projektdauer: 12 - 36 Monate Fördersätze: 120.000 Euro 250.000 Euro 400.000 Euro Erasmus+ fördert Bildungsprojekte zu den Prioritäten: + Inklusion und Vielfalt + Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels + Bewältigung des digitalen Wandels + Gemeinsame Werte, zivilgesellschaftliches Engagement und Teilhabe 5 © C la ud ia P au lu ss en /A do be St oc k. co m 6 7 Ihre Vorteile im Überblick Für Einrichtungen Die Durchführung einer Partnerschaft für Zusammenarbeit + erweitert das Profil Ihrer Einrichtung um eine europäische Dimension, + fördert den Aufbau und die Stärkung von Netzwerken, + ermöglicht den Austausch von innovati ven Ideen, Methoden und Praktiken, - + fördert den Kompetenzzuwachs in Ihrer „lernenden Organisation“, + bietet Ihrem Personal Perspektiven durch europäische Projektarbeit und + unterstützt die Entwicklung sowie die Ver breitung Ihrer neuen Bildungsmaterialien. - Für Personal und Lernende Ihre Mitarbeit in einer Partnerschaft für Zusammenarbeit + bietet Ihnen interkulturelle Erfahrungen europaweit, + motiviert zum lebenslangen Lernen, + fördert Ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung und + regt zu Perspektivwechsel durch länder übergreifenden Austausch an. - 6 7 Nehmen Sie das Beratungsangebot der NA beim BIBB wahr, wenn Sie Interesse haben, einen erfolgreichen Erasmus+-Antrag zu stellen. Wir freuen uns, Sie dabei unterstützen zu können und Ihnen über die Ziellinie zu helfen. Kontakt Team „Erwachsenenbildung“ partnerschaften- erwachsenenbildung @bibb.de oder 0228 107 – 1300 Kontakt Team „Finanzielle und ver tragliche Projektbegleitung“ - helpna@bibb.de oder 0228 107 – 1700 Nutzen Sie Ihre Chance jetzt 7 Alle Informationen zu Rahmenbedingungen und neuen Antrags- runden finden Sie auf unserer Website: www.na-bibb.de/ informieren/ partnerschaften mailto:partnerschaften-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= mailto:helpna%40bibb.de?subject= http://www.na-bibb.de/informieren/partnerschaften Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 Verantwortlich: Berthold Hübers Stand: März 2026 (aktualisierte Auflage) www.na-bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de Nationale Agentur Bildung für Europa Gestaltung: Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildquellen: AdobeStock.com: leszekglasner (S.1) Gedruckt auf Antalis Digicolor Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung zuständig. Darüber hinaus nehmen wir weitere zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben in beiden Bildungsbereichen wahr. Wir arbeiten eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bil dungseinrichtungen zusammen. Mehr Informationen finden Sie unter: - www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Erwachsenenbildung europäisch! Welche Länder sind am Programm beteiligt? Welche Projekttypen gibt es? Kleinere Partnerschaften Projektdauer Fördersätze Kooperationspartnerschaften Projektdauer Fördersätze Erasmus+ fördert Bildungsprojekte zu den Prioritäten Ihre Vorteile im Überblick Für Einrichtungen Für Personal und Lernende Nutzen Sie Ihre Chance jetzt Kontakt Team „Erwachsenenbildung“ Kontakt Team „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“ Impressum Verantwortlich Stand Gestaltung Bildquellen …

[…] Ins Ausland mit Erasmus+ Ein Vorteil für deine Berufs-Ausbildung Leichte Sprache EUROPÄISCHE UNION 02 Was ist Erasmus+? Erasmus+ ist ein Programm von der Europäischen Union. Bei Erasmus+ lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen: So können sie mit Menschen in anderen Ländern in Europa lernen und zusammen-arbeiten. Das wird in der Arbeits-Welt immer wichtiger. Du kannst schon in der Ausbildung Erfahrungen im Ausland machen. Das Programm Erasmus+ hilft dir dabei. Bei Erasmus+ können alle Menschen mitmachen. Auch Menschen mit Lern-Schwierigkeiten. Und Menschen, die mit einer Krankheit leben. Und Menschen, die wenig Geld haben. Diese Vorteile hast du mit Erasmus+: Sammle neues Wissen für deinen Beruf. Erfahre, wie man im Ausland in deinem Beruf arbeitet. Finde neue Freunde und Kontakte. Verbessere deine Sprach-Kenntnisse. Lerne wichtige Wörter für deinen Beruf. Werde selbst-ständiger und bekomme mehr Selbst-Vertrauen. Entdecke neue Möglichkeiten für deinen Beruf. 03 Wie kannst du bei Erasmus+ teilnehmen? Du kannst dich nicht selbst für Erasmus+ bewerben. stellenDein Ausbildungs-Betrieb muss den Antrag stellen. Oder deine Berufs-Schule. Der Ausbildungs-Betrieb oder die Berufs-Schule kann dann Geld von Erasmus+ bekommen. Möchtest du ein Praktikum im Ausland machen? Dann frag bei deinem Ausbildungs-Betrieb oder bei deiner Berufs-Schule nach. Auf Seite 15 von diesem Flyer klebt noch ein Flyer. Gib diesen Flyer deinem Ausbildungs-Betrieb oder deiner Berufs-Schule. Denn in diesem Flyer stehen mehr Informationen über Erasmus+. 04 05 Macht dein Ausbildungs-Betrieb oder deine Berufs-Schule nicht beim Programm Erasmus+ mit? Dann kannst du dich für einen Pool-Platz bewerben. Pool-Platz bedeutet: Manche Einrichtungen haben viele Praktikums-Plätze im Ausland. Zum Beispiel die Handwerks-Kammer. Oder die Industrie- und Handels-Kammer. Die Einrichtungen geben die Praktikums-Plätze weiter. Zum Beispiel an Auszubildende, die nicht über ihren eigenen Betrieb mitmachen können. Mehr Informationen über die Pool-Plätze findest du auf dieser Internet-Seite: www.meinauslandspraktikum.de http://www.meinauslandspraktikum.de Wer bezahlt das? Erasmus+ bezahlt das Geld für deinen Aufenthalt im Ausland. Und Erasmus+ bezahlt das Geld für die Reise. Wieviel Geld bezahlt Erasmus+ genau? Das kommt darauf an: In welches Land reist du? Wie lange bleibst du dort? Erasmus+ bezahlt einen großen Teil von den Kosten. Vielleicht bezahlt Erasmus+ aber nicht alles. Einen Teil musst du vielleicht selbst bezahlen. Gut zu wissen: Auch im Ausland bekommst du deine Ausbildungs-Vergütung. Die Ausbildungs-Vergütung ist das Geld, das du in deiner Ausbildung verdienst. 06 07 Für Menschen mit Behinderungen Brauchst du eine Assistenz? Weil du mit einer Behinderung lebst? Dann bezahlt Erasmus+ die Reise-Kosten von deiner Assistenz. Zusätzlich bekommt die Assistenz Geld für Wohnen und Essen von Erasmus+. Was musst du beachten? Du kannst ein Praktikum in einem Unternehmen im Ausland machen. Du kannst aber auch im Ausland an einer Berufs-Schule lernen. Plane deinen Aufenthalt zusammen mit deiner Berufs-Schule. Und zusammen mit deinem Ausbildungs-Betrieb. Sprich mit ihnen darüber: Wann willst du ins Ausland gehen? Wie lange willst du im Ausland bleiben? Was genau willst du dort machen? 08 Denk an den Mobilitäts-Nachweis von Europass. Mit dem Mobilitäts-Nachweis zeigst du: Du hast in einem anderen Land in Europa gelebt. Und du hast dort gearbeitet. Oder du hast dort ein Praktikum gemacht. Mehr Informationen zum Mobilitäts-Nachweis findest du hier: www.europass-info.de/leichte-sprache 09 Denk an deine Versicherungen. Du willst ein Praktikum im Ausland machen? Dann brauchst du eine Kranken-Versicherung für das Ausland. Und du brauchst eine Haft-Pflicht-Versicherung. Gut zu wissen: Ein Praktikum im Ausland ist kein Urlaub. Du sollst für dein Praktikum im Ausland keinen Urlaub beantragen. Musst du für dein Praktikum im Ausland trotzdem Urlaub beantragen? Und hast du in der Zeit einen Arbeits-Unfall? Dann bist du vielleicht nicht versichert. http://www.europass-info.de/leichte-sprache Wie geht es nach dem Auslandspraktikum weiter? Teile deine Erfahrungen Ein Praktikum im Ausland ist aufregend. Du lernst dabei viele neue Dinge. Du lernst, wie man in anderen Ländern in deinem Beruf arbeitet. Du lernst viele neue Menschen kennen. Vielleicht veränderst du dich selbst. Sorge dafür, dass du dich an die Zeit im Ausland noch lange erinnerst: Mach Fotos. Oder ein Video-Tagebuch. Schreibe einen Blog. Zeige anderen mit deinen Geschichten: Ein Auslands-Praktikum ist eine tolle Erfahrung. 10 Zeige deinem Chef oder deiner Chefin, was du im Ausland gelernt hast. Oder zeige es deinen Kollegen und Kolleginnen. Erzähle ihnen von deinen Erfahrungen. Oder mach einen Vortrag darüber. Schreib uns eine E-Mail mit Fotos. Erzähle uns von deinen Erlebnissen. Wir schreiben gerne auf unserer Internet-Seite über deine Erfahrungen. Das ist unsere Internet-Seite: www.meinauslandspraktikum.de 11 http://www.meinauslandspraktikum.de 12 Teile deine Erfahrungen Mach einen Beitrag auf Instagram über deine Erfahrungen im Ausland. Du kannst uns gerne in deinem Beitrag verlinken. Schreibe dazu unter den Beitrag @meinauslandspraktikum und #auslandspraktikum. Werde Euro-Apprentice. Das sind unsere Botschafter und Botschafterinnen für das Praktikum im Ausland. Das bedeutet: Die Botschafter und Botschafterinnen informieren andere Auszubildende über ein Auslands-Praktikum mit Erasmus+. Möchtest du auch Euro-Apprentice werden? So kannst du anderen Auszubildenden Mut machen. Vielleicht wollen sie dann auch ein Auslands-Praktikum machen. Mehr Informationen dazu findest du hier: www.na-bibb.de/euroapprentices http://w ww.na-bibb.de/euroapprentices 13 Willst du außerhalb von der EU Berufs-Erfahrung sammeln? Zum Beispiel in Großbritannien oder in den USA? Oder in China oder Süd-Afrika? Das kannst du zum Beispiel mit dem Programm Ausbildung Weltweit machen. Mehr Informationen dazu findest du hier: www.ausbildung-weltweit.de Wir beraten dich auch gerne am Telefon. Das ist die Telefon-Nummer: 0228 / 107 1611. http://www.ausbildung-weltweit.de > > Hier ist ein Flyer mit Infos für deinen Chef oder deine Chefin. Oder für deine Berufs-Schule. Gib den Flyer dort ab. In diesem Flyer steht: Warum ist ein Auslands-Praktikum mit Erasmus+ gut für dich? 14 Ist hier kein Flyer eingeklebt? Dann lade den Flyer aus dem Internet herunter. Du findest den Flyer auf dieser Internet-Seite: https://www.na-bibb.de/service/infothek/ publikationen 15 http://www.na-bibb.de/service/infothek/publikationen Über uns Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Die Abkürzung dafür ist NA beim BIBB. Wir arbeiten für das Bundes-Ministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Eines von unseren wichtigsten Zielen ist: Auszubildende sollen Erfahrungen im Ausland machen können. Dabei helfen wir ihnen. Wir sind zum Beispiel für das Programm Erasmus+ in der Berufs-Bildung zuständig. Möchtest du auch ein Praktikum im Ausland machen? Mehr Informationen findest du auf unserer Internet-Seite: www.meinauslandspraktikum.de Oder auf Instagram: @meinauslandspraktikum Oder schau dir unsere Videos auf YouTube an: www.youtube.de/meinauslandspraktikum Wir haben diesen Flyer gemacht: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Telefon: 02 28 - 10 71 608 Internet: www.na-bibb.de Verantwortlicher: Berthold Hübers Stand: März 2026 (aktualisierte Auflage) Gestaltung: Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Text in Leichter Sprache: Textöffner® – Büro für Leichte Sprache www.leicht-verstehen.de Bilder: Seite 1: Composings: pikselstock & aerogondo2/Shutterstock.com Seite 2: Robert Kneschke/AdobeStock.com Seite 5: Kzenon/AdobeStock.com Seite 7: C.M. Peopleimages/AdobeStock.com Seite 8/9: Wayhome Studio/AdobeStock.com Seite 11: Halfpoint/AdobeStock.com Seite 13: Magann/AdobeStock.com http://www.meinauslandspraktikum.de http://www.youtube.de/meinauslandspraktikum http://www.na-bibb.de http://www.go-blueberry.de http://www.leicht-verstehen.de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/ Ein Vorteil für deine Berufs-Ausbildung Was ist Erasmus+? Diese Vorteile hast du mit Erasmus+ Wie kannst du bei Erasmus+ teilnehmen? Wer bezahlt das? Wieviel Geld bezahlt Erasmus+ genau? Gut zu wissen Für Menschen mit Behinderungen Was musst du beachten? Gut zu wissen Wie geht es nach dem Auslandspraktikum weiter? Teile deine Erfahrungen Willst du außerhalb von der EU Berufs-Erfahrung sammeln? Über uns Möchtest du auch ein Praktikum im Ausland machen? Wir haben diesen Flyer gemacht Verantwortlicher Stand Gestaltung Text in Leichter Sprache Bilder …

[…] - - : - : - © H er oI m ag es , L P2 St ud io u nd m as te r1 30 5 /A do be St oc k. co m Kurzzeitprojekte: Ihr Einstieg in Erasmus+ Perspektivwechsel durch Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung Sie bilden aus und haben bislang wenig Erfahrung mit Auslandsaufenthalten? Sie wünschen sich inter nationale Kompetenzen für Ihre Ausbildung und haben kurzfristig Interesse an europäischen Förder mitteln? Dann ist das Kurzzeitprojekt im Erasmus+- Programm das Richtige für Sie! Antragstellende Einrichtungen Anbietende von beruflicher Aus- und Fortbildung, Berufliche Schulen, Organisationen mit Aufgaben im Bereich der beruf lichen Bildung sowie Ausbildungsunternehmen – alle mit Sitz in Deutschland Zielgruppe Lernende und Auszubildende in der beruflichen Erst ausbildung und Weiterbildung sowie Absolventinnen und Absolventen dieser Bildungsgänge bis zu 12 Monaten nach Abschluss Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie alle sonstigen nicht lehrenden Expertinnen und Experten Dauer der Auslandsaufenthalte: Lernende: 10 Tage - 1 Jahr Personal: 2 Tage - 1 Jahr Förderfähige Aktivitäten: Lernende: Lernaufenthalte im Ausland z. B. Praktika in Niederlassungen oder in spezialisierten Fachbetrieben, be rufsspezifische Sprachkurse, die Teilnahme an Berufswettbe werben oder ein Auslandspraktikum als Teil des Anerken nungsjahres - - - Personal: Job-Shadowings in einer fremden Einrichtung, Auf enthalte mit dem Zwecke des Ausbildens bzw. Lehrens, Kurse zur Weiterbildung in Themen der Ausbildung - Förderung: Zuschüsse zu Reise-, Aufenthalts-, Organisations- sowie sonstigen Kosten. Beispiel: Aufenthaltskosten 2024 Die Höhe der Förderung hängt von der Dauer und dem Zielland ab. Lernende: Bis zu 72 € pro Tag Personal: Bis zu 145 € pro Tag Zielländer: Alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei Rahmenbedingungen: Die Anzahl der Aktivitäten ist auf 30 limitiert. In fünf Jahren können bis zu drei Anträge für Kurzzeitprojekte gestellt werden. Die Projektlaufzeit beträgt je nach Wunsch 6 bis 18 Monate. Förderung beantragen: Bei der NA beim BIBB www.na-bibb.de/ kurzzeitprojekt-bb-beantragen Jährliche Antragstermine im Frühjahr und ggf.im Herbst Kontakt: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107 1608 Ihre persönliche Beratung: E-Mail: mobilitaet-berufsbildung@bibb.de Tel.: 0228 107 1555 Mo | Di | Do | Fr 9:30 - 12:00 Uhr St an d: Ja nu ar 2 02 4 | © K ze no n/ Ad ob eS to ck .c om http://www.na-bibb.de/kurzzeitprojekt-bb-beantragen mailto:mobilitaet-berufsbildung%40bibb.de?subject= Kurzzeitprojekte: Ihr Einstieg in Erasmus+ Antragstellende Einrichtungen Zielgruppe Dauer der Auslandsaufenthalte Förderfähige Aktivitäten Förderung Beispiel: Aufenthaltskosten 2024 Zielländer Rahmenbedingungen Förderung beantragen Kontakt Ihre persönliche Beratung …

[…] © Ja ko bL un d/ Sh ut te rs to ck .c om u nd А на ст ас ия К ар га по ло в/ Ad ob eS to ck .c om - : - - : - - Jean Monnet Sport Jugend Hochschulbildung Schulbildung Berufsbildung Erwachsenenbildung Kurzzeitprojekte – Ihr Einstieg in Erasmus+ Lernaufenthalte in der Erwachsenenbildung außerhalb Deutschlands eröffnen Chancen Sie interessieren sich dafür, Lernende und Personal Ihrer Einrichtung zu Fortbildungen ins europäische Ausland zu entsenden? Erasmus+-Kurzzeitprojekte bieten Ihnen eine unkomplizierte Option, um Pro jekte an den Start zu bringen und umzusetzen. Antragstellende Einrichtungen Alle Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit Sitz in Deutsch land, die formale, informelle und nichtformale Erwachsenen bildung anbieten. Dazu zählen z.B. Volkshochschulen, private Träger, kirchliche Träger, Vereine, sowie lokale und regionale Behörden. Details s. www.na-bibb.de/kurzzeitprojekt-eb-beantragen Zielgruppe Lernende: Alle erwachsenen Lernende, dabei insbesondere alle benachteiligten Lernende mit geringeren Teilhabechan cen an Bildungsangeboten. Bei der Auswahl der teilneh menden Lernenden ist daher im Einklang mit den Zielen des Erasmus+-Programms eine inklusive, ausgewogene Mischung von Teilnehmenden einzuplanen. Lehrendes und nicht-lehrendes Personal, das haupt-, nebenberuflich, auf Honorarbasis oder ehrenamtlich tätig ist. http://www.na-bibb.de/kurzzeitprojekt-eb-beantragen Dauer der Auslandsaufenthalte: Lernende: 2 Tage - 365 Tage Personal: 2 Tage - 365 Tage Förderfähige Aktivitäten: Lernende: Individuelle Lernaufenthalte im Ausland in unterschiedlichen Formaten wie bspw. Präsenzlernen, arbeits basiertes Lernen, Job-Shadowings, Hospitationen. - Lernende: Gruppenaufenthalte im Ausland können aus einer Kombination formaler, nichtformaler und informeller Ansätze bestehen und bspw. Peer-Learning-Aktivitäten beinhalten. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erwerb von Schlüsselkompetenzen. Personal: Job-Shadowings, Hospitationen oder Lehr- und Schulungsaktivitäten sowie Teilnahme an strukturierten Kursen. Förderung: Zuschüsse zu Organisations-, Reise- und Aufenthaltskosten sowie zu Kurs- und sonstigen Kosten. Beispiel Aufenthaltskosten: Die Höhe ist abhängig vom Zielland und der Dauer des Aufenthaltes. Lernende: bis zu 127 € pro Tag Personal: bis zu 191 € pro Tag Zielländer: Alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei Rahmenbedingungen: Die Anzahl der Lernaufenthalte ist auf 30 limitiert. In fünf Jahren können bis zu drei Anträge für Kurzzeitprojekte gestellt werden. Die Projektlaufzeit beträgt 6 bis 18 Monate. Förderung beantragen: Bei der NA beim BIBB www.na-bibb.de/ kurzzeitprojekt-eb-beantragen Jährliche Antragstermine im Frühjahr und ggf. im Herbst Kontakt: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107 1608 Ihre persönliche Beratung: E-Mail: mobilitaet-erwachsenenbildung@bibb.de Tel.: 0228 107 - 1001 Mo | Di | Do | Fr 9:30 - 12:00 Uhr | © K as to /A do be St oc k. co m St an d: Ja nu ar 2 02 4 http://www.na-bibb.de/kurzzeitprojekt-eb-beantragen mailto:mobilitaet-erwachsenenbildung@bibb.de Kurzzeitprojekte – Ihr Einstieg in Erasmus+ Antragstellende Einrichtungen Zielgruppe Dauer der Auslandsaufenthalte Förderfähige Aktivitäten Förderung Beispiel Aufenthaltskosten Zielländer Rahmenbedingungen Förderung beantragen Kontakt Ihre persönliche Beratung …

[…] © p ok ki /A do be St oc k. co m > > : - EUROPÄISCHE UNION - - - ZUGANG FÜR ALLE Inklusion und Vielfalt im Programm Erasmus+ Das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ hat für die Programmphase 2021 bis 2027 Inklusion und Vielfalt zu einer der wichtigsten Prioritäten und zu einem Grundprinzip für alle Projekte und Aktivitäten in allen Programmaktionen erklärt. Viel falt soll zukünftig als Chance begriffen und gesamt gesellschaftlich als Mehrwert betrachtet werden. Barrieren und Hindernisse, die eine Teilnahme am Erasmus+-Programm bislang verhindert haben, sollen ausgeräumt werden. Dazu stehen verschie dene Instrumente zur Inklusionsunterstützung zur Verfügung. Zielgruppen Erasmus+ folgt einem ganzheitlichen Inklusionsbegriff und um fasst generell Lernende mit geringeren Chancen. Hindernisse zur Teilnahme an Bildungsangeboten können entstehen durch eine wirtschaftlich prekäre Situation, soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede, geografische Hindernisse, gesundheitliche Einschränkungen, körperliche oder geistige Behinderungen, Lernschwierigkeiten, einen Migrationshintergrund oder einer Flüchtlingserfahrung. :Inklusionsunterstützung: Mobilität von Einzelpersonen (Leitaktion 1) in der Berufs- und Erwachsenenbildung: 100-prozentige Förderung notwendiger Maßnahmen im Rahmen eines Lernaufenthaltes im Ausland, z.B. Rollstuhltaxis Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten von erforder lichen Begleitpersonen - Zusätzliche Organisationspauschale in Höhe von 125 Euro pro Teilnehmenden mit Benachteiligung In der Berufsbildung: Möglichkeit von Lernaufenthalten im Ausland von weniger als zehn Tagen Weitere Informationen zur Mobilität von Einzelpersonen: www.na-bibb.de/mobilitaet-bb www.na-bibb.de/mobilitaet-eb Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) in der Berufs- und Erwachsenenbildung: Förderung von Partnerschaften zum Themenbereich Inklusion und Vielfalt Finanzierung von Projekten zum Ausbau europäischer Netz werke - Lernaufenthalte im Ausland für Menschen mit geringeren Chancen Weitere Informationen zu den Partnerschaften: www.na-bibb.de/partnerschaften-bb www.na-bibb.de/partnerschaften-eb Antragstellung: Alle Antragssteller im Programm Erasmus+ können Inklusions unterstützung beantragen. Dies erfolgt im Rahmen des regulären webbasierten Antrags auf Erasmus+-Förderung. Antragsberech tigt sind Organisationen, Betriebe oder Einrichtungen der Berufs- und Erwachsenenbildung. - - Jährliche Antragstermine im Frühjahr und ggf. im Herbst Beispiele aus der Praxis: Mobilität von Einzelpersonen: Berufliche Weiterbildungen von Auszubildenden mit körper lichen Beeinträchtigungen im Ausland - Auslandsaufenthalte von Erwachsenenbildnerinnen und -bildnern im Rahmen eines umfangreichen Fortbildungspro gramms zum Thema Inklusion - Partnerschaften für Zusammenarbeit: Entwicklung eines Onlinekatalogs interkultureller Instrumente für Lehrende an Berufsschulen Entwicklung einer Online-Toolbox mit Methoden zur Förde rung eines europäischen Bewusstseins und zur Bekämpfung von Vorurteilen für ältere Menschen und Erwachsene mit geringen Qualifikationen - Beratung: Die NA beim BIBB unterstützt Sie in allen Phasen der Projektvor bereitung und Projektdurchführung. Zu unseren Unterstützungs angeboten zählen: - - Online-Infoveranstaltungen: Lernen Sie die Ziele und Struk turen des Programmes sowie konkrete Fördermöglichkeiten kennen und erhalten Sie wertvolle Tipps aus der Praxis. - Antragswerkstätten: Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Projekt idee gemeinsam mit uns zu schärfen und sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen. - Projektskizzenberatung: Wir beraten Sie telefonisch zu Ihrer Projektidee und geben Ihnen Hinweise für die weitere Pla nung Ihres Projektes. - Kontakt: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107 1608 www.na-bibb.de Ihre persönliche Beratung: Berufsbildung Dr. Sabrina Inez Weller (Inklusionsbeauftrage der NA; Mobilität) Tel.: 0228 107 1311 weller@bibb.de Frederik Hugo (Partnerschaften) Tel.: 0228 107 1153 hugo@bibb.de Erwachsenenbildung Anke Dreesbach (Mobilität) Tel.: 0228 107 1628 dreesbach@bibb.de Torsten Schneider (Partnerschaften) Tel.: 0228 107 1687 torsten.schneider@bibb.de Bleiben Sie auf dem Laufenden > Newsletter abonnieren www.na-bibb.de/newsletter > NA-Themenseite zu Inklusion und Vielfalt www.na-bibb.de/inklusion St an d: Ja nu ar 2 02 4 http://www.na-bibb.de/newsletter http://www.na-bibb.de/inklusion http://www.na-bibb.de/mobilitaet-bb http://www.na-bibb.de/mobilitaet-eb http://www.na-bibb.de/partnerschaften-bb http://www.na-bibb.de/partnerschaften-eb http://www.na-bibb.de mailto:weller@bibb.de mailto:hugo@bibb.de mailto:dreesbach@bibb.de mailto:torsten.schneider@bibb.de Zugang für alle Zielgruppen Inklusionsunterstützung Mobilität von Einzelpersonen (Leitaktion 1) in der Berufs- und Erwachsenenbildung Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) in der Berufs- und Erwachsenenbildung Antragstellung Beispiele aus der Praxis Mobilität von Einzelpersonen Partnerschaften für Zusammenarbeit Beratung Kontakt Ihre persönliche Beratung Berufsbildung Erwachsenenbildung Bleiben Sie auf dem Laufenden …

[…] MF 1 Jean Monnet Sport Jugend Hochschulbildung Schulbildung Berufsbildung EUROPÄISCHE UNION Erwachsenenbildung Europa erfahren Auslandsaufenthalte in der Erwachsenenbildung www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de 2 3 2 3 Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Erwachsenen bildung europäisch! - D as Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union heißt Erasmus+. Rund 18 Millionen Menschen und zahlreiche Einrichtungen wie Universitäten, Unter nehmen, Schulen, Volkshochschulen und Jugend einrichtungen haben bereits von den Förderungen profitiert. - - Für den Zeitraum 2021-2027 stehen insgesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, mehr als jemals zuvor. Erasmus+ im Bereich der Erwachsenenbildung ist of fen für alle Einrichtungen, die allgemeine Erwachse nenbildung anbieten. Es unterstützt die Fortbildung von Lernenden und Lehrkräften, die Zusammenar beit mit anderen Einrichtungen, die Vernetzung und Internationalisierung. Ziel ist es, europäische Werte zu stärken sowie unsere Gesellschaften inklusiver, grüner und fit für eine digitale Zukunft zu machen. Insbesondere benachteiligten Menschen ermöglicht Erasmus+ einen einfachen Zugang zum Programm. - - - Beispielsweise können benachteiligte Lernende sich in einem ganzheitlichen Kunstprojekt in Schwe den neuen Herausforderungen stellen. Lehrkräfte können moderne, digitale Unterrichtsmethoden in einem Kurs in Dänemark kennenlernen oder im Rahmen einer Hospitation inklusive Unterrichtsmo delle erproben. - - 4 5 Mehrwert für Ihre Einrichtung: Was sind die Vorteile für Ihre Lernenden? Durch einen Auslandsaufenthalt erhalten Ihre Lernenden + Einblick in andere Lernumgebungen und Kulturen, + Selbstvertrauen, + Selbstständigkeit, + Motivation, + Auslandserfahrung in einem geschützten Rahmen. 4 5 - - - Was sind die Vorteile für Ihr Personal? Ein Auslandsaufenthalt qualifiziert Ihr Personal durch + Kompetenzzuwachs, + Perspektivwechsel, + interkulturelle Erfahrung, + internationalen Austausch und Vernetzung mit Fachkolleginnen und -kollegen. Was sind die Vorteile für Ihre Einrichtung? Ein Angebot von Auslandsfortbildungen + erweitert das Profil Ihrer Einrichtung um eine europäische Dimension, + macht Ihre Arbeit europaweit sichtbar, + unterstützt den Aufbau und die Erweite rung internationaler Partnerschaften und Kontakte, + steht für Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und Aktualität in den Bildungsan geboten, + fördert Ihre Attraktivität und Wettbe werbsfähigkeit. 6 7 Wie sieht die Förderung aus? Erasmus+ ist offen für kleine und große, erfahrene und unerfahrene Einrichtungen, die Erwachsenen bildung anbieten. Zwei Zugänge führen zu den Fördermitteln. - Die Akkreditierung Die Akkreditierung ist wie eine andauernde Mit gliedschaft im Programm. Sie sichern sich damit den einfachen Zugang zu den jährlichen Förder mitteln. Als einzelne Organisation oder in einem nationalen Verbund, den sogenannten Konsortien, nutzen Sie den Zeitraum bis 2027, um die Orga nisationsentwicklung in Ihrer Einrichtung durch Auslandserfahrung von Lernenden und Personal systematisch voranzubringen. - - - Kurzzeitprojekte Eine überschaubare Dauer von 6 bis 18 Monaten und die Möglichkeit, bis zu 30 Personen in euro päische Partnerländer zu schicken, zeichnen dieses Format aus. Wenn Sie erste Schritte ins europäische Ausland machen möchten, sollten Sie ein Kurzzeit projekt beantragen. Lehrkräfte und Mitarbeitende profitieren von finanziellen Zuschüssen für Fort bildungen. Lernende nutzen das Angebot von Bildungsmöglichkeiten in Europa. - - - 6 7 Auslandsaufenthalte können in folgende Länder erfolgen: EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien, die Türkei und Nordmazedonien sind assoziierte Drittländer und den EU-Mitgliedstaaten gleichwertig. Teilnahme von UK und der Schweiz ab Antragsrunde 2027. 8 9 Welche Aktivitäten werden gefördert? Zielgruppe Aktivität Dauer Lernende* Individuelle Lernmobilität (Kurzzeit) 2-29 Tage Individuelle Lernmobilität (Langzeit) 30-365 Tage Gruppenmobilität 2-30 Tage Personal (outgoing) Job-Shadowing 2-60 Tage Lehr- oder Schulungstätigkeit 2-365 Tage Kurse und Schulungen 2-10 Tage Personal (incoming) Eingeladene Expertinnen und Experten 2-60 Tage Aufnahme von Lehrkräften in Ausbildung 10-365 Tage * Erasmus+ eröffnet Lernenden neue Chancen durch Auslandsaufenthalte. Angesprochen sind alle Lernenden in der Erwachsenenbil dung, dabei jedoch insbesondere alle benachteiligten Lernenden mit geringeren Teilhabechancen an Bildungsangeboten. Bei der Auswahl der teilnehmenden Lernenden ist daher im Einklang mit den Zielen des Erasmus+-Programms eine inklusive, ausgewogene Mischung von Teilnehmenden einzuplanen. Details dazu finden Sie auf der NA-Website unter https://www.na-bibb.de/informieren/mobilitaet Zur Planung bestimmter Mobilitätsaktivitäten können nach Projektbewilligung außerdem vorbereitende Besuche durchgeführt werden. Weitere Informationen zu den Bedingungen für vorbereitende Besuche können Sie dem Programmleitfaden entnehmen. - https://www.na-bibb.de/informieren/mobilitaet 8 9 Wie hoch ist die Förderung? Es werden Zuschüsse zu Aufenthalts-, Reise- und Organisations kosten sowie zu Kursen und sonstigen Kosten gezahlt. Diese sind abhängig von der Entfernung zum Zielland und der Dauer des Auslandsaufenthalts. Darüber hinaus wird die Einbeziehung von benachteiligten Lernenden in Höhe von 125 Euro pro Person bezuschusst. - Sie entsenden eine Gruppe von acht benachteiligten Lernenden aus Köln zusammen mit einer Begleitperson für fünf Tage zu einer Partnereinrichtung in Schweden. > Tagessatz bis 14 Tage: 8 x 127 Euro x 5 Tage > Reisekostenpauschale (Flug): 9 x 309 Euro > Organisatorische Unterstützung: 8 x 125 Euro > Inklusionsbetrag: 8 x 125 Euro Fördermittel gesamt: 9.861 Euro (zuzüglich der Aufenthaltskosten für die Begleitperson) : - Eine Mitarbeiterin aus Leipzig möchte eine viertägige Hospitation in Irland bei einer Ökologischen Kooperative machen. > Tagessatz bis 14 Tage: 191 Euro x 4 Tage > Reisekostenpauschale (Flug): 309 Euro > Organisatorische Unterstützung: 350 Euro Fördermittel gesamt: 1.423 Euro Green Travel Wenn Sie umweltverträgliche Verkehrsmittel wie die Bahn nutzen, erhöht sich die Reise kostenpauschale und Sie können statt der regulären zwei bis zu sechs Reisetage angeben. 10 11 - - - Erasmus+ fördert Vielfalt und Inklusion Europa ist gelebte Vielfalt. Es ist wich tiger denn je, Vielfalt und Chancen gleichheit zu ermöglichen und Barrieren für den Zugang zu Bildungsangeboten abzubauen. Erasmus+ unterstützt dies mit zusätzlichen Fördermitteln. Das Programm hat Projekte im Blick, die be nachteiligten Erwachsenen zu besseren Bildungschancen verhelfen. Jede Gruppe benachteiligter Lernender wird von einer Begleitperson betreut, die ebenfalls eine finanzielle Förderung erhält. 10 11 : - Nutzen Sie Ihre Chance jetzt Wenn Sie Interesse an Erasmus+ haben, stellen Sie einfach bei der Nationalen Agentur beim BIBB einen Antrag. Wir freuen uns, Sie dabei unterstützen zu können und Ihnen über die Ziellinie zu helfen. Alle Informationen zu Rahmenbedingungen und Fristen finden Sie auf unserer Website www.na-bibb.de Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne Das Team „Erwachsenenbildung“ unterstützt Sie bei inhaltlichen Fragen unter mobilitaet- erwachsenenbildung @bibb.de oder 0228 107 - 1001 Das Team „Finanzielle und vertragliche Projektbe gleitung“ hilft Ihnen bei formalen und vertraglichen Fragen ebenfalls gerne weiter unter helpna@bibb.de oder 0228 107 - 1600 EPALE – Ihre Plattform für Vernetzung, Austausch und Partnersuche: https://epale.ec.europa.eu/de http://www.na-bibb.de mailto:mobilitaet-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= mailto:helpna%40bibb.de?subject= https://epale.ec.europa.eu/de Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung zuständig. Darüber hinaus nehmen wir weitere zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben in beiden Bildungsbereichen wahr. Wir arbeiten eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. Mehr Informationen finden Sie unter: - www.na-bibb.de Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 www.na-bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de Nationale Agentur Bildung für Europa Verantwortlich: Berthold Hübers Stand: März 2026 (aktualisierte Auflage) Gestaltung: Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildquellen: AdobeStock.com: Monkey Business (S.1), Halfpoint (S.4 und 5), baranq ( S.9); eduplus Tenerife Courses (S.2), GLS Sprachzentrum Berlin (S.10) Gedruckt auf Antalis Digicolor http://www.na-bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-fr-europa/posts/?feedView=all&viewAsMember=true Europa erfahren: Auslandsaufenthalte in der Erwachsenenbildung Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Erwachsenenbildung europäisch! Mehrwert für Ihre Einrichtung Was sind die Vorteile für Ihre Lernenden? Was sind die Vorteile für Ihr Personal? Was sind die Vorteile für Ihre Einrichtung? Wie sieht die Förderung aus? Die Akkreditierung Kurzzeitprojekte Auslandsaufenthalte können in folgende Länder erfolgen … Welche Aktivitäten werden gefördert? Wie hoch ist die Förderung? Green Travel Erasmus+ fördert Vielfalt und Inklusion Nutzen Sie Ihre Chance jetzt Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne Impressum …

[…] MF 1 Jean Monnet Sport Jugend Hochschulbildung Schulbildung Erwachsenenbildung Berufsbildung Auslandsaufenthalte während der Ausbildung Eine Chance für Ihr Unternehmen www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de 2 3 2 3 Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Ausbildung international! D as Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union heißt Erasmus+. Bislang konnten bereits rund 18 Millio nen Menschen und zahlreiche Einrichtungen vom Programm profitieren. - Für den Zeitraum 2021-2027 stehen insgesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, mehr als jemals zuvor. Erasmus+ unterstützt insbesondere die Vernetzung und Internationalisierung von Bildungseinrichtun gen. Ziel des Programms ist es, europäische Werte zu stärken sowie unsere Gesellschaften inklusiver, grüner und fit für eine digitale Zukunft zu machen. - Mit einer finanziellen Förderung durch Erasmus+ kann zum Beispiel eine Auszubildende oder ein Aus zubildender ein Praktikum in einem französischen Partnerunternehmen oder bei einem Zuliefererbe trieb in Polen absolvieren. So werden Arbeitserfah rungen in einem internationalen Umfeld gesam melt. Das Ausbildungspersonal kann während eines Job-Shadowings neue Eindrücke in Skandinavien gewinnen oder sich durch einen Kurs fachlich quali fizieren. Oder Sie laden ausländische Expertinnen oder Experten als Incoming in Ihr Unternehmen ein. - - - - - Es gibt viele Möglichkeiten mit Erasmus+. Nutzen Sie sie als Mehrwert für die interna tionale Entwicklung Ihres Unternehmens! - 4 5 Das sind die Vorteile: Was sind die Vorteile für Ihre Auszubildenden? Ihre Auszubildenden + fördern ihre fachlichen, interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen und erschließen sich internationale Aufgaben felder; - + blicken über den Tellerrand hinaus und stärken ihre persön liche Weiterentwicklung; - + qualifizieren sich für neue Tätigkeiten und verbessern damit ihre Aussichten auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft; + knüpfen internationale Kontakte und + lernen, sich in einem globalen Umfeld zu bewegen. 4 5 - - - Was sind die Vorteile für Ihr Ausbildungspersonal? Ihr Ausbildungspersonal + erwirbt neue Fachkenntnisse und lernt andere Prozesse kennen; + stärkt seine interkulturellen Kompetenzen; + festigt internationale Kontakte; + baut neue Netzwerke auf und + kann Aspekte dualer Ausbildung im Ausland implementieren. Was sind die Vorteile für Ihr Unternehmen? Durch das Angebot von Auslandsaufenthalten + erweitern Sie internationale Partner schaften; + fördern Sie den unternehmerischen Erfolg auf dem weltweiten Markt; + steigern Sie die Attraktivität Ihres Ausbil dungsangebots und schärfen Ihr Profil; + motivieren Sie Ihre Auszubildenden und binden diese an Ihr Unternehmen; + tragen Sie langfristig zur Fachkräfte sicherung bei. 6 7 Wie werden Sie gefördert? Mit dem Erasmus+-Programm (2021-2027) schafft die EU-Kommission zwei Zugänge zu Fördermitteln für Unternehmen: Andauernde Mitgliedschaft im Programm Der Standardzugang für Institutionen ist die Akkreditierung. Sie ist für die gesamte Dauer des Programms gültig und verschafft einen einfachen und sicheren Zugang zu Fördermitteln für Ihre Aktivitäten. Als akkreditierte Einrichtungen erhalten Sie eine Förderung über mehrere Jahre, ausgerichtet nach Ihren Vorstellungen und Plänen. Befristeter Einstieg in Projektform Ein Kurzzeitprojekt gibt Ihnen die Möglichkeit, Erasmus+ kennenzulernen und in Projektform daran teilzunehmen. Hier bekommen Sie Fördermittel für bis zu 30 Aktivitäten bei einer Projektlaufzeit von 6 bis 18 Monaten. Aktuelle Antragsfristen finden Sie auf unserer Website www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de 6 7 Auslandsaufenthalte können in folgende Länder ermöglicht werden: EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien, die Türkei und Nordmazedonien sind assoziierte Drittländer und den EU-Mitgliedstaaten gleichwertig. Teilnahme von UK und der Schweiz ab Antragsrunde 2027. Alle restlichen Staaten der Welt sind ebenfalls als Zielland verfügbar, aber nur für akkre ditierte Einrichtungen und in einem Budgetumfang von bis zu 20 Prozent der gesamten Fördermittel. - 8 9 Welche Aktivitäten werden gefördert? Die förderfähigen Aktivitäten unterscheiden sich je nach Zielgruppe: > Lernende werden beispielsweise für einen Aufenthalt von 10 bis 365 Tagen gefördert, aber auch für die Teilnahme an Kompetenzwettbewerben gibt es Fördermittel. > Zudem gibt es ab zwei Lernenden die Möglichkeit, für einen Auslandsaufenthalt von zwei bis 30 Tagen als Gruppe gefördert zu werden. > Ausbildungspersonal kann für 2 bis 60 Tage ein Job-Shadowing absolvieren oder auch Zuschüsse für Kurse sowie Schulungen von 2 bis 30 Tagen erhalten. > Ausbildungspersonal wird bei einer Lehrtätigkeit im Ausland bis zu 365 Tage gefördert. > Zudem wird das Ausbildungspersonal bei vorbereitenden Besuchen gefördert. Im Auslandsaufenthalt erreichte Lernergeb nisse lassen sich gut im Europass Mobilität festhalten, mehr erfahren Sie unter - www.europass-info.de. http://www.europass-info.de 8 9 Wie hoch ist die Förderung? Es werden Zuschüsse zu Aufenthalts-, Reise- und Organisa tionskosten sowie zu Kursen und sonstigen Kosten gezahlt. Diese sind sowohl von der Entfernung zum Zielland als auch der Dauer des Auslandsaufenthalts abhängig. - Sie möchten einen Auszubildenden 2024 für vier Wochen zum Auslandspraktikum nach Norwegen versenden? > Tagessatz bis 14 Tage: 72 Euro x 14 Tage Tagessatz ab 15 Tage: 50 Euro x 14 Tage > Reisekostenpauschale: 309 Euro > Organisatorische Unterstützung: 350 Euro Fördermittel gesamt: 2.367 Euro . Green Travel: Bei der Nutzung von emissionsarmen Verkehrs mitteln wie z. B. Bus oder Bahn erhöht sich die Reise kostenpauschale und Sie können im Antrag mehrere Reisetage anrechnen. - - Erasmus+ fördert Inklusion und Vielfalt. Da Inklusion und Vielfalt als eine Priorität des Erasmus+-Programms ausgerufen wurde, ist die Erstattung von Inklusionskosten sehr flexibel möglich. Bei Bedarf kann u.a. der Auslandsaufenthalt für eine Begleitperson oder ein notwendiger vorbereitender Besuch finanziert werden. 10 11 - - - - - Wie werden Ihre Auslandsaufenthalte erfolgreich? Strategische Ansätze und personelle Ressourcen Es ist hilfreich, wenn Sie … > sich mit einer globalisierten Arbeitswelt und dem „Öffnen von kulturellen Barrieren“ identi fizieren. > Auslandsaufenthalte nicht als losgelöste Einzel aktionen durchführen, sondern in Ihre unterneh merische Grundstrategie sowie in Ihr Aus- und Weiterbildungsangebot einbinden. > die Förderung der Selbstständigkeit Ihrer Mitarbeitenden als ein Ziel der Personalpolitik ansehen. > internationale Mobilitätsangebote als Marke tinginstrument für eine attraktive Ausbildung nutzen. > personelle und zeitliche Ressourcen für die Planung, Durchführung und Nachbereitung der Auslandsaufenthalte einplanen. > die Unterstützung betriebsinterner Entschei dungsträgerinnen und -träger einbeziehen sowie mit der Berufsschule kooperieren. > verlässliche Kooperations- und Ansprechpartner im Ausland haben. 10 11 Wie werden Ihre Auslandsaufenthalte erfolgreich? Stellen Sie jetzt Ihren Antrag Wenn Sie Interesse an Erasmus+ haben, können Sie bei der Nationalen Agentur beim BIBB einen Antrag stellen. Wir freuen uns, Sie dabei unterstützen zu können. Alle Informationen zu Rahmenbedingungen und Fristen finden Sie auf unserer Website www.na-bibb.de/ informieren/mobilitaet Für Auslandsaufenthalte außerhalb der EU gibt es das BMBFSFJ-Programm Aus bildungWeltweit. Es fördert Aufenthalte von Auszubildenden sowie Ausbilderin nen und Ausbildern. Weitere Infos: - - www.ausbildung - weltweit.de Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne: Das Team „Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung“ hilft Ihnen bei inhaltlichen Fragen gerne weiter unter mobilitaet-berufsbildung @bibb.de oder 0228 107 – 1555 Das Team „Finanzielle und vertragliche Projektbe gleitung“ hilft Ihnen bei formalen und vertraglichen Fragen ebenfalls gerne weiter unter - helpna@bibb.de oder 0228 107 – 1600 http://www.na-bibb.de/informieren/mobilitaet http://www.ausbildung-weltweit.de mailto:mobilitaet-berufsbildung%40bibb.de%20?subject= mailto:helpna%40bibb.de?subject= : : : : Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung zuständig. Darüber hinaus nehmen wir weitere zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben in beiden Bildungsbereichen wahr. Wir arbeiten eng mit der EU-Kom mission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. - Mehr Informationen finden Sie unter: www.na-bibb.de Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 www.na-bibb.de www.meinauslandspraktikum.de www.auslandsberatung-ausbildung.de Nationale Agentur Bildung für Europa @meinauslandspraktikum Verantwortlich Berthold Hübers Stand März 2026 (aktualisierte Auflage) Gestaltung Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildquellen AdobeStock.com: Monkey Business (S.1,4); Jacob Lund (S.2,5); Halfpoint (S.9) Gedruckt auf Antalis Digicolor http://www.na-bibb.de http://www.meinauslandspraktikum.de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all&viewAsMember=true https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/?hl=de http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de http://www.auslandsberatung-ausbildung.de Auslandsaufenthalte während der Ausbildung Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Ausbildung international! Das sind die Vorteile Was sind die Vorteile für Ihre Auszubildenden? Was sind die Vorteile für Ihr Ausbildungspersonal? Was sind die Vorteile für Ihr Unternehmen? Wie werden Sie gefördert? Andauernde Mitgliedschaft im Programm Befristeter Einstieg in Projektform Auslandsaufenthalte können in folgende Länder ermöglicht werden Welche Aktivitäten werden gefördert? Wie hoch ist die Förderung? Green Travel Erasmus+ fördert Inklusion und Vielfalt. Wie werden Ihre Auslandsaufenthalte erfolgreich? Strategische Ansätze und personelle Ressourcen Stellen Sie jetzt Ihren Antrag Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne Impressum Verantwortlich Stand Gestaltung Bildquellen …

[…] Bildung für Europa 39 Aug. 2024 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung Auslandsaufenthalte in Bildungseinrichtungen verankern 06 „Europa in Bewegung“ 22 Personalmobilität 23 Erste Ergebnisse RIA-AE 2 3Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de Twitter: @nabibb_de @EUEB_de Verantwortlich: Berthold Hübers Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 06.05.2024 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/ publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 6.000 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: BIBB Gedruckt auf Antalis Digicolor Bildnachweis Titel & Inhaltsver- zeichnis (S.5): JacobLund und Porcupen_AdobeStock (S. 1); D'Action Images_AdobeStock, Hella Krusche, Mediteraneo _AdobeStock, Mareike Marx, contrastwerkstatt_AdobeStock (S. 5). Für unverbindlich eingesandte Manu- skripte, Bildmaterial und andere Unter- lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich-net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. ISSN 1616-5837 Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. - www.na-bibb.de www.erasmusplus.de 2 Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. - Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. - Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten: Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de https://x.com/@nabibb_de https://x.com/@EUEB_de 2 3 Bildung für Europa | August 2024 © N A b ei m B IB B Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Internationalisierung in der Bildung boomt. Die Zahl der bewilligten Auslandsaufenthalte steigt stark an. Die NA beim BIBB hat im Jahr 2023 über 35.000 Auslandsaufenthalte bewilligt, 42 Prozent mehr als im Jahr zuvor und der Zuwachs wird im Jahr 2024 voraussichtlich ähnlich hoch sein. In der Berufsbildung ist die Nach frage nach institutionellen Erasmus+-Akkreditierungen deutlich hö her als aufgrund der verfügbaren Mittel bedient werden kann. Auch das Interesse an Kooperationsprojekten bleibt auf hohem Niveau. - - All dies sind gute Zeichen und ein hoffnungsvolles Signal. Wir ste hen in Deutschland und Europa vor Herausforderungen, die wir nur mit guter Bildung bewältigen können. Wir brauchen Men schen, die kulturelle Unterschiede als Bereicherung erleben und gelernt haben, die damit zwangsläufig einhergehenden Heraus forderungen aufgrund eigener interkultureller Erfahrungen kom petent zu meistern. Das Bildungspersonal, das neue Ideen von Peer-Learning-Aktivitäten im Ausland aufgreift, hebt die Qualität unserer Bildungsangebote. Die Bildungseinrichtungen, die mit eu ropäischen Partnern kooperieren, entwickeln innovative Konzepte und sind zugleich attraktive Arbeitgeber im Bildungssektor. Dies alles sind Wirkungen der Programme, die wir in der Nationalen Agentur beim BIBB umsetzen. In dieser Journalausgabe finden Sie Berichte und Geschichten von Menschen, Projekten und Initiativen, die das beispielhaft belegen. - - - - - Die soeben veröffentlichte Ratsempfehlung „Europa in Bewegung“ gibt der Internationalisierung der Bildung nochmals Rückenwind und eine Richtung. Die darin genannten Empfehlungen gelten für die Erwachsenenbildung und Berufsbildung gleichermaßen. Für die Berufsbildung wird darüber hinaus ein Mobilitätsbenchmark formuliert, der mit 12 Prozent höher liegt als alle bisherigen natio nalen oder europäischen Zielmarken. Bemerkenswert ist, dass der Benchmark nun die gesamte Berufsbildung umfasst, also neben der Erstausbildung auch die Ausbildungsvorbereitung, Fortbildung und Umschulung. Das macht dieses Ziel noch wesentlich ambitio nierter. - - Noch ein Wort in eigener Sache: Es ist das erste Mal, dass ich mich als Direktor der NA beim BIBB an Sie wende. Ich habe die Leitung im Januar von Klaus Fahle übernommen, der sich in der letzten Ausgabe des Journals von Ihnen verabschiedet hat. Mit wem ha ben Sie es jetzt zu tun? Ich bin Elektriker und Diplom-Pädagoge, Interkultureller Trainer und Erwachsenenbildner, Westfale und Eu ropäer. Die Bildungspraxis, an die sich unsere Programme richten, ist mir also vertraut, auch wenn ich bereits seit 17 Jahren in der NA beim BIBB arbeite. Jetzt freue mich darauf, Ihnen mit den Program men, die bei uns angesiedelt sind, und zusammen mit dem starken Team der NA beim BIBB eine ideale Unterstützungsstruktur für Ihre Aktivitäten zur Internationalisierung der Bildung zu bieten. - - - Mit einem herzlichen Gruß aus Bonn Editorial Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB 4 5 Inhalt Nr. 39 | Schwerpunkt Internationalisierung 06 09 10 12 14 15 16 18 20 22 „Europa in Bewegung“ Ratsempfehlung zur Lernmobilität im Ausland Good Practice: Von Internationali sierung überzeugt - Gesamter Kammerbezirk profitiert von Internationalisierung Drei Jahre Akkreditierung in der Leitaktion 1 Was sind die Ziele und wo stehen wir? Europa bringt Farbe ins Spiel Wie der Bayerische Volkshochschulverband (bvv) die Internationalisierung fördert Good Practice: VHS Rottweil stellt sich neu auf Erasmus+ als Motor für Veränderungen Good Practice: International denken Die Möglichkeiten von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung nutzen Internationalisierung als Instrument Fortbildungsreihe für EU-Koordinierende Infografik „Internationalisierung auf gutem Weg Ausgewählte Erasmus+-Statistiken aus der Berufs- und Erwachsenenbildung“ „Ein Tor in den europäischen Bildungsraum“ Das Europass-Portal als Anlaufstelle zum Lernen und Arbeiten in Europa Personalmobilität in Europa Instrument zur Internationalisierung von Bildungseinrichtungen Das transnationale Forschungs netzwerk RIA-AE - Erste Ergebnisse zu Wirkungen von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Baukasten internationale beruf liche Handlungskompetenz - Ein erster Praxiseinsatz Good Practice: Bereit für Europa? upgrade2europe unterstützt Organisationen bei der Europäisierung Weltweite Öffnung für akkredi tierte Einrichtungen - Welche Möglichkeiten bietet Erasmus+ außerhalb der EU? Mit Erasmus+ zum Praktikum nach Asien Sprachförderung in der Kita – das kann man auch in Vietnam lernen Steigendes Interesse an weltwei ten Auslandspraktika - Eine Bestandsaufnahme des Förderprogramms AusbildungWeltweit Erasmus+ Erasmus+-Antragsrunde 2024 Mehr Auslandsaufenthalte als je zuvor beantragt – noch Potenzial in der Erwachsenenbildung Neues Portal für Projektträger Ausgliederung von Inhalten aus Website sorgt für bessere Auffindbarkeit Infosplitter Antragsfristen 23 24 26 27 28 30 32 33 34 36 4 5 Bildung für Europa | August 2024 „…. dass die EU-Ziele bis 2030 erreicht werden, und zwar im Hinblick darauf, dass […] in der beruflichen Aus- und Weiterbildung der Anteil der Lernenden in der Berufsausbildung, die in den Genuss einer Lernerfahrung im Aus- land kommen, mindestens 12 % betragen sollte. “ 28 Mit Erasmus+ nach Asien 24 Baukasten internationale berufliche Handlungskom petenz - 12 Nachgefragt beim Bayerischen Volkshochschulverband 16 Internationalisierung als Instrument 33 Neues Portal für Erasmus+-Projektträger 06 „Europa in Bewegung“– Ratsempfehlung zur Lernmobilität im Ausland 6 7 Internationalisierung „Europa in Bewegung“ Ratsempfehlung zur Lernmobilität im Ausland © D 'A ct io n Im ag es _A do be St oc k 6 7 Bildung für Europa | August 2024 - - Europäischer Bildungsraum und Ratsempfehlung Bildungsbezogene Auslandsaufenthalte stärken die Internationali sierung der Bildung. Fast alle Dokumente in Zusammenhang mit dem europäischen Bildungsraum verweisen auf ihre Bedeutung als wichtigen Baustein bei dessen Verwirklichung. Wie sie nennt die Ratsempfehlung „Europa in Bewegung“ zunächst als besondere Herausforderungen den Fachkräftemangel sowie den digitalen und den grünen Wandel, denen aus Sicht des Rats mit Hilfe von Aus landsaufenthalten begegnet werden kann. Darüber hinaus werden mit Lernmobilität im Ausland persönlichkeitsbildende Effekte, die Förderung einer europäischen Identität, eine verbesserte Beschäf tigungsfähigkeit sowie die Qualitätsverbesserung der Bildungsan bieter und ihrer Angebote verbunden. Die neue Ratsempfehlung soll helfen, noch bestehende Hindernisse für die Lern- und Lehr mobilität zu beseitigen und gleichzeitig inklusive, nachhaltige und ausgewogene Lernaufenthalte im Ausland zu fördern. Dabei sind alle Bildungsbereiche sowie neben der formalen auch die non-for male und informelle Bildung angesprochen. Besondere Beachtung finden die beiden Zielgruppen Lehrkräfte und Auszubildende. - - - - - - Mitgliedstaaten: Benchmarks und Systeme „Europa in Bewegung“ enthält 17 teilweise sehr konkrete Emp fehlungen für die Mitgliedstaaten, aus denen hier drei herausge griffen werden sollen. So soll in der Berufsbildung der Anteil der Lernenden, die einen Auslandsaufenthalt absolvieren, bis 2030 EU- weit auf 12 Prozent ansteigen (Empfehlung 3). Die ursprünglich vorgeschlagene Zielmarke von 15 Prozent wurde demnach zwar reduziert, aber auch der neue Benchmark stellt ein sehr ambiti oniertes Ziel dar. Ebenfalls anders als im Vorschlag vom Novem ber 2023 enthält die endgültige Ratsempfehlung keine konkrete Zielmarke mehr für die Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen an der Lernmobilität. Den Mitgliedstaaten wird stattdes - - - - - sen empfohlen, bis 2027 einen Anteil von 20 Prozent anzustreben; als Schätzungsgrundlage sollen Erasmus+ und das Programm für das Europäische Sozialkorps herangezogen werden. Der Rat hält jedoch an seiner Empfehlung fest, bis 2030 eine konkrete Zielmar ke zu definieren. Als Basis hierfür soll ein Vorschlag für eine valide Datenerhebungsmethode für diese Personengruppe dienen, den die EU-Kommission bis 2026 vorlegen soll (Empfehlung 4). - Eine weitere interessante Empfehlung ist die, “systemische Lernmo bilitätschancen“ zu schaffen (Empfehlung 6). Unter anderem wird angeregt, Lernmobilität zu einem festen Bestanteil der Bildungs systeme zu machen, etwa durch Wahlkurse, feste „Mobilitätsfen ster“ in den Bildungsgängen oder andere, nicht weiter präzisierte Maßnahmen. Nicht nur in diesem Abschnitt wird der umfassende Ansatz des Rats deutlich: Explizit werden alle Bildungsbereiche und Lernformen genannt und in die Empfehlungen einbezogen. Zu den systemischen Mobilitätschancen gehören für den Rat auch die Incoming-Mobilität, die Bedeutung von Qualitätsstandards sowie die Notwendigkeit einer Koordination von Förder- und Unterstüt zungsmöglichkeiten in den Mitgliedstaaten. - - - - Das Dokument enthält darüber hinaus Empfehlungen zur Förde rung des Sprachenlernens, zu mobilitätsfördernden Maßnahmen wie die Schaffung einer „Mobilitätskultur“, zu Informations- und Netzwerkaktivitäten, zu Initiativen zur Transparenz und Anerken nung von Lernergebnissen sowie zur Stärkung von Inklusion, Nach haltigkeit, Digitalisierung und europäischer Werte mittels europä ischer Lernmobilität. - - - - Bis Ende 2026 sollen die Mitgliedstaaten der EU-Kommission einen Bericht über bestehende oder geplante Konzepte bzw. Strategien zur Umsetzung der Empfehlungen vorlegen. Unterstützung durch die EU-Kommission Mit 17 sogenannten „Ersuchen“ wendet sich der Rat der Europä ischen Union auch direkt an die EU-Kommission. Sie reichen von der Schaffung einer guten Datengrundlage über die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei allen bereits genannten Themen bis hin zu Begleitung von Reformen und strategischen Entwicklungen in den Ländern. Erasmus+ wird hier wie in den anderen Abschnitten wiederholt als Referenzprogramm und Beispiel herangezogen. Bis 2025 soll die EU-Kommission eine Studie über Chancen, Heraus forderungen und Auswirkungen einer ausgewogenen Mobilität erstellen. - - Besonders wichtige Zielgruppen: Lehrkräfte und Auszubildende In zwei Anlagen hebt der Rat zwei Themen besonders hervor: Die Lernmobilität von Lehrkräften und die von Auszubildenden. Ratsempfehlung zur Lernmobilität im Ausland 8 9 Mobilität von Lehrkräften In der ersten Anlage formuliert der Rat Anregungen, wie beste hende Mobilitätshindernisse speziell für das Bildungspersonal über wunden werden können. So soll Auslandsmobilität sowohl in der Ausbildung als auch in der Weiterbildung von Lehrkräften gestärkt werden. Dies zum Beispiel durch die Verankerung von Mobilitäts möglichkeiten in Lehrplänen, durch „Mobilitätsfenster“ im Studium und im Beruf sowie durch Vereinbarungen zur Vergleichbarkeit und Anerkennung von Lehrtätigkeiten oder erworbene Kompetenzen im Ausland. Auf lokaler Ebene soll ein strategischer Ansatz dabei helfen, Lehrkräftemobilität und Schulentwicklung besser mitei nander zu verbinden. Hier werden unter anderem genannt: eine verstärkte Unterstützung der Akteurinnen und Akteure in Entschei dungspositionen, konkrete Zielsetzungen auf Einrichtungsebene sowie die Zusammenarbeit von Schulen untereinander und mit relevanten lokalen Organisationen. Für die Organisation der Lehr kräftemobilität sollen die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden, zum Beispiel indem lokale Kapazitäten gebündelt oder aktive Schulen mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet werden. Grundsätzlich wird eine Anerkennung des Engagements Einzelner für die Mobilität und deren Ermöglichung angeregt. Ein eigener Ab schnitt widmet sich Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für Schulleitungen und Entscheidungsträger. - - - - - - - Mobilität von Auszubildenden Die zweite Anlage trägt der besonderen Situation von Auszubilden den Rechnung und schlägt Maßnahmen vor, die helfen könnten, deren Beteiligung an Auslandsmobilität zu erleichtern und zu er höhen. Auf Systemebene wird die Einbettung von europäischer Lernmobilität in nationale oder branchenspezifische Internationa lisierungsstrategien angeregt. Die Einbindung der relevanten Ak teure und die Expertise von Zentren beruflicher Exzellenz könnten aus Sicht des Rats die Integration von Mobilität in Lehrpläne sowie die Qualität von Auslandsaufenthalten vorantreiben. In der Bereit stellung von Personalressourcen, Anlaufstellen und Beratungsstruk turen werden sinnvolle Initiativen gesehen, um die Mobilitätsbetei ligung von Auszubildenden zu erleichtern. Weitere vorgeschlagene Maßnahmen haben einen einfachen Zugang zu Informationen, administrative Erleichterungen für die Aufnahme von Auszubilden den anderer Länder sowie bilaterale Abkommen zur besseren Ver gleichbarkeit und gegenseitigen Anerkennung von Lernleistungen zum Inhalt. Mit Blick auf die Auszubildenden selbst wird ein inklusiver Ansatz besonders hervorgehoben. Außerdem werden unter anderem ge nannt: eine finanzielle Unterstützung zusätzlich zu Erasmus+, die Entwicklung relevanter Begleitmaßnahmen vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt sowie der Aufbau von Beratungsstruk turen und -angeboten. Mit Blick auf Unternehmen regt der Rat die Schaffung finanzieller Anreize, die organisatorische Unterstützung vor allem von KMU und die Förderung der grenzüberscheitenden Zusammenarbeit der relevanten Stellen an, letzteres insbesondere in Branchen, die vom digitalen und grünen Wandel betroffen sind bzw. zur Abmilderung des Fachkräftemangels in diesen Branchen. - - - - - - - - - - - Einschätzung aus Erasmus+-Perspektive Die Ratsempfehlung gibt den Mitgliedstaaten wichtige und kon krete Anregungen zur Steigerung der Teilnahme an und zur Quali tätsverbesserung von Lernaufenthalten im Ausland. Sie richtet sich vor allem an (politische) Entscheidungsträger, stellt aber auch für alle, die sich in Erasmus+ engagieren, ein wichtiges Dokument dar. Grundsätzlich haben Empfehlungen des Rats der Europäischen Uni on eine große Verbindlichkeit, da ihre Inhalte von Vertreterinnen und Vertretern aller Mitgliedstaaten ausgehandelt wurden und in sofern auch mitgetragen werden. - - - - - - - - - Internationalisierung © N A b ei m B IB B © lu ci an o_ A do be St oc k Für Akteurinnen und Akteure im Erasmus+-Programm enthält „Europa in Bewegung“ eine Reihe vielversprechender Aussagen. Der Stellenwert von Lernmobilität im Ausland in allen Bildungs bereichen wird deutlich gestärkt. Lernmobilität, und damit Eras mus+, wird als wichtiges Mittel zur Vollendung des europäischen Bildungsraums angesehen. Die zentralen Ziele und Prioritäten des Erasmus+-Programms finden sich in der Ratsempfehlung wieder. Auch der Anspruch von Erasmus+, Wirkung auf Einrichtungsebene zu erzielen, wird bestätigt und gestärkt. Mobilität wird von der Ebe ne vieler Einzelfälle auf die Systemebene gehoben, die Ressourcen frage und die der Wertschätzung von europäischem Engagement werden zu wichtigen Gelingensfaktoren. Lehrkräftemobilität sowie die Situation von Auszubildenden und ihrer Ausbildungsunterneh men erhalten eine hohe Aufmerksamkeit. Und schließlich kann sogar der hohe Benchmark für die Berufsbildung dazu beitragen, das Erasmus+-Programm zu stärken, denn ohne die notwendige Mittelausstattung der nächsten Programmgeneration ist er kaum zu erreichen. ULRIKE SCHRÖDER Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB ulrike.schroeder@bibb.de https://data.consilium.europa.eu/doc/ document/ST-9804-2024-INIT/de/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-9804-2024-INIT/de/pdf mailto:ulrike.schroeder@bibb.de 8 9 Bildung für Europa | August 2024 Internationalisierung Good Practice: Von Internationalisierung überzeugt Gesamter Kammerbezirk profitiert von Internationalisierung © F ra nk O el ze Die Handwerkskammer Erfurt hat jah relange Erfahrung sowohl als entsen dende als auch aufnehmende Einrich tung im Programm Erasmus+ und ist bereits seit 2020 akkreditiert. Gründe für die Kammer, international aktiv zu sein und entsprechende Angebote auch mit Erasmus+ anzubieten, gibt es einige. Wettbewerbsfähigkeit - - - Auszubildende, die einen Aufenthalt im Aus land durchführen, stärken nicht nur ihr fach liches Wissen, indem sie z.B. neue Techniken lernen, sondern verbessern auch ihre Soft Skills wie Flexibilität oder Selbstvertrauen. Gemeinsam mit den interkulturellen Kompe tenzen, die durch einen Auslandsaufenthalt erworben werden, wird damit die Wettbe werbsfähigkeit der Auszubildenden erhöht. Auch den Betrieben und der Kammer selber kann Erasmus+ helfen, die Konkurrenzfähig keit zu erhöhen: sei es durch die Mobilität von Ausbildungspersonal, das selber neue Fähig keiten erwerben kann, oder durch die Koor dination des Angebots, was zukünftige Fach kräfte dazu bewegen kann, im Kammerbezirk eine Ausbildung anzutreten. Attraktivität - - - - - - - - Die internationale Arbeit der Handwerks kammer ermöglicht ein niedrigschwelliges Angebot für ihre Mitgliedsbetriebe und leistet somit einen langfristigen Beitrag für die In ternationalisierung im Kammerbezirk, auch durch die Entlastung von Betrieben, die selber keine Erasmus+-Anträge stellen möchten. Die enge Vernetzung mit den Mitgliedsbe trieben erlaubt es der Kammer zudem, einen guten Überblick des Bedarfs der Wirtschaft zu haben. So kann bedürfnisorientiert reagiert und entsprechende Angebote können zeit nah erarbeitet und umgesetzt werden. Durch das Angebot der Kammer wird somit die At traktivität der Berufsbildung im Kammerbezirk erhöht. Dies zeigt sich am Beispiel des Fach kräftemangels. Dieser kann durch Kooperati onen mit Partnern aus Ländern, auch außer halb Europas, aus denen vermehrt Fachkräfte nach Deutschland kommen, verringert wer den. Ein Austausch auf fachlicher, aber auch kultureller Ebene kann helfen, die Eingliede rung dieser Fachkräfte in Deutschland zu ver einfachen. Auch der Austausch zu Inhalten und Rahmenbedingungen von europäischen Berufsabschlüssen kann die Fachkräfteanwer bung erleichtern. Von Guter Praxis lernen - - - - - - - - - - - - Ein Beispiel im Bereich Digitalisierung zeigt deutlich, dass Auslandsaufenthalte nicht nur den Teilnehmenden zugutekommen, son dern auch großflächig eine positive Wirkung auf das Angebot der beruflichen Bildung ha ben können und sich damit wie beschrieben günstig auf die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Berufsbildung im Kammer bezirk Erfurt auswirken. Seit 2023 verfügt die Handwerkskammer über ein Kompetenzzen trum für Robotik und Sensorik. Der Wunsch, hier auch Gute Praxis, zum Beispiel im Bereich der Lehre von Robotik aus anderen Ländern einfließen zu lassen, konnte durch Mobilitäten nach Estland erfüllt werden. Die hier erwor benen Kompetenzen fließen zurück in das Kompetenzzentrum und stehen somit einer großen Anzahl an Personen zur Verfügung, die selber nicht zwingend für einen Lernauf enthalt im Ausland waren. - - - - - - PROJEKTINFO Projekttitel: Mobilität im Rahmen der Akkreditierung Projektnummer: 2023-1-DE02-KA121-VET-000113362 Laufzeit: 01.06.2023 - 31.08.2024 Zielländer: ES, IE, AT, MT, IT, EE, VN Projektnehmer: Handwerkskammer Erfurt Kontakt: Frau Pizarro-Weingart bweingart@hwk-erfurt.de Website: www.hwk-erfurt.de Internationalisierung mailto:bweingart@hwk-erfurt.de http://www.hwk-erfurt.de 10 11 - - - - - - - - - - - - - - - - B ereits ein Jahr vor dem offiziellen Beginn der aktuellen Erasmus+-Programmge neration (2021-2027), haben sich die NA beim BIBB und die in der Leitaktion 1 (Mobilität) aktiven Einrichtungen aus der Berufs- und Erwachsenenbildung mit einer großen Neuerung auseinan dergesetzt: der Akkreditierung. Drei Jahre Akkreditierung in der Leitaktion 1 Was sind die Ziele und wo stehen wir? Internationalisierung Was genau ist die Akkreditierung? Die Akkreditierung ist eine Art Mitglied schaft, mit der Einrichtungen in der Leitaktion 1 langfristig mit weniger bü rokratischem Aufwand Mittelanforde rungen bei der NA einreichen können. Für neue Einrichtungen gibt es auch wei terhin die Möglichkeit, über Kurzzeitpro jekte die Durchführung von Auslandsauf enthalten zu Lernzwecken zu „testen“ bzw. Erfahrung zu gewinnen. Doch wer langfristig am Programm teilnehmen möchte, kommt um die Akkreditierung nicht herum. Teil des Akkreditierungsantrags sind kon krete Ziele, die sich die Einrichtungen setzen und die sie mithilfe der Akkreditie rung, sprich mit Erasmus+-Mobilitätsakti vitäten, erreichen möchten. Diese werden als Teil des Erasmus Plans formuliert und sind so individuell wie die Einrichtungen, die im Programm aktiv sind. So reichen sie von der Einführung neuer Curricula über die Qualifizierung von Management-, Ver waltungs- und Lehrpersonal bis hin zum Aufbau konkreter Kompetenzen inner halb der Einrichtungen. Hierbei beziehen sich die Einrichtungen nicht selten auf die Schwerpunktthemen des Erasmus+-Pro gramms und streben Kompetenzaufbau hauptsächlich in den Bereichen Inklusion, Nachhaltigkeit und Digitalisierung an. Ziele der Akkreditierung Anders als bei der projektbezogenen För derung der Vergangenheit soll die Akkredi 10 11 Bildung für Europa | August 2024 tierung Einrichtungen dabei unterstützen, ihre internationale Arbeit zu reflektieren und diese, wo nötig und möglich, mit Hil fe des Programms zu festigen und auszu bauen. Der Fokus liegt somit weniger auf den einzelnen Mobilitätsaktivitäten, son dern auf den aktiven Einrichtungen selbst. Auch die mit einer Akkreditierung einher gehenden weniger aufwendigen Mittel anforderungen sollen die Einrichtungen dabei unterstützen, ihre Ressourcen statt dessen in die internationale Arbeit zu in vestieren. Statt einer jährlichen inhaltlichen Antrags stellung muss nach spätestens fünf Jah ren ein Bericht zum Fortschritt des Eras mus Plans eingereicht werden. Da bisher nur einzelne Berichte eingegangen sind, lässt sich auf deren Basis noch keine um fassende Einschätzung zur Wirkung der Akkreditierung treffen. Gespräche und Monitoring-Veranstaltungen mit akkre ditierten Einrichtungen deuten jedoch eine insgesamt positive Wirkung an. So haben viele Träger die Planungssicher heit aufgrund der Langfristigkeit der Ak kreditierung betont. Betrug die Laufzeit der Projekte im alten Programm nur ma ximal zwei Jahre, gilt die Akkreditierung bis zum Ende der Programmlaufzeit, also bis einschließlich 2027. So gibt es Einrich tungen, die diese langfristige Planungssi cherheit genutzt haben, um eine eigene Stelle für die Koordination und Durchfüh rung der Erasmus+-Mobilitätsaktivitäten einzurichten. Die Erstellung eines Erasmus-Plans und die damit verbundene Auseinanderset zung mit der bisherigen internationalen Arbeit haben vielen Einrichtungen erst bewusst gemacht, wie viel sie in dem Zusammenhang bereits umsetzen. Es wurden aber auch Defizite entdeckt und Wege gefunden, diese mit Hilfe von Eras mus+ anzugehen. Da die Akkreditierung auf Einrichtungsebene ansetzt und eine langfristige Organisationsentwicklung an strebt, sind Entscheidungsträger/-innen in den Einrichtungen stärker als zuvor in die Erasmus+-Tätigkeiten involviert. Dies wird von vielen Erasmus+-Koordinato rinnen und Koordinatoren als positiv für die eigene Arbeit angesehen. Auch die Identifizierung mit Europa ist bei Mitar beitenden und Lernenden einiger Einrich tungen durch die Erasmus-Akkreditierung nachhaltig gestiegen. Projektträger haben darüber hinaus zurückgemeldet, dass die Akkreditierung sie dabei unterstütze, eu ropäische Antworten auf aktuelle Krisen und Herausforderungen zu finden. Wie wurde die Akkreditierung bisher angenommen? Internationalisierung - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Aufgrund der langen Laufzeit der Ak kreditierung nimmt die Zahl der Akkre ditierungsanträge in der Berufsbildung im Verlauf insgesamt ab, ist aber immer noch erfreulich hoch. In der Erwachse nenbildung gestaltet sich die Situation anders. Nach einer hohen Nachfrage zu Beginn der Programmgeneration sind die Antragszahlen in den folgenden Jahren unter anderem bedingt durch die Coro na-Pandemie deutlich zurückgegangen. 2023 war jedoch eine Entspannung der Situation zu erkennen und ein sichtbarer Anstieg der Antragszahlen bei den Akkre ditierungen zu verzeichnen. Seit Einführung der Akkreditierung im Jahr 2020 wurden in der Berufsbildung 885 Einrichtungen akkreditiert, 58 davon als Konsortialführer. In der Erwachsenen bildung konnten bisher 63 Akkreditie rungen vergeben werden. 11 dieser Ein richtungen sind zusammen mit weiteren Partnern in einem Konsortium organisiert. In den bisher vier Antragrunden für Mit telanforderungen konnten in der Berufs bildung Auslandsaufenthalte für ungefähr 83.800 Lernende bewilligt werden, eben so 23.200 Aufenthalte für Bildungsperso nal. In der Erwachsenenbildung beläuft sich die Zahl auf ungefähr 1.600 Auslands aufenthalte für Lernende und ungefähr 4.750 für Mitarbeitende. 2023 musste in der Berufsbildung aufgrund der hohen Nachfrage, die nicht mehr vollständig von dem vorhandenen Budget gedeckt werden konnte, die Anzahl der neu ver gebenen Akkreditierungen auf 100 be schränkt werden. Da in der Erwachsenen bildung nach wie vor ausreichend Budget zur Verfügung steht, gibt es eine solche Deckelung dort nicht. Wie geht es weiter? - - - - - - - - - - - - - - - - Auch im Jahr 2024 gehen wir von einem großen Interesse in der Erwachsenen- und Berufsbildung an der Akkreditierung aus. In der Berufsbildung wurde bereits ange kündigt, dass auch im laufenden Jahr wie der nur maximal 100 Einrichtungen eine Akkreditierung bekommen können. - - - - - - Mit mehr abgeschlossenen Mittelanforde rungen und Akkreditierungsberichten lässt sich in den nächsten Monaten und Jahren ein besseres Bild über die Auswirkung der Akkreditierung auf die beteiligten Einrich tungen gewinnen. Doch schon jetzt zeich net sich ab, dass die Akkreditierung einen positiven und nachhaltigen Einfluss auf die einzelnen Teilnehmenden an Mobilitätsak tivitäten und die Einrichtungen selbst hat und dadurch zur Weiterentwicklung aller Beteiligten beiträgt. LAURA BROSS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Inter nationalisierung der Berufsbil dung“ in der NA beim BIBB - - TANJA MÖLLER Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Lernmobilität und Agenda“ in der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B & p riv at 12 13 Europa bringt Farbe ins Spiel Wie der Bayerische Volkshochschulverband (bvv) die Internationalisierung fördert - - - - - - - - - - - - - - - © H el la K ru sc he Internationalisierung E in Gespräch mit Hella Krusche, Leiterin Grundbildung und europäische Zusam menarbeit in der Fach- und Koordina tionsstelle für Alphabetisierung und Grundbildung beim bvv Frau Krusche, wie wichtig ist Ihnen das Thema Internationalisierung? Die kulturelle Verständigung in unserer Ge sellschaft ist zu einer echten Herausforde rung geworden – auch in der Erwachsenen bildung. Die Frage dabei lautet: Wie können wir uns internationalisieren und interkultu relle Kompetenzen fördern? Nur wenn wir unser Bildungspersonal entsprechend quali fizieren, bekommen wir Menschen anderer Nationalitäten in unsere Kurse. Und dafür sind wir ja angetreten: eine Erwachsenen bildung für alle, in der niemand zurückge lassen wird. Wie ist das bei den Volkshochschulen (VHS)? Internationalität gehört zu unserem Selbst verständnis. Unsere Aufgabe ist es, das Gemeinwesen zu unterstützen und Ange bote für die Bürger/-innen vor Ort zu ent wickeln. Europa ist in diesem Sinne eine Art Türöffner, um sich als Organisation weiterzuentwickeln. Genau hier kommen EU-Bildungsprogramme wie Erasmus+ und die Akkreditierung ins Spiel. Sie helfen uns, im Zusammenwirken mit anderen Einrich tungen in Europa das erforderliche Know- how zu erwerben und als Organisation zu wachsen. Es gibt diesbezüglich auch den Spruch: Alleine bin ich schneller, gemeinsam komme ich weiter. Genauso ist das. Seit wann sind Sie in Erasmus+ akkre ditiert? Und welchen Beitrag leistet dies? Wir sind seit 2022 akkreditiert, machen aber schon seit 25 Jahren europäische Projekte. Seit der Akkreditierung haben wir bereits über 500 Teilnehmer/-innen entsendet. Das liegt an den vielen Vorteilen, zum Beispiel der Flexibilität, Programminhalte anzupas sen. Wir führen verschiedene Aktivitäten durch – von der Entsendung zu Kursen und Schulungen über Job-Shadowing bis zur 12 13 Bildung für Europa | August 2024 Internationalisierung Teilnahme an Konferenzen. Dabei leitet uns, wohin wir uns als Einrichtung entwi ckeln wollen und welche Handlungsfelder prioritär sind. So wollen wir zum Beispiel vermehrt digitale Tools einsetzen, um noch mehr soziale und sprachliche Inklusion zu erreichen. Das ist ein sehr dynamischer Bereich. Die Akkreditierung ermöglicht es uns, hier auf aktuelle Entwicklungen und Bedarfe zu reagieren. - Als Dachverband vertreten Sie rund 160 VHS in Bayern. Wie schaffen Sie es, diese mitzunehmen? Wer noch nicht europäisch unterwegs war, muss erst einmal ein Gefühl dafür entwi ckeln, was das eigentlich bedeutet. Für die einzelne VHS bleibt im Tagesgeschäft oft wenig Zeit, um Neues zu entwickeln. Unse re Angebote setzen hier Impulse, die Inno vation und Vereinfachung versprechen. Wir greifen Themen auf, die den Kolleginnen und Kollegen unter den Nägeln brennen – nehmen Sie künstliche Intelligenz oder Di versity. Über den europäischen Austausch können die Akteure vor Ort sich Know-how einholen und vernetzt an relevanten The men arbeiten. Eine Voraussetzung dazu sind gute Vertriebswege. Alle Erasmus+-An gebote werden bei uns ganz normal im Regelprogramm ausgeschrieben. Zudem versuchen wir, uns an bestehende Arbeits gruppen, Initiativen und Gremien anzudo cken, um auch deren Kanäle zu nutzen. Wichtig ist mir auch das Follow-up. Das einzelne Bildungsangebot ist im besten Fall der Einstieg in einen Prozess, der sich umso mehr lohnt, wenn man dranbleibt. Daher wollen wir den Volkshochschulen in un serem Verband zugleich die Vorteile einer eigenen Akkreditierung vermitteln. Neben den Inhalten und der Vernetzung geht es in unserer Ansprache immer auch um nach haltige Strukturen. Was meinen Sie damit? - - - - - - - - - - Ich veranstalte für jede Entsendung eine Serie von Vorbereitungsworkshops. Alle, die sich bei uns angemeldet haben, erstel len ein Motivationsschreiben, in dem sie ihre Beweggründe für die Teilnahme zum Ausdruck bringen und einordnen, wie das Ganze in ihre Arbeit passt. In den Work shops besprechen wir dann inhaltliche und organisatorische Aspekte und entwickeln Ideen für die jeweiligen Anliegen. Nach der Teilnahme hole ich alle wieder zusammen, um Ansatzpunkte für eine Weiterarbeit und neue Synergien zu finden. - - Welche Rolle spielt die Professionali sierung des Bildungspersonals? - Eine sehr wichtige Rolle. Die Weiterbil dungsimpulse, die wir aus der europäischen Arbeit bekommen, nehmen wir auf, um das Bildungspersonal unserer Volkshochschulen zu schulen und zu professionalisieren. Das ist übrigens ein wesentlicher Nutzen der Akkreditierung. Denn sie zielt darauf, die Ergebnisse der Mobilitäten so zu verwerten, dass wir die neuen Fortbildungsansätze in die Regelstrukturen überführen. - Worin liegt der Kern Ihrer Philosophie? Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich Erfah rung gepaart mit Reflexion. Alle teilneh menden Kolleginnen und Kollegen verin nerlichen, dass der berühmte Blick über den Tellerrand einen Nutzen hat, ebenso wie der Austausch vor Ort. Für viele unserer Teilneh mer/-innen hat das auch Auswirkungen auf ihr Selbstverständnis als Lehrende. Oft bin ich selbst erstaunt darüber, wie wichtig die ser Aspekt der europäischen Erfahrung ist. Der Prozess geht ja im heimischen Umfeld weiter. Sei es, dass ich Expertinnen und Ex perten in den Verband einlade oder wir ge meinsam mit den Einrichtungen ausloten, welche Formen der Kooperation, Entsen dung und Aufnahme künftig möglich sind. Vor diesem Hintergrund ist mir auch der Mix der Teilnehmenden sehr wichtig: Wir haben Leiter/-innen und hauptamtliche pä dagogische Mitarbeiter/-innen, die das Pro gramm planen, aber auch Lehrkräfte sowie engagierte Ehrenamtler/-innen, die seit Jahr und Tag Aufgaben für die Volkshochschu le übernehmen. All diese Gruppen sollten einbezogen werden, denn die Mischung macht es letztlich aus, sie schafft unter schiedliche Perspektiven. Meine Erfahrung ist, dass die Kolleginnen und Kollegen, die an Erasmus+-Aktivitäten teilnehmen, sehr rasch eine ehrliche Begeisterung für das Thema entwickeln – das gilt für Leiter/-in nen, Planer/-innen und Lehrkräfte gleicher maßen. Warum ist das so? - - - - - - - - - - - - - - Die Erwachsenenbildung ist ein Bildungs sektor, der mit nur wenigen festangestell ten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie vielen Honorarkräften arbeitet. Die Teilnahme an Erasmus+ kann da wie eine Offenbarung wirken. Teil der Erasmus-Fa milie zu werden, ist nicht selbstverständlich und wird als echte Bereicherung empfun den. Diese Freude und das sich daraus ent wickelnde Engagement motivieren mich. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Kontext auch eine Plattform wie EPALE, die vielen Kolleginnen und Kollegen die Wertschät zung, die sie als Erwachsenenbildner erfah ren können, erst deutlich macht. Welche Tipps würden Sie anderen geben? - - - - - - - Nutzt die Akkreditierung! Denn sie ermög licht es, bei der Gestaltung der Mobilität von den Entwicklungsbedarfen der eigenen Institution auszugehen. Die vielfältigen und flexiblen Instrumente helfen dabei, die eige ne Internationalisierung voranzutreiben und einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft zu gehen. Die NA beim BIBB leistet diesbe züglich hervorragende Unterstützung, sie ist für uns ein Fels in der Brandung. - - - Das Gespräch führte Manfred Kasper im Auftrag der NA beim BIBB. HELLA KRUSCHE ist seit 1997 beim bvv und seit 2013 für die Bereiche Grund bildung und die Europäische Zusammenarbeit zuständig. Die 63-Jährige bezeichnet sich selbst als passionierte Europäerin. - © p riv at 14 15 - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: VHS Rottweil stellt sich neu auf Erasmus+ als Motor für Veränderungen © D r. A nj a Ru do lf Der Verband der Volkshochschulen in Baden-Württemberg ist schon lange in europäischen Bildungsprogrammen aktiv und verfügt seit 2021 zudem über eine Erasmus+-Akkreditierung. Aufgrund der Verbandsstruktur er möglicht diese allen Volkshochschu len in Baden-Württemberg, Auslands- aufenthalte für ihr Personal und ihre Lernenden durchzuführen. Werkzeug interner und externer Internationalisierung Eines der Ziele der Akkreditierung des Volks hochschulverbandes ist es, durch Erasmus+- Auslandsaufenthalte seine Mitglieder dabei zu unterstützen, sich internationaler auszu richten. Dies beinhaltet zum einen die Verbes serung der interkulturellen Kompetenzen und Sprachkenntnisse des Bildungspersonals, um unter anderem den diversen Zielgruppen der Volkshochschulen gerecht zu werden. Zum anderen sollen die Volkshochschulen befä higt werden, eigene grenzüberschreitende Bildungsangebote zu etablieren. Der Verband möchte zudem Volkshochschulen dabei un terstützen, Bildungsinnovationen in anderen europäischen Ländern aufzuspüren und diese in den eigenen Einrichtungen umzusetzen. Impulse für neue Initiativen Die VHS Rottweil hat beispielsweise dank der Akkreditierung des Verbandes das Programm in kürzester Zeit auf unterschiedlichste Weise gewinnbringend genutzt: So hat eine Gruppe Seniorinnen aus einem Englisch-Sprachkurs eine Lernreise nach Dublin gemacht. Neben Sprachunterricht bei der aufnehmenden Partnereinrichtung haben die Teilnehmerinnen auch eine Veranstaltung von Language Exchange Ireland besucht, die sie dazu animiert hat, zurück in Deutschland ehrenamtlich ein wöchentliches Sprachcafé anzubieten, bei dem sich seitdem Menschen unterschiedlicher Herkunft bei Tee und Kaffee austauschen. Auch die Leiterin der VHS Rottweil selbst kam mit neuen Anregungen von einem Erasmus+-Aufenthalt in Italien zurück: Durch diesen Austausch wurde deutlich, dass die Sprachkurse in ihrer Einrichtung anders auf gesetzt werden müssen, um ein tieferes kul turelles und politisches Verständnis für das Gegenüber entwickeln zu können. Seitdem spielen Konversationskurse eine größere Rol le in der Sprachvermittlung der Einrichtung. So wurde der Kurs „D’English at Rottweil“ ins Leben gerufen, bei dem zunächst kurz auf Deutsch, dann auf Englisch über ein po litisches Thema gesprochen wird. Blick in die Zukunft Dank der Langfristigkeit der Akkreditierung ist die europäische Reise der VHS Rottweil noch nicht zu Ende. Kooperationen mit wei teren europäischen Partnern sind schon in der Entwicklung. Unter anderem plant sie, in Zukunft für europäische Partner auch als auf nehmende Einrichtung zu fungieren und eine Gruppe Deutschlernender aus der Partner stadt Hyères bei sich zu begrüßen. PROJEKTINFO Projekttitel: Mobilität im Rahmen der Akkreditierung Projektnummer: 2023-1-DE02-KA121-ADU-000137180 Laufzeit: 01.06.2023 – 31.08.2024 Beteiligte Länder: IE, IT Koordinator: Verband: Andrea Bernert-Bürkle VHS Rottweil: Dr. Anja Rudolf Kontakt: Verband: bernert-buerkle@vhs-bw.de VHS Rottweil: Anja.Rudolf@VHS-Rottweil.de Website: Verband: https://www.vhs-bw.de VHS Rottweil: https://www.vhs-rottweil.de Internationalisierung mailto:bernert-buerkle@vhs-bw.de mailto:Anja.Rudolf@VHS-Rottweil.de https://www.vhs-bw.de https://www.vhs-rottweil.de 14 15 Bildung für Europa | August 2024 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: International denken Die Möglichkeiten von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung nutzen © w el tg ew an dt e .V . Der Verein weltgewandt bietet gesell schaftliche und politische Bildung in Berlin und Europa an. Die Aktivitäten orientieren darauf, Lernprozesse zu einem Thema mit der Stärkung kre ativer Potenziale und des Selbstaus drucks der Teilnehmer/-innen zu ver binden. Desgleichen lädt weltgewandt zu öffentlichen Diskussionen und dem Studium von Texten und Online-Kursen ein. Dabei fördert der Verein das Be greifen von Zusammenhängen und den Dialog zwischen Menschen ver schiedener (politischer) Milieus und Kulturen im Sinne von Demokratie und Menschenrechten. Leitend ist das hu manistische Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt. Die internationale Dimension gleicht der Lek türe von Büchern – man kann aus der Fülle des Lebens schmecken. Sie ist bei weltge wandt fast immer präsent. Bei den Begeg nungsprojekten in Marzahn kommen Alt- und Neu-Berliner (u.a. aus Syrien, Afghanistan, Irak) zusammen. Seit 2022 werden diese Ak tivitäten enger mit Erasmus+-Kooperationen verknüpft. weltgewandt realisiert(e) kleinere Partnerschaften zu Klima+Wandel, STADT und „Mauern im Kopf“, bei denen Lernende auch auf Reisen gehen. In einem Innovationspro jekt zur finanziellen Bildung wiederum waren Treffen des lokalen Self-Help-Clubs integriert. Projekte miteinander verzahnen Angefangen hatte weltgewandt 2016 mit Erasmus+-Kooperationen zum Austausch guter Praxis. Daraus gingen Publikationen zu „Zukunft 4.0“, Digitalisierung, Erinnerungs politik, Klimawandel und Geschlechterge rechtigkeit hervor. Darauf aufbauend wurden Projekte mit größeren Outputs zu Themen der politisch-ökonomischen Bildung und Transfor mationen in der Geschichte europäischer Län der realisiert. Mit Folgeprojekten wie z.B. klei neren Partnerschaften können die Ergebnisse in die Breite des eigenen Kontexts und wei terer Regionen Europas getragen werden. Zu dem spiegelt sich die europäische Dimension auch im Design lokaler Projekte. weltgewandt betreibt gegenwärtig „STIMM_BILDUNG“, indem nach Möglichkeiten der Mitbestim mung in der EU gefragt wird. Dem kommen die Erfahrungen in der theaterpädagogischen Arbeit zugute, die während zwei Job- Shadowings im Rahmen von Erasmus+ gemacht wurden und eine deutliche Kompetenzerwei terung bewirkten. Die internationale Ausrichtung erlaubt Hori zonterweiterungen und stärkt Selbstwertge fühl wie Gestaltungskraft der Beteiligten. Sie schärft den Blick für das, was als gut befun den wird, stimuliert zu Ideen und lenkt die Aufmerksamkeit auch lokal auf Möglichkeiten – und Aufgaben. Im Kontext von Erasmus+ hat die Öffnung einen besonderen Charme durch den Gedanken der Kooperation und eine Kultur des Respekts. Um die Klaviatur der Möglichkeiten von Erasmus+ auszuspielen, ist es sinnvoll, die verschiedenen Projekttypen aufeinander zu beziehen. Das „Buch“ will nicht nur gelesen werden. Das Schöne ist, Projektträger schrei ben es selbst. Wenn darin Aktion und Refle xion ihren Platz haben, dürfte die Wirkung langlebig sein. PROJEKTINFO Internationalisierung Akkreditierungsnummer: 2020-1-DE02-ADU008318 Kontakt: weltgewandt. Institut für interkulturelle politische Bildung e.V. Sophia Bickhardt info@weltgewandt-ev.de Website: https://weltgewandt-ev.de mailto:info@weltgewandt-ev.de https://weltgewandt-ev.de 16 17 © M ed ite ra ne o_ A do be St oc k Internationalisierung als Instrument Fortbildungsreihe für EU-Koordinierende 16 17 Bildung für Europa | August 2024 D ie Lehrkräfte für Fremdsprachen an beruflichen Schulen haben oftmals im Rahmen ihres Studiums ein durch Erasmus+ gefördertes Semester im Ausland absolviert. „Enriching lives, opening minds“ erfuhren sie selbst. Nun möchten sie ihren Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ebenfalls Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Stellen Sie sich nun beispielsweise ein Be rufskolleg vor, das sich auf den Weg zur Internationalisierung macht: Betreut mit der Aufgabe „Auslandsaufenthalte für alle“ zu ermöglichen, beginnt die sogenannte „EU-Koordinierende“, sich bei den ver schiedenen Veranstaltungen der NA beim BIBB und bei den Kolleginnen und Kolle gen zu informieren. Die ersten Auslands aufenthalte kann sie über Pool-Projekte ermöglichen. Ihre Arbeitszeit, die sie mit den EU-Formularen verbringt, steigt. Ihr erster Antrag für ein Kurzzeitprojekt wird genehmigt. Wird sie nun zur Leiterin der Erasmus+-Mobilitätsagentur ihrer Schule? An dieser Stelle setzt unser Fortbildungsan gebot an. Denn „Internationalisierung als Instrument“ bedeutet mehr als Mobilitäten anzubieten. Auch die EU möchte mit der neuen Programmgeneration mehr als „Aus landsaufenthalte für alle“ ermöglichen; sie möchte die Entwicklung der geförderten Institution unterstützen. Dazu erwartet sie, dass in dem Leitbild und den Zielen der Schule die vier Erasmus+-Prioritäten veran kert sind und dass die Erasmus+-Aktivitäten dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen. Schulentwicklung im Dreiklang denken - - - - - - - Schulentwicklung zu stärken bedeutet, die drei Elemente Personal-, Unterrichts- und Organisationsentwicklung zu fördern. Daher bieten wir bei der Bezirksregierung Arnsberg Fortbildungsreihen für EU-Koor dinierende an. Die Teilnahme ist freiwillig. Ziel ist, die EU-Koordinierenden zu unter stützen, die Internationalisierungsbestre bungen ihrer Schulen strategisch in Ab stimmung mit dem Kollegium zu planen und mit der Umsetzung zu starten. So ler nen die Teilnehmenden zuerst das gesamte mögliche Tätigkeitsfeld kennen. Gemein sam mit ihrer Schulleitung legen sie fest, welches die ersten Meilensteine und Ziele ihrer Arbeit als EU-Koordinierende sein können. Die Fortbildung besteht aus vier Modulen à drei Zeitstunden, die in Präsenz über das gesamte Schuljahr zu festen Ter minen angeboten werden. Nach dem er sten Durchlauf etabliert sich ein Netzwerk zwischen den Teilnehmenden. Es entsteht der Wunsch, sich gemeinsam in Themen feldern der Schulentwicklung fortzubilden. So ist eine zweite Fortbildungsreihe mit fünf Modulen entstanden. Ein Modul der zweiten Reihe befasst sich mit dem Thema „Change-Management-Prozesse in Schule mit Erasmus+ unterstützen“ unter der Fra gestellung „Wie gestalten wir unsere Schu le hinsichtlich der aktuellen Herausforde rungen?“ Die in den seit 2017 angebotenen Fort bildungen erarbeiteten Internationalisie rungsstrategien konnten für den Akkre ditierungs-Antrag verwendet werden. So sind 42 von 49 staatlichen Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg akkreditiert. Aktuell erarbeiten und erproben wir die Fortbildungsreihe „Innovationsmanagement: Entwicklungsprozesse managen und ge meinsam gestalten“. Beispielsweise stellt sich den EU-Koordinierenden immer wieder die Frage, wie sie die Lehrkräfte der einzel nen Abteilungen überzeugen können, mit Erasmus-Aktivitäten wie Job-Shadowing, Besuchen von Kursen und Schulungen und beruflichen Praktika ihrer Lernenden oder auch Gruppenmobilitäten die Ziele des Bil dungsganges zu erreichen. Dabei ist die Kommunikation innerhalb der Schulgemeinde und mit den Stakeholdern wesentlich für eine erfolgreiche Umset zung der Internationalisierungsstrategie. Die Themen der Module sind daher „Be ratungs- und Konfliktgespräche führen“, „Teilnahme und/oder Moderation von Teamsitzungen“, „Professionelle Lernge meinschaften initiieren und gestalten“ und „Mit Kanban und Canvas Projekte agil ma nagen“. Gesprächsanlässe aus der Praxis eines EU-Koordinierenden finden sich in den Modulen wieder. Diese Module wer den ab dem Schuljahr 2024/25 den EU-Ko ordinierenden und ihren Teams angeboten. Die Teilnahme einer akkreditierten Schule am Erasmus+-Programm in der Leitaktion 1 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - bedeutet, dass die Schule sich in allen drei Ebenen der Schulentwicklung – Organisa tions-, Personal- und Unterrichtsentwick lung – auf den Weg macht. Dabei wird die Schule nicht nur finanziell unterstützt, son dern erfährt zudem Beratung in den einzel nen Dimensionen der Schulentwicklung, wie sie im „Referenzrahmen Schulqualität NRW“ und im neuen Qualitätsrahmen für berufliche Schulen abgebildet sind. Sie för dert die Kompetenzen ihres Bildungsper sonals und ihrer Lernenden; sie vernetzt sich nicht nur lokal, sondern international. Sie begegnet den Herausforderungen Kli mawandel, digitalen Neuerungen, gesell schaftlichen Veränderungen aktiv durch Change-Management-Prozesse, sucht Gleich gesinnte und positioniert sich als offene, in novative Schule in der Bildungslandschaft. Wir möchten die EU-Koordinierenden der Schulen und ihre Teams durch unsere Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote unterstützen. - - - - - - - - - - Internationalisierung © p riv at ANDREA STEIN ist Geschäftsführerin der EU- Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung des Dezernats 45 bei der Bezirksregierung Arnsberg. „Fortbildungsangebot für EU-Koordinierende“: https://www.bra.nrw.de/-2119 (Downloadbereich) Ausschreibungen: https://lfb.nrw.de/bra# (Schulform „Berufskolleg“, Stichwort „EU-Teams“) https://www.bra.nrw.de/-2119 https://lfb.nrw.de/bra# 18 19 Internationalisierung auf gutem Weg Ausgewählte Erasmus+-Statistiken aus der Berufs- und Erwachsenenbildung - Berufsbildung Klarer Wachstumstrend bei Lernaufenthalten im Ausland Der Fokus liegt auf Azubis, aber auch das Bildungs personal benötigt internationale Kompetenzen und ist als „Wegbereiter“ wichtig. > | Jahr Lernende Bildungspersonal Brexit 22.03.2020 bundesweiter Lockdown Quelle: NA beim BIBB Bewilligte Akkreditierungen 885 Institutionen seit 2020 akkreditiert Quelle: NA beim BIBB Weitere Statistiken finden Sie unter: www.na-bibb.de/presse/statistik Mit Erasmus+ weltweit unterwegs Akkreditierte Einrichtungen nutzen die seit 2021 bestehende Möglichkeit, 20 Prozent ihres Budgets für Lernaufenthalte in nicht mit dem Programm assoziierte Länder einzusetzen. Quelle: NA beim BIBB Beliebteste Zielkontinente 2021-2023 Auslandsaufenthalte in nicht mit dem Programm assoziierte Länder Nordamerika 10,2% Afrika 9,4% Australien 2,3% Südamerika 3,7% Asien 13,2% Europa 61,2% 2017 3.672 18.877 2016 3.536 16.986 2015 3.513 16.104 2014 3.485 15.069 2018 4.204 18.688 2019 6.029 26.858 2020 5.867 23.129 2021 2.437 7.785 2022 5.029 18.725 2023 7.752 25.259 Bewilligte Lernende in nicht assoziierte Länder 399 2.232 2.495 Anteil an bewilligten Lernenden gesamt 5,1 % 11,9 % 9,9 % Bewilligtes Bildungspersonal in nicht assoziierte Länder 102 285 687 Anteil an bewilligtem Bildungspersonal gesamt 4,2 % 5,7 % 8,7 % 2021 2022 2023 Top-3-Zielländer in Europa: 1 Vereinigtes Königreich 49,6% 2 Schweiz 9,2% 3 Bosnien- Herzegowina 1,3% Quelle: EU-Dashboard, Stand: 06.05.2024 http://www.na-bibb.de/presse/statistik 18 19 Bildung für Europa | August 2024 Incoming Mobilität: Top-5-Herkunftsländer 2021-2023 Internationalisierung ist keine Einbahnstraße. Im Rahmen von Erasmus+ kommen auch Auszubildende und Bildungspersonal aus dem Ausland für einen Lernaufenthalt nach Deutschland. Auszubildende und Bildungspersonal Top 1 | Frankreich Top 2 | Türkei Top 3 | Niederlande Top 4 | Polen Top 5 | Italien Quelle: EU-Dashboard, Stand: 06.05.2024 Erwachsenenbildung Neues Mobilitätsangebot von Jahr zu Jahr besser angenommen In der Erwachsenenbildung gibt es seit 2021 die Möglichkeit, Lernende zu Lernaufenthalten ins Ausland zu entsenden. * | Jahr Lernende Bildungspersonal 2021 194 961 2022 379 1.001 2023 619 2.151 * Lernende bezog sich von 2021 bis 2022 speziell auf solche mit geringeren Chancen. Quelle: NA beim BIBB Top-3-Zielländer 2021 -2023 1 Österreich 17,0% 2 Italien 16,1% 3 Spanien 12,2% Quelle: EU-Dashboard, Stand: 06.05.2024 Bewilligte Akkreditierungen 63 Institutionen seit 2020 akkreditiert Quelle: NA beim BIBB D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e, B ild qu el le n: © A ts to ck Pr od uc tio ns _ A do be St oc k. co m 20 21 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - „Ein Tor in den europäischen Bildungsraum“ Das Europass-Portal als Anlaufstelle zum Lernen und Arbeiten in Europa Internationalisierung Franziska Bopp, Leiterin des Nationalen Europass Centers (NEC) in der NA beim BIBB, zum Beitrag von Europass in Sachen Internationalisierung und Europabildung Frau Bopp, worin sehen Sie die Potenziale von Europass in Sachen Internationalisierung und Europabildung? Als zentrales Web-Portal ist Europass eine hervorragende Anlauf stelle zum Lernen und Arbeiten in Europa und ein Einfallstor für den Zugang zum europäischen Bildungsraum und zum europäischen Ar beitsmarkt. Dazu können verschiedene Tools und Bausteine genutzt werden – zum Beispiel der Europass Lebenslauf zum Erstellen von Bewerbungsunterlagen im Unterricht. Andere Bausteine wie der Eu ropass Mobilitätsnachweis wiederum kommen im Zusammenspiel mit Programmen wie Erasmus+ und AusbildungWeltweit zum Tra gen und unterstützen diese. Glauben Sie, dass das Europass-Portal den europäischen Gedanken in die berufliche Bildung trägt? Ja. Durch die Mehrsprachigkeit des Portals und die Verbindung von Bildungssystem und Arbeitsmarkt in Kombination mit insgesamt 31 Sprachversionen ist Europass ein wichtiges Instrument, um Eu ropa greifbar zu machen und den Schülerinnen und Schülern ein konkretes Tool an die Hand zu geben, mit dem sie sich in Europa bewegen können. Wenn ich mein Profil anlege, über meine Kom petenzen reflektiere und dokumentiere, was ich im Ausland gelernt und welche Sprachkenntnisse ich dabei erworben habe, dann pas siert auch sehr viel in meinem Kopf. Europass ist letztlich das, was diese Dinge verschriftlicht und nachhaltig verankert. Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Vorteile? Zusammenfassend würde ich sagen, dass Europass Strukturen schafft und Prozesse vereinfacht. Dabei sichert er vor allem die Qualität der Auslandsaktivitäten, denn je mehr systematische Qua litätsbausteine eingesetzt werden, desto klarer ist das Verständnis dessen, was wir dort tun. Das gilt für die Auszubildenden wie für die Lehrenden. Insbesondere der Europass Mobilitätsnachweis stellt sicher, dass wir Auslandserfahrung dokumentieren und Kompetenzen transparent darstellen und beschreiben können. Beim Lebenslauf hingegen kön nen Sie nach einem standardisierten Raster vorgehen, wobei Sie die Einträge zugleich individuell anpassen können. Der einheitliche Auf bau führt in jedem Fall dazu, dass alle den gleichen Standard nutzen und gleichzeitig Raum für Selbstreflexion entsteht. Diese Kombina tion aus Standardisierung, Individualisierungsmöglichkeiten und at traktivem Design ist für mich eine große Stärke von Europass. Der 2005 eingeführte Europass Mobilität hat im März bundesweit die 400.000er-Marke erreicht. Zeigt das, wie groß seine Bedeutung ist? Absolut. Auslandserfahrung gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil internationale Märkte internationale Kompetenzen verlangen. In einer globalisierten Wirtschaft sind interkulturelle und internatio nale Kompetenzen wichtiger denn je. Ich sehe Europass insgesamt diesbezüglich als nachhaltiges Instrument, in dem man die einzel nen Nachweise im Profil sammeln, dokumentieren und aufeinander aufbauen kann. Das spielt auch für die Zeit nach dem schulischen Leben eine Rolle und hilft beim Übergang von der Schule in den Beruf und bei der weiteren beruflichen Entwicklung. Das Knacken der 400.000er Marke unterstreicht aus meiner Sicht die Bedeutung von Erasmus+ und der Mobilitätsnachweise. Es ist aber auch für die Schülerinnen und Schüler eine Anerkennung, ganz nach dem Motto: „Toll, dass du dich getraut hast, diesen Schritt zu gehen!“ Wie wichtig ist es, auch die Lehrenden in die Austausch programme einzubeziehen? Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, denn letztlich ist es oft der Blick über den Tellerrand, der die Innovationskraft fördert – Stichwort Job Shadowing. Indem Sie sich anschauen, wie andere es machen und sich mit den Kollegen und Kolleginnen in europäischen Ländern austauschen, erweitern Sie auch den eigenen Horizont. Die neuen Ideen können Sie dann im eigenen Unterricht umsetzen. Apropos Unterricht: Inwiefern trägt das Europass-Portal dazu bei, die Schüler/-innen besser auf den europäischen Arbeitsmarkt vorzubereiten? Das Portal fördert – gerade weil es kostenlos und mehrsprachig ist und einen standardisierten Editor hat – die Chancengleichheit beim Berufseinstieg – einfach indem es jeder und jedem die Chance gibt, sich mit allen Talenten darzustellen und die eigenen Unterlagen pro fessionell aufzubereiten. Aspekte wie internationale Handlungskom petenzen und interkulturelles Verständnis sowie die Erweiterung der Sprachkenntnisse und der sozialen und digitalen Fähigkeiten sind weitere Komponenten, die individuell dargestellt werden können. Wie kann ich als Lehrer/-in diesen Vorteil im Unterricht nutzen? Das Gute am Europass-Portal ist ja, dass es verschiedene Kompo nenten gibt, sowohl für den Fremdsprachenunterricht als auch zum Thema Bewerbung und Lebenslauf oder zur Selbsteinschätzung der digitalen Kompetenzen. Die einzelnen Bausteine eignen sich für ver schiedene Fächer und Unterrichtssituationen, wobei ich die jeweils passenden Tools nutzen kann, um zu sehen, worin meine Kompe tenzen liegen, wo ich aktuell stehe und wohin ich mich entwickeln will. Einsatzmöglichkeiten gibt es also viele. Und einen eigenen Le benslauf müssen wir ja alle irgendwann im Leben einmal erstellen. Ein anderes Thema: Internationalisierung und Europass als Baustein der Schulentwicklung? Geht das? Wenn ja, wie? Eine Schule, die mit europäischen Partnern arbeitet und von diesen 20 21 Bildung für Europa | August 2024 lernt, tut sich auch leichter, neue Wege zu gehen. Insofern sehe ich Europass als eine Art „Türöffner“, wenn es darum geht, Schule zu internationalisieren und die europäische Idee in die Schulpro gramme zu tragen. Europass steht für europäische Werte, grenzü bergreifenden Austausch und den Mehrwert internationaler Erfah rungen für den europäischen Arbeitsmarkt. Er macht dieses Thema anpackbar und trägt das europäische Denken in die Köpfe. Das ist gerade in einer Zeit von enormer Bedeutung, in der wir uns fragen, wie wir unsere Demokratie stärken und europäische Werte in den Fokus rücken können. Der Europass leistet also einen Beitrag zur Sicherung von Frieden und Demokratie? - - - So gesehen schon, denn Demokratiebildung, Toleranz und Frie denssicherung sind ja genau die Dinge, die wir durch Auslands programme wie Erasmus+ vermitteln. Europass bietet die unterstüt- zenden Komponenten, um dies auf eine Art und Weise zu veran kern, dass alle Beteiligten daraus neue Einblicke und Erkenntnisse mitnehmen. Insofern glaube ich, dass Europass ein sehr gutes Ve hikel ist, um die Vorteile der Internationalisierung und der europä ischen Werte sichtbar und transparent zu machen. Was würden Sie den Schulen in punkto Internationalisie rung empfehlen? Das europäische Denken und Aspekte wie Austausch, Vernetzung und Voneinanderlernen sind heute enorm wichtig, auch für das Image, die Innovationskraft und die Attraktivität der Schulen. Euro pass kann an diesem Punkt ein Tool sein, um das Thema voranzu treiben und die Internationalisierung und Professionalisierung der eigenen Schule in diesem Sinne zu fördern. - - - - - - - - > Das Gespräch führte Manfred Kasper. © p riv at // // - - // Internationalisierung FRANZISKA BOPP leitet das Nationale Europass Center in der NA beim BIBB. bopp@bibb.de Mit Europass die Internationalisierung von Schulen fördern ORGANISATION VERANKERUNG DES EUROPÄISCHEN GEDANKENS IM LEITBILD DER SCHULE Erasmus+/AusbildungWeltweit institutionalisieren Europass als Standard für Mobilität und Berufseinstieg einführen Zeugniserläuterungen ausgeben Europäische Digitale Zertifikate vergeben PERSONAL WEITERBILDUNG DES LEHRPERSONALS Schulungen zur Nutzung von Europass im Unterricht EU-weite Suche nach Fortbildungen im Europass-Portal Europass-Portal als Informations quelle zum Europäischen Bildungs raum und Arbeitsmarkt UNTERRICHT EINSATZ VON EUROPASS IM UNTERRICHT Deutsch: Selbstreflektion & Dokumentation der eigenen Kompetenzen Vorbereitung auf den Übergang Schule-Beruf: Lebenslauf und Anschreiben verfassen Fremdsprachen: internationale Bewerbung für Auslandspraktika Politik: Einstieg in das Thema EU, Europäischer Bildungsraum und EU-Binnenmarkt Informatik: Digital Skills Test Europass-Portal: https://europass.europa.eu | Information und Beratung beim Nationalen Europass Center: www.europass-info.de mailto:bopp@bibb.de https://europass.europa.eu http://www.europass-info.de 22 23 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Personalmobilität in Europa Instrument zur Internationalisierung D ie Mobilität des Bildungspersonals gewinnt für die Internationalisierung von Bildungs einrichtungen weiter an Bedeutung. Berufsbildung: Schulen sind Vorreiter In der Berufsbildung sind es vor allem die Schulen, die ihre internationale Ausrichtung strategisch vorantreiben, indem sie dazu die vielfältigen Mobilitätsangebote des Pro gramms Erasmus+ zur Qualifizierung ihres Lehrpersonals nutzen. Häufig absolvieren die Lehrkräfte an ausländischen Schulen Job-Shadowings, die dem transnationalen Austausch und dem Voneinander-Lernen dienen. Dieser fachliche und persönliche Austausch bringt nicht nur neue Praktiken und Ideen für die eigene Lehrtätigkeit mit, sondern motiviert diese oftmals, sich in den Internationalisierungsprozess der eigenen Schule aktiv einzubringen. Großer Beliebt heit bei der schulischen Personalmobilität er freuen sich auch Kurse und Schulungen, die klar umrissene Lerninhalte vermitteln und den Erwerb fachlicher Kompetenzen durch ein strukturiertes Lernangebot ermöglichen. Die neu erworbenen Kenntnisse fließen in die Praxis ein und bereichern dadurch die Unterrichtsentwicklung. Dabei sind die the matischen Schwerpunkte vielfältig. Häufig geht es darum, neue fachspezifische Unter richtspraktiken und Ausbildungsansätze aus anderen Ländern kennenzulernen. Verstärkt spielen auch Themen des digitalen Wandels eine Rolle, z.B. der Erwerb neuer metho disch-didaktischer Ansätze für den Einsatz digitaler Tools im Unterricht. Es zeigt sich, dass Auslandsaufenthalte des Lehrpersonals verschiedene Bereiche der Internationalisierung bereichern und einen Mehrwert für die gesamte Organisations entwicklung erzeugen können, wenn sie in der Schule strategisch und langfristig veran kert werden. So entsteht ein Multiplikatoren effekt für die Lernendenmobilität, und die Integration der Internationalisierung in das Schulprofil wird gefördert. Auslandsquali fikationen für Personal an Schulen stärken zudem internationale Netzwerke, und sie können das Lehrangebot bereichern. Aus landsaufenthalte für das Bildungspersonal an Schulen sind somit auch ein Instrument der Partizipation. Sie ermöglichen dem Lehrpersonal, die Schule mitzugestalten, indem Ergebnisse der internationalen Lern erfahrungen in den Prozess der Internatio nalisierung einfließen. Erwachsenenbildung: Internationalisierung im formalen und non-formalen Bereich Die Bandbreite von Einrichtungen in der Er wachsenenbildung, die über eine Akkreditie rung den Weg der Internationalisierung ein geschlagen haben, ist groß. Allen gemeinsam ist das Bestreben, die Möglichkeiten, die das Programm Erasmus+ bietet, für ihre Bedarfe und Ziele optimal zu nutzen. Genauso viel fältig und heterogen wie die Landschaft der Erwachsenenbildung ist auch die Gruppe der Lernenden, die seit 2021 in der Erwachsenen bildung aktiv an Lernaufenthalten in Europa teilnehmen können. Wirkten sich internatio nale Mobilitäten bis dahin eher indirekt auf die Lernenden aus, profitieren sie jetzt direkt von den eigenen im Ausland erworbenen Erfahrungen, die die Entwicklung von per sönlichen sowie der Schlüsselkompetenzen befördern. Die politische Situation und gesellschaft liche Entwicklungen erfordern kontinuier liche Veränderungen. Methodisches Um denken durch den verstärkten Einsatz von digitalen Werkzeugen im Unterricht und die Nachfrage nach online-gestützten Lernum gebungen nehmen großen Einfluss auf die Professionsentwicklung der Lehrenden. Der internationale Austausch trägt stetig dazu bei, Fachwissen zu erweitern und Wettbe werbsfähigkeit zu stärken. Ein weiterer As pekt rückt zunehmend in den Blickpunkt: „Die Teilnahme an einer Auslandsfortbil dung ist mehr als eine einzelne Lehr- oder Lernerfahrung“, so die Koordinatorin eines Erasmus+-Projekts. „Sie beginnt für die Teilnehmenden schon, bevor es zur eigent lichen Reise kommt und endet nicht mit dem Kursende oder dem Ende einer Hos pitation.“ Es entstehen internationale Netz werke, die sich auf die gesamte Einrichtung auswirken. Persönliche Kontakte bei den Partnereinrichtungen führen zudem dazu, dass deutsche Einrichtungen auch Personal und Lernende aus dem europäischen Aus land empfangen. Die Einrichtungen wer den mit ihrem Bildungsangebot für andere Länder sichtbar und interessant und tragen nachhaltig zu dem Ziel eines offenen euro päischen Bildungsraums bei. FRIEDERIKE WIETHÖLTER leitet seit 1. Juli 2024 das Team „Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB. ANKE DREESBACH Mitarbeiterin im Team „Erwachsenen bildung: Erasmus+ Lernmobilität und Agenda“ in der NA beim BIBB - Internationalisierung © N A b ei m B IB B 22 23 Bildung für Europa | August 2024 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Das transnationale Forschungsnetzwerk RIA-AE Erste Ergebnisse zu Wirkungen von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung D ie Nationale Agentur beim BIBB hat es sich mit der neuen Programmgenerati on 2021-2027 zum Ziel gesetzt, die Wir kung des Programms Erasmus+ in der Erwachsenenbildung systematischer zu erforschen. Dieses Ziel soll nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene verfolgt werden, um die Wirkung des Programms auch vergleichend analy sieren zu können. Gemeinsam mit sieben weiteren NAs wurde 2022 das trans nationale Forschungsnetzwerk RIA-AE (Research-based Impact Assessment of Erasmus+ Adult Education Programmes) ins Leben gerufen. Koordiniert wird es von der NA beim BIBB. Mittlerweile ist das Netzwerk auf 15 Mitgliedsländer angewachsen und konnte Ende 2023/ Anfang 2024 erfolgreich eine erste Da tenerhebungsrunde durchführen. Das Forschungsvorhaben ist auf drei Erhe bungsrunden ausgelegt: Auch im Jahr 2025 und 2027 soll die Wirkung des Pro gramms durch weitere Datenerhebungen gemessen werden. Internationalisierung Dieses Design zielt darauf ab, die Aktivitäten in der Erwachsenenbildung nicht nur europäisch vergleichbar zu untersuchen, sondern auch die Entwicklung im zeitlichen Verlauf zu ana lysieren. Es wurden verschiedene Methoden angewandt, um das Programm zu analysieren: Diese umfassen eine Auswertung der verfüg baren Dokumente und Tools in den NAs, eine Online-Umfrage unter den Projektträgern so wie gezielte Fallstudien und Interviews. Die Partner des Forschungsnetzwerks arbeiten aktuell an der Finalisierung und Zusammenfüh rung der Berichte. Die NA beim BIBB konnte bereits erste Einblicke aus dem nationalen Be richt zu Erasmus+ in der Erwachsenenbildung in Deutschland erhalten. Zentrale Erkenntnisse auf nationaler Ebene Der nationale Bericht lässt erkennen, dass der Mehrwert von Erasmus+ in der Erwach senenbildung langfristig überzeugt: Orga nisationen, die einmal am Programm teil genommen haben, werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weitere Förderanträge stellen. Die befragten Projektträger sehen die Internationalisierung durch Erasmus+ als große Chance, um über Innovation und Kompetenzentwicklung die eigene Orga nisation weiterzuentwickeln. Im Hinblick auf die Wirkung von Erasmus+ über die teilnehmenden Organisationen hinaus auf die Systemebene und auf die Politik der Erwachsenenbildung gibt es noch Verbes serungspotenzial: Die Reichweite ist nach Angaben der befragten Einrichtungen durch fehlende Ressourcen nach Abschluss der Projekte, Sprachbarrieren und das Feh len geeigneter Verbreitungsstrategien und -instrumente noch eingeschränkt. Auch die horizontalen Prioritäten des Eras mus+-Programms können in der Erwach senenbildung gestärkt werden, besonders die Themen Inklusion und Vielfalt sowie Digitalisierung. Das Thema Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels hat noch ein großes Ausbaupotenzial, diese Priorität wird vergleichsweise selten in den Projekten fokussiert. Auf der individuellen Ebene sehen die Ein richtungen neben der sehr positiven Wir kung des Programms auf das Personal auch die persönliche Entwicklung von Lernenden mit geringeren Chancen durch die Teilnah me an Auslandsaufenthalten als großen Vorteil. Es werden jedoch einige Hinder nisse für die Umsetzung von Mobilitätspro jekten für Lernende genannt, darunter die notwendige Finanzierung durch Erasmus+ von Kursgebühren für Lernende, die an Mobilitätsmaßnahmen teilnehmen (z. B. Sprachkurse), Unterhaltszuschüsse für Ler nende und Personal in gleicher Höhe und die Verfügbarkeit von Programmunterlagen in leichter Sprache. Zusammenfassend bescheinigt die Studie dem Erasmus+-Programm in der Erwachse nenbildung in Deutschland eine sehr posi tive Wirkung und eine hohe Relevanz, auch wenn es noch Verbesserungspotenzial in einigen Bereichen der Programmgestaltung gibt. Der Bericht zur Wirkungsstudie in Deutsch land, die nationalen Berichte der anderen beteiligten Länder sowie der europäische Gesamtbericht werden im Sommer 2024 veröffentlicht und von der NA beim BIBB zum Download zur Verfügung gestellt wer den. Zusätzlich ist ein eigenes Internetportal des Netzwerks geplant. RIA-AE ist eine Long-Term Activity (LTA) mit Forschungsausrichtung im Rahmen der Leitaktion 3. JANINA MEYER TCA-Beauftragte der NA beim BIBB meyer@bibb.de © p riv at mailto:meyer@bibb.de 24 25Internationalisierung Baukasten internationale berufliche Handlungskompetenz Ein erster Praxiseinsatz D ie Internationalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft führt zu Verände rungen beruflicher Anforderungen. Auf dem Arbeitsmarkt werden in eini gen Berufen zunehmend Kompetenzen erwartet, die ein professionelles Auf treten in internationalen Kontexten sicherstellen. Dies gilt insbesondere für Beschäftigte, die international ver netzt bzw. in Auslandseinsätzen arbei ten. Doch auch bei Erwerbstätigen ohne direkten internationalen Arbeits kontext nehmen Kommunikationssitu ationen zu, die interkulturelle Kompe tenzen erfordern. © c on tr as tw er ks ta tt _A do be St oc k - - - - - - - - Dies wirkt sich auch auf die Berufsausbildung aus; in einigen Ausbildungsberufen hat sich ein zusätzlicher Qualifizierungsbedarf erge ben, dem auf unterschiedliche Art begegnet wird. So haben Kammern ein umfassendes Angebot an regionalen Zusatzqualifikati onen mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „in ternationale Qualifikationen und Fremdspra chen“ geschaffen. Auch in den bundesweit gültigen Ausbildungsordnungen wurden in den letzten Jahren vermehrt Fremdspra chenkompetenzen sowie interkulturelle Kompetenzen aufgenommen. Allerdings handelt es sich hierbei überwiegend um vereinzelte und eher allgemein gehaltene Formulierungen. - - - - - Kompetenzbaukasten für Ausbildungsordnungen Um die Integration von internationaler be ruflicher Handlungskompetenz in Ausbil dungsordnungen zu unterstützen, hat das BIBB im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einen Kom petenzbaukasten für die Neuordnung von Berufen entwickelt. Der Baukasten beinhal tet Formulierungsmöglichkeiten für die drei Dimensionen der internationalen beruflichen Handlungskompetenz: internationale fach liche Kompetenzen, interkulturelle Kompe tenzen sowie Fremdsprachenkompetenzen. Zu den drei Dimensionen werden jeweils mehrere mögliche Berufsbildpositionen mit zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten aufgeführt. Darüber hinaus zeigt ein konkretes Anwendungsbeispiel, wie eine Zusatz- oder Wahlqualifikation mit dem Schwerpunkt „internationale berufliche Handlungskompetenz“ formuliert werden kann. Bei der Erstellung des Baukastens wurde das BIBB von einem Beirat sowie weiteren Ex pertinnen und Experten auf dem Gebiet der internationalen beruflichen Handlungskom petenz unterstützt. Anwendung in der Praxis - - - - - - - - Die Einführung des 2022 fertiggestellten Baukastens in die Neuordnungsarbeit von Ausbildungsberufen wurde der Empfehlung des Projektbeirates folgend in einem offe nen freiwilligen Verfahren durchgeführt. Öffentlichkeitsarbeit bzw. eine umfassende Information der relevanten Akteure über das Unterstützungsangebot soll dazu führen, dass der Baukasten bei Bedarf genutzt und erprobt wird. Ein Leitfaden mit praxisorien tierten Hinweisen bietet den Sachverständi gen Unterstützung bei der Anwendung und weist u.a. darauf hin, dass der Baukasten insgesamt als freiwillig anwendbare Ideen quelle zu betrachten ist – Formulierungen können flexibel genutzt und bedarfsabhän gig modifiziert werden. Praxisbeispiel Neuordnung der Berufs ausbildung der Industriekaufleute Ein erstes Praxisbeispiel, bei dem der Bau kasten zum Einsatz gekommen ist, stellt das Neuordnungsverfahren der Berufsaus bildung der Industriekaufleute dar. Die alte Verordnung stammte noch aus dem Jahr 2002 und die Anforderungen an Industrie kaufleute haben sich unter anderem durch die voranschreitende Digitalisierung in der - - - - - - - - - 24 25 Bildung für Europa | August 2024 Internationalisierung Industrie weiterentwickelt. Digitale Tech nologien verändern die industriellen Wert schöpfungsprozesse und erlauben eine spezifische Berücksichtigung von Kunden anforderungen und neue Geschäftsmo delle. Auch internationale Zusammenar beit wird erleichtert. Neben umfänglichen Fachkompetenzen sind verstärkt Sozial- und Selbstkompetenzen notwendig, um res sourcenbewusst mit diesen Anforderungen umzugehen und mit internen und externen Personen zielführend zusammenzuarbeiten. Die Ausbildungsbetriebe der Industriekauf leute sind sehr heterogen hinsichtlich der Branche, Betriebsgröße, Geschäftsprozesse, digitalen Ausstattung sowie internationalen Aktivitäten. In der Neuordnung musste dies berücksichtigt und geprüft werden, ob und in welcher Form die notwendigen Kom petenzen als Mindestanforderung in der Verordnung verankert werden können. Die Sachverständigen in Neuordnungsverfahren arbeiten entlang der Vorgaben aus den Eck werten sowie ergänzenden Prüfaufträgen seitens des Bundesministeriums für Wirt schaft und Klimaschutz im Einvernehmen mit dem BMBF. Im Verfahren der Industriekauf leute bezog sich einer der Prüfaufträge expli zit auf die Verankerung von internationaler beruflicher Handlungskompetenz und die Klärung, in welchem Umfang der Kompe tenzbaukasten bei den Ausbildungsinhalten berücksichtigt werden kann. Zur Verfolgung des Prüfauftrags erläuterte die Leiterin des Baukastenprojekts in einer der Sachverständigensitzungen zunächst den Baukasten. Anschließend zeigte die Verfahrensleiterin die Bedingungen für und Anforderungen an eine Schaffung von Zu satzqualifikationen in der Verordnung auf. Gerüstet mit diesem Hintergrundwissen diskutierten die Sachverständigen intensiv, welche Inhalte der internationalen Hand lungskompetenz als Mindestanforderung aufzunehmen sind und in welcher Form dies erfolgen sollte. Hierbei wurden alle Mög lichkeiten in Erwägung gezogen: sowohl eine Verankerung in den berufsspezifischen und integrativen Berufsbildpositionen als auch in einer Zusatzqualifikation. Im Verlauf der Diskussion wurde der Baukasten immer wieder zu Rate gezogen und einzelne For mulierungen entnommen. Im Laufe des Verfahrens kristallisierte sich der Konsens heraus, dass internationale Handlungskompetenzen für alle Auszu bildenden in einem bestimmten Ausmaß notwendig sind und an diversen Stellen der Wertschöpfungskette gebraucht werden, so zum Beispiel bei der Recherche von Zube hör für den Einkauf ebenso wie im Vertrieb. Daher wurden die Kompetenzen innerhalb der integrativ zu vermittelnden Berufsbild position „Zusammenarbeit, Kommunika tion und individuelle Arbeitsorganisation gestalten“ verankert. Hierbei wurden in terkulturelle Kompetenzen über “kulturelle Unterschiede im eigenen beruflichen Kon text identifizieren, mögliche Auswirkungen auf die Kommunikation reflektieren und in der Zusammenarbeit berücksichtigen“ inte griert. Mündliche oder schriftliche Fremd sprachenkompetenzen wurden in verschie denen Kontexten berücksichtigt, z. B. bei Recherche- und Auswertungstätigkeiten und bei der Zusammenarbeit mit internen und ex ternen Zielgruppen. Zusätzlich können sich noch weitere Anforderungen aus dem ge wählten Einsatzgebiet ergeben, wenn hier internationale Aspekte von Bedeutung sind. Eine Prüfung der Kompetenz „englisch sprachige Informationen und Fachbegriffe situationsbezogen anzuwenden“ erfolgt im Prüfungsbereich „Marketing, Vertrieb, Per sonalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle“. Fazit und Ausblick - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - In seinem ersten Einsatz bewährte sich der Baukasten somit als Orientierungshilfe mit seinem Gesamtüberblick über die ver schiedenen Kompetenzdimensionen und als hilfreicher Fundus mit vielfältigen For mulierungsanregungen. Anhand der In dustriekaufleute wurde deutlich, dass der Baukasten in Neuordnungsverfahren für die internationale Ausrichtung der Berufsaus bildung Unterstützung bieten kann. Es wird andere Berufe geben, in denen eher nur einzelne Dimensionen maßgeblich sind, wie - - - - - - - möglicherweise im Dienstleistungssektor die interkulturellen Kompetenzen. Die wei teren Einsätze des Baukastens in der Neu ordnungsarbeit werden zeigen, ob er sich in Abhängigkeit von der Akzeptanz der Sach verständigen als Standardinstrument bei der Verankerung internationaler beruflicher Handlungskompetenz etabliert. - - - - - - - © B IB B Kompetenzbaukasten für die Ordnungsarbeit www.bibb.de/de/155594.php BIBB / DaPro - Datenbank der Pro jekte des Bundesinstituts für Berufs bildung www.bibb.de/dienst/dapro/de/index_ dapro.php/detail/2.2.345 Verordnung der Berufsausbildung zum Industriekaufmann und zur In dustriekauffrau vom 12.3.2024 BIBB / Informationen zu Aus- und Fortbil dungsberufen www.bibb.de/dienst/berufesuche/de/ index_berufesuche.php/profile/apprenti ceship/indust24) DR. JULIA JÖRGENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich 1 der Abteilung 2 „Struktur und Ordnung der Berufsbil dung“ im BIBB GABRIELE JORDANSKI Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich 2 in der Abteilung 2 „Struktur und Ordnung der Berufsbil dung“ im BIBB © B IB B http://www.bibb.de/dienst/dapro/de/index_dapro.php/detail/2.2.345 http://www.bibb.de/dienst/berufesuche/de/index_berufesuche.php/profile/apprenticeship/indust24 http://www.bibb.de/de/155594.php 26 27 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Bereit für Europa? upgrade2europe unterstützt Organisationen bei der Europäisierung © u pg ra de 2e ur op e Europa bietet vielfältige Chancen und neue Möglichkeiten. Aber welche Vo raussetzungen sind notwendig, damit der Weg über die nationalen Grenzen zum Erfolg wird? Die Angebote von upgrade2europe machen es noch einfacher, die eigene Organisation weiter zu professionalisieren und die bestehenden Chancen besser zu nutzen. Bei der emcra GmbH in Berlin ist das Thema Europäisierung schon lange angekommen. „Werte europäisch leben, sich zivilgesellschaft lich grenzüberschreitend engagieren und aktiv am europäischen (Wirtschafts-)Leben teilneh men kann nur, wer seine Möglichkeiten kennt und dazu befähigt wird, diese auch zu nutzen. Vielen Organisationen fehlt dafür die notwen dige institutional readiness“. Diese Erkenntnis von Heike Kraack-Tichy, die emcra - Co-sha ring Europe seit mehr als 20 Jahren leitet, ist das Resultat eines eigenen internen Lernpro zesses. Tools für die Selbstanalyse und Umsetzung Sein Wissen wollte das emcra-Team weiter geben bzw. mit europäischen Partnern wei terentwickeln. Zusammen mit sechs Einrich tungen aus Bulgarien, Estland, Deutschland, Italien, Ungarn und Zypern wurde von 2020 bis 2023 im Rahmen eines Erasmus+-Projekts ein digitales Lerntool entwickelt, das Organi sationen aller Art praxisnah dabei unterstützt, die ersten Schritte ins europäische Ausland zu gehen oder einen bereits laufenden Europäi sierungsprozess zu optimieren. Ein Selbstanalyse-Tool wurde bereits in einem Vorgängerprojekt 2016 entwickelt und über Jahre in Weiterbildungen und bei Organisati onsberatungen erfolgreich angewandt. Hier mit können vor allem Organisationen aus dem Bildungssektor ihre institutional readiness für die transnationale Arbeit in Europa analysie ren. Was noch fehlte, waren Tipps aus der Praxis und eine schrittweise Anleitung für das weitere Vorgehen, nachdem man die Selbst analyse durchgeführt hatte. Nach der Selbstanalyse erhält die Organisa tion nun eine umfassende Auswertung und praxisorientierte Tipps für die nächsten Schrit te. Als steter Begleiter dieses Prozesses dient das von upgrade2europe erstellte Handbuch. Das Handbuch steht kostenlos auf der Projekt website zur Verfügung und bietet praktische Werkzeuge für alle wesentlichen Aufgaben der Europäisierung. Wer zuerst nur einmal in das Thema reinschnuppern möchte, kann sich bei upgrade2europe für einen E-Mail- Kurs registrieren. Über einen Zeitraum von zehn Wochen erhalten Organisationen dann jede Woche einen spannenden Einblick in die europäische Arbeit – sozusagen als Motivator und ersten Lernimpuls zum Weiterdenken. Wie geht es weiter? Die Projektteam von upgrade2europe kommt aus allen Ecken Europas, nicht allein aus der EU. Teona und Ana von der Tallinn University of Technology aus Estland haben georgische und ukrainische Wurzeln. Bisher stehen die upgrade2europe-Materialien in acht Spra chen, u. a. Deutsch und Englisch, zur Verfü gung. Nicht nur Teona und Ana freuen sich sehr über eine georgische und ukrainische Version. Daran will emcra zusammen mit den europäischen Projektpartnern als nächstes ar beiten. PROJEKTINFO Projekttitel: upgrade2europe Projektnummer: 2020-1-DE02-KA202-007626 Laufzeit: 01.10.2020 – 31.08.2023 Beteiligte Länder: BG, EE, DE, IT, HU, CY Koordinator: emcra GmbH Kontakt: Sarah Duttenhöfer sarah.duttenhoefer@emcra.eu Website: https://upgrade2europe.eu Link zum Projekt: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2020-1-DE02- KA202-007626 Internationalisierung https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2020-1-DE02-KA202-007626 mailto:sarah.duttenhoefer@emcra.eu https://upgrade2europe.eu 26 27 Bildung für Europa | August 2024 Internationalisierung - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Weltweite Öffnung für akkreditierte Einrichtungen Welche Möglichkeiten bietet Erasmus+ außerhalb der EU? I nternationale Arbeitserfahrung über Eu ropa hinaus ist zunehmend gefragt. Seit 2021 werden in der Berufsbildung nicht mehr nur Aufenthalte in den EU-Mit gliedstaaten und den assoziierten Dritt ländern, sondern anteilig auch außerhalb dieser Programmländer gefördert. Berufs bildende Einrichtungen und Unternehmen, die bereits über eine Akkreditierung im Erasmus+-Programm verfügen, können bis zu 20 Prozent ihres Budgets nutzen, um ihren Auszubildenden z. B. Auslandsprak tika in den USA, in Brasilien oder aber in Indien anzubieten. Die neue internationa le Dimension wird von den akkreditierten Einrichtungen gut angenommen. So wur den im Antragsjahr 2023 im Rahmen der Akkreditierung 10,5% der Auslandsaufent halte unter den Lernenden in nicht mit dem Programm assoziierte Ländern bewilligt, bei der Zielgruppe Personal waren es 9,5% al ler bewilligter Auslandsaufenthalte. Innerhalb des europäischen Kontinents bie tet die Öffnung des Erasmus+-Programms zudem die Möglichkeit, bestehende Koo perationen mit Ländern, die nicht Teil des Programms sind, aufrechtzuhalten. Aus landspraktika im Vereinigten Königreich, ehemalig eines der beliebtesten Zielländer der Erasmus+-Projekte, sind weiterhin mög lich. Und auch die Schweiz ist mit ihrem du alen Berufsbildungssystem ein interessantes Partnerland für deutsche Einrichtungen der beruflichen Bildung. Beispiele aus der Praxis Die Möglichkeiten und der Nutzen welt weiter Auslandserfahrungen während der beruflichen Ausbildung sind vielfältig – so auch die Beispiele für internationale Quali fizierungsphasen während der Ausbildung: International aufgestellte Unternehmen können ihre Auszubildenden einen Teil ihrer Ausbildung bei weltweiten Nie derlassungen, bei Tochterunternehmen oder bei Geschäftspartnern absolvie ren lassen. Die Berufsbildende Schule Brinkstraße in Osnabrück schickte bei spielsweise drei Auszubildende über Erasmus+ in die USA. An den jeweiligen Servicestandorten ihres Ausbildungs betriebes in Wisconsin und Kalifornien konnten die Auszubildenden bei der In standsetzung und Reparatur von Land maschinen unterstützen. In den sozialen Berufen in Deutschland sind durch den wachsenden Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund zunehmend interkulturelle und sprach liche Kompetenzen gefragt. Internatio nale Betreuungseinrichtungen mit einem deutschen Sprachförderungsangebot stellen z.B. eine sinnvolle Möglichkeit für angehende Erzieherinnen und Erzie her dar, interkulturelle Kompetenzen au ßerhalb Europas zu erwerben. So hat die Erzieherin Mareike mit Erasmus+ ihr Aus landspraktikum an einem deutschen Kin dergarten in Vietnam absolviert (s. S. 28f.). Auszubildende im Bereich der Fremd sprachen finden unter anderem An stellung als Deutsch-Lehrkräfte in Unternehmen, die Fachkräfte durch sprachliche und kulturelle Bildung auf eine Anstellung in Deutschland vorbe reiten. Das Fremdspracheninstitut in München bereitet beispielsweise aktuell die Lernmobilität zweier Übersetzer-/ innen bei einem solchen Unternehmen in Bogotá (Kolumbien) vor. Die Initiative für das Projekt kommt von einer Auszu bildenden mit familiärem Hintergrund in Kolumbien, die ihre gelernten Fachkom petenzen vor Ort erproben möchte. Zu erwähnen bleibt, dass ein Auslandsauf enthalt am anderen Ende der Welt für die meisten jungen Menschen besonderes Entwicklungspotenzial bietet. In einem „grenzfreien“ Europa haben viele vielleicht bereits die europäischen Nachbarländer bereist und sehen sich als „erfahren“. Aber ein Lernaufenthalt auf einem anderen Kontinent bietet wieder neue Herausfor derungen. Erasmus+ öffnet Türen, damit Unternehmen und Bildungseinrichtungen in der Internationalisierung ihres Ausbil dungsangebots keine Grenzen gesetzt sind. Wer kann Förderungen für Auslandsauf enthalte außerhalb der EU erhalten? Einrichtungen, die durch eine Akkreditie rung bereits Zugang zum Erasmus+-Pro gramm haben, können 20 Prozent ihres bewilligten Budgets dafür verwenden, ihre Teilnehmenden aus Deutschland in nicht mit dem Programm assoziierte Länder zu senden. Zu den Programmländern gehören alle EU-Mitgliedstaaten sowie die mit dem Programm assoziierten Drittländer Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwe gen, Serbien und die Türkei. Abgedeckt ist die Entsendung von Ler nenden und Personal ins Ausland, die Ak tivitätenform „Kurse und Schulungen“ ist ausgenommen. VERENA LEHNEN Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationalisierung der Be rufsbildung“ in der NA beim BIBB - © N A b ei m B IB B 28 29 Mit Erasmus+ zum Praktikum nach Asien © M ar ei ke M ar x Sprachförderung in der Kita – das kann man auch in Vietnam lernen 28 29 Bildung für Europa | August 2024 „F reitag, Samstag, Sonntag…“, konzen triert zählt ein kleines Mädchen im Morgenkreis eines Kindergartens die Wochentage auf, um dann strahlend zu verkünden: „Montag! Montag kommt nach Sonntag!“ Die angehende Erziehe rin Mareike Marx verfolgt die Sprach übung interessiert. Denn Deutsch ist nicht für alle Kinder der Gruppe Mutter sprache, der Kindergarten befindet sich in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Mareike Marx macht dort ein Praktikum. Sie ist begeistert, als sie während ihrer Aus bildung an der Fachschule erfährt, dass sie einen Teil der Ausbildung im Ausland ma chen kann, gefördert von Erasmus+. Sofort schreibt sie 16 Bewerbungen an Kinder gärten in Europa und erhält: Absagen. Der Grund: Im Juli 2023, in dem sie mit dem Anerkennungsjahr auch ihr Praktikum star ten will, beginnen in ganz Europa die Som merferien. Sie fragt ihre Lehrerin, ob ein Praktikum auch außerhalb Europas möglich wäre. Bald ist klar: Auch das geht während der Ausbildung und gefördert werden durch Erasmus+ kann es auch! „Wie traurig, dass kaum einer weiß, dass es diese Möglichkeit gibt“, meint die 32-jährige Mareike. Wieder schreibt sie Bewerbungen, 36, und diesmal bekommt sie vier Zusagen, unter anderem aus Peru und Vietnam. Sie entscheidet sich für die Internationale Deut sche Schule (IGS) in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam, an die auch ein Kindergarten an gegliedert ist. „Ich war vorher noch nie in Asien, es hat mich interessiert, die Kultur kennenzulernen“, erklärt sie. Ihre Ansprech partnerin an der IGS hilft ihr bei der Woh nungssuche, holt sie auch vom Flughafen ab, zeigt ihr, wo sie einkaufen kann und den Weg zur IGS. Deutsch-Unterricht zur Vorbereitung auf den Schulbesuch „Besonders viel habe ich über Sprachför derung gelernt“, freut sich die Auszubil dende. Diese steht im Mittelpunkt des Ta gesprogramms in der Vorschulgruppe, in der sie eingesetzt ist. „Ziel ist es, Deutsch zu lernen“, erklärt sie. „Kinder kommen in die Gruppe und können nur Vietnamesisch, vielleicht noch etwas Englisch und müssen auf einmal wissen, wie man zum Beispiel auf Deutsch nach einem Glas fragt.“ Ohne Deutschkenntnisse könnten die Kinder dem Unterricht an der IGS Grundschule nicht folgen, die sie zukünftig besuchen sollen. „Es gibt oft Einzelbetreuung, man setzt sich zusammen und übt mit vielen Wiederho lungen“, ergänzt Mareike. Dabei werden so genannte Kikus-Karten genutzt, Bildkarten zu Themen der kindlichen Erfahrungswelt, etwa zur Familie. Die Karten können auch spielerisch eingesetzt werden. „Über die Bil der kommt man immer gut ins Gespräch“, berichtet sie. Die vietnamesischen Eltern, so die Auszubildende, „wollen den Kindern eine bessere Möglichkeit fürs Leben geben, damit sie mit dem deutschen Abschluss in Europa studieren können.“ In der Gruppe sind aber auch Kinder, deren deutsche Eltern in Vietnam arbeiten und deren Kinder „mit der deutschen Kultur aufwachsen, zum Bei spiel die deutschen Feiertage kennenlernen sollen“, ergänzt sie. Mareike sieht deutliche Bezüge ihres Prak tikums in Ho Chi Minh Stadt zu ihrer jet zigen Arbeit im Anerkennungsjahr an der OGS einer Grundschule in der Kleinstadt St. Augustin bei Bonn. „In meiner Gruppe hier sind Kinder aus dem Irak, dem Iran, der Ukraine, aus Griechenland“, so die Auszu bildende. Zwar könnten sich die Kinder be reits auf Deutsch verständigen, erklärt sie. Einbringen könne sie aber ihre Erfahrungen aus Vietnam dennoch. Sie habe gelernt, noch einfühlsamer zu sein, sich mehr Zeit mit einzelnen Kindern zu nehmen und viel zu wiederholen. „Es gab kaum Konflikte in der Gruppe in Vietnam, das ist hier anders“, meint Mareike. Vielleicht habe es an den Sprachbarrieren gelegen, überlegt sie, oder daran, dass vietnamesische Kinder dazu er zogen würden, strebsam zu sein. Im Gegensatz zu deutschen Kindergärten spielen die Kinder in Ho Chi Minh Stadt nicht oft draußen. „Der Smog ist an den meisten Tagen zu stark“, berichtet die Auszubilden de. Zudem ist Regenzeit in Vietnam. Den noch gefällt Mareike das Land sehr, insbe sondere die Menschen seien sehr freundlich. In ihrer freien Zeit erkundet sie die Stadt und das umliegende Land. Vietnam, so betont sie, sei sehr sicher für allein reisende Frauen. Lernen durch den Vergleich mit Kitas im Ausland Wenn sie ihr Anerkennungsjahr beendet hat, will Mareike Marx zunächst in Asien reisen. „Danach möchte ich bei einer Zeit arbeitsfirma arbeiten, um verschiedene Konzepte und Einrichtungen kennenzuler nen.“ Seitdem die angehende Erzieherin herausgefunden hat, dass sie bis zu einem Jahr nach Abschluss der Ausbildung ein wei teres gefördertes Praktikum machen kann, schreibt sie wieder Bewerbungen. „Ich will noch ein dreimonatiges Praktikum in Europa machen“, so Mareike. „Zu vergleichen, das finde ich spannend und die Arbeit mit ausländischen Kindern wird in der heutigen Zeit mit Krieg und vielen Flüchtlingen weiter wichtig sein.“ Internationalisierung Julia Göhring, freie Journalistin, im Auftrag der NA beim BIBB © a lle M ot iv e: M ar ei ke M ar x 30 31Internationalisierung Steigendes Interesse an weltweiten Auslandspraktika Eine Bestandsaufnahme des Förderprogramms AusbildungWeltweit A usbildungWeltweit ist ein flexibel ange legtes Förderprogramm des Bundesmi nisteriums für Bildung und Forschung (BMBF) für weltweite Auslandsauf enthalte im Rahmen der Berufsausbil dung. In Ergänzung zum europäischen Bildungsprogramm Erasmus+ leistet es einen Beitrag zu mehr qualitätsgesteu erter Auslandsmobilität in der Berufs bildung. Das Programm startete 2017 mit einer Pilotphase. Es wurde 2018 lanciert und zeichnet sich durch Wirt schaftsnähe und gute Zugänglichkeit für berufliche Schulen sowie Kleinstun ternehmen, kleine und mittlere Unter nehmen (KMU) aus. „In der Ausbildung Brücken schla gen“ – Auszeichnung für geförderte Projekte Nicole Heimann, Global Senior Expert Train ing & Education bei Gerresheimer, erklärt, dass ihr Angebot von Auslandsaufenthalten dazu beiträgt, engagierte Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen. Koordiniert vom Standort Regensburg ent sendet Gerresheimer seit dem Jahr 2020 jähr lich Auszubildende mit AusbildungWeltweit an seinen Standort Peachtree City, USA. Für sein Engagement wurde das Unternehmen im vergangenen Jahr von der IHK Regens burg mit dem Sonderpreis „In der Ausbildung Brücken schlagen“ ausgezeichnet. „Für uns als globales Unternehmen ist die Zusammenarbeit in internationalen Teams entscheidend für den Unternehmenserfolg. Deshalb fördern wir diesen internationalen Austausch auch im Rahmen der Ausbildung bei Gerresheimer“, so Oliver Burgel, VP Op erations Procurement HR & Quality bei Gerres heimer. Eine umfassende Vorbereitung der Lernauf enthalte und die enge Zusammenarbeit mit dem Partner in Peachtree sind entscheidend für den Erfolg. Neben Sprachkursen und interkulturellen Trainings werden die Aus zubildenden frühzeitig in die Planung und Vorbereitung einbezogen und lernen die Ansprechpartner vor Ort bereits im Vorfeld über gemeinsame Videokonferenzen ken nen. Zur Sicherstellung des Lernerfolgs greift Gerresheimer auf eine gemeinsame digitale Ausbildungsplattform zurück, die auch vom Partnerunternehmen genutzt werden kann. Individuelle Lernzielvereinbarungen werden durch enge Absprachen mit den einzelnen Auszubildenden geschlossen. Globale Perspektiven im Praktikum: Neue Möglichkeiten für berufliche Schulen - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Zu Beginn des Jahres 2020 wurde der Kreis der Antragsberechtigten im Programm um berufliche Schulen erweitert. Auch der Schul bereich nutzt AusbildungWeltweit mit großer Kreativität, um den Auszubildenden zusätz liche persönliche und berufliche Entwick lungsmöglichkeiten zu eröffnen. Von den Innovationsimpulsen und neuen Sichtweisen, die sich aus der internationalen Zusammen arbeit ergeben, profitieren auch die Schulen selbst. Deshalb integrieren immer mehr berufliche Schulen Auslandsaufenthalte in ihr Schulpro gramm, um die berufsbezogene Horizonter weiterung systematisch zu ermöglichen. Die Lernaufenthalte zahlen dabei auch auf das Ziel einer Bildung für nachhaltige Entwick lung ein. Am „Lernort Ausland“ erhalten Aus zubildende einen vertieften Einblick in globa le Zusammenhänge und Abhängigkeiten von Lieferketten und Produktion. „Als UNESCO-Projektschule ist es uns ein Anliegen, die jungen Menschen beim „be rufsbezogenen Hinausgehen“ zu begleiten. Gemeinsam mit unseren Partnern in Nami bia können wir so unseren Auszubildenden helfen, im Praktikum ihre Kompetenzen im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele in den Be reichen Hotel- und Gaststättengewerbe und Erziehungswesen um eine globale Perspekti ve zu erweitern“, betont Katja Türk vom Ro bert-Wetzlar-Berufskolleg Bonn. Gute Chancen für angehende Fach kräfte aus dualen und vollzeitschu lischen Ausbildungsgängen Das globale Förderprogramm Ausbildung Weltweit und das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ waren von den Einschränkungen der Pandemie stark betroffen. Seit dem Jahr 2022 nahmen die Berufsbildungsein richtungen ihre internationalen Aktivitäten jedoch zügig wieder auf. Zwischenzeitlich konnten bei AusbildungWeltweit wieder mehr als 1.300 Auslandsaufenthalte bewilligt werden, womit das vorpandemische Niveau sogar noch etwas übertroffen wurde. Die Wachstumsprognose bleibt positiv. Fast zwei Drittel der Förderanträge kommen direkt von ausbildenden Unternehmen in exportorientierten und international agie renden Branchen. Auf berufliche Schulen entfallen etwa ein Viertel der Anträge. Wei tere Anträge kommen von Kammern und Bildungsträgern. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - // Das Feedback von Auszubildenden zeigt, dass die Möglichkeit zu Auslandsaufenthal ten sie dazu motiviert hat, sich bei unseren Gerresheimer Werken in Deutschland zu bewerben. Interessierte sprechen uns auf Messen und Informationstagen gezielt auf unser Programm an. // - 30 31 Bildung für Europa | August 2024 Grundsätzlich können Auszubildende in ei ner Erstausbildung nach BBiG/HwO sowie nach Bundes- oder Landesrecht von der fi nanziellen Unterstützung profitieren. Etwa 90 Prozent der geförderten Auszubildenden befinden sich in einer dualen Berufsausbildung. Internationalisierung - - Die große Wirtschaftsnähe von Ausbildung Weltweit kommt auch bei den bevorzugt längeren Aufenthaltsdauern und den vor herrschenden Berufsbereichen zum Aus druck. Lernaufenthalte mit AusbildungWelt weit dauern im Schnitt sieben Wochen. In den Förderrunden der Jahre 2022 und 2023 zeigte sich folgende Beteiligung der Berufsbereiche: - - - - - - - - - - - - - Förderrunden 2022-2023: Anteil nach Berufsbereichen Gewerblich-technische Berufe 32% Kaufmännische Berufe 21% IT-Berufe 11% Gesundheitsberufe 10% Handwerksberufe 7% Agrarberufe 5% Laborberufe 5% Erziehungsberufe 3% sonstige Berufsbereiche 6% Seit Programmstart im Jahr 2018 wurden rund 2.900 Auslandsaufenthalte in über 60 Ländern auf allen Kontinenten bewilligt. Das Vereinigte Königreich wurde nach dem Brexit Anfang 2021 in die Liste der förder fähigen Länder von AusbildungWeltweit aufgenommen. Die zehn gefragtesten Zielländer der letzten Jahre sind: USA (28%), China (9%), die Schweiz (6%), Kanada (5%), das Vereinigte Königreich (5%), Aus tralien (4%), die Republik Südafri ka (4%), Mexiko (4%), Tansania (3%) und Indien (2%). Lernaufenthalte von Auszubildenden haben einen Anteil von 80 Prozent. Aufenthalte für Ausbildungsverantwortliche liegen bei 9 Prozent. Die restlichen Bewilligungen ent fallen auf vorbereitende Besuche (10%) und wenige Begleitpersonen. Die Bewilligungs quote lag im Schnitt bei 90 Prozent. Das BMBF startete im Dezember 2022 die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung. Sie zielt u. a. darauf ab, die Berufsbildung durch eine noch intensivere internationale Ausrichtung zu stärken. AusbildungWeltweit trägt durch Mobilitätsförderung, Medienkampagnen, Vernetzungsaktivitäten und eine orientieren de Beratung u. a. zu Einreisebestimmungen und Versicherungsfragen dazu bei. Der Kom petenzerwerb im Ausland ist Bestandteil ei ner leistungsfähigen und attraktiven Berufs ausbildung und sollte jeder Generation von Auszubildenden ermöglicht werden. AusbildungWeltweit fördert weltweite Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung. Azubis: 3 Wochen bis 3 Monate Betrieblich Ausbildende: 2 Tage bis 2 Wochen Vorbereitende Besuche: 2 Tage bis 5 Tage Alle Infos zum Programm unter www.ausbildung-weltweit.de Die nächste Antragsfrist endet am 10.10.2024. Aufenthalte dieser Runde können von Februar 2025 bis Januar 2026 durchgeführt werden. STEFAN METZDORF Leiter des Teams „Stärkung der Auslandsmobilität I AusbildungWeltweit“ metzdorf@bibb.de STEPHANIE PLETSCH ist im Programm AusbildungWeltweit für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig pletsch@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.ausbildung-weltweit.de mailto:metzdorf@bibb.de mailto:pletsch@bibb.de 32 Erasmus+ 33 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Erasmus+-Antragsrunde 2024 Mehr Auslandsaufenthalte als je zuvor – noch Potenzial in der Erwachsenenbildung D ieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 17. Juni 2024 wieder. Er konzen triert sich auf die Mobilität (Leitaktion 1), weil die Förderentscheidungen für die Partnerschaften für Zusammenar beit (Leitaktion 2) noch nicht vorliegen. Berufsbildung Mit 870 Projektanträgen, davon 750 im Rahmen einer Erasmus+-Akkreditierung, war 2024 die Nachfrage nach Fördermit teln für die Mobilität in der Berufsbildung erfreulich hoch. Die deutliche Zurückhal tung in den Jahren 2021 und 2022 wurde demnach nicht nur aufgegeben, sondern das Interesse an Auslandsaufenthalten ist so groß wie nie. Dies belegt auch die Zahl der beantragten Teilnehmenden. Mit nahe zu 53.000 war sie dieses Jahr 27 Prozent höher als im bis dahin stärksten Antragsjahr 2023. Auch die Kurzzeitprojekte stellen mit 120 Anträgen einen neuen Rekord auf, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass die Anzahl der Neuakkreditierungen im letzten Jahr auf 100 begrenzt wurde und einige Einrichtungen ihre Pläne auf ein Kurzzeitprojekt umstellen mussten. Bewilligt wurden letztlich mehr als 46.000 Teilnehmende in 111 Kurzzeit- und 745 ak kreditierten Projekten und damit 40 Prozent mehr Personen als im vergangenen Jahr. Dies war nur möglich dank nicht genutz ter Mittel aus der Erwachsenenbildung, da das Budget für die Berufsbildung deutlich überzeichnet war. Insgesamt wurden in der Leitaktion 1 für die Berufsbildung nahezu 99 Millionen Euro bewilligt. Für die Zielgruppe der Lernenden wurde die neu eingeführte Gruppenmobilität sehr gut angenommen. Rund vierzehn Prozent aller Lernaufenthalte sind in diesem Format geplant, bei dem das Peer Learning mit an deren europäischen Gruppen im Rahmen kürzerer Aufenthalte im Zentrum steht. Nach wie vor ist aber die Kurzzeitmobilität die mit Abstand beliebteste Aktivitätsart; sie macht mit 30.550 Teilnehmenden rund 83 Prozent aller bewilligten Aktivitäten für Lernende aus. Beim Personal sind wie in den Vorjahren das Job-Shadowing und die Teilnahme an Kursen und Schulungen die am stärksten nachgefragten Aktivitätsarten. Von 9.364 bewilligten Aktivitäten für Personal entfal len rund 94 Prozent (8.819) auf diese bei den Formate. Die anderen Aktivitätsarten für Personal und ihr Nutzen für die Inter nationalisierung einer Einrichtung werden offenbar bisher noch unterschätzt. Eine zweite Antragsrunde wird es in der Berufsbildung 2024 nicht geben. Darüber hinaus wird wie im Vorjahr die Anzahl der Neuakkreditierungen auf 100 begrenzt. Erwachsenenbildung Der bereits 2023 zu verzeichnende positive Trend in den Antragszahlen für Mobilitäts projekte in der Erwachsenenbildung setzte sich in der ersten Antragsrunde 2024 fort. Insgesamt konnten 83 Projekte bewilligt werden. Das sind 30 Projekt mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. 46 der Pro jekte entfallen auf die akkreditierten Ein richtungen. 37 der Projekte sind Kurzzeit projekte. Besonders erfreulich ist, dass 15 der 17 Einrichtungen, die Ende 2023 neu akkreditiert wurden, direkt Mittel für ein erstes Projekt angefordert haben und somit sofort aktiv werden können. Auch die Anzahl der Personen, die die ge förderten Einrichtungen planen zu entsen den, ist weiter angestiegen. Obwohl die zweite Antragsrunde für Kurzzeitprojekte im Jahr 2024 noch aussteht, übersteigt die Anzahl der geförderten Personen schon jetzt die Gesamtzahl des Jahres 2023. Während 2023 Mobilitätsaktivitäten für gut 2.770 Personen bewilligt wurden, liegt die Zahl für 2024 bereits jetzt schon bei über 3.100. Es konnten gut 2.300 Aktivitäten für Mitarbeitende von Erwachsenenbildungs einrichtungen bewilligt werden. Die be liebteste Aktivitätsart für die Zielgruppe des Personals bleiben nach wie vor Kurse und Schulungen (1324 geförderte Personen), gefolgt von Job-Shadowings (930 geför derte Personen). Der stetige Anstieg zeigt sich auch in der Anzahl der geförderten Auslandsaufent halte für Lernende. Insgesamt konnten in der ersten Antragsrunde Aktivitäten für 775 Lernende bewilligt werden. 316 Personen entfallen auf eine Gruppenmobilität, 457 auf eine individuelle Kurzzeitmobilität und 2 auf eine individuelle Langzeitmobilität. Trotz des erfreulichen Trends besteht nach wie vor Potenzial. Erneut konnte das zur Verfügung stehende Budget nicht einmal zur Hälfte ausgeschöpft werden. Da für die Erwachsenenbildung weitere finanzi elle Mittel zur Verfügung stehen, wird es im Herbst 2024 neben der Antragsrunde für neue Akkreditierungen deswegen eine zweite Antragsrunde für Kurzzeitprojekte geben. Die Antragsfrist endet am 1. Oktober 2024. Die Bewilligungslisten können auf der NA-Website eingesehen werden: www.na-bibb.de/erasmus- berufsbildung/mobilitaet/ bewilligte-aktivitaeten www.na-bibb.de/erasmus- erwachsenenbildung/mobilitaet/ bewilligte-aktivitaeten http://www.na-bibb.de/erasmus-berufsbildung/mobilitaet/bewilligte-aktivitaeten http://www.na-bibb.de/erasmus-erwachsenenbildung/mobilitaet/bewilligte-aktivitaeten 32 33 Bildung für Europa | August 2024 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Neues Portal für Projektträger Ausgliederung von Inhalten aus Website sorgt für bessere Auffindbarkeit A uf der Website der NA beim BIBB waren sehr viele und umfangreiche Informati onen dargestellt. So waren dort allein mehr als 1.100 Dokumente hinterlegt. Dieser große Umfang führte dazu, dass die Übersichtlichkeit der Website litt. Die Heterogenität der Suchanfragen bzw. der Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer und die Regelungstiefe des Programms Erasmus+ standen immer wieder im Kon flikt zu einer präzisen und schnellen Auf findbarkeit. Während beispielsweise eine berufsbil dende Schule ein Formular für einen End bericht für ein Partnerschaftsprojekt des Jahres 2021 sucht, benötigt eine VHS-Do zentin, die erstmalig ein Mobilitätsprojekt in Erasmus+ beantragen möchte, vielmehr aktuelle Informationen über grundlegende Teilnahmebedingungen. Und dann gibt es z.B. auch noch die Mitarbeitenden eines Bildungswerks, die Vorträge zum Thema „Inklusion“ suchen, von denen sie bei einer Online-Veranstaltung der NA gehört haben. Um diesen sehr unterschiedlichen Bedürf nissen gerecht zu werden, stehen seit Juni 2024 die Informationen und Dokumente für bestehende Vertragsnehmer der NA beim BIBB auf der neuen Erasmus+-Projektplatt form gebündelt zur Verfügung, mit der die Dokumentation von Wissen und der Wis sensaustausch vereinfacht und beschleu nigt werden sollen. Da die NA beim BIBB die genutzte Wiki-Software vor vier Jahren auch für ihr eigenes Wissensmanagement eingeführt hat, versprechen wir uns hier Synergieeffekte durch das Aufeinander treffen dynamischer Arbeitsbereiche für unsere „Kunden“ auf der einen Seite und kollaborativer Lösungsmöglichkeiten für eigene Mitarbeitende auf der anderen Sei te. Die neue Plattform für Projektträger ist direkt über Eingabe der Internet-Adresse oder über die NA-Website www.na-bibb. de frei zugänglich. Auf der Website erfolgt der Zugang derzeit über einen Link auf den Unterseiten „Durchführung“. Vorteile und Aufbau der Projektplattform Seit der neuen Programmgeneration ab 2021 sind viele Neuerungen in der Mittel bewirtschaftung und Projektdurchführung des Programms (teilweise zeitversetzt) ein geführt worden; durch die zeitliche Koin zidenz mit der Corona-Pandemie und dem daraus resultierendem Informationsbedarf sowie teilweise großen Problemen in der Funktionalität zentraler IT-Werkzeuge der EU ergab sich für die NA beim BIBB ein hoher Handlungsdruck, die internen und externen Anforderungen zu verknüpfen und smarte Lösungen zu finden. Mit der Einführung des internen Wissensmanage ment-Portals im Jahr 2021 und die im Juni 2024 erfolgte Freischaltung der ersten Ar beitsbereiche im Wiki-Portal für Projektträ ger ist nun ein nächster Schritt in der digi talen Entwicklung der Nationalen Agentur gemacht. Für unsere Projektträger verbessert sich nunmehr der Zugang zu den (vertrags-)re levanten Informationen und Dokumenten, da diese nun ohne Umwege erreichbar sind. Die entscheidende Weiche in der Pro jektplattform ist die Wahl der Leitaktion, zu der Informationen und Dokumente abgeru fen werden sollen. Die Leitaktion 1 (KA1, Mobilität) teilt sich dabei in die Bildungs bereiche „Berufsbildung“ und „Erwachse nenbildung“ auf, während der Zugang zur Leitaktion 2 (KA2, Partnerschaften) beide Bildungsbereiche umfasst. In einem dritten Bereich werden den Projektträgern soge nannte FAQ-Listen angeboten sowie Infor mationen zu den Werkzeugen (Tools) der Projektverwaltung und Berichterstattung. Auf den FAQ-Seiten werden den Projekt trägern unterschiedliche Themen praxisnah erklärt. Die FAQ werden stetig ergänzt. Die Suche ist ein wichtiger Bestandteil die ser Plattform. Die Plattform wird mit den Themen kontinuierlich wachsen. Zum ein fachen und schnellen Auffinden der Inhalte – auch in den Dokumenten – ist die Platt form mit einer einfach zu bedienenden, aber mächtigen Suchunktion ausgestattet. Hinsichtlich der Strukturierung der Unter lagen und deren Verfügbarkeit verspre chen wir uns, dass die Plattform durch ihre vielfältigen Möglichkeiten eine benutzer freundlichere Darstellung ermöglicht und das Auffinden einfacher macht. Zudem gibt uns die neue Plattform die Möglichkeit, zielgruppengerechte Informa tionen, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Projektträger, noch zeitnäher zur Ver fügung zu stellen. Sie erlaubt eine schnel le Verbreitung von wichtigen Neuigkeiten, z.B. zu Änderungen in den Rahmenbedin gungen, an unsere Projektnehmer. Erasmus+ https://na-bibb.atlassian.net/wiki/ spaces/WILL/overview JÜRGEN VAN CAPELLE Leiter des Teams „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“ in der NA beim BIBB (bis Juni 2024) © N A b ei m B IB B https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/WILL/overview https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/WILL/overview http://www.na-bibb 34 35 - - - - - Infosplitter Infosplitter - - - Neuerscheinungen Wie haben sich Erasmus+ und die anderen bei der NA beim BIBB angesie delten Programme bzw. Projekte entwickelt? Was waren Arbeitsschwer punkte? Aufschluss darüber gibt der NA-Jahresbericht, der nunmehr im zweijäh rigen Rhythmus erscheint. Kennen Sie schon unsere EuroApprentices? In einem Flyer erfahren Sie, was diese motiviert und wie die ehemaligen Erasmus+-Teilnehmenden für Auslands erfahrung während der Ausbildung werben. - Alle NA-Publikationen können kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. www.na-bibb.de/publikationen - - Für Audio-Affine Die Podcastreihe "Talking Erasmus+" der NA beim BIBB informiert über das Förderprogramm Erasmus+, spannende Bildungsprojekte und europäische Quer schnittsthemen. Hören Sie immer die ak tuellen Folgen unter www.na-bibb.de/ presse/podcasts ErasmusDays 2024 Sie haben ein laufendes Erasmus+-Projekt im Bereich Berufsbildung oder Erwachse nenbildung oder dieses bereits abgeschlos sen? Dann machen Sie vom 14. bis 19. Oktober mit bei den ErasmusDays! Alles ist denkbar, lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und überlegen Sie, welche Aktion am besten zu Ihrer Einrichtung und zu Ihren Erasmus-Skills passt. Jetzt anmelden unter.... www.erasmusdays.eu Europa in den sozialen Medien Die NA-Social-Media-Redaktion hat ge meinsam mit Auszubildenden im BIBB eine Serie von Kurzclips erstellt, die junge Menschen motivieren sollte, an den Euro pawahlen teilzunehmen. Die Videos wur den crossmedial geteilt und fanden mit 12.000 Aufrufen große Resonanz. © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/presse/podcasts http://www.na-bibb.de/publikationen http://www.erasmusdays.eu 34 35 Bildung für Europa | August 2024 Instalive aus aller Welt Die während eines Auslandsaufenthalts erzielten Lernergebnisse werden im Europass Mobilität bescheinigt. Die Lernbereitschaft junger Menschen wird besonders gewürdigt, wenn die Übergabe des Mobilitätsnachweises in fei- erlichem Rahmen erfolgt, wie in Berlin, wo die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey 160 Auszubildende ins Rote Rathaus einlud. Die jungen Menschen waren über Erasmus+ im Ausland; organisiert wurden die Prakti- ka über GoEurope. In Bild und Ton In der dreiteiligen Videoreihe „Gute Gründe für Auslandsaufent halte in der Ausbildung“ berichten die (ehemalige) Mobilitätsbe raterin Nadine Rosell, der Ausbilder und Geschäftsführer Michel Lohmann sowie der Auszubildende Henrik Bellgardt jeweils aus der eigenen Perspektive, weshalb sie von Auslandsaufenthalten überzeugt sind und diese weiterempfehlen. Nutzen Sie die Vi deos auch gerne für Ihre Arbeit! - - - www.auslandsberatung-ausbildung.de/ gute-gruende-fuer-auslandsaufenthalte - Infosplitter - - - - - - - - - - - Neues Video: Bewerben mit Europass © N at io na le s Eu ro pa ss C en te r Das neue Video erklärt, wie Nutzerinnen und Nutzer im Europass-Portal ein Profil anlegen und daraus Lebensläufe erstellen, wie sie ihre digitalen Kompetenzen testen und digitale Bewerbungsmappen anferti gen. Das Video ist auch für den Einsatz im Unterricht geeignet. 400.000ster Europass Mobilität verliehen Im März 2024 wurde der bundesweit 400.000ste Europass Mobilität überreicht. Verliehen wurde das Jubiläumsdokument von Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie in der Berliner Senatsverwaltung. Empfänger war der Schüler Dominik Diehr, der im Jahr 2023 sechs Monate seiner Ausbildung in Irland absolvierte. © N A b ei m B IB B © D ie te r K ro ll Themenwoche - Demokratie erleben, Teilhabe gestalten Im April 2024 widmete sich EPALE dem Thema Demokratie und Teilhabe mit span nenden Erasmus+-Projektbeispielen und Initiativen. Diese zeigen, wie Erwachsenen bildung dazu beitragen kann, die Demokra tie zu stärken und die Teilhabe aller Bürge rinnen und Bürger zu fördern. https://epale.ec.europa.eu/de/content/ themenwoche-demokratie-erleben- teilhabe-gestalten Deutschland Lernort Sport: Mehr als Bewegung Gesundheitsbildung als ein wesent licher Teil der Erwachsenenbildung umfasst Bewegungsangebote von Yoga über Tanz bis zum Hantel training. Doch welche Möglich keiten bietet der Sport jenseits von Bewegung und Gesundheit? Im dritten Quartal 2024 liegt bei EPALE Deutschland der Fokus auf dem Thema Lernort Sport: Mehr als Bewegung. https://epale.ec.europa.eu/de/ content/themenfokus- lernort-sport-mehr-als- bewegung EPALE Akademie Am 7. und 28. November 2024 bietet EPALE Deutschland jeweils von 10:00 bis 12:00 Uhr online eine EPALE Akademie zum Thema nachhaltige Organisationsent wicklung in der Erwachsenen bildung an. In der Lernphase zwi schen den Online-Terminen können die gewonnenen Erkenntnisse ver tieft und angewendet werden. https://epale.ec.europa.eu/de/ content/epale-akademien- uebersicht http://www.auslandsberatung-ausbildung.de/gute-gruende-fuer-auslandsaufenthalte https://epale.ec.europa.eu/de/content/themenwoche-demokratie-erleben-teilhabe-gestalten https://epale.ec.europa.eu/de/content/themenfokus-lernort-sport-mehr-als-bewegung https://epale.ec.europa.eu/de/content/epale-akademien-uebersicht Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 (NA beim BIBB) 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 @nabibb_de @EUEB_de @meinauslandspraktikum www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ Erasmus+ Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > im Bereich Erwachsenenbildung sowie Jugend 01.10.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Leitaktion 2 Kleinere Partnerschaften > in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbil dung, Erwachsenenbildung und Jugend - 01.10.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Jugend - 01.10.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA AusbildungWeltweit > Aufenthalte zwischen Februar 2025 und Januar 2026 10.10.2024 AusbildungWeltweit AusbildungWeltweit Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Wichtige Internet-Adressen: Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu/index_de Die Angaben basieren auf dem aktuellen Informationsstand (01.07.2024). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A07/2023. http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de https://erasmus-plus.ec.europa.eu/de http://www.eacea.ec.europa.eu/index_de Bildung für Europa 39 · August 2024 Impressum Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Internationalisierung „Europa in Bewegung“ Europäischer Bildungsraum und Ratsempfehlung Mitgliedstaaten: Benchmarks und Systeme Unterstützung durch die EU-Kommission Besonders wichtige Zielgruppen: Lehrkräfte und Auszubildende Mobilität von Lehrkräften Mobilität von Auszubildenden Einschätzung aus Erasmus+-Perspektive Good Practice: Von Internationalisierung überzeugt Wettbewerbsfähigkeit Attraktivität Von Guter Praxis lernen Projektinfo Drei Jahre Akkreditierung in der Leitaktion 1 Was genau ist die Akkreditierung? Ziele der Akkreditierung Wie wurde die Akkreditierung bisher angenommen? Wie geht es weiter? Europa bringt Farbe ins Spiel Good Practice: VHS Rottweil stellt sich neu auf Werkzeug interner und externer Internationalisierung Impulse für neue Initiativen Blick in die Zukunft Projektinfo Good Practice: International denken Projekte miteinander verzahnen Projektinfo Internationalisierung als Instrument Schulentwicklung im Dreiklang denken Internationalisierung auf gutem Weg Berufsbildung Bewilligte Akkreditierungen Mit Erasmus+ weltweit unterwegs Beliebteste Zielkontinente 2021-2023 Incoming Mobilität:Top-5-Herkunftsländer 2021-2023 Erwachsenenbildung Top-3-Zielländer 2021 -2023 Bewilligte Akkreditierungen „Ein Tor in den europäischen Bildungsraum“ Mit Europass die Internationalisierung von Schulen fördern Organisation Personal Unterricht Personalmobilität in Europa Berufsbildung: Schulen sind Vorreiter Erwachsenenbildung: Internationalisierung im formalen und non-formalen Bereich Das transnationale Forschungsnetzwerk RIA-AE Zentrale Erkenntnisse auf nationaler Ebene Baukasten internationale berufliche Handlungskompetenz Kompetenzbaukasten für Ausbildungsordnungen Anwendung in der Praxis Praxisbeispiel Neuordnung der Berufsausbildung der Industriekaufleute Fazit und Ausblick Good Practice: Bereit für Europa? Tools für die Selbstanalyse und Umsetzung Wie geht es weiter? Projektinfo Weltweite Öffnung für akkreditierte Einrichtungen Beispiele aus der Praxis Wer kann Förderungen für Auslandsaufenthalte außerhalb der EU erhalten? Mit Erasmus+ zum Praktikum nach Asien Deutsch-Unterricht zur Vorbereitung auf den Schulbesuch Lernen durch den Vergleich mit Kitas im Ausland Steigendes Interesse an weltweiten Auslandspraktika Globale Perspektiven im Praktikum: Neue Möglichkeiten für berufliche Schulen Gute Chancen für angehende Fachkräfte aus dualen und vollzeitschulischen Ausbildungsgängen AusbildungWeltweit fördert weltweite Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung. Erasmus+ Erasmus+-Antragsrunde 2024 Berufsbildung Erwachsenenbildung Neues Portal für Projektträger Vorteile und Aufbau der Projektplattform Infosplitter Neuerscheinungen Für Audio-Affine ErasmusDays 2024 Europa in den sozialen Medien In Bild und Ton Neues Video: Bewerben mit Europass 400.000ster Europass Mobilität verliehen Themenwoche - Demokratie erleben, Teilhabe gestalten Lernort Sport: Mehr als Bewegung EPALE Akademie Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ …

Nach oben scrollen