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CIT4VET

Interkulturelle Tools für die Berufsbildung

[…] Für die Praxis entwickelt, Interkulturalität lernen und lehren Interkulturelle Kompetenzen in der heutigen Realität sind eine wichtige Schlüsselkompetenz, gerade vor dem Hintergrund der steigenden Zuwanderung, dem immer enger vernetzten Europa und der zunehmend globalisierten Welt. Dennoch findet die Herausbildung von interkulturellen Kompetenzen in der beruflichen Bildung meist nur am Rande statt. , Die Strategische Partnerschaft „CIT4VET“ hat einen offenen Onlinekatalog interkultureller Instrumente entwickelt, der sich an Lehrende in Berufsschulen richtet. Diese können damit zum einen ihr eigenes Wissen zu diesem Thema ausbauen. Zum anderen erhalten sie praktisch anwendbare Hinweise, wie interkulturelle Fragestellungen in den Unterricht eingebaut werden können. , Der offene Onlinekatalog beinhaltet drei Teile: 1. eine Datenbank mit interkulturellen Werkzeugen, die im Rahmen früherer Initiativen und Projekte als OER entwickelt wurden Link zur Datenbank 2. ein eLearning-Kurs mit fünf Modulen für Lehrende zu interkulturellen Themen Link zum eLearning-Kurs 3. ein Leitfaden für die Entwicklung von Simulationen für interkulturelles Training Link zum Leitfaden , Darüber hinaus liefert ein Praxishandbuch für die Anwendung von interkulturellen Inhalten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung weitere Informationen. Es besteht aus drei Teilen: Teil A enthält Erläuterungen zu den Datenbanken, Kategorien und Tools, die im Onlinekatalog enthalten sind, sowie ausführliche Hinweise zur Nutzung. Download (PDF) Im Mittelpunkt von Teil B steht der Umgang mit kultureller Vielfalt in Trainingseinheiten. Er enthält Tipps zur Nutzung der Simulationen im interkulturellen Training und konzentriert sich auf die praktische Anwendung. Download (PDF) Teil C beinhaltet ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen. Download (PDF) Alle erstellten Module und Materialien sind in den Sprachen Deutsch, Englisch, Polnisch, Italienisch, Bulgarisch und Niederländisch verfügbar und wurden als OER veröffentlicht. , Die Projektergebnisse zeichnen sich dadurch aus, dass sie an zwei Stellen ansetzen: Zum einen steht die Vermittlung von interkulturellem Wissen und Kompetenzen an Lehrende an Berufsschulen im Mittelpunkt. Und gleichzeitig befähigt sie diese und gibt ihnen Tools an die Hand, das erworbene Wissen bei der Durchführung von Unterrichtseinheiten anzuwenden und damit Schülerinnen und Schüler auf interkulturelle Fragen und Problemstellungen vorzubereiten. …

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SAFE international

Streetwork in Rumänien und Deutschland

[…] Icon Teaser, Bild, Hospitationen bei rumänischen Partnereinrichtungen, Ergebnisse für die Praxis Das Team von „SAFE – Straßensozialarbeit für Erwachsene“ des SZL Suchtzentrums in Leipzig arbeitet auf Szeneplätzen mit Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, Alkohol oder illegale Drogen konsumieren oder obdach-, wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. SAFE begreift jeden Menschen als schaffendes Wesen, ermutigt ihn in diesem Sinne, sein Lebensumfeld aktiv zu gestalten und schafft Möglichkeiten, dieses Potential zu nutzen. , Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „SAFE international“ besuchten Mitarbeitende des Suchtzentrums verschiedene Partnereinrichtungen in Rumänien, tauschten sich mit Fachkräften über Streetwork-Themen aus und knüpften nachhaltige Kontakte vor Ort. Ziel des Projekts war es, herauszufinden, warum Menschen aus Rumänien trotz schlechter Integrationschancen nach Deutschland kommen. Durch die Hospitationen erlangten die Mitarbeitenden ein besseres Verständnis für die Lebenswelt dieser Menschen, die oftmals durch das Netz der sozialen Sicherung fallen und Adressatinnen und Adressaten von SAFE werden. , Durch die gewonnenen Erkenntnisse sollen Mitarbeitende der Wohnungslosenhilfe in Zukunft besser für die Lage ihrer Adressatinnen und Adressaten sensibilisiert werden und mit einem diskriminierungskritischen Blick auf Armut Strukturen schaffen, in denen Inklusion wirklich stattfinden kann. Der Erfahrungsaustausch mit den Partnereinrichtungen in Rumänien hat den Blick für Barrieren in der Gesellschaft, denen die Adressatinnen und Adressaten von SAFE gegenüberstehen, geschärft. Mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse will SAFE diesen Barrieren entgegenwirken und zu deren Abbau beitragen. Besonders wurde durch die rumänischen Partner die Situation der Roma und Romnja und deren Zugangsschwierigkeiten in vielen Bereichen in Deutschland kommuniziert. Eine Teilnehmerin der Auslandsfortbildung sagt dazu: „Für mich persönlich war der geschärfte Blick auf die – auch strukturelle – Diskriminierung, welche die Roma Bevölkerung erfährt, eine wichtige Erfahrung. Dadurch habe ich die Möglichkeit ein anderes Verständnis für deren Situation und für deren Migration nach Deutschland zu entwickeln, um hier, vor Ort, noch achtsamer darauf einzugehen und meine Angebote noch besser an die Bedarfe anzupassen.“ Durch den Besuch in Rumänien angeregt, plant das Suchtzentrum einen online-Fachtag zum Thema Roma und Romnja und deren Ausgrenzung in Rumänien und Deutschland. …

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Mut zu Europa! Junge Erwachsene entdecken Lettland

Eine Lernreise zu digitalen Kompetenzen und Selbstwertgefühl

[…] ​​​​​​​Eigene Stärken erkennen, ​​​​​​​Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Digitales Lernen mit Micro Challenges, Micro Challenge Besuch der Deutschen Botschaft, Stolz auf die Ergebnisse, Lernende in ein Projekt einbeziehen – ein Rückblick, Interesse geweckt? Tukums ist eine Kleinstadt in Lettland, etwa 60 km westlich von Riga gelegen. Hier fand die Volkshochschule Meppen in dem Verein Asni 3139 eine passende Partnereinrichtung, die sich wie die Volkshochschule in der Erwachsenenbildung engagiert, unter anderem PC Kurse auf dem Land anbietet und sich darüber hinaus der Vermittlung lettischer traditioneller Handwerkskunst widmet. „Wichtig war uns bei der Wahl der aufnehmenden Einrichtung, dass wir mit unseren Teilnehmenden ähnliche Bedingungen vorfinden wie hier im Emsland, weil die meisten unserer Teilnehmenden noch nie gereist sind“, berichtet Radka Lemmen, die mit „Mutmacher*innen für Europa“ ihr erstes Erasmus+ Projekt durchgeführt hat. Ziel dieses Projekts war es, benachteiligten jungen Erwachsenen zu ermöglichen, digitale Kompetenzen zu erwerben und zu erproben. , Die jungen Erwachsenen lernen im Zentrum für Jugendberufshilfe der VHS , wo sie ihren Schulabschluss nachholen. Das Interesse, nach Lettland zu reisen war so groß, dass sogar eine Auswahl stattfinden musste. Die zwanzig Teilnehmenden wurden von Anfang an in das Projekt und die damit verbundenen Organisationsschritte einbezogen. „Die Workshops zur Projektumsetzung, zur Projektplanung haben wir in den Stundenplan der Teilnehmenden integriert. Sie waren ein Teil der Fächer Deutsch, Wirtschaft oder Mathe“, erklärt Radka Lemmen. So sind den Teilnehmenden keine Unterrichtsstunden weggefallen, sondern sie wurden projektbezogen weiter genutzt. Ein Nebeneffekt dabei war, dass auch die verschiedensten Alltagskompetenzen gestärkt wurden. Diese reichten von der Anreise (Besorgung der Tickets, Pünktlichkeit, Verpflegung) über die Verwaltung des eigenen Geldes bis hin zur Verständigung in einem nicht-deutschsprachigen Land. , Bevor die beiden Gruppen nach Lettland aufbrachen, besuchten die Projektverantwortlichen die Gasteinrichtung und konnten sich persönlich vor Ort über die Arbeitsweise und die Gegebenheiten informieren. Im Gegenzug besuchten auch zwei Vertreterinnen des lettischen Vereins als Expertinnen die Volkshochschule in Meppen. Der intensive Austausch und die gegenseitigen Besuche trugen dazu bei, dass die Einrichtungen viele Gemeinsamkeiten entdeckten und sich auf Augenhöhe begegnen konnten. Entscheidend war diese Begegnung auch für das Aufstellen des Programms für den Aufenthalt der jungen Erwachsenen in Tukums. Die beiden Kollegen, die als Betreuer mitgefahren sind, wissen, wie wichtig ein strukturierter, aber nicht zu überfordernder Tagesablauf für diese Zielgruppe ist. Für jeden Tag gab es eine Mischung aus körperlichen Aktivitäten, verbunden mit kleinen Forschungsaufträgen, die manchmal auch einen unterhaltsamen Charakter hatten. Einer davon war es herauszufinden, ob Tukums eine Burg hat. Ein anderer schickte die Gruppe zu einem Besuch in einen Kräutergarten. Das anschließende Sammeln der Kräuter nach dem Geruch führte zu viel Austausch untereinander. , Während des Aufenthaltes in Tukums haben die Teilnehmenden mit Hilfe von mobilen Endgeräten Blogbeiträge verfasst, ein digitales Portfolio erstellt und auch kleinere Videos aufgenommen, die als Instagram oder Facebook Beiträge online gestellt werden konnten. Um dies umzusetzen bekamen sie kleinschrittige Aufgaben in Form von Micro Challenges, die sie digital bearbeiten konnten. Micro Challenges oder als Mikrolernen bekannt sind Aufgaben im Häppchen-Format. , Vor dem Besuch der deutschen Botschaft in Riga arbeiteten die Teilnehmenden in Paaren oder in Kleingruppen. Sie erkundeten mit dem Tablet digital den kürzesten und günstigsten Reiseweg dorthin. Dabei mussten sie mit Übersetzer-Programmen arbeiten, um die Buchungs-App anzuwenden. Sie sammelten Fragen zur Arbeit des Botschafters, überlegten sich Fragen zum Land aus der Sicht eines interessierten Publikums wie die Gleichaltrigen oder Eltern und skizzierten rückblickend einen Blog-Beitrag oder simulierten eine einfache Pressekonferenz. Es ging darum, dass im gemeinsamen Tun ein Ganzes entsteht und jeder mit seinem aktuellen Wissenstand und Können zum Gelingen beiträgt. Wichtig war, dass das Lernen an der Lebenswelt der Teilnehmenden ausgerichtet ist. , Zurück in der Heimat erwartete die erste Gruppe ein ganz besonderes Highlight: Die erzielten Ergebnisse flossen in eine eigene Ausstellung zur Reise mit dem Namen „Blickwinkel 45 – Erfahrungsschätze aus unterschiedlichen Lebensräumen“ ein, die am 30.11.2022 feierlich eröffnet wurde. Bis Ende August 2023 konnte die Dokumentation der Reise in Form von Fotos, Interviews und Ausschnitten aus den Blogbeiträgen der Teilnehmenden besichtigt werden. Diese wurden auf Leinwänden angebracht und im gesamten Hauptgebäude der VHS Meppen aufgehängt – eine Leistung, auf die die Teilnehmenden sichtlich stolz sind. Über die Dokumentation der Lettland-Reise im Rahmen des Projektes „Mutmacher*innen für Europa“ hinaus haben sich auch die Meppener Künstlerin Janet Große und Ziedonis Stutins, Mitarbeiterin und Mitarbeiter der VHS Meppen, mit persönlichen Bild-Beiträgen an der Ausstellung beteiligt. , „Die Umsetzung des ersten Kurzzeitprojektes betrachten wir als vollen Erfolg“, sagt Radka Lemmen. Die zwei Betreuungspersonen kannten die Teilnehmenden aus dem täglichen Kontakt. „Es war uns wichtig, eine weibliche und eine männliche Person als Betreuende zu gewinnen, damit sich die Teilnehmenden vertrauensvoll an die gewählte Person wenden können“, erläutert Radka Lemmen. Wir haben erlebt, dass es eines Bewusstseins für die Problemlagen der Teilnehmenden bedarf. Das macht das Reisen mit benachteiligten Personen besonders, aber nicht aufwendiger als mit einer Großfamilie. Die genaue Kenntnis der Teilnehmenden und deren Bedürfnisse erleichtert die gemeinsame Planung und Umsetzung. Die Betreuenden berichteten, dass das Englische der Teilnehmenden sich von Tag zu Tag verbesserte. Dadurch wurden sie immer selbstständiger, offener und freudiger. Das trug positiv zum Selbstvertrauen bei. Bei der Ausstellungseröffnung waren auch Familienmitglieder und Freunde anwesend, denen die Teilnehmenden stolz Kommentare zu den Fotos und veröffentlichten Blogbeiträgen abgaben. Das erarbeitete und während der beiden Lernaufenthalte ausprobierte Empowerment-Konzept nutzt die VHS bereits auch in anderen Projekten. Es lässt sich kaum aufzählen, woran man den Erfolg der Lernmobilität messen kann. Am eindrucksvollsten kommentierte es eine Lehrkraft am ersten Unterrichtstag nach der Rückkehr: glückliche, ausgeglichene junge Menschen, die selbstbewusst und auch kritisch mit anderen Gleichaltrigen über die gemachten Erfahrungen sprachen. , Lesen Sie sich den EPALE Blogbeitrag zum Projekt durch. …

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Wie aus einer anderen Welt

Die Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk bietet sozial benachteiligten Jugendlichen mit Erasmus+ die Chance zur Auslandserfahrung während der Ausbildung

[…] Vielfältige Gründe für Benachteiligung, Auslandserfahrung als Motivation Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz in Industrie, Handel und Gewerbe gefunden haben, zu unterstützen, das ist das Ziel der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk. Sie will Schulabgängern und Schulabgängerinnen sowie Arbeitslosen in der Region eine Perspektive bieten – zum Beispiel durch berufsvorbereitende Maßnahmen. Ein wichtiger Baustein ist dabei der zweiwöchige Auslandsaufenthalt mit Erasmus+ in einer europäischen Partnerinstitution. „An unseren Projekten nehmen vor allem Jugendliche mit besonderem Förderbedarf teil“, berichtet Simone Grabow, Leiterin des Internationalen Servicebüros in der Bildungsgesellschaft. Sie ist überzeugt, dass derartige Erfahrungen gerade bei dieser Zielgruppe sehr viel bewirken können und sorgt seit nunmehr 15 Jahren für die gute Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in verschiedenen europäischen Ländern – sei es in Zypern, Italien oder Finnland. Hier können die Jugendlichen zwei Wochen lang Auslandsluft schnuppern und, so Grabow, „für sie völlig neue Arbeits- und Lebenswelten“ kennenlernen. , Die Gründe für den Förderbedarf und die Benachteiligung der Teilnehmenden sind vielfältig. Sie reichen von Lernbeeinträchtigungen und prekären familiären Verhältnissen bis zu psychischen oder suchtbedingten Erkrankungen. Fast immer fehlt eine ausreichende Unterstützung aus dem Umfeld, sodass sozialpädagogische Hilfen unvermeidbar sind, um die Anforderungen im Rahmen einer Ausbildung erfüllen zu können und den Übergang von der Schule in den Beruf zu bewältigen. Hier setzen die Angebote der Bildungsgesellschaft an. Dazu Grabow: „Wir wollen den Jugendlichen eine Chance für den Weg in ein selbstständiges Leben und für gesellschaftliche Teilhabe bieten. Dazu ist es wichtig, ihnen Halt und Aufmerksamkeit zu geben. Das steigert das Selbstwertgefühl und schafft einen Rahmen, damit sie eigene Fähigkeiten und Kenntnisse entwickeln können. Neben fachlichen und sprachlichen Kompetenzen geht es in diesem Kontext auch um Aspekte wie Toleranz, Selbstbewusstsein oder Teamgeist.“ Eine bedeutende Rolle spielen die Auslandspraktika, die in Pritzwalk bereits seit mehr als 20 Jahren durchgeführt und stets sehr eng von Ausbildern oder Sozialpädagoginnen begleitet werden. Einer von ihnen ist Tino Gutsche, Ausbilder für Werkzeugmechaniker*innen in der Bildungsgesellschaft. Er war im Oktober 2019 im Rahmen des Projekts „Miteinander lernen – Voneinander Lernen“ mit zehn Auszubildenden – sechs Werkzeugmacher/-innen, vier Elektroniker/-innen – für zwei Wochen bei der Partnerinstitution ERCI – Educational Research & Consultancy Institute in Limassol auf Zypern. Hier arbeiteten die Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung in großen Unternehmen wie in einer Brauerei oder bei einem Safthersteller. Sie leisteten hauptsächlich konventionelle Maschinenarbeit, beispielsweise Drehen, Fräsen oder Materialzuschnitt. Für Gutsche war dies die erste Reise in seiner Tätigkeit als Ausbilder, er erinnert sich: „Wir waren alle sehr nervös. Unsere Gruppe kannte sich zum damaligen Zeitpunkt ja auch gerade erst einmal zwei Monate, da es ein Grundprinzip der Auslandsaufenthalte ist, diese zum Anfang der Ausbildung durchzuführen. Das stärkt das Gruppengefühl und zugleich auch das Vertrauen zu mir als Ausbilder.“ Um der benachteiligten Klientel ein derartiges Angebot unterbreiten zu können, sei eine vertraute Person als Ansprechpartner*in unabdingbar, unterstreicht der heute 37-jährige Ausbilder. Er habe sich ein wenig wie der „Papa“ gefühlt, der sich um alles kümmert und den Laden zusammenhält. So könne er dazu beitragen, dass die jungen Leute, die zuvor in der Regel noch nichts Vergleichbares erlebt haben, ihre Ängste verlieren und sich auf die Sache einlassen. Denn trotz intensiver Vorbereitung trauten sich die meisten Teilnehmenden kaum etwas zu. Gutsche wörtlich: „Sie bringen zum Teil heftige Geschichten mit und haben oft Probleme, mit ihrem Alltag klarzukommen. Ich staune immer wieder, wie sich dies in der kurzen Zeit des Auslandsaufenthaltes verändert und welche Fähigkeiten plötzlich sichtbar werden. Da treten Dinge zu Tage, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.“ , Die Effekte aus den Maßnahmen beeindrucken auch Denise Nickel, pädagogische Leiterin in der Bildungsgesellschaft Pritzwalk. Sie sagt: „Wenn unsere Teilnehmer*innen zurückkommen, sind sie regelrecht euphorisch, weil sie tolle Sachen erlebt und sehr viel Wertschätzung erfahren haben, sowohl in der Arbeit als auch im Miteinander. Das erhöht ihre Motivation und macht ihnen nicht selten deutlich, dass sie doch etwas können – eine gute Voraussetzung, um Zugang zu regulären Ausbildungsgängen und einer festen Beschäftigung zu finden.“ Tino Gutsche erzählt abschließend vom Beispiel des 19-jährigen Tom, der so gestärkt aus Zypern zurückgekommen sei, dass er sich selbst eine Firma aussuchte, die er interessant fand. Dort habe er sich dann erfolgreich beworben und den Einstieg ins Arbeitsleben geschafft. Gutsche glaubt, dass die Auslandserfahrung dazu „einen großen Beitrag“ geleistet habe. Vor diesem Hintergrund ist es ein Anliegen der Bildungsgesellschaft Pritzwalk, auch anderen Trägern, die mit einer vergleichbaren Klientel arbeiten, die Möglichkeiten von Erasmus+-Projekten nahezubringen und sie entsprechend zu beraten. Neben den konkreten Erfahrungen vor Ort geht es dabei letztlich allen auch darum, die Ergebnisse des Aufenthalts transparent zu machen, damit die Jugendlichen sich später damit bewerben können. …

[…] Unser Arbeitsalltag, Unsere Highlights Auslandsaufenthalte sind für alle möglich. Wie das Gelingen kann, erzählt Martin Karpiel, der als Betreuer des Wertkreis Gütersloh mit fünf Menschen mit Handicap unterwegs war. Zu Besuch waren sie in der ZSS Gedansk II, einer inklusiven Schule im polnischen Danzig. , Nach unserer Ankunft in Danzig und einer Verschnaufpause im Hotelzimmer wollten die Teilnehmenden als Erstes ans Meer. Dort wurden direkt die Schuhe ausgezogen und alle haben sich getraut mit den Füßen ins Wasser zu gehen. Beim anschließenden Spaziergang hat ein Teilnehmer gesagt, wie schön es doch ist, endlich echten Sandstrand zu spüren. Ich weiß nicht, ob alle unsere Teilnehmenden schon mal das Meer gesehen haben, aber allein diese glücklichen Gesichter waren für mich schon die Reise wert. , In der Schule angekommen, haben unsere Teilnehmenden ihre Arbeitsaufgaben zugewiesen bekommen. Die Arbeitsaufteilung in der Schule war klar strukturiert. Unsere einzige Teilnehmerin hospitierte bei einer Lehrerin im Unterricht vor Ort. Dort wurden Aktivitäten für die nächste Woche besprochen und organisiert. Auch Bürotätigkeiten gehörten zu ihrem Aufgaben. Der Teilnehmer, der bei uns in der Bäckerei tätig ist, konnte sein Können unter Beweis stellen. Er hat zum Beispiel gemeinsam mit einer Schulklasse einen Rhabarberkuchen zubereitet, der im Anschluss im Kiosk verkauft wurde. Dabei wurde der Kuchen ohne maschinelle Hilfsmittel, wie Handrührgerät oder Thermomix, zubereitet. Ein anderes Mal gab es russischen Zupfkuchen. Die erforderlichen Mengen sorgten anfangs für Verwirrung, da für 30 Leute gebacken wurde. Aber alles klappte wie am Schnürchen und der Kuchen kam sehr gut an. In der Zwischenzeit haben die anderen Teilnehmer ihre Arbeit draußen erledigt. Rasenmähen und die Pflege der Sportplätze gehörte zu ihren Aufgaben. Am ersten Tag befreite die Gruppe beispielsweise die Kanten der Tennisplätze vom Rasen. In der zweiten Woche unterstützten die Teilnehmenden den Hausmeister beim Bau und der Lackierung von Möbeln. Die Teilnehmenden wurden an die Maschinen herangeführt. Sie schliffen Holzleisten für Tische ab und durften anschließend die Leisten zu einem Tisch zusammen hämmern. Alle dort hergestellten Möbelstücke bestehen aus Paletten, denn viele Dinge werden in der Schule wiederverwertet. Der Hausmeister erzählte uns, dass die Schüler und Schülerinnen vor Ort nur bei ihm mit elektrischen Geräten arbeiten dürften. Beim Technikunterricht in den Schulklassen verzichten die Lehrer auf maschinelles Werkzeug. Denn durch den Umgang mit Schraubendrehern und Hämmern werden die Gelenke beweglicher und die Muskulatur bleibt erhalten. , Ein besonderer Tag unseres Auslandspraktikums war das Sportevent in der Schule. Wir bekamen Sporttrikots, zogen uns um und es ging auch schon los. Wir wurden in fünf Gruppen aufgeteilt und jede und jeder bekam eine Punktekarte für verschiedene Disziplinen. In jeder Disziplin wurde verschiedene Kompetenzen geprüft, wie zum Beispiel Geschicklichkeit, Kraft und Schnelligkeit. Wir hatten alle sehr viel Spaß und die sprachliche Barriere zwischen unseren Teilnehmenden und den polnischen Schülerinnen und Schülern hat sehr schnell kein Hindernis mehr dargestellt. Auch an einem der Wochenenden stand Sport auf dem Programm. Die Schule lud uns ein, an einem wichtigen Fußballspiel der Danziger Mannschaft teilzunehmen. Uns wurde erklärt, dass sich dort ein Projekt damit befasste, Menschen mit Handicap an vielseitigen sportlichen Aktivitäten heranzuführen. In dem Block, in dem wir saßen, waren sowohl Personen mit Handicap, die üblichen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie geflüchtete Menschen aus der Ukraine mit ihren Kindern. Das zu sehen hat uns sehr berührt. Es war ein spannendes Spiel und in der letzten Minute schoss ein Stürmer der Danziger Mannschaft das 3:2. Da lagen wir uns alle in den Armen. Da einige Teilnehmende im Vorfeld den Wunsch geäußert hatten, einen Kletterpark zu besuchen, setzten wir dies am anderen Wochenende um. Wir wurden von den Mitarbeitern in den Umgang mit Karabinern und Seilrollen eingewiesen. Nach einer kleinen Übungseinheit, teilten wir uns in zwei Gruppen auf, um Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu bestreiten. Alle Teilnehmenden hatten Respekt vor der Sache, was sie aber nicht davon abhielt, es zu versuchen. Sie erfuhren ihre eigenen Grenzen, sowohl physisch als auch psychisch. Am Ende stand nicht der abgebrochene Parcours im Vordergrund, sondern die Tatsache, es überhaupt probiert zu haben. , In unserer Zeit in Danzig waren wir immer wieder beeindruckt, wie viel Liebe die Lehrer und Lehrerinnen in ihre Arbeit stecken und das die Schule sogar als eine Art Jugendzentrum angesehen wird. An jedem Tag in der Woche kann man dort hinkommen und zum Beispiel die Sportplätze nutzen oder sich mit Freundinnen und Freunden treffen. Diese offene Art, die zeitgleich und das Kennenlernen von Jugendlichen mit und ohne Handicap ermöglicht, hat uns gut gefallen. Einem unserer Betreuer, der Kinestheticstrainer ist, fielen Unterschiede im Umgang mit den zahlreichen Rollstuhlfahrern auf. Dabei ging es ihm vor allem um die Transfers, bei denen Menschen aus den Rollstühlen rausgehoben werden. Nach einem angeregten Gespräch zeigte unser Betreuer den polnischen Kolleginnen und Kollegen ein paar Bewegungen, mit denen das Heben weniger belastend für die Rücken der Pflegenden wurde. Die Tipps wurden dankend angenommen. Bei unserem letzten Gespräch mit dem polnischen Schuldirektor haben wir über die Vorteile von Erasmus+ und unserem Aufenthalt gesprochen. Das Ende des Lieds? Unser Gastgeber will nun ebenfalls einen Antrag stellen. Der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeiten für die Schüler und Schülerinnen, andere Kulturen kennenzulernen und auch mal über den Tellerrand zu schauen, haben ihn sehr begeistert. Wir haben ihn nach Gütersloh eingeladen, um mit unserer Leitung zu sprechen und die Zusammenarbeit zu festigen. Zum Abschluss wurden wir von dem polnischen Kollegium zu einem Essen eingeladen. Es gab selbst gemachte, polnische Spezialitäten und wir ließen die gemeinsame Zeit Revue passieren, tauschten uns über unsere Erfahrungen aus und schauten uns Bilder der letzten Wochen an. Dabei stand eines außer Frage, wir sind alle dankbar für diese Chance. …

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Internationalisierungs-strategie aus Bremen

Skandinavische Ideen für die Berufsbildung

[…] Verantwortungsbewusstsein der berufsbildenden Akteure in Bremen, Europäische Ideen für das Bildungspersonal, Hospitation zur Sicherung gemeinsamer Ziele, Qualitativer Anfang für die Akkreditierung Wie eine strategische Ausrichtung unterschiedlicher Akteure gelingen kann, zeigt uns das Landesinstitut für Schule in Bremen. Die Berufsbildende Schulen, das zuständige Referat im Bremer Senat sowie weitere Partner der beruflichen Bildung haben gemeinsam eine Erklärung zur Weiterentwicklung der Berufsbildung im Land Bremen bis 2035 unterzeichnet. , Die gemeinsame Erklärung betrachtet verschiedene Aspekte der beruflichen Bildung, besonders herausgearbeitet wurde dabei der Begriff der Verantwortung. Dabei ging es sowohl um die Lehrverantwortung der Lehrkräfte gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern, als auch um deren Eigenverantwortung in der Erarbeitung fachspezifischer Inhalte. Als gemeinsame Ziele wurden dabei zwei Formulierungen getroffen. Zum einen sollen junge Menschen neben ihrer Allgemeinbildung dazu angeregt werden, eine eigene berufliche und soziale Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Zum anderen soll durch die gute Ausbildung junger Menschen die Basis für eine stabile und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Bremen geschaffen werden. Im Einvernehmen mit diesen Zielen wurde dann ein gemeinsames Verständnis des gewünschten Lernprozesses gebildet. Auch der Lernprozess basiert auf der Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler, ihre eigenen Kompetenzen erkennen und weiterentwickeln zu können. Umgesetzt wird dies beispielsweise durch das freie Angebot der Lernzeit und des Lernortes sowie durch flexible Methoden, die je nach Lernerfolg gewählt werden können. Die Rolle des Bildungspersonals wurde so von der reinen Wissensvermittlung hin zur Moderation der Lernprozesse verändert. , Um die beteiligten Lehrkräfte auf ihre veränderte Rolle vorzubereiten und den Prozess verständlich zu machen, wurden verschiedene Schritte eingeleitet. Einer davon ist das Erasmus+-Projekt „Umkehr der Verantwortung – Ganzheitliche Unterrichts- und Schulorganisation im Kontext beruflicher Lernfelder in der digitalisierten Welt“. Mithilfe der europäischen Fördermittel sind 14 Lehrer und Lehrerinnen nach Dänemark und weitere 16 Lehrkräfte nach Finnland gereist. Der Lehraufenthalt dauerte in beiden Fällen 6 Tage und wurde durch ein vorstrukturiertes Programm gestaltet. Die Teilnehmenden konnten durch die Aufenthalte erfolgreich Entwicklungspotentiale für die eigene Umsetzung der gefassten Erklärung ausmachen. Es wurden Ideen für die Steuerungs- und Leitungsprozesse sowie für Methoden im Unterricht der berufsbildenden Schulen gefunden. Durch den Vergleich der Arbeitsweisen auf europäischer Ebene, wurde auch die eigene professionelle Haltung reflektiert, die natürlich eine unmittelbare Wirkung auf den Unterricht und die Lernenden hat. , Alle besichtigten als erste Aktivität die aufnehmenden Einrichtungen. Denn so wurde der Einfluss innovativer Raumkonzepte auf Eigenständigkeit und Lernverhalten der Schülerinnen und Schüler dargestellt. Die deutschen Lehrkräfte beeindruckte besonders der Einklang von räumlichen und pädagogischen Konzepten in Dänemark. Hier gibt es offene und flexible Möglichkeiten zur Schaffung eigener individueller Lernorten. Aus dieser Beobachtung wurde die Forderung gemeinsamer Arbeitsräume mit ausreichenden Arbeitsplätzen für die Bremer Berufskollegs bestätigt. Auch das Thema Digitalisierung ist in Skandinavien allgegenwärtig. Hier wurde der Wissenstransfer über Lernplattformen und die Einbindung verschiedenster Medien in alle Lernprozesse stark verinnerlicht. Dies ermöglicht eine gute Vorbereitung der Lernenden auf den digitalen Arbeitsmarkt. Die Bremer Lehrkräfte haben während ihrer Hospitation Lernsituationen aus verschiedenen Perspektiven beobachtet und analysiert. Beeindruckend war die Haltung der skandinavischen Lehrenden gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern: „I give options, no solutions“. Dieses Credo fördert die Eigenverantwortung und schafft eine räumlich-zeitlichen Entzerrung des Lernprozesses durch die Akzeptanz der individuellen Rahmenbedingungen des Lernens. , Der intensive Austausch aller Lehrkräfte über die Ausbildungsprinzipien in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt war für alle Seiten sehr gewinnbringend. Auch das Thema Bewertungs- und Kompetenzfeststellung wurden ausführlich diskutiert. Die Hospitation in Finnland brachte bspw. neue Erkenntnisse über die finnische Bildungsreform, die individuelle Lernwege nach der Anerkennung von formell und informell erworbenen Kompetenzen fördert und auf diese Weise verkürzte Ausbildungszeiten ermöglicht. Zudem haben die Vorträge und Diskussionsrunden mit Lehrkräften, Schulleitungen und Koordinatoren verschiedener Fachbereiche die Bedeutung einer gemeinsamen Vision und Haltung manifestiert. Wer gemeinsam eine Sprache spricht und an einem Strang zieht, kommt zu besseren Ergebnissen. Ein starker Schritt für die gemeinsame Weiterentwicklung der Berufsbildung in Bremen, dem noch viele weitere Schritte folgen können. …

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Mit Unternehmenskontakten zu mehr europäischem Austausch

Auszubildende gewinnen durch Niederlassungsaustausch neue Erfahrungen

[…] Unternehmenskontakte nutzen und Erfahrungen sammeln, Individuell abgestimmte Auslandsaufenthalte Um ihre Auszubildenden ideal auf eine Tätigkeit in der immer internationaler werdenden Logistik und Speditionsbranche vorzubereiten, durften elf Lernende der Nagel-Group individuell abgestimmte Auslandspraktika in ausländischen Niederlassungen des Unternehmens durchführen. , Das Logistikunternehmen Nagel-Group aus Westfalen ist ein großer, international agierender Betrieb mit Standorten in 13 europäischen Ländern, der in acht gewerblichen und kaufmännischen Berufen rund 560 Auszubildende in Deutschland ausbildet. Elf Auszubildende zu Kaufleuten für Spedition- und Logistikdienstleistung erhielten zwischen 2019 und 2021 die Chance, von der Internationalität ihres Ausbildungsbetriebs zu profitieren, indem sie ein Praktikum in einer der ausländischen Niederlassungen des Unternehmens absolvierten. Dort konnten sie genau auf ihre Ausbildung abgestimmte und fachlich passende Inhalte erlernen und zugleich die wertvolle Erfahrung eines Auslandsaufenthaltes machen. Neben der persönlichen und auch sprachlichen Weiterentwicklung der Auszubildenden ist dieses Vorgehen auch für das Unternehmen selbst ein großer Gewinn. Denn auf diese Weise wird die Zusammenarbeit zwischen den Niederlassungen gestärkt und einzelnen Standorte profitieren von der Guten Praxis anderer Standorte. Also eine echte Win-Win-Situation! , „Es braucht Lust auf Neues und natürlich den Mut, sein gewohntes Umfeld zu verlassen – und das haben viele junge Menschen, die bei uns eine Ausbildung machen“ , sagt Ulrich Mihatsch, zentraler Ausbildungsleiter bei der Nagel-Group. „Rund 40 Auszubildende nehmen jährlich an unserem Projekt Niederlassungsaustausch teil. Zuletzt waren unsere Möglichkeiten und das Angebot aufgrund der Pandemie eingeschränkt. Das Interesse an dem Programm ist aber nach wie vor sehr groß. Und das freut uns sehr – denn das Projekt trägt dazu bei, dass die Nagel-Group enger zusammenrückt, es erweitert den persönlichen Horizont der Teilnehmer und schafft bleibende, schöne Erfahrungen.“ „ Das, was ich auf jeden Fall mitnehme, ist ein bisschen mehr Selbstbewusstsein, auch bezüglich der englischen Sprache. Ich habe nun gar keine Angst mehr zu sprechen. Die Leute waren genauso nervös wie ich, da es auch für sie eine Fremdsprache war. Es hat mir Sicherheit gegeben, dass ich nicht alleine dieses Gefühl habe. Ich würde es jederzeit wiederholen ." Selina, Auszubildende der Nagel-Group , Für qualitativ hochwertige Aufenthalte werden vorab zusammen mit dem deutschen Ausbildungspersonal die fachlichen und persönlichen Schwerpunkte der Lernenden individuell erfragt und schriftlich in einer Lernvereinbarung festgehalten. Im Anschluss werden mit den Ausbilderinnen und Ausbilder der aufnehmenden Einrichtungen die praktischen Umsetzungsschritte besprochen und in Checklisten aufgenommen. Genauso lief es zum Beispiel auch für Mareike, Selina und Felix. Alle drei Auszubildenden durften für etwa drei Wochen ein Praktikum in einer ausländischen Niederlassung absolvieren. Mareike verbrachte die Zeit in Malmö in Schweden, Selina war in Gdansk in Polen und Felix erlebte sein Praktikum in Sankt Florian in Österreich. Sie wurden dort mit neuen Situationen und anderen Arbeitsprozessen konfrontiert und haben nebenbei die Kommunikation in einer anderen Sprache erlernt. Ein toller Zugewinn für alle drei. Das Fazit fiel dementsprechend gut aus. , „ Die Zeit in der Niederlassung war sehr interessant. Vor allem die Einblicke in Abläufe und Prozesse einer im Vergleich deutlich kleineren Niederlassung waren sehr spannend. " Felix, Auszubildender in der Nagel-Group Auch nach dem erfolgten Auslandspraktikum bleibt das Thema „Niederlassungsaustausch“ (so werden die Auslandspraktika unternehmensintern genannt) stets präsent. Neben gemeinsamen, anschließenden Feedbackgesprächen ist auch das Verfassen eines Berichts für die Auszubildenden obligatorisch. Denn diese Erfahrungsberichte werden unternehmensintern veröffentlicht und so allen Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Auszubildende niedrigerer Jahrgänge erhalten direkte Informationen über Auslandsaufenthalte aus der Ich-Perspektive und kommen so auf den Geschmack, selbst später im Ausland zu arbeiten. „ Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht und kann allen den Niederlassungsaustausch nach Malmö weiterempfehlen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sie auch nutzen. Ich habe diese Herausforderung gemeistert und viel für mein weiteres Leben gelernt, nicht nur, dass ich alleine etwas schaffen kann, sondern vor allem auch, dass man innerhalb der Firma und im Kreis der schwedischen Kollegen aufgenommen und unterstützt wird. " Mareike, Auszubildende in der Nagel-Group …

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KOSMO_POLIS

Job-Shadowings für partizipatives Lernen

[…] Europäische Aktivitäten, Lernorte: Sprachschule und Theater Weltgewandt, das Institut für interkulturelle politische Bildung e. V. mit Sitz in Berlin-Marzahn, verfügt über ein breites Spektrum: Es lädt zu DIALOGCafés, Theaterprojekten, Seminaren zu wirtschaftlicher Allgemeinbildung und zur Diskussion aktueller gesellschaftlicher Themen ein. , In europäischen Kooperationen werden Materialien zur sozioökonomischen Bildung, zu Wahrnehmungen von Geschichte, Klimawandel und ökologischen Fragen, Digitalisierung und weiteren Themen entwickelt. Die Angebote richten sich an Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedener Einkommen, Lebensstile und (politischer) Auffassungen mit dem Ziel, Aufklärung, Debatte und Empowerment zu fördern, sodass Teilnehmende mitreden können und sich für Demokratie und Gemeinsinn in ihrem Umfeld engagieren. Um dieses Portfolio weiterzuentwickeln, benötigen Mitarbeitende Anregungen und geeignete Qualifizierungsangebote: Das Erasmus+-Projekt „KOSMO_POLIS“ setzt hier an und ermöglicht es, pädagogische Kompetenzen der bei weltgewandt Mitwirkenden auszubauen. Zwei von ihnen bildeten sich beim Fremdsprachenlehren und der freien Theaterarbeit weiter. Sie erprobten während mehrwöchiger Job-Shadowings neue Methoden der teilnehmendenorientierten Bildungsarbeit. , Bei der „Associazione di promozione sociale Asinitas Aps“ in Rom lernte Alisa Jordan eine Sprachschule für Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete kennen, die Bildung mit sozialer Betreuung verbindet. Der intensive persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden geschieht hier auf Augenhöhe, und die Lebens- und Migrationswege der Menschen werden in den Unterricht einbezogen. Beispielsweise werden neue Vokabeln praxisnah beim Erstellen von Einkaufslisten gelernt. Manuelle und kreative Tätigkeiten, Spiele, Tanz und Gesang sowohl im Sprachunterricht als auch in Theaterworkshops und Handarbeitskursen stimulieren das Lernen. Hinzu kommt die Begleitung zu Sozial- und Gesundheitsdiensten, Schwangerschaftskursen sowie Bildungs- und Rechtsberatung. Die Zugewanderten werden motiviert, ihre Migrationserfahrung als Quelle zu betrachten, aus der sie für ihre Zukunft schöpfen können. Jordan lässt diese interaktiven, alltagsbezogenen und doch spielerischen Methoden nun in die Gestaltung der DIALOGCafés einfließen. Sophia Bickhardt, Leiterin von weltgewandt und Co-Trainerin von Theaterprojekten, tauchte in die Welt des professionellen Theaters ein. Während ihres Job Shadowings mit der Compagnie DUANAMA in Marseille war es besonders eindrücklich, ein Stück von und mit ehemals obdachlosen Menschen zu entwickeln. Höhepunkt ihres zweiten Job Shadowings beim DAH Teatar in Belgrad war das Festival „Arts and Human Rights“. Bickhardt kam in Kontakt mit Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Theatermacherinnen und Theatermachern. In Workshops konnte sie Methoden in Anlehnung an Jerzy Grotowski erproben: Viel Körperarbeit, konzentriert in der gesprochenen Sprache. Die Übungen regten dazu an, authentisch zu sein und so Entfremdung zu überwinden. Die Beteiligten kamen sich näher und erfuhren, wie Theater mit seinen Formen des Selbstaus drucks es erlaubt, Inhalte zur Sprache zu bringen, die mitunter schwer sagbar sind. Die vielfältigen Anregungen durch die Job Shadowings fließen nun sukzessive in die Bildungsarbeit von weltgewandt ein und bieten Stoff für neue Ideen und Projekte. …

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Wires Crossed

Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort

[…] Aufbau kommunaler Bürgermedien, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Fake News, die absichtliche Verbreitung von Falschmeldungen, stellen zunehmend eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie dar. Weltweit nutzen populistische und radikale Gruppen unterschiedlicher politischer Richtungen Falschmeldungen ganz bewusst, um Gemeinschaften zu spalten und somit Anknüpfungspunkte zur Durchsetzung ihrer politischen Agenda zu finden. Die Strategische Partnerschaft „Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News“ hat sich diesem Problem gestellt. Die insgesamt sieben Partner aus sieben Ländern entwickelten ein Rahmenwerk, um auf lokaler Ebene Fake News durch die Verbreitung echter und faktenbasierter Nachrichten zu bekämpfen. Koordiniert wurde das EU-Projekt von Jugend- & Kulturprojekt e.V. aus Dresden. , In den Heimatstädten der beteiligten Einrichtungen wurden Menschen zu lokalen Expertinnen und Experten qualifiziert und kommunale Bürgermedien aufgebaut, die mit eigenen Inhalten Falschmeldungen entgegentreten. Zudem wurden Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, mit denen sich der Aufbau solcher Bürgermedien unterstützen lässt und über die die dazu not wendigen Kompetenzen vermittelt werden können. Alle Materialien stehen online auf der Projektwebseite frei zur Verfügung, so dass sie auch in anderen Städten genutzt werden können. Myrto-Helena Pertsinidi, die Koordinatorin des Projektes, empfiehlt für den Aufbau von Bürgermedien, die Situation vor Ort zunächst zu analysieren und die Materialien dann auf die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. , „Aus unserer Erfahrung ist es für eine erfolgreiche Umsetzung besonders entscheidend, sowohl bei der Qualifizierung der Expertinnen und Experten als auch bei der Verbreitung von Nachrichten eine möglichst einfache Sprache zu nutzen, da so deutlich mehr Menschen erreicht werden können. Zudem ist es wichtig, genau die Medien zu nutzen, über die auch Falschmeldungen ihre Zielgruppen erreichen“, so ihre Empfehlung. Für Pertsinidi ist das Thema Fake News weiterhin von Belang. Sie sieht auch in Zukunft große Herausforderungen, beispielsweise gehe es darum, attraktive Wege zu finden, mit denen sich gerade die Zielgruppen er reichen lassen, die besonders vulnerabel für Falschmeldungen sind. Jugend- & Kul turprojekt e.V. untersucht derzeit Möglichkeiten des Einsatzes spielbasierter Lernmaterialien mit dem Ziel, an "Wires Crossed" azuknüpfen und junge Menschen, aber auch Seniorinnen und Senioren zu erreichen. …

Story

Hessen im Aufbruch

Das Konsortium rund um die Oskar-von-Miller-Schule hat große Erasmus-Pläne

[…] Interview mit Dieter Holstein, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Zu einer besonderen Auftaktveranstaltung hat die Oskar-von-Miller-Schule im Mai 2020 in den Walter-Lübcke-Saal des Regierungspräsidiums Kassel eingeladen. Neben der Berufsschule mit technischem Schwerpunkt sind neun weitere regionale Berufsschulen, ein örtliches Ausbildungsunternehmen sowie die regionalen Kammern vor Ort. Der Tag widmet sich einem spannenden Thema: Erasmus+. , Die Oskar-von-Miller-Schule hat im Erasmus+-Programm einen Akkreditierungsantrag als koordinierende Schule für ein Konsortium gestellt. Das bedeutet, die Schule möchte nicht nur für ihre eigenen Auszubildenden Erasmus-Aktivitäten umzusetzen, sondern sie arbeitet mit vielen anderen Schulen und Partnern zusammen. So können sie geförderte Auslandsaufenthalte für die gesamte Region ermöglichen – ein hoher organisatorischer und bürokratischer Aufwand. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Erasmus-Akkreditierung als Konsortium war erfolgreich. Gleich in den ersten Jahren konnte das Konsortium europäische Fördermittel in Höhe von etwa 800.000 Euro für Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Lehrkräften aus der Region sichern. Im Interview mit dem Abteilungsleiter Fort- und Weiterbildung der Oskar-von-Miller-Schule Dieter Holstein wird klar, warum die Schule keine Mühen für ihr Erasmus-Konsortium scheut. , Wieso haben Sie sich für ein Konsortium entschieden? „Grundsätzlich wollen wir als Bildungseinrichtung die europäischen Dimensionen des Lehrens und Lernens stärken. Dies ist aus unserer Sicht notwendig, da sich durch die andauernde Globalisierung und die Digitalisierung die Arbeitswelt und die Gesellschaft in einem stetigen Wandel befinden. Heutige und zukünftige Berufstätige müssen sich an diesen Wandel durch lebensbegleitendes Lernen anpassen und dazu entsprechende Strategien und Kompetenzen entwickeln. Gleichzeitig zeigt die angespannte internationale Lage die dringende Notwendigkeit von persönlichen Kontakten in das europäische Ausland auf. Im Zuge unserer langjährigen Tätigkeit in den Mobilitätsprogrammen der EU sind wir organisatorisch und hinsichtlich der Akzeptanz der Auslandsaufenthalte der Lernenden bei den Ausbildungsbetrieben an unsere Grenzen gestoßen. Um uns weiter zu professionalisieren und auch eine höhere Akzeptanz zu erreichen, haben wir in 2020 die Akkreditierung im neuen Erasmus+ als Konsortium beantragt." , Welchen Mehrwert haben die beteiligten Einrichtungen dadurch? „Wir können sehr vielen Auszubildenden und Lehrkräften Aufenthalte im europäischen Ausland ermöglichen, da unsere Konsortialmitglieder sehr vielseitig sind. Alle Ebenen der Berufsbildung und nahezu alle Berufsfelder sind in unserem Konsortium abgedeckt. Erasmus+ unerfahrenen Einrichtungen können wir entsprechende Hilfestellungen zum Aufbau einer internen Erasmus+-Struktur geben. Auch den entsendenden Einrichtungen aus dem Ausland werden umfangreiche Kontaktmöglichkeiten zur Vermittlung von Praktikumsstellen bereitgestellt. Im Konsortium werden die bisherigen Erfahrungen der Mitglieder gebündelt und so auch neue internationale Partner in das neue Netzwerk eingebracht. In der Oskar-von-Miller-Schule war es uns aufgrund unserer Rechtsform (rechtlich selbstständige berufliche Schule und rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts) möglich eine Stelle zur Koordination und Administration der Erasmus+-Tätigkeiten des Konsortiums zu besetzen. Die Finanzierung dieser Stelle erfolgt dann über die Organisationspauschalen aller Mobilitäten. Mit der Besetzung der Stelle haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer weiteren Professionalisierung erreicht." , Was sind die gemeinsamen Pläne und Ziele des Konsortiums? „Wir wollen als Konsortium weiter Auslandsaufenthalte für Lernende und auch für Lehrkräfte sowie Ausbilder und Ausbilderinnen ermöglichen. Dabei wollen wir die Teilnehmendenzahlen stetig steigern, aber auch eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleisten. Dabei ist es wichtig, dass alle Konsortialmitglieder an einem Strang ziehen und wir uns nachhaltig vernetzen. So können wir eine regionale Erasmus+-Struktur aufbauen. Wenn das alles gelingt, wird auch die Akzeptanz für Auslandsaufenthalte bei allen Ausbildungsakteuren in der Region steigen." …

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