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[…] Was sind digitale Bildungsnachweise? Europäische digitale Bildungsnachweise sind elek tronisch versiegelte, EU-konforme digitale Diplome, Zertifikate und Bescheinigungen. Sie können für formale Bildung und Ausbildung, nichtformales Lernen, Online-Kurse, Freiwilligenarbeit, Lernerfahrungen im Ausland und vieles mehr vergeben werden und somit die Form von Abschlüssen, Diplomen, Teilnahmebe scheinigungen oder anderen Nachweisen haben. Die European Digital Credentials for Learning sind Beschei nigungen auf Papier rechtlich gleichgestellt. - - - Vorteile digitaler Bildungsnachweise Bildungseinrichtungen können für ihre Lernenden sämtliche Bescheinigungen und Nachweise medien bruchfrei ausstellen und sie mit ihrem elektronischen Siegel versehen. Die Bescheinigungen können den Lernenden entweder per E-Mail geschickt werden oder – wenn diese bei Europass registriert sind – in der di - - gitalen Brieftasche ihres persönlichen Profils hinterlegt und dort unbegrenzt gespeichert werden. Lernende weisen mit ihren digitalen Zertifikaten nach, was sie können und gelernt haben – und überzeugen dabei mit der Fälschungssicherheit ihrer Zeugnisse. Sie können die europäischen digitalen Bildungsnachweise sicher in ihrem Europass-Profil, einer anderen digitalen Brieftasche oder auf ihrem Computer speichern und für papierlose Bewerbungen verwenden. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber profitieren von der einfachen Lesbarkeit der digitalen Zertifikate und dem besseren Verständnis von im Ausland erwor benen Qualifikationen und Kompetenzen. Die digitalen Bildungsnachweise lassen sich mit wenigen Klicks überprüfen und Bewerbungsprozesse damit effizienter gestalten. Außerdem können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit der technischen Infrastruktur auch digitale Zertifikate für Mitarbeiter/-innen ausstellen. - Vom Papierzeugnis zum digitalen Bildungsnachweis European Digital Credentials for Learning Die Digitalisierung hat Bildung und Wissensvermittlung stark verändert, und auch Zeugnisse und Zertifi kate werden sukzessive in digitale Formate überführt. Die EU-Kommission bietet im Rahmen von Euro pass eine kostenlose technische Infrastruktur, die es ermöglicht, auf digital signierte Bescheinigungen – digitale Bildungsnachweise oder Digital Credentials – umzustellen. Das ist ein wichtiger Schritt für die medienbruchfreie Dokumentation von Fähigkeiten und Qualifikationen – und bedeutet mehr Transpa renz, Sicherheit und Effizienz für Bildungseinrichtungen, Arbeitgeber/-innen und Lernende in Europa. - - - Sicherheit und Transparenz europaweit Gegenüber Bescheinigungen auf Papier verringern die digitalen Bildungsnachweise für alle Beteiligten den administrativen Aufwand und fördern papierlose Arbeitsabläufe. Sie verhindern Betrug und Fälschung, da sie mit einem elektronischen Siegel signiert sind. Die Verwendung des Siegels gemäß eIDAS-Verordnung ist obligatorisch, um die Herkunft der Bescheinigung nachzuweisen, dessen Integrität sicherzustellen und vor Manipulationen zu schützen. Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Nationales Europass Center (NEC) D-53142 Bonn (Postanschrift) E-Mail: europass@bibb.de Tel. : +49 (0)228-107 1200 LinkedIn: @Nationale Agentur Bildung für Europa Stand: November 2025 Verantwortlich: Berthold Hübers EUROPEAN DIGITAL CREDENTIALS FOR LEARNING Funktionen: Mehrwert für: Jetzt starten: Beratung: www.europass-info.de D ie in d ie se r P ub lik at io n en th al te ne n In fo rm at io ne n ge be n ni ch t u nb ed in gt d ie o ffi zi el le P os iti on d er E ur op äi sc he n Ko m m is si on w ie de r. G es ta ltu ng . b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e AUSSTELLEN SPEICHERN ÜBERPRÜFEN TEILEN Fälschungssichere digitale Bildungsnachweise aus stellen und an die Lernen den vergeben - - https://europass.europa.eu/en/how-issue- european-digital-credentials-learning Bildungsnachweise aus dem In- und Ausland einfach verstehen und überprüfen, Bewer bungsunterlagen effizienter verarbeiten - Digitale Bildungsnach weise sicher speichern, on- und offline - Digitale Bildungsnach weise unmittelbar und automatisch auf Echtheit und Gültigkeit prüfen - Digitale Bildungsnach weise mit einem Klick an andere Personen oder Organisationen senden - Zeugnisse papierlos erstellen und Bildungsnachweise aus anderen Ländern besser verstehen BILDUNGSEINRICHTUNGEN ARBEITGEBER/-INNEN Alle Bildungsnachweise sicher digital verwahren und ganz einfach für Online-Bewerbungen nutzen LERNENDE https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/ https://www.europass-info.de mailto:europass@bibb.de https://europass.europa.eu/en/how-issue-european-digital-credentials-learning European Digital Credentials for Learning: Vom Papierzeugnis zum digitalen Bildungsnachweis Was sind digitale Bildungsnachweise? Vorteile digitaler Bildungsnachweise European Digital Credentials for Learning Funktionen Ausstellen Speichern Überprüfen Teilen Mehrwert für Bildungseinrichtungen Lernende Arbeitgeber/-innen Jetzt starten Sicherheit und Transparenz europaweit Impressum …

[…] 4 1 : : : : - - NKS Agenda Erwachsenenbildung, Erasmus+, EPALE Europäische Erwachsenen bildung in Deutschland www.na-bibb.de Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung zuständig. Darüber hinaus nehmen wir weitere zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben in beiden Bildungsbereichen wahr. Wir arbeiten eng mit der EU-Kom mission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Mehr Informationen finden Sie unter: www.na-bibb.de Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 Verantwortlich Berthold Hübers Stand Mai 2025 www.na-bibb.de Nationale Agentur Bildung für Europa EPALE – Deutschsprachiges Netzwerk der Erwachsenenbildung in Europa Gestaltung Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildquellen AdobeStock.com: Halfpoint (S.1), shock (S.5), Southpoint ( S.7), Fizkes (S.9): Shutterstock.com: Bioraven (S.5/7/8) Gedruckt auf Antalis Digicolor http://www.na-bibb.de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all https://www.linkedin.com/company/epale-aktuelles-aus-dem-netzwerk-für-die-erwachsenenbildung-in-europa/posts/?feedView=all http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de https://www.na-bibb.de 2 3 Der Bereich der Europäischen Erwachsenenbildung in Deutschland hat in Zusam menarbeit mit Fachverantwortlichen aus Politik, Wissenschaft und Praxis drei Ziele: - Informieren. Fördern. Vernetzen Der Europäische Bildungsraum Strategischer Rahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung 2021-2030 Europäische Kompetenzagenda Praxis, Politik und Wissenschaft in der Erwachsenenbildung Politik und Praxis verbinden Lernen in Europa fördern Vernetzen und Wissen teilen Europäische Erwachsenenbildung in Deutschland D ie Erwachsenenbildung gehört mit zu den tragen den Säulen des Europäischen Bildungsraumes und leistet einen aktiven Beitrag zur Gestaltung eines resilienten und inklusiven Europas. Zur Umsetzung dieser Ziele sind in der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung die beiden Nationalen Koordinierungsstellen „Europäische Agenda für Er wachsenenbildung“ und „EPALE“ sowie das Programm Erasmus+-Erwachsenenbildung angesiedelt. Sie bilden gemeinsam den Bereich „Europäische Er wachsenenbildung“ in Deutschland. - - - Das sind wir: NKS Agenda Erwachsenenbildung– Die Natio nale Koordinierungsstelle der Europäischen Agenda für Erwachsenenbildung informiert über europäi sche Ziele und Schwerpunkte der Erwachsenenbil dung und unterstützt deren nationale Umsetzung. - - - Erasmus+-Erwachsenenbildung – Erasmus+ ist das Förderprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. In der aktuellen Erasmus+-Förderperiode (2021- 2027) konnten in Deutschland bereits mehr als 8000 Personen aus der Erwachsenenbildung an Auslands aufenthalten teilnehmen und zahlreiche Einrichtun gen von Partnerschaftsprojekten profitieren. - - EPALE – Auf EPALE, der E-Plattform für Erwach senenbildung in Europa, können sich Aktive in der Erwachsenenbildung über Fachthemen austauschen, Informationen teilen, sich vernetzen und Projektpart ner in ganz Europa finden. - - 4 5 NKS Agenda Erwachsenenbildung Nationale Koordinierungsstelle Europäische Agenda für Erwachsenenbildung Im November 2021 hat der Rat der Europäischen Union die Empfehlung für eine „Neue Europäische Agenda für Erwachsenenbildung 2021-30“ ver abschiedet. Diese gibt einen bildungspolitischen Rahmen in Europa vor und benennt gemeinsame Ziele für die allgemeine und berufliche Erwach senen- und Weiterbildung. Um die Europäische Agenda umzusetzen und die Bedeutung der europäischen Erwachsenenbildung zu stärken, wurden europaweit nationale Koordinierungs stellen eingerichtet. In Deutschland arbeitet diese im Auftrag der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) - - - Schwerpunkte europäischer Erwachsenenbildungspolitik auf nationaler Ebene: > Förderung der Beteiligung von erwachsenen Lernenden am lebenslangen Lernen > Stärkung der Grundbildung > Future Skills entwicklen und fördern Wir, als Nationale Koordinierungsstelle: > informieren über europäische Ziele und Schwerpunkte in der Erwachsenenbildung, > legen zusammen mit einem Begleitausschuss die nationalen Prioritäten für die Umsetzung der Agenda Erwachsenenbildung in Deutsch land fest, - > initiieren und unterstützen gegenseitige europäische (Lern-)Prozesse, > tragen zur Vernetzung europäischer und nationaler Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen bei. Wenden Sie sich an uns, wenn Sie: > über europäische Entwicklungen und Themen in der Erwachsenenbildung und nationale Schwer punkte informiert werden möchten, - > an (gemeinsamen) Veranstaltungen zum Aus tausch europäischer und nationaler Lernpro zesse und Expertise zu Schwerpunktthemen interessiert sind, - - > sich mit uns vernetzen möchten oder Kontakte zu europäischen Partnern suchen. Weitere Informationen zur NKS Agenda finden Sie unter: www.agenda- erwachsenenbildung.de http://www.agenda-erwachsenenbildung.de 6 7 Erasmus+ Erasmus+-Erwachsenenbildung ist offen für alle Einrichtungen, die allgemeine Erwachsenenbil dung anbieten. Es unterstützt die Fortbildung von Lernenden und Lehrkräften, die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, die Vernetzung und Internationalisierung. Ziel ist es, europäische Werte zu stärken sowie unsere Gesellschaften inklusiver, grüner und fit für eine digitale Zukunft zu machen. Besondere Aufmerksamkeit richtet das Programm darauf, benachteiligten Menschen einen einfachen Zugang zu Europa zu ermöglichen. - Informationen zu Erasmus+-Erwachsenenbildung finden Sie unter: www.na-bibb.de/ informieren Leitaktion 1 Einrichtungen der Erwachsenenbildung können Erasmus+ nutzen, um Lernende und Personal zu Lernaufenthalten ins Ausland zu entsenden. Die Leitaktion 1 richtet sich dabei insbesondere an Lernende mit geringeren Chancen. Europäi sche Lernaufenthalte ermöglichen Teilhabe und wirken sich positiv auf die persönlichen Fähigkei ten aus. - - Ihr Personal kann durch Fortbildungen beispiels weise moderne, digitale Unterrichtsmethoden in einem Kurs in Dänemark kennenlernen oder in Österreich die Umsetzung inklusiver Unterrichts modelle während eines Job-Shadowings erleben. Ein Auslandsaufenthalt qualifiziert Ihr Personal in vielfältiger Weise. - - Leitaktion 2 In den Partnerschaften für Kooperationen können Einrichtungen in der Erwachsenenbil dung länderübergreifend mit einer Erasmus+- Förderung zusammenarbeiten: - Kleinere Partnerschaften in der Erwachsenen bildung: Ihr Einstieg in Erasmus+! - Bereits mit nur einem Partner aus einem anderen Land, das an Erasmus+ teilnimmt, können Sie ein Projekt beantragen und sich länderübergreifend zu Themen der Erwachsenenbildung austauschen. Kooperationspartnerschaften in der Erwach senenbildung: Für größere Projektvorhaben - Mit mindestens drei Einrichtungen aus drei Ländern können Sie innovative Bildungspraktiken in Europa (weiter)entwickeln und/oder transferieren. Erwachsenenbildung http://www.na-bibb.de/informieren 8 9 EPALE Die Online-Community für alle, die in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind. Die E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE) ist die mehrsprachige Online-Community für die europäische Erwachsenen- und Weiter bildung. - EPALE ist virtueller Treffpunkt für alle, die beruf lich mit Erwachsenen- und Weiterbildung zu tun haben: - > Lehrkräfte > Projektmitarbeitende > Entscheidungsträger/innen Wozu können Sie EPALE nutzen? > Erhalten Sie Zugang zur größten Erwachsenen bildungs-Community Europas. - > Profitieren Sie vom aktuellen Wissen und Know-how unserer Community. > Vernetzen Sie sich mit über 170.000 Kollegin nen und Kollegen in Europa. - > Machen Sie sich und Ihre Arbeit sichtbar. > Gestalten Sie durch Ihre Beiträge und Kom mentare aktiv die Erwachsenenbildung in Europa mit. - > Tauschen Sie sich in Ihrer eigenen Sprache mit der europäischen Community aus. Wer steht hinter EPALE? EPALE wird im Rahmen des EU-Programms Eras mus+ von der Europäischen Kommission finan ziert. Europaweit arbeiten knapp 40 Teams zur Unterstützung und Stärkung der Community. - - Das Team von EPALE Deutschland finden Sie bei der Nationalen Agentur „Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Daher arbeiten wir auch sehr eng mit dem Programm Erasmus+ Erwachsenenbildung und der Europäischen Agenda für Erwachsenenbildung zusammen. Gemeinsam unterstützen und stärken wir die Erwachsenenbil dung in Deutschland und Europa. - Begeben Sie sich jetzt mit EPALE auf Ihre Reise durch Europa und lassen Sie sich inspirieren. Werden Sie Teil der europäischen Erwachsenen bildungs-Community! - https://epale.ec.europa.eu/de Nutzen Sie auch die EPALE Mobile App! – Einfach nebenstehende QR Codes scannen und downloaden. Apple Android https://epale.ec.europa.eu/de 10 11 Unsere gemeinsamen Ziele Die NKS Agenda Erwachsenenbildung, Erasmus+-Erwachsenenbildung und EPALE arbeiten gemeinsam daran, Ziele und Vorhaben der Europäischen Erwachsenenbildung zu unterstützen: Die NKS Agenda Erwachsenenbildunginformiert über europäische, bildungspolitische Anliegen und Schwerpunkte. Erasmus+- Erwachsenenbildung setzt Projekte und Kooperationen praktisch um. Die EPALE Plattform unterstützt in den unterschiedlichen Phasen von Projektplanung, -durchführung und -verbreitung. EPALE ermöglicht es zudem, Partnereinrichtungen zu finden, sich zu vernetzen und Wissen zu erwerben und zu teilen. NKS Agenda Erwachsenenbildung www.agenda-erwachsenenbildung.de E-Mail: agenda-erwachsenenbildung@bibb.de ERASMUS+-Erwachsenenbildung www.na-bibb.de/informieren Leitaktion 1: Mobilität E-Mail: mobilitaet-erwachsenenbildung@bibb.de Leitaktion 2: Partnerschaften für eine Zusammenarbeit E-Mail: partnerschaften-erwachsenenbildung@bibb.de EPALE https://epale.ec.europa.eu/de E-Mail: epale@bibb.de Social-Media Hier finden Sie Neuigkeiten aus der deutschen Erwachsenenbildungs- Community und sind immer über nationale und europäische Themen informiert. Folgen Sie uns: EPALE – Deutschsprachiges Netzwerk der Erwachsenenbildung in Europa Nationale Agentur Bildung für Europa #ErasmusPlus #EPALE #AgendaErwachsenenbildung NKS Agenda Erwachsenenbildung, Erasmus+-Erwachsenenbildung und EPALE Wenn Sie Interesse an weiteren Infor mationen haben, wenden Sie sich gerne direkt an uns: - Besuchen Sie uns auch auf www.na-bibb.de Abonnieren Sie den NA-Newsletter unter: www.na-bibb.de/newsletter Europäische Erwachsenenbildung in Deutschland – das wollen wir: > Die Erwachsenenbildung als fünfte Säule stärken und damit das europäische Vorhaben unterstützen, zu einer höheren Weiterbildungsbeteiligung beizutragen. > Die Wahrnehmung europapolitischer Entwicklungen und Benchmarks in der Erwachsenenbildung steigern. > Die Vernetzung und den Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren auf verschiedenen Ebenen (europäisch, national, regional, lokal) fördern und unterstützen. > Durch eine starke Erwachsenenbildung positiv zu Inklusion, Chancengleichheit, Vielfalt und sozialer Gerechtigkeit im nationalen als auch im europäischen Kontext beitragen. > Multiplikatoren, Stakeholder, Fachpersonal aus Wissenschaft und Praxis, Weiterbildungsanbieter, Verbände, Lehrende und Lernende aus der Erwachsenenbildung für europäische Themen und Kooperationen begeistern. http://www.agenda-erwachsenenbildung.de mailto:agenda-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= mailto:mobilitaet-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= mailto:partnerschaften-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= https://epale.ec.europa.eu/de mailto:epale%40bibb.de?subject= https://www.linkedin.com/company/epale-aktuelles-aus-dem-netzwerk-für-die-erwachsenenbildung-in-europa/posts/?feedView=all https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all http://www.na-bibb.de/newsletter http://www.na-bibb.de/informieren http://www.na-bibb.de NKS Agenda Erwachsenenbildung, Erasmus+, EPALE Europäische Erwachsenenbildung in Deutschland Impressum Verantwortlich Stand Gestaltung Bildquellen Europäische Erwachsenenbildung in Deutschland Das sind wir NKS Agenda Erwachsenenbildung Erasmus+-Erwachsenenbildung EPALE NKS Agenda Erwachsenenbildung Nationale Koordinierungsstelle Europäische Agenda für Erwachsenenbildung Schwerpunkte europäischer Erwachsenenbildungspolitik auf nationaler Ebene Wir, als Nationale Koordinierungsstelle Wenden Sie sich an uns, wenn Sie ... Erasmus+ Erwachsenenbildung Leitaktion 1 Leitaktion 2 EPALE Die Online-Community für alle, die in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind Wozu können Sie EPALE nutzen? Wer steht hinter EPALE? Werden Sie Teil der europäischen Erwachsenenbildungs-Community! Unsere gemeinsamen Ziele NKS Agenda Erwachsenenbildung, Erasmus+-Erwachsenenbildung und EPALE Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen haben, wenden Sie sich gerne direkt an uns NKS Agenda Erwachsenenbildung ERASMUS+-Erwachsenenbildung Leitaktion 1: Mobilität Leitaktion 2: Partnerschaften für eine Zusammenarbeit EPALE Social-Media Besuchen Sie uns auch auf ... …

[…] - NA beim BIBB | Fakten zum 25-jährigen Jubiläum | 2000 - 2025 Die NA beim BIBB hat sich über die Jahre zum Kompetenzzentrum für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung und zur zentralen Ansprechpartne rin für die europäische Förderung und Vernetzung der Erwachsenenbildung in Deutschland entwickelt. 2000 Die Nationale Agentur „Bildung für Europa“ beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Dachorganisation für die Verwaltung europäischer Programme in der Berufsbildung eingerichtet. Sie ist zudem zuständig für Sokrates-Grundtvig, dem EU-Förderprogramm in der Erwachsenenbildung. 2007 Mit dem Start des Programms für lebenslanges Lernen (PLL) kommt es zu einer Verwaltungsstrukturänderung, die im Kern bis heute gilt: Die Zuständigkeiten für das europäische Bildungsprogramm gliedern sich seitdem nach Bildungsbereichen. Die NA beim BIBB wird alleinige Durchführungsorganisation für die Berufs- und Erwachsenenbildung in Deutschland. Das Nationale Europass Center wird in der NA beim BIBB angesiedelt. Europass als Instrument für Transparenz von Quali fikationen ermöglicht mit seinem Mobilitätsnachweis die europaweit vergleichbare Dokumentation von Lernerfahrungen im Ausland. - 2008 Das EU-Studienbesuchsprogramm fördert den Erfahrungsaustausch zwischen Entscheidungsträgern und Verantwortlichen in der Berufsbildung auf europäischer Ebene. Die NA beim BIBB konzipiert und organisiert die Incoming-Besuche (bis 2014). 2010 Das BMBF siedelt 2010 die Nationale Koordinierungsstelle ECVET in der NA beim BIBB an (bis 2015). ECVET ist das Europäische Kreditpunktesystem in der beruflichen Bildung und soll die Lernmobilität in Europa unterstützen. 2012 Die Nationale Koordinierungsstelle Europäische Agenda für Erwachsenenbildung (NKS Agenda) nimmt im Auftrag der EU-Kommission und des BMBF ihre Arbeit auf. Ihre Kernaufgabe ist es, über die Ziele und Inhalte der Agenda zu infor mieren und zu einer Vernetzung von europäischen und nationalen Prozessen beizutragen. - 2013 Die NA beim BIBB wird vom BMBF mit der Durchführung des Deutsch-Israelischen Programms zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung betraut (bis 2020). Das Programm fördert u.a. den Austausch von Auszubildenden sowie Study Tours für Fachkräfte. Die Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) wird in der NA beim BIBB angesiedelt. Ab 2021 wird die Informations- und Beratungsarbeit in den Beratungsservice für Auslandsauf enthalte überführt und mit neuen Informationsangeboten ausgebaut. - 2015 Zur europaweiten Vernetzung der Fachkräfte der Erwachsenenbildung und zum Wissensaustausch richtet die EU-Kommis sion die elektronische Plattform EPALE ein. Die Nationale Koordinierungsstelle wird in der NA beim BIBB angesiedelt. - 2017 Um internationale Berufskompetenzen durch außereuropäische Auslandsaufenthalte während der Ausbildung zu fördern, startet das BMBF das nationale Förderprogamm AusbildungWeltweit. 2024 Mit dem Projektauftrag „Stärkung der Auslandsmobilität“ beauftragt das BMBF die NA beim BIBB weitere Dienstleistun gen und Unterstützungsmöglichkeiten zur Förderung von Auslandsaufenthalten zu eruieren und Umsetzungsempfehlungen abzuleiten. - 2025 Die NA beim BIBB ist nicht nur Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ in der Berufs- und Erwachse nenbildung, sondern verantwortet aus beiden Bildungsbereichen weitere europäische und internationale Projekte. Sie ist geschätzte Partnerin der Bildungspolitik sowie der Bildungspraxis. - - - - - - : Aufgabenzuwachs spiegelt sich in Mitarbeitendenzahl Budget der NA Zahl der Mitarbeitenden 2000 7,55 Mio. € 12 > 2025 182,3 Mio. € 116 Von XS zu XL: Zahl der bewilligten Auslandsaufenthalte Teilnehmende Berufsbildung & Erwachsenenbildung 2000 ca. 4.100* 2025 66.110** * Zahl für die Erwachsenenbildung geschätzt ** Zahl beinhaltet Erasmus+ und AusbildungWeltweit. Zahl geschätzt, da bei Redaktionsschluss das Antragsjahr noch nicht abgeschlossen war. Studien / Analysen Wissenskompetenz der NA beim BIBB zu Auslandsaufenthalten in der Berufsbildung und zur Wirkung der betreuten EU-Programme „Verdeckte Mobilität in der beruflichen Bildung“ (2010) „Mobilität – Kompetenz zuwachs für Benachteiligte“ (2012) Studie zur Nutzung und Nachhaltigkeit von Innova tionstransferprojekten im Programm für lebenslanges Lernen (2015) Studie zur Nutzung und Nachhaltigkeit von Innova tionstransferprojekten im Programm für lebenslanges Lernen II (2017) „Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung 2017“ (2018) „Institutionelle Wirkung von Mobilitätsprojekten für die Berufsbildung“ (2018) „Mobil in Europa mit Erasmus+“ (2019) „Wirkungen der Strate gischen Partnerschaften in Deutschland“ (2020) Nationale Wirkungsstudie des Forschungsnetzwerks RIA-AE in der Erwachsenen bildung (2024) Scannen und Publikationen downloaden Kontakt Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel: +49 (0)228 / 107 1608 E-Mail: na@bibb.de www.na-bibb.de St an d: N ov em be r 2 02 5 mailto:na@bibb.de http://www.na-bibb.de NA beim BIBB | Fakten zum 25-jährigen Jubiläum | 2000 – 2025 Aufgabenzuwachs spiegelt sich in Mitarbeitendenzahl Von XS zu XL: Zahl der bewilligten Auslandsaufenthalte Studien / Analysen Kontakt Stand …

[…] Bildung für Europa 38 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung Dez 2023 Mitmischen in Europa 12 Das EuroApprentices- Netzwerk 19 Fake News und Antisemitismus 28 Neues Portal für Möglichmacher Bildung für Europa 38 Dez 2023 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung 2 3Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de Twitter: @nabibb_de @EUEB_de Verantwortlich: Klaus Fahle Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 02.10.2023 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 6.000 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: Kriechbaumer Druck Gedruckt auf Recyclingpapier Nautilus - : - - - - - 2 - - : Bildnachweis Titel & Inhaltsver zeichnis (S.5) TCA Nachhaltigkeit in der Erwachsenen bildung, argum GbR / Falk Heller (S. 1); Martin Schmidt, Julia Essl, argum GbR / Thomas Einberger, NA beim BIBB, RochelleBrown/Unsplash.com (S. 5). Für unverbindlich eingesandte Manu skripte, Bildmaterial und andere Unter lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. ISSN 1616-5837 Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. www.na-bibb.de www.erasmusplus.de Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. Deutschland EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de https://twitter.com/nabibb_de https://twitter.com/EUEB_de 2 3 Bildung für Europa | Dezember 2023 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dem Schwerpunkt „Teilhabe“ schließen wir den Zyklus ab, in dem wir die horizontalen Prioritäten des Programms beleuchtet ha ben. Dass wir die drei anderen Prioritäten schon zuvor behandelt haben bedeutet keineswegs, dass hier nun die Unbedeutendste zur Sprache käme – im Gegenteil. Uns wird in den letzten Jah ren immer deutlicher, wie wichtig europäische und demokratische Werte für die Europäische Union und unser Zusammenleben sind. - - Erasmus+ kommt aus der Tradition der europäischen Programme, die die Qualität der Bildung im weitesten Sinne verbessern sollen. Dies wird auch in Zukunft so sein. Das Programm hat Europa mit einem riesigen Netz von Partnerschaften und Kooperationen über zogen, die unsere Bildungspraxis – und manchmal auch die Bil dungspolitik – verändert haben. Diese Netzwerke, Kooperationen und Mobilitätsprojekte fördern aber auch den gegenseitigen Re spekt, verringern Vorurteile und machen Menschen neugierig. Die se Dimension des Programms ist uns gerade in den letzten Jahren – manchmal auch schmerzhaft – deutlich geworden. - - - - Auch wir als NA beim BIBB müssen an uns dem Anspruch stellen, Teilhabe zu ermöglichen. Wir selber bilden die Brücke zwischen der Praxis vor Ort und den politischen Zielsetzungen und Rahmen bedingungen, denen die Europäische Kommission verpflichtet ist. Ihre Meinung ist uns wichtig, Ihnen zuzuhören macht letztlich das Programm und unsere Arbeit besser. Dafür haben wir seit dem 20.09.2017 unseren Nutzerbeirat als Ihr unmittelbares Sprachrohr eingesetzt. Er begleitet unsere Arbeit kritisch und konstruktiv und ermöglicht einen echten Dialog. Unterstützen Sie die Kolleginnen und Kollegen, die sich für Sie stark machen und nutzen Sie dieses Angebot. - Dies ist nun das 38. und letzte Editorial, das ich für unser Journal schreibe. Zum Jahreswechsel gebe ich den Staffelstab an meinen Kollegen Berthold Hübers weiter. Ich bin sicher, dass die NA bei ihm in guten Händen ist und er der NA und der europäischen Zu sammenarbeit viele Impulse geben wird. - Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, mit denen ich in den Jahren als Leiter der NA zusammenarbeiten durfte. Mir hat es große Freude gemacht und ich glaube, dass wir gemeinsam einiges bewegen konnten. Mit dem Abschied verbinde ich auch eine Bitte: Die Europäische Union ist sicher nicht perfekt, aber sie ist die beste und friedlichste Form, in der wir Europäerinnen und Europäer jemals zusammenge lebt haben. Bitte tragen Sie dazu bei, dass dies so bleibt! Beteiligen Sie sich an der Europawahl im kommenden Jahr und helfen Sie mit, dass Erasmus+ auch in Zukunft einen großen Beitrag hierzu leisten kann. - Herzlichst, Ihr Klaus Fahle Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B 4 5 Inhalt Nr. 38 | Schwerpunkt Teilhabe und gemeinsame Werte 06 Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement 09 Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Teil des Bildungsauftrags an Berufskollegs 10 EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB Auslandserfahrungen teilen und sich für europäische Werte engagieren 12 Gemeinsam europäische Werte stärken Warum EuroApprentices sich ehrenamtlich für Erasmus+ engagieren 14 Good Practice: #GetInvolved Förderung von Demokratie und bürgerschaftlichem Engagement in der Berufsbildung 15 Good Practice: KOSMO_POLIS Job Shadowings für partizipatives Lernen 16 SALTO PI die Helpline für Partizipationsprojekte 18 Good Practice: Wires Crossed Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort 19 : Fake News und Antisemitismus Tipps im Umgang mit Desinformation und Verschwörungserzählungen In eigener Sache - 20 Europäer aus tiefer Überzeugung Anerkennung und Dank zum Ruhestand von Klaus Fahle Erasmus+ 24 Intelligente Stromnetze für die Zukunft Erasmus+-Projekt mit European Innovative Teaching Award 2023 ausgezeichnet 25 Neue Kriterien für Kooperations partnerschaften Prüfung der operationalen Leistungsfähigkeit von Antragstellern 26 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Partnerschaften stark nachgefragt – neuer Rekord in der Erwachsenenbildung Weitere Bildungsthemen 28 Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen So werden Auslandsaufenthalte für Azubis möglich 29 Europäische Agenda Erwachsenenbildung Aufbruch in die achte Förderperiode 2024 bis 2025 30 Infosplitter 32 Termine 4 5 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe, gemeinsame Werte und zivilgesell schaftliches Engage ment 06 Was treibt EuroApprentices an? 12 Zur Programmgeneration 2021-2027: „Lassen Sie uns ehrgeizig sein und die Chancen nutzen. Wir brauchen mehr Europa in unserer Bildung, aber Europa braucht auch viele Beiträge aus Deutsch land. Es gibt viel zu tun ...“ Klaus Fahle: Abschied nach 23 Jahren 20 Projekt „Smart Grid“ ausgezeichnet 24 - - - www.Auslandsberatung-Ausbildung.de ist online28 Agenda: Schwerpunkte der achten Förderperiode 29 http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de 6 7 Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement © R oc he lle Br ow n/ U ns pl as h. co m rasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement © R oc he lle Br ow n/ U ns pl as h. co m E 6 7 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte E uropaweit ist die Tendenz einer abnehmenden Beteiligung am demokratischen Leben zu beobachten. Gerade mit Blick auf die anstehenden Europawahlen ist es brisant, dass der Kenntnisstand zu europäischen Fragen ebenso wie das Be wusstsein dafür häufig nur gering ausgeprägt sind. Gleich zeitig lässt sich bei immer mehr Menschen eine Empfäng lichkeit für radikale Ideologien oder Verschwörungstheorien erkennen und die Demokratie in Europa wird zusätzlich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine heraus gefordert. Um diesen Problemen mit dem Mittel der Bildung zu begegnen, ist das Thema „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches En gagement“ seit dem Jahr 2021 eine horizontale Priorität im Programm Erasmus+. Der Aus- und Weiterbildung kommt in dieser Hinsicht eine zentrale Bedeutung zu. Sie hat Zugang zu einer großen und heterogenen Gruppe an Menschen und kann diesen die Relevanz der aktiven Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen Leben näherbrin gen. Gleichzeitig werden hier Fähigkeiten vermittelt, die für das Zusammenleben in einem demokratischen und vielfältigen Europa notwendig sind, wie beispielsweise soziale und interkulturelle Kom petenzen, kritisches Denken und Medienkompetenz. Den bildungspolitischen Hintergrund bildet die Pariser Erklärung aus dem Jahr 2015 und die Jugendstrategie der Europäischen Uni on 2019 bis 2027, in denen die Förderung aktiven zivilgesellschaft lichen Engagements und europäischer Werte verankert ist. Dadurch hat das Thema im Programm Erasmus+ sowohl in der Mobilität (Leitaktion 1) als auch bei den Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) eine besondere Bedeutung. Als Querschnittsthema im Programm ist „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement“ bei der Umsetzung der Projekte in beiden Leitaktionen zu berücksichtigten, entweder durch formale oder nichtformale Lernaktivitäten. Das Verständnis für die Europäische Union und die gemeinsamen europäischen Werte zu entwickeln oder zu verbessern sowie kritisches Denken und Medienkompetenz bei den Teilnehmenden zu stärken, ist Ziel der Aktivitäten. Für Leitaktion 2 bedeutet diese Priorität zudem, dass gemeinsam mit europäischen Partnern Lehr- und Lernmateri alien in Hinblick auf die Thematik entwickelt werden können oder bewährte Praxis ausgetauscht wird. Wachsende Bedeutung für die Projektpraxis In beiden Leitaktionen können sich Projekte zur Priorität mit allen Formen des Lernens (formal und non-formal) beschäftigen, die den Aufbau und die Weiterentwicklung zivilgesellschaftlicher und de mokratischer Kompetenzen zum Ziel haben. Diese umfassen alle Fähigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen, gesellschaftliche und politische Prozesse zu verstehen, kritisch zu beobachten und sich aktiv dazu zu verhalten. Überdies betrifft die Priorität alle so zialen und interkulturellen Kompetenzen mit direktem Bezug zur Verwirklichung einer europäischen Gesellschaft, die sich durch starken gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und allgemeine Achtung von Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität auszeichnet. Die im Vergleich zum Vorgängerprogramm wesentlich prominen tere Platzierung von „Teilhabe“ als horizontale Priorität spiegelt sich insbesondere in der Erwachsenenbildung in der Vielzahl an Pro jekten wieder, die das Thema adressieren. So arbeiten in der Leitak tion 2 der Erwachsenenbildung seit 2021 insgesamt 87 geförderte Projekte hierzu und erste kleinere Projekte sind bereits abgeschlos sen. In der Berufsbildung hingegen wird die Priorität weniger in den Fokus genommen und bisher nur in 19 Projekten aufgegriffen. Heterogenes Feld an Themen und Zielgruppen In der Leitaktion 2 gibt es sowohl in der Erwachsenenbildung als auch der Berufsbildung ganz unterschiedliche Projekte zum Thema. Grob lässt sich folgende Kategorisierung vornehmen: Bildung für Demokratie und Teilhabe am demokratischen Leben Aktive Bürgerschaft und Mitgestaltung der Gesellschaft Förderung von europäischer Identität und Stärkung europä ischer Werte (Achtung der Menschenwürde und Menschen rechte, Demokratie, Gleichheit vor dem Gesetz, Rechtsstaatlichkeit) - - Gleichberechtigung und Antidiskriminierung Überbrückung von interkulturellem, intergenerationalem und sozialem Ausschluss Bewusstsein für die Europäische Union Medienkompetenz und Prävention gegen Desinformation Soziale Innovation 8 9 Die Projekte sind äußerst heterogen, was ihre Zielgruppen betrifft, und adressieren die Kompetenzen verschiedenster Gruppen von Lernenden oder des Bildungspersonals. Das Spektrum der Ergeb nisse ist ebenfalls sehr breit und reicht von spielbasierten Metho den über Online-Lernplattformen bis hin zum Austausch bewährter Praxis. Die Einbindung von Lernenden spielt dabei meist eine ent scheidende Rolle. - - - In der Leitaktion 1 nehmen in der Berufsbildung die Teilnehmenden beispielsweise in der Regel an interkulturellen Trainings in Vorberei tung auf ihren Auslandsaufenthalt teil. Die Phase der Vorbereitung eignet sich gut, um die Teilnehmenden mit Wissen über europä ische Institutionen und europäische Werte auszustatten. In der Pha se nach einem Auslandsaufenthalt kann insbesondere die Wirkung der Mobilität in Bezug auf diese Priorität überprüft werden. So werden die Teilnehmenden beispielsweise gefragt, ob sie sich jetzt „europäischer und zugehöriger zur europäischen Gemeinschaft fühlen“ und ob ihr Interesse an der Teilnahme an Wahlen und de mokratischen Prozessen gestiegen ist, was in der Regel bejaht wird. - - - - Eine Möglichkeit für Lernende, um sich zu engagieren und die eu ropäische Idee und europäische Werte zu leben und zu verbreiten, ist die Teilnahme an der Initiative „Erasmus+-Botschafter/-innen in der Berufsbildung“, den sogenannten EuroApprentices (s. auch S. 10 ff.). EuroApprentices sind ehemalige Erasmus+-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die aus eigener Erfahrung vom Mehrwert eines Auslandsaufenthaltes berichten. Sie engagieren sich dafür, andere Auszubildende zu motivieren, den Schritt ins Ausland zu wagen. Die NA beim BIBB bildet die Botschafter/-innen einmal pro Jahr aus. EuroApprentices gibt es mittlerweile in zehn europäischen Ländern. Durch regelmäßige Netzwerktreffen entsteht so eine länderüber greifende Zusammenarbeit von Jugendlichen, die die europäischen Werte vertreten und zivilgesellschaftliches Engagement beweisen. Die NA beim BIBB koordiniert dieses europaweite Netzwerk. - - In Erasmus+-Projekten wird das zusammenwachsende Europa ge lebt. Die Teilnehmenden nutzen die offenen Grenzen, arbeiten in transnationalen Projekten zusammen und profitieren von der Ex pertise ihrer Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern. Durch ihre Ergebnisse, den Kompetenzgewinn und die Beziehungen, die hier entstehen, tragen sie zur Stärkung des europäischen Zusam menhaltes bei. - - - Welche neuen Angebote gibt es? Die zunehmende Relevanz des Themas spiegelt sich auch in der Eröffnung des neuen europäischen Zentrums „SALTO Participation & Information“ in Estland wieder (s. auch S. 16 f.). Aufgabe des Zentrums ist die Stärkung von Synergien zwischen Politik, EU-Bil dungsprogrammen und der Bildungspraxis hinsichtlich „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsamer Werte und zivilgesell schaftlichen Engagements“. Es unterstützt und berät die Nationalen Agenturen bei der Entwicklung von passenden Angeboten für die Projektträger. Die Website des SALTO Zentrums gibt Überblick über Beispiele guter Praxis und bietet eine umfangreiche Toolbox mit vielseitigen Lehr- und Lernmaterialien zum Thema. - - Ab dem Jahr 2024 wird es eine neue Aktivität in der Leitaktion 1 in der Berufsbildung geben, die es Gruppen von Lernenden ermög licht, gemeinsam mit Lernenden aus mindestens einem anderen Land an verschiedenen Themen zu arbeiten, aber auch europäische Institutionen zu besuchen. Damit fördert diese Aktivität explizit po litische Bildung von Lernenden im Rahmen von Lernaufenthalten im Ausland. Detaillierte Informationen sind dem Programmleitfaden 2024 zu entnehmen. In der Leitaktion 1 in der Erwachsenenbildung gibt es diese Gruppenaktivitäten schon länger. - - Auch in der Arbeit der Nationalen Agentur beim BIBB erhält das Querschnittsthema zunehmende Bedeutung. So befindet sich der zeit eine teamübergreifende Arbeitsgruppe im Aufbau, die das vorhandene Wissen bündelt und zum Ziel hat, Antragsteller und laufende Projekte hinsichtlich dieses zentralen Themas zu unter stützen. Die neustrukturierte Themenseite „Teilhabe, gemeinsame Werte“ auf der NA-Website gibt Informationen und Anregungen, welche Bedeutung das Thema im Programm hat und auf welche Weise es in Mobilitätsprojekten und Partnerschaften aufgegriffen werden kann. Die Seite wird fortlaufend um neue Good-Prac tice-Beispiele aus der Berufs- und Erwachsenenbildung erweitert. - - - INFO: Themenseite der NA beim BIBB: www.na-bibb.de/themen/teilhabe Website des SALTO-Zentrums: https://www.salto-youth.net/rc/participation/ Teilhabe & gemeinsame Werte - TORSTEN SCHNEIDER Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Kooperationsprojekte, EPALE“ in der NA beim BIBB Torsten.Schneider@bibb.de FREDERIK HUGO Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung, Europass“ in der NA beim BIBB hugo@bibb.de © N A b ei m B IB B KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationali sierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB wilkens@bibb.de http://www.na-bibb.de/themen/teilhabe https://www.salto-youth.net/rc/participation/ mailto:Torsten.Schneider@bibb.de mailto:hugo@bibb.de mailto:wilkens@bibb.de 8 9 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Teil des Bildungsauftrags an Berufskollegs © E U -G es ch äf ts st el le A rn sb er g Mit ihrer Initiative „Demokratie fördern in internationalen Projekten“ (DiP) un terstützt die EU-Geschäftsstelle Wirt schaft und Berufsbildung Arnsberg die Berufskollegs in ihrem Regierungsbe zirk bei der Umsetzung von internatio nalen Projekten im Bereich der Erinne rungskultur und Demokratieförderung. „Die Berufskollegs sind ideale Orte für attraktive Bildungsangebote, durch die junge Menschen demokratische Wer te, Toleranz und Weltoffenheit lernen. Diese Werte sollen in allen Fächern vermittelt werden. Zum Bildungs- und Erziehungsauftrag des Berufskollegs gehört es, diese Werte in das beruf lich-ethische Handeln der Auszubilden den zu transferieren“, erklärt Ludger Dieckmann, schulfachlicher Dezernent in Arnsberg. Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, sei es wichtig, diese Themen in die Schulent wicklung zu inkludieren. Neben der Plattform “NRW cConnect extern“, die eine Sammlung von Ressourcen wie z.B. Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt, sind internationale Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen zentraler Be standteil der Initiative. Qualifizierung „Gedenkstättenpäda gogik“ An der aus vier Modulen bestehenden Quali fizierung „Gedenkstättenpädagogik“ nahmen 26 Lehrkräfte teil, um Impulse zu erhalten und methodisches Wissen für die Durchführung von internationalen Aktivitäten zur Förderung der Demokratie in der beruflichen Bildung zu erlernen. In Modul 1 und 2 tauschten sich die Teilnehmenden mit Blick auf den Status Quo zur Erinnerungskultur am eigenen Berufs kolleg aus, entwickelten Projektideen für ent sprechende Schulentwicklungsvorhaben und setzten sich mit der Verortung des Themas in Lernsituationen auseinander. Das dritte Modul beinhaltete ein einwöchiges Job-Shadowing in der Internationalen Begegnungsstätte in Oświęcim, Polen, mit Besuch des Konzentra tionslagers Auschwitz und dem Austausch mit polnischen Lehrkräften. Durch eine Aus einandersetzung mit dem historischen Ort Auschwitz-Birkenau lernten die teilneh menden Lehrkräfte z.B. die Wirkung päda gogischer Methoden zur Bewältigung der Eindrücke kennen und können diese in der Arbeit mit ihren Schülerinnen und Schülern einsetzen. Die Fortbildung endete mit dem 4. Modul, in welchem die Lehrkräfte ihre Er fahrungen in Polen fachlich auswerteten und erste Meilensteine zur Umsetzung von Aktivi täten an ihren Schulen planten. Die Fortbildung für Schulleiter/-innen fand in Kooperation mit dem Institut für Demokra tiepädagogik in Eupen, Belgien, statt. Neben einer Sensibilisierung für die Relevanz des Themas im Schulprogramm lernten die Schul leitungen mittels im Ausland erprobter Prak tiken Zugangswege für Lernende kennen, um dieses Themenfeld zu erschließen und Mög lichkeiten der Verknüpfung mit berufsspezi fischen und berufsübergreifenden Inhalten zu präzisieren. Die Berufskollegs im Regierungs bezirk Arnsberg sind mit neuen Kompetenzen ins Schuljahr 2023/2024 gestartet. Nun ist das DiP-Team sehr gespannt, welche Vorhaben zur Demokratieförderung in internationalen Projekten begleitet werden. PROJEKTINFO Projekttitel: Mobilität im Rahmen der Akkreditierung Projektnummer: 2020-1-DE02-KA120-VET-000007909 Laufzeit: 01.06.2022 – 31.05.2024 Beteiligte Länder: BE, PL, DE Koordinatorin: EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufs bildung der Bezirksregierung Arnsberg (Dez. 45) - Kontakt: Andrea Stein, Andrea.Stein@bra.nrw.de Website: www.bra.nrw.de/bildung-schule/ schulformen-abschluesse/ schulformen/eu-geschaeftsstelle- fuer-wirtschaft-und-berufsbildung http://www.bra.nrw.de/bildung-schule/schulformen-abschluesse/schulformen/eu-geschaeftsstelle-fuer-wirtschaft-und-berufsbildung mailto:Andrea.Stein@bra.nrw.de 10 11 Workshop zu European Values während des interna tionalen EuroApprentices Treffens 2023 in Terceira, Portugal © N A b ei m B IB B Internationales Treffen 2017 in Köln mit EuroApprentices aus sechs Ländern © N A b ei m B IB B EuroApprentice Svenja auf dem European Youth Event 2023 in Straßburg © M ar tin S ch m id t (E ur oA pp re nt ic e) Deutsche EuroApprentices beim internationalen EuroApprentices Treffen 2022 in Prag, Tschechien © t sc he ch is ch e N at io na le A ge nt ur „ D ům z ah ra ni čn í s po lu pr ác e (D ZS ) EuroApprentice Anna mit NA-Mitarbeiterin auf der Messe „Einstieg Berlin 2022" © A nn a Ro ßb an d (E ur oA pp re nt ic e) - 10 11 Bildung für Europa | Dezember 2023 © t sc he ch is ch e N at io na le A ge nt ur „ D ům z ah ra ni čn í s po lu pr ác e (D ZS ) © N A b ei m B IB B © N A b ei m B IB B - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB Auslandserfahrungen teilen und sich für europäische Werte engagieren Internationales Treffen 2017 in Köln mit EuroApprentices aus sechs Ländern E uroApprentices sind Lernende in der Be rufsbildung, die als Botschafter/-innen von ihren eigenen Auslandserfahrungen mit Erasmus+ u.a. in Berufsschulen, auf Social-Media-Kanälen und Ausbildungs messen berichten. Sie sind zentraler Be standteil einer europäischen Initiative, die 2017 von der Nationalen Agentur beim BIBB zusammen mit fünf weiteren Ländern gegründet wurde. Diese will die Sichtbarkeit von Auslandsaufenthal ten in der Berufsbildung erhöhen. „Dieser Ansatz ist auch heute noch be deutsam, denn noch immer wissen viele Lernende in der Berufsbildung nicht, dass Auslandsaufenthalte während der Ausbildung gefördert werden“, erläutert Berthold Hübers, stellvertretender Lei ter der NA beim BIBB. „Zudem tragen EuroApprentices aktiv dazu bei, die At traktivität der Berufsbildung zu steigern: Ihre authentischen Berichte über ihre Auslandspraktika machen klar, dass die Berufsbildung international offen ist und persönliches Wachstum ermöglicht, wie es landläufig oft nur mit dem Studium verbunden wird. Aus der Arbeit mit den EuroApprentices haben wir außerdem gelernt, wie stark das Programm europä ische Identität und politische Teilhabe för dert. EuroApprentices möchten sich aktiv an der Weiterentwicklung des Programms und Europas beteiligen und andere moti vieren, ebenfalls daran mitzuwirken“, so Hübers weiter. 120 Aktive in elf Ländern EuroApprentices gibt es aktuell in elf Län dern. Diese haben sich in einer sogenann ten LTA (eine von der Europäischen Union geförderten Langzeitaktivität) zu einem europäischen Netzwerk zusammenge schlossen, welches die NA beim BIBB ko ordiniert. Ziele sind eine „Community“ von Erasmus+-Botschafterinnen und -Bot schaftern europaweit als Vorreiter eines Alumninetzwerks aufzubauen, die Euro Apprentices in ihren Kompetenzen und Fähigkeiten zu stärken und gemeinsam die Attraktivität der Berufsbildung in Euro pa zu verbessern. Derzeit beteiligen sich die Nationalen Agenturen aus Finnland, Italien, Österreich, Ostbelgien, Polen, Portu gal, Rumänien, Spanien, aus der Slowakei, der Tschechischen Republik und Deutsch land an dem Netzwerk und bilden jedes Jahr neue Erasmus+-Botschafter/-innen aus. Die aktuell 120 EuroApprentices reprä sentieren eine vielfältige Gruppe von Teil nehmenden aus den unterschiedlichsten Regionen Europas, mit ganz unterschied lichen Berufsprofilen und vielfältigen He rausforderungen. Aktivitäten der ehrenamtlich Tätigen EuroApprentices nutzen die sozialen Medien, um über ihre Erasmus+-Erfah rungen zu berichten, z.B. auf Instagram unter „MeinAuslandspraktikum“ oder auf „euroapprentices_germany“. Außerdem können EuroApprentices beispielsweise von Unternehmen, berufsbildenden Schu len und Ausbildungszentren angefragt werden, um über ihren Auslandsaufent halt zu berichten. Darüber hinaus planen sie verschiedene Aktivitäten in ihrem lo kalen oder regionalen Umfeld zur Vernet zung wie z.B. auf einer Veranstaltung ihrer zuständigen Handwerkskammer oder in ihrer ehemaligen Berufsschule. Außerdem stehen sie für Presseanfragen zur Verfü gung. Die Botschafter/-innen sind auch auf europäischer Ebene gefragt: So vertra ten sie die Initiative unter anderem beim European Youth Event 2023. In einem Pa nel, welches von der Generaldirektion für Arbeit und Beschäftigung organisiert wur de, sprach der Erasmus+-Botschafter Mar tin Schmidt über die Vorteile einer dualen Berufsausbildung, den Nutzen, während der Ausbildung mit Erasmus+ ins Ausland zu gehen, und er erläuterte, warum sein Ehrenamt als Erasmus+-Botschafter gera de in der heutigen Zeit so wichtig ist. Wie unterstützen die Nationalen Agenturen? Nach einer erfolgreichen Bewerbung oder Auswahl nehmen die EuroApprentices an einem Training oder Treffen in ihrem Land teil. Hier erfahren sie mehr über ihre Rol le als EuroApprentice und das Programm Erasmus+. Außerdem werden verschie dene Kompetenzen wie z.B. Story Telling geschult. Dann kann es losgehen! Bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten werden sie je nach Land von ein bis zwei Mitarbeite rinnen oder Mitarbeitern der zuständigen NA unterstützt. Ein zusätzlicher Nutzen ist, dass die ehrenamtliche Tätigkeit zerti fiziert wird – eine tolle Ergänzung für den Lebenslauf, denn ehrenamtliches Engage ment hat bei Bewerbungen deutlich an Bedeutung gewonnen. Highlight: Europäische Treffen Zu den Highlights gehören die europä ischen Treffen, an denen die EuroAppren tices jährlich teilnehmen können. Diese werden abwechselnd von den beteiligten Nationalen Agenturen durchgeführt. Bis her konnten die jungen Europäer/-innen sich in Deutschland, Österreich, Malta, in der Tschechischen Republik und in Por tugal treffen. „Hier spürt man den Eras 12 13Teilhabe & gemeinsame Werte mus+-Spirit – eine Community junger Euro päer/-innen, die etwas bewegen möchte. Das europäische Netzwerk und seine Tref fen stärken nicht nur die Kompetenz der Botschafter/-innen, sondern auch ihr En gagement für diese Aufgabe. Wir freuen uns, das Treffen endlich in Helsinki ausrich ten zu können”, sagt Sari Turunen-Zwinger, Leiterin der Abteilung Internationalisierung der Berufsbildung bei Edufi, der Finnischen NA. 2024 heißt es also „Tervetuloa Euro Apprentices“ in Finnland. - - - - - INFO Profile der deutschen EuroApprentices: www.na-bibb.de/euroapprentices Informationen zum Europäischen Netzwerk: www.euroapprentices.eu Kontakt und Koordination des LTA: Kristin Wilkens, wilkens@bibb.de, Tel.: 0228 107 2913 KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Inter nationalisierung der Berufsbil dung“ in der NA beim BIBB - - © N A b ei m B IB B Gemeinsam europäische Werte stärken Warum EuroApprentices sich ehrenamtlich für Erasmus+ engagieren Martin Schmidt (hintere Reihe, 1. v. l.), Leslie Elimbi (hintere Reihe, 3. v. l.), Cindy Klink (hintere Reihe, 1. v. r.) und Svenja Naumann (vordere Reihe, 1. v. r.) beim Netzwerktreffen der EuroApprentices 2023 © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/euroapprentices http://www.euroapprentices.eu mailto:wilkens@bibb.de 12 13 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte E uroApprentices sind junge Menschen, die während ihrer Berufsausbildung mit Erasmus+ im europäischen Aus land waren und ihre dort gemachten Erfahrungen mit anderen teilen möch ten. Als ehrenamtliche Botschafte rinnen und Botschafter informieren und motivieren sie in Berufsschulen, auf Ausbildungsmessen, in Berufsin formationszentren oder einfach auf der Straße. Doch was treibt sie an? Da rüber haben wir mit vier EuroApprenti ces gesprochen. - - - - - - Martin Schmidt engagiert sich bereits seit 2018 als EuroApprentice, er ist sozusagen ein „Mann der ersten Stunde“. Der 26-jäh rige Mechatroniker im Maschinenbau hatte während seiner Ausbildung vier Wochen im englischen Portsmouth verbracht, für ein zweites Praktikum zog es ihn Ende 2019 nach Malta. Die Arbeit als EuroApprentice hält er gerade in der heutigen Zeit für wich tig, „damit die junge Generation ihren Weg in die berufliche Bildung findet“. „Passion for Profession“ und der Wunsch nach Sicht barkeit und Wahrnehmung der dualen Be rufsbildung treiben ihn an. - - - - Hinzu kommt die gesellschaftliche Dimen sion. Schmidt wörtlich: „Wir leben in einer Zeit, in der wir die Demokratie als etwas ver stehen sollten, für das es sich zu kämpfen lohnt. Zurzeit droht es manchmal ein wenig unterzugehen, welche Freiheiten und Vor teile wir aus einem geeinten Europa ziehen können.“ Schmidt lebt heute in Magdeburg und setzt sich vor allem im mittel- und ost deutschen Raum für Erasmus+ und die euro päischen Werte ein. Zum einen, weil es sei ne Heimat ist, zum anderen aber auch, weil die Idee des Programms hier seiner Ansicht nach noch stärker verankert werden müsse, auch in den Berufsschulen. Dabei möchte er vermitteln, wie sehr Erasmus+ die Qualität und die Attraktivität der beruflichen Bildung erhöhe. - - - - - - Das motiviert auch Svenja Naumann. Die Erzieherin aus dem bayerischen Landshut glaubt, „dass wir in Europa unheimlich viel voneinander lernen können, wenn wir offen und interessiert sind“. Sie erzählt gerne von ihrer Zeit in einem deutsch-französischen Kindergarten in Paris und der Entscheidung, auch das anschließende Anerkennungsjahr im Nachbarland zu absolvieren. Seit Mai 2022 ist sie als EuroApprentice ak tiv, um auch andere Azubis zu inspirieren und für einen solchen Schritt zu ermutigen. „Im erzieherischen Umfeld nutzen immer noch viel zu wenige die Chance zum Aus landsaufenthalt während der Ausbildung“, sagt sie, und ergänzt: „Vor allem die inter kulturellen Erfahrungen und die Zweispra chigkeit haben meinen Horizont enorm erweitert“. Kürzlich war die 21-Jährige in einem Vortrag, in dem es hieß: „Ich bin nicht nur Deutsche, ich bin Europäerin“. Genauso fühle sie sich auch, lächelt Naumann. - - - - Im Zeichen der Vielfalt Szenenwechsel. Leslie Elimbi ist 27 Jahre alt und arbeitet als Kauffrau für Büromanage ment beim Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA in Darmstadt. Dort hat sie im Januar 2021 ihre Ausbildung abgeschlossen und zuvor die Gelegenheit genutzt, für drei Monate praktische Erfahrungen bei einem Tochterunternehmen in Finnland zu sam meln. Eine Zeit, die ihr sowohl beruflich als auch privat viele neue Impulse gegeben hat. Merck habe dies sehr unterstützt, berichtet Elimbi, auch die Arbeit als ehrenamtliche EuroApprentice finde hier viel Zustimmung. Ihr selbst gehe es vor allem darum, „andere Menschen für andere Kulturen zu begeis tern, denn ich weiß aus meiner eigenen Ge schichte, wie bereichernd Vielfalt und die kulturelle Begegnung sein können“. - - - - Das erlebe sie auch bei den Treffen im Rahmen des EuroApprentices-Netzwerkes. Dazu Elimbi: „Das Tolle dabei ist für mich, wie unterschiedlich die Leute sind, die dort zusammenkommen. Wir stammen alle aus sehr verschiedenen Berufen und Umfeldern – das ist ein spannender Mix. Zu einigen EuroApprentices pflege ich auch über die re gelmäßigen Treffen hinaus einen intensiven Kontakt.“ - Während Leslie Elimbi sich erst seit wenigen Monaten als EuroApprentice engagiert, ist Cindy Klink – wie Martin Schmidt – schon seit 2018 dabei. Die 25-Jährige aus dem rheinland-pfälzischen Weinort Maring-Novi and ist seit ihrem dritten Lebensjahr taub heitsgrenzend schwerhörig und seit einigen Jahren komplett gehörlos. An ihre Ausbil dung zur Verwaltungsfachangestellten hat - - - sie ein Studium angeschlossen, sie arbeitet zudem als Deaf Performerin und Schauspie lerin. - Durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit möchte sie vor allem Menschen mit einer Behinde rung dafür begeistern, während der Ausbil dung ins Ausland zu gehen, so wie sie selbst 2017 für fünf Wochen im irischen Cork war. Klink betont: „Meine ,Behinderung‘, wie sie oft von anderen wahrgenommen wird, hat mich nie daran gehindert, das zu tun, wo für ich brenne. Im Gegenteil, sie hat mich gelehrt, Herausforderungen anzunehmen und nach Lösungen zu suchen, die mei ne Leidenschaft und Ziele unterstützen.“ Abschließend unterstreicht sie: „Als Euro Apprentice kann ich den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Inklusion und Vielfalt aktiv unterstützen. Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, eine Welt zu schaffen, in der jeder Mensch, unabhängig von seinen Un terschieden, die gleichen Chancen und den gleichen Respekt verdient.“ - - - - - - Text: Manfred Kasper im Auftrag der NA beim BIBB NUTZERBEIRAT ERASMUS+ Teilhabe hat viele Formen. So hat die NA beim BIBB mit dem Nutzerbeirat ein strukturiertes Dialogangebot an ihre Projektträger eingerichtet. Wir freuen uns, dass dieses gut an genommen wird. Die Amtszeit des aktuellen Nutzerbeirats läuft bis 2024. Er trifft sich zweimal jährlich in Bonn. Das Protokoll der letzten Sitzung vom 26.09.2023 sowie die Kontaktdaten der zehn Mitglieder aus der Berufs- und Erwachsenenbil dung finden Sie unter: - - www.na-bibb.de/ueber-uns/ nutzerbeirat http://www.na-bibb.de/ueber-uns/nutzerbeirat 14 15 Good Practice: #GetInvolved Förderung von Demokratie und bürgerschaft lichem Engagement in der Berufsbildung - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte © A nd re a W is ot zk i Seit einigen Jahren nehmen antidemo kratische Tendenzen, unter anderem durch das Erstarken von nationalpo pulistischen Parteien, in europäischen Staaten zu. Um dem entgegen zu wirken, hat es sich das EU-Projekt „#GetInvolved“ zum Ziel gesetzt, ins besondere bei jungen Menschen im Berufsbildungssystem das demokra tische Bewusstsein zu stärken. Dabei sollen vor allem demokratische Ge staltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, welche sich nicht nur auf die klassischen institutionalisierten For men beschränken. Zu Beginn ging die Strategische Partnerschaft unter der Koordination der QBS Gewerkstatt der Frage nach, wo dem Bereich „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement“ im Berufsbildungssystem Raum gegeben wird. Dabei hat das Projektteam, bestehend aus fünf Partnern in vier EU-Ländern, festgestellt, dass dieses Thema in der alltäglichen Praxis stark vernachlässigt wird. Im Projekt wird die se Problematik aufgegriffen, indem die Sensi bilisierung für Diskriminierung geschärft wer den soll und Methoden bereitgestellt werden, um die Erfahrung von Teilhabe entsprechend dem Konzept der Inclusive Citizenship zu er möglichen. Hierbei ist die Wertschätzung für die Perspektive der Teilnehmenden ein zen trales Element. Die Materialien richten sich da bei nicht nur an Berufsbildungseinrichtungen, sondern auch explizit an Betriebe. Materialien für Lehrende und Lernende Die erstellten Materialien bieten auf verschie denen Ebenen Methoden und Anregungen, um das Projektziel zu erreichen. In einem Train-the-Trainer-Workshop werden dem Bildungspersonal Methoden vermittelt, die sich einerseits der Sensibilisierung für Diskri minierung und Macht sowie andererseits der aktiven Teilhabe widmen. Diesen Workshop können Bildungseinrichtungen und Betriebe selbstständig mit Hilfe der Materialien orga nisieren oder bei den Projektpartnern eine Durchführung anfragen. Das Angebot be steht auch nach Projektende fort. Zur Förderung des Engagements von jungen Menschen wurde ebenfalls ein Handbuch für Schülerwettbewerbe entwickelt, das von Leh renden wie Lernenden gleichermaßen genutzt werden kann. Darüber hinaus unterstützt ein Self-Monitoring-Tool die Vermittlung einer de mokratischen Haltung in der Berufsbildung, indem unter anderem Diskriminierungspoten ziale und Machtstrukturen in Organisationen aufgezeigt werden. Zusätzlich wurde ein Konzept für eine mögliche Zertifizierung von Organisationen nach demokratischen Kom petenzen und Strukturen entwickelt. Eine Herausforderung in der Projektarbeit war es, die unterschiedlichen landesspezifischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und entsprechend bei der Produktentwicklung umzusetzen. „Im Umgang mit dem Thema Teilhabe ist die Bereitschaft zu Selbstreflexion und zum Perspektivwechsel von großer Be deutung“, betont Andrea Wisotzki, die Projekt koordinatorin. Die Partnerschaft ist derzeit be müht, das Konzept für ein „#GetInvolved“-Label in einem Folgeprojekt Wirklichkeit werden zu lassen. PROJEKTINFO Projekttitel: #GetInvolved: Supporting Democracy and Citizenship in VET Projektnummer: 2020-1-DE02-KA202-007408 Laufzeit: 01.11.2020 – 28.02.2023 Beteiligte Länder: AT, DE, IT, PL Koordinator: QBS Gewerkstatt gGmbH, Bochum Kontakt: Andrea Wisotzki Website: https://getinvolved-project.eu/ intellectual-outputs https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2020-1-DE02- KA202-007408 https://getinvolved-project.eu/intellectual-outputs https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2020-1-DE02-KA202-007408 14 15 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: KOSMO_POLIS Job Shadowings für partizipatives Lernen Teilhabe & gemeinsame Werte © w el tg ew an dt e .V . weltgewandt, das Institut für interkul turelle politische Bildung e. V. mit Sitz in Berlin-Marzahn, verfügt über ein breites Spektrum: Es lädt zu DIALOG- Cafés, Theaterprojekten, Seminaren zu wirtschaftlicher Allgemeinbildung und zur Diskussion aktueller gesellschaft licher Themen ein. In europäischen Kooperationen werden Materialien zur sozio- ökonomischen Bildung, zu Wahrnehmungen von Geschichte, Kli mawandel und ökologischen Fragen, Digitalisierung und weiteren Themen entwickelt. Die Angebote richten sich an Menschen unterschiedlichster Her kunft und verschiedener Einkommen, Lebensstile und (politischer) Auffassungen mit dem Ziel, Aufklärung, Debatte und Em powerment zu fördern, sodass Teilneh mende mitreden können und sich für Demokratie und Gemeinsinn in ihrem Umfeld engagieren. Um dieses Portfolio weiterzuentwickeln, benötigen Mitarbeitende Anregungen und geeignete Qualifizierungsangebote: Das Eras mus+-Projekt „KOSMO_POLIS“ setzt hier an und ermöglicht es, pädagogische Kompe tenzen der bei weltgewandt Mitwirkenden auszubauen. Zwei von ihnen bildeten sich beim Fremdsprachenlehren und der freien Theaterarbeit weiter. Sie erprobten während mehrwöchiger Job Shadowings neue Metho den der teilnehmerorientierten Bildungsarbeit. Lernorte: Sprachschule und Theater Bei der „Associazione di promozione sociale Asinitas Aps“ in Rom lernte Alisa Jordan eine Sprachschule für Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete kennen, die Bildung mit sozialer Betreuung verbindet. Der intensive persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden geschieht hier auf Augenhöhe, und die Lebens- und Migra tionswege der Menschen werden in den Un terricht einbezogen. Beispielsweise werden neue Vokabeln praxisnah beim Erstellen von Einkaufslisten gelernt. Manuelle und kreative Tätigkeiten, Spiele, Tanz und Gesang sowohl im Sprachunterricht als auch in Theaterwork shops und Handarbeitskursen stimulieren das Lernen. Hinzu kommt die Begleitung zu Sozial- und Gesundheitsdiensten, Schwanger schaftskursen sowie Bildungs- und Rechts beratung. Die Zugewanderten werden moti viert, ihre Migrationserfahrung als Quelle zu betrachten, aus der sie für ihre Zukunft schöp fen können. Jordan lässt diese interaktiven, alltagsbezogenen und doch spielerischen Methoden nun in die Gestaltung der DIALOG- Cafés einfließen. Sophia Bickhardt, Leiterin von weltgewandt und Co-Trainerin von Theaterprojekten, tauchte in die Welt des professionellen The aters ein. Während ihres Job Shadowings mit der Compagnie DUANAMA in Marseille war es besonders eindrücklich, ein Stück von und mit ehemals obdachlosen Menschen zu entwickeln. Höhepunkt ihres zweiten Job Shadowings beim DAH Teatar in Belgrad war das Festival „Arts and Human Rights“. Bickhardt kam in Kontakt mit Schauspiele rinnen und Schauspielern sowie Theater macherinnen und Theatermachern. In Work shops konnte sie Methoden in Anlehnung an Jerzy Grotowski erproben: Viel Körperarbeit, konzentriert in der gesprochenen Sprache. Die Übungen regten dazu an, authentisch zu sein und so Entfremdung zu überwinden. Die Beteiligten kamen sich näher und erfuhren, wie Theater mit seinen Formen des Selbstaus drucks es erlaubt, Inhalte zur Sprache zu brin gen, die mitunter schwer sagbar sind. Die vielfältigen Anregungen durch die Job Shadowings fließen nun sukzessive in die Bil dungsarbeit von weltgewandt ein und bieten Stoff für neue Ideen und Projekte. PROJEKTINFO Projekttitel: KOSMO_POLIS Projektnummer: 2021-1-DE02-KA121-ADU-000004012 Laufzeit: 01.09.2021 – 31.08.2023 Beteiligte Länder: RS, FR, IT Koordinator: weltgewandt. Institut für interkulturelle politische Bildung e. V. Kontakt: info@weltgewandt-ev.de Website: https://weltgewandt-ev.de/kosmo_polis/ mailto:info@weltgewandt-ev.de https://weltgewandt-ev.de/kosmo_polis/ 16 17 SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte © ? ?? ?? © M ar ia V itk ov sk a/ A do be St oc k. co m SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte 16 17 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte S ie bezeichnen sich selbst als Parti zipations-Enthusiastinnen. Joana Freitas und Kelly Hrupa erforschen im SALTO Resource Centre in Tallinn, Estland, wie echte Beteiligung in den Jugendbildungsprogrammen von Erasmus+ und Europäischem Solidari tätskorps aussehen kann. Wie gelingt Beteiligung von jungen Menschen in Projekten? Joana Freitas: Es gibt drei wichtige Be dingungen. Erstens: Es reicht nicht, die Jugendlichen zur Beteiligung aufzufordern, sondern sie müssen genau informiert sein, was sie tun sollen, was das Ziel, wie der Ablauf ist. Zweitens müssen sie sich tat sächlich mit eigenen Beiträgen zum Thema beteiligen können. Ist die Sprache verständ lich? Oder ist das Setting sehr formal? Dann fühlen sie sich vielleicht nicht eingeladen, mitzureden. Drittens muss man bereit sein, Entscheidungsgewalt zu teilen. Kelly Hrupa: Außerdem muss man unbe dingt vermitteln, ob und wie Ideen umge setzt wurden - und noch wichtiger, was die Gründe sind, wenn nicht. Nichts ist schlim mer als ein Prozess, an dessen Ende das Ge fühl zurückbleibt, dass meine Stimme doch nicht zählt. Joana, Ihr Fokus ist Partizipation in der beruflichen Bildung. Lassen sich diese Prinzipien einfach übertragen? Joana Freitas: Grundsätzlich kann man sagen, Projektlernen eröffnet mehr Räume für Beteiligung als Lernen nach Lehrbuch. Deshalb bietet gerade Erasmus+ Möglich keiten, Lernende in Entscheidungen ein zubeziehen: Mit wem wollen wir koope rieren? Wie nennen wir das Projekt? Auch die Projektergebnisse selbst können von den Jugendlichen präsentiert werden. Es ist wichtig, deutlich zu machen: Deine Mei nung ist wertvoll für uns. Auch, weil die jenigen, die eine Ausbildung machen und nicht studieren, sich vielleicht nicht in dem selben Maße von der Gesellschaft wertge schätzt fühlen. In Ausbildung und Schule steht die Vermittlung von Wissen im Vorder grund. Wo finden sich Lücken für Be teiligung außerhalb von Projekten? Kelly Hrupa: Oft ist es schon die Beteili gung an Mikro-Entscheidungen, die einen Unterschied macht. Für welches Unter richtsthema man sich entscheidet beispiels weise, welches Exkursionsziel man wählt. Joana Freitas: Natürlich liegt das Ausbil dungsziel immer auf den beruflichen Fer tig- und Fähigkeiten, auch die Lernenden selbst sind auf den Arbeitsmarkt fokussiert. Aber wenn wir sie befähigen wollen, er folgreich zu sein, sollten wir die Fähigkeit, sich zu beteiligen, immer mit in den Blick nehmen. Denn wie kann jemand eine gute Mitarbeiterin sein, die nicht gelernt hat, sich einzubringen? Wie soll jemand ein wertvolles Teammitglied werden, der in der Ausbildung niemals seine Ideen formulieren sollte? Jugendbeteiligung in der Demokratie ist seit 2021 eine der horizontalen Prioritäten von Erasmus+ und ein Schwerpunkt von SALTO PI (Partici pation and Information). Wie findet sich das Thema bislang in Projekten wieder? Joana Freitas: Um dies genauer heraus zufinden, sammeln wir zurzeit für eine Be standsaufnahme europaweit Daten bei den Nationalen Agenturen (NAs). Wie viele Pro jekte mit dieser Priorität gab es? Was war der jeweilige Hauptfokus? Was sind die Er gebnisse? Kelly Hrupa: Die Ergebnisse werden wir veröffentlichen. Dieses Wissen basiert dann nicht auf zufälligen Beobachtungen, son dern auf gezielter Recherche: Wo läuft es gut, wo müssen wir besser werden? Den SALTO Ressource Centern (Support, Ad vanced Learning and Training Opportuni ties for Youth) - liegt eben dieser Gedanke der EU-Kommission zugrunde, dass es ei nen strategischen Blick auf die Jugendbil dungsprogramme braucht, für den die NAs keine Mittel haben. Joana Freitas: Wir haben einen europa weiten Überblick und können besser iden tifizieren, welche Ressourcen für ein Thema wichtig sind. Der Gesprächskanal ist aber auch in die andere Richtung offen. NAs können sich an uns wenden mit ihrem Be darf, mit Ideen, etwa für Kooperationen. Wir versuchen auch, auf Veranstaltungen zu dem Thema präsent zu sein. Wie können Sie jetzt schon denen helfen, die Partizipation zu einem Projektschwerpunkt machen wollen? Joana Freitas: Alle, die ein Partizipa tions-Projekt planen, können sich auf un serer Website informieren, wie man am bes ten vorgeht. Grundlage dafür ist die “Youth Participation Strategy”, die wir mit Experten, NAs und NGOs entwickelt haben. Es gibt ein praktisches Tool-Kit dafür auf unserer Web site https://participationpool.eu. Wenn ein Projektträger dazu arbeiten will, kann er das Projekt mithilfe des Toolkits konzi pieren. Wie etwa schafft man die richtigen Voraussetzungen für Partizipation? Zum Beispiel, indem man Hindernisse identifi ziert und beseitigt, die eine Gruppe an der Beteiligung hindern könnte, etwa Sprach barrieren. Kelly Hrupa: Für einen Projektträger kön nen sich auch die Chancen auf Förderung des Projektes erhöhen, wenn er sich in der Konzeption auf unsere Handreichung be ziehen kann. Joana Freitas: Unser Angebot richtet sich an alle, die ein Angebot zum Thema ent wickeln wollen. Auf unserer Website findet man viele Projektbeispiele. Unsere Daten bank bietet neben Studien auch praktische Tipps. Und in einem Trainingskalender kann man Fortbildungsangebote suchen. Wir sind also eine Art Partizipations-Helpline. Das Interview führte Julia Göhring im Auftrag der NA beim BIBB. INFO www.salto-youth.net/rc/participation/ https://participationpool.eu http://www.salto-youth.net/rc/participation/ 18 19 Good Practice: Wires Crossed Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort - - - - - - - - - - - - - - - - - - © J ug en d- & K ul tu rp ro je kt e .V . Fake News, die absichtliche Verbrei tung von Falschmeldungen, stellen zunehmend eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie dar. Weltweit nutzen populistische und radikale Gruppen un terschiedlicher politischer Richtungen Falschmeldungen ganz bewusst, um Gemeinschaften zu spalten und somit Anknüpfungspunkte zur Durchsetzung ihrer politischen Agenda zu finden. Die Strategische Partnerschaft „Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News“ hat sich diesem Problem gestellt. Die insgesamt sieben Part ner aus sieben Ländern entwickelten ein Rahmenwerk, um auf lokaler Ebene Fake News durch die Verbreitung echter und faktenbasierter Nachrichten zu bekämpfen. Koordiniert wurde das EU-Projekt von Ju gend- & Kulturprojekt e.V. aus Dresden. Aufbau kommunaler Bürgermedien In den Heimatstädten der beteiligten Ein richtungen wurden Menschen zu lokalen Expertinnen und Experten qualifiziert und kommunale Bürgermedien aufgebaut, die mit eigenen Inhalten Falschmeldungen entgegentreten. Zudem wurden Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, mit denen sich der Aufbau solcher Bürgermedien unter stützen lässt und über die die dazu not wendigen Kompetenzen vermittelt werden können. Alle Materialien stehen online auf der Projektwebseite frei zur Verfügung, so dass sie auch in anderen Städten genutzt werden können. Myrto-Helena Pertsinidi, die Koordinatorin des Projektes, empfiehlt für den Aufbau von Bürgermedien, die Si tuation vor Ort zunächst zu analysieren und die Materialien dann auf die jeweiligen Be dürfnisse anzupassen. „Aus unserer Erfahrung ist es für eine er folgreiche Umsetzung besonders entschei dend, sowohl bei der Qualifizierung der Expertinnen und Experten als auch bei der Verbreitung von Nachrichten eine möglichst einfache Sprache zu nutzen, da so deutlich mehr Menschen erreicht werden können. Zudem ist es wichtig, genau die Medien zu nutzen, über die auch Falschmeldungen ihre Zielgruppen erreichen“, so ihre Emp fehlung. Für Pertsinidi ist das Thema Fake News wei terhin von Belang. Sie sieht auch in Zukunft große Herausforderungen, beispielsweise gehe es darum, attraktive Wege zu finden, mit denen sich gerade die Zielgruppen er reichen lassen, die besonders vulnerabel für Falschmeldungen sind. Jugend- & Kul turprojekt e.V. untersucht derzeit Möglich keiten des Einsatzes spielbasierter Lernma terialien mit dem Ziel, an "Wires Crossed" anzuknüpfen und junge Menschen, aber auch Seniorinnen und Senioren zu errei chen. PROJEKTINFO Projekttitel: Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News Projektnummer: 2019-1-DE02-KA204-006115 Laufzeit: 01.09.2019 – 31.12.2021 Beteiligte Länder: DE, CY, IT, HR, IE, CZ, PL Koordinator: Jugend- & Kulturprojekt e.V. Kontakt: myrto.pertsinidi@jkpev.de Website: https://wirescrossed.eu/de/startseite/ Verbreitungsdatenbank: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2019-1-DE02- KA204-006115 Teilhabe & gemeinsame Werte https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2019-1-DE02-KA204-006115 mailto:myrto.pertsinidi@jkpev.de https://wirescrossed.eu/de/startseite/ 18 19 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Fake News und Antisemitismus Tipps im Umgang mit Desinformationen und Verschwörungserzählungen N ach den jüngsten Angriffen der Hamas auf Israel kursieren Falschmeldungen im Internet und die damit verbundenen öffentlichen Sympathiekundgebungen zeigen, dass ein befürchteter Anstieg von israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland nicht unbegründet ist. Im Rahmen des deutschen Side-Events „Fake News & Antisemitismus. Hand lungsstrategien im Umgang mit Ver schwörungserzählungen“ während der EPALE Community Conference diskutierten die Experten Dr. Thorben Prenzel und Jan Rathje, was es für den kritischen Umgang mit Falschinforma tionen braucht. Was versteht man unter Fake News und Antisemitismus? Um zu verstehen, warum Sympathiebekun dungen für den Terrorangriff der Hamas ein Fall für den Staatsschutz sind, ist ein Grund verständnis von Antisemitismus wichtig. Rathje erklärte, dass Antisemitismus sich nicht nur gegen Juden oder deren religi ösen Stätten richte, sondern auch den israe lischen Staat als jüdisches Kollektiv betreffe. Die terroristischen Angriffe der Hamas bezeichnete er daher als israelbezogenen Antisemitismus. In Bezug auf den Angriff kursieren auch falsche Behauptungen oder bearbeitete Bilder. Fake News sind tückisch, da sie den Anschein von echten Nachrich ten vermitteln und ein besonderes Desinfor mationsrisiko darstellen bei Jüngeren und denjenigen, die Nachrichten hauptsächlich über soziale Medien konsumieren. Was verbindet diese beiden Themen? Fake News und Antisemitismus haben eines gemeinsam: die Verwendung von Ver schwörungserzählungen. Diese bieten ein fache Antworten auf komplexe Probleme und verbreiten sich rasant über soziale Me dien. Ein kritischer Umgang mit Nachrich ten und Sprache stellt daher eine wirksame Präventionsmaßnahme gegen Verschwö rungserzählungen dar. Die Erwachsenenbil dung kann dazu beitragen, demokratische Kompetenzen zu stärken und Menschen widerstandsfähiger gegenüber Verschwö rungserzählungen zu machen. Gibt es Strategien im Umgang mit Verschwörungserzählungen? Ob beim Thema Klimawandel oder wäh rend der Corona-Pandemie, laut Prenzel be gegnen Verschwörungserzählungen einem im privaten als auch öffentlichen Umfeld. Der wichtigste Schritt im Umgang damit ist: ins Gespräch kommen. Beide Exper ten waren sich einig, dass der Dialog die effektivste Strategie sei, insbesondere bei Menschen, die gar nicht oder wenig mit Verschwörungserzählungen in Berührung gekommen sind, aber anfällig dafür sind. Rathje empfahl zudem Strategien wie „Pre bunking", also die Vorbeugung, z.B. durch die Förderung von Medienkompetenz, oder „Debunking", das Widerlegen von Falsch behauptungen, z.B. durch Faktencheck. Im Fall von hartnäckigen Verschwörungsan hängern bleibe hingegen oft nur die soziale Ausgrenzung als letzter Ausweg. Welche Tipps gibt es für Gespräche in der Endlosschleife? Beim Familienessen lässt der Onkel erneut fallen, dass die „AfD die einzige Partei ist, die sich traut, Probleme offen anzuspre chen." Prenzel verdeutlichte anhand dieses Beispiels, dass jeder solche oder ähnliche Situationen kennt, in denen Gegenargu mente oft nicht ausreichen. Hier sind eini ge Tipps zu beachten: Vergessen Sie nicht, dass Sie es mit Menschen zu tun haben und Menschen Ausreden brauchen. Bedenken Sie, dass Sie selbst nicht fehlerfrei sind und reflektieren Sie Ihre eigene Position sowie mögliche Auslöser von Frustration und Är ger. Vergegenwärtigen Sie sich, dass es keine Verpflichtung gibt, Gegenargumente zu lie fern, insbesondere als Selbstschutz. Als Ausweg aus endlosen Gesprächen empfahl Prenzel die „Tripel A-Regel": Plat zieren Sie die Kernbotschaft an den An fang, erkennen Sie die Aussage des Ge sprächspartners an und liefern Sie dann Ihr Argument. Das wichtigste Element ist die Kernbotschaft, indem Sie einen prägnanten Satz wiederholen, um diesen im Gedächt nis Ihres Gesprächspartners zu verankern, beispielsweise: „Die AfD stellt gute Fragen, bietet aber keine Antworten". Die Aner kennung der Aussage des Gegenübers, ohne sofort dagegen zu argumentieren, ist entscheidend, da Behauptungen oft auf emotionaler Ebene statt auf sachlicher Basis getroffen werden. So können Sie sich aus der Rechtfertigungsschleife be freien. Erst wenn Ihre Kernbotschaft beim Gesprächspartner verankert ist, können Sie Argumente vorbringen, die gehört werden. Auf diese Weise führen Sie einen Dialog statt eines Streitgesprächs. Weitere Informationen und Beiträge zum Thema erhalten Sie in der Sonderausgabe des EPALE Ressourcen KITs: https://epale.ec.europa.eu/de/ sonder-ressourcen-kit-politische- bildung © N A b ei m B IB B NATALIA LOHMEYER leitet die Nationale Koordinierungsstelle EPALE in der NA beim BIBB lohmeyer@bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de/sonder-ressourcen-kit-politische-bildung mailto:lohmeyer@bibb.de 20 In eigener Sache 21 - - - - - - - - - - - - - - - Europäer aus tiefer Überzeugung Anerkennung und Dank zum Ruhestand von Klaus Fahle K laus Fahle hat die NA beim BIBB seit ihrer Gründung vor 23 Jahren geleitet. Zum Jahresende 2023 geht er in Ruhestand. Als NA beim BIBB wollen wir an dieser Stelle zusammen mit unseren Auftraggebern Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und EU-Kommission sowie nationalen und europäischen Kolleginnen und Kollegen das Wirken von Klaus Fahle würdigen und Danke sagen. 2022: Anschneiden der Erasmus-Geburtstagstorte auf der Jahrestagung © N A b ei m B IB B / C hr is tia n M ey er Zahlen sind evident und Evidenz ist Klaus Fahle wichtig. Daher zu nächst ein paar Zahlen. Bei ihrer Gründung im Jahr 2000 hatte die Agentur 12 Mitarbeitende und verfügte über jährliche Programm mittel in Höhe von 9 Millionen Euro. Heute, 23 Jahre später, arbei ten über 100 Personen in der NA beim BIBB und im Rahmen der Programme stehen Fördermittel von über 120 Millionen Euro zur Verfügung. Das europäische Bildungsprogramm war im Jahr 2000 der Ausgangspunkt der Gründung der Agentur und ist bis heute ihr Raison d´Être. Nach der Gründung führte Klaus Fahle die Organisati on sehr erfolgreich durch drei Programmübergänge und richtete sie systematisch als dienstleistungs- und kundenorientierte Einrichtung aus. Aus „Leonardo da Vinci“ und „Grundtvig“ wurde zunächst das „Programm für lebenslanges Lernen“ und dann „Erasmus+“, welches sich jetzt schon in seiner zweiten Programmphase befindet. Dabei war es Klaus Fahle immer wichtig, mit dem Programm einen spür baren Beitrag zur Weiterentwicklung der Berufs- und Erwachsenen bildung in Deutschland zu leisten und den gemeinsamen euro päischen Bildungsraum aktiv mitzugestalten. Das veranlasste das BMBF dazu, die Agentur ab dem Jahr 2007 auch mit der Umset zung der Leitaktion Mobilität und des Europasses zu betrauen. Wichtige weitere Schritte der Entwicklung waren die ISO-Zertifizie rung im Jahr 2009 sowie 2012 die Benennung als nationale Koordi nierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung und 2014 für EPALE. Seit 2017 hat die NA beim BIBB darüber hinaus das BMBF-Programm AusbildungWeltweit pilothaft entwickelt und um gesetzt. Der Zuwachs an Aufgaben verdeutlicht die hohe Wertschät zung der Auftraggeber BMBF und EU-Kommission für die Arbeit der NA beim BIBB und ihre kluge, vorausschauende und strategische Leitung durch Klaus Fahle. Jede Organisation wird stark von der Person geprägt, die ihre Grün dung umsetzt. Das gilt erst recht, wenn die Leitung einen so lan gen Zeitraum umfasst. Klaus Fahle war dabei das Wachstum an sich nicht wichtig, sondern die Möglichkeit, als überzeugter Europäer am gemeinsamen Haus Europa mitzubauen. Die Nationale Agentur beim BIBB hat von seiner innovativen Kraft, seinem Gestaltungs willen und weitgespannten Netzwerken sehr profitiert. Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung und danken Klaus Fahle. Berthold Hübers, Stellvertretender Leiter der NA beim BIBB, im Namen aller Kolleginnen und Kollegen der Nationalen Agentur 20 21 Bildung für Europa | Dezember 2023 In eigener Sache SOPHIA ERIKSSON WATERSCHOOT Direktorin der Abteilung „Jugend, Bildung und Erasmus“ bei der EU-Kommission UTE HALLER-BLOCK Referatsleiterin „Erasmus+- Koordinierung“ bei der EU-Kommission MICHAEL TEUTSCH Referatsleiter „Schulen und Mehrsprachigkeit“ bei der EU-Kommission © E U -K om m is si on // Klaus ist ein unermüdlicher Unterstützer europäischer Ko operationen im Bereich der Berufsbildung sowie der Erwachse nenbildung. Als Direktor der Nationalen Agentur beim BIBB hat er mehr als 23 Jahre lang maßgeblich die dort angesiedelten EU-Pro gramme gestaltet. Dazu zählen Leonardo da Vinci, das Programm für lebenslanges Lernen und Erasmus+. Er verfügt ohne Zweifel über ein ausgeprägtes historisches Ge dächtnis der Programme seit ihren Anfängen, was für die Gestal tung der Zukunft von immenser Bedeutung ist. Mit einer Kombination aus beeindruckendem Wissen, Kreativität, intelligenten Ideen und einem stets pragmatischen Umsetzungs ansatz hat Klaus maßgeblich dafür gesorgt, dass die Programme in Deutschland und darüber hinaus sichtbar und attraktiv waren. Er leistete einen vorbildlichen Beitrag zum Netzwerk der Nationalen Agenturen und war immer hilfsbereit bei der Lösungsfindung; und stets behielt er dabei die Programmziele im Hinterkopf. Wir ha ben oft seinen Sinn für Humor bewundert, den selbst die größ ten Herausforderungen nicht erschüttern konnten. Wir schätzten die offenen und vertrauensvollen Begegnungen mit ihm und die starken Beziehungen, die auf der Grundlage gegenseitigen Ver trauens und Austausches entstanden. All das werden wir sicherlich vermissen, wenn er uns verlässt, um neue Abenteuer zu beginnen. Einmal Erasmus, immer Erasmus: Klaus wird ohne Zweifel auch im Ruhestand ein wichtiger Botschafter des Programms bleiben! // STEFAN SCHNEIDER MinRat, Leiter des Referats 222 „Erasmus: Internationale Zusam menarbeit in der Berufsbildung“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung - - - - - - - - - - © p riv at // In den über 20 Jahren als Leiter der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung hat sich Klaus Fahle in vielfältiger Weise um die europäische Bildungszusammenarbeit verdient gemacht. Ihm ist es gelungen, ein hervor ragendes Team zu formen, das Erasmus+ und seine Vorgängerprogramme in der Erwachsenen- und beruflichen Bildung exzellent und engagiert umsetzt. Dabei hat sich Klaus Fahle nie nur als Verwalter verstanden. Er hat auch viele Initiativen ergriffen, die Instrumente der Bildungspolitik der EU in Deutschland weiter zu verbreiten durch Informationsveranstaltun gen, aber auch durch dauerhafte Unterstützungsmaßnahmen wie z.B. das Nationale Europass Center. Auch die Förde rung der außereuropäischen Mobilität in der beruflichen Bildung hat er mit AusbildungWeltweit zu seiner Sache gemacht. - - - Dem Bundesministerium für Bildung und Forschung war Klaus Fahle durchweg ein überaus verlässlicher, kluger, sach kundiger Ratgeber und loyaler Unterstützer, der sich unermüdlich für das Gelingen der europäischen Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung und der beruflichen Bildung eingesetzt hat. Klaus Fahle kann auf sein Wirken stolz sein. Das Erasmusreferat des BMBF wünscht ihm von Herzen alles Gute! - // 22 23 ERNST GESSLBAUER Direktor Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps – OeAD Agentur für Bildung und Internationalisierung, Wien © O eA D _K lim pt // - - - - - - - - Europa braucht Menschen, die sich mit Neuem auseinandersetzen, mit anderen zu sammenarbeiten und Herausforderungen annehmen wollen. Klaus Fahle ist dafür selbst das beste Beispiel: Er denkt und überlegt immer europäisch und gemeinschaftlich, ganz besonders wenn es um Berufsbildung und Erwachsenenbildung geht. Mit seinem Gespür, immer einer Pri se Humor, wenn nötig auch Kampfesgeist, gelingt es ihm seit vielen Jahren, andere zu überzeu gen, auf den gemeinsamen Weg mitzunehmen und dadurch europäische Programme positiv mitzugestalten. - - - Klaus Fahle trägt maßgeblich dazu bei, dass viele Menschen, Unternehmen und Bildungsein richtungen aus Deutschland erfolgreich am Programm Erasmus+ teilnehmen. Und noch etwas, das mir beruflich und persönlich ganz wichtig ist: Klaus Fahle hat großen Anteil an der höchst erfolgreichen deutsch-österreichischen Zusammenarbeit in Erasmus+. Aus der gegenseitigen Wertschätzung entstand in unserem Fall persönliche Freundschaft, die mir sehr wertvoll ist. - // MIKA SAARINEN Direktor Finnische Erasmus+ Nationale Agentur Nationale Agentur für Bildung EDUFI © S at u H aa vi st o // Bei den EU-Programmtreffen in Brüssel gibt es immer einen Moment, in dem Klaus um das Wort bittet. Da weiß man dann, dass ein besonders wich tiger Punkt der Tagesordnung ansteht. Wenn man Klaus zuhört, hat man die Chance, Neues zu lernen und frische Einblicke zu gewinnen. Sehr häufig hat er es auch geschafft, einen Kompromiss zu schmieden, mit dem alle Parteien vo rankommen. Das ist Klaus: Er beteiligt sich gezielt dort, wo die wichtigen Fragen ausdiskutiert werden! - - Ich hatte das Glück, Klaus viele Jahrzehnte lang zu kennen und eng mit ihm zusammenzuarbeiten. In all den Jahren war er ein unermüdlicher Unterstützer multilateraler Kooperationen zwischen unseren europäischen Staaten und Na tionalen Agenturen, auch bildungsbereichsübergreifend. Doch sein besonderes Interesse galt natürlich der Berufsbildung und dort sind uns in den vergangenen Jahren große Fortschritte gelungen. - Klaus ist ein echter Europäer. Das heißt, er versucht immer, Probleme aus der Sicht aller Mitgliedstaaten zu betrachten, wobei ein deutscher Filter hin und wieder durchscheint. Dank seiner herausragenden EU-weiten Netzwerke und Kontakte war er einer der Eckpfeiler unserer Zusammenarbeit mit der EU-Kommission. Mit einem fröhlichen und humorvollen, jedoch stets pragmatischen Augenzwinkern meistert Klaus professionelle und soziale Begegnungen. Er verfolgt Ziele mit Di plomatie sowie Entschlossenheit und agiert dabei lösungsorientiert. Ich habe sei ne Art zu arbeiten schon oft bewundert und es gibt sicherlich niemanden in der EU-Programmgemeinschaft, der mit mehr Hingabe arbeitet. - - Wenn Klaus jetzt seinen Ruhestand antritt, zieht sich nicht nur der Direktor einer Nationalen Agentur mit der längsten Amtszeit aus dem Berufsleben zurück, son dern es tritt gemeinsam mit ihm auch viel verborgenes Wissen und Kompetenz in den Ruhestand. Und ich persönlich werde sicherlich einen wahren Freund und inspirierenden Dialogpartner in unseren künftigen Brüsseler Sitzungen vermissen. - In eigener Sache // FRAUKE MUTH Leiterin der Nationalen Agentur JUGEND für Europa © K at hr in W ei de nt P ho to gr ap hy // Obwohl ich erst seit kur zem Leiterin der Nationalen Agentur JUGEND für Europa bin, fühlt es sich so an, als hätte ich Klaus Fahle bereits recht gut kennengelernt. Das liegt sicher daran, dass Klaus ein offener und engagierter Mensch ist, der sehr klare Haltungen zu den meisten Fra gen hat. Er hat sich seine große Ex pertise über lange Zeit erarbeitet und beschäftigt sich leidenschaftlich mit Themen, die für andere außerhalb der fachlichen Reichweite lägen. Klaus ist auch ein streitbarer Mensch, im besten Sinne des Wortes. In dem knappen Jahr, in dem wir uns ken nen, gab es Situationen, in denen wir uns nicht einig waren. Ich habe seine direkte und ehrliche Art in der Debat te von Anfang an geschätzt. Zweifel an gegenseitigem Respekt und Ver trauen gab es nie. Klaus´ Expertise, sein Engagement und sein Einfluss werden in der Grup pe der NA-Direktor*innen eine Lücke hinterlassen. Auf die Angelegenhei ten, denen Klaus nun sein Wirken widmen wird, werden wir ein kleines bisschen neidisch sein. // 22 23 Bildung für Europa | Dezember 2023 DR. THOMAS SPIELKAMP Direktor der Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung im PAD © P A D /M ar cu s G lo ge r // Seit 1996 bin ich im Kontext der EU-Bil dungsprogramme unterwegs; und schon damals war Klaus Fahle der Doyen der EU-Programme im Bereich der beruflichen Bildung. Über mehrere Programmge nerationen hinweg hat Klaus sich kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Programme eingebracht. Seine Beiträge im „jour fixe“ der vier deutschen NA-Leitungen waren legendär und auch in den Diskussionen unter allen europäischen Nationalen Agenturen in Brüssel mit der EU-Kommission hatte Klaus stets einen proaktiven Part. - - Wir beide haben an Schnittstellen zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung immer konstruktiv miteinan der kooperiert und viel voneinander gelernt. Vermissen werde ich sicherlich Klaus‘ strategischen Blick auf die Dinge: Immer hatte er das Große und Ganze im Blick, aber über die Details war er auch im Bilde. Wortge wandt hat er uns auf unseren „jours fixes“ auch schon mal die höhere Politik erklärt, und unsere Gespräche waren in der Sache immer eine Bereicherung. - - Lieber Klaus, vielen Dank für die Jahrzehnte der konst ruktiven Zusammenarbeit und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt! - // DR. STEPHAN GEIFES Direktor der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD © D A A D // Seit 36 Jahren steht Erasmus+ einschließlich seiner Vorgängerprogramme für den europäischen Aus tausch junger Menschen in Europa. Über 13 Millionen Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studie renden, aber auch Erwachsenen hat sich dadurch Euro pa erschlossen. Eine Erfolgsgeschichte! - - - Klaus Fahle hat maßgeblich Anteil an diesem Erfolg. Auf europäischer Ebene für das große Ganze und auf natio naler Ebene speziell für die Berufs- und Erwachsenenbil dung. In den letzten vier Jahren seines jahrzehntelangen unermüdlichen Engagements hatte ich das Privileg und Vergnügen, sein Kollege als Direktor einer der vier deut schen Nationalen Agenturen zu sein. Und da NA beim BIBB und NA DAAD beide im Geschäftsbereich des Bun desministeriums für Bildung und Forschung angesiedelt sind, waren die Berührungspunkte noch enger als zu den anderen Agenturen. In dieser Zeit habe ich viel von Klaus gelernt und habe seinen großen Erfahrungsschatz immer zu schätzen gewusst. Die Corona-Pandemie und der Start einer neuen Programmgeneration 2021 haben viele Anlässe zum Austausch und Vorstößen geboten. Ich habe immer gerne mit Klaus zusammengearbeitet. - - - - // 2010: Teilnahme am Firmenlauf im T-Shirt „Lebenslanges Laufen“ © p riv at 2022: Zum 35-jährigen Programmjubiläum am Steuer © N A b ei m B IB B / F ot os tu d io H eu pe l In eigener Sache 2022: Am Rednerpult © N A b ei m B IB B / C hr is tia n M ey er 24 25Erasmus+ Intelligente Stromnetze für die Zukunft Erasmus+-Projekt Smart Grid mit European Innovative Teaching Award 2023 ausgezeichnet I m Jahr 2021 verlieh die Europäische Kommission erstmals den European In novative Teaching Award (EITA). Damit würdigt sie europaweit herausragende Unterrichtspraktiken von Lehrenden und Schulen, die sich in Erasmus+-Pro jekten engagieren. In diesem Jahr stan den Impulse für Bildung und Innovation und die Einführung neuer Technologien in aktuelle Bildungssysteme im Fokus. Unter den Preisträgerinnen der Rubrik Berufliche Schule, ist die Heinrich-Ema nuel-Merck-Schule aus Darmstadt mit ihrem Projekt Smart Grid. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - © J ul ia E ss l „Mit Smart Grid wollen wir das vernetzte Denken in der Berufsbildung fördern und unseren Auszubildenden Handlungskom petenzen für die Herausforderungen der Zukunft vermitteln“, berichtet Dr. Gerald Hubacek, stellvertretender Leiter der Darm städter Schule für Elektro- und Informa tionstechnik. Von 2018 bis 2021 haben er und sein Team in einer Strategischen Partnerschaft zusammen mit Institutionen aus Österreich, Italien und Tschechien ein Ausbildungskonzept entwickelt, das tech nologieorientierte berufliche Kompetenzen in den Lernfeldern Energieerzeugung, -ver teilung und -umwandlung stärkt. Beson ders nachhaltig dabei: Die Erasmus+-Part nerschaft mündete in ein transnationales Bildungsnetzwerk, das sich der Verbreitung des Smart Grid-Ansatzes auch über das Pro jektende hinaus widmet. Smart Grids unterstützen die Energie wende Ein Smart Grid, auf Deutsch intelligentes Stromnetz, steuert auf Basis von innova tiven Technologien und Kommunikations systemen die optimale Energieversorgung. Dabei wird der Energiefluss über einen Al gorithmus clever und smart gesteuert. Auf diese Weise unterstützen Smart Grids den Übergang zu einer nachhaltigen und zuver lässigen Energieversorgung – sie sind von elementarer Bedeutung für das Gelingen der Energiewende. Mit Blick auf die Berufsbildung erfordert der vernetzte technologische Ansatz neue Denk- und Arbeitsweisen in den Fachge bieten Elektro- und Informationstechnik. „Wir sind sicher ein Stück weit Vorreiter, indem wir bestehende Berufsbilder zusam menbringen und Prozesse abbilden, die gerade in den klima- und energierelevanten Arbeitsfeldern richtungsweisend sind“, un terstreicht Hubacek. Den internationalen Austausch hält er dabei auch deshalb für wichtig, weil er es ermögliche, über den eigenen Tellerrand zu blicken und stets am Puls der Zeit zu sein. Hubacek wörtlich: „Wir haben festgestellt, dass in Italien und Tschechien bereits digitale Leistungsmesser (Smart Meter) in den Haushalten installiert sind, während bei uns noch die analogen zum Einsatz kommen. Entsprechend konn ten wir sehr viel voneinander lernen und gemeinsam innovative Zukunftskonzepte entwickeln.“ Lernende spielen aktive Rolle Im Unterricht möchten die beteiligten Schulen mit dem Projekt neue Wege beschreiten. Dazu entwickelten sie modulare Lernbausteine, die neben der Vermittlung der Inhalte und der Vertiefung des vorhandenen Wissens auch zum selbstgesteuerten und selbstorganisier ten Lernen anregen. „Uns war es von Beginn an wichtig, dass die Lernenden eine aktive Rolle spielen, um sie bestmöglich auf zu künftige Anforderungen im europäischen Energiesektor vorzubereiten“, so Hubacek. „Sie erhalten eine berufliche Kompetenzen fördernde Aufgabe, bei der sie die Lern schritte selbst ableiten und planen. Die Lehr kraft oder die Ausbilderinnen und Ausbilder fungieren dabei eher als Berater/-innen und Lernpartner/-innen.“ Bei der Entwicklung der Lernmaterialien konnten die Projektakteure auf eine gewach sene und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen aufbauen. Dazu Hubacek: „Wir hatten schon zuvor Projekte erfolgreich miteinander realisiert und sind daher aufeinander eingespielt. Unser gemeinsames Ziel in Smart Grid war es, in internationaler Zusammenarbeit ei nen Mehrwert für die Bildungsprozesse in den jeweiligen Ländern zu generieren. Das gilt sowohl in technischer und fachlich-di daktischer Hinsicht als auch bezüglich eu ropäischer Werte wie Demokratie, Frieden und den europäischen Einheitsgedanken. Diesen Gedanken wollen wir über die beruf liche Bildung auch in unsere Lernprozesse transportieren.“ Materialien stehen zur Verfügung Um die Ergebnisse von Smart Grid in den Unterricht der Berufsschulen zu implemen tieren, waren von Beginn an Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Auszu bildende in die Projektarbeit eingebunden. Die Resultate wurden im Kontext von Ver anstaltungen auch der Fachöffentlichkeit und anderen Akteuren der beruflichen Bil dung präsentiert und stehen als Download auf der Projektwebsite zur Verfügung. Die Preisverleihung durch die NA beim BIBB erfolgte am 7. November 2023 in Darm stadt. Ende November wurden die sieg reichen EITA-Projekte zudem im Rahmen eines europäischen Netzwerkevents bei der Europäischen Kommission in Brüssel vorge stellt. Manfred Kasper im Auftrag der NA Kontakt: Gerhard Hubacek hck@hems.de Website: https://leonardo-projekt.eu/ index.php/projects/smart-grid- intelligente-stromnetze-4-0/ mailto:hck@hems.de https://leonardo-projekt.eu/index.php/projects/smart-grid-intelligente-stromnetze-4-0/ 24 25 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - Neue Kriterien für Kooperations partnerschaften Prüfung der operationalen Leistungs fähigkeit von Antragstellern E in Wesensmerkmal der Partnerschaftspro jekte (Leitaktion 2) im Programm Eras mus+ ist die Erstellung hochqualitativer Ergebnisse. Die im Projektverlauf er stellten und implementierten Produkte wiederum wirken positiv zurück auf das Leistungsportfolio und die Außen wahrnehmung der teilnehmenden Or ganisationen. Diese Wirkungsdynamik wurde sowohl in eigenen Befragungen als auch in externen Analysen des Vor läuferprogramms bestätigt. In der aktuellen Programmgeneration mit ihrem tendenziell geringeren Entwick lungs- und Managementaufwand bei ver einfachten Finanzierungsregeln durch das eingeführte Pauschalsatz-Modell hat sich ab 2021 ein deutlicher Verdichtungsprozess unter den Akteuren in der Leitaktion 2 ent wickelt. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2023 auf höherem Niveau fort: Europaweit finden sich heute in über 75 Prozent aller Ko operationsprojekte hochaktive Einrichtungen mit extrem vielen parallelen Projektvorhaben als Koordinator oder Projektpartner. - - - - Der Europäischen Kommission und den Na tionalen Agenturen stellt sich in dieser Si tuation die Frage, ob weiterhin die „alte“ Wirkungsdynamik gilt, wenn Einrichtungen 20, 50, 100 oder 150 Projekte gleichzeitig durchführen. Durch sogenannte „Opera tional Capacity Checks“ soll sichergestellt werden, dass die Leistungsfähigkeit der Organisation einer Durchführung von meh reren parallelen Vorhaben angemessen ist und sich keine Einrichtung mit der Imple mentierung und dem Management von Partnerschaftsprojekten übernimmt. Nach europaweiten Diskussionen im Jahr 2023 haben wir uns für eine neue und einheit liche Strategie entschieden, die ab dem An tragsjahr 2024 umgesetzt werden wird. - - - - - - - Neue Strategie ab 2024 Alle Einrichtungen in der Leitaktion 2, die drei oder mehr Anträge für eine Koopera tionspartnerschaft einreichen, werden im Nachgang der Antragstellung aufgefordert werden, zusätzliche Informationen zur ope rationalen Leistungsfähigkeit ihrer Organi sation einzureichen. Diese Nachfragen kön nen sich auf unterschiedliche Dimensionen operationaler Kapazität beziehen, also bei spielsweise auf Angaben zu Mitarbeitenden in der Einrichtung und deren Profilen und Vertragsverhältnissen, auf Fragen zu frühe ren Projekten und deren Ergebnissen, auf Fragen zur Passung zwischen antragstellen der Einrichtung und beantragtem Vorha ben, aber auch auf Fragen zur finanziellen Einordnung des beantragten Projekts in den Gesamthaushalt des Antragstellers. - - - - - - - - Nach der Bewertung der eingereichten Un terlagen werden die Anträge dann entwe der in die Begutachtung weitergeleitet oder ggf. auch abgelehnt, falls die Prüfungen der Nationalen Agentur zu negativen Ergebnis sen führen, also z.B. die Leistungsfähigkeit der Einrichtung in Relation zur Anzahl der eingereichten Anträge nicht angemessen scheint oder die Ergebnisse in den einzel nen Dimensionen nicht zueinander passen. Idealerweise fügen sich die unterschied lichen Dimensionen in ein plausibles Ge samtbild von antragstellender Einrichtung und vorliegendem Projektvorhaben ein. Die NA beim BIBB versteht diese Überprüfung der Leistungsfähigkeit als Merkmal der Qua litätssicherung, denn die antragstellende Einrichtung verspricht mit ihrer Einreichung, dass sie über die professionelle Eignung zur Durchführung des Vorhabens verfügt. Und dies soll von jenen Antragstellern, die mehrere Anträge einreichen, nachgewiesen werden. - - - - - - - Die Europäische Kommission hat 2023 ag gregierte Daten zur Verfügung gestellt, die die Beteiligungen von Einrichtungen in ganz Europa und in jeglicher Rolle sichtbar machen. Zudem berücksichtigen die Da tenbanken auch zunehmend Vorhaben, die - - zwar eingereicht werden, aufgrund qua litativer Mängel jedoch nicht in Förderung genommen werden. Sollten die jeweiligen Anstrengungen der Nationalen Agenturen zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, so kann die Tendenz ggf. abgewendet wer den, von vornherein nur noch eine geringe Anzahl an Anträgen je Einrichtung zuzu lassen. In der Leitaktion 2 bei den kleine ren Partnerschaften wird für das Jahr 2024 schon eine Grenze eingezogen werden, in dem pro Organisation nur noch ein Antrag eingereicht werden darf; Ähnliches wird im Augenblick auch für die Kooperationspart nerschaften diskutiert. - - - - - - In der NA beim BIBB wird eine solch starre Reglementierung nicht unbedingt präfe riert. Prinzipiell sollen die besten Anträge von den am besten geeigneten Projekt trägern genehmigt werden. Die Leitaktion 2 im Programm Erasmus+ erlebt seit 2021 je doch einen sehr starken Sog und zieht auch Antragsteller an, deren Priorität auf einer hohen Zahl von Einreichungen zu liegen scheint und nicht auf Exzellenz des einzel nen Vorhabens. Dies kann programmseitig kaum als Erfolgsstrategie gelten und des halb wird die NA beim BIBB ab dem kom menden Jahr diese Prüfungen sehr ernst haft durchführen. - - - - - - - - - JÜRGEN VAN CAPELLE Leiter des Teams „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“ in der NA beim BIBB Erasmus+ © N A b ei m B IB B 26 27Erasmus+ © S tr el ci uc /A do be st oc k. co m 26 27 Bildung für Europa | Dezember 2023 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Partnerschaften stark nachgefragt – neuer Rekord in der Erwachsenenbildung Erasmus+ D ieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 13.11.2023 wieder. Im Vorgängerjour nal hatten wir ausführlich über die (erste) Antragsrunde des Jahres 2023 im Bereich der Mobilität (Leitaktion 1) berichtet. Daher konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2). - Nicht eingegangen wird dabei auf die zweite Antragsrunde. Zwar konnten zum 04.10.2023 erneut kleinere Partnerschaf ten beantragt werden, aber hierzu liegen noch keine Förderentscheidungen vor. Zur gleichen Frist konnten auch nochmals Mo bilitäten für Einzelpersonen in der Erwach senenbildung beantragt werden. Darüber ebenso wie über die neue Akkreditierungs runde (Frist 19.10.2023) berichten wir im Rahmen unserer Jahresstatistik. - - - - Berufsbildung Partnerschaften Im Bereich der Berufsbildung wurden in der ersten Antragsrunde 2023 191 Projekt anträge für Partnerschaften eingereicht. Ins gesamt wurden Finanzmittel in Höhe von 45,01 Millionen Euro beantragt. Davon ver teilen sich 46 Anträge auf die kleineren Part nerschaften mit 2,9 Millionen Euro und 145 Anträge auf die Kooperationspartnerschaf ten mit 42,37 Millionen Euro. - - - - - Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Stei gerung der Antragszahlen von 66 Prozent (2022: 115 Anträge), den größten Zuwachs gab es im Bereich der Kooperationspartner schaften. - - 58 Projekte erhielten eine Förderzusage, wobei 37 Kooperationspartnerschaften mit einem Fördervolumen von 11,8 Millionen Euro und 21 kleinere Partnerschaften mit 1,23 Millionen Euro bewilligt wurden. In annähernd der Hälfte aller Anträge 2023 wurde die Fördersumme von 250.000 Euro gewählt. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Kooperationspartnerschaften über 400.000 Euro und kleinere Partnerschaften mit einer Fördersumme von 60.000 Euro. Wie bereits im letzten Jahr wurden nur ver einzelt die Pauschalsummen 120.000 Euro oder 30.000 Euro beantragt. - Am häufigsten wurden die berufsbildungs spezifischen Prioritäten „Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an den Bedarf des Arbeitsmarkts“ und „Beitrag zur Innovation in der Berufsbildung“ adressiert. An dritter Stelle folgt mit „Bewältigung des digitalen Wandels durch Aufbau von digi taler Bereitschaft, Widerstandsfähigkeit und Kapazität“ die erste horizontale Priorität. - - Erwachsenenbildung Partnerschaften Einrichtungen der Erwachsenenbildung ha ben zur ersten Antragsrunde 2023 insge samt 278 Anträge eingereicht – so viele wie noch nie zuvor. Diese verteilten sich auf die Kooperationspartnerschaften mit 179 und auf die kleineren Partnerschaften mit 99 Anträgen. Die Zahl der Anträge zur ersten Antragsrunde war damit deutlich höher als in den beiden Runden 2022 zusammen und stellt eine Steigerung von über 85 Prozent im Vergleich zur ersten Runde 2022 dar. Eindeutig erklären lässt sich diese enorme Steigerung nicht; möglicherweise hängt sie mit einer gestiegenen Popularität des Pro gramms oder mit einem Motivationsschub nach der Corona-Pandemie zusammen. - - - Durch die hohen Antragszahlen und den damit verbundenen größeren Aufwand, die Anträge inhaltlich zu bewerten, verlängerte sich der Begutachtungszeitraum, so dass erst Ende August die Förderentscheidung fallen konnte. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget können nun 19 Kooperationspart nerschaften mit einem Fördervolumen von 6,1 Millionen Euro und 32 kleinere Partner schaften mit einem Budget von knapp 1,9 Millionen Euro gefördert werden. Da das zur Verfügung stehende Budget im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen ist und gleich zeitig keine Restmittel aus anderen Aktionen umgewidmet werden konnten, fällt die Förderquote in dieser Runde entsprechend niedrig aus: nur circa 10 Prozent bei den Ko operationspartnerschaften und rund 32 Pro zent bei den kleineren Partnerschaften. - - - - - Bezüglich der in den Projekten angespro chenen Themen lagen bei den Anträgen Inklusion, digitale Kompetenzen sowie Um welt und Klimawandel auf den ersten drei Plätzen. Dies spiegelt sich im Großen und Ganzen auch in der Wahl der Prioritäten wi der: Am häufigsten wurden Projekte mit der horizontalen Priorität „Inklusion und Vielfalt“ eingereicht, gefolgt von der erwachsenenbil dungsspezifischen Priorität „Kompetenzen von Pädagogen“ und den horizontalen Prio ritäten „Gemeinsame Werte“ und „Digitaler Wandel“. - - - - - Partnerschaften: Erste Antragsrunde 2022 und 2023 im Vergleich 2022 2023 B er u fs b ild u n g 115 Anträge + 66% 191 Anträge Er w ac h se n en b ild u n g 149 Anträge + 87% 278 Anträge 28 Weitere Themen 29 Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen So werden Auslandsaufenthalte für Azubis möglich - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Z u Beginn des Ausbildungsjahres 2023 startete die NA beim BIBB das neue Service-Portal www.Auslandsberatung- Ausbildung.de und ergänzt damit ihr Informations- und Beratungsangebot rund um Auslandsaufenthalte während der Ausbildung. Das Portal richtet sich an Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist eine attraktive und leistungsfähige Aus bildung für Unternehmen ein wichtiger Baustein. So sollen engagierte Schulabgän ger/-innen für den Betrieb begeistert und auch langfristig gehalten werden. Auslands aufenthalte während der Ausbildung sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für Unterneh men, die Auslandsqualifikationen für ihren Nachwuchs anbieten. Für die Umsetzung von Auslandsaufent halten kommt den ausbildungsverantwort lichen Personen in den berufsbildenden Ein richtungen und Lernorten eine bedeutende Rolle zu: An den Schlüsselpositionen ent wickeln sie neue Angebote und motivieren Auszubildende, diese Möglichkeiten für ihre Entwicklung zu nutzen. Denn Auslandsauf enthalte in der Berufsausbildung sind immer noch nicht so selbstverständlich wie in an deren Bildungsbereichen. Ziel: Zahl der Azubis mit Auslandser fahrung erhöhen Die Europäische Union – damit auch Deutschland – hat sich zum Ziel gesetzt, die Quote von Auszubildenden mit Auslands praxis bis zum Jahr 2025 auf acht Prozent zu erhöhen. Die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission „Beruf liche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ hatte in ihrem im Juni 2021 veröffentlichten Abschlussbericht sogar eine Quote von 20 Prozent bis zum Jahr 2030 vorgeschlagen. Das Bundesministerium für Bildung und For schung hat diese Richtung im Rahmen seiner Exzellenzinitiative Berufliche Bildung aufge griffen und will noch mehr Auszubildende für einen Auslandsaufenthalt begeistern. Hierbei unterstützt das neue Service-Portal. Die „Möglichmacher/-innen“ von Auslands aufenthalten finden dort einen Überblick über die Chancen, Rahmenbedingungen und konkrete Planungsschritte für die Pra xis. Der integrierte Stipendienfinder bündelt alle Förderprogramme, die Auslandsauf enthalte in der Berufsbildung finanzieren. Zudem berichten Berufsbildungsvertre ter/-innen, die von Lernaufenthalten im Ausland überzeugt sind, aus ihrer Perspek tive zum Mehrwert von Auslandsaufenthal ten und geben Tipps für die Organisation. Doch nicht nur Auszubildende können von Auslandsaufenthalten profitieren. Auch Ausbilderinnen, Ausbilder sowie Lehrkräf te beruflicher Schulen können ins Ausland gehen und sich dort für ihre Ausbildungs tätigkeit und ihre internationale Arbeit wei terbilden. Zu diesen Angeboten und über Möglichkeiten, wie Ausbildungseinrich tungen Auslandsaufenthalte strategisch ein setzen können, informiert das neue Portal ebenfalls. Auslandsberatung-Ausbildung.de ist ein kostenfreies und unabhängiges An gebot und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen finden wei terhin alle Informationen rund um Auslands aufenthalte während der Ausbildung auf dem Portal MeinAuslandspraktikum.de und den dazugehörigen Kanälen @meinauslands- praktikum auf Instagram und YouTube. - - INFO www.Auslandsberatung-Ausbildung.de Beratung: 0228 107 1566 Auslandsberatung-Ausbildung@bibb.de THERESA MAYERHÖFFER Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Beratungsservice für Aus landsaufenthalte in der Ausbil dung in der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de mailto:Auslandsberatung-Ausbildung@bibb.de 28 29 Bildung für Europa | Dezember 2023 Europäische Agenda Erwachsenenbildung Aufbruch in die achte Förderperiode 2024 bis 2025 Weitere Themen D ie Europäische Agenda Erwachsenenbildung (2021-2030) ist ein Schlüsselelement der europäischen Bildungsstrategie und zielt darauf ab, Bildung im Erwachsenenalter zu fördern und Lernmöglichkeiten für alle Bür gerinnen und Bürger zu verbessern. An der Umsetzung in Deutschland arbeiten wir, die Nationale Koordinierungsstelle für die Euro päische Agenda Erwachsenenbildung, auch in der achten Förderperiode, d.h. von 2024 bis 2025. - - Für Veranstaltungen und Vernetzungen in der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung haben wir folgende drei Pri oritäten festgelegt: - Grüner und digitaler Wandel In Anknüpfung an die Fachveranstaltung zum Thema Bildung für nachhaltige Ent wicklung (s. S. 31) soll hier der Austausch in der Umweltgrundbildung verstärkt wer den. Für den Bereich digitale Transformation möchten wir die entstandene Vernetzung zum Thema Qualifizierung von Bildungsper sonal zur digitalen Bildung älterer Menschen fortführen und intensivieren. Die Konzeption von weiteren Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Digitalisierung von nationaler oder europäischer Ebene ist möglich. - - - Innovative Lernumgebungen Das Thema innovative Lernorte soll vor allem mit Fokus auf die Zielgruppe der er wachsenen Lernenden mit niedriger Weiter bildungsbeteiligung umgesetzt und aktuelle erfolgreiche Beispiele von europäischer Ebe ne vorgestellt werden. - - - Förderung der Sichtbarkeit des Eu ropäischen Jahres der Kompetenzen im Rahmen der Nationalen Weiterbil dungsstrategie - - Die bisherige Fokussierung auf das Thema Life Skills planen wir mit der Erweiterung Future Skills fortzuführen. Hierbei handelt es sich um bereichsübergreifende Kompe tenzen, wie z.B. Kreativität, Problemlösungs kompetenz usw. Mit der Weiterentwicklung der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) möchten wir die Konzepte zu Schlüsselkom petenzen und Future Skills intensiver disku tieren und mit Blick auf ihre Anschlussfähig keit zur beruflichen und berufsbezogenen Weiterbildung überprüfen. Ein Beispiel für Future Skills ist die Demokratiekompetenz, die thematisch in Veranstaltungen einge bunden werden soll. Unser Ziel ist es, das European Year of Skills und die Rolle der all gemeinen Erwachsenenbildung in Deutsch land sichtbarer zu machen. - - - - - - - - Kooperationsmöglichkeiten für Sie Für neue Kooperationen und Veranstaltungs ideen zu den Schwerpunktthemen der eu ropäischen Agenda Erwachsenenbildung ist die Nationale Koordinierungsstelle immer offen. Dies gilt sowohl für Themen der be ruflichen Weiterbildung wie der allgemeinen Erwachsenenbildung. Wir laden Sie daher ein, die Umsetzung der Themenauswahl durch Ihre Beiträge aktiv mitzugestalten! - - - „Mission possible: Neue Wege politischer Erwachsenenbil dung“ - Was sind die aktuellen Entwicklungen und Debatten in der politischen Er wachsenenbildung? Und welche Rolle spielt Europa dabei? - In Kooperation mit Transfer für Bildung e.V. / Fachstelle politische Bildung – Transversalen hat eine Konferenz im Juni 2023 zu neuen Wegen politischer Erwachsenenbildung stattgefunden. U.a. wurde dort die Beteiligung an einem erweiterten europäischen Transformationsprozess diskutiert. Der Journalist und Schriftsteller Jürgen Wiebicke betonte, dass Erfahrungsräu me von Selbstwirksamkeit geschaffen werden müssten, in denen Menschen erleben können, dass sie Zusammen leben mitgestalten können. Wiebicke bezeichnete sie als „gute Orte“. Bezo gen auf Europa heißt das auch, dass es in der politischen Erwachsenenbildung neuer Kooperationen und Formate be darf, die Europa erlebbar machen. - - - - Veranstaltungsdokumentation: www.agenda-erwachsenenbil dung.de/Veranstaltungsdoku mentationen SIMONE KAUFHOLD Koordinatorin der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in der NA beim BIBB kaufhold@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/Veranstaltungsdokumentationen mailto:kaufhold@bibb.de 30 31 Infosplitter - - - - - Infosplitter EUROPÄISCHE UNION Du möchtest auch dabei sein? www.na-bibb.de Infos zu Fördermöglichkeiten in der Berufs- und Erwachsenenbildung gibts hier. Gleich scannen und dabei sein! Wir sind Teil der Community! © T ur ka n Ra hi m li & ro yy im zy /A do be St oc k | D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ © N A b ei m B IB B Das Erasmus+-Projekt CorEdu sensibilisiert Auszubildende im Schneiderhandwerk sowie in der Mode- und Textilindustrie für die Herausforderungen und Chancen nachhaltigen Handelns. Das Thema Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur in Workshops, sondern auch bei Auslandsaufenthalten behandelt. Die NA beim BIBB hat angehende Maßschneiderinnen sowohl in Leipzig als auch in Vicenza, Italien, mit der Kamera begleitet. Der Film „Geschickt eingefädelt – Nachhaltige Auslandspraktika für angehende Maßschneiderinnen“ ist online abrufbar: @nationaleagenturbildungfur3652 Poster „Wir sind Teil der Erasmus+ Community“ Passend zum Schwerpunktthema ist diesem Journal ein Poster beigelegt, mit dem Sie Ihre Beteiligung am europäischen Bil dungsprogramm nach außen kommunizieren und dafür werben können. Bei Bedarf können zusätzliche Poster über unsere Website angefordert werden. Sprechen Sie uns an, falls Sie die Druckvorlage nutzen und Ihr eigenes Logo ergänzen wollen. www.na-bibb.de/publikationen Flyer in Leichter Sprache Bereits seit Juni 2021 gibt es den Azubi-Flyer „Ein echter Gewinn für deine Ausbildung“. Dieser wirbt für Auslandsaufenthalte während der Ausbildung und beschreibt die Fördermöglichkeiten im Rahmen von Erasmus+. Er wurde jetzt in Leichte Sprache übertra gen. Unter dem Titel „Ein Vorteil für deine Berufs-Aus bildung“ liegt der Flyer als barrierefreie PDF und dem nächst als Printprodukt vor. www.na-bibb.de/publikationen Termin vormerken: Europawahl 2024 steht zum zehnten Mal die Wahl des Europäischen Parlaments an. Alle Bürge rinnen und Bürger der Europäischen Union sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Erstmals können auch Unionsbürgerinnen und -bürger wählen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. In Deutschland findet die Wahl am 9. Juni 2024 statt. https://elections.europa.eu/de/ https://elections.europa.eu/de/ http://www.na-bibb.de/publikationen http://www.na-bibb.de/publikationen https://www.youtube.com/@nationaleagenturbildungfur3652 30 31 Bildung für Europa | Dezember 2023 Datenbank Europass Mobilität: Neue Video-Tutorials Wie lassen sich Daten aus dem Mobility Tool und Beneficiary Modul in die Europässe Mobilität importieren? Wie können in der Datenbank Teilnehmendenverträge erzeugt werden? Das Nationale Europass Center hat neue Video-Tutorials zu häufigen Fragen rund um die Beantragung und Erstellung des Mobilitätsnachweises erstellt. Insgesamt bietet die Videohilfe in der Datenbank jetzt zehn Videotutorials. https://de.europass-db.com/de/europass-mobilitaet-login.asp (Menüpunkt Videohilfe) So nutzen Sie EPALE für Ihr Projekt EPALE ist mit mehr als 100.000 Mitgliedern die größte Online-Community in Europa, die sich speziell an Menschen richtet, die in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind. Die Plattform bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten, sich und Ihre Projekte in ternational zu präsentieren und durch den gesamten Projektzyklus hindurch sichtbar zu machen. - Entdecken Sie die neue EPALE Matrix als interaktives Online-Dokument mit weiter führenden Informationen, Tipps und Tricks. - https://epale.ec.europa.eu/de/ resource-centre/content/so- nutzen-sie-epale-fuer-ihr-projekt Weiterbildungssuche jetzt mit Ange boten aus Deutschland - Lernende aus ganz Europa können im Eu ropass-Portal nach Weiterbildungen und Kursen suchen. Im Oktober 2023 wurden auch die Angebote aus Kursnet, dem Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesa gentur für Arbeit, an Europass übertragen. Somit können Nutzer/-innen nun nach Weiterbildungsangeboten in insgesamt 20 europäischen Ländern im Europass-Portal recherchieren. Die Kurssuche ist aktuell noch im Aufbau und wird laufend ergänzt. - - https://europa.eu/europass/ eportfolio/screen/course?lang=de „Vom Wissen ins Tun: Wie kann Europäische Erwachsenenbildung zum nachhaltigen Handeln aktivieren?" Unterstützung für Bildungsverantwortliche und Erwachsenenbildungsinstitutionen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft stand im Mittelpunkt der Fachver anstaltung von Erasmus+ Erwachsenenbildung, EPALE und der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung. Spannende Inputs u.a. von Lea Dohm (Psychologists for Future) können Sie sich noch einmal als Video anschauen. - www.agenda-erwachsenenbildung.de/ Veranstaltungsdokumentationen - - Neues EPALE Ressourcen-KIT Diskriminierung, Migration und Klimawandel - solch einschneidende Lebensereignisse oder belastende Lebensumstände erzeugen Stress. Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, aus eigener Kraft handlungsfähig zu sein und Krisen zu meistern. Entdecken Sie im neuen Ressourcen-KIT einen umfassenden Über blick über Beiträge auf EPALE zum Thema Selbstwirksamkeit und erfahren Sie, was die Erwachsenenbildung beitragen kann. - https://epale.ec.europa.eu/ de/blog/epale-deutschland- ressourcen-kits Infosplitter Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ Deutschland Europäisches Jahr der Kompetenzen Noch bis Mai 2024 steht europaweit die Förderung der Aus- und Weiterbildung im Fokus. Das Europäische Jahr der Kompetenzen adressiert den Fachkräftemangel und un terstützt Menschen dabei, ihre Kompetenzen auf die Arbeitsmarkterfordernisse auszu richten. Sie möchten sich beteiligen? Besuchen Sie die offizielle Kampagnen-Webseite: https://year-of-skills.europa.eu https://epale.ec.europa.eu/de/resource-centre/content/so-nutzen-sie-epale-fuer-ihr-projekt https://europa.eu/europass/eportfolio/screen/course?lang=de http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/Veranstaltungsdokumentationen https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-deutschland-ressourcen-kits https://de.europass-db.com/de/europass-mobilitaet-login.asp https://year-of-skills.europa.eu Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 @nabibb_de @EUEB_de @meinauslandspraktikum www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Hochschulbil dung, Sport (Personal) - - > 20.02.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA nur Bereich Jugend 20.02.2024 01.10.2024 jeweils 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend > > Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Jugend - 01.10.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Leitaktion 2 Kooperationspartnerschaften in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend, mit Ausnahme der von europäischen NGOs eingereichten Partnerschaften 05.03.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA im Bereich Sport 05.03.2024, 17:00 Uhr NA Jugend NA Jugend Kleinere Partnerschaften > in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbil dung, Erwachsenenbildung und Jugend - > 05.03.2024 01.10.2024 jeweils 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA im Bereich Sport 05.03.2024, 17:00 Uhr NA Jugend NA Jugend : - Zentren der beruflichen Exzellenz 07.05.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Innovationsallianzen 07.03.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Kapazitätsaufbau im Bereich berufliche Bildung 29.02.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Wichtige Internet-Adressen Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://education.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu Die Angaben basieren auf dem aktuellen Infor mationsstand (28.11.2023). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A07/2023. AusbildungWeltweit: nächste Antragsfrist am 15.02.2024 für Aufenthalte zwischen Juni 2024 und Mai 2025 http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de http://www.eacea.ec.europa.eu https://education.ec.europa.eu/de https://twitter.com/nabibb_de https://twitter.com/EUEB_de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/?hl=de Bildung für Europa 38 Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis Titel & Inhaltsverzeichnis (Seite 5) Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Wachsende Bedeutung für die Projektpraxis Heterogenes Feld an Themen und Zielgruppen Welche neuen Angebote gibt es? Info Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Qualifizierung „Gedenkstättenpädagogik“ Projektinfo EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB 120 Aktive in elf Ländern Aktivitäten der ehrenamtlich Tätigen Wie unterstützen die Nationalen Agenturen? Highlight: Europäische Treffen Info Gemeinsam europäische Werte stärken Im Zeichen der Vielfalt Nutzerbeirat Erasmus+ Good Practice: #GetInvolved Materialien für Lehrende und Lernende Projektinfo Good Practice: KOSMO_POLIS Lernorte: Sprachschule und Theater Projektinfo SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte Info Good Practice: Wires Crossed Aufbau kommunaler Bürgermedien Projektinfo Fake News und Antisemitismus Was versteht man unter Fake News und Antisemitismus? Was verbindet diese beiden Themen? Gibt es Strategien im Umgang mit Verschwörungserzählungen? Welche Tipps gibt es für Gespräche in der Endlosschleife? In eigener Sache Europäer aus tiefer Überzeugung Erasmus+ Intelligente Stromnetze für die Zukunft Smart Grids unterstützen die Energiewende Lernende spielen aktive Rolle Materialien stehen zur Verfügung Neue Kriterien für Kooperationspartnerschaften Neue Strategie ab 2024 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Berufsbildung Partnerschaften Erwachsenenbildung Partnerschaften Weitere Themen Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen Ziel: Zahl der Azubis mit Auslandserfahrung erhöhen Info Europäische Agenda Erwachsenenbildung Grüner und digitaler Wandel Innovative Lernumgebungen Förderung der Sichtbarkeit des Europäischen Jahres der Kompetenzen im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie Kooperationsmöglichkeiten für Sie „Mission possible: Neue Wege politischer Erwachsenenbildung“ Infosplitter Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ Poster „Wir sind Teil der Erasmus+ Community“ Flyer in Leichter Sprache Termin vormerken: Europawahl Datenbank Europass Mobilität: Neue Video-Tutorials So nutzen Sie EPALE für Ihr Projekt Weiterbildungssuche jetzt mit Angeboten aus Deutschland „Vom Wissen ins Tun: Wie kann Europäische Erwachsenenbildung zum nachhaltigen Handeln aktivieren?" Neues EPALE Ressourcen-KIT Europäisches Jahr der Kompetenzen Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ …

[…] Bildung für Europa 38 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung Dez 2023 Mitmischen in Europa 12 Das EuroApprentices- Netzwerk 19 Fake News und Antisemitismus 28 Neues Portal für Möglichmacher Bildung für Europa 38 Dez 2023 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung 2 3Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de Twitter: @nabibb_de @EUEB_de Verantwortlich: Klaus Fahle Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 02.10.2023 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 6.000 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: Kriechbaumer Druck Gedruckt auf Recyclingpapier Nautilus - : - - - - - 2 - - : Bildnachweis Titel & Inhaltsver zeichnis (S.5) TCA Nachhaltigkeit in der Erwachsenen bildung, argum GbR / Falk Heller (S. 1); Martin Schmidt, Julia Essl, argum GbR / Thomas Einberger, NA beim BIBB, RochelleBrown/Unsplash.com (S. 5). Für unverbindlich eingesandte Manu skripte, Bildmaterial und andere Unter lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. ISSN 1616-5837 Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. www.na-bibb.de www.erasmusplus.de Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. Deutschland EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de https://twitter.com/nabibb_de https://twitter.com/EUEB_de 2 3 Bildung für Europa | Dezember 2023 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dem Schwerpunkt „Teilhabe“ schließen wir den Zyklus ab, in dem wir die horizontalen Prioritäten des Programms beleuchtet ha ben. Dass wir die drei anderen Prioritäten schon zuvor behandelt haben bedeutet keineswegs, dass hier nun die Unbedeutendste zur Sprache käme – im Gegenteil. Uns wird in den letzten Jah ren immer deutlicher, wie wichtig europäische und demokratische Werte für die Europäische Union und unser Zusammenleben sind. - - Erasmus+ kommt aus der Tradition der europäischen Programme, die die Qualität der Bildung im weitesten Sinne verbessern sollen. Dies wird auch in Zukunft so sein. Das Programm hat Europa mit einem riesigen Netz von Partnerschaften und Kooperationen über zogen, die unsere Bildungspraxis – und manchmal auch die Bil dungspolitik – verändert haben. Diese Netzwerke, Kooperationen und Mobilitätsprojekte fördern aber auch den gegenseitigen Re spekt, verringern Vorurteile und machen Menschen neugierig. Die se Dimension des Programms ist uns gerade in den letzten Jahren – manchmal auch schmerzhaft – deutlich geworden. - - - - Auch wir als NA beim BIBB müssen an uns dem Anspruch stellen, Teilhabe zu ermöglichen. Wir selber bilden die Brücke zwischen der Praxis vor Ort und den politischen Zielsetzungen und Rahmen bedingungen, denen die Europäische Kommission verpflichtet ist. Ihre Meinung ist uns wichtig, Ihnen zuzuhören macht letztlich das Programm und unsere Arbeit besser. Dafür haben wir seit dem 20.09.2017 unseren Nutzerbeirat als Ihr unmittelbares Sprachrohr eingesetzt. Er begleitet unsere Arbeit kritisch und konstruktiv und ermöglicht einen echten Dialog. Unterstützen Sie die Kolleginnen und Kollegen, die sich für Sie stark machen und nutzen Sie dieses Angebot. - Dies ist nun das 38. und letzte Editorial, das ich für unser Journal schreibe. Zum Jahreswechsel gebe ich den Staffelstab an meinen Kollegen Berthold Hübers weiter. Ich bin sicher, dass die NA bei ihm in guten Händen ist und er der NA und der europäischen Zu sammenarbeit viele Impulse geben wird. - Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, mit denen ich in den Jahren als Leiter der NA zusammenarbeiten durfte. Mir hat es große Freude gemacht und ich glaube, dass wir gemeinsam einiges bewegen konnten. Mit dem Abschied verbinde ich auch eine Bitte: Die Europäische Union ist sicher nicht perfekt, aber sie ist die beste und friedlichste Form, in der wir Europäerinnen und Europäer jemals zusammenge lebt haben. Bitte tragen Sie dazu bei, dass dies so bleibt! Beteiligen Sie sich an der Europawahl im kommenden Jahr und helfen Sie mit, dass Erasmus+ auch in Zukunft einen großen Beitrag hierzu leisten kann. - Herzlichst, Ihr Klaus Fahle Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B 4 5 Inhalt Nr. 38 | Schwerpunkt Teilhabe und gemeinsame Werte 06 Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement 09 Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Teil des Bildungsauftrags an Berufskollegs 10 EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB Auslandserfahrungen teilen und sich für europäische Werte engagieren 12 Gemeinsam europäische Werte stärken Warum EuroApprentices sich ehrenamtlich für Erasmus+ engagieren 14 Good Practice: #GetInvolved Förderung von Demokratie und bürgerschaftlichem Engagement in der Berufsbildung 15 Good Practice: KOSMO_POLIS Job Shadowings für partizipatives Lernen 16 SALTO PI die Helpline für Partizipationsprojekte 18 Good Practice: Wires Crossed Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort 19 : Fake News und Antisemitismus Tipps im Umgang mit Desinformation und Verschwörungserzählungen In eigener Sache - 20 Europäer aus tiefer Überzeugung Anerkennung und Dank zum Ruhestand von Klaus Fahle Erasmus+ 24 Intelligente Stromnetze für die Zukunft Erasmus+-Projekt mit European Innovative Teaching Award 2023 ausgezeichnet 25 Neue Kriterien für Kooperations partnerschaften Prüfung der operationalen Leistungsfähigkeit von Antragstellern 26 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Partnerschaften stark nachgefragt – neuer Rekord in der Erwachsenenbildung Weitere Bildungsthemen 28 Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen So werden Auslandsaufenthalte für Azubis möglich 29 Europäische Agenda Erwachsenenbildung Aufbruch in die achte Förderperiode 2024 bis 2025 30 Infosplitter 32 Termine 4 5 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe, gemeinsame Werte und zivilgesell schaftliches Engage ment 06 Was treibt EuroApprentices an? 12 Zur Programmgeneration 2021-2027: „Lassen Sie uns ehrgeizig sein und die Chancen nutzen. Wir brauchen mehr Europa in unserer Bildung, aber Europa braucht auch viele Beiträge aus Deutsch land. Es gibt viel zu tun ...“ Klaus Fahle: Abschied nach 23 Jahren 20 Projekt „Smart Grid“ ausgezeichnet 24 - - - www.Auslandsberatung-Ausbildung.de ist online28 Agenda: Schwerpunkte der achten Förderperiode 29 http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de 6 7 Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement © R oc he lle Br ow n/ U ns pl as h. co m rasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement © R oc he lle Br ow n/ U ns pl as h. co m E 6 7 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte E uropaweit ist die Tendenz einer abnehmenden Beteiligung am demokratischen Leben zu beobachten. Gerade mit Blick auf die anstehenden Europawahlen ist es brisant, dass der Kenntnisstand zu europäischen Fragen ebenso wie das Be wusstsein dafür häufig nur gering ausgeprägt sind. Gleich zeitig lässt sich bei immer mehr Menschen eine Empfäng lichkeit für radikale Ideologien oder Verschwörungstheorien erkennen und die Demokratie in Europa wird zusätzlich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine heraus gefordert. Um diesen Problemen mit dem Mittel der Bildung zu begegnen, ist das Thema „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches En gagement“ seit dem Jahr 2021 eine horizontale Priorität im Programm Erasmus+. Der Aus- und Weiterbildung kommt in dieser Hinsicht eine zentrale Bedeutung zu. Sie hat Zugang zu einer großen und heterogenen Gruppe an Menschen und kann diesen die Relevanz der aktiven Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen Leben näherbrin gen. Gleichzeitig werden hier Fähigkeiten vermittelt, die für das Zusammenleben in einem demokratischen und vielfältigen Europa notwendig sind, wie beispielsweise soziale und interkulturelle Kom petenzen, kritisches Denken und Medienkompetenz. Den bildungspolitischen Hintergrund bildet die Pariser Erklärung aus dem Jahr 2015 und die Jugendstrategie der Europäischen Uni on 2019 bis 2027, in denen die Förderung aktiven zivilgesellschaft lichen Engagements und europäischer Werte verankert ist. Dadurch hat das Thema im Programm Erasmus+ sowohl in der Mobilität (Leitaktion 1) als auch bei den Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) eine besondere Bedeutung. Als Querschnittsthema im Programm ist „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement“ bei der Umsetzung der Projekte in beiden Leitaktionen zu berücksichtigten, entweder durch formale oder nichtformale Lernaktivitäten. Das Verständnis für die Europäische Union und die gemeinsamen europäischen Werte zu entwickeln oder zu verbessern sowie kritisches Denken und Medienkompetenz bei den Teilnehmenden zu stärken, ist Ziel der Aktivitäten. Für Leitaktion 2 bedeutet diese Priorität zudem, dass gemeinsam mit europäischen Partnern Lehr- und Lernmateri alien in Hinblick auf die Thematik entwickelt werden können oder bewährte Praxis ausgetauscht wird. Wachsende Bedeutung für die Projektpraxis In beiden Leitaktionen können sich Projekte zur Priorität mit allen Formen des Lernens (formal und non-formal) beschäftigen, die den Aufbau und die Weiterentwicklung zivilgesellschaftlicher und de mokratischer Kompetenzen zum Ziel haben. Diese umfassen alle Fähigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen, gesellschaftliche und politische Prozesse zu verstehen, kritisch zu beobachten und sich aktiv dazu zu verhalten. Überdies betrifft die Priorität alle so zialen und interkulturellen Kompetenzen mit direktem Bezug zur Verwirklichung einer europäischen Gesellschaft, die sich durch starken gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und allgemeine Achtung von Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität auszeichnet. Die im Vergleich zum Vorgängerprogramm wesentlich prominen tere Platzierung von „Teilhabe“ als horizontale Priorität spiegelt sich insbesondere in der Erwachsenenbildung in der Vielzahl an Pro jekten wieder, die das Thema adressieren. So arbeiten in der Leitak tion 2 der Erwachsenenbildung seit 2021 insgesamt 87 geförderte Projekte hierzu und erste kleinere Projekte sind bereits abgeschlos sen. In der Berufsbildung hingegen wird die Priorität weniger in den Fokus genommen und bisher nur in 19 Projekten aufgegriffen. Heterogenes Feld an Themen und Zielgruppen In der Leitaktion 2 gibt es sowohl in der Erwachsenenbildung als auch der Berufsbildung ganz unterschiedliche Projekte zum Thema. Grob lässt sich folgende Kategorisierung vornehmen: Bildung für Demokratie und Teilhabe am demokratischen Leben Aktive Bürgerschaft und Mitgestaltung der Gesellschaft Förderung von europäischer Identität und Stärkung europä ischer Werte (Achtung der Menschenwürde und Menschen rechte, Demokratie, Gleichheit vor dem Gesetz, Rechtsstaatlichkeit) - - Gleichberechtigung und Antidiskriminierung Überbrückung von interkulturellem, intergenerationalem und sozialem Ausschluss Bewusstsein für die Europäische Union Medienkompetenz und Prävention gegen Desinformation Soziale Innovation 8 9 Die Projekte sind äußerst heterogen, was ihre Zielgruppen betrifft, und adressieren die Kompetenzen verschiedenster Gruppen von Lernenden oder des Bildungspersonals. Das Spektrum der Ergeb nisse ist ebenfalls sehr breit und reicht von spielbasierten Metho den über Online-Lernplattformen bis hin zum Austausch bewährter Praxis. Die Einbindung von Lernenden spielt dabei meist eine ent scheidende Rolle. - - - In der Leitaktion 1 nehmen in der Berufsbildung die Teilnehmenden beispielsweise in der Regel an interkulturellen Trainings in Vorberei tung auf ihren Auslandsaufenthalt teil. Die Phase der Vorbereitung eignet sich gut, um die Teilnehmenden mit Wissen über europä ische Institutionen und europäische Werte auszustatten. In der Pha se nach einem Auslandsaufenthalt kann insbesondere die Wirkung der Mobilität in Bezug auf diese Priorität überprüft werden. So werden die Teilnehmenden beispielsweise gefragt, ob sie sich jetzt „europäischer und zugehöriger zur europäischen Gemeinschaft fühlen“ und ob ihr Interesse an der Teilnahme an Wahlen und de mokratischen Prozessen gestiegen ist, was in der Regel bejaht wird. - - - - Eine Möglichkeit für Lernende, um sich zu engagieren und die eu ropäische Idee und europäische Werte zu leben und zu verbreiten, ist die Teilnahme an der Initiative „Erasmus+-Botschafter/-innen in der Berufsbildung“, den sogenannten EuroApprentices (s. auch S. 10 ff.). EuroApprentices sind ehemalige Erasmus+-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die aus eigener Erfahrung vom Mehrwert eines Auslandsaufenthaltes berichten. Sie engagieren sich dafür, andere Auszubildende zu motivieren, den Schritt ins Ausland zu wagen. Die NA beim BIBB bildet die Botschafter/-innen einmal pro Jahr aus. EuroApprentices gibt es mittlerweile in zehn europäischen Ländern. Durch regelmäßige Netzwerktreffen entsteht so eine länderüber greifende Zusammenarbeit von Jugendlichen, die die europäischen Werte vertreten und zivilgesellschaftliches Engagement beweisen. Die NA beim BIBB koordiniert dieses europaweite Netzwerk. - - In Erasmus+-Projekten wird das zusammenwachsende Europa ge lebt. Die Teilnehmenden nutzen die offenen Grenzen, arbeiten in transnationalen Projekten zusammen und profitieren von der Ex pertise ihrer Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern. Durch ihre Ergebnisse, den Kompetenzgewinn und die Beziehungen, die hier entstehen, tragen sie zur Stärkung des europäischen Zusam menhaltes bei. - - - Welche neuen Angebote gibt es? Die zunehmende Relevanz des Themas spiegelt sich auch in der Eröffnung des neuen europäischen Zentrums „SALTO Participation & Information“ in Estland wieder (s. auch S. 16 f.). Aufgabe des Zentrums ist die Stärkung von Synergien zwischen Politik, EU-Bil dungsprogrammen und der Bildungspraxis hinsichtlich „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsamer Werte und zivilgesell schaftlichen Engagements“. Es unterstützt und berät die Nationalen Agenturen bei der Entwicklung von passenden Angeboten für die Projektträger. Die Website des SALTO Zentrums gibt Überblick über Beispiele guter Praxis und bietet eine umfangreiche Toolbox mit vielseitigen Lehr- und Lernmaterialien zum Thema. - - Ab dem Jahr 2024 wird es eine neue Aktivität in der Leitaktion 1 in der Berufsbildung geben, die es Gruppen von Lernenden ermög licht, gemeinsam mit Lernenden aus mindestens einem anderen Land an verschiedenen Themen zu arbeiten, aber auch europäische Institutionen zu besuchen. Damit fördert diese Aktivität explizit po litische Bildung von Lernenden im Rahmen von Lernaufenthalten im Ausland. Detaillierte Informationen sind dem Programmleitfaden 2024 zu entnehmen. In der Leitaktion 1 in der Erwachsenenbildung gibt es diese Gruppenaktivitäten schon länger. - - Auch in der Arbeit der Nationalen Agentur beim BIBB erhält das Querschnittsthema zunehmende Bedeutung. So befindet sich der zeit eine teamübergreifende Arbeitsgruppe im Aufbau, die das vorhandene Wissen bündelt und zum Ziel hat, Antragsteller und laufende Projekte hinsichtlich dieses zentralen Themas zu unter stützen. Die neustrukturierte Themenseite „Teilhabe, gemeinsame Werte“ auf der NA-Website gibt Informationen und Anregungen, welche Bedeutung das Thema im Programm hat und auf welche Weise es in Mobilitätsprojekten und Partnerschaften aufgegriffen werden kann. Die Seite wird fortlaufend um neue Good-Prac tice-Beispiele aus der Berufs- und Erwachsenenbildung erweitert. - - - INFO: Themenseite der NA beim BIBB: www.na-bibb.de/themen/teilhabe Website des SALTO-Zentrums: https://www.salto-youth.net/rc/participation/ Teilhabe & gemeinsame Werte - TORSTEN SCHNEIDER Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Kooperationsprojekte, EPALE“ in der NA beim BIBB Torsten.Schneider@bibb.de FREDERIK HUGO Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung, Europass“ in der NA beim BIBB hugo@bibb.de © N A b ei m B IB B KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationali sierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB wilkens@bibb.de http://www.na-bibb.de/themen/teilhabe https://www.salto-youth.net/rc/participation/ mailto:Torsten.Schneider@bibb.de mailto:hugo@bibb.de mailto:wilkens@bibb.de 8 9 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Teil des Bildungsauftrags an Berufskollegs © E U -G es ch äf ts st el le A rn sb er g Mit ihrer Initiative „Demokratie fördern in internationalen Projekten“ (DiP) un terstützt die EU-Geschäftsstelle Wirt schaft und Berufsbildung Arnsberg die Berufskollegs in ihrem Regierungsbe zirk bei der Umsetzung von internatio nalen Projekten im Bereich der Erinne rungskultur und Demokratieförderung. „Die Berufskollegs sind ideale Orte für attraktive Bildungsangebote, durch die junge Menschen demokratische Wer te, Toleranz und Weltoffenheit lernen. Diese Werte sollen in allen Fächern vermittelt werden. Zum Bildungs- und Erziehungsauftrag des Berufskollegs gehört es, diese Werte in das beruf lich-ethische Handeln der Auszubilden den zu transferieren“, erklärt Ludger Dieckmann, schulfachlicher Dezernent in Arnsberg. Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, sei es wichtig, diese Themen in die Schulent wicklung zu inkludieren. Neben der Plattform “NRW cConnect extern“, die eine Sammlung von Ressourcen wie z.B. Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt, sind internationale Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen zentraler Be standteil der Initiative. Qualifizierung „Gedenkstättenpäda gogik“ An der aus vier Modulen bestehenden Quali fizierung „Gedenkstättenpädagogik“ nahmen 26 Lehrkräfte teil, um Impulse zu erhalten und methodisches Wissen für die Durchführung von internationalen Aktivitäten zur Förderung der Demokratie in der beruflichen Bildung zu erlernen. In Modul 1 und 2 tauschten sich die Teilnehmenden mit Blick auf den Status Quo zur Erinnerungskultur am eigenen Berufs kolleg aus, entwickelten Projektideen für ent sprechende Schulentwicklungsvorhaben und setzten sich mit der Verortung des Themas in Lernsituationen auseinander. Das dritte Modul beinhaltete ein einwöchiges Job-Shadowing in der Internationalen Begegnungsstätte in Oświęcim, Polen, mit Besuch des Konzentra tionslagers Auschwitz und dem Austausch mit polnischen Lehrkräften. Durch eine Aus einandersetzung mit dem historischen Ort Auschwitz-Birkenau lernten die teilneh menden Lehrkräfte z.B. die Wirkung päda gogischer Methoden zur Bewältigung der Eindrücke kennen und können diese in der Arbeit mit ihren Schülerinnen und Schülern einsetzen. Die Fortbildung endete mit dem 4. Modul, in welchem die Lehrkräfte ihre Er fahrungen in Polen fachlich auswerteten und erste Meilensteine zur Umsetzung von Aktivi täten an ihren Schulen planten. Die Fortbildung für Schulleiter/-innen fand in Kooperation mit dem Institut für Demokra tiepädagogik in Eupen, Belgien, statt. Neben einer Sensibilisierung für die Relevanz des Themas im Schulprogramm lernten die Schul leitungen mittels im Ausland erprobter Prak tiken Zugangswege für Lernende kennen, um dieses Themenfeld zu erschließen und Mög lichkeiten der Verknüpfung mit berufsspezi fischen und berufsübergreifenden Inhalten zu präzisieren. Die Berufskollegs im Regierungs bezirk Arnsberg sind mit neuen Kompetenzen ins Schuljahr 2023/2024 gestartet. Nun ist das DiP-Team sehr gespannt, welche Vorhaben zur Demokratieförderung in internationalen Projekten begleitet werden. PROJEKTINFO Projekttitel: Mobilität im Rahmen der Akkreditierung Projektnummer: 2020-1-DE02-KA120-VET-000007909 Laufzeit: 01.06.2022 – 31.05.2024 Beteiligte Länder: BE, PL, DE Koordinatorin: EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufs bildung der Bezirksregierung Arnsberg (Dez. 45) - Kontakt: Andrea Stein, Andrea.Stein@bra.nrw.de Website: www.bra.nrw.de/bildung-schule/ schulformen-abschluesse/ schulformen/eu-geschaeftsstelle- fuer-wirtschaft-und-berufsbildung http://www.bra.nrw.de/bildung-schule/schulformen-abschluesse/schulformen/eu-geschaeftsstelle-fuer-wirtschaft-und-berufsbildung mailto:Andrea.Stein@bra.nrw.de 10 11 Workshop zu European Values während des interna tionalen EuroApprentices Treffens 2023 in Terceira, Portugal © N A b ei m B IB B Internationales Treffen 2017 in Köln mit EuroApprentices aus sechs Ländern © N A b ei m B IB B EuroApprentice Svenja auf dem European Youth Event 2023 in Straßburg © M ar tin S ch m id t (E ur oA pp re nt ic e) Deutsche EuroApprentices beim internationalen EuroApprentices Treffen 2022 in Prag, Tschechien © t sc he ch is ch e N at io na le A ge nt ur „ D ům z ah ra ni čn í s po lu pr ác e (D ZS ) EuroApprentice Anna mit NA-Mitarbeiterin auf der Messe „Einstieg Berlin 2022" © A nn a Ro ßb an d (E ur oA pp re nt ic e) - 10 11 Bildung für Europa | Dezember 2023 © t sc he ch is ch e N at io na le A ge nt ur „ D ům z ah ra ni čn í s po lu pr ác e (D ZS ) © N A b ei m B IB B © N A b ei m B IB B - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB Auslandserfahrungen teilen und sich für europäische Werte engagieren Internationales Treffen 2017 in Köln mit EuroApprentices aus sechs Ländern E uroApprentices sind Lernende in der Be rufsbildung, die als Botschafter/-innen von ihren eigenen Auslandserfahrungen mit Erasmus+ u.a. in Berufsschulen, auf Social-Media-Kanälen und Ausbildungs messen berichten. Sie sind zentraler Be standteil einer europäischen Initiative, die 2017 von der Nationalen Agentur beim BIBB zusammen mit fünf weiteren Ländern gegründet wurde. Diese will die Sichtbarkeit von Auslandsaufenthal ten in der Berufsbildung erhöhen. „Dieser Ansatz ist auch heute noch be deutsam, denn noch immer wissen viele Lernende in der Berufsbildung nicht, dass Auslandsaufenthalte während der Ausbildung gefördert werden“, erläutert Berthold Hübers, stellvertretender Lei ter der NA beim BIBB. „Zudem tragen EuroApprentices aktiv dazu bei, die At traktivität der Berufsbildung zu steigern: Ihre authentischen Berichte über ihre Auslandspraktika machen klar, dass die Berufsbildung international offen ist und persönliches Wachstum ermöglicht, wie es landläufig oft nur mit dem Studium verbunden wird. Aus der Arbeit mit den EuroApprentices haben wir außerdem gelernt, wie stark das Programm europä ische Identität und politische Teilhabe för dert. EuroApprentices möchten sich aktiv an der Weiterentwicklung des Programms und Europas beteiligen und andere moti vieren, ebenfalls daran mitzuwirken“, so Hübers weiter. 120 Aktive in elf Ländern EuroApprentices gibt es aktuell in elf Län dern. Diese haben sich in einer sogenann ten LTA (eine von der Europäischen Union geförderten Langzeitaktivität) zu einem europäischen Netzwerk zusammenge schlossen, welches die NA beim BIBB ko ordiniert. Ziele sind eine „Community“ von Erasmus+-Botschafterinnen und -Bot schaftern europaweit als Vorreiter eines Alumninetzwerks aufzubauen, die Euro Apprentices in ihren Kompetenzen und Fähigkeiten zu stärken und gemeinsam die Attraktivität der Berufsbildung in Euro pa zu verbessern. Derzeit beteiligen sich die Nationalen Agenturen aus Finnland, Italien, Österreich, Ostbelgien, Polen, Portu gal, Rumänien, Spanien, aus der Slowakei, der Tschechischen Republik und Deutsch land an dem Netzwerk und bilden jedes Jahr neue Erasmus+-Botschafter/-innen aus. Die aktuell 120 EuroApprentices reprä sentieren eine vielfältige Gruppe von Teil nehmenden aus den unterschiedlichsten Regionen Europas, mit ganz unterschied lichen Berufsprofilen und vielfältigen He rausforderungen. Aktivitäten der ehrenamtlich Tätigen EuroApprentices nutzen die sozialen Medien, um über ihre Erasmus+-Erfah rungen zu berichten, z.B. auf Instagram unter „MeinAuslandspraktikum“ oder auf „euroapprentices_germany“. Außerdem können EuroApprentices beispielsweise von Unternehmen, berufsbildenden Schu len und Ausbildungszentren angefragt werden, um über ihren Auslandsaufent halt zu berichten. Darüber hinaus planen sie verschiedene Aktivitäten in ihrem lo kalen oder regionalen Umfeld zur Vernet zung wie z.B. auf einer Veranstaltung ihrer zuständigen Handwerkskammer oder in ihrer ehemaligen Berufsschule. Außerdem stehen sie für Presseanfragen zur Verfü gung. Die Botschafter/-innen sind auch auf europäischer Ebene gefragt: So vertra ten sie die Initiative unter anderem beim European Youth Event 2023. In einem Pa nel, welches von der Generaldirektion für Arbeit und Beschäftigung organisiert wur de, sprach der Erasmus+-Botschafter Mar tin Schmidt über die Vorteile einer dualen Berufsausbildung, den Nutzen, während der Ausbildung mit Erasmus+ ins Ausland zu gehen, und er erläuterte, warum sein Ehrenamt als Erasmus+-Botschafter gera de in der heutigen Zeit so wichtig ist. Wie unterstützen die Nationalen Agenturen? Nach einer erfolgreichen Bewerbung oder Auswahl nehmen die EuroApprentices an einem Training oder Treffen in ihrem Land teil. Hier erfahren sie mehr über ihre Rol le als EuroApprentice und das Programm Erasmus+. Außerdem werden verschie dene Kompetenzen wie z.B. Story Telling geschult. Dann kann es losgehen! Bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten werden sie je nach Land von ein bis zwei Mitarbeite rinnen oder Mitarbeitern der zuständigen NA unterstützt. Ein zusätzlicher Nutzen ist, dass die ehrenamtliche Tätigkeit zerti fiziert wird – eine tolle Ergänzung für den Lebenslauf, denn ehrenamtliches Engage ment hat bei Bewerbungen deutlich an Bedeutung gewonnen. Highlight: Europäische Treffen Zu den Highlights gehören die europä ischen Treffen, an denen die EuroAppren tices jährlich teilnehmen können. Diese werden abwechselnd von den beteiligten Nationalen Agenturen durchgeführt. Bis her konnten die jungen Europäer/-innen sich in Deutschland, Österreich, Malta, in der Tschechischen Republik und in Por tugal treffen. „Hier spürt man den Eras 12 13Teilhabe & gemeinsame Werte mus+-Spirit – eine Community junger Euro päer/-innen, die etwas bewegen möchte. Das europäische Netzwerk und seine Tref fen stärken nicht nur die Kompetenz der Botschafter/-innen, sondern auch ihr En gagement für diese Aufgabe. Wir freuen uns, das Treffen endlich in Helsinki ausrich ten zu können”, sagt Sari Turunen-Zwinger, Leiterin der Abteilung Internationalisierung der Berufsbildung bei Edufi, der Finnischen NA. 2024 heißt es also „Tervetuloa Euro Apprentices“ in Finnland. - - - - - INFO Profile der deutschen EuroApprentices: www.na-bibb.de/euroapprentices Informationen zum Europäischen Netzwerk: www.euroapprentices.eu Kontakt und Koordination des LTA: Kristin Wilkens, wilkens@bibb.de, Tel.: 0228 107 2913 KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Inter nationalisierung der Berufsbil dung“ in der NA beim BIBB - - © N A b ei m B IB B Gemeinsam europäische Werte stärken Warum EuroApprentices sich ehrenamtlich für Erasmus+ engagieren Martin Schmidt (hintere Reihe, 1. v. l.), Leslie Elimbi (hintere Reihe, 3. v. l.), Cindy Klink (hintere Reihe, 1. v. r.) und Svenja Naumann (vordere Reihe, 1. v. r.) beim Netzwerktreffen der EuroApprentices 2023 © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/euroapprentices http://www.euroapprentices.eu mailto:wilkens@bibb.de 12 13 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte E uroApprentices sind junge Menschen, die während ihrer Berufsausbildung mit Erasmus+ im europäischen Aus land waren und ihre dort gemachten Erfahrungen mit anderen teilen möch ten. Als ehrenamtliche Botschafte rinnen und Botschafter informieren und motivieren sie in Berufsschulen, auf Ausbildungsmessen, in Berufsin formationszentren oder einfach auf der Straße. Doch was treibt sie an? Da rüber haben wir mit vier EuroApprenti ces gesprochen. - - - - - - Martin Schmidt engagiert sich bereits seit 2018 als EuroApprentice, er ist sozusagen ein „Mann der ersten Stunde“. Der 26-jäh rige Mechatroniker im Maschinenbau hatte während seiner Ausbildung vier Wochen im englischen Portsmouth verbracht, für ein zweites Praktikum zog es ihn Ende 2019 nach Malta. Die Arbeit als EuroApprentice hält er gerade in der heutigen Zeit für wich tig, „damit die junge Generation ihren Weg in die berufliche Bildung findet“. „Passion for Profession“ und der Wunsch nach Sicht barkeit und Wahrnehmung der dualen Be rufsbildung treiben ihn an. - - - - Hinzu kommt die gesellschaftliche Dimen sion. Schmidt wörtlich: „Wir leben in einer Zeit, in der wir die Demokratie als etwas ver stehen sollten, für das es sich zu kämpfen lohnt. Zurzeit droht es manchmal ein wenig unterzugehen, welche Freiheiten und Vor teile wir aus einem geeinten Europa ziehen können.“ Schmidt lebt heute in Magdeburg und setzt sich vor allem im mittel- und ost deutschen Raum für Erasmus+ und die euro päischen Werte ein. Zum einen, weil es sei ne Heimat ist, zum anderen aber auch, weil die Idee des Programms hier seiner Ansicht nach noch stärker verankert werden müsse, auch in den Berufsschulen. Dabei möchte er vermitteln, wie sehr Erasmus+ die Qualität und die Attraktivität der beruflichen Bildung erhöhe. - - - - - - Das motiviert auch Svenja Naumann. Die Erzieherin aus dem bayerischen Landshut glaubt, „dass wir in Europa unheimlich viel voneinander lernen können, wenn wir offen und interessiert sind“. Sie erzählt gerne von ihrer Zeit in einem deutsch-französischen Kindergarten in Paris und der Entscheidung, auch das anschließende Anerkennungsjahr im Nachbarland zu absolvieren. Seit Mai 2022 ist sie als EuroApprentice ak tiv, um auch andere Azubis zu inspirieren und für einen solchen Schritt zu ermutigen. „Im erzieherischen Umfeld nutzen immer noch viel zu wenige die Chance zum Aus landsaufenthalt während der Ausbildung“, sagt sie, und ergänzt: „Vor allem die inter kulturellen Erfahrungen und die Zweispra chigkeit haben meinen Horizont enorm erweitert“. Kürzlich war die 21-Jährige in einem Vortrag, in dem es hieß: „Ich bin nicht nur Deutsche, ich bin Europäerin“. Genauso fühle sie sich auch, lächelt Naumann. - - - - Im Zeichen der Vielfalt Szenenwechsel. Leslie Elimbi ist 27 Jahre alt und arbeitet als Kauffrau für Büromanage ment beim Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA in Darmstadt. Dort hat sie im Januar 2021 ihre Ausbildung abgeschlossen und zuvor die Gelegenheit genutzt, für drei Monate praktische Erfahrungen bei einem Tochterunternehmen in Finnland zu sam meln. Eine Zeit, die ihr sowohl beruflich als auch privat viele neue Impulse gegeben hat. Merck habe dies sehr unterstützt, berichtet Elimbi, auch die Arbeit als ehrenamtliche EuroApprentice finde hier viel Zustimmung. Ihr selbst gehe es vor allem darum, „andere Menschen für andere Kulturen zu begeis tern, denn ich weiß aus meiner eigenen Ge schichte, wie bereichernd Vielfalt und die kulturelle Begegnung sein können“. - - - - Das erlebe sie auch bei den Treffen im Rahmen des EuroApprentices-Netzwerkes. Dazu Elimbi: „Das Tolle dabei ist für mich, wie unterschiedlich die Leute sind, die dort zusammenkommen. Wir stammen alle aus sehr verschiedenen Berufen und Umfeldern – das ist ein spannender Mix. Zu einigen EuroApprentices pflege ich auch über die re gelmäßigen Treffen hinaus einen intensiven Kontakt.“ - Während Leslie Elimbi sich erst seit wenigen Monaten als EuroApprentice engagiert, ist Cindy Klink – wie Martin Schmidt – schon seit 2018 dabei. Die 25-Jährige aus dem rheinland-pfälzischen Weinort Maring-Novi and ist seit ihrem dritten Lebensjahr taub heitsgrenzend schwerhörig und seit einigen Jahren komplett gehörlos. An ihre Ausbil dung zur Verwaltungsfachangestellten hat - - - sie ein Studium angeschlossen, sie arbeitet zudem als Deaf Performerin und Schauspie lerin. - Durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit möchte sie vor allem Menschen mit einer Behinde rung dafür begeistern, während der Ausbil dung ins Ausland zu gehen, so wie sie selbst 2017 für fünf Wochen im irischen Cork war. Klink betont: „Meine ,Behinderung‘, wie sie oft von anderen wahrgenommen wird, hat mich nie daran gehindert, das zu tun, wo für ich brenne. Im Gegenteil, sie hat mich gelehrt, Herausforderungen anzunehmen und nach Lösungen zu suchen, die mei ne Leidenschaft und Ziele unterstützen.“ Abschließend unterstreicht sie: „Als Euro Apprentice kann ich den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Inklusion und Vielfalt aktiv unterstützen. Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, eine Welt zu schaffen, in der jeder Mensch, unabhängig von seinen Un terschieden, die gleichen Chancen und den gleichen Respekt verdient.“ - - - - - - Text: Manfred Kasper im Auftrag der NA beim BIBB NUTZERBEIRAT ERASMUS+ Teilhabe hat viele Formen. So hat die NA beim BIBB mit dem Nutzerbeirat ein strukturiertes Dialogangebot an ihre Projektträger eingerichtet. Wir freuen uns, dass dieses gut an genommen wird. Die Amtszeit des aktuellen Nutzerbeirats läuft bis 2024. Er trifft sich zweimal jährlich in Bonn. Das Protokoll der letzten Sitzung vom 26.09.2023 sowie die Kontaktdaten der zehn Mitglieder aus der Berufs- und Erwachsenenbil dung finden Sie unter: - - www.na-bibb.de/ueber-uns/ nutzerbeirat http://www.na-bibb.de/ueber-uns/nutzerbeirat 14 15 Good Practice: #GetInvolved Förderung von Demokratie und bürgerschaft lichem Engagement in der Berufsbildung - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte © A nd re a W is ot zk i Seit einigen Jahren nehmen antidemo kratische Tendenzen, unter anderem durch das Erstarken von nationalpo pulistischen Parteien, in europäischen Staaten zu. Um dem entgegen zu wirken, hat es sich das EU-Projekt „#GetInvolved“ zum Ziel gesetzt, ins besondere bei jungen Menschen im Berufsbildungssystem das demokra tische Bewusstsein zu stärken. Dabei sollen vor allem demokratische Ge staltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, welche sich nicht nur auf die klassischen institutionalisierten For men beschränken. Zu Beginn ging die Strategische Partnerschaft unter der Koordination der QBS Gewerkstatt der Frage nach, wo dem Bereich „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement“ im Berufsbildungssystem Raum gegeben wird. Dabei hat das Projektteam, bestehend aus fünf Partnern in vier EU-Ländern, festgestellt, dass dieses Thema in der alltäglichen Praxis stark vernachlässigt wird. Im Projekt wird die se Problematik aufgegriffen, indem die Sensi bilisierung für Diskriminierung geschärft wer den soll und Methoden bereitgestellt werden, um die Erfahrung von Teilhabe entsprechend dem Konzept der Inclusive Citizenship zu er möglichen. Hierbei ist die Wertschätzung für die Perspektive der Teilnehmenden ein zen trales Element. Die Materialien richten sich da bei nicht nur an Berufsbildungseinrichtungen, sondern auch explizit an Betriebe. Materialien für Lehrende und Lernende Die erstellten Materialien bieten auf verschie denen Ebenen Methoden und Anregungen, um das Projektziel zu erreichen. In einem Train-the-Trainer-Workshop werden dem Bildungspersonal Methoden vermittelt, die sich einerseits der Sensibilisierung für Diskri minierung und Macht sowie andererseits der aktiven Teilhabe widmen. Diesen Workshop können Bildungseinrichtungen und Betriebe selbstständig mit Hilfe der Materialien orga nisieren oder bei den Projektpartnern eine Durchführung anfragen. Das Angebot be steht auch nach Projektende fort. Zur Förderung des Engagements von jungen Menschen wurde ebenfalls ein Handbuch für Schülerwettbewerbe entwickelt, das von Leh renden wie Lernenden gleichermaßen genutzt werden kann. Darüber hinaus unterstützt ein Self-Monitoring-Tool die Vermittlung einer de mokratischen Haltung in der Berufsbildung, indem unter anderem Diskriminierungspoten ziale und Machtstrukturen in Organisationen aufgezeigt werden. Zusätzlich wurde ein Konzept für eine mögliche Zertifizierung von Organisationen nach demokratischen Kom petenzen und Strukturen entwickelt. Eine Herausforderung in der Projektarbeit war es, die unterschiedlichen landesspezifischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und entsprechend bei der Produktentwicklung umzusetzen. „Im Umgang mit dem Thema Teilhabe ist die Bereitschaft zu Selbstreflexion und zum Perspektivwechsel von großer Be deutung“, betont Andrea Wisotzki, die Projekt koordinatorin. Die Partnerschaft ist derzeit be müht, das Konzept für ein „#GetInvolved“-Label in einem Folgeprojekt Wirklichkeit werden zu lassen. PROJEKTINFO Projekttitel: #GetInvolved: Supporting Democracy and Citizenship in VET Projektnummer: 2020-1-DE02-KA202-007408 Laufzeit: 01.11.2020 – 28.02.2023 Beteiligte Länder: AT, DE, IT, PL Koordinator: QBS Gewerkstatt gGmbH, Bochum Kontakt: Andrea Wisotzki Website: https://getinvolved-project.eu/ intellectual-outputs https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2020-1-DE02- KA202-007408 https://getinvolved-project.eu/intellectual-outputs https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2020-1-DE02-KA202-007408 14 15 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: KOSMO_POLIS Job Shadowings für partizipatives Lernen Teilhabe & gemeinsame Werte © w el tg ew an dt e .V . weltgewandt, das Institut für interkul turelle politische Bildung e. V. mit Sitz in Berlin-Marzahn, verfügt über ein breites Spektrum: Es lädt zu DIALOG- Cafés, Theaterprojekten, Seminaren zu wirtschaftlicher Allgemeinbildung und zur Diskussion aktueller gesellschaft licher Themen ein. In europäischen Kooperationen werden Materialien zur sozio- ökonomischen Bildung, zu Wahrnehmungen von Geschichte, Kli mawandel und ökologischen Fragen, Digitalisierung und weiteren Themen entwickelt. Die Angebote richten sich an Menschen unterschiedlichster Her kunft und verschiedener Einkommen, Lebensstile und (politischer) Auffassungen mit dem Ziel, Aufklärung, Debatte und Em powerment zu fördern, sodass Teilneh mende mitreden können und sich für Demokratie und Gemeinsinn in ihrem Umfeld engagieren. Um dieses Portfolio weiterzuentwickeln, benötigen Mitarbeitende Anregungen und geeignete Qualifizierungsangebote: Das Eras mus+-Projekt „KOSMO_POLIS“ setzt hier an und ermöglicht es, pädagogische Kompe tenzen der bei weltgewandt Mitwirkenden auszubauen. Zwei von ihnen bildeten sich beim Fremdsprachenlehren und der freien Theaterarbeit weiter. Sie erprobten während mehrwöchiger Job Shadowings neue Metho den der teilnehmerorientierten Bildungsarbeit. Lernorte: Sprachschule und Theater Bei der „Associazione di promozione sociale Asinitas Aps“ in Rom lernte Alisa Jordan eine Sprachschule für Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete kennen, die Bildung mit sozialer Betreuung verbindet. Der intensive persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden geschieht hier auf Augenhöhe, und die Lebens- und Migra tionswege der Menschen werden in den Un terricht einbezogen. Beispielsweise werden neue Vokabeln praxisnah beim Erstellen von Einkaufslisten gelernt. Manuelle und kreative Tätigkeiten, Spiele, Tanz und Gesang sowohl im Sprachunterricht als auch in Theaterwork shops und Handarbeitskursen stimulieren das Lernen. Hinzu kommt die Begleitung zu Sozial- und Gesundheitsdiensten, Schwanger schaftskursen sowie Bildungs- und Rechts beratung. Die Zugewanderten werden moti viert, ihre Migrationserfahrung als Quelle zu betrachten, aus der sie für ihre Zukunft schöp fen können. Jordan lässt diese interaktiven, alltagsbezogenen und doch spielerischen Methoden nun in die Gestaltung der DIALOG- Cafés einfließen. Sophia Bickhardt, Leiterin von weltgewandt und Co-Trainerin von Theaterprojekten, tauchte in die Welt des professionellen The aters ein. Während ihres Job Shadowings mit der Compagnie DUANAMA in Marseille war es besonders eindrücklich, ein Stück von und mit ehemals obdachlosen Menschen zu entwickeln. Höhepunkt ihres zweiten Job Shadowings beim DAH Teatar in Belgrad war das Festival „Arts and Human Rights“. Bickhardt kam in Kontakt mit Schauspiele rinnen und Schauspielern sowie Theater macherinnen und Theatermachern. In Work shops konnte sie Methoden in Anlehnung an Jerzy Grotowski erproben: Viel Körperarbeit, konzentriert in der gesprochenen Sprache. Die Übungen regten dazu an, authentisch zu sein und so Entfremdung zu überwinden. Die Beteiligten kamen sich näher und erfuhren, wie Theater mit seinen Formen des Selbstaus drucks es erlaubt, Inhalte zur Sprache zu brin gen, die mitunter schwer sagbar sind. Die vielfältigen Anregungen durch die Job Shadowings fließen nun sukzessive in die Bil dungsarbeit von weltgewandt ein und bieten Stoff für neue Ideen und Projekte. PROJEKTINFO Projekttitel: KOSMO_POLIS Projektnummer: 2021-1-DE02-KA121-ADU-000004012 Laufzeit: 01.09.2021 – 31.08.2023 Beteiligte Länder: RS, FR, IT Koordinator: weltgewandt. Institut für interkulturelle politische Bildung e. V. Kontakt: info@weltgewandt-ev.de Website: https://weltgewandt-ev.de/kosmo_polis/ mailto:info@weltgewandt-ev.de https://weltgewandt-ev.de/kosmo_polis/ 16 17 SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte © ? ?? ?? © M ar ia V itk ov sk a/ A do be St oc k. co m SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte 16 17 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte S ie bezeichnen sich selbst als Parti zipations-Enthusiastinnen. Joana Freitas und Kelly Hrupa erforschen im SALTO Resource Centre in Tallinn, Estland, wie echte Beteiligung in den Jugendbildungsprogrammen von Erasmus+ und Europäischem Solidari tätskorps aussehen kann. Wie gelingt Beteiligung von jungen Menschen in Projekten? Joana Freitas: Es gibt drei wichtige Be dingungen. Erstens: Es reicht nicht, die Jugendlichen zur Beteiligung aufzufordern, sondern sie müssen genau informiert sein, was sie tun sollen, was das Ziel, wie der Ablauf ist. Zweitens müssen sie sich tat sächlich mit eigenen Beiträgen zum Thema beteiligen können. Ist die Sprache verständ lich? Oder ist das Setting sehr formal? Dann fühlen sie sich vielleicht nicht eingeladen, mitzureden. Drittens muss man bereit sein, Entscheidungsgewalt zu teilen. Kelly Hrupa: Außerdem muss man unbe dingt vermitteln, ob und wie Ideen umge setzt wurden - und noch wichtiger, was die Gründe sind, wenn nicht. Nichts ist schlim mer als ein Prozess, an dessen Ende das Ge fühl zurückbleibt, dass meine Stimme doch nicht zählt. Joana, Ihr Fokus ist Partizipation in der beruflichen Bildung. Lassen sich diese Prinzipien einfach übertragen? Joana Freitas: Grundsätzlich kann man sagen, Projektlernen eröffnet mehr Räume für Beteiligung als Lernen nach Lehrbuch. Deshalb bietet gerade Erasmus+ Möglich keiten, Lernende in Entscheidungen ein zubeziehen: Mit wem wollen wir koope rieren? Wie nennen wir das Projekt? Auch die Projektergebnisse selbst können von den Jugendlichen präsentiert werden. Es ist wichtig, deutlich zu machen: Deine Mei nung ist wertvoll für uns. Auch, weil die jenigen, die eine Ausbildung machen und nicht studieren, sich vielleicht nicht in dem selben Maße von der Gesellschaft wertge schätzt fühlen. In Ausbildung und Schule steht die Vermittlung von Wissen im Vorder grund. Wo finden sich Lücken für Be teiligung außerhalb von Projekten? Kelly Hrupa: Oft ist es schon die Beteili gung an Mikro-Entscheidungen, die einen Unterschied macht. Für welches Unter richtsthema man sich entscheidet beispiels weise, welches Exkursionsziel man wählt. Joana Freitas: Natürlich liegt das Ausbil dungsziel immer auf den beruflichen Fer tig- und Fähigkeiten, auch die Lernenden selbst sind auf den Arbeitsmarkt fokussiert. Aber wenn wir sie befähigen wollen, er folgreich zu sein, sollten wir die Fähigkeit, sich zu beteiligen, immer mit in den Blick nehmen. Denn wie kann jemand eine gute Mitarbeiterin sein, die nicht gelernt hat, sich einzubringen? Wie soll jemand ein wertvolles Teammitglied werden, der in der Ausbildung niemals seine Ideen formulieren sollte? Jugendbeteiligung in der Demokratie ist seit 2021 eine der horizontalen Prioritäten von Erasmus+ und ein Schwerpunkt von SALTO PI (Partici pation and Information). Wie findet sich das Thema bislang in Projekten wieder? Joana Freitas: Um dies genauer heraus zufinden, sammeln wir zurzeit für eine Be standsaufnahme europaweit Daten bei den Nationalen Agenturen (NAs). Wie viele Pro jekte mit dieser Priorität gab es? Was war der jeweilige Hauptfokus? Was sind die Er gebnisse? Kelly Hrupa: Die Ergebnisse werden wir veröffentlichen. Dieses Wissen basiert dann nicht auf zufälligen Beobachtungen, son dern auf gezielter Recherche: Wo läuft es gut, wo müssen wir besser werden? Den SALTO Ressource Centern (Support, Ad vanced Learning and Training Opportuni ties for Youth) - liegt eben dieser Gedanke der EU-Kommission zugrunde, dass es ei nen strategischen Blick auf die Jugendbil dungsprogramme braucht, für den die NAs keine Mittel haben. Joana Freitas: Wir haben einen europa weiten Überblick und können besser iden tifizieren, welche Ressourcen für ein Thema wichtig sind. Der Gesprächskanal ist aber auch in die andere Richtung offen. NAs können sich an uns wenden mit ihrem Be darf, mit Ideen, etwa für Kooperationen. Wir versuchen auch, auf Veranstaltungen zu dem Thema präsent zu sein. Wie können Sie jetzt schon denen helfen, die Partizipation zu einem Projektschwerpunkt machen wollen? Joana Freitas: Alle, die ein Partizipa tions-Projekt planen, können sich auf un serer Website informieren, wie man am bes ten vorgeht. Grundlage dafür ist die “Youth Participation Strategy”, die wir mit Experten, NAs und NGOs entwickelt haben. Es gibt ein praktisches Tool-Kit dafür auf unserer Web site https://participationpool.eu. Wenn ein Projektträger dazu arbeiten will, kann er das Projekt mithilfe des Toolkits konzi pieren. Wie etwa schafft man die richtigen Voraussetzungen für Partizipation? Zum Beispiel, indem man Hindernisse identifi ziert und beseitigt, die eine Gruppe an der Beteiligung hindern könnte, etwa Sprach barrieren. Kelly Hrupa: Für einen Projektträger kön nen sich auch die Chancen auf Förderung des Projektes erhöhen, wenn er sich in der Konzeption auf unsere Handreichung be ziehen kann. Joana Freitas: Unser Angebot richtet sich an alle, die ein Angebot zum Thema ent wickeln wollen. Auf unserer Website findet man viele Projektbeispiele. Unsere Daten bank bietet neben Studien auch praktische Tipps. Und in einem Trainingskalender kann man Fortbildungsangebote suchen. Wir sind also eine Art Partizipations-Helpline. Das Interview führte Julia Göhring im Auftrag der NA beim BIBB. INFO www.salto-youth.net/rc/participation/ https://participationpool.eu http://www.salto-youth.net/rc/participation/ 18 19 Good Practice: Wires Crossed Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort - - - - - - - - - - - - - - - - - - © J ug en d- & K ul tu rp ro je kt e .V . Fake News, die absichtliche Verbrei tung von Falschmeldungen, stellen zunehmend eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie dar. Weltweit nutzen populistische und radikale Gruppen un terschiedlicher politischer Richtungen Falschmeldungen ganz bewusst, um Gemeinschaften zu spalten und somit Anknüpfungspunkte zur Durchsetzung ihrer politischen Agenda zu finden. Die Strategische Partnerschaft „Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News“ hat sich diesem Problem gestellt. Die insgesamt sieben Part ner aus sieben Ländern entwickelten ein Rahmenwerk, um auf lokaler Ebene Fake News durch die Verbreitung echter und faktenbasierter Nachrichten zu bekämpfen. Koordiniert wurde das EU-Projekt von Ju gend- & Kulturprojekt e.V. aus Dresden. Aufbau kommunaler Bürgermedien In den Heimatstädten der beteiligten Ein richtungen wurden Menschen zu lokalen Expertinnen und Experten qualifiziert und kommunale Bürgermedien aufgebaut, die mit eigenen Inhalten Falschmeldungen entgegentreten. Zudem wurden Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, mit denen sich der Aufbau solcher Bürgermedien unter stützen lässt und über die die dazu not wendigen Kompetenzen vermittelt werden können. Alle Materialien stehen online auf der Projektwebseite frei zur Verfügung, so dass sie auch in anderen Städten genutzt werden können. Myrto-Helena Pertsinidi, die Koordinatorin des Projektes, empfiehlt für den Aufbau von Bürgermedien, die Si tuation vor Ort zunächst zu analysieren und die Materialien dann auf die jeweiligen Be dürfnisse anzupassen. „Aus unserer Erfahrung ist es für eine er folgreiche Umsetzung besonders entschei dend, sowohl bei der Qualifizierung der Expertinnen und Experten als auch bei der Verbreitung von Nachrichten eine möglichst einfache Sprache zu nutzen, da so deutlich mehr Menschen erreicht werden können. Zudem ist es wichtig, genau die Medien zu nutzen, über die auch Falschmeldungen ihre Zielgruppen erreichen“, so ihre Emp fehlung. Für Pertsinidi ist das Thema Fake News wei terhin von Belang. Sie sieht auch in Zukunft große Herausforderungen, beispielsweise gehe es darum, attraktive Wege zu finden, mit denen sich gerade die Zielgruppen er reichen lassen, die besonders vulnerabel für Falschmeldungen sind. Jugend- & Kul turprojekt e.V. untersucht derzeit Möglich keiten des Einsatzes spielbasierter Lernma terialien mit dem Ziel, an "Wires Crossed" anzuknüpfen und junge Menschen, aber auch Seniorinnen und Senioren zu errei chen. PROJEKTINFO Projekttitel: Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News Projektnummer: 2019-1-DE02-KA204-006115 Laufzeit: 01.09.2019 – 31.12.2021 Beteiligte Länder: DE, CY, IT, HR, IE, CZ, PL Koordinator: Jugend- & Kulturprojekt e.V. Kontakt: myrto.pertsinidi@jkpev.de Website: https://wirescrossed.eu/de/startseite/ Verbreitungsdatenbank: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2019-1-DE02- KA204-006115 Teilhabe & gemeinsame Werte https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2019-1-DE02-KA204-006115 mailto:myrto.pertsinidi@jkpev.de https://wirescrossed.eu/de/startseite/ 18 19 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Fake News und Antisemitismus Tipps im Umgang mit Desinformationen und Verschwörungserzählungen N ach den jüngsten Angriffen der Hamas auf Israel kursieren Falschmeldungen im Internet und die damit verbundenen öffentlichen Sympathiekundgebungen zeigen, dass ein befürchteter Anstieg von israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland nicht unbegründet ist. Im Rahmen des deutschen Side-Events „Fake News & Antisemitismus. Hand lungsstrategien im Umgang mit Ver schwörungserzählungen“ während der EPALE Community Conference diskutierten die Experten Dr. Thorben Prenzel und Jan Rathje, was es für den kritischen Umgang mit Falschinforma tionen braucht. Was versteht man unter Fake News und Antisemitismus? Um zu verstehen, warum Sympathiebekun dungen für den Terrorangriff der Hamas ein Fall für den Staatsschutz sind, ist ein Grund verständnis von Antisemitismus wichtig. Rathje erklärte, dass Antisemitismus sich nicht nur gegen Juden oder deren religi ösen Stätten richte, sondern auch den israe lischen Staat als jüdisches Kollektiv betreffe. Die terroristischen Angriffe der Hamas bezeichnete er daher als israelbezogenen Antisemitismus. In Bezug auf den Angriff kursieren auch falsche Behauptungen oder bearbeitete Bilder. Fake News sind tückisch, da sie den Anschein von echten Nachrich ten vermitteln und ein besonderes Desinfor mationsrisiko darstellen bei Jüngeren und denjenigen, die Nachrichten hauptsächlich über soziale Medien konsumieren. Was verbindet diese beiden Themen? Fake News und Antisemitismus haben eines gemeinsam: die Verwendung von Ver schwörungserzählungen. Diese bieten ein fache Antworten auf komplexe Probleme und verbreiten sich rasant über soziale Me dien. Ein kritischer Umgang mit Nachrich ten und Sprache stellt daher eine wirksame Präventionsmaßnahme gegen Verschwö rungserzählungen dar. Die Erwachsenenbil dung kann dazu beitragen, demokratische Kompetenzen zu stärken und Menschen widerstandsfähiger gegenüber Verschwö rungserzählungen zu machen. Gibt es Strategien im Umgang mit Verschwörungserzählungen? Ob beim Thema Klimawandel oder wäh rend der Corona-Pandemie, laut Prenzel be gegnen Verschwörungserzählungen einem im privaten als auch öffentlichen Umfeld. Der wichtigste Schritt im Umgang damit ist: ins Gespräch kommen. Beide Exper ten waren sich einig, dass der Dialog die effektivste Strategie sei, insbesondere bei Menschen, die gar nicht oder wenig mit Verschwörungserzählungen in Berührung gekommen sind, aber anfällig dafür sind. Rathje empfahl zudem Strategien wie „Pre bunking", also die Vorbeugung, z.B. durch die Förderung von Medienkompetenz, oder „Debunking", das Widerlegen von Falsch behauptungen, z.B. durch Faktencheck. Im Fall von hartnäckigen Verschwörungsan hängern bleibe hingegen oft nur die soziale Ausgrenzung als letzter Ausweg. Welche Tipps gibt es für Gespräche in der Endlosschleife? Beim Familienessen lässt der Onkel erneut fallen, dass die „AfD die einzige Partei ist, die sich traut, Probleme offen anzuspre chen." Prenzel verdeutlichte anhand dieses Beispiels, dass jeder solche oder ähnliche Situationen kennt, in denen Gegenargu mente oft nicht ausreichen. Hier sind eini ge Tipps zu beachten: Vergessen Sie nicht, dass Sie es mit Menschen zu tun haben und Menschen Ausreden brauchen. Bedenken Sie, dass Sie selbst nicht fehlerfrei sind und reflektieren Sie Ihre eigene Position sowie mögliche Auslöser von Frustration und Är ger. Vergegenwärtigen Sie sich, dass es keine Verpflichtung gibt, Gegenargumente zu lie fern, insbesondere als Selbstschutz. Als Ausweg aus endlosen Gesprächen empfahl Prenzel die „Tripel A-Regel": Plat zieren Sie die Kernbotschaft an den An fang, erkennen Sie die Aussage des Ge sprächspartners an und liefern Sie dann Ihr Argument. Das wichtigste Element ist die Kernbotschaft, indem Sie einen prägnanten Satz wiederholen, um diesen im Gedächt nis Ihres Gesprächspartners zu verankern, beispielsweise: „Die AfD stellt gute Fragen, bietet aber keine Antworten". Die Aner kennung der Aussage des Gegenübers, ohne sofort dagegen zu argumentieren, ist entscheidend, da Behauptungen oft auf emotionaler Ebene statt auf sachlicher Basis getroffen werden. So können Sie sich aus der Rechtfertigungsschleife be freien. Erst wenn Ihre Kernbotschaft beim Gesprächspartner verankert ist, können Sie Argumente vorbringen, die gehört werden. Auf diese Weise führen Sie einen Dialog statt eines Streitgesprächs. Weitere Informationen und Beiträge zum Thema erhalten Sie in der Sonderausgabe des EPALE Ressourcen KITs: https://epale.ec.europa.eu/de/ sonder-ressourcen-kit-politische- bildung © N A b ei m B IB B NATALIA LOHMEYER leitet die Nationale Koordinierungsstelle EPALE in der NA beim BIBB lohmeyer@bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de/sonder-ressourcen-kit-politische-bildung mailto:lohmeyer@bibb.de 20 In eigener Sache 21 - - - - - - - - - - - - - - - Europäer aus tiefer Überzeugung Anerkennung und Dank zum Ruhestand von Klaus Fahle K laus Fahle hat die NA beim BIBB seit ihrer Gründung vor 23 Jahren geleitet. Zum Jahresende 2023 geht er in Ruhestand. Als NA beim BIBB wollen wir an dieser Stelle zusammen mit unseren Auftraggebern Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und EU-Kommission sowie nationalen und europäischen Kolleginnen und Kollegen das Wirken von Klaus Fahle würdigen und Danke sagen. 2022: Anschneiden der Erasmus-Geburtstagstorte auf der Jahrestagung © N A b ei m B IB B / C hr is tia n M ey er Zahlen sind evident und Evidenz ist Klaus Fahle wichtig. Daher zu nächst ein paar Zahlen. Bei ihrer Gründung im Jahr 2000 hatte die Agentur 12 Mitarbeitende und verfügte über jährliche Programm mittel in Höhe von 9 Millionen Euro. Heute, 23 Jahre später, arbei ten über 100 Personen in der NA beim BIBB und im Rahmen der Programme stehen Fördermittel von über 120 Millionen Euro zur Verfügung. Das europäische Bildungsprogramm war im Jahr 2000 der Ausgangspunkt der Gründung der Agentur und ist bis heute ihr Raison d´Être. Nach der Gründung führte Klaus Fahle die Organisati on sehr erfolgreich durch drei Programmübergänge und richtete sie systematisch als dienstleistungs- und kundenorientierte Einrichtung aus. Aus „Leonardo da Vinci“ und „Grundtvig“ wurde zunächst das „Programm für lebenslanges Lernen“ und dann „Erasmus+“, welches sich jetzt schon in seiner zweiten Programmphase befindet. Dabei war es Klaus Fahle immer wichtig, mit dem Programm einen spür baren Beitrag zur Weiterentwicklung der Berufs- und Erwachsenen bildung in Deutschland zu leisten und den gemeinsamen euro päischen Bildungsraum aktiv mitzugestalten. Das veranlasste das BMBF dazu, die Agentur ab dem Jahr 2007 auch mit der Umset zung der Leitaktion Mobilität und des Europasses zu betrauen. Wichtige weitere Schritte der Entwicklung waren die ISO-Zertifizie rung im Jahr 2009 sowie 2012 die Benennung als nationale Koordi nierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung und 2014 für EPALE. Seit 2017 hat die NA beim BIBB darüber hinaus das BMBF-Programm AusbildungWeltweit pilothaft entwickelt und um gesetzt. Der Zuwachs an Aufgaben verdeutlicht die hohe Wertschät zung der Auftraggeber BMBF und EU-Kommission für die Arbeit der NA beim BIBB und ihre kluge, vorausschauende und strategische Leitung durch Klaus Fahle. Jede Organisation wird stark von der Person geprägt, die ihre Grün dung umsetzt. Das gilt erst recht, wenn die Leitung einen so lan gen Zeitraum umfasst. Klaus Fahle war dabei das Wachstum an sich nicht wichtig, sondern die Möglichkeit, als überzeugter Europäer am gemeinsamen Haus Europa mitzubauen. Die Nationale Agentur beim BIBB hat von seiner innovativen Kraft, seinem Gestaltungs willen und weitgespannten Netzwerken sehr profitiert. Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung und danken Klaus Fahle. Berthold Hübers, Stellvertretender Leiter der NA beim BIBB, im Namen aller Kolleginnen und Kollegen der Nationalen Agentur 20 21 Bildung für Europa | Dezember 2023 In eigener Sache SOPHIA ERIKSSON WATERSCHOOT Direktorin der Abteilung „Jugend, Bildung und Erasmus“ bei der EU-Kommission UTE HALLER-BLOCK Referatsleiterin „Erasmus+- Koordinierung“ bei der EU-Kommission MICHAEL TEUTSCH Referatsleiter „Schulen und Mehrsprachigkeit“ bei der EU-Kommission © E U -K om m is si on // Klaus ist ein unermüdlicher Unterstützer europäischer Ko operationen im Bereich der Berufsbildung sowie der Erwachse nenbildung. Als Direktor der Nationalen Agentur beim BIBB hat er mehr als 23 Jahre lang maßgeblich die dort angesiedelten EU-Pro gramme gestaltet. Dazu zählen Leonardo da Vinci, das Programm für lebenslanges Lernen und Erasmus+. Er verfügt ohne Zweifel über ein ausgeprägtes historisches Ge dächtnis der Programme seit ihren Anfängen, was für die Gestal tung der Zukunft von immenser Bedeutung ist. Mit einer Kombination aus beeindruckendem Wissen, Kreativität, intelligenten Ideen und einem stets pragmatischen Umsetzungs ansatz hat Klaus maßgeblich dafür gesorgt, dass die Programme in Deutschland und darüber hinaus sichtbar und attraktiv waren. Er leistete einen vorbildlichen Beitrag zum Netzwerk der Nationalen Agenturen und war immer hilfsbereit bei der Lösungsfindung; und stets behielt er dabei die Programmziele im Hinterkopf. Wir ha ben oft seinen Sinn für Humor bewundert, den selbst die größ ten Herausforderungen nicht erschüttern konnten. Wir schätzten die offenen und vertrauensvollen Begegnungen mit ihm und die starken Beziehungen, die auf der Grundlage gegenseitigen Ver trauens und Austausches entstanden. All das werden wir sicherlich vermissen, wenn er uns verlässt, um neue Abenteuer zu beginnen. Einmal Erasmus, immer Erasmus: Klaus wird ohne Zweifel auch im Ruhestand ein wichtiger Botschafter des Programms bleiben! // STEFAN SCHNEIDER MinRat, Leiter des Referats 222 „Erasmus: Internationale Zusam menarbeit in der Berufsbildung“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung - - - - - - - - - - © p riv at // In den über 20 Jahren als Leiter der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung hat sich Klaus Fahle in vielfältiger Weise um die europäische Bildungszusammenarbeit verdient gemacht. Ihm ist es gelungen, ein hervor ragendes Team zu formen, das Erasmus+ und seine Vorgängerprogramme in der Erwachsenen- und beruflichen Bildung exzellent und engagiert umsetzt. Dabei hat sich Klaus Fahle nie nur als Verwalter verstanden. Er hat auch viele Initiativen ergriffen, die Instrumente der Bildungspolitik der EU in Deutschland weiter zu verbreiten durch Informationsveranstaltun gen, aber auch durch dauerhafte Unterstützungsmaßnahmen wie z.B. das Nationale Europass Center. Auch die Förde rung der außereuropäischen Mobilität in der beruflichen Bildung hat er mit AusbildungWeltweit zu seiner Sache gemacht. - - - Dem Bundesministerium für Bildung und Forschung war Klaus Fahle durchweg ein überaus verlässlicher, kluger, sach kundiger Ratgeber und loyaler Unterstützer, der sich unermüdlich für das Gelingen der europäischen Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung und der beruflichen Bildung eingesetzt hat. Klaus Fahle kann auf sein Wirken stolz sein. Das Erasmusreferat des BMBF wünscht ihm von Herzen alles Gute! - // 22 23 ERNST GESSLBAUER Direktor Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps – OeAD Agentur für Bildung und Internationalisierung, Wien © O eA D _K lim pt // - - - - - - - - Europa braucht Menschen, die sich mit Neuem auseinandersetzen, mit anderen zu sammenarbeiten und Herausforderungen annehmen wollen. Klaus Fahle ist dafür selbst das beste Beispiel: Er denkt und überlegt immer europäisch und gemeinschaftlich, ganz besonders wenn es um Berufsbildung und Erwachsenenbildung geht. Mit seinem Gespür, immer einer Pri se Humor, wenn nötig auch Kampfesgeist, gelingt es ihm seit vielen Jahren, andere zu überzeu gen, auf den gemeinsamen Weg mitzunehmen und dadurch europäische Programme positiv mitzugestalten. - - - Klaus Fahle trägt maßgeblich dazu bei, dass viele Menschen, Unternehmen und Bildungsein richtungen aus Deutschland erfolgreich am Programm Erasmus+ teilnehmen. Und noch etwas, das mir beruflich und persönlich ganz wichtig ist: Klaus Fahle hat großen Anteil an der höchst erfolgreichen deutsch-österreichischen Zusammenarbeit in Erasmus+. Aus der gegenseitigen Wertschätzung entstand in unserem Fall persönliche Freundschaft, die mir sehr wertvoll ist. - // MIKA SAARINEN Direktor Finnische Erasmus+ Nationale Agentur Nationale Agentur für Bildung EDUFI © S at u H aa vi st o // Bei den EU-Programmtreffen in Brüssel gibt es immer einen Moment, in dem Klaus um das Wort bittet. Da weiß man dann, dass ein besonders wich tiger Punkt der Tagesordnung ansteht. Wenn man Klaus zuhört, hat man die Chance, Neues zu lernen und frische Einblicke zu gewinnen. Sehr häufig hat er es auch geschafft, einen Kompromiss zu schmieden, mit dem alle Parteien vo rankommen. Das ist Klaus: Er beteiligt sich gezielt dort, wo die wichtigen Fragen ausdiskutiert werden! - - Ich hatte das Glück, Klaus viele Jahrzehnte lang zu kennen und eng mit ihm zusammenzuarbeiten. In all den Jahren war er ein unermüdlicher Unterstützer multilateraler Kooperationen zwischen unseren europäischen Staaten und Na tionalen Agenturen, auch bildungsbereichsübergreifend. Doch sein besonderes Interesse galt natürlich der Berufsbildung und dort sind uns in den vergangenen Jahren große Fortschritte gelungen. - Klaus ist ein echter Europäer. Das heißt, er versucht immer, Probleme aus der Sicht aller Mitgliedstaaten zu betrachten, wobei ein deutscher Filter hin und wieder durchscheint. Dank seiner herausragenden EU-weiten Netzwerke und Kontakte war er einer der Eckpfeiler unserer Zusammenarbeit mit der EU-Kommission. Mit einem fröhlichen und humorvollen, jedoch stets pragmatischen Augenzwinkern meistert Klaus professionelle und soziale Begegnungen. Er verfolgt Ziele mit Di plomatie sowie Entschlossenheit und agiert dabei lösungsorientiert. Ich habe sei ne Art zu arbeiten schon oft bewundert und es gibt sicherlich niemanden in der EU-Programmgemeinschaft, der mit mehr Hingabe arbeitet. - - Wenn Klaus jetzt seinen Ruhestand antritt, zieht sich nicht nur der Direktor einer Nationalen Agentur mit der längsten Amtszeit aus dem Berufsleben zurück, son dern es tritt gemeinsam mit ihm auch viel verborgenes Wissen und Kompetenz in den Ruhestand. Und ich persönlich werde sicherlich einen wahren Freund und inspirierenden Dialogpartner in unseren künftigen Brüsseler Sitzungen vermissen. - In eigener Sache // FRAUKE MUTH Leiterin der Nationalen Agentur JUGEND für Europa © K at hr in W ei de nt P ho to gr ap hy // Obwohl ich erst seit kur zem Leiterin der Nationalen Agentur JUGEND für Europa bin, fühlt es sich so an, als hätte ich Klaus Fahle bereits recht gut kennengelernt. Das liegt sicher daran, dass Klaus ein offener und engagierter Mensch ist, der sehr klare Haltungen zu den meisten Fra gen hat. Er hat sich seine große Ex pertise über lange Zeit erarbeitet und beschäftigt sich leidenschaftlich mit Themen, die für andere außerhalb der fachlichen Reichweite lägen. Klaus ist auch ein streitbarer Mensch, im besten Sinne des Wortes. In dem knappen Jahr, in dem wir uns ken nen, gab es Situationen, in denen wir uns nicht einig waren. Ich habe seine direkte und ehrliche Art in der Debat te von Anfang an geschätzt. Zweifel an gegenseitigem Respekt und Ver trauen gab es nie. Klaus´ Expertise, sein Engagement und sein Einfluss werden in der Grup pe der NA-Direktor*innen eine Lücke hinterlassen. Auf die Angelegenhei ten, denen Klaus nun sein Wirken widmen wird, werden wir ein kleines bisschen neidisch sein. // 22 23 Bildung für Europa | Dezember 2023 DR. THOMAS SPIELKAMP Direktor der Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung im PAD © P A D /M ar cu s G lo ge r // Seit 1996 bin ich im Kontext der EU-Bil dungsprogramme unterwegs; und schon damals war Klaus Fahle der Doyen der EU-Programme im Bereich der beruflichen Bildung. Über mehrere Programmge nerationen hinweg hat Klaus sich kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Programme eingebracht. Seine Beiträge im „jour fixe“ der vier deutschen NA-Leitungen waren legendär und auch in den Diskussionen unter allen europäischen Nationalen Agenturen in Brüssel mit der EU-Kommission hatte Klaus stets einen proaktiven Part. - - Wir beide haben an Schnittstellen zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung immer konstruktiv miteinan der kooperiert und viel voneinander gelernt. Vermissen werde ich sicherlich Klaus‘ strategischen Blick auf die Dinge: Immer hatte er das Große und Ganze im Blick, aber über die Details war er auch im Bilde. Wortge wandt hat er uns auf unseren „jours fixes“ auch schon mal die höhere Politik erklärt, und unsere Gespräche waren in der Sache immer eine Bereicherung. - - Lieber Klaus, vielen Dank für die Jahrzehnte der konst ruktiven Zusammenarbeit und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt! - // DR. STEPHAN GEIFES Direktor der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD © D A A D // Seit 36 Jahren steht Erasmus+ einschließlich seiner Vorgängerprogramme für den europäischen Aus tausch junger Menschen in Europa. Über 13 Millionen Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studie renden, aber auch Erwachsenen hat sich dadurch Euro pa erschlossen. Eine Erfolgsgeschichte! - - - Klaus Fahle hat maßgeblich Anteil an diesem Erfolg. Auf europäischer Ebene für das große Ganze und auf natio naler Ebene speziell für die Berufs- und Erwachsenenbil dung. In den letzten vier Jahren seines jahrzehntelangen unermüdlichen Engagements hatte ich das Privileg und Vergnügen, sein Kollege als Direktor einer der vier deut schen Nationalen Agenturen zu sein. Und da NA beim BIBB und NA DAAD beide im Geschäftsbereich des Bun desministeriums für Bildung und Forschung angesiedelt sind, waren die Berührungspunkte noch enger als zu den anderen Agenturen. In dieser Zeit habe ich viel von Klaus gelernt und habe seinen großen Erfahrungsschatz immer zu schätzen gewusst. Die Corona-Pandemie und der Start einer neuen Programmgeneration 2021 haben viele Anlässe zum Austausch und Vorstößen geboten. Ich habe immer gerne mit Klaus zusammengearbeitet. - - - - // 2010: Teilnahme am Firmenlauf im T-Shirt „Lebenslanges Laufen“ © p riv at 2022: Zum 35-jährigen Programmjubiläum am Steuer © N A b ei m B IB B / F ot os tu d io H eu pe l In eigener Sache 2022: Am Rednerpult © N A b ei m B IB B / C hr is tia n M ey er 24 25Erasmus+ Intelligente Stromnetze für die Zukunft Erasmus+-Projekt Smart Grid mit European Innovative Teaching Award 2023 ausgezeichnet I m Jahr 2021 verlieh die Europäische Kommission erstmals den European In novative Teaching Award (EITA). Damit würdigt sie europaweit herausragende Unterrichtspraktiken von Lehrenden und Schulen, die sich in Erasmus+-Pro jekten engagieren. In diesem Jahr stan den Impulse für Bildung und Innovation und die Einführung neuer Technologien in aktuelle Bildungssysteme im Fokus. Unter den Preisträgerinnen der Rubrik Berufliche Schule, ist die Heinrich-Ema nuel-Merck-Schule aus Darmstadt mit ihrem Projekt Smart Grid. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - © J ul ia E ss l „Mit Smart Grid wollen wir das vernetzte Denken in der Berufsbildung fördern und unseren Auszubildenden Handlungskom petenzen für die Herausforderungen der Zukunft vermitteln“, berichtet Dr. Gerald Hubacek, stellvertretender Leiter der Darm städter Schule für Elektro- und Informa tionstechnik. Von 2018 bis 2021 haben er und sein Team in einer Strategischen Partnerschaft zusammen mit Institutionen aus Österreich, Italien und Tschechien ein Ausbildungskonzept entwickelt, das tech nologieorientierte berufliche Kompetenzen in den Lernfeldern Energieerzeugung, -ver teilung und -umwandlung stärkt. Beson ders nachhaltig dabei: Die Erasmus+-Part nerschaft mündete in ein transnationales Bildungsnetzwerk, das sich der Verbreitung des Smart Grid-Ansatzes auch über das Pro jektende hinaus widmet. Smart Grids unterstützen die Energie wende Ein Smart Grid, auf Deutsch intelligentes Stromnetz, steuert auf Basis von innova tiven Technologien und Kommunikations systemen die optimale Energieversorgung. Dabei wird der Energiefluss über einen Al gorithmus clever und smart gesteuert. Auf diese Weise unterstützen Smart Grids den Übergang zu einer nachhaltigen und zuver lässigen Energieversorgung – sie sind von elementarer Bedeutung für das Gelingen der Energiewende. Mit Blick auf die Berufsbildung erfordert der vernetzte technologische Ansatz neue Denk- und Arbeitsweisen in den Fachge bieten Elektro- und Informationstechnik. „Wir sind sicher ein Stück weit Vorreiter, indem wir bestehende Berufsbilder zusam menbringen und Prozesse abbilden, die gerade in den klima- und energierelevanten Arbeitsfeldern richtungsweisend sind“, un terstreicht Hubacek. Den internationalen Austausch hält er dabei auch deshalb für wichtig, weil er es ermögliche, über den eigenen Tellerrand zu blicken und stets am Puls der Zeit zu sein. Hubacek wörtlich: „Wir haben festgestellt, dass in Italien und Tschechien bereits digitale Leistungsmesser (Smart Meter) in den Haushalten installiert sind, während bei uns noch die analogen zum Einsatz kommen. Entsprechend konn ten wir sehr viel voneinander lernen und gemeinsam innovative Zukunftskonzepte entwickeln.“ Lernende spielen aktive Rolle Im Unterricht möchten die beteiligten Schulen mit dem Projekt neue Wege beschreiten. Dazu entwickelten sie modulare Lernbausteine, die neben der Vermittlung der Inhalte und der Vertiefung des vorhandenen Wissens auch zum selbstgesteuerten und selbstorganisier ten Lernen anregen. „Uns war es von Beginn an wichtig, dass die Lernenden eine aktive Rolle spielen, um sie bestmöglich auf zu künftige Anforderungen im europäischen Energiesektor vorzubereiten“, so Hubacek. „Sie erhalten eine berufliche Kompetenzen fördernde Aufgabe, bei der sie die Lern schritte selbst ableiten und planen. Die Lehr kraft oder die Ausbilderinnen und Ausbilder fungieren dabei eher als Berater/-innen und Lernpartner/-innen.“ Bei der Entwicklung der Lernmaterialien konnten die Projektakteure auf eine gewach sene und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen aufbauen. Dazu Hubacek: „Wir hatten schon zuvor Projekte erfolgreich miteinander realisiert und sind daher aufeinander eingespielt. Unser gemeinsames Ziel in Smart Grid war es, in internationaler Zusammenarbeit ei nen Mehrwert für die Bildungsprozesse in den jeweiligen Ländern zu generieren. Das gilt sowohl in technischer und fachlich-di daktischer Hinsicht als auch bezüglich eu ropäischer Werte wie Demokratie, Frieden und den europäischen Einheitsgedanken. Diesen Gedanken wollen wir über die beruf liche Bildung auch in unsere Lernprozesse transportieren.“ Materialien stehen zur Verfügung Um die Ergebnisse von Smart Grid in den Unterricht der Berufsschulen zu implemen tieren, waren von Beginn an Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Auszu bildende in die Projektarbeit eingebunden. Die Resultate wurden im Kontext von Ver anstaltungen auch der Fachöffentlichkeit und anderen Akteuren der beruflichen Bil dung präsentiert und stehen als Download auf der Projektwebsite zur Verfügung. Die Preisverleihung durch die NA beim BIBB erfolgte am 7. November 2023 in Darm stadt. Ende November wurden die sieg reichen EITA-Projekte zudem im Rahmen eines europäischen Netzwerkevents bei der Europäischen Kommission in Brüssel vorge stellt. Manfred Kasper im Auftrag der NA Kontakt: Gerhard Hubacek hck@hems.de Website: https://leonardo-projekt.eu/ index.php/projects/smart-grid- intelligente-stromnetze-4-0/ mailto:hck@hems.de https://leonardo-projekt.eu/index.php/projects/smart-grid-intelligente-stromnetze-4-0/ 24 25 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - Neue Kriterien für Kooperations partnerschaften Prüfung der operationalen Leistungs fähigkeit von Antragstellern E in Wesensmerkmal der Partnerschaftspro jekte (Leitaktion 2) im Programm Eras mus+ ist die Erstellung hochqualitativer Ergebnisse. Die im Projektverlauf er stellten und implementierten Produkte wiederum wirken positiv zurück auf das Leistungsportfolio und die Außen wahrnehmung der teilnehmenden Or ganisationen. Diese Wirkungsdynamik wurde sowohl in eigenen Befragungen als auch in externen Analysen des Vor läuferprogramms bestätigt. In der aktuellen Programmgeneration mit ihrem tendenziell geringeren Entwick lungs- und Managementaufwand bei ver einfachten Finanzierungsregeln durch das eingeführte Pauschalsatz-Modell hat sich ab 2021 ein deutlicher Verdichtungsprozess unter den Akteuren in der Leitaktion 2 ent wickelt. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2023 auf höherem Niveau fort: Europaweit finden sich heute in über 75 Prozent aller Ko operationsprojekte hochaktive Einrichtungen mit extrem vielen parallelen Projektvorhaben als Koordinator oder Projektpartner. - - - - Der Europäischen Kommission und den Na tionalen Agenturen stellt sich in dieser Si tuation die Frage, ob weiterhin die „alte“ Wirkungsdynamik gilt, wenn Einrichtungen 20, 50, 100 oder 150 Projekte gleichzeitig durchführen. Durch sogenannte „Opera tional Capacity Checks“ soll sichergestellt werden, dass die Leistungsfähigkeit der Organisation einer Durchführung von meh reren parallelen Vorhaben angemessen ist und sich keine Einrichtung mit der Imple mentierung und dem Management von Partnerschaftsprojekten übernimmt. Nach europaweiten Diskussionen im Jahr 2023 haben wir uns für eine neue und einheit liche Strategie entschieden, die ab dem An tragsjahr 2024 umgesetzt werden wird. - - - - - - - Neue Strategie ab 2024 Alle Einrichtungen in der Leitaktion 2, die drei oder mehr Anträge für eine Koopera tionspartnerschaft einreichen, werden im Nachgang der Antragstellung aufgefordert werden, zusätzliche Informationen zur ope rationalen Leistungsfähigkeit ihrer Organi sation einzureichen. Diese Nachfragen kön nen sich auf unterschiedliche Dimensionen operationaler Kapazität beziehen, also bei spielsweise auf Angaben zu Mitarbeitenden in der Einrichtung und deren Profilen und Vertragsverhältnissen, auf Fragen zu frühe ren Projekten und deren Ergebnissen, auf Fragen zur Passung zwischen antragstellen der Einrichtung und beantragtem Vorha ben, aber auch auf Fragen zur finanziellen Einordnung des beantragten Projekts in den Gesamthaushalt des Antragstellers. - - - - - - - - Nach der Bewertung der eingereichten Un terlagen werden die Anträge dann entwe der in die Begutachtung weitergeleitet oder ggf. auch abgelehnt, falls die Prüfungen der Nationalen Agentur zu negativen Ergebnis sen führen, also z.B. die Leistungsfähigkeit der Einrichtung in Relation zur Anzahl der eingereichten Anträge nicht angemessen scheint oder die Ergebnisse in den einzel nen Dimensionen nicht zueinander passen. Idealerweise fügen sich die unterschied lichen Dimensionen in ein plausibles Ge samtbild von antragstellender Einrichtung und vorliegendem Projektvorhaben ein. Die NA beim BIBB versteht diese Überprüfung der Leistungsfähigkeit als Merkmal der Qua litätssicherung, denn die antragstellende Einrichtung verspricht mit ihrer Einreichung, dass sie über die professionelle Eignung zur Durchführung des Vorhabens verfügt. Und dies soll von jenen Antragstellern, die mehrere Anträge einreichen, nachgewiesen werden. - - - - - - - Die Europäische Kommission hat 2023 ag gregierte Daten zur Verfügung gestellt, die die Beteiligungen von Einrichtungen in ganz Europa und in jeglicher Rolle sichtbar machen. Zudem berücksichtigen die Da tenbanken auch zunehmend Vorhaben, die - - zwar eingereicht werden, aufgrund qua litativer Mängel jedoch nicht in Förderung genommen werden. Sollten die jeweiligen Anstrengungen der Nationalen Agenturen zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, so kann die Tendenz ggf. abgewendet wer den, von vornherein nur noch eine geringe Anzahl an Anträgen je Einrichtung zuzu lassen. In der Leitaktion 2 bei den kleine ren Partnerschaften wird für das Jahr 2024 schon eine Grenze eingezogen werden, in dem pro Organisation nur noch ein Antrag eingereicht werden darf; Ähnliches wird im Augenblick auch für die Kooperationspart nerschaften diskutiert. - - - - - - In der NA beim BIBB wird eine solch starre Reglementierung nicht unbedingt präfe riert. Prinzipiell sollen die besten Anträge von den am besten geeigneten Projekt trägern genehmigt werden. Die Leitaktion 2 im Programm Erasmus+ erlebt seit 2021 je doch einen sehr starken Sog und zieht auch Antragsteller an, deren Priorität auf einer hohen Zahl von Einreichungen zu liegen scheint und nicht auf Exzellenz des einzel nen Vorhabens. Dies kann programmseitig kaum als Erfolgsstrategie gelten und des halb wird die NA beim BIBB ab dem kom menden Jahr diese Prüfungen sehr ernst haft durchführen. - - - - - - - - - JÜRGEN VAN CAPELLE Leiter des Teams „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“ in der NA beim BIBB Erasmus+ © N A b ei m B IB B 26 27Erasmus+ © S tr el ci uc /A do be st oc k. co m 26 27 Bildung für Europa | Dezember 2023 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Partnerschaften stark nachgefragt – neuer Rekord in der Erwachsenenbildung Erasmus+ D ieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 13.11.2023 wieder. Im Vorgängerjour nal hatten wir ausführlich über die (erste) Antragsrunde des Jahres 2023 im Bereich der Mobilität (Leitaktion 1) berichtet. Daher konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2). - Nicht eingegangen wird dabei auf die zweite Antragsrunde. Zwar konnten zum 04.10.2023 erneut kleinere Partnerschaf ten beantragt werden, aber hierzu liegen noch keine Förderentscheidungen vor. Zur gleichen Frist konnten auch nochmals Mo bilitäten für Einzelpersonen in der Erwach senenbildung beantragt werden. Darüber ebenso wie über die neue Akkreditierungs runde (Frist 19.10.2023) berichten wir im Rahmen unserer Jahresstatistik. - - - - Berufsbildung Partnerschaften Im Bereich der Berufsbildung wurden in der ersten Antragsrunde 2023 191 Projekt anträge für Partnerschaften eingereicht. Ins gesamt wurden Finanzmittel in Höhe von 45,01 Millionen Euro beantragt. Davon ver teilen sich 46 Anträge auf die kleineren Part nerschaften mit 2,9 Millionen Euro und 145 Anträge auf die Kooperationspartnerschaf ten mit 42,37 Millionen Euro. - - - - - Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Stei gerung der Antragszahlen von 66 Prozent (2022: 115 Anträge), den größten Zuwachs gab es im Bereich der Kooperationspartner schaften. - - 58 Projekte erhielten eine Förderzusage, wobei 37 Kooperationspartnerschaften mit einem Fördervolumen von 11,8 Millionen Euro und 21 kleinere Partnerschaften mit 1,23 Millionen Euro bewilligt wurden. In annähernd der Hälfte aller Anträge 2023 wurde die Fördersumme von 250.000 Euro gewählt. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Kooperationspartnerschaften über 400.000 Euro und kleinere Partnerschaften mit einer Fördersumme von 60.000 Euro. Wie bereits im letzten Jahr wurden nur ver einzelt die Pauschalsummen 120.000 Euro oder 30.000 Euro beantragt. - Am häufigsten wurden die berufsbildungs spezifischen Prioritäten „Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an den Bedarf des Arbeitsmarkts“ und „Beitrag zur Innovation in der Berufsbildung“ adressiert. An dritter Stelle folgt mit „Bewältigung des digitalen Wandels durch Aufbau von digi taler Bereitschaft, Widerstandsfähigkeit und Kapazität“ die erste horizontale Priorität. - - Erwachsenenbildung Partnerschaften Einrichtungen der Erwachsenenbildung ha ben zur ersten Antragsrunde 2023 insge samt 278 Anträge eingereicht – so viele wie noch nie zuvor. Diese verteilten sich auf die Kooperationspartnerschaften mit 179 und auf die kleineren Partnerschaften mit 99 Anträgen. Die Zahl der Anträge zur ersten Antragsrunde war damit deutlich höher als in den beiden Runden 2022 zusammen und stellt eine Steigerung von über 85 Prozent im Vergleich zur ersten Runde 2022 dar. Eindeutig erklären lässt sich diese enorme Steigerung nicht; möglicherweise hängt sie mit einer gestiegenen Popularität des Pro gramms oder mit einem Motivationsschub nach der Corona-Pandemie zusammen. - - - Durch die hohen Antragszahlen und den damit verbundenen größeren Aufwand, die Anträge inhaltlich zu bewerten, verlängerte sich der Begutachtungszeitraum, so dass erst Ende August die Förderentscheidung fallen konnte. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget können nun 19 Kooperationspart nerschaften mit einem Fördervolumen von 6,1 Millionen Euro und 32 kleinere Partner schaften mit einem Budget von knapp 1,9 Millionen Euro gefördert werden. Da das zur Verfügung stehende Budget im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen ist und gleich zeitig keine Restmittel aus anderen Aktionen umgewidmet werden konnten, fällt die Förderquote in dieser Runde entsprechend niedrig aus: nur circa 10 Prozent bei den Ko operationspartnerschaften und rund 32 Pro zent bei den kleineren Partnerschaften. - - - - - Bezüglich der in den Projekten angespro chenen Themen lagen bei den Anträgen Inklusion, digitale Kompetenzen sowie Um welt und Klimawandel auf den ersten drei Plätzen. Dies spiegelt sich im Großen und Ganzen auch in der Wahl der Prioritäten wi der: Am häufigsten wurden Projekte mit der horizontalen Priorität „Inklusion und Vielfalt“ eingereicht, gefolgt von der erwachsenenbil dungsspezifischen Priorität „Kompetenzen von Pädagogen“ und den horizontalen Prio ritäten „Gemeinsame Werte“ und „Digitaler Wandel“. - - - - - Partnerschaften: Erste Antragsrunde 2022 und 2023 im Vergleich 2022 2023 B er u fs b ild u n g 115 Anträge + 66% 191 Anträge Er w ac h se n en b ild u n g 149 Anträge + 87% 278 Anträge 28 Weitere Themen 29 Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen So werden Auslandsaufenthalte für Azubis möglich - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Z u Beginn des Ausbildungsjahres 2023 startete die NA beim BIBB das neue Service-Portal www.Auslandsberatung- Ausbildung.de und ergänzt damit ihr Informations- und Beratungsangebot rund um Auslandsaufenthalte während der Ausbildung. Das Portal richtet sich an Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist eine attraktive und leistungsfähige Aus bildung für Unternehmen ein wichtiger Baustein. So sollen engagierte Schulabgän ger/-innen für den Betrieb begeistert und auch langfristig gehalten werden. Auslands aufenthalte während der Ausbildung sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für Unterneh men, die Auslandsqualifikationen für ihren Nachwuchs anbieten. Für die Umsetzung von Auslandsaufent halten kommt den ausbildungsverantwort lichen Personen in den berufsbildenden Ein richtungen und Lernorten eine bedeutende Rolle zu: An den Schlüsselpositionen ent wickeln sie neue Angebote und motivieren Auszubildende, diese Möglichkeiten für ihre Entwicklung zu nutzen. Denn Auslandsauf enthalte in der Berufsausbildung sind immer noch nicht so selbstverständlich wie in an deren Bildungsbereichen. Ziel: Zahl der Azubis mit Auslandser fahrung erhöhen Die Europäische Union – damit auch Deutschland – hat sich zum Ziel gesetzt, die Quote von Auszubildenden mit Auslands praxis bis zum Jahr 2025 auf acht Prozent zu erhöhen. Die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission „Beruf liche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ hatte in ihrem im Juni 2021 veröffentlichten Abschlussbericht sogar eine Quote von 20 Prozent bis zum Jahr 2030 vorgeschlagen. Das Bundesministerium für Bildung und For schung hat diese Richtung im Rahmen seiner Exzellenzinitiative Berufliche Bildung aufge griffen und will noch mehr Auszubildende für einen Auslandsaufenthalt begeistern. Hierbei unterstützt das neue Service-Portal. Die „Möglichmacher/-innen“ von Auslands aufenthalten finden dort einen Überblick über die Chancen, Rahmenbedingungen und konkrete Planungsschritte für die Pra xis. Der integrierte Stipendienfinder bündelt alle Förderprogramme, die Auslandsauf enthalte in der Berufsbildung finanzieren. Zudem berichten Berufsbildungsvertre ter/-innen, die von Lernaufenthalten im Ausland überzeugt sind, aus ihrer Perspek tive zum Mehrwert von Auslandsaufenthal ten und geben Tipps für die Organisation. Doch nicht nur Auszubildende können von Auslandsaufenthalten profitieren. Auch Ausbilderinnen, Ausbilder sowie Lehrkräf te beruflicher Schulen können ins Ausland gehen und sich dort für ihre Ausbildungs tätigkeit und ihre internationale Arbeit wei terbilden. Zu diesen Angeboten und über Möglichkeiten, wie Ausbildungseinrich tungen Auslandsaufenthalte strategisch ein setzen können, informiert das neue Portal ebenfalls. Auslandsberatung-Ausbildung.de ist ein kostenfreies und unabhängiges An gebot und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen finden wei terhin alle Informationen rund um Auslands aufenthalte während der Ausbildung auf dem Portal MeinAuslandspraktikum.de und den dazugehörigen Kanälen @meinauslands- praktikum auf Instagram und YouTube. - - INFO www.Auslandsberatung-Ausbildung.de Beratung: 0228 107 1566 Auslandsberatung-Ausbildung@bibb.de THERESA MAYERHÖFFER Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Beratungsservice für Aus landsaufenthalte in der Ausbil dung in der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de mailto:Auslandsberatung-Ausbildung@bibb.de 28 29 Bildung für Europa | Dezember 2023 Europäische Agenda Erwachsenenbildung Aufbruch in die achte Förderperiode 2024 bis 2025 Weitere Themen D ie Europäische Agenda Erwachsenenbildung (2021-2030) ist ein Schlüsselelement der europäischen Bildungsstrategie und zielt darauf ab, Bildung im Erwachsenenalter zu fördern und Lernmöglichkeiten für alle Bür gerinnen und Bürger zu verbessern. An der Umsetzung in Deutschland arbeiten wir, die Nationale Koordinierungsstelle für die Euro päische Agenda Erwachsenenbildung, auch in der achten Förderperiode, d.h. von 2024 bis 2025. - - Für Veranstaltungen und Vernetzungen in der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung haben wir folgende drei Pri oritäten festgelegt: - Grüner und digitaler Wandel In Anknüpfung an die Fachveranstaltung zum Thema Bildung für nachhaltige Ent wicklung (s. S. 31) soll hier der Austausch in der Umweltgrundbildung verstärkt wer den. Für den Bereich digitale Transformation möchten wir die entstandene Vernetzung zum Thema Qualifizierung von Bildungsper sonal zur digitalen Bildung älterer Menschen fortführen und intensivieren. Die Konzeption von weiteren Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Digitalisierung von nationaler oder europäischer Ebene ist möglich. - - - Innovative Lernumgebungen Das Thema innovative Lernorte soll vor allem mit Fokus auf die Zielgruppe der er wachsenen Lernenden mit niedriger Weiter bildungsbeteiligung umgesetzt und aktuelle erfolgreiche Beispiele von europäischer Ebe ne vorgestellt werden. - - - Förderung der Sichtbarkeit des Eu ropäischen Jahres der Kompetenzen im Rahmen der Nationalen Weiterbil dungsstrategie - - Die bisherige Fokussierung auf das Thema Life Skills planen wir mit der Erweiterung Future Skills fortzuführen. Hierbei handelt es sich um bereichsübergreifende Kompe tenzen, wie z.B. Kreativität, Problemlösungs kompetenz usw. Mit der Weiterentwicklung der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) möchten wir die Konzepte zu Schlüsselkom petenzen und Future Skills intensiver disku tieren und mit Blick auf ihre Anschlussfähig keit zur beruflichen und berufsbezogenen Weiterbildung überprüfen. Ein Beispiel für Future Skills ist die Demokratiekompetenz, die thematisch in Veranstaltungen einge bunden werden soll. Unser Ziel ist es, das European Year of Skills und die Rolle der all gemeinen Erwachsenenbildung in Deutsch land sichtbarer zu machen. - - - - - - - - Kooperationsmöglichkeiten für Sie Für neue Kooperationen und Veranstaltungs ideen zu den Schwerpunktthemen der eu ropäischen Agenda Erwachsenenbildung ist die Nationale Koordinierungsstelle immer offen. Dies gilt sowohl für Themen der be ruflichen Weiterbildung wie der allgemeinen Erwachsenenbildung. Wir laden Sie daher ein, die Umsetzung der Themenauswahl durch Ihre Beiträge aktiv mitzugestalten! - - - „Mission possible: Neue Wege politischer Erwachsenenbil dung“ - Was sind die aktuellen Entwicklungen und Debatten in der politischen Er wachsenenbildung? Und welche Rolle spielt Europa dabei? - In Kooperation mit Transfer für Bildung e.V. / Fachstelle politische Bildung – Transversalen hat eine Konferenz im Juni 2023 zu neuen Wegen politischer Erwachsenenbildung stattgefunden. U.a. wurde dort die Beteiligung an einem erweiterten europäischen Transformationsprozess diskutiert. Der Journalist und Schriftsteller Jürgen Wiebicke betonte, dass Erfahrungsräu me von Selbstwirksamkeit geschaffen werden müssten, in denen Menschen erleben können, dass sie Zusammen leben mitgestalten können. Wiebicke bezeichnete sie als „gute Orte“. Bezo gen auf Europa heißt das auch, dass es in der politischen Erwachsenenbildung neuer Kooperationen und Formate be darf, die Europa erlebbar machen. - - - - Veranstaltungsdokumentation: www.agenda-erwachsenenbil dung.de/Veranstaltungsdoku mentationen SIMONE KAUFHOLD Koordinatorin der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in der NA beim BIBB kaufhold@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/Veranstaltungsdokumentationen mailto:kaufhold@bibb.de 30 31 Infosplitter - - - - - Infosplitter EUROPÄISCHE UNION Du möchtest auch dabei sein? www.na-bibb.de Infos zu Fördermöglichkeiten in der Berufs- und Erwachsenenbildung gibts hier. Gleich scannen und dabei sein! Wir sind Teil der Community! © T ur ka n Ra hi m li & ro yy im zy /A do be St oc k | D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ © N A b ei m B IB B Das Erasmus+-Projekt CorEdu sensibilisiert Auszubildende im Schneiderhandwerk sowie in der Mode- und Textilindustrie für die Herausforderungen und Chancen nachhaltigen Handelns. Das Thema Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur in Workshops, sondern auch bei Auslandsaufenthalten behandelt. Die NA beim BIBB hat angehende Maßschneiderinnen sowohl in Leipzig als auch in Vicenza, Italien, mit der Kamera begleitet. Der Film „Geschickt eingefädelt – Nachhaltige Auslandspraktika für angehende Maßschneiderinnen“ ist online abrufbar: @nationaleagenturbildungfur3652 Poster „Wir sind Teil der Erasmus+ Community“ Passend zum Schwerpunktthema ist diesem Journal ein Poster beigelegt, mit dem Sie Ihre Beteiligung am europäischen Bil dungsprogramm nach außen kommunizieren und dafür werben können. Bei Bedarf können zusätzliche Poster über unsere Website angefordert werden. Sprechen Sie uns an, falls Sie die Druckvorlage nutzen und Ihr eigenes Logo ergänzen wollen. www.na-bibb.de/publikationen Flyer in Leichter Sprache Bereits seit Juni 2021 gibt es den Azubi-Flyer „Ein echter Gewinn für deine Ausbildung“. Dieser wirbt für Auslandsaufenthalte während der Ausbildung und beschreibt die Fördermöglichkeiten im Rahmen von Erasmus+. Er wurde jetzt in Leichte Sprache übertra gen. Unter dem Titel „Ein Vorteil für deine Berufs-Aus bildung“ liegt der Flyer als barrierefreie PDF und dem nächst als Printprodukt vor. www.na-bibb.de/publikationen Termin vormerken: Europawahl 2024 steht zum zehnten Mal die Wahl des Europäischen Parlaments an. Alle Bürge rinnen und Bürger der Europäischen Union sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Erstmals können auch Unionsbürgerinnen und -bürger wählen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. In Deutschland findet die Wahl am 9. Juni 2024 statt. https://elections.europa.eu/de/ https://elections.europa.eu/de/ http://www.na-bibb.de/publikationen http://www.na-bibb.de/publikationen https://www.youtube.com/@nationaleagenturbildungfur3652 30 31 Bildung für Europa | Dezember 2023 Datenbank Europass Mobilität: Neue Video-Tutorials Wie lassen sich Daten aus dem Mobility Tool und Beneficiary Modul in die Europässe Mobilität importieren? Wie können in der Datenbank Teilnehmendenverträge erzeugt werden? Das Nationale Europass Center hat neue Video-Tutorials zu häufigen Fragen rund um die Beantragung und Erstellung des Mobilitätsnachweises erstellt. Insgesamt bietet die Videohilfe in der Datenbank jetzt zehn Videotutorials. https://de.europass-db.com/de/europass-mobilitaet-login.asp (Menüpunkt Videohilfe) So nutzen Sie EPALE für Ihr Projekt EPALE ist mit mehr als 100.000 Mitgliedern die größte Online-Community in Europa, die sich speziell an Menschen richtet, die in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind. Die Plattform bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten, sich und Ihre Projekte in ternational zu präsentieren und durch den gesamten Projektzyklus hindurch sichtbar zu machen. - Entdecken Sie die neue EPALE Matrix als interaktives Online-Dokument mit weiter führenden Informationen, Tipps und Tricks. - https://epale.ec.europa.eu/de/ resource-centre/content/so- nutzen-sie-epale-fuer-ihr-projekt Weiterbildungssuche jetzt mit Ange boten aus Deutschland - Lernende aus ganz Europa können im Eu ropass-Portal nach Weiterbildungen und Kursen suchen. Im Oktober 2023 wurden auch die Angebote aus Kursnet, dem Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesa gentur für Arbeit, an Europass übertragen. Somit können Nutzer/-innen nun nach Weiterbildungsangeboten in insgesamt 20 europäischen Ländern im Europass-Portal recherchieren. Die Kurssuche ist aktuell noch im Aufbau und wird laufend ergänzt. - - https://europa.eu/europass/ eportfolio/screen/course?lang=de „Vom Wissen ins Tun: Wie kann Europäische Erwachsenenbildung zum nachhaltigen Handeln aktivieren?" Unterstützung für Bildungsverantwortliche und Erwachsenenbildungsinstitutionen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft stand im Mittelpunkt der Fachver anstaltung von Erasmus+ Erwachsenenbildung, EPALE und der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung. Spannende Inputs u.a. von Lea Dohm (Psychologists for Future) können Sie sich noch einmal als Video anschauen. - www.agenda-erwachsenenbildung.de/ Veranstaltungsdokumentationen - - Neues EPALE Ressourcen-KIT Diskriminierung, Migration und Klimawandel - solch einschneidende Lebensereignisse oder belastende Lebensumstände erzeugen Stress. Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, aus eigener Kraft handlungsfähig zu sein und Krisen zu meistern. Entdecken Sie im neuen Ressourcen-KIT einen umfassenden Über blick über Beiträge auf EPALE zum Thema Selbstwirksamkeit und erfahren Sie, was die Erwachsenenbildung beitragen kann. - https://epale.ec.europa.eu/ de/blog/epale-deutschland- ressourcen-kits Infosplitter Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ Deutschland Europäisches Jahr der Kompetenzen Noch bis Mai 2024 steht europaweit die Förderung der Aus- und Weiterbildung im Fokus. Das Europäische Jahr der Kompetenzen adressiert den Fachkräftemangel und un terstützt Menschen dabei, ihre Kompetenzen auf die Arbeitsmarkterfordernisse auszu richten. Sie möchten sich beteiligen? Besuchen Sie die offizielle Kampagnen-Webseite: https://year-of-skills.europa.eu https://epale.ec.europa.eu/de/resource-centre/content/so-nutzen-sie-epale-fuer-ihr-projekt https://europa.eu/europass/eportfolio/screen/course?lang=de http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/Veranstaltungsdokumentationen https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-deutschland-ressourcen-kits https://de.europass-db.com/de/europass-mobilitaet-login.asp https://year-of-skills.europa.eu Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 @nabibb_de @EUEB_de @meinauslandspraktikum www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Hochschulbil dung, Sport (Personal) - - > 20.02.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA nur Bereich Jugend 20.02.2024 01.10.2024 jeweils 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend > > Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Jugend - 01.10.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Leitaktion 2 Kooperationspartnerschaften in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend, mit Ausnahme der von europäischen NGOs eingereichten Partnerschaften 05.03.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA im Bereich Sport 05.03.2024, 17:00 Uhr NA Jugend NA Jugend Kleinere Partnerschaften > in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbil dung, Erwachsenenbildung und Jugend - > 05.03.2024 01.10.2024 jeweils 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA im Bereich Sport 05.03.2024, 17:00 Uhr NA Jugend NA Jugend : - Zentren der beruflichen Exzellenz 07.05.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Innovationsallianzen 07.03.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Kapazitätsaufbau im Bereich berufliche Bildung 29.02.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Wichtige Internet-Adressen Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://education.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu Die Angaben basieren auf dem aktuellen Infor mationsstand (28.11.2023). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A07/2023. AusbildungWeltweit: nächste Antragsfrist am 15.02.2024 für Aufenthalte zwischen Juni 2024 und Mai 2025 http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de http://www.eacea.ec.europa.eu https://education.ec.europa.eu/de https://twitter.com/nabibb_de https://twitter.com/EUEB_de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/?hl=de Bildung für Europa 38 Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis Titel & Inhaltsverzeichnis (Seite 5) Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Wachsende Bedeutung für die Projektpraxis Heterogenes Feld an Themen und Zielgruppen Welche neuen Angebote gibt es? Info Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Qualifizierung „Gedenkstättenpädagogik“ Projektinfo EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB 120 Aktive in elf Ländern Aktivitäten der ehrenamtlich Tätigen Wie unterstützen die Nationalen Agenturen? Highlight: Europäische Treffen Info Gemeinsam europäische Werte stärken Im Zeichen der Vielfalt Nutzerbeirat Erasmus+ Good Practice: #GetInvolved Materialien für Lehrende und Lernende Projektinfo Good Practice: KOSMO_POLIS Lernorte: Sprachschule und Theater Projektinfo SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte Info Good Practice: Wires Crossed Aufbau kommunaler Bürgermedien Projektinfo Fake News und Antisemitismus Was versteht man unter Fake News und Antisemitismus? Was verbindet diese beiden Themen? Gibt es Strategien im Umgang mit Verschwörungserzählungen? Welche Tipps gibt es für Gespräche in der Endlosschleife? In eigener Sache Europäer aus tiefer Überzeugung Erasmus+ Intelligente Stromnetze für die Zukunft Smart Grids unterstützen die Energiewende Lernende spielen aktive Rolle Materialien stehen zur Verfügung Neue Kriterien für Kooperationspartnerschaften Neue Strategie ab 2024 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Berufsbildung Partnerschaften Erwachsenenbildung Partnerschaften Weitere Themen Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen Ziel: Zahl der Azubis mit Auslandserfahrung erhöhen Info Europäische Agenda Erwachsenenbildung Grüner und digitaler Wandel Innovative Lernumgebungen Förderung der Sichtbarkeit des Europäischen Jahres der Kompetenzen im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie Kooperationsmöglichkeiten für Sie „Mission possible: Neue Wege politischer Erwachsenenbildung“ Infosplitter Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ Poster „Wir sind Teil der Erasmus+ Community“ Flyer in Leichter Sprache Termin vormerken: Europawahl Datenbank Europass Mobilität: Neue Video-Tutorials So nutzen Sie EPALE für Ihr Projekt Weiterbildungssuche jetzt mit Angeboten aus Deutschland „Vom Wissen ins Tun: Wie kann Europäische Erwachsenenbildung zum nachhaltigen Handeln aktivieren?" Neues EPALE Ressourcen-KIT Europäisches Jahr der Kompetenzen Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ …

[…] Microcredentials in Erasmus+ Information | Good Practice | Unterstützung www.na-bibb.de/vet-team Nationales VET-Team Beratung – Schulung – Transfer http://www.na-bibb.de/vet-team Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung Inhalt Einleitung .................................................................................................................................................. 2 I. Kontext und Grundlagen von Microcredentials in Erasmus+ ............................................................... 3 I.1 Hintergrund ..................................................................................................................................... 3 I.2 Was sind Microcredentials? ............................................................................................................ 4 I.3 Microcredentials für „upskilling“ und „reskilling“ .......................................................................... 5 II. Good Practice – Microcredentials in Erasmus+-Projekten .................................................................. 6 II.1 Was können Sie von den Good-Practice-Beispielen erwarten? .................................................... 6 II.2 Die Good-Practice-Beispiele ........................................................................................................... 7 III. Unterstützung ................................................................................................................................... 17 III.1 Lernergebnisorientierung als Grundlage von Microcredentials ................................................. 17 III.2 Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials ................................................................... 17 III.3 Standards und Anerkennung....................................................................................................... 18 III.4 Netzwerke und Plattformen ........................................................................................................ 19 Resümee: Überlegungen für die Entwicklung von Microcredentials .................................................... 20 Quellenverzeichnis ................................................................................................................................. 22 Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 2 Einleitung „Microcredentials“ sind Nachweise über die Lernergebnisse, die eine Lernende /ein Lernender im Rahmen einer weniger umfangreichen Lerneinheit erzielt hat. […]“ Quelle: Empfehlung des Rates (EU) 2022/C 243/02 vom 16. Juni 2022 über einen europäischen Ansatz für Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit, Amtsblatt der Europäischen Union (ABl. EU) C 243 vom 27.6.2022, S. 14 In Folge dieser Empfehlung sind Microcredentials (MC) aus der bildungspolitischen Diskussion in Europa nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Erasmus+-Projekte mit dem Schwerpunkt Microcreden tials wurden seitdem ins Leben gerufen. Doch finden sich Erasmus+-Projekte mit wesentlichen Ele menten von Microcredentials bereits vor Veröffentlichung der Empfehlung vom Juni 2022. Oft ver wenden diese „Pioniere“ den Begriff Microcredentials gar nicht. Vielmehr ist von „Units“, „Modulen“ oder „Kleineren Einheiten von Lernergebnissen“ und ähnlichem die Rede. Gleichwohl können Sie auch diesen Projekten Anregungen für die Entwicklung von Microcredentials entnehmen. - - - Wieso Microcredentials? Überall dort, wo kurzfristig flexible und praxisnahe Kompetenzen benötigt werden, haben sich Microcredentials bewährt: in Lernaufenthalten im Ausland, im Rahmen des lebenslangen Lernens Er wachsener, bei der Kompetenzanpassung zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit Geringqualifi zierter sowie in der strategischen Personalentwicklung zur Deckung des Fachkräftebedarfs. Zertifi zierbare, flexibel einsetzbare kleinere Einheiten von Lernergebnissen werden in all diesen Bereichen erfolgreich eingesetzt. - - - An wen richtet sich diese Broschüre? Diese Broschüre richtet sich an Einrichtungen beruflicher Bildung, die sich im Rahmen von Erasmus+- Partnerschaften und -Kooperationen oder im transnationalen Mobilitätskontext mit Microcredentials befassen möchten. Sie informiert über Grundzüge von Microcredentials, zeigt Good Practice auf und unterstützt bei der Entwicklung und Umsetzung. Wie können Sie diese Broschüre nutzen? ▪ Teil I vermittelt relevante Informationen zum Kontext und zu Grundlagen von Microcreden tials. Was sind sie nach der EU-Definition? Wo ist ihr Einsatz sinnvoll? - ▪ Teil II zeigt anhand von Good-Practice-Beispielen von Erasmus+-Projekten, für welche unter schiedlichen Zwecke Microcredentials eingesetzt werden können. - ▪ Teil III bietet Unterstützung durch Hinweise auf Leitfäden, Netzwerke, Templates sowie Links zu weiteren Informationsquellen. ▪ Ein abschließendes Kapitel resümiert die zentralen Aspekte für die Entwicklung qualitativ hochwertiger Microcredentials. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 3 I. Kontext und Grundlagen von Microcredentials in Erasmus+ I.1 Hintergrund Herausforderungen und europäische Antwort Die Berufsbildung in Europa verändert sich kontinuierlich: Die grüne und digitale Transformation, der beschleunigte technologische Wandel sowie globale Krisen – Pandemien oder geopolitische Konflikte – stellen neue Anforderungen an Qualifikationen und somit auch an die Art des Lernens und den Nachweis des Erlernten dar. Zugleich verschärft der europaweit zunehmende Fachkräftemangel den Handlungsdruck auf die Bildungssysteme, die Lernenden schneller und zielgerichteter auf neue Kom petenzbedarfe vorbereiten. - Als eine Antwort darauf hat der Rat der EU im Juni 2022 die Empfehlung für einen europäischen An satz zu Microcredentials verabschiedet. Ziel ist es, lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit durch Anerkennung kleiner, zertifizierbarer Lerneinheiten zu fördern. Diese Empfehlung baut auf langjährigen europäischen Entwicklungen auf. - Meilensteine auf dem europäischen Weg zu Microcredentials seit 2000 Kopenhagen-Prozess zur Schaffung eines europäischen Raums des lebenslangen Lernens seit 2000 Perspektivwechsel zu Lernergebnissen: „Shift to Learning Outcomes“, Cedefop 2009) 2004 - 2008 Entwicklung europäischer Transparenzinstrumente wie Europass (Start 2005), EQR (Start 2008), EQAVET (Start 2009) 2020 – 2025 European Skills Agenda Juni 2022 -Empfehlung des Rates über einen europäischen Ansatz für Micro credentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit …und darüber hinaus… ab 2025 Union of Skills Microcredentials – global Microcredentials sind nicht auf den europäischen Bildungsraum oder auf Einrichtungen der Berufsbil dung beschränkt. Besonders im Hochschulbereich haben sie sich seit den 2000er-Jahren als Teil eines neuen internationalen Bildungsmarktes etabliert – etwa durch internetbasierte Lernangebote, wie die MOOCs (Massive Open Online Courses). - Angelsächsische Bildungssysteme (z. B. Australien, Kanada, Südafrika, Neuseeland, USA) haben die sen Markt früh erschlossen. Auch internationale Organisationen wie UNESCO, OECD, ETF und ILO treiben die Entwicklung voran. - In Europa begann die Auseinandersetzung mit Microcredentials also vergleichsweise spät. – Doch haben europäische Forschungsinstitute und vor allem das Cedefop bereits im Vorfeld der Empfeh lung des Rates von 2022 eine Reihe von Studien und Publikationen rund um Microcredentials initi iert. - - Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 4 I.2 Was sind Microcredentials? Die Diskussion der Frage „Was sind Microcredentials?“ wird europaweit und global lebhaft geführt. Da der Fokus dieser Broschüre auf Erasmus+ Berufsbildung liegt, orientiert sie sich an der Definition der EU-Ratsempfehlung von 2022: Microcredentials – Definition der EU (Auszug) - - - „Microcredentials“ sind Nachweise über die Lernergebnisse, die eine Lernende bzw. ein Lernender im Rahmen einer weniger umfangreichen Lerneinheit erzielt hat. Diese Lernergebnisse werden an hand transparenter und eindeutig definierter Kriterien beurteilt. Lernerfahrungen, die zum Erhalt von Microcredentials führen, sind so konzipiert, dass sie den Lernenden spezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen vermitteln, die den gesellschaftlichen, persönlichen, kulturellen oder arbeitsmarktbezogenen Bedürfnissen entsprechen. […] Sie werden durch eine Qualitäts sicherung gestützt, die sich an den im jeweiligen Sektor oder Tätigkeitsbereich vereinbarten Stan dards orientiert. […] Quelle: Rat der Europäischen Union (2022), Seite 14. Kernelemente von Microcredentials Microcredentials basieren auf klar definierten Lernergebnissen. Diese beschreiben, was Lernende nach einem Lernprozess wissen, verstehen und anwenden können. Lernergebnisse sind grundsätzlich unabhängig vom Lernort, der Lerndauer oder der gewählten Lernmethode. Mehrere zusammenhän gende Lernergebnisse können zu Einheiten von Lernergebnissen gebündelt werden, die eine struktu rierte und kohärente Kompetenzbeschreibung ermöglichen. Sie können bewertet und zertifiziert werden. - - Die Bewertung eines Microcredentials erfolgt auf der Grundlage transparenter Kriterien, etwa durch Prüfungen, Portfolios oder beobachtungsbasierte Verfahren. Um Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit sicherzustellen, unterliegen Microcredentials einer systematischen Qualitätssicherung – beispiels weise entlang des EQAVET-Zyklus mit seinen Schritten Planung, Durchführung, Bewertung und Wei terentwicklung. - - Für die Anerkennung von Microcredentials sind gemeinsame Standards entscheidend, in erster Linie die Standards der EU-Ratsempfehlung. Sie können sich gemeinsam mit Ihren Projektpartnern aber auch für andere Standards entscheiden. Ausführlichere Informationen und Unterstützung bei der Anwendung dieser Kernelemente finden Sie in der „Roadmap Lernergebnisorientierung“ und weiteren Leitfäden des Nationalen VET-Teams unter www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität.1 1 Siehe auch Teil III,1 dieser Broschüre. http://www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 5 I.3 Microcredentials für „upskilling“ und „reskilling“ Durch die in Abschnitt I.2 beschriebenen Kernelemente eignen sich Microcredentials besonders gut, um auf „gesellschaftliche, persönliche […] oder arbeitsmarktbezogene Bedürfnisse“ (vgl. ABl. EU C 243/02, S. 14, 2022) zu reagieren. Als ein Verfahren des Upskilling und Reskilling von Kompetenzen leisten sie dabei die notwendige Unterstützung. • Gesellschaftlich: soziale Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mündigkeit fördern / horizontale Prioritäten von Erasmus+ unterstützen. • Arbeitsmarktbezogen: durch Upskilling und Reskilling Kompetenzengpässe ausgleichen / dem Fachkräftemangel begegnen. • Persönlich: durch Upskilling und Reskilling Be schäftigungsfähigkeit bewahren und herstellen / lebenslanges Lernen fördern. - Microcredentials bieten eine flexible Möglichkeit2, Kompetenzlücken zu schließen – beson ders dann, wenn der Qualifikationsbedarf von Unternehmen und das vorhandene Bildungs angebot nicht zusammenpassen. Das zeigt sich etwa beim Fachkräftemangel: Viele Branchen benötigen kurzfristig spezifische Fähigkeiten, die formale Bildungswege oft nicht schnell ge nug vermitteln können. - - - Für Beschäftigte wie Arbeitslose können Microcredentials deshalb ein wirksames Instrument sein, ihre Beschäftigungsfähigkeit zu stärken. Sie ermöglichen es, gezielt neue, arbeitsmarkt relevante Kompetenzen zu erwerben und sichtbar zu machen – etwa, um sich auf neue Auf gaben vorzubereiten oder den (Wieder-)Einstieg zu erleichtern. - - 2 Microcredentials sind jedoch nur eine Möglichkeit; auch andere Weiterbildungsformate und betriebliche Lernangebote können die Lücke zwischen Kompetenzbedarf und -angebot wirksam schließen. - - - - Upskilling: Erweiterung und Aktualisie rung vorhandener Kompetenzen zur Be wältigung neuer Anforderungen im beste henden Berufsfeld. Quelle: Europäische Kommission (2020), Seite 3. Reskilling: Erwerb neuer Kompetenzen zur Vorbereitung auf eine andere berufli che Rolle oder ein neues Tätigkeitsfeld. Quelle: OECD (2019), Seite 46. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 6 II. Good Practice – Microcredentials in Erasmus+-Projekten Der Blick auf Good-Practice-Beispiele in Erasmus+-Projekten der Leitaktion 2 (KA2) illustriert das breite Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten von Microcredentials. Unter den hier aufgeführten Beispielen finden sich etliche „Pioniere“, also Projekte, die bereits vor dem Erscheinen der Empfeh lung von 2022 zu kleineren Lerneinheiten gearbeitet haben. In manchen dieser Projekte ist noch gar nicht explizit von Microcredentials die Rede, sondern von Modulen, Units, kleineren Lerneinheiten, Badges. - Bei der Darstellung der Projekte kommt es weniger darauf an, dass sie die in der EU-Definition ge fassten Elemente von Microcredentials vollständig enthalten. Vielmehr wird beispielhaft aufgezeigt, welche Funktionsweisen mit einzelnen Elementen verbunden sind. - II.1 Was können Sie von den Good-Practice-Beispielen erwarten? Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) fördert die internationale Zusammenarbeit, den Austausch und die Ent wicklung innovativer Ansätze zwischen Organisationen. Dazu gehört auch die Arbeit an Microcreden tials in transnationalen Netzwerken. Alle ausgewählten Good-Practice-Beispiele wurden im Rahmen dieser Förderlinie umgesetzt und zeigen, wie Partner aus unterschiedlichen Berufsbildungssystemen grenzüberschreitend nutzbare Microcredentials oder vergleichbare Einheiten von Lernergebnissen entwickeln. - - Was ist bei der Zusammenarbeit mit transnationalen Partnern zu beachten? - - - Die Systeme beruflicher Bildung in den Ländern Europas unterscheiden sich, auch im Hin blick auf ihre Nähe zum Konzept der Microcredentials. Während modular ausgerichtete Berufsbildungssysteme (zum Beispiel das irische) Elemente von Microcredentials integrie ren und im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) verorten, sind ganzheitlich ausgerich tete Systeme (zum Beispiel das österreichische oder das deutsche) weiter davon entfernt. Darüber hinaus zeigen die Good-Practice-Beispiele, dass Microcredentials je nach Zielgruppe, Um fang und Einsatzkontext sehr unterschiedlich gestaltet sein können – von einfachen, klar abgegrenz ten Kompetenznachweisen bis hin zu komplexeren Einheiten. - - Auf den Webseiten der „Pionier“-Projekte finden sich Beispiele bereits entwickelter Microcredentials oder vergleichbarer Einheiten (Units oder Module). Bei den „jüngeren“ Erasmus+-Projekten3 liegt der Schwerpunkt neben der Entwicklung und Implementierung von Microcredentials auf der Unterstützung von Bildungspersonal: Sie stellen methodische Hinweise, Leitfäden und Templates bereit, die dabei helfen, Microcredentials systematisch zu planen, zu gestalten und in der Bildungspraxis umzusetzen. 3 Die „jüngeren“ Projekte (Start ab 2023) waren zur Zeit der Erstellung dieser Broschüre (Anfang 2026) erst kurz beendet oder laufen noch, zum Teil (Projekt Mastery) bis Ende 2026. Daher sind weitere Ergebnisse zu erwarten. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 7 II.2 Die Good-Practice-Beispiele4 RetRail Start: November 21 Fokus: Upskilling/Reskilling; Anerkennung von Microcredentials in sektoralen Netzwerken CREDinGREEN Start: Januar 22 Fokus: Upskilling von Führungskräften; strategische Fachkräfteentwicklung MOTIV-Action Start: April 21 Fokus: Upskilling geringqualifizierter Erwachsener; online-gestützte Beratung BEM Start: Januar 23 Fokus: Arbeitsmarktrelevante Microcredentials; Rahmenwerk für die Entwicklung von Microcredentials Mastery Start: Januar 24 Fokus: Microcredentials für horizontale Prioritäten; Aufwertung transversaler Kompetenzen Über die hier in den Fokus gerückten Schwerpunkte hinaus enthalten die Projekte weitere Anregungen für die Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials. Ein Blick auf die Webseiten der auf den nächsten Seiten vorgestellten Projekte lohnt sich! 4 Die fünf Projekte sind kofinanziert durch die Europäische Union. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 8 Good Practice I: RetRail – New Trends in Retail Commerce Fokus: Upskilling/Reskilling; Anerkennung von Microcredentials in Netzwerken Projektinformation: Titel: RetRail – New Trends in Retail Commerce Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) Laufzeit: 01.11.2021 – 31.10.2023 Koordinierende Einrichtung: Cámara Oficial de Comercio, Industria, Servicios y Navegación de Valencia Partnerländer: Bulgarien, Griechenland, Portugal, Slowenien, Rumänien, Zypern Projektwebsite: https://retrail.eu/ Ausgangspunkt von RetRail: KMU im Einzelhandel sehen sich einem rasch wandelnden Kompetenzbe darf gegenüber. Verschärfte Konkurrenz durch weltweite Anbieter ebenso die Zunahme des eCom merce in diesem Sektor machen kontinuierliche Anpassungen des Kompetenzprofils der Mitarbeiten den nötig. - - - Microcredentials sind eine Antwort. Sie sind ein flexibles Instrument, das sowohl für Upskilling (Ver besserung bestehender Kompetenzen) als auch für Reskilling (Erwerb neuer Kompetenzen) einge setzt werden kann. - - Der portugiesische Projektpartner von RetRail, CECOA, ist ein nationales Kompetenzzentrum mit regi onalen Standorten in Lissabon, Porto und Coimbra. Durch die Nähe zur nationalen Arbeitsbehörde sowie durch Kooperationen mit Bildungsanbietern, Unternehmen, Branchenverbänden wird landes weit Anpassung von Kompetenzen im Handels- und Dienstleistungssektor gefördert. - - Aus der Perspektive von CECOA wird gezeigt, wie das Ziel einer kontinuierlichen Anpassung von Kom petenzen auf sektoraler und regionaler Ebene gelingen kann5: - - Der Trainingsbedarf wird durch Einbeziehen relevanter Akteurinnen und Akteure des Arbeitsmarktes, Kammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter/innen ermittelt. - Die Bereitstellung der Lerneinheiten findet unter Berücksichtigung des ermittelten Bedarfs und in enger Abstimmung mit oben genannten Akteurinnen und Akteuren statt. 5 Weitere Informationen finden Sie in der Präsentation “Microcredentials for the labour market – focus on retail: a case from Portugal”. https://www.cedefop.europa.eu/en/events/peer-learning-activity- microcredentials-labour-market-sectoral-approach-manufacturing-and-retail https://retrail.eu/ https://www.cedefop.europa.eu/en/events/peer-learning-activity-microcredentials-labour-market-sectoral-approach-manufacturing-and-retail https://www.cedefop.europa.eu/en/events/peer-learning-activity-microcredentials-labour-market-sectoral-approach-manufacturing-and-retail Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 9 - Die Lernmodule von RetRail sind kurze (ab 10 bis 60 Stunden), bedarfsorientierte und zertifi zierbare Einheiten, die flexibel kombinierbar sind. - - Für die Feststellung der Lernergebnisse gibt es klare Vorgaben. Jedes Tool enthält Hilfestel lungen zur Selbstevaluation des Lernergebnisses: „Quiz“, „Detective stories“ oder „Reality checks“ ̶ “questions that help you to evaluate if your business is ready to implement the to pic learnt in this module“ (a.a.O.). - - - Die Qualität wird gesichert indem nur national akkreditierte Bildungsanbieter mit der Ver mittlung der Module betraut werden. - - Die durch Bearbeiten eines Moduls erreichten Lernergebnisse werden durch Badges „Lisbon City of Learning by badgecraft“ zertifiziert. Diese Badges sind bei allen Unternehmen des Sek tors in der Region und darüber hinaus anerkannt. - Quelle: https://cityoflearning.eu Cities of Learning Lissabon ist Mitglied in „Cities of Learning“, einem globalen Netzwerk von Städten, Gemeinden und Bildungsakteuren, die eine gemeinsame Plattform nutzen (siehe Teil III dieser Broschüre). Lisbon City of Learning ist ein Beispiel, wie eine Stadtverwaltung gemeinsam mit Schulen, Kammern, Unternehmen und weiteren Akteurinnen und Akteuren ein offenes Lernökosystem schafft. Die Zusammenarbeit basiert auf einer digitalen Plattform, die Lernangebote sichtbar macht, Open Badges vergibt und die relevanten Akteurinnen und Akteure vernetzt (Cedefop 2023). Um das für die Anerkennung essenzielle „gegenseitige Vertrauen“ aller Beteiligten zu erzielen, sind die wesentlichen Akteurinnen und Akteure auf sektoraler und regionaler Ebene in den gesamten Prozess der Entwicklung des modularen Weiterbildungsangebotes einbezogen oder werden kontinuierlich informiert. https://cityoflearning.eu Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 10 Good Practice II: CREDinGREEN – Zukunftssicherung von Unternehmen im Tourismussektor Europas Fokus: Upskilling von Führungskräften; Strategische Fachkräfteentwicklung Projektinformation: Titel: CREDinGREEN – Zukunftssicherung von Unternehmen im Tourismussektor Europas Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) Laufzeit: 01.01.2022 – 31.12.2023 Koordinierende Einrichtung: Fachhochschule des Mittelstandes (FHM), Bielefeld Partnerländer: Deutschland, Italien, Portugal, Rumänien, (sowie das 37 Länder umfassende Netzwerk E.N.T.E.R) Projektwebsite: www.credingreen.com Der Tourismussektor ist besonders abhängig von unerwartet auftretenden globalen Ereignissen und von weltpolitischen Strategien. Deutlich wurde dies während der Covid 19 Pandemie. Doch auch der europäische Green Deal hat zu Veränderungen des Tourismusmarktes geführt. Ausgangspunkt des Erasmus+-Projektes CREDinGREEN war die Suche nach Wegen, um die Resilienz kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) des europäischen Tourismussektors gegenüber laufenden und unerwartet auftauchen den Herausforderungen zu stärken. - Das Projekt gliedert sich in drei Meilensteine. Im Mittelpunkt steht das mo dular aufgebaute CREDinGREEN Trainings programm (Meilenstein 2). - - Es ermöglicht das gezielte Upskilling von Führungskräften und unterstützt die strategische Fachkräfteentwicklung durch onlinebasierte Weiterbildungsmodule. So können Führungskräfte Marktveränderungen frühzeitig erkennen und wichtige Entscheidungen für ihr Unternehmen treffen. Das CREDinGREEN-Trainingsprogramm umfasst fünf Themenbereiche (EU-Green Deal, Marketing, Food&Bio, Energy&Efficiency, Circular Economy), die wiederum jeweils drei bis fünf (insgesamt 20) Lerneinheiten enthalten. Meilenstein 1: CREDinGREEN EU-weite Umfrage im Tourismussektor Ermittlung des Bedarfs nachhaltiger Tourismuswirtschaft Meilenstein 2: CREDinGREEN Trainingsprogramm Entwicklung EU-weit zertifizierbarer Lerneinheiten Meilenstein 3: CREDinGREEN Strategiepapier Empfehlungen für bildungspolitische Entscheidungsträger. http://www.credingreen.com/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 11 Die Lerneinheiten werden über Präsenz- oder Blended-Learning-Formate, Webinare, online Tutorials oder im Selbstlern-Verfahren angeboten. Am Ende jeder Einheit werden die Lernergebnisse von den Lernenden über unterschiedliche Methoden festgestellt (Multiple-Choice-Tests, Präsentationen, Selbst-Evaluation anhand von Leitfragen). Es werden ECTS-Punkte vergeben. Good Practice III: MOTIV-ACTION – Motivating Low-Skilled Adults in Accessing Upskilling Pathways to Increase Job Opportunities Fokus: Upskilling geringqualifizierter Erwachsener; Module für online-gestützte Beratung Projektinformation: MOTIV-ACTION – Motivating Low-Skilled Adults in Accessing Upskilling Pathways to Increase Job Opportunities Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) Laufzeit: 01.04.2021 – 31.03.2023 Koordinierende Einrichtung: Igitego (Schweden) Partnerländer: Belgien, Bulgarien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Lettland, Portugal, Schweden Projektwebsite: https://motiv-action.eu Motiv-Action erleichtert geringqualifizierten Erwachsenen den Zugang zu Weiterbildung und zum Ar beitsmarkt. Beratung spielt bei dieser Zielgruppe eine entscheidende Rolle. Daher richtet sich MOTIV-ACTION auch an Berufsberater und -beraterinnen, deren Beratungsleistungen durch Integra tion digitaler Elemente optimiert wird. - - MOTIV-Action im Kontext Der schwedische Koordinator IGITEGO bringt die Perspektive eines Landes ein, das stark auf digitale Lösungen und soziale Innovation im Arbeitsmarkt setzt. MOTIV-Action ist im Kontext eines seit 2023 laufenden schwedischen Reformprogramms zur Förderung von lebenslangem Lernen durch Weiterbildung und Umschulung zu sehen. Es fördert Beschäftigungsfähigkeit durch verbesserten Zugang zu Information, professioneller Beratung und Stärkung der Selbstständigkeit der Lernenden. https://motiv-action.eu/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 12 Zur Unterstützung der Beratung hat Motiv-Action eine Reihe von e-Learning Module entwickelt: - Beratungsfachkräfte werden angeregt und befähigt, digitale Technologien in ihre tägliche Arbeit einzubeziehen. Sie lernen verschiedene Kanäle (online, mobil, persönlich) für flexible Beratung zu nutzen und den Beratungsprozess stärker zu personalisieren. - Niedrigqualifizierte Erwachsene gelangen durch das digitalisierte Beratungsangebot zu mehr Autonomie im Bewerbungsprozess. Sie lernen den Umgang mit digitalen Tools für Arbeitssu che und Weiterbildung. Das verschafft ihnen Unabhängigkeit bei der Navigation durch Be schäftigungs- und Lernmöglichkeiten. - - Die MOTIV-ACTION massive open online courses (MOOC) sind über die Projektwebsite in neun Spra chen verfügbar. Die drei Module sind wiederum in drei oder vier „Lessons“ unterteilt. Am Ende jeder Lesson findet sich ein Quiz, dessen Bestehen den Fortgang erlaubt. - Quelle: https://mooc.motivaction.eu Interessiert? Über ein einfaches Registrierungsverfahren erhalten potenzielle Nutzerinnen und Nutzer Zugang und können die MOOCs bearbeiten. https://mooc.motiv-action.eu/ https://mooc.motivaction.eu Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 13 Good Practice IV: BEM – Beyond Europe with Micro-credentials Fokus: Arbeitsmarktrelevante Microcredentials; Rahmenwerk für Entwicklung Projektinformation: Titel: Beyond Europe with Micro-credentials (BEM) Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2), Capacity Building Laufzeit: 01.01.2023 – 31.12.2025 Koordinierende Einrichtung: Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG), Deutschland Partnerländer: Armenien, Deutschland6, Georgien, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Ukraine Projektwebsite: https://www.bibb.de/en/174468.php Das Projekt Beyond Europe with Micro-credentials (BEM) hat arbeitsmarktrelevante Microcredentials für spezielle Zielgruppen entwickelt. Microcredentials wurden als geeignet befunden, flexibel auf sich rasch wandelnde Bedürfnisse von Lernenden, Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu antworten. – In BEM arbeiten 17 Partner aus acht Ländern, hiervon etliche aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten, zusammen. Die Partnerschaft ist breit angelegt: Neben Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, und Bildungs- und Entwicklungsagenturen sind auch die nationalen Berufsbildungsinstitute einiger Länder vertreten. Die Ziele von BEM im Einzelnen: - Bereitstellen eines Rahmenwerks für die einheitliche Entwicklung von Microcredentials in den Partnerländern. - Entwicklung von Microcredentials, die auf die Anforderungen der lokalen/regionalen Be triebe zugeschnitten und so für den Arbeitsmarkt relevant sind. - - Verbesserung des Zugangs zu Bildung für Gruppen, die nicht oder nicht mehr vom formalen Bildungsangebot erreicht werden. - Förderung der internationalen Zusammenarbeit zwischen Anbietern beruflicher Bildung und den nationalen Berufsbildungsinstituten. BEM für arbeitsmarktrelevante Microcredentials In verschiedenen Arbeitspaketen wurden in BEM Materialien bereitgestellt, die Bildungseinrichtun gen aus den unterschiedlichen Berufsbildungssystemen bei allen Fragen rund um Microcredentials unterstützen. Auf Grundlage einer vergleichenden Analyse von Lernergebnisbeschreibungen in den Partnerländern wurde ein umfassendes methodologisches Rahmenwerk erarbeitet. Dieses sorgt für - 6 Der Partner aus Deutschland ist das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB https://www.bibb.de/en/174468.php Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 14 Klarheit der Begriffe verhilft den Partnern zu einer „gemeinsamen Sprache“. Konkrete Unterstützung beim Erstellen arbeitsmarktrelevanter Microcredentials bietet das BEM-Template. Das BEM-Template - unterstützt die Ermittlung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die sich aus Anforderungen von Unternehmen ableiten. - beschreibt diese Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen in Form von Lernergebnissen. - legt Verfahren der Feststellung erworbener Kompetenzen fest. - benennt Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Microcredentials. Entwicklung von Microcredentials für Schlüsselsektoren Auf Grundlage dieses gemeinsamen Verständnisses und Handwerkszeugs wurden in BEM 52 Microcredentials für fünf verschiedene Schlüsselsektoren – Baugewerbe, IT, Gastgewerbe, verarbei tendes Gewerbe und Landwirtschaft – entwickelt. Jedes Land hat sich auf branchenspezifische Kom petenzen konzentriert, sodass arbeitsmarktrelevante Microcredentials entstanden sind, die Beschäf tigungsfähigkeit und lebenslanges Lernen unterstützen. - - - Kooperative Entwicklungsarbeit über Grenzen hinweg Zentrales Element der Entwicklungsarbeit war eine Reihe von Online-Workshops. In denen waren unter anderem berufliche Schulen und Bildungsanbieter aus den acht beteiligten Ländern vertreten. In diesen virtuellen Treffen legten die Partner die Standards für Microcredentials fest und stärkten die Einbindung relevanter Stakeholder. Darüber hinaus vermittelten Videosequenzen Informationen zu aktuellen Fragen der beruflichen Bildung in den Partnerländern. Ausblick: Microcredentials Going Digital Die BEM-Microcredentials werden als Digital-Credentials in die Skillsbank7 und den Europass integriert und somit europaweit zugänglich gemacht. Das stärkt deren Bedeutung für den Arbeitsmarkt in Europa und darüber hinaus. 7 www.skillsbank.eu/ http://www.skillsbank.eu/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 15 Good Practice V: Mastery – Micro Credentials Reliability Unleashing Green Economy Fokus: Microcredentials für horizontale Prioritäten; Aufwertung transversaler Kompetenzen Projektinformation: Titel: MASTERY – Micro Credentials Reliability Unleashing Green Economy Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2), Forward-Looking Project Laufzeit: 01.01.2024 – 31.12.2026 Koordinierende Einrichtung: SFC – Sistemi Formativi Confindustria (Italien) Partnerländer: Italien, Spanien, Bulgarien, Belgien, Finnland Projektwebsite: https://mastery-microcredentials.eu „The future belongs to professionals who understand that economic success and environmental responsibility aren't competing goals. They are complimentary strategies.“ Mastery Video Clip: https://www.youtube.com/watch?v=nM9lr5cW6P4 Mastery geht davon aus, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortlichkeit sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Richtig angegangen kann der ökologische Wandel zu einem Ent wicklungsmotor für Unternehmen und Gesellschaft werden. Mastery identifiziert Microcredentials als entscheidendes Hilfsmittel dafür und stellt Rahmenbedingungen für deren Einführung in Schlüs selsektoren der „ökologischen Transformation“ bereit. Somit schließt das Projekt die Lücke zwischen Visionen europäischer Politik und konkretem Bedarf der Wirtschaft. - - Transversale Skills aufwerten Das Mastery Konsortium besteht acht Partnern aus fünf Ländern und wird durch SFC Sistemi Formativi Confindustria8 koordiniert. Es ist eng in die „Grüne Ökonomie“ eingebunden und ermittelt kontinuierlich deren aktuellen Bedarf an Kompetenzen. Dabei hat sich gezeigt, dass für nachhaltiges berufliches Handeln neben den fachlichen besonders auch die überfachlichen, transversalen Skills relevant sind. Diese sind jedoch häufig unterbewertet und werden selten explizit dokumentiert und nachgewiesen. Mastery sieht in Microcredentials ein geeignetes Instrument, die gerade für die Arbeit in nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen wichtigen transversalen Kompetenzen aufzuwerten. 8 Sistemi Formativi Confindustria (SFC) ist die Weiterbildungs- und Forschungsorganisation des italienischen Unternehmerverbandes. Confindustria ist der Dachverband der Arbeitgeber und gilt als zentrale Stimme der italienischen Wirtschaft. https://mastery-microcredentials.eu/ https://www.youtube.com/watch?v=nM9lr5cW6P4 Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 16 Methodologie für qualitativ hochwertige Microcredentials Qualitativ hochwertige Microcredentials sind entscheidend für die Anpassung des Kompetenzprofils von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Erfordernisse nachhaltigen Wirtschaftens. Daher stellt Mastery für Bildungspersonal eine Methodologie der Entwicklung von Microcredentials bereit. Wichtig ist dabei die Orientierung an einheitlichen Standards. Mastery lehnt sich an die in der Rats empfehlung von 2022 festgelegten „Europäische(n) Standardelemente zur Beschreibung eines Microcredentials“ (Rat der Europäischen Union, 2022, Seite 21 f.) an. - Auf Grundlage dieser Methodologie entwickeln die Mastery Partner eine Reihe von Microcredentials zur Umsetzung in den fünf beteiligten Ländern. Im Folgenden werden beispielhaft 12 Module aufge führt, die Fachkräfte in vier Sektoren (aus den Bereichen Holz, Bau, Energie) zu nachhaltigem Han deln befähigen sollen. Die vier sektorspezifischen Module werden durch acht überfachliche Module ergänzt. Letztere lassen sich selbstverständlich auch auf andere Sektoren übertragen, in denen Nach haltigkeit eine besondere Rolle spielt. - - - - - - - - - Branchenspezifisch Ressourcenorientierten Ansatz entlang der Le bensmittel Wertschöp fungskette anwenden. Umweltfreundliche Materialien im Bauwesen auswäh len. Energie- und res sourcenschonende Systeme in der Pro duktion entwerfen. „Cradle to Cradle- Design“9 anwen den. Transversal Materialausgaben und Abfall reduzieren. Zu Nachhaltigkeitszertifikaten und Standards beraten. Nachhaltigkeitsleistung messen und berichten. Einhaltung von Umweltgesetzen sicherstellen. Andere zu Nachhaltigkeitsthemen schulen. Zirkuläre und sozial verantwortliche Anforderungen umsetzen. Gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiativen entwickeln. Nachhaltige Investitionen bewerten. Mastery Microcredentials für unterschiedliche Akteurinnen und Akteure - Berufsbildungseinrichtungen erhalten ein Werkzeug, um nachhaltige Kompetenzen gezielt und zertifizierbar zu vermitteln und nachzuweisen. - Unternehmen bilden Mitarbeitende gezielt weiter, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. - Fachkräfte profitieren von transparenten, von Unternehmen anerkannte Lernbausteinen, die ihre Beschäftigungsfähigkeit im grünen Sektor stärken. Ausblick: Mastery läuft noch bis Ende 2026. Weitere (Zwischen-)Ergebnisse können Sie über Newsletter oder Podcasts abrufen, ergänzt durch Webinare. Besuchen Sie die Mastery Website regelmäßig! 9Cradle to Cradle (C2C) -Design denkt Produkte von Anfang an so, dass sie keinen Abfall erzeugen, sondern dauerhaft im Kreislauf bleiben. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 17 III. Unterstützung Um qualitativ hochwertige Microcredentials zu entwickeln und umzusetzen, können Sie auf einschlä gige Erfahrungen aus anderen Erasmus+-Projekten und eine Reihe unterstützender Materialien zu rückgreifen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Leitfäden und Handreichungen sowie Links zu diesen Informationsquellen10. - - III.1 Lernergebnisorientierung als Grundlage von Microcredentials Die Orientierung an Lernergebnissen bildet eine wesentliche Grundlage für Microcredentials. Das Nationale VET-Team11 bei der NA-BIBB begleitet Sie mit praxisnahen Leitfäden oder maßgeschneiderten Workshops bei Fragen, die dabei entstehen. https://www.na-bibb.de/service/unser-netzwerk/vet-team Zentrales Element ist die Roadmap Lernergebnisorientierung. Dort erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt Lernergebnisse entwickeln, erfassen und dokumentieren können. Die Roadmap Lernergebnisorientierung wird durch eine Reihe weiterer Instrumente ergänzt. Darüber hinaus finden Sie unter Lernergebniseinheiten von A – Z eine Auswahl schon fertig for mulierter und erprobter Lernergebniseinheiten aus abgeschlossenen Erasmus+ geförderten Projek ten. Diese Projektergebnisse sind für die Erstellung von Microcredentials hilfreich. - - Besuchen Sie die Projektplattform der NA-BIBB! www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität III.2 Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials Die in III.2 genannten Instrumente unterstützen den gesamten Prozess der Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials. Sie geben praktische Hinweise zu Strukturmerkmalen, zeigen Wege zur Integration der in der EU-Ratsempfehlung von 2022 genannten Elemente auf und liefern Hinweise auf die Dokumentation von Microcredentials in Form digitaler Credentials. Die beiden folgenden Publikationen liefern das Handwerkszeug für die Entwicklung kleinerer Einhei ten von Lernergebnissen. Sie ergänzen sich und können daher gemeinsam genutzt werden. - European guidelines for the development and writing of short, learning-outcomes-based descriptions of qualifications (EQF-Europass project group, 2024). http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 Defining, writing and applying learning outcomes: a European handbook ̶ second edition Cedefop (2022). http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 10 Ausführliche Informationen zu den einzelnen Instrumenten finden Sie in der Handreichung “Microcredentials In Erasmus+, Unterstützungsmaterial für die Erstellung”. www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität. 11 VET= Vocational Education and Training https://www.na-bibb.de/service/unser-netzwerk/vet-team http://www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 http://www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 18 ETF Guide to design, issue and recognise Microcredentials Dieser Leitfaden der European Training Foundation (ETF) ist eine umfassende Darstellung der verschiedenen Aspekte von Microcredentials von der Entwicklung bis zur Anerkennung. Er enthält praktische Ratschläge für die Gestaltung von Microcredentials unter Verwendung der in der Ratsempfehlung vom Juni 22 vorgeschlagenen Merkmale von Microcredentials. https://www.etf.europa.eu/sites/default/files/2023-05/Micro- Credential%20Guidelines%20Final%20Delivery.pdf BREVapp: Microcredentials in Digital Credentials dokumentieren Im Rahmen des Erasmus+-Projekts BREVET ̶ Broadening the Recognition Ecosystem in VET with Micro-Credentials wurde die BREVapp bereitgestellt. Diese bietet praktische Unterstützung für Bil dungseinrichtungen, die Microcredentials ihrer Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Form von digita len Credentials dokumentieren wollen. https://brevet.openrecognition.org/resources/ - - Kompetenzwerkstatt – Vom Arbeitsprozess zu Kompetenzdefinitionen Das Konzept der Kompetenzwerkstatt basiert darauf, systematisch berufstypische Arbeitsprozesse zu analysieren, daraus Kompetenzdimensionen nach DQR abzuleiten und Orientierungspunkte für den Unterricht anzubieten. Kernelement ist die Arbeitsprozessmatrix. ̶ Diese eignet sich für die Entwicklung von Microcredentials. https://www.kompetenzwerkstatt.net/ III.3 Standards und Anerkennung Für Anerkennung von Microcredentials ist Verständigung der Partner auf gemeinsame Standards ent scheidend. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl. - Prinzipien und Standards für Microcredentials gemäß der EU-Ratsempfehlung Juni 2022 Die Prinzipien und Standards der Ratsempfehlung vom Juni 2022 sind ein Qualitätsrahmen, der sicherstellt, dass Microcredentials europaweit verlässlich, transparent und anschlussfähig sind. Sie schaffen ein gemeinsames Fundament, damit Microcredentials nicht als beliebige Kleinzertifikate wahrgenommen werden, sondern als strukturierte, hochwertige Nachweise für Lernergebnisse (vgl. ABl. EU C 243/02, S. 21 ff, 2022). Hamburger Standards für Weiterbildungsbausteine Ansätze zur Sicherstellung der Arbeitsmarktrelevanz finden sich in den Hamburger Standards für Weiterbildungsbausteine. Zwar sind sie nicht im europäischen Kontext entstanden, dennoch können sie wertvolle Hinweise für die Entwicklung von Microcredentials im Rahmen von Erasmus+ liefern. https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrkompfest_03.pdf und https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrvorausswbb_06.pdf https://www.netz3l.de/Veroeffentlichungen/Veroeffentlichungen-1093.html https://www.etf.europa.eu/sites/default/files/2023-05/Micro-Credential%20Guidelines%20Final%20Delivery.pdf https://brevet.openrecognition.org/resources/ https://www.kompetenzwerkstatt.net/ https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrkompfest_03.pdf https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrvorausswbb_06.pdf https://www.netz3l.de/Veroeffentlichungen/Veroeffentlichungen-1093.html Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 19 OpenBadge Standard 3.0 Für Transparenz, Anerkennung und Übertragbarkeit von Microcredentials ist der OpenBadge Standard 3.0 zentral. Er schafft die technische Grundlage, um Microcredentials standardisiert darzustellen, qualitätsgesichert zu dokumentieren, international anschlussfähig zu machen und maschinenlesbar in Lern- und Personalentwicklungssysteme zu integrieren. https://www.die-bonn.de/doks/2024-Microcredentials-und-Badges-01.pdf III.4 Netzwerke und Plattformen Gegenwärtig gibt es in Europa eine Reihe von Netzwerken und Plattformen, die Microcredentials für die berufliche Bildung entwickeln und bereitstellen. Diese fokussieren auf praxisnahe Weiterbildung, digitale Badges und die Anerkennung von kurzen Qualifikationen im Arbeitsmarkt. ̶ Nicht alle sind für Erasmus+-Projekte geeignet, da zu spezifisch oder mit hohen Kosten verbunden. Im Folgenden eine Auswahl an Plattformen, die Sie für Ihr Erasmus+-Projekt nutzen können. Plattform dqf.eu Für Erasmus+-Projekte kann die Plattform dqf.eu eine geeignete Lösung sein, da sie vollständig dem W3C-Standard für Open Badges 3.0 entspricht. Das Skillman Digital Qualification Framework ergänzt diese technische Basis, indem es beauftragten Ausstellern ermöglicht, Referenzen des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQF) nahtlos in Zeugnisse, Microcredentials und andere Zertifizierungen zu integrieren. https://dqf.eu/dqf-digital-credentials https://www.w3.org/TR/vc-data-model-2.0 Cities of Learning „Cities of Learning“ (CoL) ist eine webbasierte Plattform- und Netzwerk-Initiative, die darauf abzielt, das Lernen in Städten oder Regionen sichtbarer, zugänglicher und sinnvoller zu machen. Sie verbin det örtliche (physische) Lernangebote mit digitalen Lerngelegenheiten. Jedes Lernangebot wird mit digitalen Open Badges verknüpft.12 https://global.cityoflearning.eu/en/about - ENIC-NARIC Gateway for recognition of qualifications Microcredentials (insbesondere für Berufliche Bildung) können grundsätzlich im ENIC-NARIC-Netz werk geprüft und (teil-)anerkannt werden. Ob und in welchem Umfang Anerkennung erfolgt, hängt aber stark von der konkreten Ausgestaltung des Microcredential (Lernergebnisse, NQF/EQF-Level zuordnung, Umfang/ECTS-Äquivalente, Qualitätssicherung, ausstellende Institution) sowie von natio nalen Regelungen ab. https://www.enic-naric.net/ - - - 12 Siehe dazu auch „Lisbon Cities of Learning“, Teil II dieser Broschüre. https://www.die-bonn.de/doks/2024-Microcredentials-und-Badges-01.pdf https://dqf.eu/dqf-digital-credentials https://www.w3.org/TR/vc-data-model-2.0 https://global.cityoflearning.eu/en/about https://www.enic-naric.net/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 20 Resümee: Überlegungen für die Entwicklung von Microcredentials Microcredentials gewinnen in Erasmus+-Projekten zunehmend an Bedeutung. Die Erfahrungen aus den Good-Practice-Beispielen und die Sichtung zahlreicher Unterstützungsinstrumente zeigen, wo rauf Bildungspersonal achten sollte, bevor es eigene Microcredentials entwickelt. Im Folgenden finden Sie einige zentrale Überlegungen, die im Vorfeld wichtig sind, damit qualitativ hochwertige und praxistaugliche Microcredentials entstehen. - Auch in Ländern mit ganzheitlichem Berufsbildungssystem, in denen modulare Konzepte nicht im formalen System verankert sind, werden Microcredentials zunehmend angewendet – etwa in non-formalen Formaten des lebenslangen Lernens oder in der betrieblichen Wei terbildung. Besonders häufig sind sie in innovationsstarken Unternehmen, der Industrie 4.0 mit Qualifizierungsbedarf in KI, Data und Cybersecurity oder in der Green Economy zu finden. - Microcredentials können dem Fachkräftemangel entgegenwirken, indem sie schnelle, praxis nahe und arbeitsmarktorientierte Qualifizierung ermöglichen. Sie verkürzen Lernwege, ver mitteln unmittelbar einsetzbare Kompetenzen und unterstützen gezieltes Upskilling und Reskilling, ohne dass Beschäftigte lange ausfallen. Zudem erschließen sie zusätzliche, bisher unerschlossene Arbeitskräftepotenziale – etwa von Quereinsteigenden, berufsrückkehrenden Personen oder international qualifizierten Fachkräften. - - Unternehmensspezifisch entwickelte Microcredentials können die berufliche Mobilität einschränken und die Abhängigkeit der Beschäftigten vom Arbeitgeber erhöhen, da sie vor allem auf interne Bedarfe ausgerichtet sind. Durch die gezielte Integration transversaler Kompetenzen – etwa Problemlösungsfähigkeit, digitale Grundkompetenzen, Kommunikation oder Lernkompetenz – lässt sich dieses Risiko jedoch reduzieren. Solche überfachlichen Fähigkeiten stärken die Beschäftigungsfähigkeit, weil sie die Anschlussfähigkeit der Microcredentials über das einzelne Unternehmen hinaus sichern und den Einsatz der erworbenen Qualifikationen in unterschiedlichen beruflichen Kontexten ermöglichen. Ermittlung des aktuellen und zukünftigen Trainingsbedarfs ist notwendige Voraussetzung für die Entwicklung von Microcredentials. Bei Erasmus+-Projekten wird daher in der An fangsphase Wert auf eine umfassende Bedarfserhebung gelegt. Am Projekt RetRail hat sich gezeigt, dass durch Einbeziehen maßgeblicher Akteurinnen und Akteure des Arbeitsmarktes, der Kammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter/-innen auf regionaler und sektoraler Ebene passgenaue Lernkonzepte resultieren. - Zur Sicherung der Qualität von Microcredentials stehen verschiedene Instrumente zur Ver fügung. EQAVET – der europäische Bezugsrahmen für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung – bietet ein umfassendes Set an Qualitätskriterien und Indikatoren. Im Projekt MASTERY werden die relevantesten EQAVET-Indikatoren genutzt, um die Qualität der Microcredentials-Angebote kontinuierlich zu verbessern. Selbstverständlich können Sie mit Ihren Projektpartnern alternative Methoden der Qualitätssicherung vereinbaren. - Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 21 Für die Anerkennung von Microcredentials hat sich die Zusammenarbeit in regionalen und sektoralen Netzwerken bewährt. Gemeinsame Standards sowie die kontinuierliche Einbin dung relevanter Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Bildungsanbietern in Entwicklung und Umsetzung sind dafür entscheidende Faktoren. Zudem ist es für die Anerkennung wesentlich, dass die zugrunde liegenden Lernergebnisse klar beschrieben, transparent doku mentiert und über europäische Instrumente wie Europass oder den Europäischen Qualifikati onsrahmen eindeutig zuordenbar sind. - - - Um das für die Anerkennung essenzielle gegenseitige Vertrauen („Trust“) aller Akteurinnen und Akteure herzustellen, werden diese in den gesamten Prozess der Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials einbezogen und kontinuierlich informiert. Ein weiterer zentraler Baustein der Vertrauensbildung ist die transparente Abstimmung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen innerhalb der Partnerschaft, da klare Strukturen Verlässlichkeit schaffen und Unsicherheiten reduzieren. Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Lernergebniseinheiten und Microcredentials wer den aus gutem Grund häufig nahezu gleichgesetzt: Microcredentials führen das Konzept der Lernergebniseinheiten weiter, jedoch mit einem stärkeren Fokus auf Eigenständigkeit und Transparenz. Daher lassen sich viele der bereits in Erasmus+-Projekten entwickelten Lerner gebniseinheiten für die Weiterentwicklung zu Microcredentials nutzen. - - Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 22 Quellenverzeichnis Cedefop (2009): The Shift to Learning Outcomes: Policies and Practices in Europe. Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities, 2009. https://www.cedefop.europa.eu/files/3054_en.pdf Cedefop (2022): Defining, writing and applying learning outcomes: a European handbook - second edition. Luxembourg: Publications Office. http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 Cedefop (2023): Microcredentials for labour market education and training: the added value for end users. Publications Office of the European Union. Cedefop research paper. https://data.europa.eu/doi/10.2801/141643 EQF-Europass project group (2024): European guidelines for the development and writing of short, learning-outcomes-based descriptions of qualifications. Publications Office of the European Union. Cedefop working paper series, 21. http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 Europäische Kommission (2020): European Skills Agenda for sustainable competitiveness, social fairness and resilience. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:52020DC0274 OECD (2019): Employment Outlook 2019 – The Future of Work. https://www.oecd.org/employment-outlook/2019/ Rat der Europäischen Union (2022): Empfehlung des Rates vom 16. Juni 2022 zu einem europäischen Ansatz für Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit. (2022/C 243/02). Amtsblatt der Europäischen Union, C 243. https://eur-lex.europa.eu/legal- content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022H0627%2802%29 https://www.cedefop.europa.eu/files/3054_en.pdf http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 https://data.europa.eu/doi/10.2801/141643 http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:52020DC0274 https://www.oecd.org/employment-outlook/2019/ https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022H0627%2802%29 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022H0627%2802%29 Die Nationale Agentur Bildung für Europa Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachse nenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministe rien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. - - www.na-bibb.de Das Nationale VET-Team Ein Team von nationalen VET-Expertinnen und Experten informiert und berät Projektträger/-innen sowie mobilitätsfördernde Einrichtungen sowohl zu Fragen der Lernergebnisorientierung als auch zu weiteren europäischen Berufsbildungsinstrumenten. Es erstellt praxisunterstützende Materialien und fördert den Erfahrungsaustausch auf nationaler und europäischer Ebene sowie den Aufbau von Netzwerken. Gefördert wird es aus Mitteln der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die NA beim BIBB koordiniert die Arbeit des Nationalen VET-Teams. www.na-bibb.de/vet-team Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 Verantwortlich: Berthold Hübers Konzeption und Redaktion: Gabriele Fietz, Gunnar Binda Stand: 01.04.2026 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildnachweis Titel: Aannne/AdobeStock http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/vet-team http://www.go-blueberry.de Microcredentials in Erasmus+ Inhalt Einleitung Wieso Microcredentials? An wen richtet sich diese Broschüre? Wie können Sie diese Broschüre nutzen? I. Kontext und Grundlagen von Microcredentials in Erasmus+ I.1 Hintergrund Herausforderungen und europäische Antwort Microcredentials – global I.2 Was sind Microcredentials? Microcredentials – Definition der EU (Auszug) Kernelemente von Microcredentials I.3 Microcredentials für „upskilling“ und „reskilling“ II. Good Practice – Microcredentials in Erasmus+-Projekten II.1 Was können Sie von den Good-Practice-Beispielen erwarten? II.2 Die Good-Practice-Beispiele Good Practice I: RetRail – New Trends in Retail Commerce Cities of Learning Good Practice II: CREDinGREEN – Zukunftssicherung von Unternehmen im Tourismussektor Europas Good Practice III: MOTIV-ACTION – Motivating Low-Skilled Adults in Accessing Upskilling Pathways to Increase Job Opportunities MOTIV-Action im Kontext Good Practice IV: BEM – Beyond Europe with Micro-credentials BEM für arbeitsmarktrelevante Microcredentials Das BEM-Template Entwicklung von Microcredentials für Schlüsselsektoren Kooperative Entwicklungsarbeit über Grenzen hinweg Ausblick: Microcredentials Going Digital Good Practice V: Mastery – Micro Credentials Reliability Unleashing Green Economy Transversale Skills aufwerten Methodologie für qualitativ hochwertige Microcredentials Branchenspezifisch Transversal Mastery Microcredentials für unterschiedliche Akteurinnen und Akteure Ausblick III. Unterstützung III.1 Lernergebnisorientierung als Grundlage von Microcredentials III.2 Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials ETF Guide to design, issue and recognise Microcredentials BREVapp: Microcredentials in Digital Credentials dokumentieren Kompetenzwerkstatt – Vom Arbeitsprozess zu Kompetenzdefinitionen III.3 Standards und Anerkennung Prinzipien und Standards für Microcredentials gemäß der EU-Ratsempfehlung Juni 2022 Hamburger Standards für Weiterbildungsbausteine OpenBadge Standard 3.0 III.4 Netzwerke und Plattformen Plattform dqf.eu Cities of Learning ENIC-NARIC Gateway for recognition of qualifications Resümee: Überlegungen für die Entwicklung von Microcredentials Quellenverzeichnis Herausgeber Verantwortlich Konzeption und Redaktion Stand Gestaltung Bildnachweis Titel Die Nationale Agentur Bildung für Europa Das Nationale VET-Team …

[…] Roadmap Lernergebnisorientierung Schritt für Schritt zur qualitätsgesicherten Mobilität www.na-bibb.de Nationales VET-Team Beratung – Schulung – Transfer http://www.na-bibb.de MF Bildung für Europa l März 2021 2 Einführung 3 Liebe Leserinnen, liebe Leser, um berufliche Qualifikationen europaweit vergleichen zu können, braucht es eine "gemeinsame Sprache“, die Kompetenzen lesbar macht und die Vielfalt der unterschiedlichen Bildungssysteme überwindet. Genau das leistet das Konzept der Lernergebnisorientierung, das wir Ihnen mit dieser „Roadmap“ näherbringen möchten. Im Ausland erworbene Lernergebnisse werden in verständlicher Form beschrieben – es wird aufgezeigt, was die Lernenden nach dem Lernprozess wissen, verstehen und in der Lage sind zu tun. Damit wird das Konzept zu einem wichtigen Baustein für eine klare und verbindliche Bewertung der Lernleistung im Ausland. Zugleich stellt es aber auch eine wertvolle Grundlage zur Vorbereitung und Durchführung der Auslandsaufenthalte dar und sichert deren nachhaltige Wirkung. Durch eine Fest legung der gewünschten Lernziele können die Lernenden reflektiert mit ihrem Auslandsaufenthalt umgehen. Dies trägt zur Transparenz und Anerkennung der erworbenen Kompetenzen bei. - Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie Sie – Schritt für Schritt – Lernergebnisse entwickeln, erfas sen und dokumentieren können und so ein Qualitätsmerkmal für Ihre Einrichtung und die Abschluss dokumente Ihrer Auszubildenden schaffen. - - Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihre Arbeit Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 2 3Inhalt Schritt für Schritt zur qualitätsgesicherten Mobilität 04 Im Überblick: Was die Lernergebnisorientierung leistet 06 Auf den Punkt: Lernergebnisse formulieren 08 Klare Aussagen: Einheiten von Lernergebnissen entwickeln 10 Gemeinsam gestalten: Auszubildende in die Entwicklung einbeziehen 12 Verbindlichkeit herstellen: Wie Sie eine gute Lernvereinbarung entwickeln 16 Fakten schaffen: Lernergebnisse erfassen und bewerten 18 3 Europaweite Lesbarkeit: Lernergebnisse im Europass Mobilität dokumentieren MF Bildung für Europa l März 2021 4 5 - - - - © M on ke y Bu si ne ss /A do be St oc k -Im Überblick: Was die Lernergebnis orientierung leistet Lernaufenthalte in anderen europäischen Ländern haben viele Vorteile: Zum einen fördern sie die Kompetenzentwick lung und die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen, zum anderen profitieren auch Unternehmen von international qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und neuen Kundenkontakten. Wie Qualifikationen transparent und vergleichbar werden Europa weist eine große Vielfalt an Bildungssystemen auf. Damit be rufliche Qualifikationen europaweit lesbar und vergleichbar werden, ist es erforderlich, eine „gemeinsame Sprache“ zu entwickeln. Die Orientierung an Lernergebnissen – also an Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen – trägt zur Transparenz und Anerkennung im Aus land erworbener Kompetenzen bei. Aber auch die Lernenden selbst werden aktiv in ihre eigene Kompetenzentwicklung einbezogen. Mit Hilfe der Lernergebnisorientierung lassen sich Lernaufenthalte im Ausland von der Planungs- bis zur Evaluationsphase qualitätsorien tiert gestalten. Wie dies konkret aussehen kann, zeigt das folgende Schaubild. März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 4 5Im Überblick Schaubild: Vom Umgang mit Lernergebnissen vor, während und nach der Mobilität - - - - - - - - - - - Im Überblick Vor der Mobilität • Lernergebniseinheiten identifizieren... • ...ggf. unter Einbeziehung der Auszubildenden • Verfahren zur Erfassung und Bewertung von Lernergebniseinheiten vereinbaren • Dokumentation der Lernergebnisse besprechen • Validierung und Anerkennung klären • Lernvereinbarung unterzeichnen Während der Mobilität • Lernaktivitäten unterstützen • ...ggf. neue Lernergebniseinheiten iden tifizieren mit Hilfe der Auszubildenden vor Ort - • Lernergebnisse erfassen und bewerten • Ergebnisse der Bewertung im persön lichen Leistungsnachweis dokumentie ren... - - • ...d.h. mindestens im Europass Mobilität erfassen Nach der Mobilität • Lernergebnisse validieren • Lernergebnisse anerkennen • Lernaufenthalt und Ergebnisse evaluieren • Europass Mobilität ausstellen Wie die Qualität von Mobilitätsmaß nahmen gesichert werden kann In der Planungsphase einer Mobilität eignet sich die Lernvereinba rung ganz hervorragend, um Klarheit und Verbindlichkeit über die Ziele und Umsetzung zwischen den beteiligten Partnern und den Lernenden zu schaffen. Sie unterstützt darin, Tätigkeiten, Arbeits aufgaben und Projekte sowie die dabei angestrebten Lernergeb nisse konkret abzustimmen. So erleichtert sie auch die Durchfüh rung der Lernphase in der Gasteinrichtung. Stefanie Kupka, Koordination Nationales VET-Team „Die Verpflichtung auf die Lernvereinbarung dient dazu, die wichtigsten Parameter einer Mobilität von Anfang an im Blick zu behalten – und zwar von allen Seiten: von Mo bilitätsverantwortlichen über Auszubildende bis zu auslän dischen Partnern.“ Während der Mobilität werden auf Grundlage der Lernvereinba rung die tatsächlich erworbenen Lernergebnisse erfasst, bewertet und im Europass Mobilität dokumentiert. Die so nachgewiesenen Lernergebnisse werden von potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern anerkannt, da sie aufschlussreiche Information über in der Praxis erworbene Kompetenzen, insbesondere die ge fragten „Soft Skills“, liefern. Gabriele Fietz, Expertin des Nationalen VET-Teams „In der Vorbereitungsphase wird durch die Nutzung der Lernvereinbarung das Fundament für eine qualitätsgesicher te Mobilität gelegt. Es lohnt sich also, dieser Phase beson dere Aufmerksamkeit zu widmen.“ MF Bildung für Europa l März 2021 6 7Im Überblick Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? Das Nationale VET-Team Das Nationale Vocational Education and Training-Team (kurz: Nationales VET-Team) unterstützt Sie bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Lernergebnisorientierung in Erasmus+- Projekten. Sein Auftrag ist es, die Anwendung innovativer Ansätze – zum Beispiel bei der Formulierung von Lernergebnis sen – zu fördern und die Projektträger/-innen entsprechend zu beraten. - Die Mitglieder des Nationalen VET-Teams sind Expertinnen und Experten der Berufsbildung. Sie informieren individuell über konkrete Fragen der Umsetzung in der Praxis. Zudem bieten sie Workshops und Schulungsmaterialien an, die dazu beitragen, die europäischen Innovationsziele für die Berufs bildung im nationalen Kontext umzusetzen. Das Angebot richtet sich an Projektträger/-innen in Erasmus+-geförderten Projekten. - Mehr zur Arbeit und den Angeboten des Nationalen VET-Teams unter www.na-bibb.de/vet-team Kontakt: vet-team@bibb.de Cedefop, Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung: Das Cedefop https://www.cedefop.europa.eu unterstützt die Ausarbeitung von europäischen Strategien zur Berufs bildung und trägt zu deren Umsetzung bei. Dazu zählen an prominenter Stelle die europaweite Transparenz von Qualifi kationen und die Orientierung an den Lernergebnissen. - - Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Entwicklungen: https://www.cedefop.europa.eu/de/themes/ learning-outcomes i Cedefop (2024): Transparency and transferability of learning outcomes: a 20-year journey Analysis of developments at European and national level. Cedefop research paper. Publications Office of the European Union. https://data.europa.eu/doi/10.2801/3413866 https://www.cedefop.europa.eu/de/themes/learning-outcomes http://www.na-bibb.de/vet-team mailto:vet-team@bibb.de https://www.cedefop.europa.eu https://data.europa.eu/doi/10.2801/3413866 März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 6 7Im Überblick - - - - Auf den Punkt: Lernergebnisse formulieren Auf den Punkt © K O TO /A do be St oc k Wer ein transnationales Mobilitätsprojekt durchführt, steht vor der Herausforderung, sich mit den Partnern aus unter schiedlichen Berufsbildungssystemen auf eine „gemeinsame Sprache“ zu verständigen. Das ist wichtig, damit die im Ausland erworbenen beruflichen Kompetenzen auch im Hei matland anerkannt und angerechnet werden können. Die Orientierung an Lernergebnissen unterstützt im Umgang mit der genannten Herausforderung, indem sie Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen transparent macht – ganz egal, wo, wann oder in welchem Lernkontext sie erworben wurden. Das klingt einfach, stellt aber für viele Akteurinnen und Akteure im Bildungsbereich oft mals Neuland dar. Um den lernergebnisorientierten Ansatz dennoch erfolgreich realisieren zu können, stehen zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung, die es ermöglichen, schrittweise zu aussagekräftigen Be schreibungen der Lernergebnisse zu gelangen. MF Bildung für Europa l März 2021 8 9Auf den Punkt Lernergebnis = Kenntnisse + Fertigkeiten + Kompetenzen Was Sie beim Formulieren der Lerner gebnisse beachten sollten - Lernergebnisse sollten stets aus Sicht der Lernenden beschrieben werden und verständlich, sinnvoll aufgebaut und bewertbar sein. Ausgehend von berufstypischen Arbeitsaufgaben und -prozessen dokumentieren sie, welche Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind, um die jeweilige Aufgabe zu bewältigen und wie selbststän dig und eigenverantwortlich die Leistung erbracht wird. Sprachlich ist es ratsam, dabei Aktionsverben zu benutzen, die sowohl das Ni veau der fachlichen als auch der personalen und sozialen Kompe tenzen abbilden. Unterstützung bietet der „Leitfaden zur Beschrei bung von Lernergebniseinheiten" (siehe Servicebox auf Seite 10), der im Anhang auch eine Übersicht über Aktionsverben enthält. - - - - Ein gutes Beispiel dafür, wie Lernergebnisse – in diesem Falle Fremdsprachenkompetenzen – europaweit verständlich beschrie ben werden können, ist der Gemeinsame Europäische Referenzrah men für Sprachen, der auch dem Europass Sprachenpass zugrunde liegt. Er umfasst eine Lern-, Lehr- und Bewertungsmethode für alle Sprachen in Europa und drückt Sprachkompetenz in sechs Refe renzniveaus aus, die europaweit verwendet werden. - - - Ein Tipp am Rande: Oft werden Lernergebnisse zu knapp und zu unspezifisch formuliert. Mit der folgenden Formel, die den Arbeits kontext und das Niveau bezogen auf Selbständigkeit und Verant wortung einbezieht, lassen sich Lernergebnisse aussagekräftig und präzise beschreiben. - - Der | Die Lernende Maja ist in der Lage ist in der Lage was die Transportbegleitpapiere wie unter Nutzung der betriebsüblichen Software in welchem Kontext je nach Verkehrsträger auf welchem Niveau selbstständig zu tun | Aktionsverb vorzubereiten und auszuführen März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 8 9 Die wichtigsten Tipps zum Formulieren der Lernergebnisse Falls Sie bereits pädagogische Ziele definiert haben, nutzen Sie diese für Ihre Lernergebnisbeschreibungen. Benutzen Sie Verben, die helfen, die angestrebten Kompetenzen so präzise wie möglich zu beschreiben. Vermeiden Sie Lernergebnisse, die bezüglich des Umfangs zu breit oder zu eng sind. Seien Sie so konkret wie möglich. Halten Sie die Anzahl der Lernergebnisse pro Einheit in einem handhabbaren Umfang. Benutzen Sie eine Sprache, die Auszubildende, Ausbildungspersonal und Arbeitgeber/-innen verstehen. Versichern Sie sich, dass die Lernergebnisse bewertbar sind und ergänzen Sie kontextuale Kriterien, die eine Bewertung ermöglichen. Seien Sie realistisch! + Kompetenzorientierte Curricula Die Grundlage für die Formulierung von Lernergebnissen, die während eines Auslandsaufenthaltes erworben werden sollen, bilden die nationalen Curricula, Ausbildungsordnungen und Rah menlehrpläne. Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) sorgt als Informationsportal und Instrument zur Einordnung der Qualifika tionen dafür, dass die Orientierung im deutschen Bildungssystem erleichtert wird und die Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa gewährleistet ist. - - - - - - - Lucie Großstück, Expertin des Nationalen VET-Teams „Auszubildende sollten in die Beschreibung der Lernergeb nisse für ihren Auslandsaufenthalt einbezogen werden. Das erhöht ihre Motivation und unterstützt sie dabei, sich eige ne Lernziele, die gegebenenfalls über die vorher geplanten hinausgehen, zu setzen und an deren Erreichung mitzuwir ken.“ Auf den Punkt Auf den Punkt Dr. Eszter Csepe-Bannert, Expertin des Nationalen VET-Teams „Früher haben wir nationale Berufsbilder beziehungsweise Curricula als Ganzes verglichen. Heute hingegen verein fachen die Orientierung an Lernergebnissen und der Blick auf erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern in der be ruflichen Bildung fundamental.“ MF Bildung für Europa l März 2021 10 11Auf den Punkt Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? NA beim BIBB: Lernergebniseinheiten von A-Z Auf der Erasmus+-Projektplattform der NA beim BIBB finden Sie eine nach Branchen und Qualifikationen unterteilte Ta belle mit Lernergebniseinheiten. Diese umfasst eine Vielzahl von Lernergebniseinheiten und Kompetenzmatrizen, die in europäischen und nationalen Projekten entwickelt wurden. Sie kann als Orientierung zur Entwicklung eigener Lernergeb niseinheiten dienen. - - i www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität NA beim BIBB: Leitfaden zur Beschreibung von Lernergebniseinheiten Der Leitfaden bietet Unterstützung bei der aussagekräftigen Beschreibung von Lernergebnissen und der Entwicklung von Lernergebniseinheiten. www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität Cedefop (2022): A European handbook (second edition) Defining, writing and applying learning outcomes https://www.cedefop.europa.eu/en/publications/4209 https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t https://www.cedefop.europa.eu/en/publications/4209 März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 10 11Auf den PunktKlare Aussagenxxx - - - - - - - - Klare Aussagen: Einheiten von Lernergebnissen entwickeln © R ob er t Kn es ch ke /A do be St oc k Lernergebniseinheiten (Units of learning outcomes) sind zentrale Elemente im Kontext grenzüberschreitender Lern mobilitäten. Sie ermöglichen klare Aussagen über die ange strebten Ergebnisse und erleichtern deren Anerkennung. Da her leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Mehrwert eines Auslandspraktikums. Warum „Units for Mobility“? Viele europäische Berufsbildungssysteme sind – wie das duale System in Deutschland – ganzheitlich auf den Erwerb einer beruflichen Qualifikati on ausgerichtet, die nicht per se in Lernergebniseinheiten untergliedert ist. Vor diesem Hintergrund stehen die Partnereinrichtungen immer wieder vor der Herausforderung, selbst spezielle Einheiten – sogenannte „Mobility Units“ – zu entwickeln. Diese sollten so gestaltet sein, dass sie im begrenzten Zeitraum eines Auslandspraktikums realisiert wer den können. Wie Sie realisierbare Lösungen entwickeln Lernergebniseinheiten orientieren sich an berufstypischen Arbeitsauf gaben, Tätigkeiten und Geschäftsprozessen. Sie umfassen jeweils ein Bündel von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen und können sowohl einen Teil eines Ausbildungsgangs als auch eine Zusatzqua lifikation abbilden. Wie umfangreich sie gestaltet und wie konkret sie formuliert werden sollten, hängt in der Regel davon ab, welchen Zeitraum die Einheit umfasst und wie flexibel der Lernprozess gestal tet wird. MF Bildung für Europa l März 2021 12 13 Q U A L IF IK A T IO N Unit I Lernergebnis 1 Lernergebnis 2 Lernergebnis 3 Unit II Lernergebnis 4 Lernergebnis 5 Unit III Lernergebnis 6 Lernergebnis 7 Klare Aussagen - - - - - - - Gunnar Binda, Experte des Nationalen VET-Teams „Lernergebniseinheiten werden idealerweise vor Beginn der Mobilitätsmaßnahme entwickelt, sie können aber auch während des Lernaufenthalts, gemäß den Bedingungen vor Ort, weiter konkretisiert und modifiziert werden.“ NA beim BIBB: Lernergebnisein heiten von A-Z Auf der Erasmus+-Projektplattform der NA beim BIBB finden Sie eine nach Branchen und Qualifikationen unterteilte Tabelle mit Lernergebnis einheiten. Diese umfasst eine Vielzahl von Lernergebniseinheiten und Kom petenzmatrizen, die in europäischen und nationalen Projekten entwickelt wurden. Sie kann als Orientierung zur Entwicklung eigener Lernergebnisein heiten dienen. www.na-bibb.de/ Lernergebnisse-und-Qualität NA beim BIBB: Leitfaden zur Beschreibung von Lernergebnis einheiten Der Leitfaden richtet sich an Bildungs praktiker/-innen, die eine Anleitung zur Beschreibung von Lernergebnissen suchen. www.na-bibb.de/ Lernergebnisse-und-Qualität Cedefop (2024): European guidelines for the development and writing of short, learning- outcomes-based descriptions of qualifications Die europäischen Leitlinien von Cede fop enthalten gemeinsame Grundsätze https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 12 13 - - - - Klare Aussagen Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung?i für die Entwicklung kurzer, auf Lernergebnissen basierender Be schreibungen für alle Qualifikationen. www.cedefop.europa.eu/en/publications/6222 THEME – Kompetenzmatrizen Im Projekt THEME sind Kompetenzmatrizen zu verschiedenen Berufen hinterlegt. Besonders ist, dass diese sehr detaillierte Schritte zur Kompetenzentwicklung in mehr als sechs europäischen Sprachen enthalten. Klare Aussagen www.theme-eu.net Erasmus+ Projekt Results Platform (E+PRP Datenbank) In der E+PRP Datenbank müssen EU-finanzierte Projekte ihre Projektergebnisse einstellen, u.a. die entwickelten Lernergeb niseinheiten für bestimmte Berufe bzw. Sparten. https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects Datenbank Vocational Qualifications Transfer System-Projekten (VQTS-Projekte) Die Datenbank von VQTS-Projekten liefert eine Übersicht über EU-Projekte, die mit dem preisgekrönten VQTS-Modell gear beitet haben bzw. arbeiten. Die Projekte enthalten (holistische) Kompetenzmatrizen, die gut für Lernergebniseinheiten verwen det werden können. Dabei wird nicht nach knowledge, skills and competences unterschieden. https://vocationalqualification.net/?page_id=69 Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) Der DQR ist ein Instrument zur Einordnung der Qualifikationen des deutschen Bildungssystems. Er erleichtert die Orientierung im deutschen Bildungssystem und trägt zur Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa bei. www.dqr.de Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) Der EQR ist ein auf Lernergebnissen basierender Rahmen, in dem alle Arten von Qualifikationen in acht Niveaus eingestuft werden. Er dient zur „Übersetzung“ der Qualifikationsrahmen einzelner Länder und trägt damit zu europaweiter Transparenz, Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit von Qualifikationen bei. https://europass.europa.eu/de/europass-tools/ europaeischer-qualifikationsrahmen https://europass.europa.eu/de/europass-tools/europaeischer-qualifikationsrahmen http://www.cedefop.europa.eu/en/publications/6222 http://www.theme-eu.net https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects https://vocationalqualification.net/?page_id=69 http://www.dqr.de MF Bildung für Europa l März 2021 14 15Klare Aussagen - - Gemeinsam gestalten: Auszubildende in die Entwicklung einbeziehen © K ze no n/ A do be St oc k Die Praxis hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, Lernende in we sentliche Schritte ihres transnationalen Mobilitätsprojektes aktiv einzubeziehen. Eine kooperative Vorgehensweise, die den lernergebnisorientierten Ansatz integriert, fördert den Mehrwert der Auslandspraktika für die berufliche Laufbahn. Wie Sie Ihre Auszubildenden am besten einbeziehen können Es gibt drei Schritte, die Sie beachten sollten, wenn Sie Ihre Auszubil denden in die Formulierung der Lernergebnisse einbeziehen. Schritt 1: Lernziele ermitteln – Lernergebnisse beschreiben Reflektieren Sie die Ziele für das Auslandspraktikum und formulieren Sie die zu erwartenden Lernergebnisse in aussagekräftiger Form. Schritt 2: Kooperatives Abstimmen der Lernvereinbarung Sorgen Sie dafür, dass die Ziele verbindlich sind und bereiten Sie die Lernvereinbarung entsprechend vor. Schritt 3: Fachliche Kompetenzen und Soft Skills sichtbar machen Erfassen Sie die Lernergebnisse und bereiten Sie Ihre Dokumente im Europass Mobilität vor. Mehr dazu erfahren Sie auf den Seiten 21/22. März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 14 15Gemeinsam gestalten Die wichtigsten Tipps zur kooperativen Gestaltung transnationaler Mobilität Auszubildende gewinnen konkrete Vorstellungen über ihre Lernziele und die angestrebten Lerner gebnisse. - Sie sind motiviert, ihren Lernprozess an diesen Zielvorgaben auszurichten. Sie können mit unvorhergesehenen Entwicklungen während des transnationalen Lernaufenthalts um gehen. - Sie sind in der Lage, bei der Feststellung der er zielten Lernergebnisse mitzuwirken und die Doku mentation im Europass Mobilität vorzubereiten. - - + - - - - i Gemeinsam gestalten - - - - Ulrike Schröder, Team Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung in der NA beim BIBB „Die Beteiligung von Lernenden an der Vorbereitung ihrer Lernvereinbarung und an der Formulierung von Lernergeb nissen hat sich sehr bewährt. Die Transparenz der Abläufe und Absprachen fördert nicht nur das Verständnis für die Ziele des Auslandsaufenthalts. Indem die künftigen Mobi litätsteilnehmenden die Prozesse aktiv mitgestalten, über nehmen sie schon jetzt Verantwortung für ihren Lernfort schritt.“ Servicebox: Wo gibt es Informa tionen und Unterstützung? Unterrichtsmaterialien zur kooperativen Gestaltung transnationaler Mobilität Mithilfe der Unterrichtsmaterialien lassen sich Lerner gebnisse unkompliziert in den Unterricht Ihrer Bil dungseinrichtung integrieren. Zudem haben Sie die Möglichkeit, die interaktiven Arbeitsblätter direkt für digitalen Einsatz zu verwenden. www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität Cedefop (2024): The influence of learning outcomes on pedagogical theory and tools Der englischsprachige Cedefop-Forschungsbericht befasst sich mit dem Einfluss der Lernergebnisorientie rung auf pädagogische Methoden und Instrumente. Er richtet sich an Lehrkräfte und Trainer/-innen in der beruflichen Bildung. www.cedefop.europa.eu/en/publications/5605 https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t http://www.cedefop.europa.eu/en/publications/5605 MF Bildung für Europa l März 2021 16 17Klare Aussagen - - - - - Verbindlichkeit herstellen: Wie Sie eine gute Lern vereinbarung entwickeln - In der Lernvereinbarung werden die relevanten Schritte eines Lernaufenthaltes zwischen allen Beteiligten abgestimmt: von der entsendenden Einrichtung über die Partnerinstitution im Gastland bis zum Praktikumsbetrieb und den Lernenden selbst. Die Unterschriften aller Beteiligten gewährleisten die Verbindlichkeit der Vereinbarung. Beziehen Sie die Lernenden aktiv ein Damit dies kein formeller Akt bleibt, sollten nicht nur die Partnerinsti tutionen, sondern auch die Lernenden selbst aktiv in die Gestaltung der Lernvereinbarung einbezogen werden (siehe auch Seite 13). Auf der Grundlage individueller Zielsetzungen („Was will ich nach Ende der Mobilitätsmaßnahme wissen und können?“) wirken sie bereits in der Vorbereitungsphase mit, zum Beispiel bei der Formulierung der Lernergebnisse und der Zusammenstellung der „Mobility Units“. Nutzen Sie die Lernvereinbarung als Planungsinstrument Wie bereits beschrieben, werden in der Lernvereinbarung die kon kreten Inhalte und die erwarteten Ergebnisse des Auslandspraktikums formuliert. Dazu empfiehlt es sich, vorab Planungsgespräche mit den Lernenden zu führen. Der Lernprozess selbst hängt oft von den Möglichkeiten der auf nehmenden Einrichtung ab. So spielt es eine wichtige Rolle, welche Arbeitsaufträge dort aktuell anstehen. Davon ausgehend wird im Vorfeld gemeinsam mit den Lernenden abgestimmt, wie sie den Lernaufenthalt optimal für ihre Ziele nutzen können. Um die Transparenz zu erhöhen und sicherzustellen, dass die Ler nenden während des Mobilitätsaufenthaltes Aufgaben übertragen bekommen, die ihrem Kompetenzniveau und den Ausbildungszielen des Lernaufenthaltes entsprechen, sollten auch die bereits erwor benen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen der Lernenden in der Lernvereinbarung dokumentiert werden. Die wichtigsten Tipps zu den Inhalten der Lernvereinbarung die Qualifikation, die der/die Lernende absolviert, einschließlich Informationen zum aktuellen Stand des Lernfortschritts, eine Beschreibung der Lernergebnisse, die während des Lernaufenthalts erworben werden sollen, Lernprogramm und Aufgaben, d.h. die Tätigkeiten, mittels derer die Lernergebnisse erreicht werden können, das Verfahren zur Bewertung und Dokumentation sowie ggf. das Verfahren der Validierung und Aner kennung. - + © Ja co b Lu nd /A do be St oc k März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 16 17Verbindlichkeit herstellen Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer guten Lernvereinbarung kommt den Europass-Dokumenten zu, in denen bereits erworbene Kom petenzen der Lernenden beschrieben werden – zum Beispiel Sprach kenntnisse. Auf dieser Grundlage können Lernaktivitäten festgelegt werden, die den Erwerb der angestrebten Lernergebnisse ermöglichen. Mehr dazu erfahren Sie auf den Seiten 21/22. - - Neben den angestrebten Lernergebnissen beinhaltet die Lernvereinba rung auch detaillierte Informationen zu Zeitpunkt, Kriterien und Metho den der Erfassung und Bewertung der erworbenen Kompetenzen, die zwischen den Partnereinrichtungen festgelegt wurden. Diese Informati onen vermitteln den Lernenden Sicherheit und unterstützen eine zielge richtete Durchführung des Lernaufenthalts im Ausland. - - - - Die wichtigsten Tipps für erfolgreiches Netzwerken Mobilität ist Arbeit: Nicht nur die Formulierung von aussagekräftigen Lernvereinbarungen erfordert einen gewissen Zeitaufwand, auch die gesamte Organisation inklusive Partnerauswahl und Vorbereitung der Auszu bildenden. - Für alle, die ihre Mobilitätsaktivitäten verstetigen wol len, empfiehlt sich die Mitarbeit in bestehenden sek toralen oder regionalen Netzwerken. Sie helfen dabei, Mobilitätsprojekte effizienter zu gestalten. - - Ansprechpartner/-innen sind neben Expertinnen und Experten des Nationalen VET-Teams auch die Europa büros auf Bezirks- und Landesebene – etwa die EU-Ge schäftsstellen der Bezirksregierungen in NRW – sowie die Mobilitätsberater/-innen der Kammern. - - + Verbindlichkeit herstellen - - - - i - - Maike Tünkers, Expertin des Nationalen VET-Teams „Vor allem bei betrieblichen Praktika kann nicht der ge samte Lernaufenthalt im Vorhinein geplant werden. Es hat sich daher als sinnvoll erwiesen, nur einen Teil vorab mit Units zu verplanen und für den Rest der Zeit eher grob die Tätigkeitsfelder zu vereinbaren. Zudem hat sich gezeigt, dass auch in den nicht geplanten Phasen viel gelernt wird. Hier kann die Einbeziehung der Auszubildenden auch dazu beitragen, dass sie vor Ort selbst neue Lernergebnisse for mulieren – auf Grundlage der konkreten Tätigkeiten.“ Servicebox: Wo gibt es Informa tionen und Unterstützung? NA beim BIBB: Vorlagen für die Lernvereinba rung und den Mobilitätsnachweis Um den Workflow für Projektträger/-innen einfacher zu machen, wurden die Lernvereinbarung (pre-mobi lity) und der Europass Mobilität (post-mobility) stärker aufeinander abgestimmt. Beide Dokumente firmie ren nun unter dem Label „Europass Mobilität“ – mit dem Untertitel „Lernvereinbarung“ oder „Europass Mobilität“. So können bereits ausgefüllte Felder der Lernvereinbarung nahtlos in den Europass Mobilität übertragen werden. www.na-bibb.de/Dokumente-akkreditierte- Einrichtungen-Teilnehmende THEME-Plattform: Smart Mobility Tool (TSMT) Das Smart Mobility Tool von THEME widmet sich der Abwicklung einer Lernmobilität. Dabei erleichtern hinterlegte Kompetenzmatrizen die Formulierung von Lernergebniseinheiten. Sie lassen sich einfach anklicken und werden an entsprechender Stelle in die ebenfalls hinterlegte Lernvereinbarung übernommen. Die Inhalte dieser Lernvereinbarung können dann auch für persönliche Kompetenznachweise und den Europass genutzt werden. – Beachten Sie bitte, dass Sie sich auf der Plattform registrieren müssen. Dort finden Sie auch eine Demo-Version, um das Verfahren zu testen. https://smart.theme-eu.net http://www.na-bibb.de/Dokumente-akkreditierte-Einrichtungen-Teilnehmende https://smart.theme-eu.net MF Bildung für Europa l März 2021 18 19Verbindlichkeiten herstellen - - - - - - - - - - - - - - Fakten schaffen: Lernergebnisse erfassen und bewerten Fakten schaffen © Jo no E ra sm us /A do be St oc k Die Erfassung und Bewertung im Ausland erworbener Kom petenzen wertet jede Mobilitätserfahrung auf und stärkt das gegenseitige Vertrauen der Partnereinrichtungen sowie das der zuständigen Stellen. Grundlage für die Anerkennung ist dabei eine transparente und valide Erfassung der Kompe tenzen. Wie Sie Auslandspraktika aufwerten In der Lernvereinbarung legen die beteiligten Partner gemeinsam mit den Lernenden die Methoden und Instrumente sowie die Kriterien zur Bewertung der Lernergebnisse fest. Die aufnehmende Einrich tung organisiert deren Erfassung entsprechend zuvor getroffener Vereinbarungen und Qualitätsstandards. Ziel ist es, das Verfahren so zu gestalten, dass die Ergebnisse nach der Rückkehr im Heimatland ohne nochmalige Überprüfung anerkannt werden können. Für die Lernenden hat das den Vorteil, dass ihre fachlichen ebenso wie ihre sprachlichen, interkulturellen, personalen und sozialen Kompetenzen erfasst, validiert und europaweit verständlich dokumentiert werden. Das ermöglicht die formale Anerkennung in einem Bildungsgang, aber auch auf dem Arbeitsmarkt – zum Beispiel, wenn es um Zusatz qualifikationen geht. Welche Verfahren sich zur Kompetenz feststellung eignen Für die Erfassung und Bewertung von Lernergebnissen gibt es unter schiedliche Verfahren. Durchgeführte Arbeitsaufträge ermöglichen es, die berufliche Handlungskompetenz umfassend festzustellen. Sie lassen sich da her gut in duale Ausbildungsgänge integrieren und stellen auch für Lernende aus schulisch organisierten Bildungssystemen eine wertvolle Ergänzung ihres Kompetenzprofils dar. Darüber hinaus sind aber auch schriftliche Tests, Fachgespräche und Präsentati onen möglich. Selbstevaluation bietet sich im Mobilitätskontext besonders dann an, wenn die Begleitung des Lernprozesses durch Lehrpersonal nicht kontinuierlich stattfinden kann. Sie unterstützt die Kompe tenzentwicklung, da die Lernenden sich kontinuierlich ihren Lern fortschritt bewusst machen können. Um die Validität zu erhöhen, können Selbst- und Fremdevaluation kombiniert werden. Standardisierte Beobachtungsbögen und Bewertungsraster eig nen sich als Unterstützung unterschiedlicher Feststellungsverfah ren, zum Beispiel auch bei der Selbstevaluation. Die Unterteilung in Bewertungsstufen variiert je nach Zielgruppe und Kompetenz niveau. Am häufigsten sind Raster mit 4-stufigen Bewertungss kalen, die den jeweils erreichten Grad der Autonomie eines/einer Lernenden festhalten. März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 18 19Fakten schaffen Die wichtigsten Tipps von Bewertung bis Anerkennung Bewertung bezeichnet Methoden und Verfahren, die angewandt werden, um festzustellen, inwieweit ein Lernender/eine Lernende angestrebte Kennt nisse, Fertigkeiten und Kompetenzen tatsächlich erworben hat. Die Erfassung findet in der Regel im Gastland nach zuvor vereinbarten Kriterien statt. - Validierung meint den Vorgang der Bestätigung. Sie bescheinigt, dass die erfassten und bewerteten Lernergebnisse als Teil der angestrebten Qualifikati on akzeptiert werden können. Dazu vergleicht die Herkunftseinrichtung den persönlichen Leistungs nachweis mit den in der Lernvereinbarung festge haltenen Lernergebnissen. - - - Anerkennung nennt man die offizielle Bescheini gung der Lernergebniseinheiten oder Qualifikati onen ohne weitere Prüfungsverfahren im Heimat land. - - - + - - - Wie Lernergebnisse festgestellt werden können Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Lernerfolg bzw. das Lernergebnis festzustellen und nachzuweisen. Bei der Auswahl der geeigneten Methode sollten Sie die Dauer des Aufenthaltes sowie die Fähigkeiten des/der Auszubildenden und die Art der ausge führten Tätigkeiten berücksichtigen. Die folgende Übersicht liefert dazu Anregungen. - eher einfach eher komplex | aufwändig erweitertes / ausführliches Berichtsheft Beurteilungsbogen: offen, kriteriengeleitet, Selbst-/ Fremdbeurteilung ausführliche Dokumentation einer betrieblichen Tätigkeit Prüfungsgespräch (Beurteilungsbogen) schriftliche Prüfung Ausführen einer betrieblichen Tätigkeit - unter Beobachtung oder als Videoblog dokumentiert Projektarbeit (inkl. Präsentation & Dokumentation) Erstellung eines Portfolio (Set von Aufgaben) Dr. Christian Schottmann, Experte des Nationalen VET-Teams „Bei der Auswahl des jeweiligen Verfahrens sollten Sie Ziel gruppe, Dauer und Zweck des Lernaufenthaltes berücksichti gen. Oft findet Kompetenzerwerb ungeplant auf informellen Wegen statt. Dies sollten Sie bei der Erfassung der Lerner gebnisse ebenfalls berücksichtigen.“ MF Bildung für Europa l März 2021 20 21 Servicebox: Wo gibt es Informa tionen und Unterstützung? - NA beim BIBB: Leitfaden zur Erfassung und Be wertung von Lernergebnissen - Der Leitfaden stellt Methoden und Instrumente zur Erfassung und Bewertung von Lernergebnissen vor. Dabei greift er Erfahrungen aus Mobilitäts- und Innova tionstransferprojekten auf und listet verschiedene Mög lichkeiten, die sich in der Praxis bewährt haben. - - - i www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität NA beim BIBB: Qualität in der Mobilität durch Lernergebnisorientierung Diese Handreichung erleichtert Ihnen mit vielfältigen Checklisten die Selbsteinschätzung der Qualität Ihrer Mobilitätsprojekte und bietet Hinweise für die lerner gebnisorientierte Weiterentwicklung. Europaweite Lesbarkeit Fakten schaffen www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t https://na-bibb.atlassian.net/wiki/spaces/KA1/pages/164986917/7+Lernergebnisse+Qualit+t März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 20 21Fakten schaffenxxx - - - - - - - - Europaweite Lesbarkeit: Lernergebnisse im Europass Mobilität dokumentieren © Ja co b Lu nd /A do be St oc k Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber legen Wert auf interna tional ausgerichtete Kompetenzen, wie sie vorzugsweise im Rahmen von Lernaufenthalten im Ausland erworben wer den. Eine aussagekräftige Dokumentation der Lernergeb nisse von Auslandspraktika ist daher für die Bewerbungsun terlagen der Lernenden besonders wichtig. Als „persönlicher Leistungsnachweis“ hat sich dabei der Europass Mobilität bewährt. Er ist europaweit einheitlich strukturiert und wird lernergebnisorientiert ausgefüllt. Europass als europaweiter Qualitäts standard Sich in einer fremden Sprache verständigen zu können und die kulturellen Gepflogenheiten anderer Länder zu kennen, ist in der Arbeitswelt von heute ebenso gefragt wie Kundenorientierung und Qualitätssicherung. Ein vorzügliches Instrument, um die Lernergeb nisse eines Mobilitätsprojektes zu dokumentieren, ist der Europass Mobilität. Er sorgt dafür, dass künftige Arbeitgeber/-innen sich ein konkretes Bild von den im Ausland erworbenen Kompetenzen der Bewerber/-innen machen können. Darüber hinaus dient er auch als Grundlage für die Anerkennung der erworbenen Kompetenzen im Heimatland. Damit sowohl die entsendende Einrichtung als auch potenzielle Arbeitgeber/-innen nachvollziehen können, welche spezifischen Kompetenzen während des Lernaufenthaltes im Ausland erworben wurden, ist es notwendig, diese konkret und verständlich zu be schreiben. So kann beispielsweise ein ausgebildeter Koch seine Chan ce auf dem Arbeitsmarkt steigern, wenn er aufzeigt, dass er während seines Auslandspraktikums in einem regionaltypischen Restaurant in Italien gelernt hat, Gerichte auf traditionelle Art zuzubereiten. MF Bildung für Europa l März 2021 22 23Europaweite Lesbarkeit - - - In der Praxis gibt es bereits eine Vielzahl guter Beispiele für Lerner gebniseinheiten. Sie können den Kompetenzerwerb eines mehrmo natigen Auslandsaufenthaltes ebenso beschreiben wie kleinteiligere Einheiten, die an konkreten Arbeitsaufgaben orientiert sind. Dabei kann die Aussagekraft der Lernergebniseinheiten erhöht werden, wenn man sie auf Kompetenz-Matrizen oder einen Qualifikationsrah men (EQR oder DQR) bezieht. Auf diese Art und Weise werden zu gleich die spätere Validierung und Anerkennung der Lernergebnisse eines Auslandsaufenthaltes vorbereitet und erleichtert. - - - - Formal und informell erworbene Lernergebnisse sichtbar machen Der Europass Mobilität bietet über die fachlichen Kompetenzen hin aus die Möglichkeit, auch für Arbeitgeber/-innen wichtige personale und soziale Kompetenzen – sogenannte „Soft Skills“ – zu dokumen tieren. Auch hier sollten die persönlichen Erfahrungen der Lernenden einbezogen werden, zumal diese ihre Tätigkeiten und ihren Lernfort schritt in wöchentlichen Ausbildungsnachweisen festhalten. - - - Weitere Unterstützung durch Europass-Tools Neben dem Europass Mobilität bietet Europass noch weitere Tools zur Dokumentation persönlicher Kompetenzen und Qualifika tionen. Ein Beispiel ist das persönliche Profil im Europass-Portal (https://europass.europa.eu/de), in dem formale Abschlüsse und nicht-formales Lernen dokumentiert werden können. Hinzu kommen ein Lebenslauf-Editor, ein Bewerbungsmanager, eine Suchfunktion für Jobs und Weiterbildungen sowie Selbsteinschätzungs-Tools zu Sprachkenntnissen und digitalen Kompetenzen. Alle Tools sind in über 30 Sprachen verfügbar. - Mit den Europass Zeugniserläuterungen und dem Europass Diploma Supplement stehen darüber hinaus zwei Instrumente zur Verfügung, die erläuternde Informationen zu Abschlusszeugnissen liefern und diese europaweit transparent und vergleichbar machen. Als dynamische Tools werden sie kontinuierlich weiterentwickelt, um den wachsenden Anforderungen der europäischen Mobilität gerecht werden zu können. Franziska Bopp, Leiterin des Nationalen Europass Centers (NEC) in der NA beim BIBB „Europass ist ein nachhaltiges Instrument, dessen verschie dene Bausteine lebenslang genutzt werden können, um ein persönliches Kompetenzprofil aufzubauen und dieses in Bewerbungskontexten vorzuzeigen. Der Europass Mobilität ist dabei oft ein guter Einstieg. Die dort dokumentierten Lernergebnisse spielen auch für die Zeit nach dem schu lischen Leben eine Rolle und helfen beim Übergang von der Schule in den Beruf sowie bei der weiteren beruflichen Ent wicklung.“ https://europass.europa.eu/de März 2021 l Bildung für Europa MF Roadmap Lernergebnisorientierung 22 23 Raum für Ihre Anmerkungen und Ideen Die Nationale Agentur Bildung für Europa Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachse nenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministe rien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. - - www.na-bibb.de Das Nationale VET-Team Ein Team von nationalen VET-Expertinnen und Experten informiert und berät Projektträger/-innen sowie mobilitätsfördernde Einrichtungen sowohl zu Fragen der Lernergebnisorientierung als auch zu weiteren europäischen Berufsbildungsinstrumenten. Es erstellt praxisunterstützende Materialien und fördert den Erfahrungsaustausch auf nationaler und europäischer Ebene sowie den Aufbau von Netzwerken. Gefördert wird es aus Mitteln der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die NA beim BIBB koordiniert die Arbeit des Nationalen VET-Teams. www.na-bibb.de/vet-team Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 Verantwortlich: Berthold Hübers Konzeption: Gabriele Fietz, Dr. Christian Schottmann Redaktion: Manfred Kasper Stand: 01.11.2025 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildnachweis Titel: Emanuel/AdobeStock http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/vet-team Roadmap Lernergebnisorientierung Einführung Inhalt Im Überblick: Was die Lernergebnisorientierung leistet Wie Qualifikationen transparent und vergleichbar werden Wie die Qualität von Mobilitätsmaßnahmen gesichert werden kann Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? Das Nationale VET-Team Cedefop, Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung Cedefop (2024): Transparency and transferability of learning outcomes: a 20-year journey Auf den Punkt: Lernergebnisse formulieren Was Sie beim Formulieren der Lernergebnisse beachten sollten Die wichtigsten Tipps zum Formulieren der Lernergebnisse Kompetenzorientierte Curricula Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? NA beim BIBB: Lernergebniseinheiten von A-Z NA beim BIBB: Leitfaden zur Beschreibung von Lernergebniseinheiten Cedefop (2022): A European handbook (second edition) Klare Aussagen: Einheiten von Lernergebnissen entwickeln Warum „Units for Mobility“? Wie Sie realisierbare Lösungen entwickeln Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? NA beim BIBB: Lernergebniseinheiten von A-Z NA beim BIBB: Leitfaden zur Beschreibung von Lernergebniseinheiten Cedefop (2024): European guidelines for the development and writing of short, learning-outcomes-based descriptions of qualifications THEME – Kompetenzmatrizen Erasmus+ Projekt Results Platform (E+PRP Datenbank) Datenbank Vocational Qualifications Transfer System-Projekten (VQTS-Projekte) Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) Gemeinsam gestalten: Auszubildende in die Entwicklung einbeziehen Wie Sie Ihre Auszubildenden am besten einbeziehen können Die wichtigsten Tipps zur kooperativen Gestaltung transnationaler Mobilität Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? Unterrichtsmaterialien zur kooperativen Gestaltung transnationaler Mobilität Cedefop (2024): The influence of learning outcomes on pedagogical theory and tools Verbindlichkeit herstellen: Wie Sie eine gute Lernvereinbarung entwickeln Beziehen Sie die Lernenden aktiv ein Nutzen Sie die Lernvereinbarung als Planungsinstrument Die wichtigsten Tipps zu den Inhalten der Lernvereinbarung Die wichtigsten Tipps für erfolgreiches Netzwerken Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? NA beim BIBB: Vorlagen für die Lernvereinbarung und den Mobilitätsnachweis THEME-Plattform: Smart Mobility Tool (TSMT) Fakten schaffen: Lernergebnisse erfassen und bewerten Wie Sie Auslandspraktika aufwerten Welche Verfahren sich zur Kompetenzfeststellung eignen Die wichtigsten Tipps von Bewertung bis Anerkennung Wie Lernergebnisse festgestellt werden können Servicebox: Wo gibt es Informationen und Unterstützung? NA beim BIBB: Leitfaden zur Erfassung und Bewertung von Lernergebnissen NA beim BIBB: Qualität in der Mobilität durch Lernergebnisorientierung Europaweite Lesbarkeit: Lernergebnisse im Europass Mobilität dokumentieren Europass als europaweiter Qualitätsstandard Formal und informell erworbene Lernergebnisse sichtbar machen Weitere Unterstützung durch Europass-Tools Raum für Ihre Anmerkungen und Ideen Die Nationale Agentur Bildung für Europa Das Nationale VET-Team Herausgeber Verantwortlich Konzeption Redaktion Stand Gestaltung Bildnachweis Titel …

[…] MF 1 EUROPÄISCHE UNION Auslandsaufenthalte während der Ausbildung Eine Chance für Berufsschulen www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de 2 3 2 3 Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Ausbildung international! D as Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union heißt Erasmus+. Bislang konnten bereits rund 18 Millio nen Menschen und zahlreiche Einrichtungen vom Programm profitieren. - Für den Zeitraum 2021-2027 stehen insgesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, mehr als jemals zuvor. Erasmus+ unterstützt insbesondere die Vernetzung und Internationalisierung. Ziel des Programms ist es, europäische Werte zu stärken sowie unsere Gesell schaften inklusiver, grüner und fit für eine digitale Zukunft zu machen. Stärker in den Fokus gerückt sind benachteiligte Menschen: Ihnen soll der Zu gang zum Programm erleichtert werden. - - Mit Erasmus+ kann zum Beispiel ein Azubi einen Teil seiner Ausbildung in Frankreich, eine Berufs fachschülerin ein Praktikum in Griechenland oder ein Berufsschullehrer ein Job-Shadowing in Polen absolvieren. - Fragen Sie sich, ob Erasmus+ auch ein Mehr wert für die internationale Entwicklung Ihrer Institution wäre? - 4 5 Das sind die Vorteile: - Was sind die Vorteile für Ihre Schülerinnen und Schüler? Durch einen Auslandsaufenthalt erhalten Ihre Schülerinnen und Schüler + berufsbezogene Fremdsprachen kenntnisse, + neue Fachkenntnisse und berufliche Kompetenzen, + Vorbereitung auf den internationalen Arbeitsmarkt, + mehr Flexibilität und Selbstständigkeit. 4 5 - - Was sind die Vorteile für Ihre Schule? Mit dem Angebot von Auslandspraktika in der Ausbildung + erweitern Sie Ihre internationalen Partnerschaften und Kontakte, + machen Sie grenzüberschreitenden Aus tausch zum Teil Ihres Bildungsauftrags, + stärken Sie die Attraktivität Ihrer Einrich tung und schärfen Ihr Profil, + ergänzen Sie Ihre Schulentwicklung um eine internationale Dimension. Was sind die Vorteile für Ihr Kollegium? Ein Auslandsaufenthalt qualifiziert die Lehrkräfte, durch + internationalen Austausch zu aktuellen Bildungsfragen, + neue Eindrücke und ein Kennenlernen anderer Berufsbildungssysteme, + interkulturelle Kompetenzen und Personalentwicklung. 6 7 - Wie werden Sie gefördert? Mit dem Erasmus+-Programm (2021-2027) schafft die EU-Kommission zwei Zugänge zu Fördermitteln für berufsbildende Schulen: Andauernde Mitgliedschaft im Programm Der Standardzugang für Institutionen ist die Akkreditierung. Sie ist für die gesamte Dauer des Programms gültig und verschafft einen einfachen und sicheren Zugang zu Fördermitteln für Ihre Akti vitäten. Als akkreditierte Einrichtung sind Sie flexibel bei der Höhe Ihrer Mittelanfragen und in der Wahl Ihres Ziellandes. Befristeter Einstieg in Projektform Ein Kurzzeitprojekt gibt Ihnen die Möglichkeit, Erasmus+ kennenzulernen und in Projektform daran teilzunehmen. Hier bekommen Sie Fördermittel für bis zu 30 Aktivitäten. In fünf Jahren dürfen Sie drei Kurzzeitprojekte beantragen, die zwischen 6 und 18 Monate dauern können. Aktuelle Antragsfristen finden Sie auf unserer Website www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de 6 7 Auslandsaufenthalte können in folgende Länder erfolgen: EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien, die Türkei und Nordmazedonien sind assoziierte Drittländer und den EU-Mitgliedstaaten gleichwertig. Teilnahme von UK und der Schweiz ab Antragsrunde 2027. Alle restlichen Staaten der Welt sind ebenfalls als Zielland verfügbar, aber nur für akkredi tierte Einrichtungen, nicht für alle Aktivitätsarten und in einem Budgetumfang von bis zu 20 Prozent der gesamten Fördermittel. - 8 9 Welche Aktivitäten werden gefördert? Zielgruppe Aktivität Dauer Lernende Individuelle Lernmobilität (Kurzzeit) 10-89 Tage Individuelle Lernmobilität (Langzeit) 90-365 Tage Gruppenmobilität 2-30 Tage Berufswettbewerbe 1-10 Tage Personal (outgoing) Job-Shadowing 2-60 Tage Lehr- oder Schulungstätigkeit 2-365 Tage Kurse und Schulungen 2-30 Tage Personal (incoming) Eingeladene Expertinnen und Experten 2-60 Tage Aufnahme von Lehrkräften in Ausbildung 10-365 Tage Auch vorbereitende Besuche werden gefördert. Im Auslandsaufenthalt erreichte Lernergeb nisse lassen sich gut im Europass Mobilität festhalten, mehr erfahren Sie unter - www.europass-info.de. http://www.europass-info.de 8 9 Wie hoch ist die Förderung? Es werden Zuschüsse zu Aufenthalts-, Reise- und Organisa tionskosten sowie zu Kursen und sonstigen Kosten gezahlt. Diese sind sowohl von der Entfernung zum Zielland als auch der Dauer des Auslandsaufenthalts abhängig. - Sie möchten eine Schülerin für vier Wochen zum Auslandspraktikum nach Bilbao in Spanien versenden? Tagessatz bis 14 Tage: 63 Euro x 14 Tage Tagessatz ab 15 Tage: 44 Euro x 14 Tage Reisekostenpauschale: 309 Euro Organisatorische Unterstützung: 350 Euro Fördermittel gesamt: 2.157 Euro : - - Sie möchten einer Lehrkraft einen dreitägigen, internationalen Kurs zum Thema Digitalisierung der Berufsbildung in Malmö in Schweden ermöglichen? Tagessatz: 145 Euro x 3 Tage Reisekostenpauschale: 211 Euro Organisatorische Unterstützung: 100 Euro Kurskosten: 80 Euro pro Tag Fördermittel gesamt: 986 Euro Green Travel Wenn Sie emmissionsarme Verkehrsmittel wie z. B. Bus oder Bahn nutzen, erhöht sich die Reisekostenpau schale und Sie können meh rere Reisetage anrechnen. 10 11 Erasmus+ fördert Inklusion und Vielfalt Chancengleichheit, Barrierefreiheit, Fairness und Vielfalt werden in allen Programmen der EU geför dert. So soll eine breite Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen an der Gesellschaft, am Bildungssystem und eben auch an Erasmus+ sicher gestellt werden. - - Dafür steht Teilnehmenden mit geringeren Chancen eine zusätzliche Förderung in Form einer soge nannten Inklusionsunterstützung je nach Bedarf zur Verfügung. - Auch der Auslandsaufenthalt für eine Begleitperson oder ein notwendiger vorbereiten der Besuch kann finanziert werden. - 10 11 Stellen Sie jetzt Ihren Antrag Wenn Sie Interesse an Erasmus+ haben, können Sie bei der Nationalen Agentur beim BIBB einen Antrag stellen. Wir freuen uns, Sie dabei unterstützen zu können. Alle Informa tionen zu Rahmenbedingungen und Fristen finden Sie auf unserer Website - www.na-bibb.de Für Auslandsaufenthalte außerhalb der EU gibt es das BMBFSFJ-Programm AusbildungWeltweit. Es fördert Aufenthalte von Auszubildenden sowie Aus bilderinnen und Ausbildern. Weitere Infos: - www.ausbildung - weltweit.de Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne: Das Team „Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung“ hilft Ihnen bei inhaltlichen Fragen gerne weiter unter mobilitaet-berufsbildung @bibb.de oder 0228 107 – 1555 Das Team „Finanzielle und vertragliche Projektbe gleitung“ hilft Ihnen bei formalen und vertraglichen Fragen ebenfalls gerne weiter unter - helpna@bibb.de oder 0228 107 – 1600 http://www.na-bibb.de http://www.ausbildung-weltweit.de mailto:mobilitaet-berufsbildung%40bibb.de?subject= mailto:helpna%40bibb.de?subject= : : : : Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung und Erwachsenenbildung zuständig. Darüber hinaus nehmen wir weitere zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben in beiden Bildungsbereichen wahr. Wir arbeiten eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Mehr Informationen finden Sie unter: www.na-bibb.de Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 www.na-bibb.de www.meinauslandspraktikum.de www.auslandsberatung-ausbildung.de Nationale Agentur Bildung für Europa @meinauslandspraktikum Verantwortlich Berthold Hübers Stand März 2026 (aktualisierte Auflage) Gestaltung Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildquellen AdobeStock.com: Atelier211 (S.1), Hero Images (S.2), Rido (S.4), Bonninstudio-Stocksy (S.5), Pololia (S.8); Unsplash.com: Guilherme Stecanella (S.9) Gedruckt auf Antalis Digicolor http://www.na-bibb.de http://www.meinauslandspraktikum.de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all&viewAsMember=true https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/?hl=de http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de https://www.auslandsberatung-ausbildung.de Auslandsaufenthalte während der Ausbildung Was ist Erasmus+? Mit Erasmus+ wird die Ausbildung international! Das sind die Vorteile Was sind die Vorteile für Ihre Schülerinnen und Schüler? Was sind die Vorteile für Ihre Schule? Was sind die Vorteile für Ihr Kollegium? Wie werden Sie gefördert? Andauernde Mitgliedschaft im Programm Befristeter Einstieg in Projektform Auslandsaufenthalte können in folgende Länder erfolgen Welche Aktivitäten werden gefördert? Wie hoch ist die Förderung? Green Travel Erasmus+ fördert Inklusion und Vielfalt Stellen Sie jetzt Ihren Antrag Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne Impressum Verantwortlich Stand Gestaltung Bildquellen …

[…] BEWERBUNG IST NERVIG_____ EASY! Profil anlegen, Lebenslauf schreiben, Job finden. Europass – dein EU-Portal für Bewerbung und Jobsuche. KOSTENLOS EINFACH & SICHER Gleich scannen und testen! Kostenlos auf https://europass.europa.eu https://europass.europa.eu 02 03 Diese Tools bietet dir Europass Du möchtest dich für ein Praktikum, eine Ausbildung oder einen Studienplatz bewerben? Du suchst eine neue berufliche Herausforderung oder willst wissen, welche Berufe und Fähigkei ten zukünftig besonders gefragt sind? - Dann bist du im Europass-Portal richtig. Hier findest du viele Tools für deine Bewerbung und persönliche Entwicklung. Außerdem bie tet Europass dir viele Informationen zu Bildung und Beschäftigung in Europa. 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Antworten darauf gibt dir das Europass- Portal. - Diese Informationen findest du auf der Plattform: Arbeitsmarkttrends in der EU zentrale Beratungsstellen und Internet seiten in den EU-Mitgliedstaaten - Anerkennung von Abschlüssen innerhalb Europas Anerkennung und Zertifizierung von Kompetenzen, die du außerhalb formaler Bildung und Ausbildung erworben hast bildungspolitische Initiativen wie z. B. Europäischer Qualifikationsrahmen Informationen für Menschen aus Ländern außerhalb der EU und vieles mehr Digitale Fähigkeitsnachweise Du hast einen Berufs- oder Studienabschluss gemacht? Dann kann deine Schule, Universität oder die zuständige Kammer dir ein digitales Zeugnis ausstellen, das du über das Europass- Portal oder per E-Mail erhalten, speichern und teilen kannst. In der Online-Bibliothek deines Profils kannst du deine Abschlusszeugnisse sicher aufbewahren und z. B. bei einer Bewer bung mit anderen teilen. - Deine Vorteile Datensicherheit: Das neue Europass- Portal schützt deine Daten und gibt sie nicht an Dritte weiter. Alles unter Kontrolle: Dein Profil kann nicht von Dritten eingesehen werden. Du entscheidest, ob du dein Profil bestimm ten Personen für einen begrenzten Zeit raum zeigen möchtest, z. B. im Rahmen einer Bewerbung. Auch die Suche nach passenden Jobs und Weiterbildungsmög lichkeiten kannst du an- und abschalten. - - - Keine Werbung: Das Europass-Portal verfolgt keine kommerziellen Interessen und enthält keine Anzeigen. Mehrsprachigkeit: Das Portal ist in allen EU-Amtssprachen verfügbar. Kostenlos: Alle Angebote im Europass- Portal sind gratis. 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Es ist in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) angesiedelt. www.europass-info.de Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn (Postanschrift) Postfach 201264 Tel.: +49 (0)228 - 107 1200 Mail: europass@bibb.de www.europass-info.de www.na-bibb.de Instagram: @meinauslandspraktikum Verantwortlich Berthold Hübers Stand April 2026 Gestaltung Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation www.go-blueberry.de Druck Inhouse Bildquellen Kegfire/AdobeStock (S.1) AnnaDemy/AdobeStock (S.3) D ie in d ie se r P ub lik at io n en th al te ne n In fo rm at io ne n ge be n ni ch t u nb ed in gt d ie o ffi zi el le P os iti on d er Eu ro pä is ch en K om m is si on w ie de r. https://europass.europa.eu http://www.europass-info.de mailto:europass@bibb.de http://www.europass-info.de http://www.na-bibb.de http://www.go-blueberry.de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/ Bewerbung ist --nervig-- ++easy!++ Diese Tools bietet dir Europass Die Funktionen im Überblick Europass - Informationen zum Lernen und Arbeiten in Europa Digitale Fähigkeitsnachweise Deine Vorteile Europass: Das EU-Portal für Bewerbung und Jobsuche Basiswissen & Orientierung Persönliches Profil erstellen Jobs und Weiterbildungen finden Bewerben Probier’s aus! 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[…] Als Azubi ab ins Ausland mit Erasmus+ Ein echter Gewinn für deine Ausbildung +Das P lu s fü r dein e Ausbild u n g! 02 Was ist Erasmus+? Das Plus für deine Ausbildung! Erasmus+ ist ein Programm der Europäischen Union (EU). Es fördert Lernen und Zusammenarbeiten in Europa. Internationale Kompetenzen werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Warum sollte man deshalb nicht schon in der Ausbildung Berufserfahrungen im Ausland machen? Wie gut, dass Erasmus+ mehrwöchige Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung fördert. Du bist Azubi? Dann ab ins Ausland und + sammle neue berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten. + erlebe neue Arbeitsweisen und Techniken in einem anderen Land. + schließe internationale Freundschaften und knüpfe berufliche Kontakte. + verbessere deine Sprachkenntnisse und lerne Fachbegriffe aus deinem Berufsfeld. + werde selbständiger, gewinne Selbstvertrauen – und neue Berufsaussichten. 03 Wie geht das und wer bezahlt? Dein Weg ins Ausland + Du kannst dich nicht direkt für ein Erasmus+-Stipendium bewerben. Bildungseinrichtun gen und Organisationen beantragen eine Erasmus+-Förderung. Frage in deinem Betrieb oder deiner Berufsschule nach, ob sie ein Auslandspraktikum anbieten möchten. - Überzeugende Informationen für deine Ausbildungseinrichtung findest du auf Seite 09. + Wenn dein Ausbildungsbetrieb oder deine Berufsschule nicht am Programm Erasmus+ teilnimmt, bewirb dich um einen Pool-Platz. Diese werden von Einrichtungen angeboten, die einen Pool an Praktikumsplätzen im Ausland zur Verfügung stehen haben. Mehr Infos und eine Auflistung findest du unter www.meinauslandspraktikum.de/ stipendienfinder Sammle außerhalb der EU berufliche Erfahrung, z.B. mit dem Förderprogramm www.ausbildung-weltweit.de Wenn du etwas in deinem Beruf – z.B. in UK, den USA, China oder Südafrika – lernen willst, beraten wir dich gerne unter 0228 / 107 1611. 04 http://www.meinauslandspraktikum.de/stipendienfinder http://www.ausbildung-weltweit.de Wie geht das und wer bezahlt? Infos zur Finanzierung + Das Erasmus+-Stipendium beinhaltet Aufent halts- und Fahrtkosten. Die Höhe deines Stipen diums hängt davon ab, in welches europäische Land du reist und wie lange du dortbleibst. Eras mus+ übernimmt einen Großteil der Kosten, deckt allerdings nicht immer alle Ausgaben ab. - - - Gut zu wissen: Während deines Auslandsaufenthalts wirst du von deinem Ausbildungsbetrieb weiterbezahlt. 05 Was musst du beachten? So läuft’s rund + Im Auslandspraktikum kannst du in einem ausländischen Unternehmen arbeiten. Auch Aufenthalte an einer Berufsschule sind möglich. + Plane deinen Aufenthalt gemeinsam mit deiner Berufsschule und deinem Ausbildungs betrieb. Stimme Zeitpunkt und Dauer des Aufenthalts sowie die Tätigkeiten, die du aus üben möchtest, mit ihnen ab. - - + Denk an den kostenlosen Europass Mobili tätsnachweis. Dieser hält fest, was du im Ausland gelernt hast. Mehr dazu unter - www.europass-info.de + Kläre alle Versicherungs fragen: Für dein Auslands praktikum benötigst du einen Versicherungsschutz, der min destens eine Kranken- und eine Haftpflichtversicherung umfasst. - - - Gut zu wissen: Ein Auslandspraktikum ist kein Urlaub. Solltest du für deinen Aus landsaufenthalt Urlaub beantragen, könnte dies den Unfallschutz im Falle eines Arbeitsunfalles aufheben. - 06 http://www.europass-info.de Was musst du beachten? 08 > > Hier ist ein Infoflyer, der deinen Chef oder deine Chefin überzeugen wird, dass ein Auslandspraktikum mit Erasmus+ dich und deine Firma weiterbringt! Gleich rausnehmen und weitergeben... 09 > Falls hier kein Infoflyer für Ausbildungs- und Führungskräfte klebt, bitte downloaden unter: www.na-bibb.de/service/infothek/publikationen http://www.na-bibb.de/service/infothek/publikationen Und danach? Teile deine Erfahrungen + Ein Auslandspraktikum ist ein aufregender Lebensabschnitt, bei dem du viel er fährst: Wie arbeitet man in deinem Beruf in anderen Ländern? Welche Techniken gibt es woanders? Welche tollen Menschen triffst du? Und: Wie bist du selbst in einem anderen Land? Halte deine Erfahrungen fest, noch während du weg bist: Mach Fotos, dreh ein Videotagebuch, schreibe einen Blog, ganz egal. Du kannst mit deinen Geschichten auch anderen Mut machen, die Welt zu erkunden: - + Zeige deinem Chef oder deiner Chefin, deinen Kolleginnen und Kollegen, was du gelernt hast: Halte eine Präsentation, einen Vortrag oder erzähle einfach von deinen Erfahrungen. + Schicke uns eine Mail mit deinen Erlebnissen und Fotos, wir verbreiten sie gerne auf www.meinauslandspraktikum.de. + Poste schöne Situationen und Bilder auf Instagram, gerne mit Verlinkung @meinauslandspraktikum und Hashtag #auslandspraktikum. + Werde EuroApprentice: Um auch andere Azubis zu diesem Schritt zu ermutigen, kannst du dich als EuroApprentice bewerben! Das sind unsere Botschafterinnen und Botschafter für Auslandspraktika. Mehr Infos unter www.na-bibb.de/euroapprentices > > Hier aufklappen! 07 http://www.meinauslandspraktikum.de http://www.na-bibb.de/euroapprentices Wir sind die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – kurz: NA beim BIBB. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind wir für die Umsetzung des europäischen Programms Erasmus+ in der Berufsbildung zuständig. Eines unserer wichtigsten Ziele ist dabei, mehr Auszubildenden Auslandserfahrungen zu ermöglichen. Du hast Lust bekommen, ins Ausland zu gehen? Mehr Informationen findest du unter: : : : , : www.meinauslandspraktikum.de @meinauslandspraktikum www.youtube.de/meinauslandspraktikum Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Fon: +49 (0)228 / 107 1608 www.na-bibb.de Verantwortlich Berthold Hübers Stand März 2026 (aktualisierte Auflage) Gestaltung Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation www.go-blueberry.de Bildquellen Composings: pikselstock & aerogondo2/Shutterstock. com (S.1), Robert Kneschke/AdobeStock.com (S.2), Kzenon/AdobeStock.com (S.5), Wayhome Studio/ AdobeStock.com (S.6) http://www.meinauslandspraktikum.de http://www.youtube.de/meinauslandspraktikum http://www.na-bibb.de http://www.go-blueberry.de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/ Als Azubi ab ins Ausland mit Erasmus+: Ein echter Gewinn für deine Ausbildung Was ist Erasmus+? Du bist Azubi? Wie geht dasund wer bezahlt? 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