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Interkulturelle Kompetenz stärken in Japan

„So eine Möglichkeit kriegt man später nie wieder geboten, man sollte sie wirklich ergreifen!“ Anja Braune-Unz ist gelernte Keramikerin und hat im Anschluss an ihre Ausbildung mit Erasmus+ einen dreimonatigen Lernaufenthalt in Japan absolviert.

[…] Impressionen Anja Braune-Unz ist gelernte Keramikerin und hat mit Erasmus+ einen dreimonatigen Aufenthalt in Japan erlebt. Vor Ort durfte sie die traditionelle Bizen-Keramikherstellung hautnah miterleben und nutzte die Gelegenheit, um Land und Leute kennenzulernen. Dabei lernte sie eine ganz neue Seite ihres Berufs kennen und hat Erfahrungen mitgenommen, die sie fachlich wie persönlich sehr bereichert haben. Im Interview erzählt sie, wie es für sie war, in einem Land zu leben und zu arbeiten, dessen Sprache sie nicht spricht und dessen Kultur sie nur vom Hörensagen kannte. Anja, du warst 2025 drei Monate mit Erasmus+ in Japan. Als Töpfergesellin im ersten Jahr nach Ausbildungsabschluss hast du dort die japanische Keramikherstellung hautnah miterleben dürfen. Wie war das für dich – auch im Vergleich zu deiner Arbeit in Deutschland? Es war eine in jeder Hinsicht bereichernde und außergewöhnliche Erfahrung. Die traditionelle Keramik und deren weit zurückreichende Geschichte ist etwas ganz Besonderes in Japan. Ein Unterschied zu der Arbeit in Deutschland ist für mich definitiv die Demut und der Umgang mit dem Material und seine Gewinnung. Während man in Deutschland in aller Regel fertiges Material einkauft, habe ich in Japan beim Abbau des Tons mitgewirkt, welchen wir dann zu Keramik weiterverarbeitet haben. Dieses Vorgehen steigert auf jeden Fall die Wertschätzung vor dem Material, da man es vor der Verarbeitung mit den eigenen Händen aus der Erde gestochen, mit dem Holzhammer zerkleinert, gemahlen und letztlich angemischt hat. Ebenfalls ganz anders war dann auch das Brennen der Keramik im mit Holz betriebenen, traditionellen Anagama-Ofen. Dieser war 20 Meter lang und wurde von Herrn Matsui, meinem Lehrmeister und Gastvater vor Ort, selbst erbaut. Allein das Bestücken und Hochheizen dieses riesigen Ofens auf 1.000 Grad Celsius bedarf eines mehrtägigen, strengen Vorgehens. Bis die Keramikstücke dann tatsächlich fertiggebrannt sind, vergehen insgesamt zwei Wochen und man muss das Feuer durchgängig überwachen und weiter füttern. Auch dabei lernt man viel Geduld und Hingabe für den Prozess, aber auch die Flammenführung ist ein zentrales Thema ebenso wie das Wissen darüber, welche Stücke man wann und wo im Ofen platzieren muss, um verschiedene Brenneffekte zu erzielen. Insgesamt war die Arbeit sehr viel körperlicher als in Deutschland, wo ich die meiste Zeit an der Drehscheibe verbringe. In Japan hingegen haben wir viel mehr mit der Plattentechnik gearbeitet – einer Methode, bei der der Ton durch eine Walze zu dünnen Platten gepresst und anschließend geformt wird. , Gab es trotz dieser vielen Unterschiede auch Gemeinsamkeiten, die du mit Blick auf deine alltägliche Arbeit in Deutschland feststellen konntest? Ganz klar die Liebe zur Keramik! Herr Matsui und ich haben uns sofort verstanden. Bereits am ersten Tag habe ich sofort mit angepackt und Herr Matsui und ich haben den gesamten Tag zusammengearbeitet, ohne wirklich miteinander zu sprechen. Da hat man einfach gespürt, was der nächste Schritt ist und welche Unterstützung er gerade gebrauchen könnte. Das war so eine harmonische, gut funktionierende Zusammenarbeit, obwohl man sich überhaupt nicht kannte, weil einfach die Leidenschaft auf beiden Seiten da war. Das klingt nach einer sehr erfüllenden, aber auch sehr anstrengenden Arbeit. Wie wird das Keramik-Handwerk in Japan gesellschaftlich wahrgenommen? Spürt man dort, dass die harte Arbeit wertgeschätzt wird? Ja, auf jeden Fall! Mein Lehrmeister Herr Matsui präsentiert seine Werke regelmäßig auf Ausstellungen und ich hatte ganz zu Beginn meines dreimonatigen Aufenthalts die Möglichkeit, eine seiner gut besuchten Ausstellungen in Tokyo zu unterstützen. Für den Aufbau, der sowieso schon sehr umfangreich war, hatte Herr Matsui extra eine Ikebana-Meisterin beauftragt, die Keramik-Stücke in absoluter Kleinstarbeit und sehr ästhetisch mit Blumen zu dekorieren. Auch die Art, wie die Stücke angeliefert wurden – nämlich in extra angefertigten Holzschachteln – zeigte mir die extrem hohe Wertschätzung und Hingabe, die Herr Matsui für sein eigenes Handwerk verspürt. Auch die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung zeigten große Begeisterung, Achtung und Respekt beim Betrachten und Erwerben der Stücke, sowie bei den vielen Gesprächen, die sich dabei ergaben. Während ich in Deutschland oft in Gespräche über Preise von handwerklicher und künstlerisch hergestellter Keramik verwickelt werde, so ist das in Japan absolut kein Thema. Der Wert der Keramik, die in Handarbeit entsteht und jedes Stück einzigartig macht, wird nicht infrage gestellt. , Du warst zum Zeitpunkt deines Auslandsaufenthaltes bereits Gesellin und hattest deine Abschlussprüfung gerade hinter dich gebracht. Das heißt, du hast einen Ausbildungsabschluss, theoretisches Wissen und praktische Arbeitserfahrung mitgebracht, als du nach Japan gegangen bist. Hast du dich damit gut vorbereitet gefühlt auf die Arbeit vor Ort, die ja – wie wir gerade gehört haben – doch recht anders war als du es aus Deutschland kanntest? Ja, ich habe mich gut vorbereitet gefühlt und war bereit, Neues zu lernen. Aber in Japan ist das Handwerk der Keramikherstellung hochgeschätzt und hat einen ganz anderen Stand als in Europa. Die Ausbildungsdauer beträgt in Japan ca. sieben Jahre und der ausbildende Meister entscheidet, wann ein Lehrling soweit ist, Keramik selbst herstellen zu dürfen. Lange Traditionen und die speziellen Brenntechniken sind bis heute noch oftmals große Geheimnisse und werden nur bedingt weitergegeben. Sich einfach mal so über die Schulter schauen zu lassen, ist keine wirkliche Option. Wenn man also zu einem „nur” dreimonatigen Praktikum kommen möchte – und dann noch als Ausländerin, Frau und mit einer nur zweijährigen Ausbildung –, dann ist es nicht leicht, jemanden zu finden, der sich darauf einlassen möchte. Mit meinem Grundwissen über die Herstellung der Keramik habe ich mich durchaus genügend vorbereitet gefühlt. Aber meine zwei Jahre Ausbildung scheinen im Vergleich zu der Ausbildungszeit in Japan sehr kurz. Man wird wahrscheinlich nicht als ausgebildete Keramikerin wahrgenommen, eher als Schülerin. Jedes Land hat ja seine ganz eigene Kultur mit gesellschaftlichen Normen und Regeln. So gelten manche Dinge in Japan als gesellschaftlich verpönt, die in Deutschland akzeptiert sind und andersherum. Wie war es für dich persönlich, drei Monate in Japan zu leben und zu arbeiten? Insgesamt ist es mir tatsächlich leicht gefallen loszuziehen. Japan ist ein Land, in dem man sich immer willkommen fühlt. Ich hatte vor Ort das Gefühl, ich wäre schon einmal dort gewesen, obwohl das nicht stimmt. Aus meiner Erfahrung sind die Menschen sehr zugewandt und machen es einem einfach leicht, es ist eine sehr hilfsbereite und dankbare Gesellschaft. Zudem war ich früher mal in der humanitären Hilfe tätig und bin es daher gewohnt, mich in fremde Kulturen einzuleben. Eine ehemalige Kollegin aus dieser Zeit ist Japanerin und war zufällig zur gleichen Zeit auch in Japan, gerade mal eine Stadt weiter. Sie hat mich quasi als ortskundige Dolmetscherin unterstützt und mir viele besondere Orte gezeigt. Aber auch meine Gastfamilie hat mich toll mitgenommen, um mir die Kultur näher zu bringen, z. B. durch gemeinsame Mahlzeiten und Ausflüge. Auch die traditionelle Herstellung von Kimonos in Handarbeit sowie die japanische Teezeremonie durfte ich kennenlernen, was sehr beeindruckend war. So konnte ich viel mehr Eindrücke gewinnen als wäre ich eine einfache Touristin gewesen. Der Alltag in einem anderen Land stellt einen natürlich durchaus vor Herausforderungen, wie zum Beispiel der Gang in den Supermarkt. Dort wurden alle Artikel nur auf japanisch ausgestellt, sodass ich mich mit einer Übersetzer-App anfangs mühsam durch den Supermarkt gearbeitet und nur Lebensmittel gekauft habe, die ich zweifelsfrei identifizieren konnte. Aber auch hier hat mich meine japanische Kollegin unterstützt und ist mit mir gemeinsam einkaufen gegangen, das hat mir sehr geholfen. Neben den Supermärkten fand ich aber besonders die kleinen, familiengeführten Läden faszinierend, die traditionelle, handgemachte Produkte wie Kalligrafiepinsel verkauft haben. , Das klingt nach tollen Erfahrungen! Gab es neben all den tollen Momenten auch Situationen, in denen du überfordert warst oder befürchtet hast, gegen die gesellschaftlichen Verhaltensregeln verstoßen zu haben? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Es gab mit Sicherheit viele Momente, in denen ich mich „danebenbenommen“ habe. Aber die Menschen sind in Japan einfach zu freundlich, um es einem zu sagen. Ab und zu konnte ich anhand der Reaktionen der Mitmenschen erkennen, dass ich mich gerade nicht adäquat verhalten habe, aber gesagt hat mir das niemand. Letztlich hat dieser respektvolle Umgang mit mir dazu geführt, dass ich mich nach und nach entspannt habe. Die Freundlichkeit meiner Mitmenschen und das Wissen darüber, dass sie es mir nicht übelnehmen, wenn ich etwas falsch mache, haben den Druck rausgenommen. Japan war aber das erste Land, in das ich gereist bin, bei dem ich im Vorfeld wirklich Angst hatte, etwas falsch zu machen. Daher war es mir auch wichtig, mich gut vorzubereiten. So bin ich bereits im Vorfeld meines Aufenthalts mit meiner Gastfamilie ausführlich in Kontakt getreten. In dem Zuge bat ich meine Gastmutter darum, mir bitte mitzuteilen, wenn ich in ein Fettnäpfchen getreten bin, damit ich daraus lernen kann und niemanden verletze. Aber auch eine umfangreiche Recherche im Vorfeld hat dazu beigetragen, dass ich mich sicherer gefühlt habe. Ich habe zum Beispiel Videos geschaut, in denen die „Do’s & Dont’s“ über das Leben in Japan zusammengefasst waren. Dazu zählt unter anderem die gesellschaftliche Norm, dass in Japan auf offener Straße nicht gegessen wird, beispielsweise während des Sightseeings. Hilfreich war auch dabei wieder meine japanische Kollegin, deren Rat ich gerade zu Beginn meines Aufenthalts schnell per Handy einholen konnte, wenn ich mir unsicher war. Trotz deiner umfassenden Vorbereitung und deiner Kontakte nach Japan: Hattest du Ängste oder Sorgen vor deiner Reise? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Ich war zum Glück recht entspannt. Ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut und wusste, dass ich durch die Erasmus+-Förderung finanziell sehr gut abgesichert bin. Ich habe mir bewusst gemacht, dass ich nicht dabei bin, mein gesamtes Leben nach Japan zu verlagern, sondern nur für eine begrenzte Zeit dort sein werde. Auch die Erkenntnis, dass ich die Reise völlig freiwillig mache und ich durchaus die Möglichkeit habe, die Rahmenbedingungen vor Ort mitzubestimmen und im äußersten Notfall frühzeitig wieder nach Hause kommen zu können, haben mir viel Sicherheit gegeben. Ein wenig Sorge hatte ich vor der Verständigung. Ich hatte im Vorfeld die wichtigsten Floskeln auf Japanisch per Sprachlern-App eingeübt, richtige Sprachkenntnisse brachte ich aber nicht mit. Das hat mich verunsichert, weil ich nicht respektlos gegenüber den Einheimischen wirken wollte. Aber vor Ort hat das alles zum Glück gut funktioniert und meine Nachbarin begrüße mich jeden Morgen sogar auf Englisch mithilfe ihrer Übersetzungs-App. Das wusste ich sehr zu schätzen. , Was möchtest du Menschen mitgeben, die auch die Chance haben, während oder nach der Ausbildung ins Ausland zu gehen, sich aber nicht trauen und sich von ihren Ängsten ausgebremst fühlen? Ich finde die Vorstellung wirklich schade, dass jemand sich wegen Sorgen und Ängsten die Chance entgehen lässt, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Ein bisschen Bauchkribbeln gehört einfach dazu – das hatte ich auch, obwohl ich zuvor schon längere Zeit im Ausland verbringen durfte. So eine Möglichkeit kriegt man später nie wieder geboten, man sollte sie wirklich ergreifen. Die Erfahrungen, die ich vor Ort gemacht habe, kann mir niemand mehr nehmen. Ich habe nicht nur beruflich dazugelernt. Ich habe auch das Gefühl – und das signalisieren mir auch meine neu gewonnenen japanischen Freundinnen und Freunde, mit denen ich noch regelmäßigen Kontakt pflege –, dass ich ein zweites Zuhause dazugewonnen habe. Wenn ich ab September die Meisterschule besuche, habe ich vor, ein weiteres Auslandspraktikum zu machen. Wenn das nur halb so schön wird wie das Praktikum in Japan, bin ich einfach froh. Ich bin absolut begeistert und würde es jederzeit wieder machen – gerade auch einen solch langen Aufenthalt. Zu sehen, dass nun andere Gesell/-innen eine ähnliche Reise antreten wie ich, freut mich wirklich sehr. Das Interview führte Nicole von dem Bach (NA beim BIBB). , Gut zu wissen: Mit der „internationalen Dimension” ermöglicht das europäische Förderprogramm Erasmus+ in einem geringen Umfang auch außereuropäische Lernaufenthalte in der Berufsbildung. Daneben bietet das BMBFSFJ-Förderprogramm AusbildungWeltweit finanzielle Unterstützung für weltweite und praxisorientierte Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung. Zu den Förderinformationen: Erasmus+ AusbildungWeltweit …

Veranstaltung

Go.Learn.Share. – Auslandserfahrungen teilen und begeistern - Nationales EuroApprentice Training

Beim nationalen EuroApprentices Training kommen junge Menschen zusammen, die während ihrer Ausbildung Auslandserfahrungen gesammelt haben und andere dafür begeistern möchten. Sie lernen das EuroApprentices-Netzwerk kennen, tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und bereiten sich darauf vor, künftig über die Chancen von Erasmus+ zu informieren und ihre Erlebnisse mit anderen zu teilen.

[…] Auf einen Blick, Hinweis zur Übernachtung, Programm und Anmeldung, Kontakt Im nationalen EuroApprentices Training werden die Teilnehmenden auf ihre zukünftige Tätigkeit als EuroApprentices vorbereitet. Sie lernen das EuroApprentices-Netzwerk, seine Aufgaben und Aktivitäten sowie die Grundlagen des Erasmus+-Programms kennen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie persönliche Auslandserfahrungen authentisch, verständlich und wirkungsvoll weitergegeben werden können. Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigenen Erfahrungen und ihre Motivation, erhalten Anregungen für eine zielgruppengerechte Kommunikation und üben, andere junge Menschen für einen Auslandsaufenthalt während der beruflichen Bildung zu begeistern. Darüber hinaus bietet das Training Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Erfahrungsaustausch sowie zur Klärung organisatorischer Fragen rund um das zukünftige ehrenamtliche Engagement im EuroApprentices-Netzwerk. , Datum : Freitag, 09. Oktober 2026, 08:30 - 16:00 Uhr Optional: Gemeinsames Abendessen am 08. Oktober (Restaurant Makiman , Sternbrücke 11, 53111 Bonn) Veranstaltungsort : Bundesinstitut für Berufsbildung, Friedrich-Ebert-Allee 114-116, 53113 Bonn, Raum 5.406 Übernachtungsmöglichkeit: Motel One Hotel, Am Hauptbahnhof 12, 53111 Bonn , Zimmer inklusive Frühstück werden für die Teilnehmenden bei Bedarf im Motel One Bonn Hauptbahnhof reserviert. Die Kosten werden von der Nationalen Agentur (NA) übernommen und über eine Gesamtrechnung abgerechnet. Sie müssen daher vor Ort nichts bezahlen. Um Stornokosten zu vermeiden, bitten wir Sie, uns eine eventuelle Absage mindestens drei Wochen vor deiner Anreise per E-Mail an brkic@bibb.de mitzuteilen. , Zum Programm Zur Anmeldung Anmeldeschluss: 27.08.2026 - Anne-Marie Brkic Tel: 0228 107 1659 E-Mail: brkic@bibb.de Bei inhaltlichen Fragen zur Veranstaltung an euroapprentices@bibb.de . …

News

Auslandsaufenthalte: Hohe Motivation – aber besondere Hürden für junge Menschen in Deutschland

Deutschland-Auswertung des Eurodesk Youth Information Survey 2025

[…] Text und Bild, Weitere Informationen Junge Menschen in Deutschland sind grundsätzlich sehr offen für Auslandsaufenthalte – gleichzeitig zeigen sich im europäischen Vergleich spezifische Hürden und Unterschiede. Das zeigt die Deutschland-Auswertung des Eurodesk Youth Information Survey 2025 mit über 7.000 Befragten europaweit, darunter rund 1.800 aus Deutschland. , Großes Interesse an Auslandserfahrungen Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen in Deutschland großes Interesse an Auslandsaufenthalten haben. Besonders häufig werden Reisen, Praktika, Arbeit oder Studium im Ausland genannt. Der Auslandsaufenthalt soll am besten zwischen drei und sechs Monaten dauern und physisch stattfinden. Unterschiedliche Bewertung von Vorteilen Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass junge Menschen in Deutschland zwar den Bildungswert eines Auslandsaufenthalts hoch einschätzen, gleichzeitig jedoch weniger Vorteile für ihr persönliches und berufliches Leben sehen als Jugendliche in anderen Ländern. Starker Einfluss der Familie Ein auffälliges Ergebnis ist die Bedeutung der Familie: 38 Prozent der deutschen Jugendlichen, die einen Auslandsaufenthalt gemacht haben, geben an, sich bei Informationen und Unterstützung im Bewerbungsprozess auf ihre Familie zu verlassen. Dieser Wert liegt deutlich über dem internationalen Durchschnitt. Besondere Hürden in Deutschland Auch bei den Hinderungsgründen zeigen sich Unterschiede. Klimasorgen werden von 41 Prozent der Befragten in Deutschland genannt und damit deutlich häufiger als im europäischen Durchschnitt. Zudem ist die Angst, durch einen Auslandsaufenthalt Chancen im Heimatland zu verpassen, mit 49 Prozent besonders ausgeprägt. Ein weiterer Aspekt betrifft den Bildungsweg: 43 Prozent derjenigen, die keinen Auslandsaufenthalt gemacht haben, sorgen sich um eine mögliche Verlängerung ihres Studiums. Gleichzeitig berichten 19 Prozent der Befragten mit Auslandserfahrung, dass sich ihr Studium tatsächlich verlängert hat. Implikationen für die Jugendinformation Die Ergebnisse zeigen, dass Informations- und Beratungsangebote in Deutschland stärker auf die konkreten Bedenken junger Menschen eingehen sollten. Dazu zählen insbesondere Klimasorgen, die Angst, durch einen Auslandsaufenthalt Chancen zu verpassen, sowie Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf den Bildungsweg. Außerdem spielt die Familie eine wichtige Rolle bei der Informationssuche und Entscheidungsfindung. Vor diesem Hintergrund sollten Informationsangebote sich auch an diese Zielgruppe wenden. Einordnung der Ergebnisse Die dargestellten Ergebnisse basieren auf der Deutschland-Auswertung des Eurodesk Youth Information Survey 2025. Die zugrunde liegende Online-Befragung wurde zwischen Oktober und November 2024 in 36 europäischen Ländern durchgeführt. Ergänzend zur europaweiten Analyse wurden spezifische Vergleiche zwischen deutschen und internationalen Jugendlichen vorgenommen. Quelle: Pressemitteilung von Eurodesk Deutschland | 18. Mai 2026 , Eurodesk Deutschland hat den Youth Info Survey für Deutschland im europäischen Vergleich veröffentlicht. Dieser ist auf Englisch im Bestellservice verfügbar . Eurodesk ist ein europäisches Jugendinformationsnetzwerk mit Koordinierungsstellen in 36 Ländern. Die Beratung zu Auslandsaufenthalten ist persönlich, kostenlos und neutral. Eurodesk Deutschland wird durch das EU-Programm Erasmus+ sowie durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen des KJP gefördert und ist ein Projekt von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. …

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Verleihung des European Innovative Teaching Awards 2026

Auszeichnung erfolgreicher Projekte, die innovative Unterrichtspraktiken in der Berufsbildung umsetzen

[…] Text und Bild, Weitere Informationen Der „European Innovative Teaching Award” wird dieses Jahr an Erasmus+-Projekte vergeben, die Grundkompetenzen in den Bereichen Lesen und Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften, Digitalisierung und Staatsbürgerschaft verbessern und Menschen helfen, sich in der Komplexität der heutigen Welt zurechtzufinden. , Die Europäische Kommission vergibt seit 2021 jährlich den „European Innovative Teaching Award“ (EITA). Ausgezeichnet werden exzellente pädagogische Arbeit und gute Unterrichtspraktiken in abgeschlossenen Erasmus+-Projekten, die zum Jahresthema der Auszeichnung „Basic Skills“ passen. Dieses Thema unterstützt den „Aktionsplan für Grundkompetenzen“, der im März 2025 als Teil der Strategie „Union of Skills“ der Europäischen Kommission verabschiedet wurde. Der Preis wird in den vier Kategorien „vorschulische Bildung“, „Grundschule“, „Sekundarschule“ und „berufliche Schule“ vergeben sowie zusätzlich das „European Language Label“. Förderung von Grundkompetenzen ist Thema des Jahres Der EITA-Preis 2026 zeichnet Erasmus+-Projekte aus, die darauf abzielen, Leistungen in einer oder mehreren der folgenden fünf Schlüsselkompetenzen zu verbessern: Lesen und Schreiben: Verstehen, Anwenden, Bewerten und Reflektieren in Wort und Schrift unter Verwendung visueller, akustischer und digitaler Materialien in verschiedenen Fachbereichen und Kontexten Mathematik: Mathematisches Denken; Formulieren, Anwenden und Interpretieren mathematischer Konzepte zur Lösung realer Probleme und zum Treffen fundierter, datengestützter Urteile/Entscheidungen Naturwissenschaften: Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Themen und Ideen als reflektierendes Individuum (wissenschaftliche Erklärung von Phänomenen, Bewertung und Konzeption wissenschaftlicher Untersuchungen, Interpretation von Daten) Digitale Kompetenz: selbstbewusster, kritischer und verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Technologien zum Lernen, Arbeiten und zur Teilhabe an der Gesellschaft (Informationskompetenz, Kommunikation, Medienkompetenz, Erstellung digitaler Inhalte, Online-Sicherheit, digitales Wohlbefinden) Staatsbürgerkunde: sich verantwortungsbewusst verhalten und uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, gestützt auf ein Verständnis sozialer, wirtschaftlicher, rechtlicher und politischer Strukturen (staatsbürgerliche und demokratische Konzepte, Institutionen und Prozesse: z. B. Demokratie, Medienkompetenz, Krisenvorsorge, Respekt gegenüber anderen, Meinungsfreiheit) Diese fünf Grundkompetenzen helfen den Menschen dabei, kritisch zu denken, sich in ihren Gemeinschaften zu engagieren, gesund zu bleiben, sich an einen sich rasch wandelnden Arbeitsmarkt anzupassen und sich in der Komplexität der heutigen Welt zurechtzufinden, einschließlich digitaler Werkzeuge und künstlicher Intelligenz (KI). In einer Zeit zunehmender Desinformation und Polarisierung gewinnen diese Kompetenzen mehr denn je an Bedeutung. Sie fördern eine informierte und aktive Bürgerschaft und sind entscheidend für den Aufbau widerstandsfähiger, inklusiver Gesellschaften. Auswahlverfahren in der Berufsbildung Für die Nominierung des European Innovative Teaching Award durch die NA beim BIBB kommen ausschließlich abgeschlossene Erasmus+-Projekte in der Leitaktion 1 in Frage, die von deutschen Einrichtungen in der beruflichen Bildung koordiniert wurden. Für 2026 werden alle bis Ende des Jahres 2025 abgeschlossenen Projekte in den Bereichen Schul- und Berufsbildung berücksichtigt, die im Abschlussbericht herausragend bewertet wurden und dem vorgegebenen Jahresthema entsprechen. Eine Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der NA beim BIBB, schlägt auf Grundlage einer Short-List Projekte für die Nominierung der EU-Kommission vor. Die Bekanntgabe der Preisträger durch die Europäische Kommission erfolgt Anfang September. , Informationen zum Europäischen Bildungsraum: European Education Area (europa.eu) Informationen zum Aktionsplan für Grundkompetenzen Informationen zum European Innovative Teaching Award (europa.eu) …

Veranstaltung

Greening VET: Building Skills for Europe’s Green Transition

Die EU will ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 deutlich senken und bis 2050 klimaneutral werden. Dafür braucht Europa ausreichend qualifizierte Fachkräfte mit grünen Kompetenzen. Gerade die berufliche Bildung kann durch flexible Aus- und Weiterbildungsangebote einen wichtigen Beitrag zum grünen und digitalen Wandel leisten. Das Vernetzungstreffen „Greening VET“ bringt Fachleute aus verschiedenen Ländern in Rom zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, den bisherigen Beitrag von Erasmus+ zu bewerten und zu diskutieren, wie der nächste Programmzyklus eine nachhaltige und wettbewerbsfähige europäische Wirtschaft noch stärker fördern kann. Bewerbungsfrist ist der 21.09.2026.

[…] Ziele der Veranstaltung, Zielgruppe, Auf einen Blick, Bewerbung, Hinweis zu den Kosten, Kontakt Die EU will ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 deutlich senken und bis 2050 klimaneutral werden. Dafür braucht Europa ausreichend qualifizierte Fachkräfte mit grünen Kompetenzen. Gerade die berufliche Bildung kann durch flexible Aus- und Weiterbildungsangebote einen wichtigen Beitrag zum grünen und digitalen Wandel leisten. , Erasmus+ unterstützt die Modernisierung der Berufsbildung und die Entwicklung grüner Kompetenzen. Das Vernetzungstreffen „Greening VET“ bringt Fachleute aus verschiedenen Ländern zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, den bisherigen Beitrag von Erasmus+ zu bewerten und zu diskutieren, wie der nächste Programmzyklus eine nachhaltige und wettbewerbsfähige europäische Wirtschaft noch stärker fördern kann. Die Veranstaltung findet vom 02. bis 04.12.2026 in Rom, Italien statt. Bewerbungsfrist ist der 21.09.2026. , Ziel ist es, die länderübergreifende Reflexion und den Erfahrungsaustausch über die Rolle von Erasmus+ bei der Entwicklung strategischer grüner Kompetenzen und der Förderung eines nachhaltig wettbewerbsfähigen europäischen Arbeitsmarktes anzuregen. Dabei werden auch die Ergebnisse einer Umfrage der Erasmus+-Agentur INAPP zum Beitrag von KA 2-Projekten zur Entwicklung grüner Kompetenzen einbezogen. Zukunft gestalten: Neue europäische Ansätze für eine nachhaltige Wirtschaft diskutieren und Impulse für den nächsten Erasmus+-Programmzyklus entwickeln. , Die Teilnehmenden sollten Fachkräfte aus dem Bereich der beruflichen Bildung sein, die starkes Interesse an der Erasmus+-Priorität „Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels“ haben und sich dafür engagieren. Es sollten ausschließlich erfahrene Erasmus+-Förderempfänger ausgewählt werden. , Beginn: 02.12.2026 um 15:00 Uhr Ende: 04.12.2026 um 13:00 Uhr Veranstaltungsort: Rom, Italien Bitte planen Sie Ihre Reise so, dass Sie von Beginn bis zum Ende der Veranstaltung anwesend sein werden. Die TCA findet auf Englisch statt. Die Teilnehmenden sollten über gute Englischkenntnisse verfügen. , Die Bewerbung zur Teilnahme erfolgt über die SALTO -Plattform. Ein entsprechender SALTO -Account ist erforderlich. Zur Bewerbung Bewerbungsfrist: 21.09.2026 , Die Kosten der Veranstaltung (Übernachtung, Verpflegung, Seminargebühren) werden für Sie von der ausrichtenden Nationalen Agentur übernommen. Die NA beim BIBB bezuschusst Ihre Reisekosten. , Weitere Informationen zur Teilnahme an TCA-Veranstaltungen finden Sie auf unserer Übersichtsseite . - Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Loredana Ceccacci, E-Mail: l.ceccacci@inapp.gov.it Bei Fragen zur Abrechnung wenden Sie sich bitte an: NA-TCA@bibb.de . …

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Fachtagung „Internationalisierung beginnt in der Praxis“

Am 18. November 2025 fand in Berlin die Fachtagung unter dem Motto „Wie Förderprogramme für Auslandsaufenthalte und europäische Kooperationen die deutsche Berufsbildung attraktiver machen“ statt.

[…] KeyVisual, Vorträge und Präsentationen, Initiativen und Maßnahmen für eine internationale und attraktive Berufsbildung in Deutschland, Entwicklungen, Meilensteine und Erfolge in den Programmen AusbildungWeltweit und Erasmus+, Die Bedeutung von Internationalität und Mobilität für die Berufsbildung – was sagt die Forschung?, Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln - Förderprogramme in der Praxis I: Auszubildendenmobilität im Unternehmen mit AusbildungWeltweit, Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln – Förderprogramme in der Praxis II: Erasmus+ Akkreditierung an einer Berufsschule, Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln – Förderprogramme in der Praxis III: Erasmus+ Partnerschaften in der Berufsbildung, ProTandem – Wirkungen des deutsch-französischen Austauschs, Ermöglichen, Steuern, Wertschätzen – Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene fördern I: Saarland, Ermöglichen, Steuern, Wertschätzen – Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene fördern II: Nordrhein-Westfalen, Förderung mit Wirkung. Blick auf die Internationalisierung der beruflichen Bildung heute und morgen Rund 120 Teilnehmende aus Politik und Praxis kamen in Berlin zusammen und erhielten einen vielfältigen Einblick in Umsetzung und Wirkung der Förderprogramme in der Berufsbildung. Neben Inputs zu Maßnahmen und Erfolgen einer internationalen Berufsbildung in Deutschland und zu Erkenntnissen aus der Forschungslandschaft wurden Beispiele aus der Praxis der Förderprogramme AusbildungWeltweit , Erasmus+ und ProTandem präsentiert. Eine Podiumsdiskussion zu Status Quo und Entwicklungspotentialen sowie der Blick auf die Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene rundeten die Tagung ab. Das Programm finden Sie hier . , Initiativen und Maßnahmen für eine internationale und attraktive Berufsbildung in Deutschland Jürgen Müller ging auf den Neuzuschnitt des zuständigen Bundesministeriums ein und betonte, dass die Bildungspolitik nun von der frühkindlichen Bildung bis hin zur beruflichen Weiterbildung "aus einem Guss" gestaltet werden könne. Unter dem Dreiklang „Bessere Bildung/Starke Familien/Resiliente Demokratie" betone die Tagung zurecht, dass eine stärkere Internationalisierung der Berufsbildung zu einem starken, innovativen und gerechten Deutschland beitragen könne. Dazu zählten laut Jürgen Müller zum einen gesellschaftliche Effekte wie die Förderung des deutschen Wirtschaftsstandortes durch das Anwerben ausländischer Fachkräfte und das Gewinnen neuer Kompetenzen. Zum anderen erhöhten sich auf individueller Ebene die Chancen auf Teilhabe am Bildungssystem und eine Zunahme individueller Kompetenzen der Teilnehmenden könne durch Auslandsaufenthalte gezielt unterstützt werden. Daher appellierte er an alle verantwortlichen Akteure der Berufsbildung, sich gemeinsam für eine weitere internationale Ausrichtung einzusetzen. Es sei am Ministerium in der Rolle des Bundes, der Länder, der Sozialpartner und der Bildungseinrichtungen, die Chancen zu ergreifen, die die Förderprogramme bieten, um die deutsche Berufsbildung international und attraktiv zu gestalten. , Entwicklungen, Meilensteine und Erfolge in den Programmen AusbildungWeltweit und Erasmus+ Berthold Hübers stellte in seinem Vortrag die besondere Wirkung von AusbildungWeltweit und Erasmus+ auf die Internationalisierung der Berufsbildung in Deutschland dar. Die Programme ermöglichten über die Jahre sowohl eine qualitative Steigerung von Mobilitäten und Kooperationsprojekten als auch eine Ausweitung der Zugänglichkeit der Förderung sowie qualitative Verbesserungen. Die inzwischen fast 1.000 Erasmus+-Akkreditierungen in der Berufsbildung tragen zur weiteren Internationalisierung von Einrichtungen bei. Diese Entwicklungen gingen ebenso mit wichtigen Veränderungen auf systemischer Ebene der Berufsbildung einher. Berthold Hübers zeigte auf, dass die NA beim BIBB nicht nur mit der Administration der beiden Programme einen entscheidenden Beitrag zur zunehmenden Internationalisierung der Berufsbildung leistet. Sie übernimmt darüber hinaus auch weitere Aufgaben wie eine vielfältige Beratungs-, Informations- und Vernetzungsarbeit oder die Verbreitung von Expertise. Diese übergeordnete Unterstützungsarbeit, die Verstetigung und Weiterentwicklung der Förderprogramme sowie verschiedene strukturelle Veränderungen zahlten erheblich auf die Erfüllung der europäischen Ziele zur Internationalisierung in der Berufsbildung ein. Zur Präsentation „Entwicklungen, Meilensteine und Erfolge in den Programmen AusbildungWeltweit und Erasmus+“ , Die Bedeutung von Internationalität und Mobilität für die Berufsbildung – was sagt die Forschung? In seinem Vortrag gab Prof. Dr. Hubert Ertl einen Einblick in den Forschungsstand zur Internationalität und Mobilität in der Berufsbildung. Bisherige Studienergebnisse zeigten, dass Auslandsmobilität ein großes Potenzial besitze, persönliche, fachliche und überfachliche Kompetenzen von Auszubildenden zu fördern. Auslandsmobilität stelle ein wichtiges Vehikel dar, gerade solche überfachlichen Kompetenzen (z. B. „Selbstmanagement-Kompetenz“) zu stärken, die von Fachkräften zunehmend gefordert werden. Aufgrund dieser Bedeutung solle der Lernort Ausland vom wünschenswerten Einzelfall zur systemischen Option werden. Prof. Dr. Hubert Ertl wies gleichzeitig darauf hin, dass es vor allem im Vergleich zur hochschulischen Forschung an aktuellen und tiefgreifenden Evidenzen zur Wirkung von Auslandsmobilität in der Berufsbildung fehle. Wünschenswert sei daher eine verstärkte Forschung zu diesem Themenkomplex, u. a. zu den Wirkmechanismen von der individuellen hin zur organisationalen und systematischen Ebene. Dies beinhalte ebenso die Weiterentwicklung der konzeptionellen und methodischen Grundlagen für die Messung erworbener Kompetenzen. Zur Präsentation „Die Bedeutung von Internationalität und Mobilität für die Berufsbildung – was sagt die Forschung?“ , Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln - Förderprogramme in der Praxis I: Auszubildendenmobilität im Unternehmen mit AusbildungWeltweit Mit dem ersten Praxisbeispiel von Verena Diergardt wurde eine weltweite Perspektive geöffnet. Sie erläuterte in ihrem Vortrag, wie EPI-USE mit AusbildungWeltweit bereits bestehende Formen der Auslandsaufenthalte weiterentwickelt, verstetigt und für alle Auszubildenden geöffnet hat. Vierwöchige Auslandsaufenthalte am Hauptsitz des Unternehmens in Südafrika seien damit nun fester Bestandteil der Ausbildung. Die Auszubildenden lernten während des Aufenthalts die Software des Unternehmens, die Arbeitsprozesse sowie das lokale Team kennen. Sie besichtigten zudem die vom Unternehmen unterstützte NGO „ERP“, die sich für soziale Projekte und Artenschutz einsetze. „Was ich dort gelernt habe, passt in keinen Lehrplan!“, zitierte Frau Diergardt einen Auszubildenden. Die Aufenthalte seien zur Entwicklung überfachlicher Kompetenzen, wie etwa der Problemlösefähigkeit, sowie für die Erweiterung fachlicher und interkultureller Kompetenzen essenziell. Zudem könne hierdurch eine gezielte Qualifizierung der angehenden Fachkräfte und ein verbessertes Employer Branding erwirkt werden. Zur Präsentation „Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln - Förderprogramme in der Praxis I: Auszubildendenmobilität im Unternehmen mit AusbildungWeltweit“ , Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln – Förderprogramme in der Praxis II: Erasmus+ Akkreditierung an einer Berufsschule Im Zwiegespräch mit der Moderatorin beschrieb Günter Willmann die Verstetigung der Internationalisierung in der Region Osnabrück, die in diesem Umfang nur durch die EU-Programme möglich gewesen sei. Ausgehend vom Leonardo da Vinci-Mobilitätszertifikat im Jahr 2011 sei durch strategisches Vorgehen und ausgeprägtes Netzwerken der BBS Brinkstraße erreicht worden, ein Mobilitäts-Netzwerk aller beruflichen Schulen in Osnabrück zu gründen und kürzlich die Finanzierung einer regionalen Erasmus+-Beratungsstelle auf kommunaler Ebene zu sichern. Immer mehr Ausbildungsbetriebe würden Auslandsaufenthalte in ihre Ausbildung integrieren, sodass die BBS Brinkstraße bei einem Anteil von dualen Auszubildenden von 88 % an allen Schüler/-innen derzeit eine Mobilitätsquote von 12 % aufweisen könne. Günter Willmanns Wunsch sei es, dass auch kleinere Berufsbildungseinrichtungen mit der Internationalisierung beginnen und das Programm Erasmus+ nutzen - seine Empfehlung sei, dass sie sich von Beginn an mit anderen Einrichtungen zusammenschließen und Ideen, Ressourcen und Expertise bündeln. Zur Präsentation „Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln – Förderprogramme in der Praxis II: Erasmus+ Akkreditierung an einer Berufsschule“ , Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln – Förderprogramme in der Praxis III: Erasmus+ Partnerschaften in der Berufsbildung Heike Kraack-Tichy stellte heraus, dass die Internationalisierung in der Praxis beginnt, und zeigte anhand konkreter Beispiele die Möglichkeiten auf, die Partnerschaften für Zusammenarbeit – eine Förderoption der Leitaktion 2 im Programm Erasmus+ – für die eigene Organisationsentwicklung bieten. Die emcra GmbH sei seit über 15 Jahren in europäischen Projekten aktiv und habe gemeinsam mit verschiedenen Konsortien grenzüberschreitende Lösungen im Bereich der Berufsbildung entwickelt. Durch die Projektzusammenarbeit könnten die entwickelten Projektergebnisse ebenso wie darüber hinausgehende Materialien ehemaliger Partner genutzt, Netzwerke erweitert und neue Kontakte für internationale Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut werden. Das Unternehmen für Fort- und Weiterbildung generiere durch die transnationale Zusammenarbeit neues Wissen und steigere dadurch seine eigene Attraktivität als Arbeitgeber. Zur Präsentation „Ausbilden, Vernetzen, Entwickeln – Förderprogramme in der Praxis III: Erasmus+ Partnerschaften in der Berufsbildung“ , ProTandem – Wirkungen des deutsch-französischen Austauschs Anika Jurisch stellte ProTandem vor – ein binationales Austauschprogramm, das von den deutschen und französischen Bildungsministerien getragen wird. Es ermöglicht niederschwellige Gruppenaustausche von Auszubildenden, die einen Hin- und Rückaustausch von in der Regel drei Wochen mit einem sprachlichen und betrieblichen Teil umfassen. Die maßgebliche Wirkung des Programms liege in der deutsch-französischen Freundschaft, die seit Jahrzehnten Motor für Frieden, Verständigung und Zusammenarbeit ist. Genau hier setze ProTandem an: Seit 45 Jahren verankere das Programm Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung an den Stellen, an denen sie noch nicht selbstverständlich seien. Dadurch würden fachliche und soziale Kompetenzen gefördert, Institutionen geöffnet und langfristige Schulpartnerschaften geschaffen. Außerdem schaffe es Vertrauen zwischen den beiden teilnehmenden Ländern und mache Europa im Alltag erlebbar. Zur Präsentation „ProTandem – Wirkungen des deutsch-französischen Austauschs“ , Ermöglichen, Steuern, Wertschätzen – Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene fördern I: Saarland Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlands ist das einzige Landesministerium in Deutschland, das über eine Erasmus+ Akkreditierung für die Berufsbildung verfügt. Sabrina Himbert stellte dar, wie das Ministerium die Erasmus+-Aktivitäten aller staatlichen Berufsschulen unterstützt und sie gleichzeitig mit seinen Internationalisierungszielen verknüpft. Dank der zusätzlichen europäischen Mittel könne durch eine gezielte Themensetzung die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften politisch gesteuert und die Internationalisierung der Berufsschulen vorangetrieben werden. Die Nutzung von Erfahrungen aus anderen Ländern (z. B. Finnland im Bereich KI im Unterricht) steigere die Qualität des Unterrichts. Wichtigster Kooperationspartner in Erasmus+ und anderen Programmen sei jedoch nach wie vor das Nachbarland Frankreich, welches das Saarland „im Herzen“ habe. Zur Präsentation „Ermöglichen, Steuern, Wertschätzen – Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene fördern I: Saarland“ , Ermöglichen, Steuern, Wertschätzen – Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene fördern II: Nordrhein-Westfalen In Nordrhein-Westfalen unterstützen die fünf bei den Bezirksregierungen angesiedelten EU-Geschäftsstellen die Landesregierung bei der Umsetzung ihrer politischen Ziele im Bereich der internationalen Mobilität. Alle organisieren sowohl Auslandsaufenthalte als auch Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte und Schulleitungen. Seit 2017 würdigt das Land Teilnehmende von Mobilitätsprojekten sowie besonders aktive Berufsschulen im Rahmen seiner „10 %-Strategie“ durch die Vergabe von Landeszertifikaten. Anhand eines deutsch-französischen Sachkundenachweises aus dem KFZ-Bereich berichtete Alexandra Donike, wie entlang von Lernsituationen binationale Zusatzqualifikationen entwickelt werden, die von beiden Ländern formal anerkannt seien. Alexandra Donike sehe in den „Binationalen Zusatzqualifikationen in der Beruflichen Bildung ( BZBB )“ ein zentrales Element, um mehr Ausbildungsbetriebe für die Mobilität zu gewinnen. Im anschließenden Trilog der Landesvertreterinnen mit der Moderatorin merkte Alexandra Donike an, dass ihr am Modell des Saarlandes gut gefalle, wie eng der Austausch mit den Berufsschulen sei – dies aber aufgrund der Größe NRWs im selben Maße nur schwer übertragbar sei. Sabrina Himbert aus dem Saarland finde hingegen die NRW-Zusatzqualifikationen bereichernd und sehe in deren Implementierung eine tolle Option für das Saarland. Zur Präsentation „Ermöglichen, Steuern, Wertschätzen – Internationalisierung in der Berufsbildung auf Landesebene fördern II: Nordrhein-Westfalen“ , Zum Abschluss der Fachtagung bat die Moderatorin die Podiumsteilnehmenden auf die Bühne. Unter ihnen herrschte Einigkeit darüber, wie wichtig Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung seien und genauso selbstverständlich sein sollten wie im Rahmen eines Studiums. Sie stellten ein sehr starkes Attraktivitätsargument in der Berufsbildung dar. Sofern Betriebe und Schulen Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten und Internationalisierung gemacht hätten, würden sie daran festhalten. Größeren Unternehmen fiele die Umsetzung dieser Mobilität jedoch leichter als kleineren Unternehmen, vor allem solchen mit geringem globalen Bezug. Ralf Becker wies darauf hin, dass die Mobilität außerdem ein wesentlicher Teil der Demokratiebildung, Teilhabe und Allgemeinbildung sowie ein wichtiges Zeichen in Richtung Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sei. Es wurde festgehalten, dass in Deutschland in Bezug auf die Internationalisierung in der beruflichen Bildung viel erreicht wurde. In Hinblick auf das Erreichen des europäischen Benchmarks von 12 % Mobilitätsbeteiligung bis 2030 sowie dem Erreichen von mehr Chancengleichheit zwischen den einzelnen Auszubildenden sei jedoch eine strukturelle Verankerung des Themas in den Einrichtungen notwendig. Als größter Hebel hierfür würde die personelle Ausstattung von Schulen und Kammern gesehen. Ohne diese Ressourcen hinge die Internationalisierung vom starken Engagement einzelner Lehrkräfte oder Kammervertreter/-innen ab. …

News

EuroApprentices-Podcast: Neue Erasmus+ Stories erschienen

Zwei Berufe, zwei Länder, zwei Auslandserfahrungen: In den neuesten Folgen von „Erasmus+ Stories“ berichten Bauzeichner Lukas und Verwaltungsangestellte Kathleen von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und besonderen Momenten während ihrer Auslandsaufenthalte in Irland bzw. England.
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Unser Land Europa

Europa im Gespräch: Ländliche Stimmen werden hörbar

[…] Begegnung und Beteiligung vor Ort, Mehr Wissen, mehr Beteiligung, neue Verbindungen, Haben wir Ihr Interesse geweckt? In vielen ländlichen Regionen Europas fehlt es an Möglichkeiten, sich über europäische Themen auszutauschen oder aktiv an demokratischen Prozessen teilzunehmen. Das Erasmus+-Projekt „Unser Land Europa“ setzte genau hier an: Es brachte Menschen aus ländlichen Regionen zusammen, um über europäische Werte, Teilhabe und die Zukunft Europas ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, Europa greifbarer zu machen und Bürgerinnen und Bürger zur Mitwirkung zu ermutigen. , Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass viele Menschen zwar Interesse an europäischen Themen haben, sich jedoch oft uninformiert fühlen oder nicht ausreichend eingebunden sind. Besonders in ländlichen Regionen fehlen leicht zugängliche Bildungs- und Austauschformate. Das Projekt reagierte darauf mit Angeboten zu Demokratie, Vielfalt und europäischer Identität, die speziell auf die Lebensrealität der Menschen vor Ort zugeschnitten sind , Realisiert wurde das Projekt von Partnerorganisationen aus Deutschland, Bulgarien und Spanien unter der Koordination von BIDA e.V. Kultur und Bildung. Gemeinsam entwickelten sie Formate, die Begegnung und Austausch ermöglichten. In Workshops, öffentlichen Diskussionen und internationalen Online-Seminaren setzten sich Teilnehmende mit europäischen Themen, wie beispielsweise die Geschichte, die Werte und die Errungenschaften der EU , auseinander. Mobile Angebote sorgten dafür, dass auch kleinere und abgelegene Orte erreicht wurden. Zentral war die aktive Beteiligung der Ziel gruppe: Die Teilnehmenden brachten ihre Erfahrungen und Sichtweisen ein und gestalteten die Diskussionen mit. Diedialogorientierten Formate stärkten die Einbindung von Menschen, die sonst selten an Bildungsangeboten teilnehmen, und förderten den Austausch über Generationen und Länder hinweg. Ein zentrales Ergebnis ist das „UnsEU Citizens’ Paper", das die Perspektiven und Empfehlungen der beteiligten Bürgerinnen und Bürger bündelt und an europäische Entscheidungsträgerinnen und -träger weitergegeben wurde. Zudem entstand ein Netzwerk von Organisationen und Engagierten, das den Austausch über europäische Themen langfristig fortführt. , Das Projekt zeigt Wirkung: Teilnehmende entwickelten ein besseres Verständnis für europäische Politik. Viele gewannen mehr Vertrauen in europäische Institutionen und eine höhere Bereitschaft zur demokratischen Beteiligung. Gleichzeitig entstanden neue Verbindungen zwischen Menschen aus verschiedenen Regionen Europas, die den interkulturellen Dialog fördern. Auch in den beteiligten Regionen wurde europäische Teilhabe sichtbarer: Diskussionen über Europa fanden häufiger im Alltag statt und Bürgerinnen und Bürger brachten sich aktiver in gesellschaftliche Debatten ein. Die dabei entstandenen Strukturen und Netzwerke wirken über das Projekt hinaus weiter und stärken die Einbindung ländlicher Räume in europäische Diskurse. …

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Brücken bauen für den Frieden

Interkulturelle Friedensbildung

[…] Werte mit Erlebnissen verbinden , Haben wir Ihr Interesse geweckt? Vor dem Hintergrund von Polykrisen auf vielen Ebenen der Gesellschaft zielt das Projekt „Interkulturelle Friedensbildung an Berufsbildenden Schulen“ darauf ab, Lernenden Strategien bereitzustellen, um ihre Ideen von Frieden in einem interkulturellen Kontext zu verankern und weiterzuentwickeln. , Im Vorfeld des Projekts identifizierten die zwei Projektpartner, die Handelslehranstalten (HLA) Lohne und die französische Schule „CaenSup St. Ursule“, eine gemeinsame Herausforderung: eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Notwendigkeit, junge Erwachsene für demokratische Werte zu sensibilisieren. Da viele Lernende über wenig internationale Erfahrung verfügen, war die zentrale Motivation, interkulturelle Friedensbildung fest in beiden Schulen zu verankern, um eine nachhaltige Wirkung zu ermöglichen. Ein besonderes Anliegen war dabei die Verknüpfung von Frieden mit dem Klimawandel, um die Bedeutung globaler Kooperation für die Bewältigung ökologischer Krisen aufzuzeigen. , In der Umsetzung wurde dabei auf vielfältige partizipative und handlungsorientierte Ansätze gesetzt: Workshops zu interkultureller Kommunikation und Mediation führten die Lernenden in Techniken wie das „aktive Zuhören“ und die Konfliktanalyse ein. In deutsch-französischen Tandems arbeiteten sie an kreativen Projektergebnissen wie den „Peace Chairs“ (einem Upcycling-Projekt) und Graffiti-Kunstwerken zu friedensrelevanten Themen. Darüber hinaus produzierten die Lernenden in medienpädagogischen Workshops authentische Video-Statements zu Themen wie Gleichberechtigung, Diskriminierung und Mobbing. Durch die spielerische Auseinandersetzung setzten sich die Teilnehmenden individuell mit Werten wie Freiheit und Respekt aus einander und entwickelten so eine Haltung zu europäischen Grundwerten. Digitale Austauschformate wie die Plattform Edumaps zur Dokumentation sowie ein projektbezogener Instagram-Kanal ergänzten die transnationale Zusammenarbeit. , Die teilnehmenden Lernenden im Alter von 17 bis 18 Jahren befanden sich in einer entscheidenden Phase der persönlichen We tebildung. Besonders hervorzuheben war die Auseinandersetzung der Lernenden mit der Gedenkkultur zum „D-Day“ in der Normandie. Durch den Perspektivwechsel lernten sie, kulturelle Unterschiede nicht nur zu bewerten, sondern auch zu verste hen und entwickelten sich dabei zu engagierten „Botschafter:innen des Friedens“, die Verantwortung für die europäische Gemeinschaft übernehmen wollen. Die Begeisterung für Europa wurde zudem durch den direkten Einblick in die politische Praxis geweckt. So konnten Treffen mit regionalen Politikerinnen und Politikern sowie einer Europaabgeordneten den Teilnehmenden europäische Bürgerschaft als gelebte Verantwortung im politischen Alltag veranschaulichen. Durch diese Praxisangebote verbesserten die Teilnehmenden nachweislich ihre Fremdsprachenkenntnisse sowie ihre sozialen Kompetenzen, insbesondere Empathie- und Dialogfähigkeit in internationalen Kontexten. Die neu entstandenen Workshopkonzepte und Materialien zur Friedensbildung wer den nun dauerhaft in den regulären Unterricht integriert und von beiden Schulen gleichermaßen genutzt. Potenziell sind die se Materialien auch für andere Bildungsbereiche anwendbar. …

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Europäische Werte vermitteln

Berufskolleg in der StädteRegion Aachen setzt auf Entsendungen

[…] Demokratie zum Anfassen, Durch Entsendungen Europa erleben, Erasmus+ als Türöffner, Haben wir Ihr Interesse geweckt? Das Berufskolleg Simmerath/Stolberg der StädteRegion Aachen setzt seit vielen Jahren europäische Projekte um, seit 2021 mit eigener Akkreditierung. Sowohl im Rahmen der circa 100 Entsendungen pro Jahr als auch in der regulären Schularbeit spielen Europa und die gemeinsamen europäischen Werte eine prägende Rolle. , Als Europaschule habe Europa im Schulalltag natürlich einen hohen Stellenwert, erläutern Nicole Kupka, Helen Schaffrath und Yvonne Buchenthal, Lehrerinnen und EU-Koordinato rinnen am Berufskolleg. Mittlerweile kommt Europa in der didaktischen Jahresplanung jedes Unterrichtsfachs vor. Europäische Werte sind stets ein Teil davon und werden konkret im Unterricht behandelt. So diskutieren Schülerinnen und Schüler u.a. im Rahmen des Politikunterrichts über Meinungsfreiheit und Demokratie und entwickeln gemeinsam Plakate, die seither im Schulgebäude aushängen. Darüber hinaus werden schulweit Aktionen organisiert, um für die Schülerinnen und Schüler europäische Werte erlebbar zu machen. Im Kontext der Europawahlen wurden lokale Politiker und Politikerinnen aller Parteien zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. In Kooperation mit EUROPE DIRECT Aachen fanden Demokratie-Workshops statt und Wahlen wurden mithilfe des interaktiven Theaters „TakTik“ simuliert. , Zur Vorbereitung auf Entsendungen fokussiert sich das Berufskolleg darauf, Ängste abzubauen. „Sprache ist das Werkzeug für Offenheit! Wir bieten als Teil der Vorbereitung Sprachkurse an, z. B. in Spanisch und Türkisch“, erklärt Nicole Kupka. Offenheit heiße auch, Unterschiede zwischen den Ländern als solche anzunehmen und das Positive daraus für sich mitzunehmen. „Durch unsere interkulturelle Vorbereitung merken viele Schülerinnen und Schüler, wie gewinnbringend und schön es sein kann, sich mit anderen Kulturen zu befassen. Oft kommt dann die Erkenntnis, dass etwas nicht automatisch schlecht ist, nur weil es anders als zu Hause gehandhabt wird“, ergänzt ihre Kollegin, Helene Schaffrath, und fügt hinzu: „Durch die Auslandserfahrung lernt man die europäischen Werte viel mehr zu schätzen und man sieht, dass die Länder durchaus unterschiedlich mit diesen Werten umgehen. Innerhalb Europas gibt es Gemeinsamkeiten, aber eben auch Unterschiede, die man erst so richtig versteht, wenn man sie erlebt hat. , Das Programm macht den entscheidenden Unterschied, wenn es darum geht, europäische Werte nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern praktisch erlebbar zu machen – und das für alle: „Das Besondere am Erasmus+-Programm ist auf jeden Fall die Möglichkeit, dass alle teilhaben können – unabhängig von schulischer Leistung oder finanzieller Situation. An unserer Schule gibt es viele Schülerinnen und Schüler, die ohne Erasmus+ nicht in der Lage wären, an Auslandsaufenthalten teilzunehmen. So haben sie die Möglichkeit, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und sich weiterzuentwickeln“, resümieren die Lehrerinnen. …

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