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Interkulturelle Kompetenz stärken in Japan

„So eine Möglichkeit kriegt man später nie wieder geboten, man sollte sie wirklich ergreifen!“ Anja Braune-Unz ist gelernte Keramikerin und hat im Anschluss an ihre Ausbildung mit Erasmus+ einen dreimonatigen Lernaufenthalt in Japan absolviert.

[…] Impressionen Anja Braune-Unz ist gelernte Keramikerin und hat mit Erasmus+ einen dreimonatigen Aufenthalt in Japan erlebt. Vor Ort durfte sie die traditionelle Bizen-Keramikherstellung hautnah miterleben und nutzte die Gelegenheit, um Land und Leute kennenzulernen. Dabei lernte sie eine ganz neue Seite ihres Berufs kennen und hat Erfahrungen mitgenommen, die sie fachlich wie persönlich sehr bereichert haben. Im Interview erzählt sie, wie es für sie war, in einem Land zu leben und zu arbeiten, dessen Sprache sie nicht spricht und dessen Kultur sie nur vom Hörensagen kannte. Anja, du warst 2025 drei Monate mit Erasmus+ in Japan. Als Töpfergesellin im ersten Jahr nach Ausbildungsabschluss hast du dort die japanische Keramikherstellung hautnah miterleben dürfen. Wie war das für dich – auch im Vergleich zu deiner Arbeit in Deutschland? Es war eine in jeder Hinsicht bereichernde und außergewöhnliche Erfahrung. Die traditionelle Keramik und deren weit zurückreichende Geschichte ist etwas ganz Besonderes in Japan. Ein Unterschied zu der Arbeit in Deutschland ist für mich definitiv die Demut und der Umgang mit dem Material und seine Gewinnung. Während man in Deutschland in aller Regel fertiges Material einkauft, habe ich in Japan beim Abbau des Tons mitgewirkt, welchen wir dann zu Keramik weiterverarbeitet haben. Dieses Vorgehen steigert auf jeden Fall die Wertschätzung vor dem Material, da man es vor der Verarbeitung mit den eigenen Händen aus der Erde gestochen, mit dem Holzhammer zerkleinert, gemahlen und letztlich angemischt hat. Ebenfalls ganz anders war dann auch das Brennen der Keramik im mit Holz betriebenen, traditionellen Anagama-Ofen. Dieser war 20 Meter lang und wurde von Herrn Matsui, meinem Lehrmeister und Gastvater vor Ort, selbst erbaut. Allein das Bestücken und Hochheizen dieses riesigen Ofens auf 1.000 Grad Celsius bedarf eines mehrtägigen, strengen Vorgehens. Bis die Keramikstücke dann tatsächlich fertiggebrannt sind, vergehen insgesamt zwei Wochen und man muss das Feuer durchgängig überwachen und weiter füttern. Auch dabei lernt man viel Geduld und Hingabe für den Prozess, aber auch die Flammenführung ist ein zentrales Thema ebenso wie das Wissen darüber, welche Stücke man wann und wo im Ofen platzieren muss, um verschiedene Brenneffekte zu erzielen. Insgesamt war die Arbeit sehr viel körperlicher als in Deutschland, wo ich die meiste Zeit an der Drehscheibe verbringe. In Japan hingegen haben wir viel mehr mit der Plattentechnik gearbeitet – einer Methode, bei der der Ton durch eine Walze zu dünnen Platten gepresst und anschließend geformt wird. , Gab es trotz dieser vielen Unterschiede auch Gemeinsamkeiten, die du mit Blick auf deine alltägliche Arbeit in Deutschland feststellen konntest? Ganz klar die Liebe zur Keramik! Herr Matsui und ich haben uns sofort verstanden. Bereits am ersten Tag habe ich sofort mit angepackt und Herr Matsui und ich haben den gesamten Tag zusammengearbeitet, ohne wirklich miteinander zu sprechen. Da hat man einfach gespürt, was der nächste Schritt ist und welche Unterstützung er gerade gebrauchen könnte. Das war so eine harmonische, gut funktionierende Zusammenarbeit, obwohl man sich überhaupt nicht kannte, weil einfach die Leidenschaft auf beiden Seiten da war. Das klingt nach einer sehr erfüllenden, aber auch sehr anstrengenden Arbeit. Wie wird das Keramik-Handwerk in Japan gesellschaftlich wahrgenommen? Spürt man dort, dass die harte Arbeit wertgeschätzt wird? Ja, auf jeden Fall! Mein Lehrmeister Herr Matsui präsentiert seine Werke regelmäßig auf Ausstellungen und ich hatte ganz zu Beginn meines dreimonatigen Aufenthalts die Möglichkeit, eine seiner gut besuchten Ausstellungen in Tokyo zu unterstützen. Für den Aufbau, der sowieso schon sehr umfangreich war, hatte Herr Matsui extra eine Ikebana-Meisterin beauftragt, die Keramik-Stücke in absoluter Kleinstarbeit und sehr ästhetisch mit Blumen zu dekorieren. Auch die Art, wie die Stücke angeliefert wurden – nämlich in extra angefertigten Holzschachteln – zeigte mir die extrem hohe Wertschätzung und Hingabe, die Herr Matsui für sein eigenes Handwerk verspürt. Auch die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung zeigten große Begeisterung, Achtung und Respekt beim Betrachten und Erwerben der Stücke, sowie bei den vielen Gesprächen, die sich dabei ergaben. Während ich in Deutschland oft in Gespräche über Preise von handwerklicher und künstlerisch hergestellter Keramik verwickelt werde, so ist das in Japan absolut kein Thema. Der Wert der Keramik, die in Handarbeit entsteht und jedes Stück einzigartig macht, wird nicht infrage gestellt. , Du warst zum Zeitpunkt deines Auslandsaufenthaltes bereits Gesellin und hattest deine Abschlussprüfung gerade hinter dich gebracht. Das heißt, du hast einen Ausbildungsabschluss, theoretisches Wissen und praktische Arbeitserfahrung mitgebracht, als du nach Japan gegangen bist. Hast du dich damit gut vorbereitet gefühlt auf die Arbeit vor Ort, die ja – wie wir gerade gehört haben – doch recht anders war als du es aus Deutschland kanntest? Ja, ich habe mich gut vorbereitet gefühlt und war bereit, Neues zu lernen. Aber in Japan ist das Handwerk der Keramikherstellung hochgeschätzt und hat einen ganz anderen Stand als in Europa. Die Ausbildungsdauer beträgt in Japan ca. sieben Jahre und der ausbildende Meister entscheidet, wann ein Lehrling soweit ist, Keramik selbst herstellen zu dürfen. Lange Traditionen und die speziellen Brenntechniken sind bis heute noch oftmals große Geheimnisse und werden nur bedingt weitergegeben. Sich einfach mal so über die Schulter schauen zu lassen, ist keine wirkliche Option. Wenn man also zu einem „nur” dreimonatigen Praktikum kommen möchte – und dann noch als Ausländerin, Frau und mit einer nur zweijährigen Ausbildung –, dann ist es nicht leicht, jemanden zu finden, der sich darauf einlassen möchte. Mit meinem Grundwissen über die Herstellung der Keramik habe ich mich durchaus genügend vorbereitet gefühlt. Aber meine zwei Jahre Ausbildung scheinen im Vergleich zu der Ausbildungszeit in Japan sehr kurz. Man wird wahrscheinlich nicht als ausgebildete Keramikerin wahrgenommen, eher als Schülerin. Jedes Land hat ja seine ganz eigene Kultur mit gesellschaftlichen Normen und Regeln. So gelten manche Dinge in Japan als gesellschaftlich verpönt, die in Deutschland akzeptiert sind und andersherum. Wie war es für dich persönlich, drei Monate in Japan zu leben und zu arbeiten? Insgesamt ist es mir tatsächlich leicht gefallen loszuziehen. Japan ist ein Land, in dem man sich immer willkommen fühlt. Ich hatte vor Ort das Gefühl, ich wäre schon einmal dort gewesen, obwohl das nicht stimmt. Aus meiner Erfahrung sind die Menschen sehr zugewandt und machen es einem einfach leicht, es ist eine sehr hilfsbereite und dankbare Gesellschaft. Zudem war ich früher mal in der humanitären Hilfe tätig und bin es daher gewohnt, mich in fremde Kulturen einzuleben. Eine ehemalige Kollegin aus dieser Zeit ist Japanerin und war zufällig zur gleichen Zeit auch in Japan, gerade mal eine Stadt weiter. Sie hat mich quasi als ortskundige Dolmetscherin unterstützt und mir viele besondere Orte gezeigt. Aber auch meine Gastfamilie hat mich toll mitgenommen, um mir die Kultur näher zu bringen, z. B. durch gemeinsame Mahlzeiten und Ausflüge. Auch die traditionelle Herstellung von Kimonos in Handarbeit sowie die japanische Teezeremonie durfte ich kennenlernen, was sehr beeindruckend war. So konnte ich viel mehr Eindrücke gewinnen als wäre ich eine einfache Touristin gewesen. Der Alltag in einem anderen Land stellt einen natürlich durchaus vor Herausforderungen, wie zum Beispiel der Gang in den Supermarkt. Dort wurden alle Artikel nur auf japanisch ausgestellt, sodass ich mich mit einer Übersetzer-App anfangs mühsam durch den Supermarkt gearbeitet und nur Lebensmittel gekauft habe, die ich zweifelsfrei identifizieren konnte. Aber auch hier hat mich meine japanische Kollegin unterstützt und ist mit mir gemeinsam einkaufen gegangen, das hat mir sehr geholfen. Neben den Supermärkten fand ich aber besonders die kleinen, familiengeführten Läden faszinierend, die traditionelle, handgemachte Produkte wie Kalligrafiepinsel verkauft haben. , Das klingt nach tollen Erfahrungen! Gab es neben all den tollen Momenten auch Situationen, in denen du überfordert warst oder befürchtet hast, gegen die gesellschaftlichen Verhaltensregeln verstoßen zu haben? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Es gab mit Sicherheit viele Momente, in denen ich mich „danebenbenommen“ habe. Aber die Menschen sind in Japan einfach zu freundlich, um es einem zu sagen. Ab und zu konnte ich anhand der Reaktionen der Mitmenschen erkennen, dass ich mich gerade nicht adäquat verhalten habe, aber gesagt hat mir das niemand. Letztlich hat dieser respektvolle Umgang mit mir dazu geführt, dass ich mich nach und nach entspannt habe. Die Freundlichkeit meiner Mitmenschen und das Wissen darüber, dass sie es mir nicht übelnehmen, wenn ich etwas falsch mache, haben den Druck rausgenommen. Japan war aber das erste Land, in das ich gereist bin, bei dem ich im Vorfeld wirklich Angst hatte, etwas falsch zu machen. Daher war es mir auch wichtig, mich gut vorzubereiten. So bin ich bereits im Vorfeld meines Aufenthalts mit meiner Gastfamilie ausführlich in Kontakt getreten. In dem Zuge bat ich meine Gastmutter darum, mir bitte mitzuteilen, wenn ich in ein Fettnäpfchen getreten bin, damit ich daraus lernen kann und niemanden verletze. Aber auch eine umfangreiche Recherche im Vorfeld hat dazu beigetragen, dass ich mich sicherer gefühlt habe. Ich habe zum Beispiel Videos geschaut, in denen die „Do’s & Dont’s“ über das Leben in Japan zusammengefasst waren. Dazu zählt unter anderem die gesellschaftliche Norm, dass in Japan auf offener Straße nicht gegessen wird, beispielsweise während des Sightseeings. Hilfreich war auch dabei wieder meine japanische Kollegin, deren Rat ich gerade zu Beginn meines Aufenthalts schnell per Handy einholen konnte, wenn ich mir unsicher war. Trotz deiner umfassenden Vorbereitung und deiner Kontakte nach Japan: Hattest du Ängste oder Sorgen vor deiner Reise? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Ich war zum Glück recht entspannt. Ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut und wusste, dass ich durch die Erasmus+-Förderung finanziell sehr gut abgesichert bin. Ich habe mir bewusst gemacht, dass ich nicht dabei bin, mein gesamtes Leben nach Japan zu verlagern, sondern nur für eine begrenzte Zeit dort sein werde. Auch die Erkenntnis, dass ich die Reise völlig freiwillig mache und ich durchaus die Möglichkeit habe, die Rahmenbedingungen vor Ort mitzubestimmen und im äußersten Notfall frühzeitig wieder nach Hause kommen zu können, haben mir viel Sicherheit gegeben. Ein wenig Sorge hatte ich vor der Verständigung. Ich hatte im Vorfeld die wichtigsten Floskeln auf Japanisch per Sprachlern-App eingeübt, richtige Sprachkenntnisse brachte ich aber nicht mit. Das hat mich verunsichert, weil ich nicht respektlos gegenüber den Einheimischen wirken wollte. Aber vor Ort hat das alles zum Glück gut funktioniert und meine Nachbarin begrüße mich jeden Morgen sogar auf Englisch mithilfe ihrer Übersetzungs-App. Das wusste ich sehr zu schätzen. , Was möchtest du Menschen mitgeben, die auch die Chance haben, während oder nach der Ausbildung ins Ausland zu gehen, sich aber nicht trauen und sich von ihren Ängsten ausgebremst fühlen? Ich finde die Vorstellung wirklich schade, dass jemand sich wegen Sorgen und Ängsten die Chance entgehen lässt, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Ein bisschen Bauchkribbeln gehört einfach dazu – das hatte ich auch, obwohl ich zuvor schon längere Zeit im Ausland verbringen durfte. So eine Möglichkeit kriegt man später nie wieder geboten, man sollte sie wirklich ergreifen. Die Erfahrungen, die ich vor Ort gemacht habe, kann mir niemand mehr nehmen. Ich habe nicht nur beruflich dazugelernt. Ich habe auch das Gefühl – und das signalisieren mir auch meine neu gewonnenen japanischen Freundinnen und Freunde, mit denen ich noch regelmäßigen Kontakt pflege –, dass ich ein zweites Zuhause dazugewonnen habe. Wenn ich ab September die Meisterschule besuche, habe ich vor, ein weiteres Auslandspraktikum zu machen. Wenn das nur halb so schön wird wie das Praktikum in Japan, bin ich einfach froh. Ich bin absolut begeistert und würde es jederzeit wieder machen – gerade auch einen solch langen Aufenthalt. Zu sehen, dass nun andere Gesell/-innen eine ähnliche Reise antreten wie ich, freut mich wirklich sehr. Das Interview führte Nicole von dem Bach (NA beim BIBB). , Gut zu wissen: Mit der „internationalen Dimension” ermöglicht das europäische Förderprogramm Erasmus+ in einem geringen Umfang auch außereuropäische Lernaufenthalte in der Berufsbildung. Daneben bietet das BMBFSFJ-Förderprogramm AusbildungWeltweit finanzielle Unterstützung für weltweite und praxisorientierte Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung. Zu den Förderinformationen: Erasmus+ AusbildungWeltweit …

Veranstaltung

International EuroApprentices Meeting 2026

Im Juni findet wieder das International EuroApprentices Meeting statt, dieses Mal ausgerichtet von der polnischen NA in Danzig!

[…] Was erwartet Euch in Polen?, Bewerbung Liebe EuroApprentices, in 2026 findet wieder ein Internationales EuroApprentices Treffen statt, bei dem EuroApprentices aus 12 Länder zusammenkommen, sich austauschen und weiterbilden – dieses Mal in der Region Danzig in Polen! Hiermit möchten wir Euch herzlich einladen, Euch zu bewerben. Das Treffen findet vom 10.-14. Juni 2026 statt. , Ihr trefft andere EuroApprentices aus 12 Ländern und tauscht Euch aus! Ihr nehmt an spannenden Workshops und Teambuilding-Aktivitäten teil! Ihr habt die Möglichkeit, von anderen EuroApprentices zu lernen und Eure Ideen in das Netzwerk einzubringen! Ihr lernt im Rahmen von Ausflügen Land und Leute kennen! Ihr plant gemeinsame EuroApprentice-Aktivitäten und setzt vor Ort bereits welche um! …und habt hoffentlich ganz viel Spaß und verbringt eine gute Zeit! , Die Verpflegungs-, Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen. Bitte beachtet, dass Eure Teilnahme über die volle Veranstaltungslänge vorgesehen ist. Eine spätere An- oder frühere Abreise ist nicht möglich. Obligatorisch ist neben der Teilnahme am gesamten Programm auch die Teilnahme am Online Preparation Meeting am 20. Mai 2026 von 18.00 – 19.30 Uhr. Da wir nur über eine begrenzte Anzahl an Plätzen für deutsche EuroApprentices verfügen, müsst ihr euch für die Teilnahme an diesem Event bewerben. Füllt dafür bitte das Bewerbungsformular unten aus. Achtet dabei bitte vor allem darauf, uns eure Motivation zur Teilnahme zu beschreiben und welche EuroApprentices-Aktivitäten ihr bereits durchgeführt habt. Diese Angaben sind für uns wichtige Kriterien zur Vergabe der Plätze. Dabei ist zu betonen, dass die Plätze für das International Meeting vorrangig an EuroApprentices gehen, die noch an keinem Internationalen Treffen teilgenommen haben sowie an die besonders Aktiven unter euch. Aber: Es lohnt immer sich zu bewerben! Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen! Herzliche Grüße Kristin und Henrike , Zur Bewerbung Bewerbungsfrist ist der 20.04.2026 - 0228 107 2913 /1683 E-Mail: euroapprentices@bibb.de …

Veranstaltung

International Support Networks and Services - Laying the groundwork for long-term cooperation

Sie engagieren sich als Mentorin oder Mentor im Erasmus+-Programm und möchten die Zukunft des Mentorings aktiv mitgestalten? Sie verfügen über Erfahrungen in Erasmus+-Mobilitätsprojekten (KA1) oder Kooperationspartnerschaften (KA2) in der beruflichen Aus- und Weiterbildung? Dann nutzen Sie die Gelegenheit und nehmen Sie am internationalen Seminar „International Support Networks and Services – Laying the Groundwork for Long-Term Cooperation“ teil!

[…] Zielgrupe, Auf einen Blick, Bewerbung , Hinweis zu den Kosten, Kontakt Die rumänische Nationale Agentur lädt nach Bukarest ein, um gemeinsam mit Fachkräften aus ganz Europa innovative Ansätze und erfolgreiche Praktiken im Mentoring zu entdecken und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Mentoring im Erasmus+-Programm nachhaltig gestaltet und langfristige internationale Kooperationen gestärkt werden können. Freuen Sie sich auf inspirierende Diskussionen, praxisnahe Einblicke und den Austausch mit erfahrenen Akteurinnen und Akteuren der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Gemeinsam erarbeiten Sie neue Perspektiven für wirksame Unterstützungs- und Begleitstrukturen und knüpfen wertvolle Kontakte für zukünftige europäische Zusammenarbeit. , Das erwartet Sie bei der Veranstaltung: „Tool-Messe für Mentorinnen und Mentoren“ mit praxisnahen Schwerpunkten: Methoden für wirkungsvolle Informations- und Werbeveranstaltungen Coaching-Ansätze zur Steigerung der Qualität von Projektanträgen Innovative Veranstaltungsformate zur Gewinnung neuer Erasmus+-Antragstellender Fachaustausch zur Weiterentwicklung von Mentoring- und Unterstützungssystemen mit Beiträgen von Mentorinnen und Mentoren, Schulinspektorinnen und Schulinspektoren, Mitarbeitenden der Nationalen Agenturen sowie Vertretungen von SALTO E&T. , Mentorinnen und Mentoren der Schul- und Berufsbildung – insbesondere Ausbildende, Coaches, Bildungsberater, Schulinspektoren, Programm-Botschafter sowie weitere Fachkräfte aus diesem Bereich. Stakeholder der Netzwerkkoordination – Personen, die an der Entwicklung oder Umsetzung nationaler und regionaler Unterstützungsnetzwerke mitwirken. Dazu gehören die Schulinspektion sowie Vertretungen öffentlicher Einrichtungen zur Förderung der Schul- und Berufsbildung. Vertretungen der Nationalen Agenturen (NAs) , die für die Konzeption, Gestaltung, Umsetzung oder Koordinierung von Mentoring- und Unterstützungssystemen zuständig sind. Ausbildende und Fachleute aus angrenzenden Bereichen des Mentorings, insbesondere mit Fokus auf Internationalisierung und Kapazitätsaufbau (Capacity Building). Vertreter-/innen der allgemeinen Schuldbildung wenden sich bitte an den PAD (Pädagogischer Austauschdienst). Vertreter/-innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung wenden sich bitte an das BIBB. , Beginn: 01.10.2026 Ende: 04.10.2026 Veranstaltungsort: Bukarest, Rumänien Bitte planen Sie Ihre Reise so, dass Sie von Beginn bis zum Ende der Veranstaltung anwesend sein werden. Die TCA findet auf Englisch statt. Die Teilnehmenden sollten über gute Englischkenntnisse verfügen. , Die Bewerbung zur Teilnahme erfolgt über die SALTO -Plattform. Ein entsprechender SALTO -Account ist erforderlich. Zur Bewerbung Bewerbungsfrist ist der 19.07.2026 , Die Kosten der Veranstaltung (Übernachtung, Verpflegung, Seminargebühren) werden für Sie von der ausrichtenden Nationalen Agentur übernommen. Die NA beim BIBB bezuschusst Ihre Reisekosten. - Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Nikita-Anastasia Anastasiu, E-Mail: anastasia.anastasiu@anpcdefp.ro. Bei Fragen zur Abrechnung wenden Sie sich bitte an NA-TCA@bibb.de . …

News

Internationaler Tag der Bildung 2025: Künstliche Intelligenz

Welchen Beitrag kann Erasmus+ zum verantwortlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz leisten?

[…] Kennen Sie unsere Themenseite „Digitale Bildung“ In diesem Jahr widmete die UNESCO den Tag der Bildung dem Thema Künstliche Intelligenz ( KI ) – mit dem Fokus auf ihren Chancen und Risiken: Wie kann in einem Zeitalter rasanter technologischer Entwicklungen die menschliche Handlungsfähigkeit bewahrt, neu definiert und gestärkt werden? Was bedeutet das für die Bildung – und welchen Beitrag kann Erasmus+ dazu leisten? Angesichts der rasanten Entwicklung von Technologien wie der Künstlichen Intelligenz, die von global agierenden Unternehmen mit monopolartigen Strukturen vorangetrieben wird, ruft die UNESCO mit dem Internationalen Tag der Bildung, der immer am 24. Januar stattfindet, dazu auf, sowohl die Potenziale der KI zu nutzen, als auch ihre Risiken kritisch zu hinterfragen. Entsprechend lautet das Motto des diejährigen Bildungstags: „AI and education: Preserving human agency in a world of automation“ . Die Generaldirektorin der UNESCO, Audrey Azoulay , appelliert an die UNESCO-Mitgliedsstaaten, in den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie im Bildungsbereich zu investieren. KI biete große Chancen, vorausgesetzt, dass ihr Einsatz klaren ethischen Prinzipien unterliege. „Um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, muss diese Technologie die menschliche und soziale Dimension des Lernens ergänzen, anstatt sie zu ersetzen. Sie muss zu einem Instrument im Dienst von Lehrkräften und Schülern werden, mit dem Hauptziel, deren Autonomie und Wohlergehen zu fördern,“ so Azoulay. Während KI -gestützte Systeme immer ausgeklügelter werden, verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen menschlicher Absicht und automatisiertem Handeln. Dies stellt unsere Gesellschaft vor neue Heraus- und Anforderungen. Digitale Bildung soll Menschen befähigen, den technischen Fortschritt zu verstehen, mitzugestalten und aktiv zu beeinflussen. Digitale Bildung in Erasmus+ Für die Förderung digitaler Kompetenzen spielt das Bildungsprogramm der Europäischen Kommission Erasmus+ eine Schlüsselrolle. Es unterstützt Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union dabei, sich den Herausforderungen des digitalen Wandels zu stellen. Digitale Bildung ist eines der zentralen Ziele von Erasmus+, und die „Bewältigung des digitalen Wandels“ wurde als Priorität definiert. Erasmus+ kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, den digitalen Wandel zu verstehen und die Entwicklung der Technologien wie Künstlicher Intelligenz aktiv mitzugestalten. Durch internationale Zusammenarbeit im Rahmen spannender Projekte können gesellschaftspolitischen Fragen, die mit dem Einsatz von KI einhergehen, diskutiert und angegangen werden. Digitale Bildung in Erasmus+ kann somit nicht nur zur Kompetenzentwicklung beitragen, sondern auch zur Gestaltung einer verantwortungsvollen technologischen Zukunft. , Die fortschreitende Digitalisierung von Gesellschaft und Arbeitswelt erfordert kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen. Die Europäische Kommission fördert seit Jahren einen digitalen Binnenmarkt und Bildungsraum. Dafür braucht es gut vorbereitete Unternehmen, Arbeitskräfte und Bürgerinnen. Die Themenseite beleuchtet den digitalen Wandel im europäischen und nationalen Kontext und stellt die Möglichkeiten vor, die Erasmus+ in diesem Bereich bietet. Zur Themenseite Digitale Bildung …

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Internationalisierung auf französisch

An einem Duisburger Berufskolleg können Auszubildende im Rahmen der Ausbildung im Fach Gießereimechanik eine deutsch-französische Zusatzqualifikation erwerben

[…] In Duisburg hat der Austausch eine Geschichte , Erasmus+ ermöglicht Mehrwert, Internationalisierung fördert die Schulentwicklung Wie erfolgreiche Internationalisierung in der Berufsbildung aussehen kann, zeigt das Beispiel des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs (FALBK) in Duisburg. Hier kommt seit 2021 die Deutsch-Französische Zusatzqualifikation (DFZQ PRO) zum Einsatz, die die Entwicklung und Durchführung binationaler berufs- oder bildungsgangbezogener Lernsituationen vorsieht, um die Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Schulpartnern zu stärken. Integraler Bestandteil ist dabei die konkrete Projektarbeit im Nachbarland, die über Erasmus+ realisiert wird. , „Wir nutzen DFZQ PRO sowohl strategisch als auch zum Erwerb von Sprach-, Fach- und Auslandskompetenz“, sagt Egbert Meiritz, Schulleiter FALBK. Er sieht die Zusatzqualifikation als Ergänzung zur regulären Ausbildung, die die Schülerinnen und Schüler auf den europäischen Arbeitsmarkt vorbereitet. In Duisburg erfolgt dies im Bildungsgang Gießereitechnik, wo DFZQ PRO heute fest verankert ist und mittels bi-nationaler Lernsituationen gelebt wird. Am Ende der Ausbildung gibt es neben der Zusatzqualifikation auch die Zertifizierung der “Internationalen Beruflichen Mobilität”. Mit der Entwicklung der DFZQ PRO hat das Land Nordrhein-Westfalen den Auftrag des im Januar 2019 unterzeichneten Vertrags über die „Deutsch-Französische Zusammenarbeit und Integration“ umgesetzt und das neue Instrumentarium an ausgewählten Berufskollegs etabliert. Ziele des Vertrags sind der Ausbau von Mobilitätsprogrammen in der Schul- und Berufsbildung sowie die Förderung des gegenseitigen Spracherwerbs. Er steht damit in der Tradition des Élysée-Vertrag aus dem Jahr 1963, der die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich langfristig stärken sollte. , Für das Duisburger Berufskolleg ist das Thema Internationalisierung nicht neu. Hier arbeitet man bereits seit vielen Jahren mit Programmen wie Erasmus+, der Austausch mit französischen Schulen wird bereits seit 2014 gepflegt. „Als das NRW-Ministerium uns eingeladen hat, uns an DFZQ PRO zu beteiligen, haben wir deshalb sofort zugesagt“, bekräftigt Meiritz, und ergänzt: „Da wir Französisch bereits als zweite Fremdsprache an unserer Schule eingeführt hatten, konnten wir die Zusatzqualifikation gut in unsere bestehenden Bildungsgänge integrieren. Dazu wird im dritten Ausbildungsjahr das Fach Fremdsprachliche Kommunikation komplett auf Französisch umgestellt.“ Sonja Stahlberg unterrichtet Französisch am FALBK. Sie war im März 2026 mit einer Gruppe von zwölf Auszubildenden und zwei Lehrenden aus dem Technikbereich zum vierten Mal für eine Woche zum Lernaufenthalt in Frankreich, erstmals an der neuen Partnerschule, dem Lycée Hector Guimard in Lyon. Der Wechsel war notwendig geworden, weil es für die Schülerinnen und Schülern der alten Partnerschule immer schwieriger geworden war, zum Gegenbesuch nach Duisburg zu kommen. Um die Zusatzqualifikation attestieren zu können, ist dieser Rückaustausch jedoch notwendig. Durch den Partnerwechsel konnte das Problem gelöst werden. Von ihrem Besuch in Lyon ist Stahlberg heute noch begeistert. Das liegt auch daran, dass die neue Partnerschule über Werkstätten verfügt, in denen Verfahren eingesetzt werden, die in der regulären Ausbildung der Lernenden weniger im Fokus stehen. Ein Beispiel ist der Kokillenguss, bei dem im Gegensatz zum Handformen mit Sand eine sogenannte Dauerform aus Metall hergestellt wird. „Die Methode hat in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland“, betont Stahlberg. „Das ist für unsere Schülerinnen und Schüler sehr interessant.“ In den konkreten Lernsituationen – der praktischen Projektarbeit – entwickeln sie gemeinsam mit den französischen Auszubildenden ein Produkt. Dazu Sonja Stahlberg: „Wir versuchen, etwas zu finden, das man im Alltag nutzen kann, zum Beispiel einen Flaschenöffner oder Einkaufschips. Zugleich sollte jedoch ein Designaspekt erfüllt werden, zum Beispiel, indem sich die deutsch-französische Freundschaft oder der europäische Gedanken widerspiegeln. Insgesamt bildet die Lernsituation den kompletten Vorgang von der Planung über die Ausgestaltung und Prüfung bis zum Abguss und zur Nachbearbeitung des Produkts ab. Das bringt eine intensive Zusammenarbeit mit sich, bei der die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, die sie so bei uns nicht erwerben könnten.“ , Ein zentraler Erfolgsfaktor für das Gelingen von DFZQ PRO ist die Förderung der Auslandsaufenthalte über Erasmus+. Sie erleichtert die Organisation des regelmäßigen Austauschs und schafft Planungssicherheit. Egbert Meiritz ist sich sicher: „Ohne diese Unterstützung würde das Ganze nicht funktionieren“. Seit 2021 ist das FALBK in Erasmus+ akkreditiert, es setzt auf eine institutionelle Verankerung der Mobilitäten, die sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden einen Mehrwert mit sich bringen. „Die Gießereiindustrie ist ein relativ enges Geschäft, es gibt zudem nur noch wenige Schulen, die eine Ausbildung anbieten. In diesem Markt ist es nicht einfach, dauerhaft Jobs zu bekommen, noch dazu in einer Region, die jahrelang Deindustrialisierung erlebt hat und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit aufweist.“, berichtet Meiritz, der selbst aus Recklinghausen stammt und weiß, wovon er spricht. Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler über nationale Grenzen hinausdenken. Durch die Zusatzqualifikation erweitern sie ihre Kompetenzen und verbessern ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt – auch international. Sie stellen fest, dass das, was sie im Rahmen ihrer Ausbildung gelernt haben, an vielen verschiedenen Orten einsetzbar ist. Einige von ihnen seien zwar anfangs unsicher, vor allem, wenn sie noch nie im Ausland waren. Nach dem Austausch aber berichteten nahezu alle, dass sie enorm davon profitiert hätten. Das gilt im Übrigen auch für die Lehrkräfte, denen der fachliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in Frankreich Einblicke in andere Ausbildungssysteme und Arbeitsweisen eröffnet. Sonja Stahlberg glaubt: „Das erweitert den Horizont und funktioniert ähnlich wie ein Job Shadowing. Aus der gemeinsamen Arbeit entstehen neue Ideen für Unterricht und Projektarbeit. Man reflektiert die eigenen Methoden und entwickelt sie weiter. Und nicht zuletzt ist es auch persönlich bereichernd: Der Austausch, die gemeinsamen Erfahrungen und das Arbeiten in internationalen Teams wirken sehr motivierend.“ , Auch wenn die Internationalisierung am FALBK bereits eine lange Geschichte aufweist, betrachtet Egbert Meiritz die Deutsch-Französische Zusatzqualifikation als einen wichtigen strategischen Baustein: „Die DFZQ PRO ist nicht nur ein Zusatzangebot, sondern Teil unserer Schulentwicklung. Sie trägt dazu bei, unsere Schule international auszurichten, unser Profil zu schärfen und die Qualität der beruflichen Bildung weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stärkt sie unsere bestehenden Partnerschaften und eröffnet neue Möglichkeiten.“ Alexandra Donike, Schulfachliche Dezernentin in der Schulaufsicht für die Berufskollegs und Leiterin der EU-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung Düsseldorf, unterstreicht dies, indem sie betont: „DFZQ PRO wird seitens des Landes NRW nicht zuletzt deshalb intensiv eingesetzt, weil sie einen wichtigen Beitrag zur strategischen Schulentwicklung leistet. Das Ganze zahlt auf die Zertifizierung der Berufskollegs für ihre Aktivitäten zur internationalen Zusammenarbeit in der europäischen Berufsbildung ein. Für diese können sich Schulen jährlich bei den Bezirksregierungen bewerben, indem sie strategische Aktivitäten und Mobilitäten nachweisen. Die EU-Geschäftsstellen der Bezirksregierungen informieren und beraten die Berufskollegs zum Zertifizierungsverfahren.“ …

[…] Internationalisierung in der Berufsbildung Wie verändert sich die Berufsbildung in einer zunehmend globalisierten Welt? Die internationale Zusammenarbeit gewinnt immer mehr an Bedeutung – für Fachkräfte, Unternehmen und Bildungseinrichtungen gleichermaßen. Internationale Erfahrungen stärken die berufliche Handlungsfähigkeit und eröffnen neue Perspektiven. Auf dieser Seite erfahren Sie, welchen Beitrag Erasmus+ zur Internationalisierung der Berufsbildung leistet und welche Möglichkeiten sich für Sie daraus ergeben. Internationalisierung in Erasmus+ © NA beim BIBB Internationale Berufsbildung strategisch verankern Die Erasmus+ Akkreditierung und die Mobilitätsprojekte unterstützen Einrichtungen der Berufs- und Erwachsenenbildung sowie ausbildende Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer strategischen Internationalisierung. Dies umfasst unter anderem: das regelmäßige Angebot von Auslandsaufenthalten für Lernende (Teilnehmende in formalen und non-formalen beruflichen Bildungsgängen), um das eigene Bildungsangebot zu erweitern und aufzuwerten, regelmäßige und gezielte Auslandsaufenthalte für Bildungspersonal und Management, um das Lehrgeschehen qualitativ zu verbessern, die Aufnahme von Lernenden und Bildungspersonal aus dem europäischen Ausland sowie die Gründung und den Ausbau von europäischen Netzwerken. Transnational kooperieren und austauschen Ein weiteres wichtiges Anliegen des Programms Erasmus+ ist die grenzüberschreitende Kooperation, zum einen für den Austausch von Ideen, Methoden, Praktiken und guter Praxis zu aktuellen Themen der Berufsbildung, zum anderen für die gemeinsame Entwicklung innovativer Angebote, Methoden oder Materialien. So wurden und werden in Projekten der Berufsbildung vielfältige Ansätze zur Verbesserung der Qualität der Berufsbildung erarbeitet oder weiterentwickelt und über die beteiligten Einrichtungen hinaus weitergegeben. Themen sind beispielsweise Inklusion, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Teilhabe Qualifizierung des Berufsbildungspersonals Transparenz und Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen Europäische Aus- oder Weiterbildungsangebote Zum europäischen Bildungsraum beitragen Bei der europäischen Berufsbildungszusammenarbeit geht es immer auch darum, die nationalen Berufsbildungssysteme im transnationalen Kontext weiter zu entwickeln. Erasmus+ Projekte setzen auf unterschiedliche Weise europäische Berufsbildungspolitik in die Praxis um, nutzen und erproben europäische Instrumente, sorgen für Transparenz und Transfer zwischen den Berufsbildungssystemen und manchmal auch in die nationalen Systeme hinein. Alle Erasmus+ Aktivitäten, vom einzelnen Auslandsaufenthalt bis zur komplexen Projektpartnerschaft leisten ihren Beitrag zur Stärkung des europäischen Bildungsraums und somit zum europäischen Zusammenhalt insgesamt. Welche Möglichkeiten bietet Erasmus+? Leitaktion 1: Mobilität von Einzelpersonen Die Leitaktion 1, Mobilität von Einzelpersonen, bietet sowohl Lernenden als auch Personal die Möglichkeit, berufliche Lernaufenthalte im europäischen Ausland zu absolvieren. Der internationale Austausch in der Berufsbildung ist eine besondere Chance zur fachlichen und persönlichen Entwicklung für die Teilnehmenden. Mehr anzeigen Weniger anzeigen Was sind Mobilitäten? Mit dem Erasmus+-Programm (2021-2027) schafft die EU -Kommission zwei Zugänge zu Fördermitteln für Bildungseinrichtungen und Unternehmen: 1. Akkreditierung - Andauernde Mitgliedschaft im Programm Der Standardzugang für Institutionen ist die Akkreditierung. Sie ist für die gesamte Dauer des Programms gültig und verschafft Ihnen langfristigen und flexiblen Zugang zu Fördermitteln. 2. Kurzzeitprojekt - Befristeter Einstieg Ein Kurzzeitprojekt gibt Ihnen die Möglichkeit, Erasmus+ kennenzulernen und in Projektform daran teilzunehmen. Hier bekommen Sie Fördermittel für bis zu 30 Aktivitäten bei einer Projektlaufzeit von 6 bis 18 Monaten. Leitaktion 2: Partnerschaften für Zusammenarbeit Partnerschaften sind länderübergreifende Projekte von Einrichtungen, die in der Berufsbildung aktiv sind. Sie sind Teil der Leitaktion 2 „Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Einrichtungen“ des EU -Programms Erasmus+. Sie ermöglichen es den teilnehmenden Organisationen, Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit zu sammeln und ihre Kapazitäten zu stärken. Sie können auch – je nach Projektform – qualitativ hochwertige, innovative Projektergebnisse erarbeiten. Mehr anzeigen Weniger anzeigen Was sind Partnerschaften? Zwei Projektformen werden gefördert: 1. Kooperationspartnerschaften Sie unterstützen den Aufbau und die Stärkung von Netzwerken, fördern den Austausch von Ideen, Methoden und Praktiken und schaffen oder erweitern innovative Bildungsprodukte oder Ideen. Sie verbreiten diese Projektergebnisse in ihrer Branche, ihren Netzwerken und auf regionaler und/oder nationaler Ebene. 2. Kleinere Partnerschaften Sie erleichtern kleinen, neuen und weniger erfahrenen Organisationen sowie benachteiligten Zielgruppen den Zugang zum Programm Erasmus+. Sie zielen auf den Austausch von Ideen, Methoden und Praktiken und realisieren Aktivitäten mit europäischer Dimension. Projektbeispiele Unterstützungsangebote Regionales Erasmus+ Beratungsnetzwerk Das Erasmus+ Beraternetzwerk unterstützt kostenlos bei Akkreditierung, Planung und Durchführung von Auslandsaufenthalten – und bietet eine Plattform für Austausch und regionale Vernetzung. Zur Plattform VET -Team Das VET -Team der NA beim BIBB bietet kostenlose Information und Unterstützung bei der Anwendung europäischer Bildungsinstrumente in Erasmus+-Projekten an. Erfahrene Expertinnen und Experten beraten u.a. zu Fragen der Qualitätsentwicklung und -sicherung, zu Lernergebnissen oder zu den horizontalen Prioritäten des Erasmus+-Programms. Zum VET-Team Informationsangebote Europass Das Europass-Portal biete viele Tools für die Bewerbung, eine Suche nach Job- und Weiterbildungsangeboten in Europa sowie gebündelte Informationen zu Bildung und Beschäftigung in Europa an. Es baut Hürden bei der Internationalisierung in Bildung und Beruf ab und ist zentrale Anlaufstelle zum Thema Lernen und Arbeiten in Europa. Zum Europass-Center Strategische Internationalisierung Go International – ein Praxisleitfaden zur strategischen Internationalisierung von Berufsbildungseinrichtungen (in englischer Sprache) Zum Leitfaden Wo stehen wir? Die Handreichung unterstützt Sie dabei, den aktuellen Stand der Internationalisierung in Ihrer berufsbildenden Einrichtung systematisch einzuschätzen. Sie hilft, über Mobilitäten hinausgehende Aktivitäten sichtbar zu machen und darauf aufbauend Schwerpunkte sowie Entwicklungsziele für zukünftige Antragstellungen zu definieren. Zur Handreichung Weitere Förderprogramme Beratungsservice für Auslandsaufenthalte Das Portal informiert Betriebe, berufliche Schule, Kammern und Kreishandwerkerschaften zu den Chancen, Rahmenbedingungen und Planungsschritten von Auslandsaufenthalten. Einen Überblick über alle Förderprogramme bietet der Stipendienfinder. Auslandsberatung AusbildungWeltweit Das Programm AusbildungWeltweit wurde 2017 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung iniitiert, um weltweite Aufenthalte von Auszubildenden sowie von Ausbilderinnen und Ausbildern im Rahmen der Berufsausbildung zu ermöglichen. Weitere Infos finden Sie auf der Website. AusbildungWeltweit Initiativen auf europäischer Ebene Ratsempfehlung der Europäischen Kommission zur Lernmobilität Die Ratsempfehlung ist ein wichtiger Baustein des Europäischen Bildungsraums mit dem Ziel, Auslandsaufenthalte von Lernenden zu einem integralen Bestandteil aller Bildungs- und Ausbildungswege zu machen, den Anteil der Menschen, die von einem Lernaufenthalt im Ausland profitieren, zu erhöhen und die Teilnahme von Bürgerinnen und Bürgern mit geringeren Chancen an Auslandsaufenthalten zu steigern. Mehr erfahren Zur Ratsempfehlung Policy Paper der NA Initiativen auf Bundesebene Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags Die Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" des Deutschen Bundestags widmet sich in ihrem Abschlussbericht 2021 ausführlich der Internationalisierung der Berufsbildung und hebt dabei die Bedeutung von internationalen Mobilitäten hervor. Neben einer deutlichen Erhöhung des Anteils an Auszubildenden mit internationaler Erfahrung und dem Ausbau bestehender Strukturen werden unter anderem die Ausweitung des Angebots an Pool-Plätzen, eine verbesserte Zertifizierung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, zusätzliche Ressourcen für Berufsbildende Schulen zur Organisation von Auslandsaufenthalten und eine Erweiterung der digitalen Möglichkeiten für internationale Aktivitäten empfohlen. Zum Bericht KMK -Beschluss zu Europa in der Berufsbildung Der Beschluss der Kultusministerkonferenz „Berufliche Bildung als Chance für Europa“ (2020) nennt strategische Handlungsfelder für die Verankerung einer europäischen Dimension in der schulischen Berufsbildung. Sie reichen von der schulischen Grundhaltung über die Unterrichtsqualität bis zur grenzüberschreitenden Mobilität. Zur Beschlusssammlung der KMK Zusatzqualifikationen für die Berufsausbildung Viele Unternehmen und Berufsschulen wünschen sich eine hochwertige Zertifizierung von zusätzlich erworbenen internationalen Kompetenzen. Zusatzqualifikationen vermitteln über ein bestehendes Ausbildungsberufsbild hinausgehende berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Angeboten für unterschiedliche Ausbildungsberufe. Eine Übersicht über die formalen Zusatzqualifikationen mit Europabezug hat die NA beim BIBB zusammengestellt. Zur Übersicht Baukasten „Internationale berufliche Handlungskompetenz“ Der Baukasten „Internationale berufliche Handlungskompetenz“ soll Sachverständigen seit 2022 in Ordnungsverfahren die curriculare Arbeit erleichtern. Er enthält die zwischen den Sozialpartnern abgestimmte Definition von internationaler beruflicher Handlungskompetenz sowie Formulierungshilfen für Lernergebnisse im kaufmännischen Bereich. Diese können auf andere Berufsfelder oder Kontexte übertragen werden, aber auch Beteiligten in Mobilitätsprojekten Orientierung bieten. Entwickelt wurde der Baukasten im Auftrag des BMBF durch das Bundesinstitut für Berufsbildung. Zum Baukasten Publikationen Benötigen Sie weitere Hilfe? Kontakt aufnehmen Wir sind für Sie da Ulrike Schröder Fon: 0228 107 1626 Mail: ulrike.schröder(at)bibb(dot)de …

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