[…] Vielfältige Materialien zur Ausbildung der digitalen Scouts, Materialien und Plattform haben sich in der Praxis bewährt, Haben wir Ihr Interesse geweckt? In einer zunehmend digitalisierten Welt ist es entscheidend, dass alle Bevölkerungsgruppen Zugang zu digitalen Technologien haben und in der Lage sind, diese effektiv zu nutzen. Das Projekt DigitalScouts hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht und zeigt, wie durch gezielte Maßnahmen und innovative Ansätze digitale Teilhabe gefördert und die digitale Kluft, die besonders stark ältere Menschen betrifft, verringert werden kann. , So wurden im Rahmen des Projektes Menschen darin geschult, Personen ab 60 Jahren bei der Nutzung digitaler Anwendungen zu unterstützen, ihre Kompetenzen zu stärken und Selbstvertrauen aufzubauen. Diese sogenannten digitalen Scouts boten dann Unterstützung in Form von Kursen, Sprechstunden, Stammtischen oder im Rahmen einer individuellen Begleitung an. , Zur Ausbildung der digitalen Scouts entwickelten die Projektpartner ein maßgeschneidertes Angebot: Auf Basis von nationalen Berichten aus den fünf beteiligten Ländern erstellte das Projekt ein Europäisches Kompendium, das die Notwendigkeit einer stärkeren digitalen Teilhabe älterer Menschen betont. Es enthält praxisnahe Beispiele aus den verschiedenen Ländern, wie ältere Menschen von digitalen Möglichkeiten profitieren können, und dient damit gleichzeitig als Inspiration zur Entwicklung neuer Bildungsmöglichkeiten. Zudem ist ein digitales Training in Form einer mehrsprachigen Online-Lernplattform entstanden, das die digitalen Scouts auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Die Plattform beinhaltet vier Selbstlernmodule, die durch Tipps, Selbsttests und weiterführende Ressourcen interaktiv das notwendige Wissen vermitteln und die vielfältigen Anwendungsbereiche digitaler Tools aufzeigen. Auch ein Kursabschluss mit einem Zertifikat ist möglich. Ein zusätzlich entwickeltes Toolkit ergänzt die Online-Plattform und liefert eine Anleitung und Lernmaterialien für die Durchführung von Schulungen für digitale Scouts im Blended-Learning-Format. , In nationalen Testläufen, in Pilotschulungen im Blended-Learning-Format sowie bei Multiplikatorenveranstaltungen in mehreren Ländern wurden die Materialien und die Plattform erprobt, evaluiert und weiterentwickelt. Eine spätere Befragung der Schulungsteilnehmenden ergab, dass schon während der Projektlaufzeit über 150 Personen durch die Scouts begleitet wurden. So konnten durch die Unterstützungsangebote ältere Menschen ihre digitalen Kompetenzen verbessern – was nicht nur ihre Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Geräten gestärkt, sondern auch ihr Selbstvertrauen im Umgang mit digitalen Medien für alltägliche Aufgaben erhöht hat. Das DigitalScouts-Projekt hinterlässt nach den zweieinhalb Jahren Arbeit hochwertige, praxisnahe und einfach nutzbare Materialien – für angehende digitale Scouts, Ehrenamtliche, Bildungspersonal sowie Anbieter aus der Erwachsenenbildung und von Unterstützungsdiensten für Ältere. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist nun nach Projektende nicht nur das Ziel, eine größere Zielgruppe zu erreichen, sondern auch den Ansatz in unterschiedlichen Regionen und Kontexten anzuwenden. , Information in der E+PRP …
[…] Digitalisierung in der praktischen Berufsausbildung, Handlungsszenarien für unterschiedliche Bildungssysteme, Stakeholder unterstützen den Ansatz, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Aktuelle Herausforderungen für die Bauwirtschaft drücken sich in Slogans wie „Digitales Bauen” und “Baustelle 4.0” aus. Baufachkräfte müssen nun mit digitalen Technologien und Anwendungen umgehen können – von digitaler Kommunikation über das Handling mobiler Endgeräte bis hin zur Robotik am Bau. Hier setzt das Partnerschaftsprojekt Digital Construction for Europe (DigiCon) an. , Die Bedeutung des Digitalen und zugleich klimaneutralen Bauens – auch beim Sanieren in Gebäuden und Quartieren – wächst ständig. Zukunftsweisende, tragfähige und umsetzbare Digitalisierungsstrategien sind für die Unternehmen der Bauwirtschaft elementar, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zu sichern. Aufbauend auf den Ergebnissen der Partnerschaft „ Fit for BIM“ hat das die BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit dazu veranlasst, die Kooperationspartnerschaft „DigiCon“ zu initiieren. Ziel des Projekts ist es, die Ausgestaltung der Digitalisierung in der Berufsbildung voranzubringen – am Beispiel der Bauberufe und die Kooperation mit Wirtschaft und Forschung zu stärken. Zielgruppen sind Auszubildende, Lehrkräfte und Ausbildungspersonal sowie Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. DigiCon wird von sechs Partnern aus drei EU -Mitgliedsstaaten unter Federführung der BGZ umgesetzt. Berufseinrichtungen und Hochschulen aus Deutschland, Polen und Belgien sind gemeinsam angetreten, um die digitalen Kompetenzen Auszubildender zu verbessern, die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen voranzutreiben und die Kooperation mit Wirtschaft und Forschung zu stärken. Dabei werden sie durch Unternehmen, Verbände des Bausektors sowie Kammern und Innungen unterstützt. Die Partnerschaft geht u.a. folgender Fragen nach: Welche einzelnen Arbeitsprozessabschnitte können in der Ausbildung digital vermittelt werden und wie? Wo macht es Sinn? Welche Unterprozesse gehören zu diesen Prozessen und an welcher Stelle können diese durch digitale Werkzeuge unterstützt werden? Reicht die Digitalisierung als Hoffnungsträger der Innovationsexzellenz der Berufsbildung aus, um die Fachkräfte zu sichern? Was muss zudem beachtet werden? Für die Ausarbeitung zukunftsträchtiger Angebote wurden dafür in Kooperation mit Baufirmen genaue Status Quo Analysen in den einzelnen Partnerländern durchgeführt, um zu verdeutlichen, wie weit digitale Elemente bereits in der Wirtschaft und insbesondere in der beruflichen Bildung umgesetzt wurden. , Eine Herausforderung war, den bisherigen unterschiedlich ausgeprägten Erfahrungen hinsichtlich des Digitalisierungsfortschritts und der Nutzung von digitalen Tools in didaktischer Arbeit in den Partnerländern mit unterschiedlichen Bildungssystemen zu begegnen und die Modernisierungspotenziale sichtbar zu machen. Dafür wurden die Ausbildungsumgebungen je Partnerland und die typischen Szenarien entlang der Handlungsprozesse auf der Baustelle identifiziert und für die Weiterentwicklung drei exemplarische Handlungsszenarien festgelegt. Herstellung einer Mauerwerkswand Herstellung eines Stahlbetonbalkens/Stahlbetonträgers Herstellung eines Dachstuhls Für diese Handlungsszenarien wurden die jeweiligen Prozessschritte nach der Business Process Model Notation (BPMN) dokumentiert, um landesspezifische Besonderheiten besser erfassen zu können. Hierbei wurde auf eine Trennung von Prozess, Daten und Tools geachtet, damit der Einfluss der Digitalisierung besser deutlich gemacht werden kann. Dies geschieht exemplarisch für folgende Berufe: Zimmerer/-in, Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in, Hochbaufacharbeiter/-in und Bautechniker/-in. Dafür wurde eine einheitliche Darstellung grafisch aufbereitet. Auf der Basis dieser Handlungsszenarien entstehen im Projekt Lernszenarien mit Anwendungsanleitungen. Die Partner zeigen konkrete Umsetzungsschritte auf, wie eine sinnvolle, machbare und nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung in unterschiedlichen Ausbildungssystemen (schulisch, dual und eine Kombination aus beidem) realisiert werden kann. Im Rahmen des Projektes werden die Prozessbeschreibungen, Lernmaterialien und Tools auf der Lernplattform Moodle der HTW Berlin zur Verfügung gestellt. Die übertragbaren Anwendungen ( z. B. Augmented Reality) und Tools ( z. B. digitale Bauakte) zum digitalen Bauen für die Berufsschulen, können zugleich von ausbildenden Betrieben genutzt werden. Die DigiCon-Partner haben in die Projektarbeit neben den Bauexperten auch zuständige Behörden und Regulierungsstellen eingebunden. So kann die Partnerschaft mit Blick auf den „digitalen Wandel“ weitere innovative, übertragbare Handlungskonzepte für die erfolgreiche und Integration von Digitalisierung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung anbieten, wie z.B. einen Leitfaden zum Capacity Building für Berufsbildungseinrichtungen und modellhafte Digitalisierungsstrategien. , „Durch digitale Lernbausteine und innovative Bildungskonzepte werden Baufachkräfte befähigt, sich den Herausforderungen des digitalen und nachhaltigen Bauens zu stellen“. Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Ost e. V. Mit den DigiCon-Ergebnissen stehen den Betrieben neue moderne Strategiekonzepte zur Verfügung, die sie dabei unterstützen, flexibel auf technologische Neuerungen zu reagieren und ihre Ausbildungspraxis aufzunehmen. Die Nachhaltigkeit der übertragbaren Ergebnisse stärken der reale Bezug zu den Arbeitsprozessen auf der Baustelle 4.0 und die aufgebauten Netzwerkkooperationen. DigiCon trägt damit auch zur Exzellenz in der Berufsbildung bei. …
[…] Die Zukunft von Erasmus+ Die aktuelle Programmgeneration von Erasmus+ endet 2027. Die Vorbereitungen für das Nachfolgeprogramm haben schon begonnen. Was hat sich bewährt? Was sollte aus deutscher Sicht weiterentwickelt werden? Welche Vorschläge hat die EU -Kommission unterbreitet? Wie läuft der Prozess dazu ab – und was ist gerade der aktuelle Stand? Der Weg zu Erasmus+ 2028 bis 2034 Viele Akteure sind an den Vorbereitungen des neuen Programms beteiligt. Der Haushalt von 2028 bis 2034 und des Programms werden als EU -Verordnungen im Rahmen des „Ordentlichen Gesetzgebungsverfahren“ der Europäischen Union verabschiedet. Im Sommer 2025 hat die Kommission einen Vorschlag für den gesamten EU -Finanzrahmen und einen Vorschlag für Erasmus+ vorgelegt. Ab der zweiten Jahreshälfte werden diese beiden Verordnungen verhandelt und voraussichtlich 2027 verabschiedet. Dies ist ein komplexer demokratischer Prozess, an dem sich alle beteiligen können. Mehr anzeigen Weniger anzeigen Der Erasmus+-Nutzerbereit der NA beim BIBB hat bereits im April 2024 eine Stellungnahme zum Nachfolgeprogramm erarbeitet. Projektträger in Erasmus+ können ihre EU -Parlamentarierinnen und -Parlamentarier über ihr Engagement im Programm und die Bedeutung von Erasmus+ für ihre Arbeit informieren. Viele Abgeordnete freuen sich über konkrete Rückmeldungen, die sie in ihre Arbeit im Parlament einbringen und damit auch Entscheidungsprozesse beeinflussen können. Das EU -Parlament, der Europäische Rat und die EU -Kommission streben an, diesen Prozess bis Ende 2027 abzuschließen, damit die neue Programmgeneration Erasmus+ 2028 bis 2034 pünktlich an den Start gehen kann. © Copyrighthinweis öffnen AdobeStock | rustamark X Copyrighthinweis schließen Nationale Zwischenevaluation von Erasmus+ Der „Nationale Bericht zur Halbzeitevaluation der Erasmus+-Programmgeneration 2021-2027“ ist verpflichtender Bestandteil der Erasmus+-Verordnung. Diese Zwischenevaluation dient dem Bundesbildungsministerium dazu, festzustellen, ob die Programmziele sowie die angestrebten Wirkungen erreicht wurden. Das Ergebnis zeigt: Erasmus+ ist sehr erfolgreich und der Wunsch nach Kontinuität hoch. Positiv bewertet wurden u.a.: die Steigerung der Lernmobilität, die Fortführung der Akkreditierung, die Stärkung europäischer Kooperationen, die Wirkung des Programms im Kontext der Prioritäten (Inklusion und Vielfalt, Nachhaltigkeit, Digitaler Wandel, Teilhabe), die überwiegend dezentrale Verwaltung des Programms und die ausgeweitete Pauschalierung. Nationale Kernforderungen an die Europäische Kommission © Copyrighthinweis öffnen AdobeStock | MP_Studio X Copyrighthinweis schließen Die Evaluation macht auch deutlich, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Erkenntnisse daraus flossen direkt in das deutsche Positionspapier zur nächsten Generation von Erasmus+ ein. Darin haben die Bundesministerien der EU -Kommission gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz wichtige Forderungen und Impulse für die Weiterentwicklung des Programms übermittelt. Allgemeine Forderungen Erasmus+ als bürgernahes Programm stärken: Seine bewährte Struktur – mit klaren Bildungssektoren, Leitaktionen und übergreifenden Prioritäten – sollte erhalten bleiben. Ausbau der Lernmobilität als stärkste Leitaktion des Programms. Dezentrale Kooperationspartnerschaften erhalten – ihre Wirkung kann durch gezielte Verbreitung besonders erfolgreicher Projekte weiter gestärkt werden. Mehr Inklusion und Bürgernähe: Anstrengungen, das Programm inklusiver und bürgernäher zu machen, weiter steigern. Dezentralisierung der Aktion Jean Monnet , um Bildungseinrichtungen den Zugang zu erleichtern. Verbesserte IT-Infrastruktur zur optimalen Umsetzung des Programms schaffen. Abbau administrativer Hürden: Die Akkreditierung weiter ausbauen, Antragsverfahren für Schulen KMU vereinfachen und damit Zugänge zum Programm erleichtern. Forderungen für die Berufsbildung Stärkung der Berufsbildung in Europa: Die Berufsbildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit Europas. Ihre Rolle sollte weiter gestärkt werden. Internationale Lernmobilität beibehalten: Auch künftig sollte Lernmobilität in Drittstaaten möglich bleiben. Europäische Vernetzungsplattform für die Berufsbildung: Analog zu Plattformen wie EPALE ( für die Erwachsenenbildung) und eTwinning (für die Schulbildung) braucht es eine eigene europäische Austauschplattform für die Berufsbildung. Sie soll Fachkräfte dabei unterstützen, sich über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen, innovative Ansätze zu teilen und leichter Kooperationspartner zu finden. Stärkere Verbreitung von Projektergebnissen Ausbau der Synergien von Europass und Erasmus+ Forderungen für die Erwachsenenbildung Stärkung der Erwachsenenbildung in Europa: Angesichts tiefgreifender Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt übernimmt die Erwachsenenbildung eine zentrale gesellschaftliche Rolle. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, sollte ihr Anteil am Gesamtbudget auch in Zukunft stabil bleiben. Inklusion: Lernende und Lehrende sollten gleichermaßen gefördert werden. Synergie und Austausch mit anderen EU -Förderprogrammen wie dem ESF Plus und der Initiative der Europäischen Kommission „Aim, Learn, Master, Achieve“ ( ALMA ). Förderlogik anpassen: Die Besonderheiten der Erwachsenenbildung sollten bei der Programmausgestaltung stärker berücksichtigt werden – zum Beispiel durch den gezielten Einsatz von Pauschalen Erasmus+ stärken: Mehr Mittel für das Programm Die Bedeutung des Programms ist groß: Erasmus+ wächst seit 2021 erheblich. Will man das Programm in seinem 2027 erreichten Umfang in den Jahren 2028 bis 2034 fortführen, so braucht es ein Budget von rund 46 Mrd. Euro (+ 60 Prozent). Gleichzeitig nehmen auch die aktuellen finanziellen Herausforderungen zu – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene: Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Bildung sind nur einige Stichworte. Eine Diskussion über künftige Budgets muss daher sowohl den Bedarf als auch die finanziellen und politischen Rahmenbedingungen der Europäischen Union berücksichtigen. Doch klar ist auch: Wollen wir den Erfolg des Programms nicht nur beibehalten, sondern noch steigern, benötigen wir ein wesentlich größeres Budget. Um Erasmus+ quantitativ und qualitativ stärken zu können, schätzen wir, dass dafür mindestens eine Verdopplung des bisherigen Budgets von 28 auf 56 Milliarden Euro erforderlich ist. Um die in der Ratsempfehlung „Europa in Bewegung“ – Lernmobilitiät für alle (Europäischer Rat, 13. Mai 2024) gesetzten Ziele für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung erreichen zu können, bräuchte es sogar mehr als eine Verdreifachung . Nationale Impulse für die Weiterentwicklung des Programms © Copyrighthinweis öffnen AdobeStock | peopleimages X Copyrighthinweis schließen Zwischenevaluation der Europäischen Kommission Im Juli 2025 hat die EU -Kommission ihre Zwischenevaluation des Programms vorgelegt. Sie speist sich aus den 33 nationalen Evaluationen und eigenen Auswertungen der EU -Kommission. Zur Zwischenevaluation Das Programm hat: im Zeitraum 2021 bis 2023 1,6 Mio. Personen gefördert, trotz erheblicher Einschränkungen durch die Pandemie. signifikante Lernerfolge für Teilnehmende ermöglicht, auch für Personen mit geringeren Startchancen. nachhaltige Effekte für die Entwicklung von Bildungseinrichtungen ermöglicht. signifikante Beiträge auf der systemischen Ebene und zur Ausgestaltung des Europäischen Bildungsraums geleistet. Die Vorschläge der Europäischen Kommission zu Budget, Zielen und Programmstruktur Die Europäische Kommission hat im Juli 2025 von ihrem Vorschlagsrecht Gebrauch gemacht und zwei zentrale Dokument vorgelegt: Vorschlag für Erasmus+ 2028 bis 2034: Budget – Mehrjähriger Finanzrahmen Das Budget des Erasmus+-Programms für den Zeitraum 2028 bis 2034 soll nach den Vorstellungen der EU -Kommission 40,8 Milliarden Euro betragen. Dies entspricht rund 2 Prozent des gesamten EU -Haushalts , der in diesem Zeitraum nahezu 2 Billionen Euro umfassen soll. Das aktuelle Programm verfügt über ein Budget von 26,4 Milliarden Euro, sodass die EU -Kommission von einem Budgetzuwachs um 50 Prozent spricht. Diese geplante Budgetsteigerung kann zunächst als Anerkennung der Bedeutung und Wirksamkeit des Programms verstanden werden – für die individuellen Bildungschancen, die Wettbewerbsfähigkeit Europas sowie die Stärkung der Werte der Europäischen Union. Bei der Bewertung des Vorschlags sind jedoch drei Aspekte besonders zu berücksichtigen: Haushaltsverhandlungen auf EU -Ebene Deutschland und weitere Mitgliedstaaten haben bereits angekündigt, dem Entwurf des Gesamtbudgets für den EU -Haushalt in seiner derzeitigen Höhe nicht zuzustimmen. Sie halten ihn für zu umfangreich. Eine Kürzung des Erasmus+-Budgets im weiteren Verlauf der Verhandlungen ist daher möglich. Relativer Anteil des Programms am EU -Haushalt Der Anteil von Erasmus+ am EU -Gesamthaushalt beträgt derzeit rund 2,5 Prozent. Im neuen Finanzrahmen würde dieser Anteil trotz absoluter Steigerung auf etwa 2 Prozent sinken. Tatsächlicher Finanzbedarf Nach Berechnungen der NA beim BIBB würde das vorgeschlagene Budget nicht ausreichen, um die im Jahr 2027 finanzierten Aktivitäten des Programms im Zeitraum 2028 bis 2034 auf gleichem Niveau fortzuführen. Ursache hierfür sind zum einen die Inflation der Jahre 2021 bis 2024, die sich auf nahezu 20 Prozent belief, sowie das starke Wachstum des Programms in der laufenden Generation. Um allein den Status quo zu sichern, ist somit bereits ein erhebliches finanzielles Wachstum notwendig. Um darüber hinaus eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung des Programms zu ermöglichen – wie sie auch in den Initiativen „Europa in Bewegung – Lernmobilität für alle“ und „Union der Kompetenzen“ formuliert ist – bedarf es eines Erasmus+-Budgets, das über den aktuellen Vorschlag hinausgeht. Dieses Ziel sollte in den nun beginnenden Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen ( MFR ) konsequent verfolgt werden. Zum Vorschlag Vorschlag für Erasmus+ 2028 bis 2034: Ziele, Struktur und Perspektiven Die Verordnung zum Erasmus+-Programm legt die grundlegenden Ziele und Strukturen fest. Zum Vorschlag Ziele des Programms Im Mittelpunkt des Vorschlags der EU -Kommission steht weiterhin die Lernmobilität . Inklusion bleibt ein zentrales Anliegen. Gleichzeitig gewinnen die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit , Kompetenzerwerb sowie die politische und gesellschaftliche Teilhabe weiter an Bedeutung. Programmstruktur bleibt Die grundlegende Programmarchitektur bleibt im Wesentlichen erhalten. Die sechs Sektoren – Berufsbildung, Hochschulbildung, Erwachsenenbildung, Jugend und Sport – bleiben bestehen. Der bislang eigenständige Europäische Solidaritätskorps wird in das Erasmus+-Programm integriert. Leitaktionen werden zu Säulen Die bekannten Leitaktionen werden im Kommissionsvorschlag künftig als „Säulen“ bezeichnet. Die bisherigen Leitaktionen 2 und 3 sollen zu einer neuen Säule 2 zusammengeführt werden. Bedeutung von Kooperationsprojekten Kooperationsprojekte, wie sie von den Nationalen Agenturen gefördert werden, bleiben Teil des Programms. Unklar ist, ob ihr Stellenwert im Vergleich zu Mobilitätsmaßnahmen oder zentralen Projekten auf EU -Ebene im gleichen Maße wächst. Dabei sind diese Projekte essenziell, um praxisnahe Impulse für die Weiterentwicklung des Europäischen Bildungsraums zu liefern. Es wird wichtig sein, diesen Aspekt in die weiteren Verhandlungen einzubringen. Zielgruppen bleiben Alle Zielgruppen, die im aktuellen Erasmus+-Programm förderfähig sind, sollen laut Vorschlag auch in der neuen Programmgeneration unterstützt werden. Der Standpunkt des Rates zum Vorschlag der EU -Kommission für Erasmus 2028-2024 Der Rat hat im Mai 2026 seinen Standpunt zum Vorschlag der EU -Kommission veröffentlicht, dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Nachfolgeprogramm. Bewährtes erhalten, keine Position zum Budget Mit der Vorlage des Standpunktes haben die 27 Mitgliedsstaaten sich inhaltlich positioniert für die voraussichtlich Anfang 2027 beginnenden Verhandlungen mit dem EU -Parlament und der EU -Kommission. Der Rat stimmt dem Vorschlag der EU -Kommission zu die Grundstruktur des Programms Erasmus+ zu erhalten. Vor allem Mobilität aber auch Kooperation sollen die Schwerpunkte des Programms bleiben. Darüber hinaus positioniert sich der Rat vor allem zur Governance des Programms, um die gewichtige Rolle der Mitgliedsstaaten in der Steuerung des Programms zu erhalten. Der Rat der Bildungsministerinnen und Bildungsminister hat sich nicht zum Programmbudget geäußert, da dies an anderer Stelle verhandelt wird. Deutschland hat bereits gefordert, dass das EU -Gesamtbudget gekürzt wird. Zur Pressemitteilung Standpunkt des Rates Weiterführende Informationen Zwischenevaluation Nationale Zwischenevaluation des Programms Erasmus+ Kernforderungen der Bundesministerien und der Kultusministerkonferenz Kristin Hess (Referentin Erasmus+ im BMBF ): „Nationaler Bericht zur Halbzeit evaluation von Erasmus+ – Wichtige Erfolge, Raum für Verbesserungen“. In: In: Journal Bildung für Europa, Nr. 40 – Das Jahr der Jubiläen, Seite 16 f. Zwischenevaluation der Europäischen Kommission Stellungnahmen zu Erasmus+ Mario Draghi: The future of European competitiveness. Report. 9. September 2024. Enrico Letta: Much more than a market: Speed, security, solidarity. April 2024. Erklärung von Ursula von der Leyen, Kandidatin für eine zweite Amtszeit 2024-2029, bei der Plenartagung des Europäischen Parlaments am 18. Juli 2024. Ursula von der Leyen, Kandidatin für das Amt der Präsidentin der Europäischen Kommission: Europa hat die Wahl: Politische Leitlinien für die nächste Europäische Kommission 2024−2029.Straßburg, 18. Juli 2024. Stellungnahme des Nutzerbeirats der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB zur Programmgeneration Erasmus+ 2028-2034 Informationen zum EU -Gesetzgebungsverfahren Grafik zum Ordentlichen Gesetzgebungsverfahren Berthold Hübers (Leiter der NA beim BIBB ): „Erasmus+ 2028-2034: Die nächsten Schritte: Ausblick auf den Weg zum Nachfolgeprogramm“. In: Journal Bildung für Europa, Nr. 40 – Das Jahr der Jubiläen, Seite 17 f. Dokument zur Arbeitsweise der Europäischen Union Veröffentlichungen der Europäischen Kommission, des Rats und des Parlaments Dokumente zu den Vorschlägen der Europäischen Kommission Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034 (Korrigendum): COMMUNICATION FROM THE COMMISSION TO THE EUROPEAN PARLIAMENT, THE EUROPEAN COUNCIL, THE COUNCIL, THE EUROPEAN ECONOMIC AND SOCIAL COMMITTEE AND THE COMMITTEE OF THE REGIONS A dynamic EU Budget for the priorities of the future - The Multiannual Financial Framework 2028-2034 COM/2025/570 final/2 MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN RAT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN Ein dynamischer EU-Haushalt für die Prioritäten der Zukunft – der Mehrjährige Finanzrahmen 2028-2034 Vorschlag zur Verordnung von Erasmus+: Proposal for a REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL establishing the Erasmus+ programme for the period 2028-2034, and repealing Regulations (EU) 2021/817 and (EU) 2021/888 Veröffentlichungen des Europäischen Parlaments Europäisches Parlament: European Parliament: Implementation of the Erasmus+ programme 2021-2027 . Resolution of 16. January 2024 (Oktober 2024) Europäisches Parlament: Standpunkt des Europäischen Parlaments zum Vorschlag der EU-Kommission (voraussichtlicher Erscheinungstermin: offen) Benötigen Sie weitere Informationen? Kontakt aufnehmen Wir helfen Ihnen weiter Für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an: Dr. Gabriele Schneider E-Mail: Gabriele.Schneider(at)bibb.de Telefon: 0228 107 1641 …
[…] Schwerpunktthemen Zu welchen Schwerpunktthemen arbeitet die NKS der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland? Schwerpunkte in Deutschland In Deutschland ist angesichts der gesellschaftlichen und beruflichen Transformationsprozesse eine Steigerung der Beteiligungsquote an Erwachsenenbildung notwendig, um das im Rahmen der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung definierte übergeordnete Ziel einer inklusiven, sozial gerechten und resilienten Gesellschaft zu erreichen. Unsere Schwerpunktthemen: „Lernen über kulturelle und institutionelle Grenzen hinweg schafft Verständnis – und damit Verständigung. Die Stärkung der Erwachsenenbildung verbindet Menschen in Europa.“ Nadja Bornscheuer - Wissenschaftliche Mitarbeit …
[…] Die Europäische Agenda Erwachsenen-bildung Veranstaltungen Die Agenda Hier erfahren Sie mehr über den politischen Hintergrund und die Ziele der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung Agenda Erwachsenenbildung Über uns Lernen Sie die Nationale Koordinierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland kennen Über uns Themen Erfahren Sie zu welchen Themen die NKS Agenda Erwachsenenbildung arbeitet und entdecken Sie unsere Themendossiers Zu den Themen Dokumentationen Hier finden Sie alle Infos und Materialien zu unseren Fachveranstaltungen Zu den Dokumentationen …
[…] Informieren und inspirieren, Werteorientierung wird immer wichtiger, Interesse geweckt? Vom 13. bis zum 17. Oktober 2025 finden die ErasmusDays statt, die Erasmus+ und den europäischen Austausch sichtbar machen wollen. Das Motto lautet in diesem Jahr „Live our values, inspire our future“. Es steht sinnbildlich für die Arbeit der EuroApprentices, die als ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter über das Programm informieren und Motivationsarbeit leisten, beispielsweise in Berufsschulen und Ausbildungszentren sowie auf Messen und Social Media. Anlässlich der ErasmusDays haben wir einmal einen Blick auf ihr Engagement in den ost- und mitteldeutschen Bundesländern geworfen. , Lena Lesanovsky ist seit 2024 bei den EuroApprentices aktiv. Die 23-Jährige aus Selmsdorf in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert, während der sie 2024 für einige Wochen im irischen Dublin war. Sie sagt, dass „der Sprung ins kalte Wasser sehr viel für mein Selbstbewusstsein getan hat“. Noch im gleichen Jahr bewarb sie sich bei den EuroApprentices und wurde angenommen, im Februar 2025 erwarb sie zudem die Zusatzqualifikation zur Europakauffrau. Sie ist eine von fünf EuroApprentices in Ost- und Mitteldeutschland. Mit ihrem Engagement hat sie sich zum Ziel gesetzt, auf die Möglichkeiten des Programms Erasmus+ aufmerksam zu machen und einen Beitrag zur Stärkung europäischer Werte in ihrer Region zu leisten. Die Erfahrungen, die sie im Rahmen von Erasmus+ gemacht hat, gibt sie gerne weiter, um auch andere vom Nutzen des Programms zu überzeugen und ihnen die häufig vorhandene „Angst vor dem Neuen“ zu nehmen. Dazu Lesanovsky: „Ich bin eher eine Exotin, wenn ich von meinen Erfahrungen im Ausland und bei den EuroApprentices erzähle, doch ich möchte einfach etwas bewegen, weil mein Herz immer noch sehr in meiner Heimatregion verwurzelt ist.“ Dabei will sie vor allem Kommunikationsbrücken bauen, um jungen Menschen die Möglichkeiten näherzubringen, die Erasmus+ bietet. Dazu wird sie sich in Kürze mit einigen Berufsschulen in Rostock, Schwerin und Wismar zusammensetzen und ihnen ihre Idee vermitteln. Sie ist überzeugt: „Wir brauchen gute Beispiele, damit die Leute sehen, was alles geht. Je mehr Schulen, Unternehmen und auch Auszubildende diese Chance nutzen, desto mehr können wir auch mit unserer Arbeit als EuroApprentices bewirken. Denn am Ende ist es meist die persönliche Erfahrung, die Denkweisen und Einstellungen prägt.“ Energie für ihre Arbeit zieht Lena Lesanovsky aus den Treffen mit anderen EuroApprentices. So nahm sie im Juni 2025 erstmals am European Youth Event in Straßburg teil, zu dem alle zwei Jahre um die 10.000 junge Leute aus ganz Europa zusammenkommen. „Bei solchen Treffen spürt man, dass man nicht alleine ist. Da sind viele Gleichgesinnte, mit denen man sich austauscht und vernetzt. Das hat mir schon noch einmal einen Kick gegeben“, bringt sie ihre Begeisterung auf den Punkt. , Anna Roßband teilt diese Begeisterung. Neben dem Engagement vor Ort und den regelmäßigen Treffen mit anderen Erasmus-Botschafterinnen und -Botschaftern kümmert sie sich auch um den Social Media-Auftritt und die Podcastreihe der EuroApprentices. Sie ist 26 Jahre alt und arbeitet als Sozialversicherungsfachangestellte in Dresden. Ihre Ausbildung beendete sie im Jahr 2021, seinerzeit blieb ihr jedoch der Auslandsaufenthalt auf der zu Frankreich zählenden Überseeinsel La Reunion aufgrund der COVID 19-Pandemie verwehrt. Dank des Einsatzes ihres Berufsschullehrers konnte sie diesen ein Jahr später nachholen und Einblicke in eine faszinierende Welt gewinnen. Kurz danach begann sie ihr Engagement bei den EuroApprentices. „Ich habe in den Gesprächen in meiner Region gemerkt, dass viele Auszubildende gar nichts von der Möglichkeit wissen, einen Auslandsaufenthalt zu machen“, berichtet Roßband, die mittlerweile selbst Ausbilderin ist und vor allem informieren und inspirieren will. Ein zentraler Aspekt sei es dabei, Hemmnisse abzubauen, zum Beispiel Ängste vor der unbekannten Umgebung oder dem Auf-sich-selbst-gestellt-Sein im Ausland. Grundsätzlich wünscht Anna Roßband sich mehr Aufmerksamkeit und Offenheit für das europäische Thema. Sie betont: „Die europäischen Prinzipien sind Werte, von denen jeder profitiert, ob Freiheit, Menschenwürde oder Demokratie. Vielleicht sind wir uns dessen im Alltag gar nicht immer so bewusst. Ich finde, dass wir dankbar sein sollten, in der EU leben zu dürfen. Wir sollten uns darüber klar sein, wie cool Europa ist und immer wieder deutlich machen, wie bereichernd europäische Werte und der Austausch mit anderen sind.“ , Martin Schmidt glaubt, dass es in den letzten sieben Jahren in Erasmus+ viel Bewegung und positive Entwicklungen gab. Dennoch hält er es für wichtig, die Idee des Programms vor allem in den Berufsschulen in allen Regionen Deutschlands stärker zu etablieren. Er selbst geht häufig zu Diskussionsrunden in die Schulen, sowohl in Eigeninitiative als auch in Zusammenarbeit mit Mobilitätsberaterinnen und -beratern. Als optimal würde er es empfinden, wenn auch die Betriebe Erasmus+ intensiver bei ihren Auszubildenden bewerben würden, zumal letztlich ja alle Beteiligten von der Wirkung des Programms profitierten. Wie Lena Lesanovsky und Anna Roßband ist er überzeugt, dass es eine Vielzahl guter Ansätze gibt, um Erasmus+ in Ost- und Mitteldeutschland weiter zu stärken. Dazu brauche es jedoch insgesamt mehr Projekte. Seine Arbeit bei den EuroApprentices hat sich mit den Jahren verändert. Er bekräftigt: „Ich halte das Engagement gerade in der heutigen Zeit für wichtig, weil ich denke, dass wir als EuroApprentices unseren Beitrag zur demokratischen Teilhabe leisten können, indem wir versuchen, Werte wie Offenheit und Dialogbereitschaft zu vermitteln und damit anderen Mut für die Zukunft zu machen. Das ist etwas, das wir gerade im Kontext der ErasmusDays besonders betonen sollten.“ , Bundesweit gibt es insgesamt 45 Erasmus+-Botschafterinnen und Botschafter. Mehr zu den EuroApprentices erfahren Sie auf der Website https://www.na-bibb.de/erasmus-berufsbildung/mobilitaet/euroapprentices . Infos zu den ErasmusDays gibt es hier: https://www.erasmusdays.eu …
[…] Die Europäische Agenda Erwachsenenbildung Die Ziele © Copyrighthinweis öffnen Axel Herzig - Fotografie X Copyrighthinweis schließen Die Europäische Agenda Erwachsenenbildung (European Agenda for Adult Learning) ist ein politisches Rahmenwerk der EU , das dazu dient die Qualität und Zugänglichkeit der Erwachsenenbildung in Europa zu verbessern. Ziel ist es die Bildung im Erwachsenenalter zu fördern und die Lernmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Die Rolle der Erwachsenenbildung soll gestärkt und ihr Stellenwert unterstrichen werden. Zur Begleitung dieser Ziele gibt es europaweit die Nationalen Koordinierungsstellen . Was sind die Ziele der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung? Im November 2021 wurde die neue Europäische Agenda Erwachsenenbildung vom Rat der Europäischen Union verabschiedet. Die Agenda definiert den politischen Rahmen für die Weiterentwicklung von Erwachsenenbildung in Europa. Hier werden die inhaltlichen Prioritäten europäischer Erwachsenenbildungspolitik für die Jahre 2021 bis 2030 mitdefiniert: Governance & Zusammenarbeit Im Zentrum steht der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Politik und Praxis der Erwachsenenbildung. Kooperationen und Vernetzungen aller beteiligten Akteure auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sollen gefördert werden, um bestmöglich auf die Bedürfnisse der Lernenden einzugehen. Möglichkeiten des lebenslangen Lernens Ziel ist es, das Bewusstsein für lebenslanges Lernen zu schärfen und Menschen in jeder Lebensphase zu erreichen. Personalisierte Bildungsberatung und die Validierung individueller Lernerfahrungen sollen dazu beitragen, Lernprozesse zielgerichteter und nutzerorientierter zu gestalten. Zugänglichkeit und Flexibilität Erwachsenenbildung soll flexibel in Bezug auf Zeit, Ort, Format und Ressourcen gestaltet sein, um Teilhabe und Motivation zu fördern. Zudem sollen finanzielle Anreize und andere Unterstützungsmaßnahmen die Lernenden in ihrer Motivation fördern. Qualität, Gerechtigkeit, Integration und Erfolg Im Fokus stehen die berufliche Weiterentwicklung des Bildungspersonals, die Mobilität von Lernenden und Lehrenden, systematische Qualitätssicherung sowie die gezielte Förderung benachteiligter Gruppen. Der grüne und digitale Übergang Erwachsenenbildung soll Menschen dazu befähigen, aktiv am digitalen und ökologischen Wandel teilzuhaben. Dafür braucht es moderne Lernkonzepte, digitale Kompetenzen und Konzepte zur Integration von Nachhaltigkeit in Bildungsprozesse. Ziele der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in Zahlen: Ein zentrales Anliegen ist die Erhöhung der Beteiligungsquote an Maßnahmen der Erwachsenenbildung in der Europäischen Union. Konkret bedeutet das: Bis 2025 sollen mindestens 47% der 25 bis 64-Jährigen ein Bildungsangebot in einem Zeitraum von 12 Monaten genutzt haben. Bis 2030 sollen mindestens 60% der Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren in den letzten 12 Monaten an einer Bildungsmaßnahme teilgenommen haben. Wo ist die Agenda Erwachsenenbildung verortet? Die neue Europäische Agenda für die Erwachsenenbildung bettet ihre Forderungen und Ziele in die Europäische Säule sozialer Rechte ein. Die Europäische Säule sozialer Rechte unterstützt das Vorhaben, ein inklusives, faires und nachhaltiges Europa zu gestalten. Mehr anzeigen Weniger anzeigen Demnach sollen u.a. formale, nicht-formale und informelle Bildungsangebote geschaffen werden, um Kompetenzen zu vermitteln, die zu einem integrativen und sozial gerechten Europa beitragen. Zudem soll durch Erwachsenenbildung der angestrebte Übergang in eine digitale und grüne Gesellschaft gefördert werden. © Copyrighthinweis öffnen NA beim BIBB X Copyrighthinweis schließen Was ist die Europäische Säule Sozialer Rechte? Die Europäische Säule Sozialer Rechte beruht auf den Prinzipien der Solidarität, der Chancengleichheit, der verbesserten Arbeits- und Lebensbedingungen, des Sozialschutzes und der Möglichkeit zu einer hochwertigen und inklusiven Bildung. Mehr anzeigen Weniger anzeigen Einer der 20 Grundsätze der Säule sozialer Rechte ist das Recht der Europäerinnen und Europäer auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslangem Lernen. Im Zentrum steht dabei der Erwerb von Kompetenzen, die es jeder Person ermöglichen, vollständig am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Übergänge auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen. In diesem Sinne verbessert die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von Erwachsenen nicht nur die Beschäftigungsfähigkeit, sondern auch die soziale Gerechtigkeit in Europa. Im Aktionsplan wird unter anderem das Ziel formuliert, mindestens 80% der 16 bis 74-Jährigen mit grundlegenden digitalen Kompetenzen auszustatten und damit die digitale Qualifikationslücke zu schließen. „Durch die Förderung der Erwachsenenbildung in Europa können Menschen ihre Kompetenzen stärken und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen – dafür engagieren wir uns in der NKS.“ Claudia Laubenstein - Teamleitung Weitere Informationen Auf ihren Seiten präsentiert die EU -Kommission weitere Informationen z u Europäischen Initiativen in der Erwachsenenbildung Mehr erfahren …