[…] Vielfältige Gründe für Benachteiligung, Auslandserfahrung als Motivation Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz in Industrie, Handel und Gewerbe gefunden haben, zu unterstützen, das ist das Ziel der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk. Sie will Schulabgängern und Schulabgängerinnen sowie Arbeitslosen in der Region eine Perspektive bieten – zum Beispiel durch berufsvorbereitende Maßnahmen. Ein wichtiger Baustein ist dabei der zweiwöchige Auslandsaufenthalt mit Erasmus+ in einer europäischen Partnerinstitution. „An unseren Projekten nehmen vor allem Jugendliche mit besonderem Förderbedarf teil“, berichtet Simone Grabow, Leiterin des Internationalen Servicebüros in der Bildungsgesellschaft. Sie ist überzeugt, dass derartige Erfahrungen gerade bei dieser Zielgruppe sehr viel bewirken können und sorgt seit nunmehr 15 Jahren für die gute Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in verschiedenen europäischen Ländern – sei es in Zypern, Italien oder Finnland. Hier können die Jugendlichen zwei Wochen lang Auslandsluft schnuppern und, so Grabow, „für sie völlig neue Arbeits- und Lebenswelten“ kennenlernen. , Die Gründe für den Förderbedarf und die Benachteiligung der Teilnehmenden sind vielfältig. Sie reichen von Lernbeeinträchtigungen und prekären familiären Verhältnissen bis zu psychischen oder suchtbedingten Erkrankungen. Fast immer fehlt eine ausreichende Unterstützung aus dem Umfeld, sodass sozialpädagogische Hilfen unvermeidbar sind, um die Anforderungen im Rahmen einer Ausbildung erfüllen zu können und den Übergang von der Schule in den Beruf zu bewältigen. Hier setzen die Angebote der Bildungsgesellschaft an. Dazu Grabow: „Wir wollen den Jugendlichen eine Chance für den Weg in ein selbstständiges Leben und für gesellschaftliche Teilhabe bieten. Dazu ist es wichtig, ihnen Halt und Aufmerksamkeit zu geben. Das steigert das Selbstwertgefühl und schafft einen Rahmen, damit sie eigene Fähigkeiten und Kenntnisse entwickeln können. Neben fachlichen und sprachlichen Kompetenzen geht es in diesem Kontext auch um Aspekte wie Toleranz, Selbstbewusstsein oder Teamgeist.“ Eine bedeutende Rolle spielen die Auslandspraktika, die in Pritzwalk bereits seit mehr als 20 Jahren durchgeführt und stets sehr eng von Ausbildern oder Sozialpädagoginnen begleitet werden. Einer von ihnen ist Tino Gutsche, Ausbilder für Werkzeugmechaniker*innen in der Bildungsgesellschaft. Er war im Oktober 2019 im Rahmen des Projekts „Miteinander lernen – Voneinander Lernen“ mit zehn Auszubildenden – sechs Werkzeugmacher/-innen, vier Elektroniker/-innen – für zwei Wochen bei der Partnerinstitution ERCI – Educational Research & Consultancy Institute in Limassol auf Zypern. Hier arbeiteten die Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung in großen Unternehmen wie in einer Brauerei oder bei einem Safthersteller. Sie leisteten hauptsächlich konventionelle Maschinenarbeit, beispielsweise Drehen, Fräsen oder Materialzuschnitt. Für Gutsche war dies die erste Reise in seiner Tätigkeit als Ausbilder, er erinnert sich: „Wir waren alle sehr nervös. Unsere Gruppe kannte sich zum damaligen Zeitpunkt ja auch gerade erst einmal zwei Monate, da es ein Grundprinzip der Auslandsaufenthalte ist, diese zum Anfang der Ausbildung durchzuführen. Das stärkt das Gruppengefühl und zugleich auch das Vertrauen zu mir als Ausbilder.“ Um der benachteiligten Klientel ein derartiges Angebot unterbreiten zu können, sei eine vertraute Person als Ansprechpartner*in unabdingbar, unterstreicht der heute 37-jährige Ausbilder. Er habe sich ein wenig wie der „Papa“ gefühlt, der sich um alles kümmert und den Laden zusammenhält. So könne er dazu beitragen, dass die jungen Leute, die zuvor in der Regel noch nichts Vergleichbares erlebt haben, ihre Ängste verlieren und sich auf die Sache einlassen. Denn trotz intensiver Vorbereitung trauten sich die meisten Teilnehmenden kaum etwas zu. Gutsche wörtlich: „Sie bringen zum Teil heftige Geschichten mit und haben oft Probleme, mit ihrem Alltag klarzukommen. Ich staune immer wieder, wie sich dies in der kurzen Zeit des Auslandsaufenthaltes verändert und welche Fähigkeiten plötzlich sichtbar werden. Da treten Dinge zu Tage, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.“ , Die Effekte aus den Maßnahmen beeindrucken auch Denise Nickel, pädagogische Leiterin in der Bildungsgesellschaft Pritzwalk. Sie sagt: „Wenn unsere Teilnehmer*innen zurückkommen, sind sie regelrecht euphorisch, weil sie tolle Sachen erlebt und sehr viel Wertschätzung erfahren haben, sowohl in der Arbeit als auch im Miteinander. Das erhöht ihre Motivation und macht ihnen nicht selten deutlich, dass sie doch etwas können – eine gute Voraussetzung, um Zugang zu regulären Ausbildungsgängen und einer festen Beschäftigung zu finden.“ Tino Gutsche erzählt abschließend vom Beispiel des 19-jährigen Tom, der so gestärkt aus Zypern zurückgekommen sei, dass er sich selbst eine Firma aussuchte, die er interessant fand. Dort habe er sich dann erfolgreich beworben und den Einstieg ins Arbeitsleben geschafft. Gutsche glaubt, dass die Auslandserfahrung dazu „einen großen Beitrag“ geleistet habe. Vor diesem Hintergrund ist es ein Anliegen der Bildungsgesellschaft Pritzwalk, auch anderen Trägern, die mit einer vergleichbaren Klientel arbeiten, die Möglichkeiten von Erasmus+-Projekten nahezubringen und sie entsprechend zu beraten. Neben den konkreten Erfahrungen vor Ort geht es dabei letztlich allen auch darum, die Ergebnisse des Aufenthalts transparent zu machen, damit die Jugendlichen sich später damit bewerben können. …
[…] Aufbau kommunaler Bürgermedien, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Fake News, die absichtliche Verbreitung von Falschmeldungen, stellen zunehmend eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie dar. Weltweit nutzen populistische und radikale Gruppen unterschiedlicher politischer Richtungen Falschmeldungen ganz bewusst, um Gemeinschaften zu spalten und somit Anknüpfungspunkte zur Durchsetzung ihrer politischen Agenda zu finden. Die Strategische Partnerschaft „Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News“ hat sich diesem Problem gestellt. Die insgesamt sieben Partner aus sieben Ländern entwickelten ein Rahmenwerk, um auf lokaler Ebene Fake News durch die Verbreitung echter und faktenbasierter Nachrichten zu bekämpfen. Koordiniert wurde das EU-Projekt von Jugend- & Kulturprojekt e.V. aus Dresden. , In den Heimatstädten der beteiligten Einrichtungen wurden Menschen zu lokalen Expertinnen und Experten qualifiziert und kommunale Bürgermedien aufgebaut, die mit eigenen Inhalten Falschmeldungen entgegentreten. Zudem wurden Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, mit denen sich der Aufbau solcher Bürgermedien unterstützen lässt und über die die dazu not wendigen Kompetenzen vermittelt werden können. Alle Materialien stehen online auf der Projektwebseite frei zur Verfügung, so dass sie auch in anderen Städten genutzt werden können. Myrto-Helena Pertsinidi, die Koordinatorin des Projektes, empfiehlt für den Aufbau von Bürgermedien, die Situation vor Ort zunächst zu analysieren und die Materialien dann auf die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. , „Aus unserer Erfahrung ist es für eine erfolgreiche Umsetzung besonders entscheidend, sowohl bei der Qualifizierung der Expertinnen und Experten als auch bei der Verbreitung von Nachrichten eine möglichst einfache Sprache zu nutzen, da so deutlich mehr Menschen erreicht werden können. Zudem ist es wichtig, genau die Medien zu nutzen, über die auch Falschmeldungen ihre Zielgruppen erreichen“, so ihre Empfehlung. Für Pertsinidi ist das Thema Fake News weiterhin von Belang. Sie sieht auch in Zukunft große Herausforderungen, beispielsweise gehe es darum, attraktive Wege zu finden, mit denen sich gerade die Zielgruppen er reichen lassen, die besonders vulnerabel für Falschmeldungen sind. Jugend- & Kul turprojekt e.V. untersucht derzeit Möglichkeiten des Einsatzes spielbasierter Lernmaterialien mit dem Ziel, an "Wires Crossed" azuknüpfen und junge Menschen, aber auch Seniorinnen und Senioren zu erreichen. …
[…] Hintergrund Welche Erfahrungen haben Sie mit Künstlicher Intelligenz in der Berufs- oder Erwachsenenbildung? Setzen Sie selbst KI im Unterricht ein oder haben Sie sonstige Berührungspunkte mit der Technologie? Falls ja, machen Sie mit bei der Umfrage der Kommission und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit dem wirksamen Einsatz von KI in der allgemeinen und beruflichen Bildung. Künstliche Intelligenz ( KI ) verändert das Bildungswesen, indem sie die Art und Weise, wie Schülerinnen und Schüler lernen, Lehrkräfte unterrichten und Einrichtungen ihre Ressourcen verwalten. In der gesamten Europäischen Union erhält KI mehr und mehr Einzug in die Klassenzimmer, um Aufgaben zu übernehmen wie personalisierte Nachhilfe, automatisierte Erfassung und Bewertung sowie Effizienz in der Verwaltung. Wie KI im Bildungswesen eingesetzt wird, ist jedoch je nach Land, Bildungsniveau und Einrichtung sehr unterschiedlich. Um diese Lücken zu schließen, ermittelt die Europäische Kommission im Rahmen einer Umfrage effektive KI -Praktiken im Bildungswesen und die auf nationaler und regionaler Ebene verfügbaren Unterstützungsmechanismen. Die Umfrage dient dazu, Erkenntnisse aus der Praxis von denjenigen zu gewinnen, die KI im Bildungsbereich aktiv einsetzen oder damit interagieren. Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen, helfen Ihre Beiträge bewährte Verfahren für den Einsatz von KI zu ermitteln, die das Lehren, Lernen und die Verwaltung verbessern die Herausforderungen und Hindernisse bei der Einführung von KI im Bildungswesen zu verstehen. Die Umfrage ist bis zum 28. März 2025 geöffnet. Umfrage „Identification of good examples on the effective use of AI in education and training“ , Die Umfrage findet im Rahmen des Aktionsplans für digitale Bildung 2021-2027 statt, der Künstliche Intelligenz als eine seiner Aktivitäten vorsieht (Aktion 6). Sie stützt sich auf die im Oktober 2022 veröffentlichten ethischen Leitlinien zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Daten im Unterricht und beim Lernen für Lehrkräfte. Durch die Bereitstellung dieser wertvollen Erkenntnisse tragen Sie dazu bei, die Politik so zu gestalten, dass die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz besser auf die Bildungsbedürfnisse in ganz Europa abgestimmt werden. …
[…] Erreichen die Strategischen Partnerschaften in der Erwachsenenbildung die von Erasmus+ intendierten Ziele? Die vorliegende Publikation fasst die wesentlichen Ergebnisse einer umfangreichen Wirkungsstudie zusammen. …
[…] Erreichen die Strategischen Partnerschaften in der Erwachsenenbildung die von Erasmus+ intendierten Ziele? Die vorliegende Publikation fasst die wesentlichen Ergebnisse einer umfangreichen Wirkungsstudie zusammen. …