[…] Sie sind eine kleine in der beruflichen Bildungtätige Organisation? Sie möchten auf europäischer Ebene Zusammenarbeit initiieren oder Ihre Netzwerke ausbauen? Unser Factsheet informiert Sie kurz und übersichtlich über das spannende Projektformat der kleineren Partnerschaften. …
[…] Kapazitätsaufbau im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung Sie möchten die Berufsbildung weltweit stärken? Dann bringen Sie Ihre Expertise in ein internationales Kooperationsprojekt zum Kapazitätsaufbau ein! Antragsfrist 26.03.2026 17 Uhr (Brüsseler Zeit) Wichtige Information Antragsfrist: 26. März 2026 um 17 Uhr (Brüsseler Zeit) Die Aktion Kapazitätsaufbau wird von der Exekutivagentur der EU -Kommission ( EACEA ) verwaltet und umgesetzt. Zur Seite der EACEA Wer kann einen Antrag stellen? öffentliche oder private Einrichtungen, die in der beruflichen Aus- und Weiterbildung oder auf dem Arbeitsmarkt tätig sind Dauer 3 Jahre Förderhöhe maximal 500.000 Euro pro Projekt Länder alle EU -Länder und mit dem Erasmus+-Programm assoziierte Drittländer sowie Länder der Regionen Westbalkan, Östliche Nachbarschaft, Südlicher Mittelmeerraum, Subsahara-Afrika und Lateinamerika Förderfähige Aktivitäten u. a. Aufbau von Netzwerken, Transfer von pädagogischen Konzepten, Entwicklung von Lehrmaterialien, internationale Austauschaktivitäten Bildungsbereich Berufsbildung NEU! ► Hier finden Sie eine aktuelle Informationsseite der EACEA zur Antragstellung 2026: Zur Informationsseite Die Aktion Kapazitätsaufbau in der Berufsbildung unterstützt internationale Kooperationsprojekte auf Grundlage multilateraler Partnerschaften zwischen Einrichtungen, die in der Berufsbildung aktiv sind. Die Einrichtungen können in Erasmus+-Programmländern oder außerhalb angesiedelt sein. Ziel dieser Partnerschaften ist es, die Zugänglichkeit und die Reaktionsfähigkeit der Einrichtungen und Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung in nicht mit dem Programm assoziierten Drittländern zu fördern. Was wird gefördert? Der Schwerpunkt der Projektaktivitäten muss auf dem Aufbau und der Stärkung der Kapazitäten von Organisationen im Bereich der Berufsbildung in den nicht mit dem Programm assoziierten Drittländern liegen. Die Projekte können u. a. folgende Aktivitäten umfassen: Aufbau und Entwicklung von Netzwerken und Austausch bewährter Verfahren zwischen Berufsbildungseinrichtungen; Erstellung von Instrumenten, Programmen und anderen Materialien zum Kapazitätsaufbau; Schaffung von Mechanismen zur Einbindung des privaten Sektors in die Gestaltung und Durchführung von Lehrplänen; Entwicklung und Transfer von pädagogischen Konzepten, Lehr- und Ausbildungsmaterialien und -methoden; Entwicklung und Durchführung internationaler (virtueller) Austauschaktivitäten vor allem für das Personal. Welche Länder können teilnehmen? Teilnahmeberechtigt an Erasmus+-Kapazitätsaufbauprojekten sind alle EU -Länder und mit dem Erasmus+-Programm assoziierte sowie nicht assoziierte Drittländer in den Regionen 1, 2, 3, 9, 10, 11 (siehe Programmleitfaden, Abschnitt „förderfähige Länder“). Die regionalen Prioritäten finden Sie ebenfalls im Programmleitfaden. Wie ist das Konsortium zusammengesetzt? Das Konsortium besteht aus mindestens vier Organisationen aus mindestens drei Ländern: mindestens eine Organisation aus mindestens zwei verschiedenen EU -Ländern oder mit dem Programm assoziierten Drittländern und mindestens zwei Organisationen aus mindestens einem förderfähigen, nich t mit dem Programm assoziierten Drittland. Dem Konsortium muss mindestens ein Berufsbildungsanbieter der sekundären Bildungsstufe angehören. Weitere Informationen Genauere Erläuterungen finden Sie im Programmleitfaden (PDF) auf der Website der Europäischen Kommission im EU Funding & Tenders Portal Benötigen Sie weitere Hilfe? Kontakt Schreiben Sie eine Mail an: Europäische Exekutivagentur für Bildung und Europa ( EACEA ) Mail: EACEA-EPLUS-CBVET(at)ec.europa.eu oder an Claudia Hamann Mail: ka3(at)bibb.de …
[…] Europäische Aktivitäten, Lernorte: Sprachschule und Theater Weltgewandt, das Institut für interkulturelle politische Bildung e. V. mit Sitz in Berlin-Marzahn, verfügt über ein breites Spektrum: Es lädt zu DIALOGCafés, Theaterprojekten, Seminaren zu wirtschaftlicher Allgemeinbildung und zur Diskussion aktueller gesellschaftlicher Themen ein. , In europäischen Kooperationen werden Materialien zur sozioökonomischen Bildung, zu Wahrnehmungen von Geschichte, Klimawandel und ökologischen Fragen, Digitalisierung und weiteren Themen entwickelt. Die Angebote richten sich an Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedener Einkommen, Lebensstile und (politischer) Auffassungen mit dem Ziel, Aufklärung, Debatte und Empowerment zu fördern, sodass Teilnehmende mitreden können und sich für Demokratie und Gemeinsinn in ihrem Umfeld engagieren. Um dieses Portfolio weiterzuentwickeln, benötigen Mitarbeitende Anregungen und geeignete Qualifizierungsangebote: Das Erasmus+-Projekt „KOSMO_POLIS“ setzt hier an und ermöglicht es, pädagogische Kompetenzen der bei weltgewandt Mitwirkenden auszubauen. Zwei von ihnen bildeten sich beim Fremdsprachenlehren und der freien Theaterarbeit weiter. Sie erprobten während mehrwöchiger Job-Shadowings neue Methoden der teilnehmendenorientierten Bildungsarbeit. , Bei der „Associazione di promozione sociale Asinitas Aps“ in Rom lernte Alisa Jordan eine Sprachschule für Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete kennen, die Bildung mit sozialer Betreuung verbindet. Der intensive persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden geschieht hier auf Augenhöhe, und die Lebens- und Migrationswege der Menschen werden in den Unterricht einbezogen. Beispielsweise werden neue Vokabeln praxisnah beim Erstellen von Einkaufslisten gelernt. Manuelle und kreative Tätigkeiten, Spiele, Tanz und Gesang sowohl im Sprachunterricht als auch in Theaterworkshops und Handarbeitskursen stimulieren das Lernen. Hinzu kommt die Begleitung zu Sozial- und Gesundheitsdiensten, Schwangerschaftskursen sowie Bildungs- und Rechtsberatung. Die Zugewanderten werden motiviert, ihre Migrationserfahrung als Quelle zu betrachten, aus der sie für ihre Zukunft schöpfen können. Jordan lässt diese interaktiven, alltagsbezogenen und doch spielerischen Methoden nun in die Gestaltung der DIALOGCafés einfließen. Sophia Bickhardt, Leiterin von weltgewandt und Co-Trainerin von Theaterprojekten, tauchte in die Welt des professionellen Theaters ein. Während ihres Job Shadowings mit der Compagnie DUANAMA in Marseille war es besonders eindrücklich, ein Stück von und mit ehemals obdachlosen Menschen zu entwickeln. Höhepunkt ihres zweiten Job Shadowings beim DAH Teatar in Belgrad war das Festival „Arts and Human Rights“. Bickhardt kam in Kontakt mit Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Theatermacherinnen und Theatermachern. In Workshops konnte sie Methoden in Anlehnung an Jerzy Grotowski erproben: Viel Körperarbeit, konzentriert in der gesprochenen Sprache. Die Übungen regten dazu an, authentisch zu sein und so Entfremdung zu überwinden. Die Beteiligten kamen sich näher und erfuhren, wie Theater mit seinen Formen des Selbstaus drucks es erlaubt, Inhalte zur Sprache zu bringen, die mitunter schwer sagbar sind. Die vielfältigen Anregungen durch die Job Shadowings fließen nun sukzessive in die Bildungsarbeit von weltgewandt ein und bieten Stoff für neue Ideen und Projekte. …
[…] KI verstehen und gestalten: Europäische Perspektiven und konkrete Anwendungsbereiche für die Erwachsenenbildung Die virtuelle Konferenz hat am 1. und 2. Juli 2024 gemeinsam mit dem dem Bayerischen Volkshochschulverband e.V. stattgefunden Am 1. und 2. Juli 2024 führte die Nationale Koordinierungsstelle Europäische Agenda Erwachsenenbildung zusammen mit dem Bayerischen Volkshochschulverband e.V. eine virtuelle Konferenz zum Thema „KI verstehen und gestalten: Europäische Perspektiven und konkrete Anwendungsbereiche für die Erwachsenenbildung“ durch. Die Veranstaltung beleuchtete KI aus nationaler und europäischer Perspektive durch Beiträge aus Bildungspolitik, Wissenschaft und Praxis. Ein besonderer Fokus lag auf den rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen und konkreten Anwendungsfeldern der Nutzung von KI in der Erwachsenenbildung. Gesamtbericht zur Veranstaltung Zum Bericht Wichtige Inputs zum System KI und ihrem Einsatz in der Erwachsenen- und Grundbildung kamen von: Daniel Krupka, Gesellschaft für Informatik „KI in der Bildung – Von der Schule bis zur Erwachsenenbildung“ Prof. Dr. Marc Erich Latoschik, Universität Würzburg „ Interdisziplinäre Gestaltungsoptionen der KI im Kontext der Mensch-Computer-Interaktion “ Anmeldung erforderlich: user: ki-hci passwd: djd8ejmd93mwLLkj-s Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Universität Hamburg „KI in der Grundbildung“ Veerle Ponnet, Europass Teacher Academy „ Scaling AI Course Offerings: Navigating Supply and Demand for Erasmus Plus and Europass Eduactors in Europe ” Am zweiten Tag wurde in zehn verschiedenen Workshops diskutiert, wie Bildungseinrichtungen KI nutzen können, um Lernprozesse zu optimieren, personalisierte Lernangebote zu gestalten und innovative Lehrmethoden zu entwickeln. In einigen Workshops wurden KI-Anwendungen und Angebote für die Bildungspraxis aus nationalen und europäischen Erasmus+-Projekten präsentiert. In anderen Workshops stellten Expertinnen und Experten Möglichkeiten und wichtige Rahmenbedingungen rund um den Einsatz von KI in der Erwachsenenbildung dar: Sascha Dowidat, Projekt Alpha-Kooperativ Transfer „Grundbildungsangebote digital gestalten“ Barbara Saring, Peter Westebbe, Bayerischer Volkshochschulverband „Kompetent mit KI – Fortbildung für Lehrkräfte in der Grundbildung“ Gabi Netz, Deutscher Volkshochschulverband, „Leseflüssigkeit digital trainieren – die neue App Lese-Trainer“ Dr. Mareike Kholin, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung „KANSAS: KI-basierte Suchmaschine für Alpha-Texte und weitere Funktionen“ Martina Engels, LAG KEFB in NRW „KI: Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten in der Praxis“ Veerle Ponnet, Europass Teacher Academy „AI in Education: Transformative Tools” Mark McGuigan “Ethical Implications of Artificial Intelligence” Martin Glewe, EMCRA“Erasmus+ Projekt AI Curriculum – AI in Adult Education“ Yasmin Stegemann, ZWW der Universität Mainz „Nutzung von KI-Technologien beim Selbst- und Sprachlernen – das Erasmus+ Projekt AI in Language Teaching“ Lisa Meyne, Ludger Deitmer, Christine Siemer, Frieda Klaus, Universität Bremen „AI Pioneers – Anwendungsbeispiele künstlicher Intelligenz in der Berufs- und Erwachsenenbildung“ Die Mitschnitte der Vorträge finden Sie hier: Videobotschaft Bayrisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus - Anna Stolz KI in der Bildung - Von der Schule bis zur Erwachsenenbildung - Daniel Krupka, Gesellschaft für Informatik Interdisziplininäre Gestaltungsoptionen der KI im Kontext der Mensch-Computer Interaktion - Prof. Dr. Marc Erich Latoschik, Universität Würzburg KI in der Grundbildung - LEO Team - Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Universität Hamburg Scaling AI Course Offerings: Navigating Supply and Demand for Erasmus Plus and Europass Educators in Europe - Veerle Ponnet, Europass Teacher Academy EPALE: Vernetzen- Teilen- Austauschen - Marlene Röder, NA beim BIBB Die Veranstaltung lud zu einem regen Austausch von Erfahrungen und praxisnahen Denkanstößen ein. Die Workshops boten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und praxisnahe Denkanstöße für die Arbeit mit künstlicher Intelligenz zu bekommen. …
[…] Projektergebnisse zeigen: KI kann Lernen bereichern, Wirkung und Ausblick, Haben wir Ihr Interesse geweckt? Künstliche Intelligenz (KI) spielt im Bildungsbereich eine immer größere Rolle. Sie eröffnet neue Chancen für flexible und individuelle Lernprozesse. Vor diesem Hintergrund wurde das Erasmus+-Projekt „Artificial Intelligence in Adult Education and Self-Learning“ (AI in ADU) ins Leben gerufen. , „AI in ADU“ bringt Partnereinrichtungen aus sechs Ländern zusammen, um die Potenziale von KI in der Erwachsenenbildung – mit besonderem Fokus auf Sprachenlernen – zu untersuchen. Ziel der Kooperationspartnerschaft ist es, die Bedürfnisse von Lehrenden und Lernenden besser zu verstehen und praxisnahe Materialien zu entwickeln, die zeigen, wie KI-gestützte Lösungen sinnvoll ausgewählt und eingesetzt werden können. , Bereits in der ersten Projektphase konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden: Eine umfangreiche Literaturrecherche be leuchtete Chancen, Herausforderungen und Beispiele guter Praxis rund um den Einsatz von KI in der Erwachsenenbildung. Darauf folgte eine Online-Umfrage unter Erwachsenenbildnerinnen und -bildnern sowie Selbstlernenden aus sechs Ländern. Die Teilnehmenden be richteten, wie sie KI-Tools nutzen – etwa zur Recherche, Inhaltserstellung oder für Sprachübungen. Viele sehen klare Vorteile: höhere Produktivität, bessere Lernergebnisse und individuellere Lernwege. Gleichzeitig wurden auch kritische Aspekte genannt, darunter Bedenken zu Datenschutz, ethischen Fragen und einem übermäßigen Technologieeinsatz. Zusätzlich führten die Partner Fokusgruppen-Interviews durch. Die Ergebnisse zeigen: KI kann Lernen bereichern, wenn sie bewusst eingesetzt wird. Besonders wichtig sind dabei digitale Kompetenzen, kritisches Denken und eine ausgewogene Kombination aus klassischen Methoden und neuen Technologien. Darüber hinaus analysierte das Projektteam KI-Lernplattformen und zeichnete Podcasts mit Expertinnen und Experten auf. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entstanden praxisorientierte Leitfäden für Lehrkräfte und Selbstlernende. Ergänzend wurden interaktive Inhalte entwickelt, die dabei helfen, KI-gestütztes Lernen im Alltag gezielt auszuprobieren. Die Pilotphase dieser Materialien ist für November 2025 geplant. , Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen: KI hat Potenzial für die Erwachsenenbildung – vor allem für das selbstgesteuerte Sprachen lernen. Sie kann Motivation, Lernfortschritt und Selbstorganisation stärken. Gleichzeitig ist ein reflektierter Einsatz entscheidend, der ethische Fragen, Datenschutz und pädagogische Anforderungen berücksichtigt. Insofern trägt „AI in ADU“ dazu bei, die digitale Transformation in der Erwachsenenbildung aktiv mitzugestalten. Mit praxisnahen Leitfäden und interaktiven Materialien bietet das Projekt Orientierung für Lehrende und Lernende – und zeigt, wie KI verantwortungsvoll, inklusiv und gewinnbringend in Bildungsprozesse integriert werden kann. , Darstellung auf der Project-Results-Plattform …
[…] Jutta Schmitt Grundbildung „Ich verstecke mich nicht mehr, sondern gehe in die Öffentlichkeit, um anderen Menschen mit einer Lese- und Schreibschwäche zu helfen.“ Jutta Schmitt © Copyrighthinweis öffnen Axel Herzig - Fotografie X Copyrighthinweis schließen In ihrer Lerngeschichte erzählt Jutta Schmitt, wie sie im Erwachsenenalter Lesen und Schreiben gelernt hat und welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat. Ihre Geschichte zeigt, wie Grundbildung den Alltag verändern und neue Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben eröffnen kann. Die eigene Welt ist bunt geworden Jutta Schmitt hat einen beeindruckenden Berufsweg hinter sich. Gleichzeitig litt die heute 68-Jährige jahrzehntelang daran, nicht ausreichend lesen und schreiben zu können. Sie verbarg ihre Schwäche und ging ihren Weg, bis sie sich einem Kollegen anvertraute. Dieser jedoch hatte eigene Interessen und spielte diese gegen Jutta Schmitt aus. Das war der Wendepunkt, zumal ihre Gesundheit sehr unter der Situation litt. „Mir wurde klar, dass ich etwas tun musste“, betont Jutta Schmitt. „Ich wollte Wege finden, mich meiner Lese- und Schreibschwäche zu stellen und konstruktiv damit umzugehen.“ Sie beschäftigte sich intensiv mit dem Thema und fand 2014 an der Volkshochschule Lüneburg ( VHS Lüneburg) ein Angebot, das ihr weiterhalf. Jutta Schmitt entschied im Alter von 55 Jahren, besser lesen und schreiben zu lernen. Der erste Schritt kostete Überwindung. Denn zu den Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben kam etwas hinzu, das viele Betroffene kennen: die Scham. Früher war ich sicher, ich sei die Einzige, die nicht richtig lesen und schreiben kann“, sagt sie. „Ich hielt mich selbst für dumm.“ Es war ein Leben mit Verstecken und Strategien, um ihre Schwierigkeiten verbergen zu können. Nach außen hin funktionierte ihr Leben. Was andere nicht sahen, war die Kraft, die sie das kostete. An der VHS und im Austausch mit anderen Betroffenen erlebte sie etwas, das für sie beinahe genauso wichtig wurde wie das Lernen selbst: Sie merkte, dass sie nicht allein war. Aus dieser Erfahrung heraus entstand auch die von ihr gegründete Selbsthilfegruppe „Wortblind“. Dort trafen Menschen aufeinander, die einander nicht erst erklären mussten, warum ein Brief, ein Formular oder ein Text zur Belastung werden kann. Hier musste sich niemand rechtfertigen. Jutta Schmitt wollte bald mehr, als ihre eigenen Lese- und Schreibfähigkeiten zu verbessern. Sie wollte darüber sprechen, was es bedeutet, als erwachsener Mensch nicht ausreichend lesen und schreiben zu können, hielt Vorträge, besuchte Schulen und ging mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Das Lernen hatte ihr damit etwas gegeben, das sich nicht in richtig geschriebenen Wörtern oder gelesenen Seiten messen lässt: Selbstvertrauen. Von Fähigkeiten und besonderen Begegnungen So wurde nach und nach aus dem Wunsch, besser lesen und schreiben zu können, etwas Größeres. Schmitt entdeckte nicht nur neue Fähigkeiten. Ihre Welt veränderte sich. Sie lernte neue Menschen kennen, wurde Teil eines Netzwerks und engagierte sich zunehmend politisch. Auch wenn sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Selbsthilfegruppe zurückziehen musste, bezeichnet sie diese bis heute als ihr „Herzensprojekt“. Aktiv ist sie derzeit vor allem im bundesweit agierenden Alpha-Selbsthilfe-Dachverband, einem Zusammenschluss von Selbsthilfegruppen, der von Betroffenen gegründet wurde. Hier setzt sie sich zum Beispiel dafür ein, dass Alphabetisierung und Grundbildung ausreichende finanzielle Unterstützung erfahren. Ein Moment, der besonders deutlich zeigt, wie weit der Weg von Jutta Schmitt geführt hat, war die Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten im Jahr 2025. Dort erhielt sie die Gelegenheit, Frank-Walter Steinmeier persönlich zu begegnen. Sie wurde nach vorne gebeten, gab dem Bundespräsidenten die Hand und erzählte ihm von ihren Lese- und Schreibschwierigkeiten. Anschließend überreichte sie ihm ein Buch, in dem Geschichten von Betroffenen gesammelt sind, und bat ihn, darin zu lesen. – Welch ein Bild: Eine Frau, die ihre Schwierigkeiten jahrzehntelang versteckt hatte, stand plötzlich vor dem Staatsoberhaupt und sprach offen über ihr Problem. „Wenn ich heute daran zurückdenke“, unterstreicht sie, „wird mir erst bewusst, wie besonders dieser Moment gewesen ist.“ Mit Erasmus+ ins Ausland Wie sehr sich ihre Welt geöffnet hat, erlebt Jutta Schmitt aber nicht nur bei solchen Begegnungen. Das Lernen führt sie mittlerweile auch über Ländergrenzen hinweg. So reiste sie mit anderen Lernenden im Rahmen von Erasmus+ ins europäische Ausland, beispielsweise auf Lernreisen nach Wien und Göteborg. Die Gruppe besuchte Volkshochschulen und beschäftigte sich mit der Frage, wie in anderen Ländern gelernt wird. Gleichzeitig ging es um Kultur, Nachhaltigkeit und den Alltag der Menschen vor Ort. Auf diese Art und Weise wird die besuchte Stadt zum Lernort. Für Schmitt sind solche Reisen „eine große Bereicherung“, auch als soziale Erfahrung in einer Gruppe von Menschen, die ähnliche Erfahrungen wie sie selbst gemacht haben. Viele von ihnen hätten eine solche Reise allein womöglich nie gemacht. Schmitt selbst kennt diese Angst weniger. Sie ist schon früher gern gereist. Lernen, um selbst entscheiden zu können Die Idee des lebenslangen Lernens hat für Jutta Schmitt eine enorme Bedeutung. Lernen heißt für sie, einen Zeitungsartikel lesen und verstehen zu können oder digitale Hilfsmittel zu nutzen. Es bedeutet aber auch, andere Bildungssysteme kennenzulernen und die eigenen Erfahrungen mit denen anderer Menschen zu teilen. Das hilft, die eigene Geschichte einordnen zu können und über etwas zu sprechen, das man jahrzehntelang versteckt hat. Natürlich gibt es Momente, in denen sie sich fragt, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie früher hätte lesen und schreiben können. Welche Möglichkeiten hätte sie gehabt? Welche Wege hätte sie einschlagen können? – Erst mit Mitte 50 begann sie, sich einer Kompetenz zu stellen, die andere bereits in der Grundschule erlernen. Mehr als zwölf Jahre später lernt sie immer noch. Sie ist überzeugt: „Lernen ist lebenswichtig. Nur wenn ich weiterlerne, kann ich an der Gesellschaft teilhaben, mir eine eigene Meinung bilden und mein Leben selbst gestalten.“ Ein Spruch hat sie all die Jahre begleitet. Wenn sie ihn abschließend zitiert, klingt er wie ein Credo auf das, was sie geschafft hat und worauf sie zurecht stolz ist. Er lautet: „Wenn aus Buchstaben Wörter werden, wenn aus Wörtern Sätze werden, wenn aus Sätzen Geschichten werden, dann wird die Welt bunt.“ Die Welt von Jutta Schmitt leuchtet mittlerweile in sehr bunten Farben. Mehr erfahren Selbsthilfegruppe "Wortblind" Mehr erfahren Alfa-Selbsthilfe Dachverband e.V. …
[…] Infografik zu KI in der Gesellschaft Künstliche Intelligenz ( KI ) ist inzwischen Teil unserer Arbeits- und Alltagswelt und verändert das Lernen und Lehren. Welche Kompetenzen sind in einer von KI geprägten Welt besonders wichtig? Wird KI eher als Bedrohung oder Erleichterung gesehen und wie findet sich das Thema in europäischen Projekten? Erasmus+ bietet ein weites Experimentierfeld und sowohl in der Berufs- als auch der Erwachsenenbildung gibt es hierzu erfolgreiche Projekte. Zudem beinhaltet das Journal eine erste Einordnung des Vorschlags für das Erasmus+-Programm der Jahre 2028-2034. , Wie oft werden KI Anwendungen genutzt? Was sind Anreize und Hürden? Basierend auf dem D21 Digital-Index haben wir eine Infografik zum Thema Digitalisierung erstellt, dass ein Lagebild der Gesellschaft in Deutschland zeichnet. Zur Infografik …
[…] Journal abonnieren Unser Journal „Bildung für Europa“ erscheint zweimal jährlich. Es informiert unter thematischen Schwerpunktsetzungen über die aktuellen Entwicklungen im EU -Programm Erasmus+ und in der europäischen Bildungszusammenarbeit. Alle Felder mit * sind Pflichtfelder. …
[…] Jean Monnet Die Aktion Jean Monnet fördert Lehre, Lernen, Forschung und Debatten zu Fragen der europäischen Integration sowie zu künftigen Herausforderungen und Chancen der Europäischen Union. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die drei Maßnahmen der Aktion für die allgemeine und berufliche Bildung vor. Antragsfrist 03.02.2026 17 Uhr (Brüsseler Zeit) Inhalt dieser Seite Schulungen für Lehrkräfte Initiative „Über die EU in der Schule lernen“ Jean-Monnet-Netzwerke Wichtige Information Antragsfrist: 3. Februar 2026 um 17 Uhr (Brüsseler Zeit) Die Aktion Jean Monnet und ihre Maßnahmen werden von der Exekutivagentur der EU -Kommission ( EACEA ) verwaltet und umgesetzt . Zur EACEA Schulungen für Lehrkräfte Wer kann einen Antrag stellen Lehrerbildende Hochschulen oder Einrichtungen für Lehrerfortbildung Dauer 3 Jahre Förderhöhe max. 300.000 € pro Projekt Länder Die antragstellende Einrichtung muss aus einem EU -Land oder alternativ aus Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien oder der Türkei kommen. Förderfähige Aktivitäten Bildungsangebote für Lehrende in Schulen und Berufsschulen zu EU -Themen Bildungsbereiche allgemeine und berufliche Bildung Lehrerbildende Hochschulen oder Einrichtungen für Lehrerfortbildung entwickeln Bildungsangebote für Lehrende in Schulen und Berufsschulen und führen diese durch. Ziel ist es, neue Kompetenzen und Lehrmethoden für die Lehre zu EU -Themen zu etablieren. Die entwickelten Schulungen sollen Schulen und Berufsbildungseinrichtungen bei der Planung, Organisation und Bereitstellung von EU -Inhalten bei ihren lehrplanmäßigen und außerschulischen Aktivitäten unterstützen. Was sind die Ziele der Schulungen? Schulen und Berufsbildungsanbietern zu ermöglichen, ihren Lehrkräften Kenntnisse über die EU zu vermitteln; strukturierte Unterrichtsmodule zu EU -Fächern für Lehrende an Schulen und Berufsbildungseinrichtungen zu entwickeln; spezifische Einzel- oder Gruppenschulungen zur EU (modular, in Präsenz, online oder hybrid) bereitzustellen; die Integration einer europäischen Perspektive im Arbeitsalltag von Lehrenden zu fördern. Wie wird gefördert? Die Einrichtung stellt den Antrag für sich selbst. Es sind keine Partnereinrichtungen notwendig. Die maximale Förderhöhe beläuft sich auf 300.000 €. Die Förderung erfolgt über einen Pauschalbeitrag, der 80 % des Projektbudgets umfasst. Initiative „Über die EU in der Schule lernen“ Wer kann einen Antrag stellen Schulen oder Berufsbildungseinrichtungen Dauer 3 Jahre Förderhöhe max. 30.000 bis 35.000 € pro Projekt Länder Die antragstellende Einrichtung muss aus einem EU -Land oder alternativ aus Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien oder der Türkei kommen. Förderfähige Aktivitäten Bildungsangebote z. B. Projektwochen, Studienbesuche Mit der Initiative „Über die EU in der Schule lernen“ sollen Schulen und Berufsbildungseinrichtungen unterstützt werden, damit sie spezifische Inhalte zu EU -Themen (u.a. Demokratie, Geschichte der EU , Funktionsweise der EU , kulturelle Vielfalt) vermitteln können. Diese Aktivitäten sollten während des Schuljahres stattfinden und können unter anderem Projektwochen, Studienbesuche und andere immersive Aktivitäten umfassen. Was sind die Ziele dieser Initiative? Lehrerinnen und Lehrer in die Lage zu versetzen, mit ansprechenden Methoden EU -Inhalte zu vermitteln; die Verbesserung der Lernergebnisse in EU -Fragen; die Stärkung der EU -Kompetenz in Schulen; eine stärkere Beteiligung von Schülerinnen und Schülern am demokratischen Prozess in der Europäischen Union. Wie wird gefördert? Die Einrichtung stellt den Antrag für sich selbst. Es sind keine Partnereinrichtungen notwendig. In drei aufeinanderfolgenden Jahren müssen mindestens 40 Stunden pro Schuljahr zu EU -Themen durchgeführt werden. Die maximale Förderhöhe beläuft sich für deutsche Einrichtungen auf 30.000 bzw. 35.000 €. Die Förderung erfolgt über einen Pauschalbeitrag, der 80 % des Projektbudgets umfasst. Jean-Monnet-Netzwerke Wer kann einen Antrag stellen Schulen, Berufsbildungseinrichtungen und/oder Hochschulen, die eine Erstausbildung und/oder berufsbegleitende Fortbildung für Lehrkräfte anbieten Konsortium mindestens sechs Einrichtungen aus mindestens drei verschiedenen Ländern (mindestens vier Schulen und/oder Berufsbildungsanbieter und max. zwei Hochschulen) Dauer 3 Jahre Förderhöhe max. 300.000 € pro Projekt Länder alle EU -Länder plus Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei Förderfähige Aktivitäten u. a. Erstellung von Leitlinien, Treffen zum Austausch, Co-Teaching zu EU -Themen Jean-Monnet-Netzwerke unterstützen den Austausch guter Praxis und die Kompetenzerweiterung über die Vermittlung von EU -Themen im Unterricht. Sie fördern den Erfahrungsaustausch von Lehrkräften auf europäischer Ebene sowie gemeinsame Aktivitäten im Bereich kollaboratives Lehren und Co-Teaching. Was sind die Ziele der Netzwerke? Austausch über angewandte Methoden Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Schulen bzw. Berufsbildungseinrichtungen, um ihnen internationale Erfahrung zu ermöglichen Co-Teaching Schaffung einer soliden und nachhaltigen Wissensbasis für Schulen und Berufsbildungsanbieter Wie wird gefördert? Eine Einrichtung stellt den Antrag für das Konsortium. Die maximale Förderhöhe beläuft sich auf 300.000 €. Die Förderung erfolgt über einen Pauschalbeitrag, der 80 % des Projektbudgets umfasst. Weitere Informationen Eine genauere Darstellung der Aktion Jean Monnet finden Sie im Erasmus+-Programmleitfaden im Teil B unter „Jean Monnet-Aktionen“. Auf der Seite der EU-Kommission finden Sie weitere Informationen. Die Antragstellung erfolgt im EU Funding & Tenders Portal . Benötigen Sie weitere Hilfe? Kontakt Schreiben Sie eine Mail an: Europäische Exekutivagentur für Bildung und Europa ( EACEA ) Mail: eacea-ajm(at)ec.europa.eu oder an Claudia Hamann Mail: ka3(at)bibb.de …