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Von Internationalisierung überzeugt

Kammerbezirk profitiert

[…] Wettbewerbsfähigkeit, Attraktivität, Von Guter Praxis lernen, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Die Handwerkskammer Erfurt hat jahrelange Erfahrung sowohl als entsendende als auch aufnehmende Einrichtung im Programm Erasmus+ – und sie ist bereits seit 2020 akkreditiert. Gründe für die Kammer, international aktiv zu sein und entsprechende Angebote auch mit Erasmus+ anzubieten, gibt es einige. , Auszubildende, die einen Aufenthalt im Ausland durchführen, stärken nicht nur ihr fachliches Wissen, indem sie zum Beispiel neue Techniken lernen, sondern verbessern auch ihre Soft Skills wie Flexibilität oder Selbstvertrauen. Gemeinsam mit den interkulturellen Kompetenzen, die durch einen Auslandsaufenthalt erworben werden, wird damit die Wettbewerbsfähigkeit der Auszubildenden erhöht. Auch den Betrieben und der Kammer selbst kann Erasmus+ helfen, die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen: sei es durch Auslandsaufenthalte von Ausbildungspersonal, das neue Fähigkeiten erwerben kann, oder durch die Koordination des Angebots, was zukünftige Fachkräfte dazu bewegen kann, im Kammerbezirk eine Ausbildung anzutreten. , Die internationale Arbeit der Handwerkskammer ermöglicht ein niedrigschwelliges Angebot für ihre Mitgliedsbetriebe und leistet somit einen langfristigen Beitrag für die Internationalisierung im Kammerbezirk, auch durch die Entlastung von Betrieben, die selbst keine Erasmus+-Anträge stellen möchten. Die enge Vernetzung mit den Mitgliedsbetrieben erlaubt es der Kammer zudem, einen guten Überblick des Bedarfs der Wirtschaft zu haben. So kann bedürfnisorientiert reagiert und entsprechende Angebote können zeitnah erarbeitet und umgesetzt werden. Durch das Angebot der Kammer wird somit die Attraktivität der Berufsbildung im Kammerbezirk erhöht. Dies zeigt sich am Beispiel des Fachkräftemangels. Dieser kann durch Kooperationen mit Partnern aus Ländern, auch außerhalb Europas, aus denen vermehrt Fachkräfte nach Deutschland kommen, verringert werden. Ein Austausch auf fachlicher, aber auch kultureller Ebene kann helfen, die Eingliederung dieser Fachkräfte in Deutschland zu vereinfachen. Auch der Austausch zu Inhalten und Rahmenbedingungen von europäischen Berufsabschlüssen kann die Fachkräfteanwerbung erleichtern. Die Aussicht vom Eifelturm auf grüne Inseln inmitten des Häusermeers am nächsten Tag ist für die Jugendlichen gleichzeitig ein Blick auf grüne Stadtentwicklung und nachhaltige Verkehrsplanung. Thematisiert wird auch, welche Jobs in diesen Bereichen entstehen. Die Schülerinnen besuchen zusammen mit der französischen Klasse dazu auch eine Ausstellung im Pariser Rathaus. „Es ging um soziale Aspekte, Natur und wie Paris sich im Großen und Ganzen verändert hat; das war sehr spannend“, schreibt Aura in ihrem Abschlussbericht. , Ein Beispiel im Bereich Digitalisierung zeigt deutlich, dass Auslandsaufenthalte nicht nur den Teilnehmenden zugutekommen, sondern auch großflächig eine positive Wirkung auf das Angebot der beruflichen Bildung haben können und sich damit wie beschrieben günstig auf die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Berufsbildung im Kammerbezirk Erfurt auswirken. Seit 2023 verfügt die Handwerkskammer über ein Kompetenzzentrum für Robotik und Sensorik. Der Wunsch, hier auch Gute Praxis, zum Beispiel im Bereich der Lehre von Robotik aus anderen Ländern einfließen zu lassen, konnte durch Auslandsaufenthalte in Estland erfüllt werden. Die hier erworbenen Kompetenzen fließen zurück in das Kompetenzzentrum und stehen somit einer großen Anzahl an Personen zur Verfügung, die selber nicht zwingend für einen Lernaufenthalt im Ausland waren. …

Story

SAFE international

Streetwork in Rumänien und Deutschland

[…] Icon Teaser, Bild, Hospitationen bei rumänischen Partnereinrichtungen, Ergebnisse für die Praxis Das Team von „SAFE – Straßensozialarbeit für Erwachsene“ des SZL Suchtzentrums in Leipzig arbeitet auf Szeneplätzen mit Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, Alkohol oder illegale Drogen konsumieren oder obdach-, wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. SAFE begreift jeden Menschen als schaffendes Wesen, ermutigt ihn in diesem Sinne, sein Lebensumfeld aktiv zu gestalten und schafft Möglichkeiten, dieses Potential zu nutzen. , Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „SAFE international“ besuchten Mitarbeitende des Suchtzentrums verschiedene Partnereinrichtungen in Rumänien, tauschten sich mit Fachkräften über Streetwork-Themen aus und knüpften nachhaltige Kontakte vor Ort. Ziel des Projekts war es, herauszufinden, warum Menschen aus Rumänien trotz schlechter Integrationschancen nach Deutschland kommen. Durch die Hospitationen erlangten die Mitarbeitenden ein besseres Verständnis für die Lebenswelt dieser Menschen, die oftmals durch das Netz der sozialen Sicherung fallen und Adressatinnen und Adressaten von SAFE werden. , Durch die gewonnenen Erkenntnisse sollen Mitarbeitende der Wohnungslosenhilfe in Zukunft besser für die Lage ihrer Adressatinnen und Adressaten sensibilisiert werden und mit einem diskriminierungskritischen Blick auf Armut Strukturen schaffen, in denen Inklusion wirklich stattfinden kann. Der Erfahrungsaustausch mit den Partnereinrichtungen in Rumänien hat den Blick für Barrieren in der Gesellschaft, denen die Adressatinnen und Adressaten von SAFE gegenüberstehen, geschärft. Mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse will SAFE diesen Barrieren entgegenwirken und zu deren Abbau beitragen. Besonders wurde durch die rumänischen Partner die Situation der Roma und Romnja und deren Zugangsschwierigkeiten in vielen Bereichen in Deutschland kommuniziert. Eine Teilnehmerin der Auslandsfortbildung sagt dazu: „Für mich persönlich war der geschärfte Blick auf die – auch strukturelle – Diskriminierung, welche die Roma Bevölkerung erfährt, eine wichtige Erfahrung. Dadurch habe ich die Möglichkeit ein anderes Verständnis für deren Situation und für deren Migration nach Deutschland zu entwickeln, um hier, vor Ort, noch achtsamer darauf einzugehen und meine Angebote noch besser an die Bedarfe anzupassen.“ Durch den Besuch in Rumänien angeregt, plant das Suchtzentrum einen online-Fachtag zum Thema Roma und Romnja und deren Ausgrenzung in Rumänien und Deutschland. …

Veranstaltung

Green Erasmus: Pathways to sustainable projects and institutions

Vom 14. bis 16. Juni 2023 fand in München die Transnational Cooperation Activity „Green Erasmus: Pathways to sustainable projects and institutions” statt. Das Thema: Wie können Einrichtungen und Projekte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nachhaltiger gestalten werden?

[…] Bildergalerie, Weitere Informationen, Projektansätze und Konzepte aus dem Open Space Vom 14. bis 16. Juni 2023 fand in München die Transnational Cooperation Activity „Green Erasmus: Pathways to sustainable projects and institutions” statt. Das Thema: Wie können Einrichtungen und Projekte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nachhaltiger gestalten werden? 60 Teilnehmende (darunter sowohl erfahrene Projektträger, als auch Erasmus+-Neulinge aus dem Bereich der Leitaktion 2) aus 14 Programmländern besuchten die Veranstaltung. In den drei Tagen erhielten sie Inputs zu Green Erasmus innerhalb von Kooperationspartnerschaften und entwickelten nachhaltige Projektansätze. Zudem konnten sie Ideen und Anregungen mitnehmen, wie sie ihre Einrichtungen und Projekte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nachhaltiger gestalten könnten. Im Vordergrund stand dabei die Vernetzung untereinander, auch mit Blick auf zukünftige Partnerschaften in der Leitaktion 2. Die Veranstaltung begann mit einem interaktiven Warm-up angeleitet von Maike Tünkers von Uniqueorn . Tünkers ist Erwachsenenbildnerin und hilft Einzelpersonen und Unternehmen, sich und ihr Vorgehen zu reflektieren und langfristig nachhaltiger aufzustellen. Sie ließ die Teilnehmenden mit Hilfe von aufgemalten Kontinenten und Luftballons die Bevölkerungsverteilung und den Co 2 -Ausstoß der verschiedenen Kontinente bildlich darstellen. Dies förderte die erste Kontaktaufnahme zwischen den Teilnehmenden, schließlich mussten sie die begrenzten Ballons so auf die Gruppe aufteilen, dass alle am Ende zufrieden waren. So stimmten sich die Teilnehmenden thematisch auf die folgenden Tage ein. Im anschließenden Sustainability Slam gaben Expertinnen Einblicke in vier verschiedene Nachhaltigkeitsthemen. Ähnlich dem Vorbild des Poetry Slams votierte das Publikum per Applaus am Ende für das Thema, das aus seiner Sicht am wichtigsten war. Es gewann das Thema „Sustainable Finances“ vorgetragen von Claudia Müller vom Female Finance Forum . Das Forum bietet ein breites Angebot zur finanziellen Bildung für Individuen, besonders für Frauen auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Der Fokus des Vortrages lag auf nachhaltigen Geldanlagen und wie man mit individuellen Anlagen und Investitions- und Konsumentscheidungen nachhaltiges Wirtschaften beeinflussen kann. Auch alle anderen Vorträge erhielten einen großen Zuspruch: Marina Peralta Olano von der Lilium eAircraft GmbH zog das Publikum mit der Aussage in ihren Bann, dass die ersten elektrischen Kleinflugzeuge bereits in den nächsten Jahren starten sollen. Bis 2030 sollen ganze 3,500 Lilium Jets zur Verfügung stehen. Besonders mit Blick auf den Mobilitätscharakter vieler Erasmus+-Projekte hatte die Information für die Teilnehmenden und ihre möglichen zukünftigen Projekte einen großen Mehrwert. Maike Tünkers reimte zu den 17 Zielen der globalen Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen mit besonderem Fokus auf die Bildung für Nachhaltige Entwicklung – und überraschte am Ende mit dem Hinweis, dass ihr Gedicht von einer Künstlichen Intelligenz gedichtet wurde. Satiye Sarigöz von der Nationalen Agentur beim BIBB schloss mit Anlehnung an die Kultfigur aus Kindertagen Biene Maja den Slam ab. Ihr Beitrag widmete sich GreenComp, dem europäischen Referenzrahmen für „Nachhaltige Kompetenzen“. , GreenComp besteht aus den vier Kompetenzfeldern „Verankerung von Nachhaltigkeitswerten“, „Komplexität der Nachhaltigkeit erkennen“, „Visionen für eine nachhaltige Zukunft“ und „Handeln für Nachhaltigkeit“. Jedem Feld sind jeweils drei Kompetenzen zugeordnet. GreenComp lädt alle Bildungsanbietende dazu ein, diese Kompetenzen in ihren Projekten zu berücksichtigen und durch geeignete Maßnahmen auszubauen und zu fördern. , Nach dem intensiven Austausch ging es für die gesamte Gruppe mit dem Bus zum Botanischen Garten in München-Nymphenburg . In Kleingruppen und mit professioneller Führung erkundeten die Teilnehmenden verschiedene Bereiche des Gartens. Der Abend endete bei einem veganen Essen im Bodhi, Bayerns erstem veganen Wirtshaus, bei dem die Teilnehmenden auch weitere Kontakte knüpften und ihre Gespräche vertieften. Am zweiten Tag ging es konkret um die Findung von möglichen Partnern und die Erarbeitung von ersten Projektideen . Den Austausch eröffnete die Moderatorin der Veranstaltung, Julia Lubjuhn von der Nationalen Agentur beim BIBB mit einer Einordnung der horizontalen Programmpriorität „Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels“ und führte die Teilnehmenden in das offene und partizipative Austauschformat Open Space ein. Im Anschluss schlugen die Teilnehmenden konkrete Projektideen zur Nachhaltigkeit vor und setzten sich mit Interessierten zusammen, um die Ideen weiter auszubauen und mögliche Partnerschaften auszuloten. In vier Durchgängen, die sich über den Tag verteilten, bildeten sich immer wieder neue Konstellationen und Projektideen. In den ersten beiden Runden wurden die Teilnehmenden beim Austausch von insgesamt acht Projektansätzen mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit unterstützt. Die Bandbereite dieser Projekte zeigt das vielfältige Potenzial auf, die Erasmus+ zur Umsetzung der horizontalen Priorität bietet und reicht von einem Workshop-Konzept zur Vor- und Nachbereitung der Teilnehmenden nicht nur in Mobilitätsmaßnahmen, einem nachhaltigen Projektmanagement mit Selbsttest und einer Projektschatztruhe zum „Stöbern“ über mehrere Ansätze zur Förderung von grünen Kompetenzen in unterschiedlichen Berufsfeldern (Landwirtschaft, Maßschneiderei, Koch/Köchin, Elektronik, Mechatronik) bis hin zu verschiedenen Zielgruppen (Unternehmen) und Produkten (Oliven). Der Abend wurde mit einem Green Barbecue abgerundet. Am letzten Tag ging es mit dem Bus zur Haderner Bio-Brauerei . Neben einer Führung durch das neue Brauereigebäude stellte Angeles C. Casulli von der Italian Chamber of Commerce München-Stuttgart Camera di Commercio Italo-Tedesca das Erasmus+-Projekt „Training in the Production of Organic and Craft Beer (TAPROOM)“ vor (2020-1-MT01-KA202-074218: Training in the Production and Marketing of Organic and Craft Beer ). Im Rahmen des Projektes, das von einem maltesischen Träger koordiniert wurde und bei dem die italienische Handelskammer eines der Kooperationspartner war, wurde in dieser Brauerei eine Feldstudie durchgeführt. Bei einer traditionellen bayerischen Brotzeit wurden ein letztes Mal Kontakte geknüpft und Ideen vertieft. Mit dem Bustransfer zum Münchener Hauptbahnhof endete die dreitägige Veranstaltung. , Die Nationale Agentur bedankt sich für das Interesse und freut sich auf viele spannende Projekte im Nachgang und als Ergebnis der Veranstaltung. Auf SALTO finden Sie eine Dokumentation auf Englisch. , Workshopkonzept CorEdu 2022-1-DE02-KA220-VET-000090163: ClimateFarming (Holistic Resource Management for Climate Resilience of Farming) 2021-1-DE02-KA220-VET-000030009: Production and marketing of Organic Olives and Olive oil: EcoOlives 2021-1-DE02-KA210-VET-000034595: Tailor-made. Contemporary. Innovative – the professional training of fashion designers and bespoke tailors (M.Z.Z) 2020-1-DE02-KA202-007429: Greening the EntreComp Framework to Reconcile Economic Development and Environmental Security (Green-4-Future) 2020-1-DE02-KA202-007458: Think twice! - Ecological sustainability in project management Think Twice! - Ökologische Nachhaltigkeit im Projektmanagement (na-bibb.de) 2020-1-DE02-KA202-007660: Upgrading the Agricultural Sector with Skills in Regenerative Agriculture 2020-1-DE02-KA202-007629: PermaVET – Permaculture in Vocational Education and Training …

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Charter

Fortbildung für die Zukunft des Kulturgüterschutzes

[…] CHARTER - eine "Sector Skills Alliance", Ziel: Politikempfehlungen für künftige Bildungsbereiche im Kulturgüterschutz, CHARTER als Beispiel für aufbauende Bildungskooperation, CHARTER Allianz und europäische Beobachtungsstelle, Interesse geweckt?, Weitere Informationen zu Heritage-Pro Werden wir in der Zukunft die erforderlichen Kompetenzen haben, um unsere Schlösser, historischen Gärten, archäologischen Funde oder unser Kunsthandwerk zu schützen und zu erhalten? Wie müssen diese aussehen und welche Bildungsvoraussetzungen müssen wir dafür schaffen? Darum geht es in der „CHARTER Skills Alliance", dem derzeit größten Bildungsprojekt der EU -Kommission im Kulturgüterschutz. , Die große Anteilnahme der Menschen am Brand von Notre Dame in Paris 2019 oder der Kopenhagener Börse 2024, die Trauer über kriegs- und terrorbedingte Zerstörungen von unwiederbringlichen Kulturschätzen in der Ukraine, im Nahen Osten oder in Afghanistan zeigen, dass Kulturerbe weit mehr als ein Gebäude oder ein Artefakt ist – es sind wichtige Identifikationspunkte einer Kultur, einer Gesellschaft oder eines Ortes. Krisen wie der Klimawandel, Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Stürme und Flächenbrände – sie haben direkte Auswirkungen auf das Kulturerbe, aber auch ohne diese ist der Erhalt eine Mammutaufgabe für alle europäischen Mitgliedsstaaten. Hinzu kommt der schleichende Verlust historischer Handwerkstechniken und -berufe, ohne die viele Erhaltungsmaßnahmen nicht möglich sind. Wie also sollen die künftigen Kulturgutschützer/-innen aus-, fort- und weitergebildet werden, um all den komplexen Anforderungen zu genügen? Mit dem Kulturgüterschutz sind viele verschiedene Ausbildungsberufe befasst, die zusammenwirken müssen: Kunsthistoriker/-innen, Restauratoren/-innen, Handwerker/-innen, Architekten/-innen, Bauhistoriker/-innen, Archäologen/-innen, um nur einige zu nennen. Hinzu kommt eine Vielzahl von Freiwilligen, die sich im Kulturerbe-Erhalt engagieren, und die ebenfalls Qualifizierungen benötigen im sensiblen Umgang mit ihren Aufgaben. , CHARTER Skills Alliance ist eine von 14 Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten aus dem ERASMUS+-Programm des Aufrufs 2020, in dem die sektorbezogenen Bildungsbedarfe der Zukunft erfasst werden. Sie ist damit ein Instrument der EU -Kommission für eine dauerhaft angelegte, umfassende, sektorale Qualifikationsstrategie, um zu gewährleisten, dass Europa in der Zukunft über die notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten im Kulturgüterschutz verfügt. Das interdisziplinär angelegte Projekt beruht auf der Expertise von 28 europäischen Einrichtungen (zuzüglich Assoziierten Partnern) aus 14 europäischen Ländern unter Koordination der Universität von Barcelona, die gleichermaßen Forschung und Anwendung mit ihren Kompetenzen abdecken. Es sind führende Einrichtungen aus universitärer Ausbildung, beruflicher Bildung, Arbeitgeberschaft und Politik mit starken Bezügen zum europäischen Kulturerbe-Sektor. Damit können die Bedarfe kleiner, ländlicher Museen ebenso wie solche internationaler Netzwerke erfasst und bewertet werden und in ein Szenario künftiger Qualifikationen einfließen. , Das CHARTER-Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und startete am 01.01.2021. Strategische Daten zu Kernbereichen der Ausbildung und transversalen Kompetenzen einschließlich digitaler, technologischer und grüner Bildungsinhalte wurden gesammelt. Bestehende Programme wurden ausgewertet, Lücken in der formalen Ausbildung (unter Verwendung des EQF - und EQAVET -Rahmens) identifiziert und nicht-formales und informelles Lernen sowie berufliche Mobilität berücksichtigt. Dazu wurden 18 regionale Pilotprojekte und Konferenzen durchgeführt, um Ansätze zu validieren. Die CHARTER-Partnerschaft analysierte sektorale Dynamiken und bildete unterschiedliche Interessengruppen ab. Es wurden Aufgabenbeschreibungen für berufliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen formuliert. Insgesamt liegen bereits rund 20 Dokumente vor oder sind in der Finalisierung begriffen, die relevante Daten des Kulturerbe-Sektors wie des Arbeitsmarkts erfasst haben, Lernwege zu unterschiedlichen Qualifikationen beschreiben, Kompetenzen identifizieren, innovative Curricula vorstellen, Qualitätsstandards und Bildungszertifikate überprüfen. Hinzu kommt die Darstellung von bereits absehbaren Qualifikationsbedarfen in acht Bereichen aufgrund bestehender Lücken in Ausbildungswegen. Ziel ist, diese Bedarfe so aufzubereiten, dass sie als Politikempfehlungen kurz- und mittelfristig in die Umsetzung gehen können. CHARTER baut gleichzeitig ein dauerhaftes Bündnis für Kompetenzen im Bereich des Kulturgüterschutzes in Europa auf, indem Methoden und Ergebnisse erfasst und angeglichen werden und dabei gleichzeitig die Wirksamkeit auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene gestärkt wird. Ziel ist, Europas Mitgliedsstaaten in die Lage zu versetzen, das materielle und immaterielle Kulturerbe zu fördern, aufzuwerten und nachhaltig zu schützen. , CHARTER basiert auf den Ergebnissen der ERASMUS+ Strategischen Partnerschaft „ HERITAGE-PRO - Interdisziplinäre Fortbildung für Fachkräfte verschiedener Disziplinen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Erhaltung des Kulturerbes" (2018-2021). Diese entwickelte ein interdisziplinäres Fortbildungsprogramm für Fachleute verschiedener Disziplinen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Erhaltung des kulturellen Erbes. HERITAGE-PRO ist ein eigenständiges Programm zur Weiterqualifizierung im kulturellen Erbe, das sich in erster Linie an junge Kulturerbe-Manager/-innen und junge Handwerksmeister/-innen richtet, die am Anfang ihrer Karriere stehen und sich berufsbegleitend weiteres Wissen aneignen möchten. Für CHARTER bildet diese Fortbildung mit ihrem interdisziplinären Ansatz einen besonders wichtigen Bedarf ab, denn Kompetenzen im Zusammenhang mit dem Kulturgüterschutz basieren gleichermaßen auf berufsbezogener interdisziplinärer Zusammenarbeit und auf beruflichen Erfahrungen, also nicht nur auf Wissen aus der formalen Bildung. Zwei der beteiligten Institutionen von HERITAGE-PRO sind auch Partner im CHARTER-Projekt, nämlich Kultur und Arbeit e.V. (der deutsche HERITAGE-PRO-Koordinator) und ENCATC , das europäische Netzwerk für Kulturmanagement und -politik mit Sitz in Brüssel (Belgien). Darüber hinaus engagieren sich weitere Personen von HERITAGE-PRO-Partnern als Mitglieder des CHARTER-Beirats, um sicherzustellen, dass die HERITAGE-PRO-Erfahrungen einfließen können. , Die Erfassung von Bildungsbedarfen ist eine Sache, diese aber kontinuierlich zu überprüfen und „marktfähig“ zu halten, ist Teil des Nachhaltigkeitskonzepts von CHARTER. Dazu wird es Ende 2024 die formale Gründung einer europäischen Bildungsallianz für den Sektor geben, verbunden mit einer europäischen Beobachtungsstelle. Ziel ist, mit solchen Instrumenten schneller auf Bildungsbedarfe reagieren zu können, entsprechende Daten europaweit zugänglich zu machen und damit der Politik bessere Handlungsempfehlungen geben zu können. Bisher erarbeitete Bildungsmaterialien Link zu den Ergebnissen auf der Projektwebseite Datenbank zu Cultural Heritage Education Programmes in Europe Datenbank zu Literature Collection Cultural Heritage , Weitere Projektinformationen in der E+PRP-Datenbank , Link zu Kultur und Arbeit e.V. Link zu ENCATC Weitere Projektinformationen in der E+PRP-Datenbank …

[…] Angehende Fachinformatikerin war für drei Wochen im estnischen Tallinn, Familiäre Atmosphäre und interessante Projekte, Von Sommerfrische bis Nationalmuseum, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Vom 26. August bis zum 18. September 2022 konnte Charlotte Oelkers Einblick in die Welt eines fortschrittlichen Digitalstaates gewinnen. Im Rahmen ihrer Ausbildung absolvierte die Fachinformatikerin für Anwendungstechnik ein dreiwöchiges Praktikum in einem IT-Betrieb in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Eine Zeit, die ihr nicht nur fachlich viele neue Anregungen brachte. , Anfang Juni hat Charlotte Oelkers ihre Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung an den Berufsbildenden Schulen Soltau ( BBS Soltau) erfolgreich abgeschlossen. In ihrem letzten Ausbildungsjahr nutzte die 25-Jährige die Chance, über Erasmus+ für ein Auslandspraktikum nach Tallinn zu gehen. Doch warum gerade Estland? Es gab verschiedene europäische Länder, die Charlotte Oelkers interessierten, letztlich habe sie sich für Estland entschieden, weil sie die innovativen Ansätze in Sachen Digitalisierung reizten und sie das Land und die Region bis dato überhaupt nicht kannte. „Da war auch ein bisschen Neugier im Spiel, ich wollte einfach wissen, was in den baltischen Staaten passiert und wie man dort lebt und arbeitet“, sagt sie, und ergänzt: „In Estland werden rund 99 Prozent der behörlichen Dienstleistungen online abgewickelt. Das reicht von der elektronischen Stimmabgabe bei Wahlen bis zum Einreichen der Steuererklärung. Der Alltag ist hier größtenteils digital organisiert“ Da das Ganze sehr sicher und transparent ablaufe, sei die Akzeptanz in der Bevölkerung groß. Oelkers glaubt, dass Estland genau deshalb in gewisser Weise auch für uns als Vorbild dienen könne, wenngleich das Land mit seinen insgesamt 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern noch nicht einmal so bevölkerungsstark sei wie München. Gut ein Drittel der Estinnen und Esten lebt in Tallinn. , Oelkers zeigt sich vor allem von der digitalen Infrastruktur des Landes beeindruckt, wenngleich sie im Rahmen ihres Praktikums eher mit klassischen IT -Aufgaben beschäftigt war. Sie erzählt: „Ich habe in einem relativ kleinen Betrieb gearbeitet, wir waren insgesamt knapp zehn Leute. Das war gut für mich, weil es familiär zuging und ich nah an den einzelnen Projekten war. Hinzu kam, dass mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht wurde und ich recht eigenständig agieren konnte.“ Inhaltlich reichte das Spektrum von IT -Services bis zur Programmierung von Webanwendungen und anderen Applikationen. Obwohl sie dabei auch neue Aspekte kennenlernte, räumt Oelkers ein, dass die Abläufe in der Webentwicklung sich in der Regel an internationalen Standards orientieren. Mindestens ebenso spannend sei daher der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen gewesen, der vor allem in Englisch ablief, während die Gespräche in Alltagssituation ab und an nur in Estnisch oder Russisch möglich waren, was sehr viel Improvisationstalent verlangte. , Charlotte Oelkers lacht, als sie das erzählt. Es ist geradezu spürbar, wie bereichernd die Zeit in Estland für sie war. Gelebt hat sie in einem kleinen Appartement am Rande der malerischen Altstadt, von wo sie in 15 Minuten zu Fuß zu ihrer Arbeit laufen konnte. „Das Faszinierende war für mich das Gesamtpaket“, berichtet die 25-Jährige. „So haben wir bei der Arbeit viel über das digitale Estland, aber auch über die aktuelle politische Situation und kulturelle Fragen geredet. Gerade in diesen Bereichen habe ich viel Neues entdeckt – zum Beispiel, dass Bären und Wölfe in Estland auf der Speisekarte zu finden sind.“ Vor allem die Vielfalt des Landes hat Oelkers überrascht, zumal das Wissen über die osteuropäischen Länder bei uns oft ja recht überschaubar sei. So weise Estland eine enge Beziehung zu Deutschland auf, gleichzeitig aber sei die Grenze zu Russland nicht weit. Letzteres stelle angesichts der weltpolitischen Lage derzeit eine eher schwierige Situation dar. Dazu Charlotte Oelkers: „Interessant für mich war, wie eng die Welten manchmal beieinander liegen, und wie weit sie dann doch voneinander entfernt sind.“ , Apropos Welten. Neben der Arbeit hat Charlotte Oelkers auch sehr viel von Land und Leuten erfahren. Mit ihrem Chef und dessen Familie tauchte sie tief in die Natur und Kultur Estlands ein – von Bootstouren und Sommerfrische bis zum Besuch des Nationalmuseums und zum Genuss der estnischen Küche. Auch ein Ausflug nach Keava stand auf dem Programm. Die dortige Berufsschule ist eng mit der BBS Soltau verbandelt und hatte Oelkers zu ihrem Praktikumsplatz verholfen. Bei ihrem Kurztrip nach Keava konnte die Fachinformatikerin sogar an einer Unterrichtseinheit teilnehmen und hinter die Kulissen des estnischen Berufsschulsystem schauen. All das habe ihren Horizont sehr erweitert und ihr deutlich gemacht, wieviel sie schaffen könne, wenn sie die Dinge selbst in die Hand nehme. Manchmal sei es einfach gut, selbst „Ausländerin“ zu sein, so Oelkers. Das verändere die Perspektive und eröffne völlig neue Sichtweisen. Vor diesem Hintergrund legt sie auch anderen Azubis nahe, die Chance zum Auslandsaufenthalt während der Ausbildung zu nutzen. , Beruflich möchte sie selbst künftig gerne mit internationalem Bezug arbeiten und dabei vielleicht auch noch einmal „die Hauptstadt der Digitalisierung“ in den Fokus nehmen. Von den Ideen dort ließen sich viele auch in Deutschland umsetzen, glaubt sie. Hinzu komme, dass sie in den drei Wochen, die sie in Tallinn verbrachte, gespürt habe, wie bereichernd es sein könne, Internationalität zu leben und im Dialog mit anderen Ländern und Kulturen zu sein. …

Veranstaltung

„Green Erasmus: Going green in Erasmus+ – Project development and mobilities in the field of ecological sustainability in adult education”

Vom 24. bis 26. Mai 2023 fand in Hamburg die Transnational Cooperation Activity „Going green in Erasmus+“ statt. Ziel war es, Teilnehmende aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, um Erfahrungen und Ideen zur Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung auszutauschen und Partnerorganisationen für neue Projekte zu gewinnen.

[…] Bildergalerie, Fazit, Weitere Informationen Vom 24. bis 26. Mai 2023 fand in Hamburg die Transnational Cooperation Activity „Going green in Erasmus+“ statt. Ziel war es, Teilnehmende aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, um Erfahrungen und Ideen zur Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung auszutauschen und Partnerorganisationen für neue Projekte zu gewinnen. 35 Teilnehmende aus den Leitaktionen 1 und 2 (darunter sowohl erfahrene Projektträger als auch Erasmus+-Neulinge) aus 13 Programmländern besuchten das Kontaktseminar „Going green in Erasmus+-Project development and mobilities in the field of ecological sustainability in adult education“. Das Seminar führte mit interaktiven Warm-ups und Übungen zum Kennenlernen in die Veranstaltung ein, die von der Moderatorin Clara Drammeh, geleitet wurden. Die Warm-up-Aktivitäten brachen zum einen schnell das Eis zwischen den Teilnehmenden und stimmten zum anderen bereits das Thema der Veranstaltung an, indem die Teilnehmenden sich über ihre Ziele, Fragen und Erfahrungen zum Seminar und dem Thema Nachhaltigkeit austauschten. Nach dem Warm-up gaben Anke Dreesbach und Torsten Schneider vom Team Erwachsenenbildung der NA beim BIBB eine Einführung in die Rahmenbedingungen der Leitaktionen 1 (Mobilität) und 2 (Kooperationspartnerschaften) , gefolgt von einer Frage- und Antwortrunde. Eine erfahrene Projektkoordinatorin, Silke Becker von der Wisamar Bildungsgesellschaft , stellte zwei Best-Practice Projekte vor, die sich auf Nachhaltigkeit und Ökologisierung in beiden Leitaktionen konzentrierten. Im Anschluss stellten die Teilnehmenden Fragen und diskutierten angeregt über die vorgestellten Beispiele. Der erste Tag endete mit einer „European Fair“ am Abend, welche den Teilnehmenden die Möglichkeit bot, regionale Spezialitäten aus ihren Heimatländern anzubieten. Der zweite Tag begann mit einem durch Moderatorin Clara Drammeh angeleiteten Energizer , der eine positive und motivierte Stimmung unter den Teilnehmenden verbreitete. Anschließend wurde das World-Café-Format eingesetzt, um drei Themenschwerpunkte zu diskutieren: Visionen für Nachhaltigkeit in der Erwachsenenbildung, potenzielle Herausforderungen und Hindernisse für die Umsetzung von Nachhaltigkeit in Projekten und „Out of the box“-Ideen, um bestehende Herausforderungen zu bewältigen. Die Teilnehmer wechselten zwischen den Tischen und tauschten ihre Gedanken und Erkenntnisse zu den drei Themen aus, wobei jeder Tisch seine Diskussionen mit einem Schlüsselwort als Ergebnis zusammenfasste und im Plenum vorstellte. Dann wurde ein „Markt der Ideen“ ins Leben gerufen. Die Teilnehmenden teilten sich in zwei Gruppen auf, wobei sich jede Gruppe entweder auf Projekte der Leitaktion 1 oder 2 konzentrierte. Sie konnten dort ihre konkreten Projektideen vorstellen, so dass die anderen Teilnehmenden Feedback geben und mögliche Kooperationen erkunden konnten. Anschließend hatten sie Zeit, ihre Ideen weiterzuentwickeln, die dann in Form einer Galerie an Pinnwänden ausgestellt wurden. Am Nachmittag präsentierten die Teilnehmer ihre Projektideen jeweils in einem „Project Pitch“ , gefolgt von einer „Mix & Match“-Runde , bei der die Teilnehmer umhergingen, Fragen zu den präsentierten Ideen stellten und potenzielle Projektpartner fanden. Im Ergebnis bildeten sich sechs Gruppen, die mit der gemeinsamen Arbeit an konkreten Projektideen begannen. Mit einem Abendessen in der gemütlichen Elbinsel-Hafenkantine ließen die Teilnehmenden den Abend ausklingen. Am Morgen des dritten Tages arbeiteten die Teilnehmenden selbstständig in ihren Projektgruppen weiter. Zum Ende des Seminars stellte jede Gruppe ihre Projektideen vor und beantwortete Fragen der anderen Gruppen. Anschließend reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam in Kleingruppen, was sie aus der Veranstaltung mitnehmen konnten. , Fazit: Das Kontaktseminar konnte den Teilnehmenden eine hilfreiche Plattform für den Wissensaustausch und die gemeinsame Erarbeitung von Projektideen zum Thema ökologische Nachhaltigkeit in Projekten der Erwachsenenbildung bieten. Das strukturierte Programm sowie die vielen interaktiven Aktivitäten und Gruppenarbeiten ermöglichten die Entwicklung konkreter Projektideen in einer positiven Atmosphäre des gemeinschaftlichen Engagements für eine grünere Zukunft in der Bildung. , Die Nationale Agentur bedankt sich für das Interesse und die aktive Teilnahme an der Veranstaltung und freut sich auf viele spannende Projekte im Nachgang und als Ergebnis der Veranstaltung. Auf SALTO finden Sie eine Dokumentation auf Englisch. …

Story

Wie aus einer anderen Welt

Die Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk bietet sozial benachteiligten Jugendlichen mit Erasmus+ die Chance zur Auslandserfahrung während der Ausbildung

[…] Vielfältige Gründe für Benachteiligung, Auslandserfahrung als Motivation Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz in Industrie, Handel und Gewerbe gefunden haben, zu unterstützen, das ist das Ziel der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk. Sie will Schulabgängern und Schulabgängerinnen sowie Arbeitslosen in der Region eine Perspektive bieten – zum Beispiel durch berufsvorbereitende Maßnahmen. Ein wichtiger Baustein ist dabei der zweiwöchige Auslandsaufenthalt mit Erasmus+ in einer europäischen Partnerinstitution. „An unseren Projekten nehmen vor allem Jugendliche mit besonderem Förderbedarf teil“, berichtet Simone Grabow, Leiterin des Internationalen Servicebüros in der Bildungsgesellschaft. Sie ist überzeugt, dass derartige Erfahrungen gerade bei dieser Zielgruppe sehr viel bewirken können und sorgt seit nunmehr 15 Jahren für die gute Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in verschiedenen europäischen Ländern – sei es in Zypern, Italien oder Finnland. Hier können die Jugendlichen zwei Wochen lang Auslandsluft schnuppern und, so Grabow, „für sie völlig neue Arbeits- und Lebenswelten“ kennenlernen. , Die Gründe für den Förderbedarf und die Benachteiligung der Teilnehmenden sind vielfältig. Sie reichen von Lernbeeinträchtigungen und prekären familiären Verhältnissen bis zu psychischen oder suchtbedingten Erkrankungen. Fast immer fehlt eine ausreichende Unterstützung aus dem Umfeld, sodass sozialpädagogische Hilfen unvermeidbar sind, um die Anforderungen im Rahmen einer Ausbildung erfüllen zu können und den Übergang von der Schule in den Beruf zu bewältigen. Hier setzen die Angebote der Bildungsgesellschaft an. Dazu Grabow: „Wir wollen den Jugendlichen eine Chance für den Weg in ein selbstständiges Leben und für gesellschaftliche Teilhabe bieten. Dazu ist es wichtig, ihnen Halt und Aufmerksamkeit zu geben. Das steigert das Selbstwertgefühl und schafft einen Rahmen, damit sie eigene Fähigkeiten und Kenntnisse entwickeln können. Neben fachlichen und sprachlichen Kompetenzen geht es in diesem Kontext auch um Aspekte wie Toleranz, Selbstbewusstsein oder Teamgeist.“ Eine bedeutende Rolle spielen die Auslandspraktika, die in Pritzwalk bereits seit mehr als 20 Jahren durchgeführt und stets sehr eng von Ausbildern oder Sozialpädagoginnen begleitet werden. Einer von ihnen ist Tino Gutsche, Ausbilder für Werkzeugmechaniker*innen in der Bildungsgesellschaft. Er war im Oktober 2019 im Rahmen des Projekts „Miteinander lernen – Voneinander Lernen“ mit zehn Auszubildenden – sechs Werkzeugmacher/-innen, vier Elektroniker/-innen – für zwei Wochen bei der Partnerinstitution ERCI – Educational Research & Consultancy Institute in Limassol auf Zypern. Hier arbeiteten die Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung in großen Unternehmen wie in einer Brauerei oder bei einem Safthersteller. Sie leisteten hauptsächlich konventionelle Maschinenarbeit, beispielsweise Drehen, Fräsen oder Materialzuschnitt. Für Gutsche war dies die erste Reise in seiner Tätigkeit als Ausbilder, er erinnert sich: „Wir waren alle sehr nervös. Unsere Gruppe kannte sich zum damaligen Zeitpunkt ja auch gerade erst einmal zwei Monate, da es ein Grundprinzip der Auslandsaufenthalte ist, diese zum Anfang der Ausbildung durchzuführen. Das stärkt das Gruppengefühl und zugleich auch das Vertrauen zu mir als Ausbilder.“ Um der benachteiligten Klientel ein derartiges Angebot unterbreiten zu können, sei eine vertraute Person als Ansprechpartner*in unabdingbar, unterstreicht der heute 37-jährige Ausbilder. Er habe sich ein wenig wie der „Papa“ gefühlt, der sich um alles kümmert und den Laden zusammenhält. So könne er dazu beitragen, dass die jungen Leute, die zuvor in der Regel noch nichts Vergleichbares erlebt haben, ihre Ängste verlieren und sich auf die Sache einlassen. Denn trotz intensiver Vorbereitung trauten sich die meisten Teilnehmenden kaum etwas zu. Gutsche wörtlich: „Sie bringen zum Teil heftige Geschichten mit und haben oft Probleme, mit ihrem Alltag klarzukommen. Ich staune immer wieder, wie sich dies in der kurzen Zeit des Auslandsaufenthaltes verändert und welche Fähigkeiten plötzlich sichtbar werden. Da treten Dinge zu Tage, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.“ , Die Effekte aus den Maßnahmen beeindrucken auch Denise Nickel, pädagogische Leiterin in der Bildungsgesellschaft Pritzwalk. Sie sagt: „Wenn unsere Teilnehmer*innen zurückkommen, sind sie regelrecht euphorisch, weil sie tolle Sachen erlebt und sehr viel Wertschätzung erfahren haben, sowohl in der Arbeit als auch im Miteinander. Das erhöht ihre Motivation und macht ihnen nicht selten deutlich, dass sie doch etwas können – eine gute Voraussetzung, um Zugang zu regulären Ausbildungsgängen und einer festen Beschäftigung zu finden.“ Tino Gutsche erzählt abschließend vom Beispiel des 19-jährigen Tom, der so gestärkt aus Zypern zurückgekommen sei, dass er sich selbst eine Firma aussuchte, die er interessant fand. Dort habe er sich dann erfolgreich beworben und den Einstieg ins Arbeitsleben geschafft. Gutsche glaubt, dass die Auslandserfahrung dazu „einen großen Beitrag“ geleistet habe. Vor diesem Hintergrund ist es ein Anliegen der Bildungsgesellschaft Pritzwalk, auch anderen Trägern, die mit einer vergleichbaren Klientel arbeiten, die Möglichkeiten von Erasmus+-Projekten nahezubringen und sie entsprechend zu beraten. Neben den konkreten Erfahrungen vor Ort geht es dabei letztlich allen auch darum, die Ergebnisse des Aufenthalts transparent zu machen, damit die Jugendlichen sich später damit bewerben können. …

Story

Lehren und Lernen mit dem Netz

Digitale Kompetenzentwicklung von Fremdsprachenlehrkräften

[…] Digitale Medien im Unterricht, Ergebnisse für die Praxis Das Institut für Internationale Kommunikation (IIK) in Düsseldorf bietet Fort- und Weiterbildungskurse für Studium und Beruf an. Die Schwerpunkte bilden dabei Sprachkurse in Deutsch als Fremdsprache und anderen Fremdsprachen sowie Fortbildungskurse für Lehrkräfte Deutsch als Fremdsprache. , Seit mehr als 20 Jahren nutzt das IIK europäische Programme wie Erasmus+, weil moderner Sprachenunterricht an Lehrkräfte hohe Anforderungen stellt und Fortbildungen ein zentraler Bestandteil der notwendigen permanenten Weiterqualifizierung sind. Der eigene Fortbildungsbereich profitiert außerdem von den Erfahrungen im Austausch mit anderen Fortbildungsträgern und die europäische Ausrichtung fördert den Perspektivenreichtum der Lehrkräfte. , Bereits seit den 90er Jahren setzt das IIK digitale Medien im Sprachunterricht ein. Der Fortbildungsbereich vermittelt nicht nur in externen Programmen, sondern auch intern neue Methoden des Sprachunterrichts unter Nutzung von EduApps und Webanwendungen. „Mit dem Einbezug möglichst vieler Lehrkräfte in Erasmus+ und sein Vorgängerprogramm wollten wir neue Anregungen für unseren Unterricht und unsere Fortbildungsprogramme erhalten“, betont Rüdiger Riechert, Senior Consultant bei IIK . In dem Projekt wurde der Fokus auch auf die eigene Erstellung digitaler Unterrichtsmaterialien gelegt. Erreicht wurde neben dem Erwerb von neuen Fertigkeiten unter anderem zur Gestaltung von Hörverstehensübungen auch eine hohe Motivation im Team. Auch die zu Hause gebliebenen Lehrkräfte haben letztendlich profitiert, denn die Teilnehmenden haben ihre neu erworbenen Fähigkeiten im Rahmen von internen Fortbildungen weitergegeben. , Bei einer Fortbildung in Portugal wurden technische und didaktische Fähigkeiten zur Erstellung und Bearbeitung von Videos geschult. Durch die neu gewonnenen Kompetenzen konnten in der Unterrichtspraxis am IIK kleinere Videoprojekte organisiert werden, die einfach mit Smartphones durchgeführt wurden. Außerdem wurden in Kursen Erklärvideos zu verschiedenen, selbst gewählten Themen eigenständig produziert. Diese sind über die Projektseite zugänglich. Die Fortbildung in Wien hatte durch den hohen Anteil an freiberuflichen Lehrkräften sowohl direkte unterrichtliche Wirkung als auch darüber hinaus weitere positive Effekte. Eva-Lisa Finzi aus der pädagogischen Leitung des IIK sagt dazu: „Die Fortbildung hat mir persönlich neue technische und didaktische Möglichkeiten z. B. in der Nutzung von H5P eröffnet, einem kostenlosen in Moodle integrierten Autorentool. Ich habe außerdem viel über österreichisches Deutsch erfahren, was Deutsch als eine plurizentrische Sprache charakterisiert, und besonders beeindruckend war auch das Teambuilding als Folge dieser gemeinsamen Fortbildungserfahrung.“ …

[…] Neue Bildungsmaterialien für die Mitarbeitenden in Unternehmen, Positives Fazit nach drei Jahren Projektarbeit Angesichts der fortwährenden gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen ist der Bedarf nach Orientierung und Anpassung in Unternehmen groß. Dies betrifft vor allem die Bereiche Corporate Social Responsibility (CSR), Nachhaltigkeit und digitale Transformation. Für die Umsetzung von Maßnahmen ist die entsprechende Expertise in den Unternehmen – sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeitenden - gefragt. , Hier setzt die Erasmus+-Partnerschaft „BEST – Boosting Environmental and Social Topcis“ an. Ziel des Projektes war es, Bildungsangebote zu entwickeln, um in Unternehmen die notwendige Expertise für den Wandel in Bezug auf Klimaneutralität, nachhaltiges Wirtschaften und faire Arbeitsbedingungen schaffen. Damit ordnet sich das Projekt in das Konzept der VUCA-Welt (Volatile, Uncertain, Complexity and Ambiguity) ein. In der heutigen VUCA-Welt geht es darum, in die Zukunft zu denken und die Zusammenarbeit in Unternehmen mit modernsten Lösungen zu stärken. Durch die entwickelten Bildungsangebote soll das Potenzial der eigenen Mitarbeitenden in den Unternehmen genutzt werden, um diesen Herausforderungen von innen heraus zu begegnen. , Ein wichtiger Baustein im gesamten Projekt war die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den vier Projektpartnern aus Belgien, Deutschland, Italien und Portugal. Ansätze aus den verschiedenen Ländern und den Wirkkontexten der Partner wurden zusammengetragen und bewertet. Die Erkenntnisse flossen in die Entwicklung der vier Bildungsinstrumente ein: ein umfangreiches Schulungscurriculum für die Mitarbeitenden in den Unternehmen, das die Kompetenzen für eine nachhaltige Unternehmensführung vermittelt (IO 1), ein Konzeptpapier zur Themenorientierung und eine Toolbox, die einen Überblick über die relevanten Themenfelder und Methoden für eine nachhaltige Unternehmensführung bieten (IO 2), ein Social Impact Management und ein Impact Assessment Report, die die Wirkung der Schulungsmaßnahmen auf die Unternehmensmitarbeitenden und die Gesellschaft messen und analysieren (IO 3) sowie ein Onlinewerkzeug für den Austausch und die Kommunikation mit dem Namen Billbo.online, das eine Plattform für den Wissenstransfer, das Networking und die Kooperation zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen ermöglicht (IO 4). , Das Projekt war auf mehreren Ebenen erfolgreich. In den Unternehmen ist ein tieferes Verständnis dafür entstanden, dass durch das Einbeziehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der soziale und ökologische Wandel beschleunigt werden kann. Durch die Partizipation fühlen sie sich ermutigt, Veränderungen zuzulassen und die entsprechenden Innovationen mit umzusetzen. Auf internationaler Ebene sind durch die Projektarbeit bereits bestehende Netzwerke wie die Economia Civile in Italien, die Wirtschaft in Gemeinschaft in Italien und Belgien sowie die Gemeinwohlökonomie in Belgien, Deutschland, Italien und Österreich auf das Projekt BEST aufmerksam geworden und haben sich mit ihren Methoden und Erfahrungen eingebracht. Die BEST-Bildungsformate werden inzwischen in deren Ausbildungs- und Qualifizierungsprogrammen integriert. Als besonders wirksam hat sich die Kooperation mit den lokalen Wirtschaftsverbänden erwiesen. So sind bspw. in Deutschland drei Schulungsformate beim Entwicklungspartner Bildungswerk der Baden - Württembergischen Wirtschaft e.V. (BIWE) in das reguläre Schulungsprogramm für die Wirtschaftspartner aufgenommen worden. In Zusammenarbeit mit dem BIWE und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurde außerdem ein Leitfaden (PDF) für die Integration des Themas Nachhaltigkeit in die Ausbildung entwickelt. Ein Großkonzern bietet seinen Auszubildenden jährlich die Teilnahme an einem von der IHK anerkannten Zertifikats-Lehrgang für Nachhaltigkeitsbildung an. …

[…] Unser Arbeitsalltag, Unsere Highlights Auslandsaufenthalte sind für alle möglich. Wie das Gelingen kann, erzählt Martin Karpiel, der als Betreuer des Wertkreis Gütersloh mit fünf Menschen mit Handicap unterwegs war. Zu Besuch waren sie in der ZSS Gedansk II, einer inklusiven Schule im polnischen Danzig. , Nach unserer Ankunft in Danzig und einer Verschnaufpause im Hotelzimmer wollten die Teilnehmenden als Erstes ans Meer. Dort wurden direkt die Schuhe ausgezogen und alle haben sich getraut mit den Füßen ins Wasser zu gehen. Beim anschließenden Spaziergang hat ein Teilnehmer gesagt, wie schön es doch ist, endlich echten Sandstrand zu spüren. Ich weiß nicht, ob alle unsere Teilnehmenden schon mal das Meer gesehen haben, aber allein diese glücklichen Gesichter waren für mich schon die Reise wert. , In der Schule angekommen, haben unsere Teilnehmenden ihre Arbeitsaufgaben zugewiesen bekommen. Die Arbeitsaufteilung in der Schule war klar strukturiert. Unsere einzige Teilnehmerin hospitierte bei einer Lehrerin im Unterricht vor Ort. Dort wurden Aktivitäten für die nächste Woche besprochen und organisiert. Auch Bürotätigkeiten gehörten zu ihrem Aufgaben. Der Teilnehmer, der bei uns in der Bäckerei tätig ist, konnte sein Können unter Beweis stellen. Er hat zum Beispiel gemeinsam mit einer Schulklasse einen Rhabarberkuchen zubereitet, der im Anschluss im Kiosk verkauft wurde. Dabei wurde der Kuchen ohne maschinelle Hilfsmittel, wie Handrührgerät oder Thermomix, zubereitet. Ein anderes Mal gab es russischen Zupfkuchen. Die erforderlichen Mengen sorgten anfangs für Verwirrung, da für 30 Leute gebacken wurde. Aber alles klappte wie am Schnürchen und der Kuchen kam sehr gut an. In der Zwischenzeit haben die anderen Teilnehmer ihre Arbeit draußen erledigt. Rasenmähen und die Pflege der Sportplätze gehörte zu ihren Aufgaben. Am ersten Tag befreite die Gruppe beispielsweise die Kanten der Tennisplätze vom Rasen. In der zweiten Woche unterstützten die Teilnehmenden den Hausmeister beim Bau und der Lackierung von Möbeln. Die Teilnehmenden wurden an die Maschinen herangeführt. Sie schliffen Holzleisten für Tische ab und durften anschließend die Leisten zu einem Tisch zusammen hämmern. Alle dort hergestellten Möbelstücke bestehen aus Paletten, denn viele Dinge werden in der Schule wiederverwertet. Der Hausmeister erzählte uns, dass die Schüler und Schülerinnen vor Ort nur bei ihm mit elektrischen Geräten arbeiten dürften. Beim Technikunterricht in den Schulklassen verzichten die Lehrer auf maschinelles Werkzeug. Denn durch den Umgang mit Schraubendrehern und Hämmern werden die Gelenke beweglicher und die Muskulatur bleibt erhalten. , Ein besonderer Tag unseres Auslandspraktikums war das Sportevent in der Schule. Wir bekamen Sporttrikots, zogen uns um und es ging auch schon los. Wir wurden in fünf Gruppen aufgeteilt und jede und jeder bekam eine Punktekarte für verschiedene Disziplinen. In jeder Disziplin wurde verschiedene Kompetenzen geprüft, wie zum Beispiel Geschicklichkeit, Kraft und Schnelligkeit. Wir hatten alle sehr viel Spaß und die sprachliche Barriere zwischen unseren Teilnehmenden und den polnischen Schülerinnen und Schülern hat sehr schnell kein Hindernis mehr dargestellt. Auch an einem der Wochenenden stand Sport auf dem Programm. Die Schule lud uns ein, an einem wichtigen Fußballspiel der Danziger Mannschaft teilzunehmen. Uns wurde erklärt, dass sich dort ein Projekt damit befasste, Menschen mit Handicap an vielseitigen sportlichen Aktivitäten heranzuführen. In dem Block, in dem wir saßen, waren sowohl Personen mit Handicap, die üblichen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie geflüchtete Menschen aus der Ukraine mit ihren Kindern. Das zu sehen hat uns sehr berührt. Es war ein spannendes Spiel und in der letzten Minute schoss ein Stürmer der Danziger Mannschaft das 3:2. Da lagen wir uns alle in den Armen. Da einige Teilnehmende im Vorfeld den Wunsch geäußert hatten, einen Kletterpark zu besuchen, setzten wir dies am anderen Wochenende um. Wir wurden von den Mitarbeitern in den Umgang mit Karabinern und Seilrollen eingewiesen. Nach einer kleinen Übungseinheit, teilten wir uns in zwei Gruppen auf, um Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu bestreiten. Alle Teilnehmenden hatten Respekt vor der Sache, was sie aber nicht davon abhielt, es zu versuchen. Sie erfuhren ihre eigenen Grenzen, sowohl physisch als auch psychisch. Am Ende stand nicht der abgebrochene Parcours im Vordergrund, sondern die Tatsache, es überhaupt probiert zu haben. , In unserer Zeit in Danzig waren wir immer wieder beeindruckt, wie viel Liebe die Lehrer und Lehrerinnen in ihre Arbeit stecken und das die Schule sogar als eine Art Jugendzentrum angesehen wird. An jedem Tag in der Woche kann man dort hinkommen und zum Beispiel die Sportplätze nutzen oder sich mit Freundinnen und Freunden treffen. Diese offene Art, die zeitgleich und das Kennenlernen von Jugendlichen mit und ohne Handicap ermöglicht, hat uns gut gefallen. Einem unserer Betreuer, der Kinestheticstrainer ist, fielen Unterschiede im Umgang mit den zahlreichen Rollstuhlfahrern auf. Dabei ging es ihm vor allem um die Transfers, bei denen Menschen aus den Rollstühlen rausgehoben werden. Nach einem angeregten Gespräch zeigte unser Betreuer den polnischen Kolleginnen und Kollegen ein paar Bewegungen, mit denen das Heben weniger belastend für die Rücken der Pflegenden wurde. Die Tipps wurden dankend angenommen. Bei unserem letzten Gespräch mit dem polnischen Schuldirektor haben wir über die Vorteile von Erasmus+ und unserem Aufenthalt gesprochen. Das Ende des Lieds? Unser Gastgeber will nun ebenfalls einen Antrag stellen. Der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeiten für die Schüler und Schülerinnen, andere Kulturen kennenzulernen und auch mal über den Tellerrand zu schauen, haben ihn sehr begeistert. Wir haben ihn nach Gütersloh eingeladen, um mit unserer Leitung zu sprechen und die Zusammenarbeit zu festigen. Zum Abschluss wurden wir von dem polnischen Kollegium zu einem Essen eingeladen. Es gab selbst gemachte, polnische Spezialitäten und wir ließen die gemeinsame Zeit Revue passieren, tauschten uns über unsere Erfahrungen aus und schauten uns Bilder der letzten Wochen an. Dabei stand eines außer Frage, wir sind alle dankbar für diese Chance. …

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