[…] - Bildung für Europa 40 April 2025 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung Das Jahr der Jubiläen 10 30 Jahre Erwachsenenbildung 16 Erasmus+-Halb zeitevaluation 22 Erasmus+- Statistik 2024 2 3 Bildung für Europa | April 2025 - - - - - - - - - - Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de LinkedIn: Nationale Agentur Bildung für Europa Verantwortlich: Berthold Hübers Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 06.01.2025 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 6.000 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: Druckerei im Bundesministerium für Bildung und Forschung Gedruckt auf Cocoon Silk Recyclingpapier aus 100% Altfasern Bildnachweis Titel & Inhaltsver zeichnis (S.5) - : djmaxx24/AdobeStock (S. 1); Ivan und btiger/Adobestock, NA beim BIBB / ar gum Heller, Bert-Jan Buiskool, Miteinan der in Europa e.V. (S. 5). - - Für unverbindlich eingesandte Manu skripte, Bildmaterial und andere Unter lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. - - - ISSN 1616-5837 - 2 - - Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten: Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. www.na-bibb.de www.erasmusplus.de Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. Deutschland EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Bildung für ein starkes Europa“ war das Motto unserer Jahresta gung im letzten September. Welche Dringlichkeit dieses Thema im Jahr 2025 entfalten würde, haben wir seinerzeit nicht geahnt. Die weiter andauernden Kriege und vor allem die transatlantische Ver unsicherung führen dazu, dass ein starkes Europa wichtiger ist als je zuvor. Die EU-Kommission hat im März reagiert und die „Union of Skills“ vorgestellt, ein Rahmenkonzept, das sie in den nächsten Jahren weiter entfalten wird. Im Mittelpunkt der Politik steht hier das Ziel einer starken Union basierend auf ihrer Wettbewerbsfä higkeit. Insbesondere die Rolle der Berufsbildung, aber auch der Erwachsenenbildung ist in der „Union of Skills“ zentral. Es wurden zunächst nur das Rahmenkonzept mit zwei weiteren Dokumenten veröffentlicht. In den kommenden Monaten und bis 2027 wird die EU-Kommission weitere Teilstrategien publizieren. Wir werden Sie im Journal darüber informieren. Erasmus+ ist als Programm bis 2027 beschlossen. Die Vorberei tungen für das Nachfolgeprogramm haben aber schon begonnen. Deutschland hat unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die nationale Zwischenevaluation vor gelegt und zugleich ein zwischen Bund und Ländern abgestimm tes Papier mit Kernforderungen für das Nachfolgeprogramm nach Brüssel übersandt. Zentral ist die Feststellung, dass das Programm seine Ziele erreicht, in vielen Punkten aber verbessert werden kann. Dies ist ein guter Ausgangspunkt, um das Nachfolgeprogramm zu erarbeiten, das auf der vorhandenen Grundlage weiterentwickelt wird. Was sich bewährt hat, was aus deutscher Sicht weiterent wickelt werden sollte und in welchem Prozess das Nachfolgepro gramm in den nächsten Jahren erarbeitet wird, stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor. Jetzt zu uns. Wir stellen uns sonst nicht in den Mittelpunkt, aber diese Ausgabe des Journals ist eine Ausnahme, da es 2025 wirklich viel zu feiern gibt. Es sind gleich vier Jubiläen: 25 Jahre NA beim BIBB, 30 Jahre Erwachsenenbildung im Rahmen der europäischen Bildungsprogramme, 20 Jahre Europass und 10 Jahre EPALE. Die 25 Jahre NA beim BIBB können mit beeindruckenden Zahlen illustriert werden: 500.000 geförderte Auslandsaufenthalte, 20.000 geför derte Projekte und 1,5 Milliarden Euro Förderung bewilligt. Die se Zahlen und alle vier Jubiläen verdeutlichen aber vor allem eins: Der europäische Bildungsraum lebt. Während es vor zwei Dekaden noch etwas Außergewöhnliches war, wenn eine Auszubildende oder ein Lehrer einer Volkshochschule ein Praktikum im Ausland machten, so ist das Programm Erasmus+ heute allgemein bekannt und viele Bildungseinrichtungen sind aktiv und in einen Prozess der kontinuierlichen Internationalisierung eingebunden. Wir als NA beim BIBB freuen uns darauf, mit Ihnen zusammen den europäischen Bildungsraum weiter zu gestalten, Europa zu stärken und Chancen für Lernende, Personal und Bildungsinstitutionen zu eröffnen! Mit einem herzlichen Gruß aus Bonn Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de 4 5 Bildung für Europa | April 2025 Inhalt 06 25 Jahre NA beim BIBB Mehr als eine Förderinstitution 10 30 Jahre Erwachsenenbildung Von Pionierprojekten zu europäischen Erfolgsmodellen 13 20 Jahre Europass Das EU-Transparenzinstrument in Zahlen 14 Wissen teilen, Erwachsenen bildung stärken EPALE feiert zehnjähriges Jubiläum Erasmus+ 16 Nationaler Bericht zur Halbzeit evaluation von Erasmus+ Wichtige Erfolge, Raum für Verbesserungen 17 Erasmus+ 2028-2034: Die nächsten Schritte Ausblick auf den Weg zum Nachfolgeprogramm 19 Entwicklungen in den Leit aktionen 1 und 2 Akkreditierung und Pauschalierung haben sich bewährt 21 Erasmus+-Antragsrunde 2024 Nachfrage nach Partnerschaften stabil oder wachsend 22 Infografik Erasmus+-Jahres statistik 2024 Ausgewählte Facts aus der Berufs- und Erwachsenen bildung kurz präsentiert 24 Wirkungen von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Erster transnationaler Forschungsbericht des Netzwerks RIA-AE veröffentlicht 26 European Innovative Teaching Award 2024 Frieden lehren und leben 27 Good Practice: Demokratiebildung spielerisch fördern Interesse am Kartenspiel auch außerhalb der Erwachsenenbildung 28 Good Practice: Steigerung der Kundeninnovation in KMU Weitreichende Implementierung neu entwickelter Materialien 29 Neuer Nutzerbeirat Erasmus+ Zusammensetzung, Arbeitsweise und Bedeutung 30 Infosplitter 32 Antragsfristen Nr. 40 | Schwerpunkt Jahr der Jubiläen - - - - - 06 25 Jahre NA beim BIBB „[Der Erfolg der NA beim BIBB] liegt … auch darin begründet, dass sie … ein „Ermöglicher“ für europäische und internationale Zusam menarbeit geworden ist … “ 13 20 Jahre Europass (siehe auch Einleger) 20 JAHRE EUROPASS Vom Dokument zur digitalen Toolbox für Bildung, Job und Mobilität https://europass.europa.eu 14 10 Jahre EPALE 17 Erasmus+ ab 2028 24 Transnationaler Forschungsbericht des RIA-Netzwerks 27 Good Practice zur Demokratiebildung - 6 7 Bildung für Europa | April 2025 Jubiläen - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilnehmende der NA-Jahrestagung im Gespräch © N A b ei m B IB B / a rg um H el le r 25 Jahre NA beim BIBB Mehr als eine Förderinstitution V or 25 Jahren wurde die Nationale Agen tur Bildung für Europa beim Bundesin stitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) gegründet. Aber wie kam es dazu? Um dies besser zu verstehen, müssen wir uns in das Jahr 1999 zurückversetzen… Die Europäische Union (EU) hatte mit Leo nardo da Vinci und Sokrates zwar bereits Dachprogramme für die berufliche und all gemeine Bildung geschaffen, an der Um setzung in Deutschland waren jedoch eine Vielzahl von Organisationen beteiligt. Da die EU-Programme im Bildungsbereich zunächst nur sehr kleine Budgets hatten und zum Teil sehr spezifische Zielsetzungen verfolgten, wurden die Unterstützungsstrukturen in Deutschland bei bestehenden Organisati onen angesiedelt. Ergebnis war eine große Zahl von Koordinierungsstellen. 1999 gab es ein weiteres einschneidendes Ereignis: Die EU-Kommission unter Präsi dent Santer musste aufgrund von Korrup tionsvorwürfen, die auch die zentrale Ver waltung des Programms Leonardo da Vinci betrafen, zurücktreten. Die EU-Kommission war nun bereit, nicht nur die Mobilitätspro jekte, sondern auch sogenannte Pilotpro jekte mit Budgets bis zu 600.000 Euro in den Mitgliedstaaten verwalten zu lassen. All dies rief das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf den Plan, die zersplit terten Strukturen in der Berufsbildung neu zu ordnen und in einem ersten Schritt eine koordinierende Dachstruktur einzurichten: die Nationale Agentur Bildung für Europa beim BIBB. Das Bundesinstitut für Berufsbil dung (BIBB) bot sich dabei als nachgeord nete Behörde mit eigener Rechtspersönlich keit und fachlicher Expertise an. Da die EU im Bildungsbereich keine Unterscheidung in Hinblick auf die innerstaatlichen Zuständig keiten vornimmt, musste die NA auch die schulische Berufsbildung und weitere Aus bildungen außerhalb des Berufsbildungsge setzes abdecken. Hierfür war ein neutraler Status der NA gegenüber allen Akteuren einschließlich des BIBB erforderlich. Die seit dem verankerte fachliche Autonomie zählt somit zur DNA der Nationalen Agentur. Mit dem Deutschen Akademischen Aus tauschdienst (DAAD), der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) wurden im Jahr 2000 zunächst Unterverträge zur Durchführung des Programms Leonardo da Vinci und Tei len des Sokrates-Programms geschlossen. Trotz der Einrichtung der NA beim BIBB als Dachkoordination war die Umsetzung der Programme jedoch weiterhin sehr aufwen dig. Dies änderte sich 2007. Das Programm für Lebenslanges Lernen (PLL) 2007-2013 brachte zwei fundamen tale Veränderungen: Einerseits war es das erste integrierte Gesamtprogramm der EU im Bildungsbereich, wenn auch mit den Bil dungssektoren als strukturierendes Element. Andererseits übernahm die NA beim BIBB die Aufgaben von InWEnt, während die vom DAAD betreuten Programmteile in den Hochschulbereich wanderten. Diese Struktur ist bis heute im Kern unverändert: Alle Akti vitäten der Berufs- und Erwachsenenbildung werden von der NA beim BIBB betreut, der DAAD, der Pädagogische Austauschdienst (PAD) und Jugend für Europa verantwor ten aufgrund ihrer fachlichen Expertise die Durchführung jeweils ihrer Bildungsbereiche in den EU-Programmen. Die NA als lernende Organisation: Professionalisierung, Kundenorientie rung und Fehlerkultur Die weitere Entwicklung der NA beim BIBB ist eng mit den europäischen Programmzy klen und politischen Initiativen auf EU-Ebene verbunden. Das zu verwaltende EU-Budget stieg seit 2000 von circa 7 Millionen über 40 Millionen im Jahr 2010 auf über 160 Millio nen Euro im Jahr 2025. Die NA beim BIBB übernahm ab 2007 die Förderung der Mo bilität von Lernenden und Lehrenden. Auch hier ist ein bemerkenswertes Wachstum zu verzeichnen: 13.000 geförderten Teilneh menden 2009 stehen 2024 circa 46.000 Förderzusagen gegenüber. Nationale Agenturen waren in den ersten Jahren der EU-Programme als Einrichtungen nicht unumstritten. Der Europäische Rech nungshof bezeichnete die Abwicklung eines Teils des EU-Haushalts durch Nationale Agenturen zu Beginn als ein Risiko. Darauf hin trieb die EU-Kommission erfolgreich eine umfassende Professionalisierung der Natio nalen Agenturen voran und verankerte die Rolle der NAs in der EU-Haushaltsordnung. Heute sind nahezu alle NAs nach ISO 9001:2015 zertifiziert. Geschäftsprozesse werden systematisch dokumentiert und mit Key Performance Indikatoren (KPI) gesteu ert. Nationale Agenturen müssen bereits seit Jahren über ein internes Audit (interne Revision) verfügen und die Jahresabschlüsse werden zusätzlich von externen Wirtschafts prüfungsgesellschaften zertifiziert. Die NA beim BIBB ist zudem die einzige Stelle in der Bundesverwaltung, die mit Zustimmung des Bundesministeriums der Finanzen über Ge schäftskonten bei privaten Banken verfügt, um das Programm finanztechnisch abzuwi ckeln. Während die Nationalen Agenturen fachlich eng mit den Mitgliedstaaten koo perieren, sind sie administrativ ein Teil der EU-Verwaltung geworden. Heute ist das System der Nationalen Agenturen in der EU-Haushaltsordnung fest verankert und gilt als äußerst zuverlässig, effizient und vorbildlich. Auch jenseits der europäischen Anforde rungen sind für die NA beim BIBB Transpa renz und Kundenorientierung immer zentral gewesen. Bereits 2009 wurde ein Leitbild erarbeitet, zuvor hatte sich die NA bereits Führungsgrundsätze gegeben. Die NA beim BIBB führt regelmäßige Kundenbefragungen durch und hat 2016 einen Nutzerbeirat eingerichtet, der von den Projektträgern gewählt wird und der NA Rückmeldungen zu ihrer Arbeit gibt. Von besonderer Be deutung für die Leistungsfähigkeit der NA beim BIBB ist die Fehlerkultur: Fehler sind Ausgangspunkt eines gemeinsamen Lern prozesses; ein konstruktiver Umgang mit Fehlern ist eine Grundvoraussetzung für die Weiterentwicklung einer Organisation wie der NA. 2011 hat die NA beim BIBB u.a. eine Ombudsstelle eingerichtet. Die NA ist mehr als eine Förderinsti tution Die EU-Bildungsprogramme sollen die bil dungspolitischen Ziele der EU in der Umset zung unterstützen, die EU-Bildungspolitik soll Impulse für die Bildungsprogramme ge ben. Es war immer Anspruch der NA beim BIBB, Brücken zwischen Programm und Po litik zu bauen. Als im Zuge der Wirtschafts- und Finanz krise 2008 die Jugendarbeitslosigkeit in der EU massiv anstieg, initiierte die NA ein europäisches Netzwerk, das die Beiträge des Programms zur Förderung des „Work- based Learning“ (NetWBL) zusammenführte. Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) und die Empfehlung zu einem europäischen 8 9 Bildung für Europa | April 2025 JubiläenJubiläen Kreditpunktesystem waren zur gleichen Zeit wichtige Impulse, um einen europäischen Bildungsraum zu schaffen. Die NA beim BIBB initiierte und leitete ein europäisches ECVET-Netzwerk, wenig später siedelte das BMBF die nationale ECVET-Koordinie rungsstelle in der NA an. Weitere Beispiele sind die Einrichtung einer zunächst „nur“ deutsch-österreichischen Projektdatenbank im Jahr 2002, die ab 2008 mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission als Pro jektdatenbank ADAM europaweit betrieben wurde und zunächst die einzige Plattform war, auf der im Bereich der beruflichen Bil dung Projektergebnisse zugänglich gemacht werden konnten. - - - Im Bereich der Mobilität konzipierte die NA beim BIBB sogenannte Pool-Projekte, die vor allem Auszubildenden aus KMU den Zu gang zur Mobilität eröffnen sollen. Bis heute sind Pool-Projekte unverzichtbarer Bestand teil der Förderstrukturen. - - Mit mittlerweile drei Studien zum Umfang der Mobilität in der beruflichen Bildung hat die NA beim BIBB die Grundlage für die Dis kussion um Benchmarks geschaffen. 2012 veröffentlichte die NA eine Studie zum Nut zen von Auslandsmobilität für benachteiligte Jugendliche. Es folgten u.a. Studien zu den Innovationstransferprojekten und den Wir kungen der Strategischen Partnerschaften in der Erwachsenenbildung. Gemeinsam ist den Studien, dass sie über die Ermittlung - - - des Status Quo hinausgehen und umfang reiche Handlungsempfehlungen beinhalten. - Gebündelte Kompetenz in der europä ischen Erwachsenenbildung - Eine wichtige Rolle spielten und spielen wei tere EU-Programme und insbesondere auch Initiativen und Angebote der Erwachsenenbil dung. Die NA beim BIBB nutzt Synergien zwi schen dem Förderprogramm Erasmus+ und dem Nationalen Europass Center, der Agenda für Erwachsenenbildung und der Electronic Platform for Adult Learning in Europe (EPALE), die in der NA beim BIBB angesiedelt sind. Gemeinsam mit dem von der NA beim BIBB initiierten transnationalen Forschungsnetz werk RIA-AE, das die Wirkung des Programms Erasmus+ in der Erwachsenenbildung auf europäischer Ebene systematisch erforscht, bündeln Erasmus+, EPALE und die Agenda für Erwachsenenbildung die europäische Erwach senenbildung in Deutschland und bilden ein wichtiges Standbein der Nationalen Agentur. - - - - - Nationale Projekte Die enge Zusammenarbeit mit dem BMBF hat dazu geführt, dass die NA beim BIBB auch mit Programmen und Projekten außerhalb der un mittelbaren EU-Förderung betraut wird. Diese ergänzen die EU-Programme oder sind von besonderem nationalem Interesse. - Seit 2009 unterstützt das BMBF Pool-Pro jekte mit einer nationalen Ko-Finanzierung. - Ab 2017 ergänzt das BMBF-Programm AusbildungWeltweit die EU-Mobilitätsför derung um außereuropäische Zielländer. Es zeichnet sich durch eine große Flexibilität und Kundenorientierung aus und erreicht wie kaum ein anderes Programm unmittel bar Ausbildungsbetriebe. - - Von besonderer Bedeutung sind darüber hi naus Beratungsangebote. Die Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) kam 2013 zur NA beim BIBB und bildete das Funda ment einer umfassenden Mobilitätsbera tung, die die NA heute anbieten kann. - - - Von 2013 bis 2020 betreute die NA beim BIBB darüber hinaus das Israel-Programm, das die Mobilität von Auszubildenden und die fachliche Zusammenarbeit mit der israe lischen Regierung umfasste. - Und die Zukunft? Im Jahr 2000 betrat die NA beim BIBB mit zwölf Stellen und einem kleinen Budget för derpolitisches Neuland. Heute arbeiten 116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der NA und sie ist erste Adresse für die Mobilitäts förderung in der Berufs- und Erwachsenen bildung. In der Erwachsenen- und Berufsbil dung ist sie ein geschätzter Partner – sowohl der Bildungspolitik als auch der Akteure in der Bildungspraxis. - - - - Sicherlich hat die NA beim BIBB kein ei genständiges bildungspolitisches Mandat. Ihr Erfolg liegt aber darin begründet, dass sie sich nicht nur als effiziente Förderinsti tution verstanden hat, sondern als „facili tator“ bildungspolitische Zielsetzungen unterstützt und ein „Ermöglicher“ für europäische und internationale Zusam menarbeit geworden ist und sich dabei immer auch selbst weiterentwickelt hat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NA haben daran einen entscheidenden An teil, denn fast alle sind „Überzeugungstäter/ -innen“ und die Arbeit in der NA ist für sie nicht nur ein Job. - - - - - Die großen Herausforderungen Klimawan del, Digitalisierung und demografische Ent - - wicklung lassen sich nicht national lösen. Es ist eine immer wichtigere Aufgabe, auch in Zukunft ein weltoffenes gesellschaftliches Klima zu fördern und ausreichend Ressour cen für europäische und internationale Akti vitäten zu sichern. - - Die Erfolgsgeschichte der NA beim BIBB ist eng mit der Internationalisierung und Glo balisierung der Gesellschaft verbunden. Die Unterstützung der europäischen Integration ist aber nicht mehr selbstverständlich, Ab schottung und Rückzug auf nationale Lö sungen haben an Attraktivität gewonnen. Die NA beim BIBB wird auch in Zukunft ihren Beitrag für ein weltoffenes, demo kratisches und modernes Deutschland und Europa leisten. - - - - Die Zeitleiste der NA beim BIBB 2000 Einrichtung der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB Dachkoordination des Programms Leonardo da Vinci und Durchfüh rung von Teilen des Programms Sokrates Grundtvig - 2007 Übernahme der Aufgaben von InWEnt, Ansiedelung des Nationa len Europass Centers - Start des Programms für lebens langes Lernen (2007-2013) mit Zuständigkeit für Leonardo da Vinci und Grundtvig - 2008 Die von der NA beim BIBB und der österreichischen Nationalagentur entwickelte Datenbank ADAM wird zur verbindlichen EU-Projektdaten bank für Leonardo da Vinci. 2009 Start der Zusatzförderung in der Berufsbildung durch das BMBF QM-Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 2010 Ansiedelung der Nationalen Koordinierungsstelle ECVET 2013 Einrichtung der Nationalen Koordi nierungsstelle Europäische Agenda in der Erwachsenenbildung - Übernahme des Israel-Programms in der beruflichen Bildung (bis 2020) und der IBS* von GIZ Start des europäischen Netzwerks NetWBL - - 2014 Start von Erasmus+ 2014-2020 mit Zuständigkeit für die Berufs- und Erwachsenenbildung 2015 Einrichtung der Nationalen Koordinierungsstelle EPALE 2016 Einrichtung des Nutzerbeirats Erasmus+ 2017 Start des Programms Ausbildung- Weltweit, zunächst als Pilotprojekt Start des EuroApprentices-Netz werks 2020 Akkreditierung der Erasmus+-Berater und -Beraterinnen 2021 Start von Erasmus+ 2021-2027 mit Zuständigkeit für die Berufs- und Erwachsenenbildung 2022 Koordination des Forschungs netzwerks RIA in der Erwachsenenbildung - * Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung // [Der Erfolg der NA beim BIBB] liegt ... darin begründet, dass sie ... ein „Ermöglicher“ für europäische und internationale Zusammenarbeit geworden ist ... // KLAUS FAHLE leitete die NA beim BIBB seit ihrer Gründung bis zu seinem Ruhestand im Dezember 2023. © N A b ei m B IB B 10 11 Bildung für Europa | April 2025 - - - - - - - - - - - - - 30 Jahre Erwachsenenbildung Von Pionierprojekten zu europäischen Erfolgsmodellen Austausch unter Erwachsenenbildnerinnen auf dem europäischen Erasmus+-Vernetzungstreffen in Bensberg im Mai 2025 © N A b ei m B IB B / a rg um H el le r W as verbindet das Sokrates-Programm, das 1995 als Pionierinitiative der euro päischen Erwachsenenbildung ins Le ben gerufen wurde, mit der digitalen Transformation unserer Zeit? Auf den ersten Blick scheinen die beiden in völlig unterschiedlichen Welten zu existieren. Doch bei genauerem Hinse hen offenbart sich ein faszinierender Zusammenhang: Beide stehen für den grundlegenden Wandel des Lernens, der gesellschaftlichen Teilhabe und der europäischen Zusammenarbeit. Seit den bescheidenen Anfängen von So krates hat sich die europäische Erwach senenbildung zu einem dynamischen, vielschichtigen System entwickelt. Was als Experiment begann, ist heute ein un verzichtbarer Bestandteil europäischer Bil dungs- und Sozialpolitik. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Förderprogramme, die Einführung neuer Formate und die zu nehmende Verknüpfung mit politischen Strategien haben die Erwachsenenbildung zu einem Schlüsselbereich europäischer In tegration gemacht. Ein Blick zurück zeigt, wie sich aus einem kleinen Pionierprojekt ein leistungsstarkes Netzwerk für lebens langes Lernen entwickelt hat – und wohin die Reise weitergehen könnte. Ein Pionierprojekt nimmt Fahrt auf 1995 startete Sokrates I als ein überschau bares Programm zur Förderung der nicht berufsbezogenen Erwachsenenbildung. In einer Zeit, in der die Idee grenzüberschrei tender Kooperation noch in den Kinder schuhen steckte, eröffnete Sokrates den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, Bildung über nationale Grenzen hinweg zu fördern. Diese Initiative war nicht nur ein Impuls für den europäischen Bildungsraum, sondern rief früh ein Bewusstsein für die Bedeutung des lebenslangen Lernens hervor. Mit der zweiten Phase, beispielsweise im Programm Sokrates II (2000-2006) wur den die Maßnahmen verstärkt und mit GRUNDTVIG ab 2001 ein eigenständiges Programm für die Erwachsenenbildung ge schaffen. Bildungsakteure und Zivilgesell schaft profitierten von neuen, innovativen Instrumenten wie Lernpartnerschaften und Mobilitätsprogrammen. Der Erfolg dieser Initiativen spiegelte sich in steigenden Bud gets wider – ein Vorbote für das noch be vorstehende exponentielle Wachstum der europäischen Bildungsförderung. - - - - - Transformation und Konsolidierung: Erasmus+ Im darauffolgenden Programm für lebens langes Lernen (2007-2013) gab es eine deutliche Erweiterung des Konzepts des lebenslangen Lernens, indem neben klas sischen Bildungsangeboten auch innovative Maßnahmen wie Freiwilligenprojekte und regionale Workshops in den Mittelpunkt rückten. Diese Erweiterung stellte nicht nur eine qualitative Aufwertung der Fördermaß nahmen dar, sondern offenbarte zugleich die damit verbundenen administrativen He rausforderungen, welche einen erhöhten Beratungs- und Steuerungsaufwand erfor derlich machten. - - - - - 2014 entschied die EU-Kommission die Förderprogramme der verschiedenen Bil dungsbereiche unter einem Namen zu sammenzuführen. Aus Erasmus, dem im Hochschulbereich etablierten Förderzweig, wurde Erasmus+, das Programm für allge meine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Gleichzeitig wurden mit der neuen Programmgeneration (2014-2020) ein ge waltiger Schritt in die weitere Dezentra lisierung der Aktionen unternommen. So wurden die Nationalen Agenturen auch verantwortlich für die Umsetzung größe rer Partnerschaften. Gleichzeitig etablierten sich Schlüsselaktionen wie internationale Partnerschaften (Leitaktion 2) und gezielte Mobilitätsmaßnahmen (Leitaktion 1) als tra gende Säulen im neuen Förderprogramm. - - - - - - - Im Hier und Jetzt 2021 startete die aktuelle siebenjährige Pro grammgeneration. Erneut wurde das För derportfolio angepasst. So können erstmalig auch Mobilitätsmaßnahmen von erwachse nen Lernenden gefördert werden – zunächst nur von benachteiligten Lernenden, diese Beschränkung ist jedoch seit 2023 aufge hoben. Eine wichtige Neuerung ist auch die Einführung der Akkreditierung in der Mobili tät (Leitaktion 1), denn damit soll die Interna tionalisierung der Bildungseinrichtungen vo rangetrieben werden. Die Pauschalisierung der Projektbudgets bei den Kooperations projekten (Leitaktion 2) hat das Programm vereinfacht und so für neue und unerfahrene Einrichtungen attraktiver gemacht. - - - - - - - - Finanzielle Weichenstellungen belegen die sen Wandel: Mit einem Gesamtbudget von über 1,18 Milliarden Euro und einer stra tegischen Verteilung, die vor allem gegen Ende der Laufzeit ansteigt, wird deutlich, dass hier langfristig und zielgerichtet in vestiert wird. Der Anstieg des Budgets gera de in der Erwachsenenbildung verdeutlicht auch eine gesteigerte Wahrnehmung der Wichtigkeit des Bildungssektors zur Errei chung europäischer Politikziele. - - - - - Wechselspiel Politik und Praxis Die Entwicklung der europäischen Erwach senenbildung und den Förderprogrammen ist geprägt durch ein dynamisches Wech selspiel zwischen politischen Vorgaben und deren praktischer Umsetzung in den Mitgliedstaaten. Bereits seit den frühen 2000er-Jahren flankieren Memoranden, Ratsentschließungen und Aktionspläne die Förderprogramme der EU, um strategische Leitlinien vorzugeben (Journal 26, Juni 2017). Von den neueren Politiken und Initi ativen war die erste „Agenda Erwachsenen bildung“ (2011-2020) prägend. Sie stellte mit der Einrichtung nationaler Koordinie rungsstellen, wie der NKS in Deutschland, strukturelle Weichen. Hierdurch wurden zentrale Themen wie geringe Weiterbil dungsbeteiligung und Grundbildung stär ker in den Fokus gerückt. Die Einführung der Plattform EPALE (Electronic Platform for Adult Learning in Europe) im Jahr 2015 markierte einen weiteren Meilenstein. Mit ihrem europaweiten Netzwerk aus natio nalen Koordinierungsstellen stärkt sie den - - - - - - - - Wissenstransfer und die Vernetzung in nerhalb der europäischen Erwachsenenbil dungscommunity. - - Trotz der kontinuierlichen Weiterentwick lung blieben einige zentrale Themen weit gehend unverändert. Dazu gehören zum Beispiel Inklusion, Teilhabe, Kompetenz entwicklung und Zugang zu Bildung so wie Transformation, die sich als Prioritäten im Programm Erasmus+ wiederfinden. Der „European Pillar of Social Rights“ (EPSR) von 2017 betonte das Recht auf lebens langes Lernen als zentrales Element gesell schaftlicher Teilhabe. Hier werden insbe sondere Herausforderungen wie niedrige Weiterbildungsquoten, unzureichende digitale Kompetenzen und die Inklusion von sozial benachteiligten Gruppen adres siert. Das ambitionierte Ziel, dass 80 Pro zent der erwachsenen Europäer/-innen zumindest grundlegende digitale Kompe tenzen besitzen sollen, wird hier formuliert. - - - - - - - - - - Die neue Europäische Agenda für Erwach senenbildung (2021-2030) baut auf den Prinzipien der ersten Agenda auf, setzt je doch neue Akzente in den Bereichen grü ne und digitale Transformation. Weiterhin setzt sie neue Benchmarks für die Mitglied staaten, darunter eine angestrebte jährliche Weiterbildungsbeteiligung von 60 Prozent der Erwerbsbevölkerung bis 2030. - - - - Gleichzeitig intensivierte sich der poli tische Fokus auf Kompetenzentwicklung und Transformation. Die Ratsempfehlung „Upskilling Pathways“ (2016) konkretisier te diesen Ansatz, indem sie gezielt Schritte empfiehlt, um geringqualifizierten Arbeit nehmenden eine Höherqualifizierung zu ermöglichen und so auch die gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Probleme wie den Fachkräftemangel und den demogra fischen Wandel adressiert. Die „European Skills Agenda“ von 2020 unterstreicht die Bedeutung von digitalen und fachübergrei fenden Kompetenzen für den Arbeitsmarkt. Doch hier stehen neben soliden Grund- und Querschnittskompetenzen, auch digitale Fertigkeiten sowie Nachhaltigkeit im Fokus. Unterstützend sollen hier auch Maßnah men wie Individual Learning Accounts und Microcredentials den Zugang zur beruflichen Fort- und Weiterbildung ermöglichen. - - - - - - Insgesamt ist über die Jahre ein stetiger Shift in den europäischen Politiken und JubiläenJubiläen 12 13 Bildung für Europa | April 2025 Initiativen hin zum beruflichen Nutzen der Erwachsenenbildung zu beobachten. Die kürzlich verkündete „Union of Skills“ sieht das lebenslange Lernen und somit auch die Erwachsenenbildung als wesentlichen Fak tor für ein wettbewerbsfähiges und faires Europa. Hier ist es wichtig für die allgemeine Erwachsenenbildung eine Lanze zu brechen, denn Menschen werden selten nur über ihr berufliches Umfeld integriert und Lernen, gerade auch im interkulturellen Kontext, findet zu großen Teilen außerhalb der Ar beitswelt statt. - - Erwachsenenbildung bleibt ein Motor für Innovation und Zusammenhalt Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Er wachsenenbildung weiterhin einem stetigen Wandel unterliegt. Digitale Transformation, - grüne Entwicklung und gesellschaftliche Diversität fordern flexible und integrative Bildungsansätze – ein Anspruch, der bereits in den frühen Förderprogrammen angelegt war. Die Verbindung zwischen politischen Strategien und praxisnaher Umsetzung mit Hilfe der Förderprogramme wie Erasmus+, sowie den Netzwerken der Nationalen Ko ordinierungsstellen von Agenda und EPALE, bleibt dabei essenziell. Genau wie das So krates-Programm einst den Grundstein für eine Kultur des lebenslangen Lernens legte, stehen auch die heutigen Initiativen für eine dynamische und zukunftsorientierte Wei terentwicklung des europäischen Bildungs raums. Die Erwachsenenbildung ist damit nicht nur ein Spiegel gesellschaftlicher Ver änderungen, sondern auch ein Motor für Innovation und Zusammenhalt in Europa. - - - - - JubiläenJubiläen DR. CHRISTINE BERTRAM Leiterin des Teams „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Kooperationsprojekte / EPALE“ in der NA beim BIBB bertram@bibb.de - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - © p riv at - - - - - - - - - - - - - - - - - © B itt ed an ke sc hö n/ A do be St oc k | D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e wENN austausch türen öffnet Infos zu Auslandsaufenthalten in der Erwachsenenbildung gibts hier. Gleich scannen und dabei sein! www.na-bibb.de/erasmus-perspektiven Erasmus+ schafft Perspektiven – auch in der Erwachsenenbildung Wenn Austausch Türen öffnet Kampagne in der Erwachsenenbildung erfolgreich gestartet Die aktuelle Programmgeneration eröffnet für die Erwachsenen bildung mit der Förderung der Lernenden neue Perspektiven: Lernreisen ins Ausland werden erstmalig für diese Zielgruppe fi nanziert. Der Schwerpunkt lag zunächst auf der Förderung von Lernenden mit geringeren Chancen, seit 2023 wurde diese Opti on auf alle erwachsenen Lernenden ausgeweitet. Flankiert wur de dies mit vergleichsweise hohen und kontinuierlich steigenden Förderbudgets, die aber trotz zahlreicher Informationsveranstal tungen, Vor-Ort-Gesprächen und erhöhter Serviceleistungen der NA beim BIBB nicht im gewünschten Maße abgerufen wurden. Die Kampagne Vor diesem Hintergrund hat die Nationale Agentur eine Kampa gne ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Zahl der Teilnehmenden an Erasmus+ zu steigern und so einen besseren Einsatz der För dermittel zu ermöglichen. Unter dem Kampagnenmotto „Wenn Austausch Türen öffnet“ und dem Claim: „Erasmus+ schafft Per spektiven - auch in der Erwachsenenbildung“ werben Lernende, Bildungspersonal und Vertreter/-innen von Organisationen mit starken Textbotschaften über Plakate, Postkarten sowie kurze Vi deoclips für die Teilnahme an Lernreisen. Während das Plakat durch das Kampagnenmotto und dem Claim übergreifend wirkt und sowohl geförderte Einrichtungen und deren Mitarbeitende als auch Lernende und neue Einrichtungen anspricht, wenden sich die Postkarten gezielt an die Zielgruppen Lernende, Bildungspersonal und Einrichtungen. Mit starken Text botschaften wie „Selbst erleben ist besser als Status checken“ oder „Wir können jetzt auch Europa“ holen sie diese ab und be geistern für das Programm Erasmus+ und seine Angebote. Zehn kurze Videostatements aus der Praxis sowie die Kampagnenseite runden das Angebot ab. Geschaltet wurden zudem Anzeigen, Advertorials und redaktionelle Beiträge in Fachmedien der Er wachsenenbildung, die für Mobilität werben und auf die Kampa gnenwebsite verlinken. Darüber hinaus wird eine eigene Kampa gnenpräsentation für die Verbreitung eingesetzt. Die Kampagne „Wenn Austausch Türen öffnet“ ist in der Com munity der Erwachsenenbildung platziert und angekommen, die Antragszahlen steigen kontinuierlich, es bedarf aber weiterhin starker Stimmen aus der Praxis, die sich im Rahmen der fortlau fenden Kampagne für Lernreisen in der Erwachsenenbildung ein setzen, denn: Mitmachen lohnt sich! Auf der Kampagnenseite www.na-bibb.de/ erasmus-perspektiven können alle Medien abgerufen und bestellt werden. 20 Jahre Europass Das EU-Transparenzinstrument in Zahlen D as Europass-Rahmenkonzept wurde 2005 ins Leben gerufen, um das grenz überschreitende Lernen und Arbeiten in Europa zu erleichtern. Nach dem Start mit fünf einzelnen Dokumenten ist Europass heute eine Toolbox für Bil dung, Job und Mobilität. Das Europass-Rahmenkonzept umfasste Eu ropass Lebenslauf, Europass Sprachenpass, den Mobilitätsnachweis, die Europass Zeug niserläuterungen und das Diploma Supple ment. Mit ihnen konnten Nutzer/-innen ihre Kompetenzen transparent und europaweit vergleichbar darstellen. Im Jahr 2018 wurde infolge der Europä ischen Kompetenzagenda eine neue Rechts grundlage für Europass geschaffen mit dem Ziel, Europass zu flexibilisieren und zu digi talisieren und dabei Synergien mit anderen europäischen Instrumenten und Portalen zu stärken. Als Ergebnis schuf die Europäische Kommission 2020 das Europass-Portal, das viele Tools für Bewerbung und Jobsuche bietet, zum Beispiel Lebenslauf-Editor, per sönliches Profil, Dateiablage und die Job- und Kurssuche. Inzwischen zählt es mehr als 105 Millionen Besuche und ist damit eine der meistbesuchten Websites der EU. Im Rahmen des neuen Europass-Portals ent wickelte die EU-Kommission außerdem eine technische Infrastruktur für das Erstellen, Speichern, Überprüfen und Teilen digitaler Bildungsnachweise: die European Digital Credentials for Learning. Mit diesem Stan dard ist es möglich, fälschungssichere Zeug nisse und Zertifikate auszustellen. Weiterhin gibt es folgende Europass-Do kumente: die Europass Zeugniserläute rungen als Erläuterungen zu beruflichen Aus- und Weiterbildungen, das Diploma Supplement als Erläuterung von Studienab schlüssen sowie den Europass Mobilität als Nachweis von Lernaufenthalten im euro päischen Ausland. Seit der Einführung von Europass wurden bis Dezember 2024 mehr als 415.000 Mobilitätsnachweise in Deutschland beantragt, davon rund 95 Pro zent für Mobilitäten, die durch das EU-Bil dungsprogramm Erasmus+ und seine Vor gängerprogramme gefördert wurden. Europass-Verleihung im Roten Rathaus Berlin im Januar 2025 © M ira S ie ve rin g Festliche Europass-Verleihungen wie im Januar 2025 im Berliner Roten Rathaus, bei der mehr als 230 Auszubildende den Europass Mobilität für ihre erfolgreichen Auslandspraktika erhielten, würdigen das Engagement von Teilnehmenden, Organi satorinnen und Organisatoren und machen das Programm Erasmus+ sichtbar. ISABEL GÖTTE Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nationalen Europass Center in der NA beim BIBB goette@bibb.de © N A b ei m B IB B 2004 Verabschiedung des Europass-Beschlusses 2005 Start des Europass- Rahmenkonzepts 2018 Verabschiedung des neuen Europass-Beschlusses 2020 Launch des Europass-Portals 2021 Launch der European Digital Credentials 2025 20 Jahre Europass http://www.na-bibb.de/erasmus-perspektiven http://www.na-bibb.de/erasmus-perspektiven mailto:bertram@bibb.de mailto:goette@bibb.de 14 15 Bildung für Europa | April 2025 - - - - - - - - - - - - - - - - Wissen teilen, Erwachsenen bildung stärken - EPALE feiert zehnjähriges Jubiläum JubiläenJubiläen - - - - - - - - - - - - Deutschland seit 2024 Seit 2024 hat die deutschsprachige Startseite ein neues Design mit neuer Farb gebung. bis 2020 Die deutschsprachige Startseite von EPALE bis 2020. © M on ito re : A do be St oc k. co m Abb. inks: - Abb. unten: - - - - S eit einem Jahrzehnt ist EPALE ein zen traler Treffpunkt für Fachkräfte der Erwachsenenbildung in Europa. Zum 10-jährigen Bestehen der Plattform werfen wir einen Blick auf die Meilen steine, Erfolge und Zukunftsperspek tiven von EPALE Deutschland. EPALE (Electronic Platform for Adult Learning in Europe) wurde von der Europäischen Kommis sion ins Leben gerufen, um Fachkräfte der Er wachsenenbildung europaweit miteinander zu vernetzen und den Austausch von Wissen, Res sourcen und bewährten Praktiken zu fördern und somit zur Stärkung der Erwachsenenbil dung beizutragen. Finanziert wird EPALE durch das Programm Erasmus+ und ist Teil der Strate gie der Europäischen Union, mehr und bessere Lernangebote für alle Erwachsenen zu fördern. Die Plattform dient seit 2015 als zentrale An laufstelle für Lehrkräfte, Trainer/-innen, Wis senschaftler/-innen, politische Entscheidungs träger/-innen und andere Akteure, die sich für lebenslanges Lernen engagieren. EPALE bietet eine Vielzahl von Ressourcen, wie Fachartikel, Best-Practice-Beispiele, thematische Foren und verschiedene Gruppenbereiche. Darüber hin aus gibt es eine Veranstaltungsübersicht sowie eine Projektpartnersuche. Diese Inhalte unter stützen Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit und tragen dazu bei, die Erwachsenenbildung in Europa kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die europaweite Betreuung und Weiterent wicklung der Plattform liegt in der Hand von 37 nationalen Koordinierungsstellen (NKS). In Deutschland ist die NKS in der NA beim BIBB angesiedelt. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung und Weiterentwicklung von EPALE in Deutschland, indem sie dafür sorgt, dass die Plattform auf die Bedürfnisse der deutschen Fachkräfte in der Erwachsenen bildung zugeschnitten bleibt. Zudem betreut die deutsche NKS die Nutzerinnen und Nutzer, sucht nach spannenden Themen und Stories und organisiert Veranstaltungen für die Com munity. Wachsende Nutzerzahlen und neue Angebote Seit ihrem Start ist die EPALE-Community in Deutschland auf 5.126 Personen angewach- sen (Stand: September 2024). Europaweit zählt die Plattform nach stetigem Wachstum inzwischen bereits knapp 160.000 Mitglieder. Erfreulich ist zudem, dass in den letzten Jahren immer mehr Beiträge von den Nutzerinnen und Nutzern (selbst) auf EPALE veröffentlicht wurden und auch die Teilnahme am Work- shop-Angebot zugenommen hat. Dies zeigt das zunehmende Engagement der Community und die wachsende Nutzung der Plattform als Quelle für fachliche Inhalte und Austausch. Ei- nen wichtigen Anteil an der Bekanntmachung der Plattform hatten von Anfang an die EPALE- Botschafterinnen und -Botschafter, die die NKS bei der Verbreitung und im Austausch mit der Community unterstützen. Neben dem thematischen Angebot ist die Ver- netzung der Community und der Austausch ein zentrales Ziel der Plattform. So kamen schnell neue Formate hinzu, um diese Bedarfe zu erfül- len. Hier sind besonders die EPALE-Akademien hervorzuheben, mit denen die NKS Deutsch land ein kostenfreies Weiterbildungsangebot für die Community geschaffen hat. Des Weite ren findet alle zwei Jahre im November (vormals jährlich) in Kooperation mit der Professur für Er wachsenenbildung und Weiterbildung der Uni versität Bamberg das „Bamberger Forum für Erwachsenenbildung und Weiterbildung“ statt. Dieses dient als Austausch- und Vernetzungs format für Akteurinnen und Akteure aus der Praxis, der Wissenschaft sowie Studierende der Erwachsenenbildung. EPALE ist aber auch eine Plattform, um Ideen und neue Formate zu tes ten. So erschien 2020 der erste EPALE-Podcast #epalerocks, der jetzt unter dem Titel „EPALE insights“ neu aufgelegt wurde. Erfolgreich war auch die Einführung der Ressourcen KITs, die nun mit zu den beliebtesten Downloads der deutschen Community zählen. Insgesamt hat die Plattform große Verände rungen durchlaufen. War die Ladegeschwin digkeit anfangs extrem langsam, so brachte der Umzug in die Cloud (als eine der ersten EU-Plattformen), wesentliche Verbesserungen. Auch visuell hat sich die Plattform stark verän dert, was durch den aktiven Einfluss der Nut zer/-innen vorangetrieben wurde. In den letzten zehn Jahren hat sich EPALE als unverzichtbare Plattform für den Austausch und die Vernetzung in der Erwachsenenbil dung etabliert und einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Bildungslandschaft geleistet. Dieses Jubiläum ist nicht nur Anlass, auf Erfolge zurückzublicken, sondern auch eine Einladung, die Zukunft der Erwachsenenbildung gemein sam aktiv zu gestalten. EPALE Ressourcen KITs In Kooperation mit journalistischen Dienstleistern arbeiten wir an der regel mäßigen Veröffentlichung thematischer Ressourcen KITs. Aufbauend auf den nationalen Themenschwerpunkten EPALE Deutschlands reflektieren diese Publikationen veröffentlichte Blogbeiträ ge und Ressourcen. Sie geben umfas sende thematische Einblicke in Projekte, Beispiele guter Praxis, Handlungsemp fehlungen und vieles mehr. https://epale.ec.europa.eu/de/blog/ epale-deutschland-ressourcen-kits Bereits erschienene Ressourcen KITs: 1. Bildung für nachhaltige Entwicklung 2. Inklusion der alternden Bevölkerung und intergenerationelles Lernen 3. Gesundheitsbildung 4. Prävention von Rassismus und Diskriminierung 5. Grundbildung 6. Kunst, Kultur und Kreativität 7. Life Skills – Kompetenzerwerb 8. Stadt und Land 9. Wellbeing & Emotionen 10. New Learning 11. Aufbrüche I Umbrüche 12. Über I Leben I Kunst SONDERHEFT: Politische Bildung & kritische Medienkompetenz 13. Selbstwirksamkeit 14. Individualität vs. Kollektivität 15. Future Skills SONDERHEFT: Künstliche Intelligenz 16. Demokratie erleben 17. Lernort Sport 18. Organisationen nachhaltig gestalten https://epale.ec.europa.eu/de Link zu den Podcasts: https://epale.ec.europa.eu/de/blog/ podcast-epale-insights-staffel-3- organisationsentwicklung-der- erwachsenenbildung LinkedIn Seite: EPALE - Deutschsprachiges Netzwerk der Erwachsenenbildung in Europa MARLENE RÖDER Wissenschaftliche Mitarbeiterin und derzeitige Leitung der NKS EPALE in der NA beim BIBB roeder@bibb.de © p riv at https://epale.ec.europa.eu/de https://epale.ec.europa.eu/de/blog/podcast-epale-insights-staffel-3-organisationsentwicklung-der-erwachsenenbildung https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-deutschland-ressourcen-kits mailto:roeder@bibb.de 16 17Erasmus+ Bildung für Europa | April 2025 Erasmus+ - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Nationaler Bericht zur Halbzeit evaluation von Erasmus+ - Wichtige Erfolge, Raum für Verbesserungen B - - - - - - - - - - - - - is zum 31. Mai 2024 mussten die Mit gliedstaaten der Kommission einen Bericht zur Halbzeitevaluation des Programms Erasmus+ 2021-2027 vor legen. Die in Deutschland zuständigen Behörden haben eine gemeinsame Evaluation für den Bereich Bildung so wie eine separate Evaluation für die Bereiche Jugend und Sport durchge führt. Ziele der Zwischenevaluation Die Zwischenevaluation ist verpflichtender Bestandteil der Erasmus+-Verordnung und soll das Programm auf Grundlage der Kri terien Wirksamkeit, Effizienz, Relevanz, Kohärenz und europäischer Mehrwert überprüfen. Die Europäische Kommission hat für die nationalen Evaluationen einen 36 Fragen umfassenden Prüfkatalog er stellt. Die Zwischenevaluation bot aber auch eine ideale Gelegenheit, weitere As pekte des Programms zu prüfen – so hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit den anderen nationalen Behörden einen spezifischen Fragebogen zur IT-Landschaft des Programms entwickelt. Insgesamt woll te das Ministerium damit feststellen, ob die Programmziele sowie die horizontalen Prio ritäten wie soziale Inklusion, der grüne und digitale Wandel sowie die Förderung der Teilhabe junger Menschen am demokrati schen Wandel erreicht werden konnten. Die zentralen Ergebnisse Das Fazit: Erasmus+ ist in der Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität unange fochtener Spitzenreiter. Das Ziel, in der lau fenden Programmgeneration zehn Millio nen Menschen in ihrer Mobilität zu fördern, wird voraussichtlich erreicht. Die Zwischenevaluation kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die Ziele und intendier ten Wirkungen von Erasmus+ weitestgehend erreicht werden konnten. Teilnehmende be richten von besseren Schlüsselkompetenzen, Vorteilen beim Spracherwerb, einer größe ren Offenheit für unterschiedliche Kulturen und Lebenslagen und fühlen sich in ihrer europäischen Identität bestärkt. Auch die entsendenden Einrichtungen wie Berufs schulen und Betriebe bestätigen die posi tiven Effekte auf die Teilnehmenden. Aber auch auf systemischer Ebene bestätigte die Evaluation wichtige Fortschritte, insbeson dere die Flaggschiffinitiativen tragen zur Stärkung eines gemeinsamen europäischen Bildungsraums bei. Die Evaluation deckte aber auch Verbesse rungspotenzial auf, nicht zuletzt die kom plexen administrativen Abläufe, die insbe sondere für kleinere Organisationen schwer umzusetzen sind. Aber auch die Ansprache und Inklusion bestimmter Zielgruppen so wie die Verbreitung von Projektergebnissen kann noch verbessert werden. Kernforderungen für Erasmus+ ab 2028 Die Zwischenevaluation bietet neben der Retrospektive eine exzellente Chance, ei nen Blick in die Zukunft zu werfen. Die Ergebnisse dienten daher auch als Grund lage für das deutsche Positionspapier zur nächsten Programmgeneration von Erasmus+. Das Papier stellt übergreifende Kernforderungen für alle Bereiche des Pro gramms sowie spezifische Forderungen für die einzelnen Sektoren auf. Übergeordne te Priorität genießt dabei die Kontinuität des Programms: Die Mobilität als stärkste Leitaktion des Programms ist zentraler Be standteil der übergreifenden Forderungen und soll beibehalten werden. Dabei spielt insbesondere die Integration unterreprä sentierter Zielgruppen eine wichtige Rolle. Neben virtuellen Angeboten sind insbe sondere die Social Top-Ups für unterreprä sentierte Zielgruppen zu betonen, die das BMBF durch eine Zusammenarbeit mit dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) be sonders stärken will. Eine Fortsetzung oder sogar ein Ausbau dieser Synergien wäre sehr zu begrüßen. Zu den übergreifenden Forderungen gehört ebenfalls der Abbau von administrativen Hürden durch den Ausbau der Akkreditie rung und vereinfachte Antragsverfahren für Schulen und kleinere sowie mittlere Unter nehmen. Zudem sollen Pauschalen genutzt werden. Das deutsche Positionspapier fordert überdies ein stabiles und optimier tes IT-System für Antragstellerinnen und Antragsteller, Begünstigte und Nationale Agenturen in allen Bereichen. Spezifische Kernforderungen für die Be reiche Berufsbildung und Erwachsenenbil dung wurden ebenfalls erarbeitet. Zu den wichtigsten Forderungen im Bereich der Berufsbildung gehören: Erhaltung der Mobilität in Drittstaaten, eigene Online-Vernetzungsplattform für Berufsbildung in Europa, Förderungen für die Verbreitung von Projektergebnissen, Ausbau der Synergien zwischen der Eu ropass-Plattform und Erasmus+. Für den Bereich Erwachsenenbildung kön nen die folgenden Forderungen hervorge hoben werden: Sondierung von Synergieeffekten so wie fachlicher Austausch mit anderen EU-Förderprogrammen wie dem ESF Plus und der Initiative der Europäischen Kom mission „Aim, Learn, Master, Achieve“ (ALMA), Berücksichtigung der Spezifika in der Erwachsenenbildung bei der Förderung, auch durch die Nutzung von Pauschalen. Ausblick Ein erster Verordnungsvorschlag für die nächste Generation von Erasmus+ wird in der zweiten Jahreshälfte 2025 erwartet. Dieser Vorschlag bildet die Grundlage für alle dar auffolgenden Diskussionen. Das BMBF ist zu versichtlich, dass Erasmus+ auch ab 2028 vie len Europäerinnen und Europäern die Chance geben wird, Europa zu erleben! - - - Nationaler Bericht zur Halbzeitevaluati on der Erasmus+-Programmgeneration 2021-2027: - https://www.na-bibb.de/fileadmin/user_ upload/na-bibb.de/Dokumente/06_ Metanavigation/03_Presse/01_News/ Nationaler_Bericht_zur_Halbzeitevaluation_ ohne_Anlagen.pdf Deutsches Positionspapier zur nächsten Programmgeneration von Erasmus+: https://www.na-bibb.de/fileadmin/user_ upload/na-bibb.de/Dokumente/01_ Erasmusplus_2021-2027/Dokumente_ uebergreifend/2024/Positionspapier_ Erasmus__2028-2034.pdf - KRISTIN HESS war bis zum 28.02.2025 Referentin im Referat „ERASMUS; Internationale Zusammenarbeit in der Berufsbil dung“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung. © B M BF Erasmus+ 2028-2034: Die nächsten Schritte Ausblick auf den Weg zum Nachfolgeprogramm K ein anderes europäisches Programm ist so nah an den Bürgerinnen und Bürgern wie Erasmus+. Jeder kennt jemanden, der oder die durch das Programm geför dert wurde. Der hohe Bekanntheitsgrad und die Wertschätzung der Bevölkerung sind auch auf politischer Ebene deutlich, denn es gibt viel Unterstützung. So hat sich beispielsweise der Rat mit sei ner im Mai 2024 angenommenen Empfeh lung „Europa in Bewegung“ für die Stär kung von Erasmus+ ausgesprochen und konkrete Vorschläge zur Steigerung von Lernaufenthalten im Bildungssektor in allen Bereichen gemacht. Für die Berufsbildung und Hochschulbildung hat er darüber hi naus konkrete Zielwerte für 2030 formuliert (Mobilitätsquote von 12 bzw. 23 Prozent). Prominente und wichtige Fürsprecher des Programms sind darüber hinaus die beiden italienischen Politiker Enrico Letta und Ma rio Draghi. In ihren unabhängigen Berichten zur Weiterentwicklung des Binnenmarktes und zur Stärkung der europäischen Wettbe werbsfähigkeit weisen auch sie auf die Be deutung der Stärkung des Programms hin. Draghi stellt fest, dass das Erasmus+-Budget 2028-2034 verfünffacht werden müsste, um die Ziele der Ratsempfehlung in Euro pa zu erreichen. Diese Berichte sind in der Ausarbeitung der politischen Leitlinien der neuen von Ursula von der Leyen geführten EU-Kommission berücksichtigt worden. Hier findet sich auch die für Erasmus+ entschei dende Aussage: „Wir werden Erasmus+ stärken – auch für die berufliche Bildung –, sodass mehr Personen teilnehmen können. Dies ist überaus wichtig für die Menschen, damit sie Kompetenzen erwerben, gemein same Erfahrungen sammeln und einander besser verstehen können“. Erasmus+ ist da rüber hinaus das einzige Programm, das von der Leyen in ihrer Bewerbungsrede vor dem Europäischen Parlament im Juli 2024 explizit erwähnte. Das Budget: erhebliche Herausforderung Die Bekanntheit des Programms und die po litische Wertschätzung sind wichtig, dürfen aber nicht über die aktuellen budgetären Herausforderungen hinwegtäuschen. Dabei gibt es im Hinblick auf das Erasmus+-Budget 2028 bis 2034 zwei wesentliche Aspekte zu beachten. Einerseits sind auf nationaler wie auf europäischer Ebene die Haushalte unter Druck. Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz, Bildung sind hier nur einige https://www.na-bibb.de/fileadmin/user_upload/na-bibb.de/Dokumente/06_Metanavigation/03_Presse/01_News/Nationaler_Bericht_zur_Halbzeitevaluation_ohne_Anlagen.pdf https://www.na-bibb.de/fileadmin/user_upload/na-bibb.de/Dokumente/01_Erasmusplus_2021-2027/Dokumente_uebergreifend/2024/Positionspapier_Erasmus__2028-2034.pdf 18 19 Bildung für Europa | April 2025 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Erasmus+Erasmus+ Stichworte. Die Aufgaben sind groß und die Zukunft mit erheblichen Unsicherheiten be haftet. - Andererseits gilt für Erasmus+, dass eine knappe Verdopplung des Budgets praktisch Stagnation bedeuten würde. Das muss erklärt und politisch vermittelt werden. In den Jahren 2021 bis 2027 hat Erasmus+ ein Budget von insgesamt 28 Milliarden Euro. Das jährliche Budget verdoppelt sich in der Laufzeit des Programms dabei von rund 3 auf 6 Milliarden Euro. Wenn in den Jahren 2028 bis 2034 die Aktivitäten im Umfang des Jahres 2027 nur fortgeführt werden sollen, so braucht es da her einschließlich eines Inflationsausgleiches ein Budget von 46 Milliarden Euro. Der deut liche Zuwachs von 18 Milliarden Euro würde also lediglich eine Stagnation des neuen Pro gramms auf dem Niveau von 2027 sichern. Erst eine Verdopplung des bisherigen Budgets von 28 auf 56 Milliarden Euro würde zu ei ner quantitativen und qualitativen Stärkung führen. - - - - Die NA beim BIBB hat eine Abschätzung der Lernmobilität in der Berufsbildung in Abhän gigkeit vom zukünftigen Erasmus+-Budget erstellt. Dabei gehen wir von der günstigen Annahme aus, dass die Lernmobilität au ßerhalb von Erasmus+ im gleichen Umfang steigt, wie im Programm. Ein Budget von 46 Milliarden Euro ließe eine Mobilitätsquote von 6 Prozent erwarten, eine Verdopplung des Erasmus+-Budgets auf 56 Milliarden Euro eine Quote von 7 Prozent und eine Verdreifachung eine Quote von 11 Prozent. Selbst bei einer sehr günstigen Annahme bräuchte es folg lich mehr als eine Verdreifachung, um die mit „Europa in Bewegung“ gesetzten Ziele für die Berufsbildung zu erreichen. - - - Die Zwischenevaluation: Erasmus+ 2021-2027 Die Zwischenevaluation des laufenden Pro gramms zeigt, dass das Programm sehr er folgreich und der Wunsch nach Kontinuität hoch ist. Die Steigerung der Lernmobilität, die Einführung der Akkreditierung, die Stär kung europäischer Kooperationen, die vier horizontalen Prioritäten, die überwiegend dezentrale Verwaltung des Programms und die ausgeweitete Pauschalierung sind bei spielsweise Aspekte, die von allen Beteiligten positiv bewertet werden. Wichtige Impulse für eine Weiterentwicklung des Programms 2028-2034 haben die Bundesministerien un ter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und zusam men mit der Kultusministerkonferenz (KMK) - - - - - - in einem Kernforderungspapier der EU-Kom mission übermittelt. Im Mittelpunkt steht die Stärkung von Erasmus+ als bürgernahes Pro gramm, das in seiner Grundstruktur mit seinen Sektoren, Leitaktionen und horizontalen Prio ritäten erhalten bleibt. Neben der Stärkung der Mobilität gilt es die dezentralen Koope rationsprojekte zu erhalten und ihre Wirkung noch zu steigern, indem die Verbreitung be sonders erfolgreicher Projekte eigenständig gefördert wird. Das Programm ist inklusiver geworden, sollte aber die Anstrengungen in dem Bereich weiter steigern. Die Aktion Jean Monnet sollte dezentralisiert werden, um den Zugang für Bildungseinrichtungen zu erleich tern. Grundlegend ist darüber hinaus die Be reitstellung einer funktionalen IT-Umgebung. - - - - - - - Für die Erwachsenenbildung wird betont, dass der Anteil des Sektors am Gesamtbudget sta bil bleiben soll, um die Erwachsenenbildung in Europa weiter zu stärken. Angesichts der vielfältigen und sich schnell vollziehenden Umbrüche in Gesellschaft und Arbeitsmarkt hat die Erwachsenenbildung eine bedeutende gesellschaftliche Funktion. Eine Besonderheit der Erwachsenenbildung, die im neuen Pro gramm spezifischer berücksichtigt werden sollte, ist, dass Lernende und Lehrende gleich alt sind und daher auch gleich gefördert wer den sollten. - - - Die Rolle der Berufsbildung im Programm sollte angesichts ihrer Bedeutung für die Wett bewerbsfähigkeit Europas gestärkt werden. Eine Vernetzungsplattform analog zu EPALE und e-Twinning ist dringend erforderlich, um die Praktikerinnen und Praktiker der Berufsbil dung in Europa auch jenseits von Erasmus+ zu vernetzen, innovative Konzepte zu verbreiten und die Suche nach Kooperationspartnern zu erleichtern. - - Der Weg: Erasmus+ 2028-2034 Anfang 2028 startet das Nachfolgeprogramm. Bis dahin sind es noch zweieinhalb Jahre, die es aber auch braucht, um die beiden erforder lichen Gesetzgebungsverfahren abzuschlie ßen. Sowohl der siebenjährige Haushalt von 2028 bis 2034 als auch das Nachfolgepro gramm Erasmus+ werden als EU-Verordnung, also im Rahmen des europäischen Gesetzge bungsprozesses, verabschiedet. Dazu wird die EU-Kommission im Sommer 2025 zunächst einen Vorschlag für den gesamten EU-Finanz rahmen 2028 bis 2034 machen. Im Anschluss daran wird sie dann ihren Vorschlag für das EU-Bildungsprogramm in diesem Zeitraum vorlegen. Das laut Finanzrahmen verfügbare Budget ist dabei für die Ausgestaltung des Nachfolgeprogramms von besonderer Bedeu - - - - - - tung. Beide Verordnungen werden dann ab der zweiten Jahreshälfte 2025 unabhängig voneinander verhandelt. Drei Dinge können dabei als sicher angenommen werden: Ers tens bleibt keine Verordnung im parlamen tarischen Prozess unverändert. Es wird zwei tens einen engagierten sogenannten „Trilog“ zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und Rat geben und drittens werden am Ende bei de Verordnungen erfolgreich verabschiedet. Der Erasmus+-Nutzerbeirat der NA beim BIBB hat bereits im April 2024 eine Stellungnahme zum Nachfolgeprogramm erarbeitet, die auf der Website der NA beim BIBB veröffentlicht ist. Allen Projektträgern steht es frei, ihre EU-Parlamentarierinnen und -Parlamentarier über ihr Engagement im Programm und die Bedeutung von Erasmus+ für ihre Arbeit zu in formieren. Viele Abgeordnete freuen sich über konkrete Rückmeldungen, die sie in ihre Ar beit im Parlament einbringen und damit auch Entscheidungsprozesse beeinflussen können. Es beginnt nun also ein komplexer demokra tischer Prozess, an dem sich alle beteiligen können. Wenn alles gut geht, ist dieser bis zum Herbst 2027 abgeschlossen und die neue Programmgeneration Erasmus+ 2028-2034 kann pünktlich an den Start gehen. - - - - - - - Eine Darstellung des ordentlichen Gesetz gebungsverfahrens in der EU sowie aktuelle Meldungen zum Prozessfortschritt finden Sie auf der NA-Website. - Auf dieser Seite finden Sie auch Links zu wichtigen Dokumenten wie den Draghi- und den Letta-Bericht oder die Ratsempfehlung „Europa in Bewegung“. www.na-bibb.de/erasmusplus2028 BERTHOLD HÜBERS Leiter der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B Entwicklungen in den Leitaktionen 1 und 2 Akkreditierung und Pauschalisierung haben sich bewährt M it der Erasmus+-Programmgeneration 2021-2027 wurden verschiedene Än derungen in den beiden Leitaktionen 1 (Mobilität) und 2 (Kooperationen) ein geführt. Nachfolgend geben wir einen Überblick über die weitreichendsten Änderungen und ihre Entwicklungen. Insgesamt betrachtet erfährt das Pro gramm Erasmus+ aber große Kontinu ität. Teilnehmende der NA-Jahrestagung 2024 © N A b ei m B IB B / a rg um H el le r Leitaktion 1 – Akkreditierung und horizontale Prioritäten des Eras mus+-Programms Eine zentrale Neuerung ist die Einführung der Akkreditierung sowohl in der Berufs- als auch in der Erwachsenenbildung. Hat eine Bildungseinrichtung die Akkreditierung ein malig erfolgreich beantragt, ermöglicht diese ihr langfristig mit reduziertem bürokratischen Aufwand Fördermittel für Mobilitätsaktivi täten anzufordern. Mit der Akkreditierung verpflichten sich die Bildungseinrichtungen, neben den geplanten Mobilitätsaktivitäten im Rahmen von Erasmus+ ihre Einrichtung systematisch und langfristig weiterzuentwi ckeln. Dazu formulieren sie in einem Eras mus-Plan individuelle Ziele, etwa in den Bereichen Inklusion, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung, die sie durch Mobilitätsmaß nahmen erreichen möchten. Neben der Akkreditierung bleiben Kurzzeit projekte eine Option, um erste Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten zu sammeln. In der aktuellen Programmgeneration haben programmübergreifende Prioritäten an Be deutung gewonnen. Alle geförderten Akti vitäten sollen zu den gesellschaftlichen He rausforderungen Inklusion, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und demokratische Teilhabe beitragen. So geht es in der Leitaktion 1 z.B. darum, insbesondere Personen mit gerin geren Chancen einzubeziehen und zu einem gerechten Zugang zu Bildung beizutragen. Dafür kann die Organisation zusätzliche För dermittel erhalten, die sogar flexibel aufge stockt werden können. Außerdem gibt es zusätzliche Fördermittel, wenn die Teilneh menden „grüne“ Reisemittel wählen. Berufsbildung: Internationalisierung und neue Aktivitäten für Lernende und Bildungspersonal Seit 2021 werden im Rahmen von Erasmus+ Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung nicht nur in EU- oder mit dem Programm assoziierte Länder, sondern weltweit ge fördert. Dafür können akkreditierte Ein richtungen bis zu 20 Prozent ihres Budgets nutzen, um Auslandspraktika in Ländern wie den USA, Brasilien oder Indien anzubieten. Für Lernende wurden zwei neue Aktivitäten eingeführt: Kompetenzwettbewerbe und Gruppenmobilitäten. Die Teilnahme an inter nationalen Wettbewerben bietet Lernenden die Chance, sich einem transnationalen Vergleich zu stellen und ihre branchenspe zifischen Fähigkeiten zu zeigen. Gruppen mobilitäten ermöglichen Lernenden aus mindestens zwei Ländern verschiedene The men zu bearbeiten oder auch europäische Institutionen zu besuchen. Damit fördert diese Aktivität gezielt politische Bildung von http://www.na-bibb.de/erasmusplus2028 20 21 Bildung für Europa | April 2025 Erasmus+Erasmus+ - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Lernenden im Ausland. Das Bildungsperso nal profitiert seit 2021 von der Möglichkeit, an Kursen oder Schulungen teilzunehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Exper tinnen und Experten aus dem Ausland ein zuladen. - - - Allgemeine Erwachsenenbildung: För derung von Lernenden mit geringen Chancen - Für die Erwachsenenbildung hat die neue Programmgeneration mit der Einbeziehung der Lernenden eine fundamentale Verände rung gebracht. Diese Zielgruppe, also Nutze rinnen und Nutzer von Bildungsangeboten in der allgemeinen Erwachsenenbildung, kann nun seit 2021 auch mobil werden und an sogenannten Lernreisen ins Ausland teil haben. Obwohl bereits im Programmjahr 2023 die Zielgruppe auf alle Lernenden er weitert wurde, liegt der Schwerpunkt auch hier auf der Förderung von Lernenden mit geringeren Chancen, also Menschen, die bisher wenig bis gar keinen Zugang zu Bil dung hatten, wie beispielsweise Teilneh mende an Grundbildungsangeboten. Für diese Zielgruppe gibt es seit 2023 ebenfalls die Möglichkeit für Auslandsaufenthalte bis zu einem Jahr. Damit sind die Aktivitäten der Zielgruppen in den verschiedenen Bildungs bereichen weitestgehend angeglichen wor den. - - - - - - - - Zudem zeigt der stark gewachsene Bud getanteil für die Erwachsenenbildung die Wertschätzung und Aufmerksamkeit für diesen die Menschen lebensbegleitenden Bildungsbereich. - Insgesamt hat in der Leitaktion 1 in beiden Bildungsbereichen neben der individuellen Förderung von Lernaufenthalten, die Inter nationalisierung und Entwicklung der In stitutionen an Bedeutung gewonnen und Mobilitätsaktivitäten dadurch in ihrer nach haltigen Wirkung gestärkt. - - - Leitaktion 2 – Pauschalisierung von Förderung und starke Ausprägung der horizontalen Prioritäten Die größte Veränderung in der Leitaktion 2 ist die Einführung der Pauschalisierung. Hierbei haben Antragstellende die Möglichkeit, zwi schen fünf verschiedenen Pauschalförder summen zu wählen. Sowohl die kleineren als auch die Kooperationspartnerschaften werden so in ihrer administrativen Abwick lung für Projektträger und Nationale Agen turen vereinfacht – eine Forderung, die be - - - - - reits im Vorgängerprogramm Erasmus+ von vielen Stakeholdern eingebracht wurde. Die Einführung der Pauschalisierung hat auch einen weiteren positiven Effekt: Die Projekt ergebnisse und Aktivitäten werden verstärkt auf ihre Qualität und auch ihre Wirkung im Bildungsbereich hin überprüft. Somit stellt das Programm sicher, dass mit Erasmus+ entwickelte Ergebnisse nachhaltig im Feld verwendbar sind sowie die bildungsbe reichsspezifische Verankerung der beteilig ten Organisationen eine hervorgehobene Rolle spielt. In diesem Zusammenhang sind auch die besonders in der Leitaktion 2 er weiterten Checks zu verstehen. Mit dem „Financial Capacity Check“, dem „Opera tonal Capacity Check“, dem „Multiple Sub mission Check“ und dem Check auf Plagia rismus wird die koordinierende Einrichtung bereits in der Antragsrunde unter die Lupe genommen und die Eignung für die Teilnah me am Erasmus+-Programm überprüft. Dies ist auch eine Antwort auf die Beobachtung, dass vermehrt Organisationen, die keinen Bildungsbezug haben oder allein kommer zielle Interessen verfolgen, versuchen, am Programm teilzunehmen. - - - - - - - - - Die Einführung der programmübergreifen den Prioritäten hat auch in der Leitaktion 2 sehr positive Effekte gezeigt. Neben den bildungsbereichsspezifischen Schwerpunk ten, die weiterhin gut bedient werden, sind die programmübergreifenden Prioritäten Digitalisierung und Nachhaltigkeit bei An tragsstellern in der Berufsbildung besonders beliebt. Die in der Erwachsenenbildung be reits länger und historisch verankerte Prio rität “gemeinsame Werte, zivilgesellschaft liches Engagement und Teilhabe“ hat mit - - - - - - dem EU-Wahl-Jahr 2024 auch in der Berufs bildung verstärkt Fuß gefasst. - Rückläufige Budgetentwicklung Trotz der in dieser Programmgeneration erstarkten Ausrichtung der Leitaktion 2 auf Inhalte und Bildungsprodukte für die Praxis, gibt es eine rückläufige Entwicklung in der finanziellen Ausstattung sowohl in der Er wachsenen- als auch in der Berufsbildung. Die durch die Covid-19-Pandemie bedingten Budgetverschiebungen in den Jahren 2020 und 2021 wurden von der Leitaktion 2 ab sorbiert und so viele Projekte gefördert wie noch nie. Mit der Wiederaufnahme von Mobilitätsaktivitäten in der Leitaktion 1 ab 2022 ist das Budget der Leitaktion 2 stetig gesunken. Dies führt dazu, dass in beiden Bildungsbereichen in den letzten Jahren eine Förderquote von 20 bis 30 Prozent zur Normalität geworden ist. Dies ist gerade mit Blick auf die große Zahl vielversprechender und qualitativ hochwertiger Anträge bedau erlich. Die Durchführung von europäischen Projekten, in denen Partnerschaften aufge baut und vor allem erprobt werden, ist auch ein vitaler Teil der Internationalisierung von Bildungseinrichtungen – einem Kernziel des Gesamtprogramms Erasmus+. - - - - www.na-bibb.de CLAUDIA LAUBENSTEIN Leiterin des Teams „Erwachsenen bildung: Erasmus+ Lernmobilität / Europäische Agenda für Erwachse nenbildung“ in der NA beim BIBB JULIA LUBJUHN Leiterin des Teams „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung / Europass“ in der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B Erasmus+-Antragsrunde 2024 Nachfrage nach Partnerschaften stabil oder wachsend D ieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 04.02.2025 wieder. Nachdem wir im letzten Journal über die Antragsrunde 2024 im Bereich der Mobilität berichtet hatten, konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Akkreditierung und die Leitaktion 2 (Partnerschaften für Zu sammenarbeit). Akkreditierung Die Antragsfrist für die Akkreditierung ende te am 1. Oktober 2024. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass aus budgetären Grün den, genau wie im Vorjahr, maximal 100 neue Akkreditierungen in der Berufsbildung vergeben werden können. 125 Anträge er reichten die NA beim BIBB. 100 Einrichtungen erhielten die langfristige Förderzusage, womit sich die Zahl der insgesamt akkreditierten Ein richtungen auf 985 erhöhte. In der Erwachsenenbildung besitzen ins gesamt 88 Einrichtungen eine Akkreditierung und profitieren damit zukünftig von einem ver einfachten Mittelabruf für ihre Mobilitätspro jekte. 2024 sind 39 Anträge auf Akkreditierung eingegangen, 25 davon wurden positiv be schieden. Betrachtet man das Gesamtgesche hen ist erkennbar, dass in der Erwachsenenbil dung mit ihren vielen kleinen Einrichtungen der zweite Zugang zur Mobilitätsförderung, sprich die Kurzzeitprojekte wichtig bleiben, denn hier besteht eine hohe Nachfrage. Partnerschaften In der Berufsbildung wurden in den beiden Antragsrunden 2024 (Antragsfrist 05.03. und 01.10.2024) insgesamt 242 Projektanträge ein gereicht, wobei die zweite Antragsrunde aus schließlich kleinere Partnerschaften adressierte. Insgesamt wurden Finanzmittel in Höhe von 44,35 Millionen Euro beantragt. Davon vertei len sich 119 Anträge auf die kleineren Partner schaften mit 6,81 Millionen Euro und 123 An träge auf die Kooperationspartnerschaften mit 37,54 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Antragszahlen somit ähnlich hoch ge blieben (2023: 246 Anträge), insbesondere im Bereich der Kooperationspartnerschaften. Aufgrund des begrenzten Budgets und nach den formalen Prüfungen erhielten 80 Projekte eine Förderzusage, davon 30 Kooperations partnerschaften mit einem Fördervolumen von 9,45 Millionen Euro und 50 kleinere Partner schaften mit 2,73 Millionen Euro. In circa einem Drittel aller Anträge wurde die Fördersumme von 250.000 Euro gewählt. Da hinter folgen mit deutlichem Abstand Koope rationspartnerschaften mit 400.000 Euro und kleinere Partnerschaften mit 60.000 Euro. Wie bereits im letzten Jahr wurden nur vereinzelt die Pauschalsummen 120.000 Euro oder 30.000 Euro zur Förderung beantragt. Am häufigsten wurden die berufsbildungsspe zifischen Prioritäten „Anpassung der berufli chen Aus- und Weiterbildung an den Bedarf des Arbeitsmarkts“ und „Beitrag zur Innovati on in der Berufsbildung“ adressiert. An dritter Stelle folgt mit „Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels“ die erste bildungsbereichsüber greifende Priorität. In der Erwachsenenbildung gingen zur ersten Antragsrunde 2024 insgesamt 273 Anträge ein, die sich auf die beiden Akti onstypen folgendermaßen verteilten: 171 Anträge bei den Kooperationspartnerschaf ten und 102 Anträge bei den kleineren Part nerschaften. Damit bewegten sich die Zahlen ziemlich genau auf dem hohen Niveau der ersten Antragsrunde von 2023. Ähnlich wie im Vorjahr musste aufgrund der zahlreichen An träge wiederum der Begutachtungszeitraum verlängert werden, sodass erst Ende August die Förderentscheidung feststand. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget und mit zusätzli chen Mitteln aus der Förderaktion Mobilität Er wachsenenbildung konnten schließlich 33 Ko operationspartnerschaften mit einem Budget von circa 9,2 Millionen Euro gefördert werden sowie 26 kleinere Partnerschaften mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro. Für die zweite Antragsrunde 2024 stand für die kleineren Partnerschaften nur knapp eine Million Euro zur Verfügung. Nichtsdestotrotz ging eine neue Rekordzahl von 133 Anträgen ein – so viele wie noch nie zuvor in einer An tragsrunde bei den kleineren Partnerschaften. Aufgrund des zur Verfügung stehenden gerin gen Budgets konnten nur 17 kleinere Partner schaften in die Förderung gehen. Bezüglich der Förderquote konnten sich die Kooperationspartnerschaften dank des zusätz lichen Budgets im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 20 Prozent steigern. Bei den kleineren Partnerschaften ergab sich für beide Antrags runden zusammen aufgrund der enormen An tragszahlen eine Förderquote von nur rund 18 Prozent. Inhaltlich stehen bei den geförderten Projek ten, ähnlich wie im Vorjahr, die Themen digi tale Kompetenzen, grüne Kompetenzen und Klimawandel sowie Inklusion im Vordergrund. Dies spiegelt sich auch in den am häufigsten in den Projekten fokussierten Prioritäten wider: „Inklusion und Vielfalt“ wurde vor „Verbesse rung der Kompetenzen von Pädagoginnen und Pädagogen“ und „Digitaler Wandel“ gewählt. Die Bewilligungslisten können auf der NA-Web site unter „Bewilligte Aktivitäten“ bzw. „Bewil ligte Projekte“ eingesehen werden. http://www.na-bibb.de 22 23 Bildung für Europa | April 2025 Erasmus+-Jahresstatistik 2024 Ausgewählte Facts aus der Berufs- und Erwachsenenbildung kurz präsentiert D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e, B ild qu el le n: © D an ie lE rn st u nd K on st ia nt yn /A do be st oc k. co m Die aktuelle Erasmus+-Programmgeneration läuft von 2021 bis 2027. Neu eingeführt mit dem Programmstart wurde die Akkreditierung – eine Art Erasmus+-Mitgliedschaft in der Mobilität. Auch seitdem hat es verschiedene kleinere Neuerun gen gegeben, wie z.B. die Einführung von Gruppenmobilitäten für Lernende in der Berufsbildung. Von der NA beim BIBB betreut werden die Leitaktionen 1 (Mobilität) und 2 (Partnerschaften) in der Berufs- und Erwachsenenbildung. Für das Antragsjahr stand dafür in Deutschland ein Förderbudget von insgesamt mehr als 130 Millionen Euro zur Verfügung. - Berufsbildung Rekord bei bewilligten Auslandsaufenthalten | Jahr Lernende | Bildungspersonal | Gesamt ... 2019 26.858 6.029 32.887 2022 18.725 5.029 23.754 2023 25.259 7.752 33.011 2024 36.720 | | 9.365 46.085 Hohe Zuwachsrate bei Lernenden 2024 im Vergleich zu 2023 45% mehr Bewilligungen für Lernende 21% mehr Bewilligungen für Bildungspersonal Gruppenmobilitäten gut angenommen 2024 - Gesamtzahl der bewilligten Lernenden36.720 4.958 Teilnehmende in Gruppen mobilitäten 14% > : - Auslandserfahrung für alle 18% Anteil der Lernenden mit geringeren Chancen an bewilligten Aufenthalten für Lernende Quelle: Dashboard zum Yearly Report (06.01.2025) Partnerschaften – Top-Prioritäten 1. Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an den Bedarf des Arbeits markts 2. Beitrag zur Innovation in der Berufsbildung Erwachsenenbildung Weiteres Wachstum bei Auslandsaufenthalten Bewilligte Auslandsaufenthalte Jahr Lernende Bildungspersonal Gesamt 2021 194 961 1.155 2022 379 1.001 1.380 2023 619 2.151 2.770 2024 883 2.731 3.614 Quelle: NA beim BIBB Gute Förderchancen > 70% Bewilligungsquote für Lernende und Bildungs personal jeweils über 70% - Partnerschaften – Top-Prioritäten: 1. Inklusion und Vielfalt 2. Verbesserung der Kompetenzen von Personal Starker Zuwachs bei Kurzzeitprojekten 2023 2024 32 bewilligte Kurzzeitprojekte +97% 63 bewilligte Kurzzeitprojekte Bundesländer mit den meisten bewilligten Kurzzeitprojekten 2024 Nr. 1 | Berlin Nr. 2 | Bayern Nr. 3 | NRW Weitere Statistiken finden Sie unter: www.na-bibb.de/presse/statistik http://www.na-bibb.de/presse/statistik 24 25 Bildung für Europa | April 2025 Wirkungen von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Erster transnationaler Forschungsbericht des Netzwerks RIA-AE veröffentlicht - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Erasmus+Erasmus+ - - - - - RIA-Netzwerktreffen 2024 in Slowenien © B er t- Ja n Bu is ko ol D ie NA beim BIBB hat es sich in der Programm periode 2021-2027 zum Ziel gesetzt, die Wirkungen von Erasmus+ in der Erwach senenbildung systematischer zu erforschen – sowohl national als auch europäisch, um vergleichende Analysen zu ermöglichen. 2022 wurde gemeinsam mit sieben weite ren Nationalen Agenturen das transnationale Forschungsnetzwerk RIA-AE (Research-based Impact Assessment of Erasmus+ Adult Educa tion Programmes) gegründet, das mittlerwei le 20 Mitgliedsländer umfasst. 2023/2024 führte das Netzwerk erfolgreich eine erste Datenerhebung durch, deren Ergebnisse im November 2024 im ersten europäischen Bericht veröffentlicht wurden. Die Studie un tersucht die Auswirkungen der Leitaktionen 1 (Lernmobilität) und 2 (Kooperationen) auf Organisationen, Mitarbeitende, Lernende so wie den Erwachsenenbildungssektor in den teilnehmenden Ländern. Sie basiert auf einer Mixed-Methods-Methodik, die Dokumenten analyse, Online-Umfragen, Fallstudien und Interviews umfasst, und wurde in 15 Ländern durchgeführt. Nachfolgend fassen wir die zentralen Erkenntnisse zusammen. Inklusivität von Erasmus+ Die Studie zeigt, dass Erasmus+ eine Vielzahl von Organisationen und erwachsenen Ler nenden in den teilnehmenden Ländern unter stützt, wobei Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Erwachsenenbildungsanbieter am häufigsten vertreten sind. Trotz Heraus forderungen wie begrenzten Ressourcen oder Schwierigkeiten, neue Teilnehmende zu gewinnen, erreichen die Organisationen viele benachteiligte Zielgruppen und erkennen den hohen Mehrwert der Förderung. Aller dings nutzen viele Organisationen nur eine der Leitaktionen, obwohl Synergien zwischen beiden ausgebaut werden könnten. Zudem bleibt das Potenzial für Mobilitätsprojekte bei erwachsenen Lernenden oft ungenutzt, was auf fehlendes Wissen über das Format, Hindernisse auf Organisationsebene und komplexe Programmanforderungen zurück zuführen ist. Wirkung auf Organisationsebene Erasmus+ hat Organisationen in Europa maßgeblich dabei unterstützt, ihre Lern angebote zu verbessern und Strukturen weiterzuentwickeln, insbesondere in den Bereichen Inklusion, Digitalisierung, grüne Transformation und demokratische Teilhabe. Viele Organisationen konnten durch das Pro gramm ihre Internationalisierungsaktivitäten stärken, internationale Netzwerke ausbauen und das Management internationaler Pro jekte verbessern. Etwa 60 Prozent der Orga nisationen entwickelten im Rahmen von Ko operationsprojekten (Leitaktion 2) Curricula, Leitfäden oder digitale Tools, die größtenteils erfolgreich genutzt werden. Herausforde rungen bleiben jedoch in der praktischen An wendbarkeit der Ergebnisse, fehlender Aner kennung und begrenzter Kapazität, die den langfristigen Impact erschweren können. Wirkung auf horizontale Prioritäten Die Analyse zeigt, dass viele begünstigte Organisationen Maßnahmen zur Förderung von Inklusion und Vielfalt, Digitalisierung, Umweltbewusstsein und aktiver Bürgerschaft umgesetzt haben. Dennoch fehlen oft spezi fische Strategien und Personal für Inklusion, digitale Unterstützung für Lernende mit be sonderen Bedürfnissen und Maßnahmen zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks. Ebenso sind Strukturen zur Mitbestimmung der Lernenden und Strategien zur Förderung aktiver Bürgerschaft weniger verbreitet. Die größten Fortschritte verzeichnen die Orga nisationen in den Bereichen Digitalisierung (66 Prozent), Inklusion und Vielfalt (65 Pro zent) sowie aktive Bürgerschaft (62 Prozent), während die Priorität Nachhaltigkeit und Kli maschutz etwas weniger Wirkung zeigt (53 Prozent). Wirkung auf Lernende und Personal Die Teilnahme an Erasmus+-Projekten er möglicht Mitarbeitenden im Bereich der Er wachsenenbildung, internationale Kompe tenzen sowie pädagogische und didaktische Fähigkeiten zu stärken. Besonders profitieren sie von den Erfahrungen, die sie im Bereich Projektmanagement, zu kulturellen Unter schieden und internationaler Zusammenar beit sammeln, was auch ihre Motivation und ihr Engagement für Mobilitätsprojekte er höht. Zudem werden Sprachkenntnisse und die Fähigkeit zur Innovation gefördert, wo bei Mitarbeitende oft als Multiplikatoren in ihren Organisationen wirken. Auch Lernende profitieren deutlich, etwa durch die Erwei terung ihres sozialen Umfelds, persönliche Weiterentwicklung und bessere Bildungs- oder Arbeitsmarktchancen. Die Qualität der Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung beeinflusste den Erfolg für beide Gruppen maßgeblich. Wirkung auf systemischer Ebene Erasmus+-Projekte haben positive Effekte auf Organisationen und den Erwachsenen bildungssektor, beeinflussen jedoch die po litische Entscheidungsfindung auf lokaler, re gionaler und nationaler Ebene nur begrenzt. Hauptgründe hierfür sind der geringe Umfang vieler Projekte und die Herausforderung, ihre langfristigen Wirkungen zu verfolgen. Zudem fehlen in einigen Ländern Dachor ganisationen, die den Wissenstransfer zwi schen Projekten und der Politik erleichtern könnten. Eine stärkere Einbindung von po litischen Akteuren sowie die Teilnahme an lokalen und regionalen Netzwerken könnten den politischen Einfluss von Erasmus+-Pro jekten verbessern. Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse der Studie in Bezug auf bereits erreichte Erfolge und noch bestehende Herausforderungen kompakt zusammen: Erfolge Erasmus+ erreicht eine breite Vielfalt an Organisationen der Erwachsenenbildung und Lernenden. Begünstigte Organisationen schätzen Erasmus+ und bleiben dem Programm treu. Die Internationalisierung ist stärker in den Organisationen verankert. Die meisten entwickelten Ergebnisse wur den in das reguläre Angebot integriert. Projekte tragen zu den horizontalen Prioritäten von Erasmus+ bei. Erasmus+ verbessert die beruflichen Kompetenzen der Mitarbeitenden. Die Teilnahme an Erasmus+ stärkt die Fähigkeiten erwachsener Lernender und fördert ihre soziale Integration. Herausforderungen Noch nicht alle Organisationstypen werden erreicht. Potenzial zur Stärkung der Synergien zwischen Leitaktion 1 (Mobilität) und 2 (Kooperationen). Möglichkeiten, die Wirkung des Pro gramms auf Organisations-, Mitarbeiten den- und Lernendenebene zu erhöhen. Schwieriger Start der Lernreisen für er wachsene Lernende, jedoch vielverspre chende Zukunft. Begrenzte systemische Wirkung aufgrund fehlenden Dialogs zwischen Programm- und Politikebene. Den vollständigen Bericht auf Englisch finden Sie unter: https://epale.ec.europa.eu/en/ resource-centre/content/ transnational-analysis-impact- erasmus-adult-education-sector JANINA MEYER TCA-Beauftragte der NA beim BIBB meyer@bibb.de © p riv at https://epale.ec.europa.eu/en/resource-centre/content/transnational-analysis-impact-erasmus-adult-education-sector mailto:meyer@bibb.de 26 27 Bildung für Europa | April 2025 Erasmus+Erasmus+ - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - European Innovative Teaching Award 2024 Frieden lehren und leben D as Erasmus+-Projekt PEEC (Peace Educa tion in Early Childhood to prevent Bul lying) hat 2024 den European Innovative Teaching Award (EITA) in der Kategorie "berufliche Bildung" erhalten. Die Preis verleihung fand während der Jahresta gung der NA beim BIBB statt und wür digte das Projekt für seinen innovativen Ansatz in der Friedenserziehung. Der Award wird seit 2021 jährlich von der Europäischen Kommission verliehen und zeichnet herausragende Bildungsinitiativen aus, die mit kreativen Methoden zur Ver besserung der Lehre beitragen. 2024 lag der Schwerpunkt des Preises auf der psychi schen Gesundheit und dem Wohlbefinden an Schulen. Das PEEC-Projekt überzeugte die Jury durch seinen umfassenden, praxis nahen Ansatz und die nachhaltige Wirkung der entwickelten Materialien. Das Hauptziel von PEEC besteht darin, Friedens erziehung bereits in der frühkindlichen Bildung zu verankern, um Mobbing vorzubeugen. Lars Menzel, Leiter der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland und Initiator des Projekts, entwickelte gemeinsam mit seiner Kollegin Jana Goldberg und internationalen Partnern Lehrmaterialien, die Erzieherinnen und Erzie hern einfache und effektive Möglichkeiten bieten, Kindern die Prinzipien von Frieden und Konfliktbewältigung nahezubringen. Diese Innovation führt nicht nur zu einem besseren Verständnis von Frieden, sondern stärkt auch das Wohlbefinden der Kinder und Fachkräfte gleichermaßen. Besonders hervorgehoben wurde von der Jury, wie das Projekt systematisch Bedarfsanalysen durchführte, um die Materialien auf die täg lichen Herausforderungen von Erzieherinnen und Erziehern abzustimmen. Jana Goldberg, Fachbereichsleiterin für Internationale Bildung und Integration sowie Projektkoordinatorin von PEEC, erklärte: "Unser Ziel war es, praxis orientierte Lehrmittel zu schaffen, die ohne großen Aufwand in den Arbeitsalltag integriert werden können." Das Ergebnis ist eine mo dulare Materialsammlung, die individuell an Gruppengröße, Zeit und Lernformate ange passt werden kann. Zu den behandelten The men gehören Toleranz, Inklusion, Mitgefühl und die Prävention von Cybermobbing. Internationale Zusammenarbeit als Erfolgsschlüssel Im PEEC-Projekt arbeiteten Partnerorganisati onen aus Deutschland, Spanien, Kroatien und Litauen eng zusammen, um ein gemeinsames Verständnis von Friedenserziehung zu ent wickeln. Diese Zusammenarbeit ermöglichte nicht nur den Austausch von Best Practices, sondern auch die Entwicklung eines Fortbil dungskonzepts, das in verschiedenen Ländern Anwendung findet. In Litauen wurde das Kon zept bereits offiziell in die Ausbildung von Er zieherinnen und Erziehern integriert. Auch in den anderen teilnehmenden Ländern finden regelmäßig Schulungen statt. Nachhaltige Wirkung und Perspektiven Das Konzept von PEEC geht über die reine Materialentwicklung hinaus. Es soll langfristig als Bestandteil der Ausbildung von pädago gischem Fachpersonal etabliert werden. In Deutschland setzt die Johanniter-Akademie auf die Schulung von Multiplikatoren, die das Wissen weitertragen und in die Praxis umset zen. Goldberg berichtet, dass eine Projektteil nehmerin ganz begeistert von den Materialien war: "Die Kinder haben gefragt, wann sie so etwas wieder machen können." Solche Rück meldungen zeigen die Wirkung des Projekts und unterstreichen dessen Relevanz. Die Vision der Projektverantwortlichen reicht jedoch noch weiter. Sie streben eine feste Verankerung der Friedenserziehung in der Bildungslaufbahn von pädagogischem Personal an. "Frieden zu leh ren ist nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Verantwortung", fasst Goldberg zusammen. Das PEEC-Projekt und die Auszeichnung mit dem EITA verdeutlichen, wie innovative Bil dungsprojekte den Grundstein für eine fried lichere Gesellschaft legen können. - © N A b ei m B IB B / a rg um H el le r - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - INFO https://peec-online.eu/de/ergebnisse/ Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie einen Kurzfilm zum Projekt: NADJA LINKE Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Information und Öffentlich keitsarbeit“ in der NA beim BIBB nadja.linke@bibb.de © N A b ei m B IB B Good Practice: Demokratiebildung spielerisch fördern Interesse am Kartenspiel auch außerhalb der Erwachsenenbildung - © M ite in an de r in E ur op a e. V. „Peter, 11 Jahre, möchte in die Schu le ab morgen einen Rock tragen. Wie gehen wir damit um?“ Das ist eine der zahlreichen Fragen, die bei dem Spiel SIMBOLO gestellt und dann anhand von verschiedenen Antwortvorschlä gen oder einer offenen Antwortmög lichkeit diskutiert werden. Die Ko operationspartnerschaft zur Förde rung der Demokratieerziehung hat mit diesem analogen Kartenspiel ein pra xisnahes Werkzeug geschaffen, das auf spielerische Weise für demokratische Werte sensibilisiert und eine aktive Ge staltung der Gesellschaft fördert. Von der Bedarfsanalyse zur Umsetzung Das Projektkonsortium aus fünf Ländern hatte sich zum Ziel gesetzt, den vielfältigen Herausforderungen und Bedrohungen für unsere Demokratie mit einem Ansatz des spie lerischen Lernens zu begegnen. Das Projekt begann mit einer umfassenden Bedarfsana lyse, bei der durch Desktop-Recherche und einer Umfrage unter 100 europäischen Eltern die Grundlage für die Entwicklung geschaffen wurde. Als zentrales Ergebnis entstand das Kartenspiel „SIMBOLO – Sag’s demokratisch" in sechs Sprachen, das grundlegende demo kratische Werte vermittelt, den Austausch un terschiedlicher Perspektiven fördert sowie zur Diskussion und Kompromissfindung anregt. Ergänzt wird das Spiel durch ein Begleitheft, das ebenfalls in sechs Sprachen verfügbar ist und Denkimpulse, Gesprächsanregungen so wie philosophische Fragestellungen enthält. Diese Handreichung unterstützt Fachkräfte in der Erwachsenenbildung, soziale Einrich tungen und Schulen bei der Integration von Demokratiebildung in ihre Arbeit. Wesentlicher Bestandteil: gezielte Verbreitung Da das Spiel nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem eine aktive Auseinander setzung mit demokratischen Prinzipien be wirken wollte und will, hatte von Beginn an die Verbreitung einen hohen Stellenwert im Projekt. So waren bereits früh Politikerinnen und Politiker auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene aktiv in den Projektbeirat einbezogen und brachten sich auch in die Verbreitung ein. Zudem boten mehr als zehn Multiplikationsveranstaltungen in den ver schiedenen Ländern mit Akteuren aus Politik, Bildung und Gesellschaft Raum für Diskus sionen und Rückmeldungen zur Weiterent wicklung des Spiels. Eine wichtige Rolle für die Verbreitung nahm eine Radio-Kampagne ein, bei der regionale bzw. nationale Sender aus den beteiligten Ländern Projektvertreter/ -innen interviewten und eine breite Hörer schaft erreichten. Flankiert wurde diese durch eine umfangreiche Nutzung von Social Me dia; nach Fertigstellung des Spiels wurden bei spielsweise wöchentlich Spielkarten als „Karte der Woche“ gepostet. Große Nachfrage nach dem Kartenspiel Auch nach Projektende nutzte der deutsche Koordinator Gelegenheiten wie den 75. Ge burtstag des Grundgesetzes und präsentierte das Projekt im Rahmen der Demokratiemeile in Lüneburg an einem Infostand. So entfaltet das Projekt eine nachhaltige Wirkung: Mitt lerweile setzen nicht nur Einrichtungen der Erwachsenenbildung, wie Familienbildungs stätten das Kartenspiel ein, sondern auch bei Schulen steigt das Interesse. Und Interessierte sollten sich beeilen, denn die Nachfrage ist groß und das Kartenspiel ist aufgrund der begrenzten Stückzahl möglicherweise bald vergriffen! PROJEKTINFO Projekttitel: Förderung der Demokratieerziehung im Familienalltag Projektnummer: 2021-1-DE02-KA220-ADU-000026502 Laufzeit: 12/2021 - 11/2023 Beteiligte Länder: BG, ES, GR, DE, NO Koordinator: Miteinander in Europa e.V. (DE) Kontakt: bernd.werner@miteinander-in-europa.eu E+PRP: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/pro jects/search/details/2021-1-DE02-KA220- ADU-000026502 https://peec-online.eu/de/ergebnisse/ https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2021-1-DE02-KA220-ADU-000026502 mailto:nadja.linke@bibb.de mailto:bernd.werner@miteinander-in-europa.eu 28 29 Bildung für Europa | April 2025 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Steigerung der Kundeninnovation in KMU Weitreichende Implementierung neu entwickelter Materialien © H an se -P ar la m en t e. V. Bei der Entwicklung von kundenorien tierten Lösungen tun sich KMU im Vergleich zu Großunternehmen besonders schwer. Dabei können Kundenfeedbacks und neue Ideen, wenn sie systematisch gesammelt und ausgewertet werden, zu wert vollen Lösungen und Innovationen im Unternehmen führen. Digitalisierung eröffnet nun weitreichende Möglich keiten, durch Kunden angestoßene Innovationen auch in KMU umfas send zu nutzen. Vor diesem Hintergrund verfolgte das Ko operationsprojekt ICIinSMEs das Ziel, KMU zu befähigen, das Potenzial der von Kunden eingebrachten Innovationen auszuschöp fen sowie Lehrkräfte und Berater/-innen zu qualifizieren, diese Förderaufgaben für KMU professionell zu erbringen. Dazu wurden ver schiedene Instrumente entwickelt und den entsprechenden Zielgruppen zusammen mit Implementierungsberatungen zur Verfügung gestellt. Ausgangsbasis war z.T. die Analyse von Best Practices aus bis zu zwölf verschie denen Ländern. Die daraus gewonnenen Er kenntnisse wurden aufbereitet und ergänzt. Eine Toolbox zur Realisierung von Kunden innovationen sowie zur Nutzung digitaler Technologien richtete sich an KMU-Förderer und KMU. Speziell für den Transfer an Wei terbildungsträger wurde ein KMU-Training zur Vermittlung von Kompetenzen zur Realisie rung von Kundeninnovationen und Nutzung digitaler Technologien entwickelt. Zwei neu entwickelte Train-the-Trainer-Pro gramme zur Qualifizierung von Lehrkräften sowie Beraterinnen und Beratern der KMU (Curricula und Lehrmaterialien) wurden zu 24 Hochschulen und Universitäten in 13 Ländern transferiert. Zudem wurden Curricula, Lehr materialien und Prüfungsordnungen für zwei Trainings- und Coaching-Programme für KMU erprobt. Damit verbunden wurden einschlä gige Entwicklungsprojekte in KMU realisiert sowie eine Online-Beratung für KMU entwi ckelt und durchgeführt. Verbreitung und Implementierungs beratungen Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes betraf die intensive Durchführung von Ver breitungsaktivitäten und Implementierungs beratungen auf breiter internationaler Basis. Der Lead Partner Hanse-Parlament ist ein Zu sammenschluss von 50 Wirtschaftskammern und 24 Hochschulen/Universitäten aus 13 Ländern. Diese Mitglieder waren assoziierte Partner des Projektes, die als Transferempfän ger und Implementierungspartner während der gesamten Projektdurchführung mitwirk ten. Sie brachten laufend ihre Anregungen, Vorarbeiten, regionalen Bedingungen usw. in die Projektarbeit ein, berieten Zwischener gebnisse und nahmen an Workshops und Konferenzen teil. Die Kammern umfassen jeweils das Gebiet einer Region, sodass über die Wirtschaftskammern 50 Regionen abge deckt werden. Den Kammern gehören rund 500.000 KMU an, sodass KMU auf sehr breiter Basis erreicht wurden. Die beteiligten Hochschulen und Universitäten führen Bache lorstudiengänge durch, bilden Fach- und Füh rungskräfte für KMU aus und widmen sich der Innovationsförderung. Sie wirken auch künftig mit bei der Durchführung der im Pro jekt entwickelten Weiterbildungsprogramme und der damit verbundenen F&E-Projekte für KMU. Sie führen bedarfsorientiert die beiden Train-the-Trainer-Programme durch, sodass in den Ländern ständig in ausreichendem Um fang gut qualifizierte Trainer/-innen und Bera ter/-innen bereitgestellt werden. PROJEKTINFO Projekttitel: Digital methods, toolbox and trainings for increasing customer innovation in SMEs Projektnummer: 2020-1-DE02-KA202-007397 Laufzeit: 2020 - 2023 Beteiligte Länder: DE, DK, HU, PL Koordinator: Hanse-Parlament e.V., Hamburg Kontakt: Dr. Jürgen Hogeforster jhogeforster@hanse-parlament.eu Website: www.ci-smes.eu https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2020-1-DE02- KA202-007397 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Neuer Nutzerbeirat Erasmus+ Zusammensetzung, Arbeitsweise und Bedeutung D - Erasmus+Erasmus+ er Nutzerbeirat Erasmus+ agiert seit 2018 als wichtiges Bindeglied zwi schen der NA beim BIBB und den Projektträgern. Ziel des Gremiums ist es, die Dienstleistungen der NA kon struktiv und kundenorientiert weiter zuentwickeln. Gleichzeitig dient der Beirat als nationaler Resonanzboden für das Erasmus+-Programm, indem er Organisationen aus der Berufs- und Erwachsenenbildung in Deutschland eine unkomplizierte Plattform bietet, um Einschätzungen, Rückmeldungen sowie Kritik und Zukunftswünsche einzubringen. © P et er D oh m en Die Mitglieder des Nutzerbeirats überneh men eine vermittelnde Rolle, indem sie An fragen, Herausforderungen und Anliegen der Projektträger sammeln und diese in den regelmäßigen Sitzungen mit der NA beim BIBB diskutieren. So wird sichergestellt, dass die Perspektiven der Projektträger in die Weiterentwicklung des Programms ein fließen. Wahlverfahren und Zusammenset zung des neuen Nutzerbeirats Das Wahlverfahren für die Amtsperiode 2024-2026 wurde im Frühsommer 2024 durchgeführt. Von den insgesamt 41 einge reichten Interessensbekundungen schaff ten es 23 Kandidatinnen und Kandidaten aus der Berufs- und Erwachsenenbildung auf die Shortlist. Die Wahlbeteiligung war mit 944 von rund 1.400 stimmberechtigten Projektträgern äußerst hoch und verdeut licht die große Bedeutung dieses Gremiums für die Stakeholder des Programms. Insgesamt wurden elf Plätze im neuen Bei rat vergeben, um der Budgetsteigerung in der Leitaktion 1 Erwachsenenbildung Rech nung zu tragen. Die Verteilung der Sitze er folgte wie folgt: Berufsbildung Leitaktion 1: 5 Plätze Erwachsenenbildung Leitaktion 1: 2 Plätze Berufsbildung Leitaktion 2: 2 Plätze Erwachsenenbildung Leitaktion 2: 2 Plätze Der neu gewählte Nutzerbeirat wurde auf der NA-Jahrestagung im September 2024 in Ludwigsburg offiziell vorgestellt. Die elf Mit glieder repräsentieren ein breites Spektrum von Institutionen, darunter große Berufs schulen, Volkshochschulen sowie kleinere Vereine und Bildungseinrichtungen. Diese Vielfalt stellt sicher, dass die Bedürfnisse der unterschiedlichen Projektträgergruppen angemessen berücksichtigt werden. Neue Sprecherin und Arbeitsweise des Beirats Zur Sprecherin des Nutzerbeirats wurde Eva-Lisa Finzi vom Institut für Internationale Kommunikation e.V. in Düsseldorf gewählt. Ihr Stellvertreter ist Andreas Steck von der Humpis-Schule in Ravensburg. Beide brin gen umfangreiche Erfahrungen aus ihren jeweiligen Bildungsbereichen mit und ste hen dem Gremium nun als zentrale An sprechpartner zur Verfügung. Alle Mitglieder des Nutzerbeirats sind mit ihren Kontaktdaten auf der Website der NA beim BIBB veröffentlicht und somit di rekt ansprechbar. Der Beirat trifft sich etwa zweimal jährlich, um aktuelle Themen und Anliegen zu erörtern. Jedes Treffen wird protokolliert, und die Ergebnisse werden transparent auf der Homepage der NA be reitgestellt. Bedeutung des Nutzerbeirats für das Erasmus+-Programm Der Nutzerbeirat spielt eine entscheidende Rolle, um die Wirkung und Effizienz des Erasmus+-Programms in der Berufs- und Erwachsenenbildung zu stärken. Er bietet Projektträgern nicht nur die Möglichkeit, ihre Anliegen gehört zu wissen, sondern sorgt auch für eine kontinuierliche Ver besserung der Dienstleistungen der NA. Mit seiner Arbeit trägt der Beirat dazu bei, dass Erasmus+ weiterhin ein starkes und zukunftsweisendes Programm für die eu ropäische Bildungszusammenarbeit bleibt. https://www.na-bibb.de/ ueber-uns/nutzerbeirat CLAUDIA LAUBENSTEIN Ansprechperson zum Nutzerbei rat in der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B http://www.ci-smes.eu https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2020-1-DE02-KA202-007397 https://www.na-bibb.de/ueber-uns/nutzerbeirat mailto:jhogeforster@hanse-parlament.eu 30 31 Bildung für Europa | April 2025 Infosplitter - - - - - - - - - - - - - - - - - - - InfosplitterInfosplitter Veröffentlichungen © B itt ed an ke sc hö n/ A do be St oc k | D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e wENN austausch türen öffnet Infos zu Auslandsaufenthalten in der Erwachsenenbildung gibts hier. Gleich scannen und dabei sein! www.na-bibb.de/erasmus-perspektiven Erasmus+ schafft Perspektiven – auch in der Erwachsenenbildung Mit einer langfristig angelegten Kampagne wirbt die NA beim BIBB für Auslandsaufenthalte in der Erwachsenenbildung (s. S. 12). So wurden u.a. diverse Materialien erstellt, die kostenlos über die Website bestellt werden können. ZUGANG FÜR ALLE> > Erasmus+-Inklusions- strategie der NA beim BIBB Umsetzung von Inklusion und Vielfalt 2021-2027 www.na-bibb.de Die NA beim BIBB hat ihre Inklusi onsstrategie überarbeitet und im September 2024 als PDF veröffent licht. Auf zwölf Seiten können Sie sich über Ziele und Umsetzungsmaß nahmen informieren. Auslandsaufenthalte in Bildungseinrichtungen verankern Bildung für Europa Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung 39 Aug. 2024 23 Erste Ergebnisse RIA-AE 22 Personalmobilität 06 „Europa in Bewegung“ - - - Das Titelbild der letzten Journalausgabe zeigte eine Person, die eine historische Weltkarte betrachtete. Einige unserer Leserinnen und Leser waren von den abgebildeten Ländergrenzen bzw. -bezeichnungen irri tiert. Wir haben ihre Kritik ernst genommen und die historische Weltkar te in einem Nachdruck durch eine aktuelle Karte ersetzt. Zukünftig sind wir bei der Bildauswahl besonders wachsam. www.na-bibb.de/ publikationen - - - - © N A b ei m B IB B Ganz Ohr? Kennen Sie schon unsere Podcast-Reihe „Talking Erasmus+“? Die zwei jüngsten Fol gen beschäftigen sich mit dem Mehrwert von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung (Wenn Austausch Türen öffnet) und dem Engagement der EuroApprentices. www.na-bibb.de/ presse/podcasts Jahrestagung 2024 Alle zwei Jahre veranstaltet die NA beim BIBB eine große Jahrestagung in Präsenz – zuletzt am 18. und 19. September 2024 in Ludwigsburg. Rund 600 Teilnehmende aus der Berufs- und Erwachsenenbildung nutzten die Gelegenheit, sich zu informie ren und auszutauschen. - Eine Dokumentation mit den Policy Paper zu den Fachforen finden Sie auf unserer Website: www.na-bibb.de/service/ veranstaltungsrueckblicke NA jetzt bei LinkedIn Seit Sommer 2024 hat die NA beim BIBB ihre Aktivitäten auf X ruhen lassen und zu ihrem Account auf LinkedIn verlagert. Un seren Account auf X haben wir aufgrund der fehlenden Vereinbarkeit der aktuellen Ausrichtung der Plattform mit unseren Grundwerten abgeschaltet. Als NA setzen wir uns ein für eine faktenbasierte Kom munikation und gegen antidemokratische Kräfte, wogegen unserer Meinung nach die Veränderungen auf X sprechen. www.linkedin.com/company/ nationale-agentur-bildung- für-europa Film über das europäische EuroApprentices-Netzwerk: Mehr als 300 junge Leute aus 11 Ländern engagieren sich ehrenamtlich, um Auslands aufenthalte in der Berufsbildung bekannter zu machen. Mehr über die Motivation und Arbeit der EuroApprentices erfahren Sie in einem Film: https://youtu.be/mNDvLjEQjBY Neu auf Auslandsberatung-Aus bildung Ab sofort sind Flyer und Broschüren der verschiedenen Förderprogramme für Auslandsaufenthalte in der Berufs bildung auf unserer Website zur Auslands beratung verfügbar. www.auslandsberatung- ausbildung.de/unser-service/ publikationen Zukunftsorientiert weiterbilden Wie man die sozial-ökologische Transfor mation der beruflichen Zukunft gestalten kann, war Thema der Fachtagung am 4. Februar 2025 im BIBB, an der die Europä ische Agenda für Erwachsenenbildung als Mitveranstalterin beteiligt war. U.a. haben zwei von Erasmus+ geförderte Projekte dort gezeigt, wie man Weiterbildungsange bote für kleine und mittlere Unternehmen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft er folgreich umsetzt. © N ik ol au s H au ss er / BI BB www.agenda- erwachsenenbildung.de/ veranstaltungen/ veranstaltungsdokumentation Deutschland Nationale Themenschwerpunkte EPALE Deutschland hat für 2025 folgende Quartalsthemen festgelegt: 1. Quartal: Erwachsenenbildung im Justizvollzug 2. Quartal: Twin Transition in der Erwachsenenbildung 3. Quartal: Identität und Werte in der Erwachsenenbildung 4. Quartal: Qualität in der Lehre Zusätzlich zu Beiträgen aus der Commu nity erwarten Sie Themenwochen sowie EPALE-Akademien. Freuen Sie sich auf in teressante Impulse, neue Perspektiven und die Möglichkeit, sich mit der Community auszutauschen. https://epale.ec.europa.eu/ de/Blog/Fokusthemen-2025 © G ro un d Pi ct ur e - Sh ut te rs to ck Neue Europass-Unterrichts materialien Das Europass-Portal bietet viele Funk tionen für die Bewerbung. Wie die Tools der EU-Plattform in der Berufso rientierung und für das Bewerbungs training im fächerübergreifenden Unterricht ab Klasse 8 eingesetzt werden können, zeigen die neuen Un terrichtsmaterialien, die das Nationale Europass Center entwickelt hat. Sie bestehen aus interaktiven Übungen und Arbeitsblättern für Schülerinnen und Schüler sowie aus einer Handrei chung für Lehrkräfte. www.europass-info.de/ bildungseinrichtungen/ europass-im-unterricht/ unterrichtsmaterialien Studie zu Auslandserfahrung im Studium Eine vom Institut der Deutschen Wirtschaft im Auftrag des Deutschen Akademischen Austausch dienstes durchgeführte Studie zeigt die Relevanz von internationaler Erfahrung für Unternehmen. Zu den gefragten Kompetenzen, die Studierende während eines Auslandsaufenthaltes weiterent wickelt haben, gehören Eigeninitiative, Problemlösefähigkeit und Offenheit für Neues. https://eu.daad.de/medien/eu.daad.de.2016/dokumente/service/ medien-und-publikationen/studien-und-auswertungen/ unternehmensbefragung_2024_25_daad_iw.pdf http://www.na-bibb.de/presse/podcasts http://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa http://www.auslandsberatung-ausbildung.de/unser-service/publikationen http://www.europass-info.de/bildungseinrichtungen/europass-im-unterricht/unterrichtsmaterialien http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/veranstaltungen/veranstaltungsdokumentation https://eu.daad.de/medien/eu.daad.de.2016/dokumente/service/medien-und-publikationen/studien-und-auswertungen/unternehmensbefragung_2024_25_daad_iw.pdf http://www.na-bibb.de/publikationen https://epale.ec.europa.eu/de/Blog/Fokusthemen-2025 http://www.na-bibb.de/service/veranstaltungsrueckblicke https://youtu.be/mNDvLjEQjBY Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 LinkedIn: www.linkedin.com/ company/nationale-agentur- bildung-für-europa www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Erasmus+ Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > im Bereich Erwachsenenbildung 01.10.2025, 12:00 Uhr NA beim BIBB NA beim BIBB > im Bereich Jugend 01.10.2025, 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen berufliche Bildung, Schulbildung, Erwachsenenbildung und Jugend 01.10.2025 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Virtueller Erasmus+-Austausch > im Bereich Hochschule und Jugend 29.04.2025 17:00 Uhr EACEA EACEA AusbildungWeltweit > Aufenthalte von Februar 2026 bis Januar 2027 07.10.2025 13:00 Uhr AusbildungWeltweit AusbildungWeltweit Die Angaben basieren auf dem aktuellen Informationsstand (14.02.2025). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A08/2024. Wichtige Internet-Adressen: Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu/index_de http://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa http://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de https://erasmus-plus.ec.europa.eu/de http://www.eacea.ec.europa.eu/index_de Bildung für Europa 40 · April 2025 Impressum Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis Titel & Inhaltsverzeichnis ISSN Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Jubiläen 25 Jahre NA beim BIBB Die NA als lernende Organisation: Professionalisierung, Kundenorientierung und Fehlerkultur Die NA ist mehr als eine Förderinstitution Gebündelte Kompetenz in der europäischen Erwachsenenbildung Nationale Projekte Und die Zukunft? Die Zeitleiste der NA beim BIBB 2000 2007 2008 2009 2010 2013 2014 2015 2016 2017 2020 2021 2022 30 Jahre Erwachsenenbildung Ein Pionierprojekt nimmt Fahrt auf Transformation und Konsolidierung: Erasmus+ Im Hier und Jetzt Wechselspiel Politik und Praxis Erwachsenenbildung bleibt ein Motor für Innovation und Zusammenhalt Wenn Austausch Türen öffnet Kampagne in der Erwachsenenbildung erfolgreich gestartet Die Kampagne 20 Jahre Europass europass (2004–2025) Wissen teilen, Erwachsenenbildung stärken Wachsende Nutzerzahlen und neue Angebote EPALE Ressourcen KITs Erasmus+ Nationaler Bericht zur Halbzeitevaluation von Erasmus+ Ziele der Zwischenevaluation Die zentralen Ergebnisse Kernforderungen für Erasmus+ ab 2028 Ausblick Erasmus+ 2028-2034: Die nächsten Schritte Das Budget: erhebliche Herausforderung Die Zwischenevaluation: Erasmus+ 2021-2027 Der Weg: Erasmus+ 2028-2034 Entwicklungen in den Leitaktionen 1 und 2 Leitaktion 1 – Akkreditierung und horizontale Prioritäten des Erasmus+-Programms Berufsbildung: Internationalisierung und neue Aktivitäten für Lernende und Bildungspersonal Allgemeine Erwachsenenbildung: Förderung von Lernenden mit geringen Chancen Leitaktion 2 – Pauschalisierung von Förderung und starke Ausprägung der horizontalen Prioritäten Rückläufige Budgetentwicklung Erasmus+-Antragsrunde 2024 Akkreditierung Partnerschaften Erasmus+-Jahresstatistik 2024 Berufsbildung Rekord bei bewilligten Auslandsaufenthalten Hohe Zuwachsrate bei Lernenden 2024 im Vergleich zu 2023 Gruppenmobilitäten gut angenommen 2024 Auslandserfahrung für alle Partnerschaften – Top-Prioritäten Erwachsenenbildung Weiteres Wachstum bei Auslandsaufenthalten Gute Förderchancen Partnerschaften – Top-Prioritäten Starker Zuwachs bei Kurzzeitprojekten Bundesländer mit den meisten bewilligten Kurzzeitprojekten 2024 Wirkungen von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Inklusivität von Erasmus+ Wirkung auf Organisationsebene Wirkung auf horizontale Prioritäten Wirkung auf Lernende und Personal Wirkung auf systemischer Ebene Erfolge Niederlagen European Innovative Teaching Award 2024 Internationale Zusammenarbeit als Erfolgsschlüssel Nachhaltige Wirkung und Perspektiven Info Good Practice: Demokratiebildung spielerisch fördern Von der Bedarfsanalyse zur Umsetzung Wesentlicher Bestandteil: gezielte Verbreitung Große Nachfrage nach dem Kartenspiel Projektinfo Good Practice: Steigerung der Kundeninnovation in KMU Verbreitung und Implementierungsberatungen Projektinfo Neuer Nutzerbeirat Erasmus+ Wahlverfahren und Zusammensetzung des neuen Nutzerbeirats Neue Sprecherin und Arbeitsweise des Beirats Bedeutung des Nutzerbeirats für das Erasmus+-Programm Infosplitter Veröffentlichungen Ganz Ohr? Jahrestagung 2024 NA jetzt bei LinkedIn Film über das europäische EuroApprentices-Netzwerk: Neu auf Auslandsberatung-Ausbildung Zukunftsorientiert weiterbilden Nationale Themenschwerpunkte Neue Europass-Unterrichtsmaterialien Studie zu Auslandserfahrung im Studium Aktuelle Ausschreibungstermine Wichtige Internet-Adressen …
[…] - Bildung für Europa 42 Juli 2026 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung Werte, die Europa verbinden 12 Teilnehmende zu euro päischen Werten 21 Interview zu Future Skills 28 Trends bei AusbildungWeltweit 2 3Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de LinkedIn: Nationale Agentur Bildung für Europa Verantwortlich: Berthold Hübers Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 30.04.2026 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 5.500 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: Druckerei Kriechbaumer Gedruckt auf Recyclingpapier Nautilus SuperWhite FSC-, EU Ecolabel zertifiziert Bildnachweis Titel & Inhaltsver zeichnis (S.5): - Davide Angelini & Bogdan/AdobeStock (S. 1); Gorodenkov, tamani C /Ado beStock; ZLB, NA beim BIBB (S. 5). - Für unverbindlich eingesandte Manu skripte, Bildmaterial und andere Unter lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. - - - ISSN 1616-5837 - Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. www.na-bibb.de www.erasmusplus.de 2 Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. - Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: - Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. Deutschland EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. : AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de 2 3 Bildung für Europa | Juli 2026 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, Europa ist ein Friedensprojekt. Nach den Erfahrungen von Krieg und Zerstörung entstand die Europäische Union aus der Überzeugung, dass Frieden, Freiheit und Wohlstand nur durch Zusammenarbeit dauerhaft gesichert werden können. Dieses gemeinsame Funda ment prägt die europäische Einigung bis heute. - Während der Vertrag von Maastricht 1993 die gemeinsamen Werte der Union noch nicht ausdrücklich definierte, wurden sie im Jahr 2000 mit dem Vertrag von Lissabon verbindlich festgeschrieben. Ar tikel 2 des Vertrags über die Europäische Union nennt die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaat lichkeit und die Wahrung der Menschenrechte als grundlegende Werte der Europäischen Union. Ergänzt werden sie durch die Char ta der Grundrechte der Europäischen Union, die ebenfalls im Jahr 2000 verkündet wurde. Gemeinsam bilden sie den normativen Rah men für das Zusammenleben in Europa. - - - - Gerade in einer Zeit, in der demokratische Gesellschaften unter Druck geraten und Kriege die europäische Friedensordnung heraus fordern, wird deutlich, wie wichtig diese Werte sind. Sie sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen vermittelt, erfahren und gelebt werden. - Bildung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie fördert kritisches Denken, eröffnet Räume für Begegnung und stärkt die Bereitschaft zur gesellschaftlichen Teilhabe. Das Programm Eras mus+ leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Es bringt Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen und schafft Gelegenheiten, Europa und seine Werte unmittelbar zu erleben. - Die vorliegende Ausgabe von Bildung für Europa widmet sich des halb dem Schwerpunktthema „Europäische Werte“. Ein einfüh render Beitrag erläutert, was die Europäische Union unter ihren gemeinsamen Werten versteht und welche Bedeutung sie für die - - Bildungszusammenarbeit haben. Drei Beispiele aus Erasmus+ zei gen beispielhaft, wie diese Werte in der Praxis mit Leben gefüllt werden – etwa durch internationale Mobilitäten, interkulturelle Friedensbildung oder die Förderung demokratischer Teilhabe und des europäischen Dialogs. - Darüber hinaus stellen wir aktuelle Ergebnisse des Forschungsnetz werks RIA-AE vor. Die neue Erhebung untersucht die Umsetzung der Erasmus+-Priorität „Teilhabe am demokratischen Leben, ge meinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement“ in der Er wachsenenbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass Erasmus+ wesent lich dazu beiträgt, europäische Werte, demokratisches Engagement und das Gefühl europäischer Zugehörigkeit zu stärken. - - - - Die Beiträge dieser Ausgabe verdeutlichen, wie europäische Werte im Bildungsalltag erfahrbar werden. Sie zeigen, dass Europa nicht allein durch Verträge zusammengehalten wird, sondern vor allem durch Menschen, die seine Werte teilen und gestalten. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. Mit einem herzlichen Gruß aus Bonn Berthold Hübers Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B Inhalt Nr. 42 | Schwerpunkt Europäische Werte 06 Europäische Werte Was meint die Europäische Union damit? 09 Kompetenzen für eine demokratische Kultur Erziehung zur demokratischen Staatsbürgerschaft und zu Menschenrechten 10 Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung Berufliche Bildung als Ort der Stärkung und des Schutzes demokratischen Zusammenlebens 12 Wie erleben Erasmus+- Teilnehmende europäische Werte Das Abstrakte wird greifbar 14 Wirkung von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Fokus auf demokratische Teilhabe, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement 16 Infografik: „Die Europäische Union und europäische Werte – ein Stimmungsbild“ 18 Good Practice: Europäische Werte vermitteln Berufskolleg in der StädteRegion Aachen setzt auf Entsendungen 19 Good Practice: Brücken bauen für den Frieden Interkulturelle Friedensbildung 20 Good Practice: Unser Land Europa Europa im Gespräch: Ländliche Stimmen werden hörbar 21 „Future Skills als dauerhafter Entwicklungsprozess“ Wissen, Fähigkeiten und Werthaltungen in einer sich schnell wandelnden Welt Erasmus+ 22 Internationalisierung voranbringen – ein Blick in das Netzwerk der Erasmus+-Beraterinnen und -Berater in der Berufsbildung 24 Antragsrunde 2026 Mobilitätsprojekte stärker nachgefragt als je zuvor 25 „Wir wollen von anderen Bibliotheken lernen“ Wie die Erwachsenenbildung von Erasmus+ profitiert Weitere Bildungsthemen 26 Europäische Werte als Kompass Schwerpunkte der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland 28 AusbildungWeltweit - in der betrieblichen Berufsausbildung stark verankert 30 Infosplitter 32 Antragsfristen - - - 06 Wie definiert die EU europäische Werte? „Ein Projekt ‚im Sinne europäischer Werte‘ zu gestalten bedeutet nicht, abstrakte Be griffe zu zitieren. Vielmehr geht es darum, diese Werte in konkrete Projektentschei dungen zu übersetzen und diese erfahrbar zu machen.“ - 10 Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung 14 RIA-AE: neue Wirkungs studie vorgestellt 22 Netzwerk der Erasmus+- Beraterinnen und -Berater 25 Zentral- und Landes bibliothek Berlin zum Nutzen von Erasmus+ 26 Schwerpunkte der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung 6 7 Europäische Werte © T am an i C /p eo pl eI m ag es .c om Was meint die Europäische Union damit? Freiheit & Gleichheit Demokratie menschen rechte - rechts staatlichkeit - 6 7 Bildung für Europa | Juli 2026 W enn im Programm Erasmus+ von „euro päischen Werten“ die Rede ist, handelt es sich nicht um ein vages politisches Schlagwort. Die Werte sind im europä ischen Recht eindeutig definiert. Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union nennt als grundlegende Werte der Euro päischen Union: - - - > Achtung der Menschenwürde > Freiheit > Demokratie > Gleichheit > Rechtsstaatlichkeit > Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Minderheiten Diese Werte gelten als gemeinsames Fun dament der Mitgliedstaaten und bilden den normativen Rahmen für europäische Politik und Zusammenarbeit. - Konkretisiert werden diese Prinzipien durch die Charta der Grundrechte der Europä ischen Union. Sie umfasst eine breite Palet te von Rechten – etwa Gleichbehandlung, Meinungsfreiheit, Schutz vor Diskriminie rung oder das Recht auf Bildung. Euro päische Werte beschreiben damit sowohl grundlegende politische Prinzipien als auch konkrete Rechte, die den Alltag europä ischer Gesellschaften prägen sollen. - - - - - Für die Europäische Union spielt Bil dung eine zentrale Rolle bei der Ver mittlung dieser Werte. - - Dem Programm Erasmus+ kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, indem die dafür not wendigen Kompetenzen gestärkt werden sollen. Es bringt Menschen aus ganz Europa zusammen, fördert Austausch und eröffnet neue Perspektiven, so dass sich hier viele Möglichkeiten bieten. - Mehr als ein Häkchen im Erasmus+- Antrag Wer einen Antrag im Programm Erasmus+ stellt, muss bestätigen, dass das Projekt im Einklang mit den europäischen Werten steht. Doch was bedeutet dieses Bekenntnis in der Praxis? Zunächst ist es eine rechtliche und programmatische Verpflichtung. Der Programmleitfaden macht deutlich, dass alle Aktivitäten im Rahmen von Erasmus+ die Werte der EU einhalten müssen und diese möglichst auch vermitteln sollen. Projekte dürfen also beispielsweise keine Diskrimi nierung zulassen, keine demokratischen Grundprinzipien infrage stellen und müssen die Rechte aller Teilnehmenden gleicherma ßen achten. - - Gleichzeitig ist das Bekenntnis zu europä ischen Werten auch eine inhaltliche Erwar tung an die Projektumsetzung: Entspre chend dem Programmleitfaden sind sie im Querschnittsthema „Teilhabe und zivilgesell schaftliches Engagement“ explizit verankert und somit müssen alle Projekte dazu beitra gen, diese aktiv zu stärken. - - - - - Wie sich europäische Werte in Pro jekten umsetzen lassen - Ein Projekt „im Sinne europäischer Werte“ zu gestalten bedeutet nicht, abstrakte Begriffe zu zitieren. Vielmehr geht es darum, diese Werte in konkrete Projektentscheidungen zu übersetzen und diese erfahrbar zu machen. Gleichheit und Inklusion leben Der Wert der Gleichheit bedeutet in Eras mus+-Projekten, alle im Blick zu haben, die an den Bildungsmöglichkeiten im Projekt und darüber hinaus teilhaben können; ge zielt werden dabei Menschen mit geringeren Chancen angesprochen. Es geht darum, unterschiedliche Ausgangsbedingungen mitzudenken. Denn Barrieren können viele Formen haben und grundsätzlich jeden Menschen betreffen, etwa durch finanzielle Hürden, eine Behinderung, gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Verpflichtungen oder fehlende Zugänge zu Bildung. Eras mus+ setzt genau hier an: Die Projekte sol len so gestaltet sein, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, an Bildung teilzuhaben, internationale Erfahrungen zu sammeln und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Ein Projekt, das Barrieren erkennt, abbaut und neue Zugänge schafft, setzt den euro päischen Wert der Gleichheit ganz konkret um. In der Praxis können beispielsweise ge - - - - - - zielte Unterstützungsmaßnahmen wie eine spezielle Begleitung vor Ort, eine Vor- und Nachbereitung, die Barrieren abbaut und die Rahmenbedingungen des Auslands aufenthalts entsprechend der Unterstüt zungsbedarfe gestaltet, angeboten werden. Darüber hinaus können flexible Teilnahme formate, z. B. hybride Angebote, geschaffen werden, um möglichst vielen Menschen die Mitwirkung zu ermöglichen. - - - Menschenwürde achten Projekte müssen sicherstellen, dass alle Teilnehmenden respektvoll behandelt und ihre individuellen Bedürfnisse berück sichtigt werden. Dies kann etwa durch die Entwicklung eines Verhaltenskodexes für alle Projektbeteiligten geschehen, der re spektvolle Kommunikation und den Schutz persönlicher Grenzen verbindlich festlegt. Ergänzend können feste Ansprechpersonen für Konfliktfälle benannt werden, um einen geschützten Raum für Rückmeldungen und Unterstützung zu gewährleisten. - - Freiheit ermöglichen und von dieser profitieren Die europäische Freiheit zeigt sich beson ders in der Reisefreiheit innerhalb der EU – einer zentralen Voraussetzung für Erasmus+. Sie ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, grenzüberschreitend zu lernen, zu leben und zu arbeiten. Erasmus+ stärkt durch Austausch und Bildung den europäischen Zusammenhalt. Die Möglichkeit, sich frei zu entfalten und Chancen in anderen Ländern wahrzunehmen, ist dabei nicht nur ein in dividuelles Recht, sondern auch ein wesent licher Baustein für ein stabiles, friedliches und solidarisches Europa. Freiheit zeigt sich im Bildungskontext zudem durch selbstbe stimmtes Lernen und die freie Meinungsäu ßerung. Teilnehmende können aktiv an der Auswahl von Themen oder Lernformaten beteiligt werden, etwa durch offene Work shopformate oder partizipative Programm gestaltung. Dadurch entsteht ein Lernum feld, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und individuelle Interessen stärker berücksichtigt sind. - - - - - - - - Demokratie im Projekt erfahrbar machen Demokratische Prinzipien werden durch Mit bestimmung, Transparenz und Beteiligung umgesetzt. Werden Teilnehmende aktiv in Entscheidungen einbezogen? Haben Partner organisationen gleiche Mitspracherechte? - - Europäische Werte menschen- rechte 8 9 Werden unterschiedliche Perspektiven ge hört? In der Praxis können Entscheidungen beispielsweise gemeinsam in regelmäßigen Abstimmungsrunden mit Teilnehmenden und Partnern getroffen werden, z. B. kann man Lerninhalte und ein Veranstaltungs programm gemeinsam mit der Zielgruppe gestalten. Zusätzlich kann die Moderation dieser Prozesse rotierend vergeben werden, so dass unterschiedliche Personen Verant wortung übernehmen und demokratische Praxis aktiv erfahren. - - - Menschenrechte und Vielfalt respek tieren - Internationale Zusammenarbeit bringt un terschiedliche kulturelle Perspektiven zu sammen. Der Schutz von Menschenrechten umfasst insbesondere den respektvollen Umgang miteinander und die Ablehnung von Diskriminierung. Beispielsweise können im Projekt zielgerichtete Workshops mit den Teilnehmenden dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu stärken. Begleitend können Reflexions formate eingeplant werden, in denen Teil nehmende ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lernprozesse sichtbar ma chen. - - - - - Rechtsstaatlichkeit beachten Rechtsstaatlichkeit zeigt sich in transpa renten, nachvollziehbaren und fairen Ver fahren. Die Auswahl von Teilnehmenden für Mobilitäten sollte beispielsweise anhand klar definierter und öffentlich kommuni zierter Kriterien erfolgen. Diese Kriterien sollten dokumentiert und für alle Beteiligten zugänglich sein, um Vertrauen und Nach vollziehbarkeit im Projekt sicherzustellen. - - - - Letztlich gründet das Konzept europäischer Werte auf dem Prinzip der Solidarität – ei ner Solidarität, die es braucht, um ein fried liches, demokratisches und zukunftsfähiges Europa nicht nur zu denken, sondern im All tag immer wieder neu lebendig werden zu lassen. Ein vertiefender Blick in die in diesem Journal vorgestellten Beispiele guter Praxis aus der Berufs- und Erwachsenenbildung zeigt, wie vielfältig und konkret europä ische Werte in der Projektpraxis umgesetzt werden können. Sie machen deutlich, dass die Achtung europäischer Werte – als Teil des Querschnittsthemas Teilhabe und ak tive Bürgerschaft ebenso wie die weiteren Querschnittsthemen Inklusion, Digitalisie rung oder Nachhaltigkeit – kein Selbstzweck ist, sondern aus aktuellen gesellschaftlichen - - - - - - Herausforderungen heraus entstanden ist. Erasmus+ verfolgt damit bewusst einen lö sungsorientierten Ansatz: Projekte sollen nicht nur auf diese Herausforderungen re agieren, sondern aktiv zu ihrer Bewältigung beitragen. - - Themenseite der NA beim BIBB zu Teilhabe und gemeinsamen EU-Werten: www.na-bibb.de/aus-der-praxis/ themen/teilhabe Ziele und Werte der EU auf der Website der Europäischen Union: https://european-union.europa.eu/ principles-countries-history/ principles-and-values/ aims-and-values_de SALTO-Ressourcencentrum: www.salto-youth.net/rc/particiaption Freies Online-Werte-Lexikon der Values Academy als fundiertes Nachschlagewerk für alle wichtigen Begriffe im Zusammen hang mit Werten: - www.values-academy.de/ werte-lexikon/ ANKE DREESBACH Mitarbeiterin im Team „Erwachse nenbildung: Erasmus+ Lernmobilität, Agenda“ in der NA beim BIBB dreesbach@bibb.de FREDERIK HUGO Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team "Innovation und Kooperation in der Berufsbildung, Europass“ in der NA beim BIBB hugo@bibb.de - - - Europäische Werte TORSTEN SCHNEIDER Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Erwachsenenbildung: Eras mus+ Kooperationsprojekte, EPALE“ in der NA beim BIBB torsten.schneider@bibb.de KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationali sierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB wilkens@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/aus-der-praxis/themen/teilhabe https://european-union.europa.eu/principles-countries-history/principles-and-values/aims-and-values_de https://www.salto-youth.net/rc/participation/ http://www.values-academy.de/werte-lexikon/ mailto:dreesbach@bibb.de mailto:torsten.schneider@bibb.de mailto:hugo@bibb.de mailto:wilkens@bibb.de 8 9 Bildung für Europa | Juli 2026 - - - - - - - - - - - - Kompetenzen für eine demokratische Kultur Erziehung zur demokratischen Staatsbürger schaft und zu Menschenrechten - D ie Menschen in Europa sehen sich derzeit verstärkt mit Umbrüchen, Un sicherheiten sowie zunehmender Po larisierung und Hass konfrontiert. Es gibt Tendenzen, Unterschiede nicht als bereichernd, sondern als trennend wahrzunehmen und das demokra tische Modell zu hinterfragen. Wie kann Bildung mit dieser Herausforde rung umgehen? Welche Kompetenzen benötigen die Menschen, um sich als demokratische und interkulturell kom petente Bürgerinnen und Bürger zu betätigen? Der Europarat als Europas führende Orga nisation für Menschenrechte hat 2016 ein konzeptuelles Modell der für eine demokra tische Kultur und interkulturellen Dialog er forderlichen Kompetenzen entwickelt. Das Modell ist das Ergebnis intensiver Arbeit über zwei Jahre und wurde in einer inter nationalen Konsultation mit Pädagoginnen und Pädagogen verfeinert. Das Modell um fasst insgesamt 20 Kompetenzen. Europäische Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - KOMPETENZ WERTE Wertschätzung der Menschen würde und Menschenrechte Wertschätzung kultureller Diversität Wertschätzung von Demokra tie, Gerechtigkeit, Fairness, Gleich berechtigung und Rechtsstaat lichkeit HALTUNGEN Aufgeschlossenheit gegenüber kultureller Diversität und unter schiedlichen Überzeugungen, Weltanschauungen und Prak tiken Respekt Gemeinwohlorientierung Verantwortung Selbstwirksamkeit Ambiguitätstoleranz WISSEN UND KRITISCHES VERSTEHEN Wissen und kritisches Selbst verstehen Wissen und kritische Bewer tung von Sprache und Kom munikation Wissen und kritisches Verste hen der Welt: Politik, Rechte, Menschenrechte, Kultur, Kul turen, Religionen, Geschichte, Medien, Wirtschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit FÄHIGKEITERN UND FERTIGKEITEN Fähigkeiten und Fertigkeiten (F&F) zu selbstständigem Ler nen F&F zu analytischem und kri tischem Denken F&F des Zuhörens und Beo bachtens Empathie Flexibilität und Anpassungsfä higkeit Sprach- und Kommunikations fähigkeiten und Mehrsprachig keit F&F zur Kooperation Konfliktlösungsfähigkeiten © Europarat, 2016, https://www.coe.int/en/web/reference-framework-of- competences-for-democratic-culture/rfcdc-volumes Nähere Erläuterungen zur Erarbeitung des Modells und den einzelnen Kompetenzen finden sich im „Referenzrahmen: Kompe tenzen für eine demokratische Kultur“, der unter https://www.coe.int/en/web/ refrence-framework-of-competences- for-democratic-culture/rfcdc-volumes im englischen Original und weiteren Spra chen abrufbar ist. https://www.coe.int/en/web/refrence-framework-of-competences-for-democratic-culture/rfcdc-volumes https://www.coe.int/en/web/reference-framework-of-competences-for-democratic-culture/rfcdc-volumes https://www.coe.int/en/web/reference-framework-of-competences-for-democratic-culture/rfcdc-volumes 10 11 © d ea gr ee z/ A do be St oc k Lernprozesse integriert werden, müs- sen eine Vielzahl rechtlicher, technischer und organisatorischer Anforderungen umgesetzt werden. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - © G or od en ko v/ A do be St oc k Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung Berufliche Bildung als Ort der Stärkung und des Schutzes demokratischen Zusammenlebens D ie Fachstelle Demokratie in der beruf lichen Bildung widmet sich der Vernet zung der Akteure und Akteurinnen im Bereich Demokratieförderung, verbrei tet Expertisen und bietet innovative Formate zur Stärkung demokratiere levanter Strukturen im Übergangsbe reich, in Ausbildung und Arbeitswelt. Ausgangslage Während die Arbeits- und Lebenswelt in Fol ge des demografischen Wandels, der Digita lisierung und Dekarbonisierung umfassende Transformationsprozesse erlebt, gewinnen zeitgleich zu folgenschweren Kriegen, wie dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, antidemokratische Bewegungen in Europa und vielen Teilen der Welt an Einfluss. Diskri minierungen, gesellschaftliche Fragmentie rung und Spaltung nehmen zu. Gleichzeitig erfordert diese komplexer werdende Welt resiliente, kreative und engagierte Men schen. In dieser Ausgangslage bietet die be rufliche Bildung als Anknüpfungspunkt der Demokratieförderung und zur Bearbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen ein be sonderes Potenzial: Sie erreicht eine Vielzahl an jungen Auszubildenden sowie Ausbilder und Ausbilderinnen, Lehrkräfte und weitere Zielgruppen in Betrieben und Berufsschulen. Selbstverständnis der Fachstelle Die Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung – insbesondere im Übergangsbe reich, unterstützt die Entwicklung der beruf lichen Bildung als Ort der Stärkung und des Schutzes demokratischen Zusammenlebens. In diesem Prozess knüpft die Fachstelle an die strukturellen Ebenen der beruflichen Bil dung an, um ihre Zielvorstellungen, Arbeits weisen und Organisationskulturen weiter auf Aspekte der Demokratieförderung auszurich ten. Sie strebt an, das Bewusstsein für Zu sammenhänge von Demokratie, beruflicher Bildung und Arbeitswelt nachhaltig zu för dern und innovative Konzepte und Ansätze zu etablieren. Gefördert wird die Fachstelle von der Robert Bosch Stiftung. Aktivitäten zur Stärkung der Demo kratie Im Rahmen verschiedener Netzwerkaktivi täten werden Initiativen der Demokratie förderung begleitet und Steuerungsebenen der beruflichen Bildung adressiert. In Zu sammenarbeit mit Ministerien, Verwal tungen und weiteren Akteuren der beruf lichen Bildung unterstützt sie Formate zur Entwicklung von Strukturen und Inhalten. Zusätzlich verbreitet die Fachstelle Experti sen, u.a. in Form von Handlungsempfeh lungen und Beispielen Guter Praxis. Darü ber hinaus begleitet sie innovative Formate, wie modellhafte Prozessbegleitungen an relevanten Anknüpfungspunkten der beruf lichen Bildung oder Arbeitskreise mit Mul tiplikatoren und Multiplikatorinnen aus der Praxis. Fokus: Übergangsbereich Ein besonderer Fokus der Fachstelle liegt auf dem Übergangsbereich, der eine häufig übersehene Bildungserfahrung, aber ent scheidende Phase zwischen Schule, Ausbil dung und Arbeitswelt darstellt. Aufbauend auf Erfahrungen aus dem Projekt „Demo kratieförderung im Übergangssysstem 10 11 Bildung für Europa | Juli 2026 Europäische Werte (DÜS)“ knüpft die Fachstelle an diesen Bil dungsbereich zur Stärkung von Fragen der Demokratie und Teilhabe an und weitet die dort gesammelten Erfahrungen auf die be rufliche Bildung als Ganzes aus. Durch die Fortführung zahlreicher Kooperationen und der Weiterentwicklung von Analysen und Konzepten stellt der Übergangsbereich wei terhin einen Schwerpunkt der Fachstelle dar. - - - Vorgehen und Analysen der Fachstelle Ein zentraler Baustein in der Arbeit der Fachstelle ist das systematische Einholen von Praxis-Wissen und die Verknüpfung mit theoretischen Grundlagen sowie den wert vollen Wissensbeständen im Feld. Von Inte resse ist beispielsweise, was die Menschen vor Ort beschäftigt: Welche Erfahrungen machen Menschen in der Bearbeitung von Fragen des demokratischen Zusammenle bens? Welche Ansätze funktionieren in der Praxis und lassen sich weitertragen? Aber auch, wie sich Wissen und Erfahrungen aus anderen Feldern mit der beruflichen Bildung verknüpfen lassen und was prak tische Hilfen sein können. In Fachgesprä chen, Workshops und Interviews mit Exper ten und Expertinnen sammelt die Fachstelle Wissen und Erfahrungen aus ausbildenden Betrieben, dem Berufsschulwesen, Berufs verbänden und -kammern und der Zivilge sellschaft. Ziel ist es, Leerstellen zu identi fizieren, Bedarfe klarer zu erkennen und gesellschaftspolitische Fragen gemeinsam mit den Akteuren im Feld weiter voranzu bringen. - - - - - - - - - - Veranstaltungen, Expertisen und Publikationen Auf Basis der Analysen setzt die Fachstel le gezielt Impulse. Dazu gehören Fach veranstaltungen, Austauschformate und Publikationen, die Wissen bündeln und Orientierung geben. Ein Beispiel ist die Fachgesprächsreihe zu aktuellen Fragen der Demokratie, die im Sommer 2025 star tete und auch 2026 wieder stattfindet. In Gesprächen zu den Handlungsfeldern Bil dungsarbeit, Strukturen und Forschung kommen Menschen aus Praxis, Instituti onen und Wissensproduktion zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, zu hinterfra gen und neue Perspektiven zu entwickeln. Die Ergebnisse solcher Prozesse werden festgehalten und aufbereitet, etwa in Ana lysen oder Handreichungen. Ziel ist es, vor handenes Wissen zugänglich zu machen, erfolgreiche Praxis hervorzuheben und An regungen für die eigene Arbeit zu geben. - - - - - - - - - Unterstützungsangebote und Anknüpfungspunkte Die Fachstelle versteht sich auch als An sprechpartnerin und Unterstützungshilfe. Sie vernetzt Initiativen, Projekte und Ak teure, die sich mit Fragen der Demokratie in der beruflichen Bildung beschäftigen, und unterstützt beim Aufbau von Koopera tionen. Die Fachstelle bietet Unterstützung bei der Konzeption von Veranstaltungen, bei Analysen, Bildungsangeboten oder Prozessbegleitungen auf unterschiedlichen Steuerungsebenen der beruflichen Bildung an. Sie schafft Räume für Austausch und Zusammenarbeit und hilft dabei, Erfah rungen, Fragen und Lösungsansätze ge meinsam weiterzuentwickeln. - - - - - Kooperationen mit BIBB und bpb Die Fachstelle Demokratie in der beruf lichen Bildung kooperiert mit dem Bundes institut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Das BIBB steht für seine Expertise zur be ruflichen Bildung und bringt insbesondere Erfahrungen aus seiner innovativen Pro jektförderung zu Querschnittsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit in das Projekt ein, die wichtige Voraussetzungen und Erfahrungsräume für die Förderung von Demokratiekompetenzen bilden. Die bpb möchte hingegen ihre Verbindung zur beruflichen Bildung durch Netzwerke weiterentwickeln, um Angebote der poli tischen Bildung in der beruflichen Bildung zu stärken. - - - - - - https://minor-kontor.de/fachstelle- demokratie-in-der-beruflichen- bildung/ Bei Interesse an der laufenden Fachge sprächsreihe zu Fragen der Demokratie in der beruflichen Bildung sowie an weiteren Informationen der Fachstelle kann man sich formlos für den E-Mail-Verteiler anmelden: m.woehlbier@minor-kontor.de - - Moritz Wöhlbier Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung – insbeson dere im Übergangsbereich © M in or P ro je kt ko nt or Tanja Berg Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Minor Projektkontor für Bildung und Forschung, wo sie u.a. das Projekt Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung verantwortet. © M in or P ro je kt ko nt or Meike Weiland Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung 4 „Initiativen für die Berufsbildung“ des BIBB und Geschäftsführerin der Arbeitsge meinschaft Berufliche Bildung e.V. © W ei la nd https://minor-kontor.de/fachstelle-demokratie-in-der-beruflichen-bildung/ mailto:m.woehlbier@minor-kontor.de 12 13Europäische Werte - - - - - - - - - - - - - Wie erleben Erasmus+- Teilnehmende europäische Werte Das Abstrakte wird greifbar Statements aus der Erwachsenenbildung Danyi Shen ist als freier Referent an verschie denen Volkshochschulen in Bayern tätig und führt Integrations- sowie Berufssprachkurse durch. © p riv atI m Februar habe ich mein Klassenzimmer ge gen eine Fortbildung in Lissabon eingetauscht. Auf dem Programm standen KI und ICT-Tools im schülerzentrierten Unterricht. Was zunächst ziemlich technisch klang, wurde vor Ort schnell zu etwas ganz anderem: eine sehr persönliche, inspirierende und zutiefst europäische Erfah rung. Besonders spannend war für mich die Frage, was diese ganzen digitalen Tools im VHS-Alltag bewirken sollen. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Italien, Polen und Estland habe ich verschiedene KI-gestütz te Lernplattformen ausprobiert. Dabei wurde schnell klar: Es geht nicht nur um schickere Präsentationen oder darum, Zeit zu sparen. Im Unterricht stehe ich oft vor der Herausfor derung, Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen mitzu nehmen. In Lissabon habe ich noch einmal neu verstanden, welches Potenzial in digitalen Werkzeugen steckt. Wenn eine KI einem Men schen mit Sprachbarrieren hilft, dem Unterricht zu folgen, oder Jugendlichen mit Förderbedarf den Zugang erleichtert, ist das echte Inklusion. Es geht darum, dass niemand außen vor bleibt. Teilhabe und Menschenwürde wurden plötz lich ganz praktisch erlebbar. Ein Thema, das mich besonders beschäftigt hat, war die Frage nach Medienkompetenz. Wir haben intensiv darüber gesprochen, wie KI Informationen auswählt und gewichtet. Wenn wir unsere Lernenden dazu befähigen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, leisten wir mehr als nur Technikunterricht, wir stärken ihre demokratische Haltung. Denn eine funktio nierende Demokratie braucht Menschen, die Informationen prüfen, unterschiedliche Pers pektiven erkennen und sich nicht einfach von Algorithmen leiten lassen. In diesem Sinne ist moderner ICT-Unterricht auch immer ein Stück Demokratiebildung. Was nehme ich aus dieser Woche mit? Natür lich viele neue Ideen und Tools – aber vor allem das Gefühl von echter europäischer Verbun denheit. Es ist ein großes Privileg, sich so un kompliziert mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa austauschen zu können. Marlene Pohl ist Dozentin an der Volkshochschule Cham. p riv at © Ü ber den Bayerischen Volkshochschulver band hatte ich die Möglichkeit, im Rah men von Erasmus+ in Helsinki an dem Kurs „Nordic Education Excellence Unveiled“ teilzunehmen. Der direkte Austausch mit Teilnehmenden aus verschiedenen europä ischen Ländern sowie, ganz allgemein, mit Menschen in Finnland machte deutlich, wie selbstverständlich der europäische Gedan ke von Zusammenarbeit und gegenseitigem Respekt im Bildungsbereich verankert ist. In Gesprächen und Diskussionen zeigte sich, dass unterschiedliche Meinungen und Perspektiven offen eingebracht und ernst genommen werden. Gerade dieser respekt volle Umgang miteinander verdeutlicht, wie eng die europäischen Länder in vielen Be reichen bereits zusammenarbeiten. - - - - Der Austausch mit Menschen aus unter schiedlichen kulturellen und beruflichen Kontexten eröffnet vor allem aber auch neue Blickwinkel und bietet die Möglich keit, eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Programme wie Erasmus+ leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie unkom pliziert Mobilität innerhalb Europas ermög lichen und internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich für alle fördern. - - - - - - - - Reisen, Lernen und fachlicher Austausch in einem anderen europäischen Land erlauben Einblicke in unterschiedliche Bildungssyste me und Arbeitsweisen und tragen dazu bei, die Vielfalt Europas im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar zu machen. Der Mehrwert solcher Programme zeigt sich für mich auch nach der Rückkehr. Erfahrun gen, Eindrücke und neue Ideen werden im beruflichen wie im persönlichen Umfeld weitergegeben und diskutiert. Auf diese Weise wirken die Begegnungen über den eigentlichen Aufenthalt hinaus und tragen langfristig zu gegenseitigem Verständnis und europäischem Zusammenhalt bei. 12 13 Bildung für Europa | Juli 2026 Europäische Werte - - - - Statements aus der Berufsbildung Keno Wernstedt Bankkaufmann, EuroApprentice, aus Braunschweig © p riv atF reiheit und Demokratie bedeuten für mich, meinen ei genen Weg gehen und meine Meinung offen sagen zu können. Durch meine Zeit im Ausland habe ich erlebt, wie wertvoll es ist, in einem Europa zu leben, das genau das ermöglicht. Im Alltag lebe ich das durch Offenheit und echten Austausch mit anderen. Als EuroApprentice motiviere ich junge Menschen, diese Chancen zu nutzen, ihre Stimme einzubringen und Eu ropa aktiv mitzugestalten. - - - - Julia Scheele Industriekauffrau, EuroApprentice, aus Essen © p riv atF ür mich zeigt sich Europa im Alltag: im offenen Austausch, im Zuhören und im Mut, die eigene Meinung einzubringen – getragen von Freiheit, Demo kratie und gegenseitigem Respekt. Während meines Praktikums in Schweden habe ich erlebt, wie bereichernd es ist, Chancen zu ergreifen, Neues zu ent decken und voneinander zu lernen. Als EuroApprentice möchte ich genau das weitertragen: neugierig bleiben, Erfahrungen teilen und andere inspirieren, ihren eigenen Weg über Grenzen hinweg zu gehen. Florentine Majid Kauffrau für Marketingkommunikation, EuroApprentice, aus Reutlingen © p riv atA ls EuroApprentice erlebe ich die europäischen Werte täglich: Das Erasmus+-Programm ermöglicht Auszubil denden unabhängig von Herkunft oder Hintergrund einen Auslandsaufenthalt und gibt uns die Chance, neue Kulturen in Europa kennenzulernen. Jedes Mal, wenn ich andere EuroApprentices treffe, merke ich wieder, wie bereichernd dieser Austausch und wie di vers unser Netzwerk ist. Philip-Alexander Caspers Rechtsanwaltsfachangestellter, EuroApprentice, aus Kiel © p riv atD er wichtigste europäische Grundwert ist für mich die Rechtsstaatlichkeit. Denn nur in einem Rechtsstaat kann man die Rechte (u.a. aus den Grund werten resultierend) und die pluralistische Gesellschaft auch bewahren und verteidigen. Ohne Rechtsstaat ist es leicht, die anderen Grundwerte auszu höhlen – ob beabsichtigt oder nicht. Das kann ich täglich bei meiner Arbeit als Rechtsanwaltsfachangestellter erleben. Als EuroApprentice versuche ich daher, auch für abweichende Auffassungen und Meinungen Akzeptanz zu erreichen – denn nur so kann das Miteinander funktionieren. 14 15Europäische Werte Wirkung von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Fokus auf demokratische Teilhabe, ge meinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement - U m die Wirkung von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung sowohl national als auch europäisch systematischer zu erforschen, koordiniert die NA beim BIBB seit 2022 das transnatio nale Forschungsnetzwerk RIA-AE (Re search-based Impact Analysis of Eras mus+ Adult Education Programmes). Das Netzwerk umfasst mittlerweile 21 Partnerländer aus ganz Europa und untersucht, wie sich Erasmus+-Akti vitäten auf Lernende, Mitarbeitende und Einrichtungen in der Erwachse nenbildung auswirken. - - - - - Die Forschung wird in zweijährigen Ab ständen durchgeführt, wobei sich jede Er hebungsrunde auf spezifische thematische Prioritäten und neue Trends in der Erwach senenbildung konzentriert. 2025/2026 führte das Netzwerk erfolgreich seine zwei te Datenerhebung durch. Der thematische Schwerpunkt dieser Erhebungsrunde lag auf der Erasmus+-Priorität „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Wer te und bürgerschaftliches Engagement“. Die Erhebung wurde in allen RIA-AE-Part nerländern durchgeführt. Die Ergebnisse werden in einzelnen nationalen Berichten zusammengefasst. Die nationalen Berichte bilden im Anschluss die Datengrundlage für einen gemeinsamen europäischen Bericht. Die Ergebnisse der deutschen, nationalen Erhebung liegen bereits vor. Nachfolgend fassen wir die zentralen Erkenntnisse zum Themenschwerpunkt zusammen. - - - - - - - - - - - - - Abbildung 1: Ziele der Projekte, die ein oder mehrere Elemente der Priorität „Teilhabe am demokratischen Leben, ge meinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement" adressiert haben - Entwicklung von Initiativen zum öffentlichen Dialog mit loka len, nationalen und europäischen Behörden - 19% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Förderung des nachbarschaftlichen Engagements 26% Förderung der demokratischen Teilhabe und der Bürgerrechte 26% Entwicklung von Projekten zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements oder zur Interessensvertretung 32% Schaffung eines Gefühls der europäischen Identität und Zugehörigkeit 36% Aufbau und Pflege der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen 38% Förderung von kritischem Denken, Medienkompetenz und gesellschaftspolitischem Verständnis 53% Förderung des bürgerschaftlichen Engagements der Lernenden 56% Förderung gemeinsamer europäischer Werte 58% Stärkung der europäischen Dimension der Einrichtung 60% Häufigkeit der Priorität in Anträgen ausgewertet Die Studie hat analysiert, wie viele Projekte bei Antragstellung einen Themenschwer punkt in der Priorität „Teilhabe am demo kratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement“ gewählt haben. So beziehen sich 13 Prozent der ge förderten Kurzzeitprojekte in der Leitaktion 1 (Mobilität) darauf. 15 Prozent der geför derten Projekte in der Leitaktion 2 (Partner schaften) haben die Priorität als erste Priorität gewählt. Sie ist damit bei den Projekten der Leitaktion 2 die am zweithäufigsten gewähl te Priorität.14 Prozent der Projekte haben sie zudem als eine von zwei weiteren adressier ten Prioritäten gewählt. Das RIA-AE-Netzwerk hat die geförderten Einrichtungen in einer Online-Umfrage ebenfalls dazu befragt, ob ihr Projekt die 14 15 Bildung für Europa | Juli 2026 Europäische Werte Priorität indirekt oder direkt adressiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich ein deutlich größerer Teil der Projekte mit die sen Themen beschäftigt, als es die Anträge vermuten lassen. Dies lässt darauf schließen, dass Erasmus+-Projekte sich auch dann in der Position sehen, zu einzelnen Aspekten der Priorität beizutragen, selbst wenn sie nicht offiziell adressiert wird. So gaben 29 Prozent der befragten Einrichtungen an, dass sich ihr Mobilitätsprojekt direkt mit der Priorität befasst, bei Partnerschaftsprojekten sind es sogar 47 Prozent. Indirekt adressie ren aus beiden Leitaktionen jeweils 29 Pro zent der Projekte die Priorität. Insgesamt befassen sich nur 27 Prozent der befragten Einrichtungen nicht mit diesem Themenfeld. - - - - - - - - - - - - - - - - - * - Abbildung 2: Auswirkungen von Aktivitäten innerhalb der Priorität auf die Mitarbeitenden Werte in % Durch die Teilnahme an Erasmus+ sind unsere Mitarbeitenden besser in der Lage... Stimme voll und ganz zu Stimme zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme nicht zu Stimme überhaupt nicht zu ...Lernenden dabei zu helfen, die Qualität und Glaubwürdigkeit von Medieninhalten zu analysieren und zu beurteilen. 19 30 22 19 4 5% ...Lernaktivitäten zum Thema Medienkompetenz anzuleiten. 23 32 20 17 5 3% ...die Lerneneden dabei anzuleiten, kleine Gemein schaftsaktion zu konzipieren und durchzuführen, die den lokalen Bedürfnissen entsprechen. 27 30 25 10 4 3% ...durch ihre Lernaktivitäten die Entwicklung der lokalen Gemeinschaft zu fördern. 32 34 24 8 1% 1% ...in ihren Lern- und Lehrtätigkeiten Fragen zu den gemeinsamen europäischen Werten (z. B. Men schenrechte, Demokratie) zu untersuchen. 27 35 24 8 3 2% ...in ihren Lernaktivitäten die gemeinsamen Werte Europas (Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte) zu vermitteln. 30 38 27 4 1% ...Diskussionen zum Thema demokratische Teilhabe in ihren Lernaktivitäten zu leiten. 25 29 28 9 8 2% ...demokratische Prozesse (z. B. Wahlen, Abstim mungen usw.) in ihren Lernaktivitäten zu erklären. 18 24 30 12 11 4% 4 4 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% *) Schwerpunkt auf europäische Werte Innerhalb der Priorität setzen die Projekte unterschiedliche Schwerpunkte (siehe Abbil dung 1). Mit Blick auf das Thema „europä ische Werte“ zeigt sich, dass 58 Prozent der Projekte zum Ziel haben, die gemeinsamen europäischen Werte zu fördern. 36 Prozent der Projekte wollen dazu beitragen, ein Ge fühl der europäischen Identität und Zugehö rigkeit zu schaffen. Zwei Drittel der befragten Einrichtungen ga ben darüber hinaus an, dass ihre Lernenden durch Erasmus+ mehr über Europa, die EU und die europäischen Werte gelernt haben. Über 90 Prozent der Einrichtungen bejah ten zudem, dass der Fokus auf gemeinsame europäische Werte in ihrem Lernangebot gestärkt wurde. Und noch einmal mehr Einrichtungen stimmten voll und ganz bis eher zu, dass ihre Mitarbeitenden durch Erasmus+ besser in der Lage seien, in ihren Lernaktivitäten die gemeinsamen Werte der EU zu vermitteln. Abbildung 2 zeigt, dass die Mitarbeitenden darüber hinaus weitere Kompetenzen im Bereich der Vermittlung von Fähigkeiten der demokratischen Teil habe erlangen. In Interviews mit Lernenden wurde in der Studie zudem beobachtet, dass Erasmus+-Auslandsaufenthalte für Lernende in der Erwachsenenbildung Wirkung auf die Reflexion über Werte und Ziele der EU, auf die Kenntnisse über die Institutionen der EU sowie auf ein aktives Engagement zur Förderung der europäischen Integration haben. Die Fallstudien und offenen Antwor ten der Online-Umfrage zeigten außerdem, dass Mobilitätsaktivitäten bei Lernenden das Gefühl europäischer Zugehörigkeit und die Verbundenheit mit europäischen Wer ten verstärken. In einigen Fällen wurde berichtet, wie das Bild der EU durch Eras mus+ positiv beeinflusst wird: „Erwachsene Lernende aus einem Alphabetisierungskurs konnten durch Erasmus+ erfahren, dass die EU auch für sie da ist. Durch den Aus tausch mit anderen Lernenden in der auf nehmenden Einrichtung entstand eine neue Offenheit für europäisches Miteinander.” Die einzelnen nationalen Berichte sowie den europäischen Bericht finden Sie unter: www.ria-ae.eu Tanja Möller Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Lernmobilität und Europäische Agenda für Erwachsenenbildung“ in der NA beim BIBB tanja.moeller@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.ria-ae.eu mailto:tanja.moeller@bibb.de 16 17 DE EU DE EU DE EU DE EU > - Die Europäische Union und europäische Werte Ein Stimmungsbild auf Basis von ausgewählten Statistiken Was denken die Europäerinnen und Europäer? Welche Werte haben sie und wie stehen sie zur Europäischen Union? Antworten darauf liefert u.a. das Eurobarometer. Dieses Umfrageinstrument wurde 1974 von der EU-Kommission gestartet. Es erscheint seitdem regelmäßig und wurde erweitert, z.B. durch Umfragen zu spezifischen Themen oder von weiteren EU-Einrichtungen. Wir haben einige interessante Er gebnisse aus dem Frühjahr 2026 und dem Jahr 2025 ausgewählt. Vollständige Daten sowie Details zu den Umfragen (Methode, Zeitraum, Datenbasis) können auf https://europa.eu/eurobarometer/screen/home abgerufen werden. - 82% 82% 64.35.1| 64.33.382.18.0 | 82.17.1 62.36.2 | 63.34.3|64.35.1| 64.33.382.18.0 | 82.17.1 62.36.2 | 63.34.3|64.35.1| 64.33.382.18.0 | 82.17.1 62.36.2 | 63.34.3| G5: 48.36.16.0| 45.35.19.1G4: 81.19 | 75.25 G6: 51.43.6 | 51.43.6 G5: 48.36.16.0| 45.35.19.1G4: 81.19 | 75.25 G6: 51.43.6 | 51.43.6 DE DE DE EU EU EU 01_Gibt es eine europäische „Identität“? Mehr als 60 Prozent der Befragten fühlen sich in Europa durch Gemein samkeiten verbunden. Das Meinungsbild der Deutschen entspricht fast dem für die EU als Gesamtheit. Die Menschen haben viele Gemeinsamkeiten … ...in unserem Land ...in der EU ...in Europa DE EU DE EU DE EU 62% 63% 81% 75% 48% 45% 51% 51% 64% 64% DE EU DE EU DE EU DE EU DE EU Stimme voll und ganz/eher zu 82 82 64 64 62 63 Stimme eher/überhaupt nicht zu 18 17 35 33 36 34 Weiß nicht 1 1 3 2 3 Quelle: Standard-Eurobarometer 104, Herbst 2025 Fühlen Sie sich als Bürger/Bürgerin der EU? DE EU Ja 81 75 Nein 19 25 Quelle: Standard-Eurobarometer 105, Frühjahr 2026 02_Wie stehen die Bürger/-innen zur EU? Die Mehrheit hat ein positives Bild von der EU und weiterhin hohes Vertrauen. Das Image der EU hat sich gegenüber der Herbstumfrage 2025 leicht verbessert. Ganz allgemein gesprochen, welches Bild ruft die EU bei Ihnen hervor? DE EU Gesamt „positiv“ 48 45 Weder positiv noch negativ 36 35 Gesamt „negativ“ 16 19 Weiß nicht 1 Wie viel Vertrauen haben Sie in die EU? DE EU Eher Vertrauen 51 51 Eher kein Vertrauen 43 43 Weiß nicht 6 6 Quelle: Standard-Eurobarometer 105, Frühjahr 2026 Weitere Statistiken finden Sie unter: https://europa.eu/eurobarometer/screen/home https://europa.eu/eurobarometer/screen/home https://europa.eu/eurobarometer/screen/home 16 17 Bildung für Europa | Juli 2026 03_Welche Bereiche sind wichtig für die Stellung der EU in der Welt? Die EU wird nicht nur als gemeinsamer Wirtschaftsraum gesehen. Die Befragten wünschen sich mehr Sicherheit und Unabhängigkeit, aber auch Bildung und Forschung sowie die EU-Werte sollten weiter forciert werden zur Stärkung der Stellung der EU. Stärkung der Stellung der EU in der Welt Wenn sie an die Zukunft denken, auf welche der folgenden Aspekte sollte sich die EU konzentrieren, um ihre Position in der Welt zu stärken? (max. 3 Antworten, in Prozent) DE EU Verteidigung und Sicherheit 43 40 Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Industrie 38 32 Energieunabhängigkeit, -ressourcen und -infrastrukturen 29 29 Bildung und Forschung 27 25 EU-Werte, einschließlich Demokratie und Schutz der Menschrechte 22 21 Landwirtschaft und Ernährungssicherheit 15 21 Klimamaßnahmen und Verringerung von Emissionen 18 19 Auswärtige Beziehungen und Diplomatie 17 17 Demografie, Migration und Alterung der Bevölkerung 13 17 Internationaler Handel 21 16 Technologie und Innovation, einschließlich KI 13 12 Kultur 6 9 Der Euro 8 8 EU-Erweiterung und Beziehungen zu Nachbarstaaten 7 7 Quelle: EP-Herbstumfrage 2025, EB104.2 04_Wie vertraut sind die Menschen mit den Rechtsgrundlagen und den Entscheidungsprozessen der EU? G9: 3.17.40.40.0 | 2.19.39.39.1G8: 15.41.44 | 12.37.51 G9: 3.17.40.40.0 | 2.19.39.39.1G8: 15.41.44 | 12.37.51 15% 12% 3% 2% Obgleich die EU-Charta seit 2009 Teil des EU-Rechts ist, kennt nur eine Minderheit der Deutschen bzw. der Europäer/-innen ihren Inhalt bzw. ihre Bedeutung. Auch bei den Beteiligungsmöglichkeiten für EU-Bürger/-innen besteht noch großer Informationsbedarf. DE EU DE EU DE EU DE EU DE EU DE EU DE EU DE EU Haben Sie jemals von der EU-Char ta der Grundrechte gehört und wissen sie, was sie beinhaltet/ist? - - DE EU Ja und ich weiß, was sie ist 15 12 Ja, aber ich weiß nicht, was sie ist 41 37 Nein 44 51 Q ue lle : E ur ob ar om et er S pe zi al 5 63 “T he C ha rt er f or F un da m en ta l R ig ht s of t he E U ” Wie vertraut sind Sie mit Aktivitäten, bei denen Menschen direkt in Entschei dungsprozesse in der EU einbezogen werden? DE EU Sehr vertraut 3 2 Eher vertraut 17 19 Nicht sehr vertraut 40 39 Überhaupt nicht vertraut 40 39 Weiß nicht 1 Q ue lle : E ur ob ar om et er S pe zi al 5 68 „S ch ut z un d Fö rd er un g de r D em ok ra tie “ D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e 18 19 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Europäische Werte vermitteln Berufskolleg in der StädteRegion Aachen setzt auf Entsendungen © H el en S ch af fr at h Das Berufskolleg Simmerath/Stolberg der StädteRegion Aachen setzt seit vielen Jahren europäische Projekte um, seit 2021 mit eigener Akkreditierung. Sowohl im Rahmen der circa 100 Ent sendungen pro Jahr als auch in der re gulären Schularbeit spielen Europa und die gemeinsamen europäischen Werte eine prägende Rolle. Demokratie zum Anfassen Als Europaschule habe Europa im Schulalltag natürlich einen hohen Stellenwert, erläutern Nicole Kupka, Helen Schaffrath und Yvonne Buchenthal, Lehrerinnen und EU-Koordinato rinnen am Berufskolleg. Mittlerweile kommt Europa in der didaktischen Jahresplanung jedes Unterrichtsfachs vor. Europäische Wer te sind stets ein Teil davon und werden kon kret im Unterricht behandelt. So diskutieren Schülerinnen und Schüler u.a. im Rahmen des Politikunterrichts über Meinungsfreiheit und Demokratie und entwickeln gemeinsam Pla kate, die seither im Schulgebäude aushängen. Darüber hinaus werden schulweit Aktionen organisiert, um für die Schüler/-innen europä ische Werte erlebbar zu machen. Im Kontext der Europawahlen wurden lokale Politiker/-in nen aller Parteien zu einer Podiumsdiskussi on eingeladen. In Kooperation mit EUROPE DIRECT Aachen fanden Demokratie-Work shops statt und Wahlen wurden mithilfe des interaktiven Theaters „TakTik“ simuliert. Durch Entsendungen Europa erleben Zur Vorbereitung auf Entsendungen fokussiert sich das Berufskolleg darauf, Ängste abzubau en. „Sprache ist das Werkzeug für Offenheit! Wir bieten als Teil der Vorbereitung Sprach kurse an, z. B. in Spanisch und Türkisch“, er klärt Nicole Kupka. Offenheit heiße auch, Un terschiede zwischen den Ländern als solche anzunehmen und das Positive daraus für sich mitzunehmen. „Durch unsere interkulturelle Vorbereitung merken viele Schülerinnen und Schüler, wie gewinnbringend und schön es sein kann, sich mit anderen Kulturen zu be fassen. Oft kommt dann die Erkenntnis, dass etwas nicht automatisch schlecht ist, nur weil es anders als zu Hause gehandhabt wird“, ergänzt ihre Kollegin, Helene Schaffrath, und fügt hinzu: „Durch die Auslandserfahrung lernt man die europäischen Werte viel mehr zu schätzen und man sieht, dass die Länder durchaus unterschiedlich mit diesen Werten umgehen. Innerhalb Europas gibt es Gemein samkeiten, aber eben auch Unterschiede, die man erst so richtig versteht, wenn man sie erlebt hat.“ Erasmus+ als Türöffner Das Programm macht den entscheidenden Unterschied, wenn es darum geht, europä ische Werte nicht nur theoretisch zu vermit teln, sondern praktisch erlebbar zu machen – und das für alle: „Das Besondere am Eras mus+-Programm ist auf jeden Fall die Möglich keit, dass alle teilhaben können – unabhängig von schulischer Leistung oder finanzieller Situ ation. An unserer Schule gibt es viele Schüle rinnen und Schüler, die ohne Erasmus+ nicht in der Lage wären, an Auslandsaufenthalten teilzunehmen. So haben sie die Möglichkeit, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, Kon takte zu knüpfen und sich weiterzuentwi ckeln“, resümieren die Lehrerinnen. PROJEKTINFO Projekttitel: Mobilität im Rahmen der Akkreditierung Projektnummer: 2020-1-DE02-KA120-VET-000007783 Laufzeit: 2021 - 2027 Koordinatorin: Yvonne Buchenthal Kontakt: Yvonne.Buchenthal@bk-simmerath- stolberg.de Website: https://www.bksimmerathstolberg.de/ Europäische Werte mailto:Yvonne.Buchenthal%40bk-simmerath-stolberg.de?subject= https://www.bksimmerathstolberg.de/ 18 19 Bildung für Europa | Juli 2026 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Brücken bauen für den Frieden Interkulturelle Friedensbildung © H LA L oh ne Europäische Werte Vor dem Hintergrund von Polykrisen auf vielen Ebenen der Gesellschaft zielt das Projekt „Interkulturelle Friedensbildung an Berufsbildenden Schulen“ darauf ab, Lernenden Strategien bereitzustellen, um ihre Ideen von Frieden in einem interkul turellen Kontext zu verankern und wei terzuentwickeln. Im Vorfeld des Projekts identifizierten die zwei Projektpartner, die Handelslehranstalten (HLA) Lohne und die französische Schule „CaenSup St. Ursule“, eine gemeinsame Herausforderung: eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Notwendigkeit, junge Erwachsene für demokratische Werte zu sensibilisieren. Da viele Lernende über wenig internationale Erfahrung verfügen, war die zentrale Mo tivation, interkulturelle Friedensbildung fest in beiden Schulen zu verankern, um eine nachhaltige Wirkung zu ermöglichen. Ein besonderes Anliegen war dabei die Ver knüpfung von Frieden mit dem Klimawan del, um die Bedeutung globaler Kooperati on für die Bewältigung ökologischer Krisen aufzuzeigen. Werte mit Erlebnissen verbinden In der Umsetzung wurde dabei auf vielfäl tige partizipative und handlungsorientierte Ansätze gesetzt: Workshops zu interkul tureller Kommunikation und Mediation führten die Lernenden in Techniken wie das „aktive Zuhören“ und die Konfliktana lyse ein. In deutsch-französischen Tandems arbeiteten sie an kreativen Projektergebnis sen wie den „Peace Chairs“ (einem Upcy cling-Projekt) und Graffiti-Kunstwerken zu friedensrelevanten Themen. Darüber hi naus produzierten die Lernenden in medi enpädagogischen Workshops authentische Video-Statements zu Themen wie Gleichbe rechtigung, Diskriminierung und Mobbing. Durch die spielerische Auseinandersetzung setzten sich die Teilnehmenden individuell mit Werten wie Freiheit und Respekt aus einander und entwickelten so eine Haltung zu europäischen Grundwerten. Digitale Austauschformate wie die Plattform Edu maps zur Dokumentation sowie ein pro jektbezogener Instagram-Kanal ergänzten die transnationale Zusammenarbeit. Die teilnehmenden Lernenden im Alter von 17 bis 18 Jahren befanden sich in einer ent scheidenden Phase der persönlichen Wer tebildung. Besonders hervorzuheben war die Auseinandersetzung der Lernenden mit der Gedenkkultur zum „D-Day“ in der Normandie. Durch den Perspektivwechsel lernten sie, kulturelle Unterschiede nicht nur zu bewerten, sondern auch zu verste hen und entwickelten sich dabei zu enga gierten „Botschafter:innen des Friedens“, die Verantwortung für die europäische Ge meinschaft übernehmen wollen. Die Begeisterung für Europa wurde zudem durch den direkten Einblick in die politische Praxis geweckt. So konnten Treffen mit re gionalen Politikerinnen und Politikern sowie einer Europaabgeordneten den Teilneh menden europäische Bürgerschaft als ge lebte Verantwortung im politischen Alltag veranschaulichen. Durch diese Praxisangebote verbesserten die Teilnehmenden nachweislich ihre Fremdsprachenkenntnisse sowie ihre so zialen Kompetenzen, insbesondere Empa thie- und Dialogfähigkeit in internationalen Kontexten. Die neu entstandenen Workshopkonzepte und Materialien zur Friedensbildung wer den nun dauerhaft in den regulären Un terricht integriert und von beiden Schulen gleichermaßen genutzt. Potenziell sind die se Materialien auch für andere Bildungsbe reiche anwendbar. PROJEKTINFO Projekttitel: Interkulturelle Friedensbildung an Berufsbildenden Schulen Projektnummer: 2023-2-DE02-KA210-VET-000176648 Laufzeit: 01.01.2024 - 31.12.2025 Beteiligte Länder: DE, FR Koordinator: Berufsbildende Schulen des Landkreises Vechta Kontakt: Ludger Ester L.ester@hla-lohne.de Website: https://www.hla-lohne.de/ mailto:L.ester@hla-lohne.de https://www.hla-lohne.de/ 20 21 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Unser Land Europa Europa im Gespräch: Ländliche Stimmen werden hörbar © P ro je kt fo to Europäische Werte In vielen ländlichen Regionen Europas fehlt es an Möglichkeiten, sich über europäische Themen auszutauschen oder aktiv an demokratischen Prozes sen teilzunehmen. Das Erasmus+-Pro jekt „Unser Land Europa“ setzte ge nau hier an: Es brachte Menschen aus ländlichen Regionen zusammen, um über europäische Werte, Teilhabe und die Zukunft Europas ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, Europa greif barer zu machen und Bürgerinnen und Bürger zur Mitwirkung zu ermutigen. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass viele Menschen zwar Interesse an europäischen Themen haben, sich jedoch oft uninformiert fühlen oder nicht ausreichend eingebunden sind. Besonders in ländlichen Regionen fehlen leicht zugängliche Bildungs- und Austauschfor mate. Das Projekt reagierte darauf mit Ange boten zu Demokratie, Vielfalt und europäischer Identität, die speziell auf die Lebensrealität der Menschen vor Ort zugeschnitten sind. Begegnung und Beteiligung vor Ort Realisiert wurde das Projekt von Partnerorga nisationen aus Deutschland, Bulgarien und Spanien unter der Koordination von BIDA e.V. Kultur und Bildung. Gemeinsam ent wickelten sie Formate, die Begegnung und Austausch ermöglichten. In Workshops, öf fentlichen Diskussionen und internationalen Online-Seminaren setzten sich Teilnehmende mit europäischen Themen, wie beispielsweise die Geschichte, die Werte und die Errungen schaften der EU, auseinander. Mobile Ange bote sorgten dafür, dass auch kleinere und abgelegene Orte erreicht wurden. Zentral war die aktive Beteiligung der Ziel gruppe: Die Teilnehmenden brachten ihre Erfahrungen und Sichtweisen ein und ge stalteten die Diskussionen mit. Die dialog- orientierten Formate stärkten die Einbindung von Menschen, die sonst selten an Bildungs angeboten teilnehmen, und förderten den Austausch über Generationen und Län der hinweg. Ein zentrales Ergebnis ist das „UnsEU Citizens’ Paper", das die Perspektiven und Empfehlungen der beteiligten Bürge rinnen und Bürger bündelt und an europä ische Entscheidungsträgerinnen und -träger weitergegeben wurde. Zudem entstand ein Netzwerk von Organisationen und Engagier ten, das den Austausch über europäische Themen langfristig fortführt. Mehr Wissen, mehr Beteiligung, neue Verbindungen Das Projekt zeigt Wirkung: Teilnehmende ent wickelten ein besseres Verständnis für europä ische Politik. Viele gewannen mehr Vertrauen in europäische Institutionen und eine höhere Bereitschaft zur demokratischen Beteiligung. Gleichzeitig entstanden neue Verbindungen zwischen Menschen aus verschiedenen Regio nen Europas, die den interkulturellen Dialog fördern. Auch in den beteiligten Regionen wurde eu ropäische Teilhabe sichtbarer: Diskussionen über Europa fanden häufiger im Alltag statt und Bürgerinnen und Bürger brachten sich aktiver in gesellschaftliche Debatten ein. Die dabei entstandenen Strukturen und Netz werke wirken über das Projekt hinaus weiter und stärken die Einbindung ländlicher Räume in europäische Diskurse. PROJEKTINFO Projekttitel: Unser Land Europa Projektnummer: 2022-2-DE02-KA210-ADU-000095720 Laufzeit: 01.01.2023 - 30.06.2024 Beteiligte Länder: DE, BU, ES Koordinator: BIDA e.V. Kultur und Bildung Kontakt: bida2010@web.de E+PRP: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2022-2-DE02-KA210- ADU-000095720 https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2022-2-DE02-KA210-ADU-000095720 mailto:bida2010@web.de 20 21 Bildung für Europa | Juli 2026 „Future Skills als dauerhafter Entwicklungsprozess“ Wissen, Fähigkeiten und Werthaltungen in einer sich schnell wandelnden Welt - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Europäische Werte Ein Gespräch mit Danijel Dejanovic, seit 2021 Direktor der Volkshochschu le (vhs) Frankfurt am Main © P et er J ül ic h Herr Dejanovic, warum ist das Thema Future Skills für Sie als vhs Frankfurt wichtig? Dejanovic: Für uns ist das Thema Future Skills von zentraler Bedeutung, weil wir uns als öffentliche Weiterbildungseinrichtung inmitten tiefgreifender gesellschaftlicher, technologischer und kultureller Transforma tionsprozesse verstehen. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern vor allem um Kompetenzen, die Menschen benötigen, um mit Komplexität, Wandel und Unsicher heit umgehen zu können. Genau hier setzen die Future Skills an. Das ist so tiefgreifend, dass es gar nicht anders geht. Vor diesem Hintergrund ist es unsere Aufgabe, als vhs in einen Entwicklungsprozess zu gehen. Dabei ist das Thema kein kurzfristiger Trend, sondern eine strategische Aufgabe. Wir haben Future Skills als pädagogisches stra tegisches Ziel im Rahmen unseres Qualitäts managements definiert. In diesem System legen wir alle vier Jahre zentrale Entwick lungsziele fest – das Thema Future Skills ge hört zu diesen prioritären Zielen. Wie wird es bisher an Ihrer Volks hochschule gelebt? Dejanovic: Ganz praktisch haben wir im Programm Herbst/Winter 2025/2026 Future Skills als ein Schwerpunktthema gesetzt. Dazu gehört bei uns immer auch eine große öffentliche Auftaktveranstaltung. Diese trug den Titel „Level Up – mit Future Skills in die Zukunft“. Dort haben wir das Thema aus un terschiedlichen Perspektiven beleuchtet und erlebbar gemacht – etwa durch Podiums diskussionen, Workshops und verschiedene praktische Zugänge. Inhaltlich ging es uns dabei um Orientierung, Handlungsfähigkeit und die Fähigkeit, Zukunft aktiv zu gestal ten, also um die Frage: Was brauchen wir, um in einer sich immer schneller drehenden Welt den Controller nicht aus der Hand zu geben? Das können Kompetenzen in Kommunika tion oder Künstlicher Intelligenz (KI) sein, aber auch gesellschaftliche und demokra tische Kompetenzen, kritisches Denken und der Umgang mit Emotionen. Wir wollten zeigen, dass Future Skills kein isoliertes The ma sind, sondern viele Lebens- und Lernbe reiche betreffen. Deshalb haben wir sie nicht nur programmatisch behandelt, sondern auch institutionell verankert, zum Beispiel über Fortbildungen für pädagogische Mit arbeiterinnen und Mitarbeiter, eine päda gogische Gesamtkonferenz zum Thema und strategische Diskussionen über Organisati onsentwicklung. Wie sehen denn konkrete Bildungsan gebote zu Future Skills aus? Dejanovic: Wir bieten natürlich keine Kurse mit dem Titel „Future Skills“ an – das würde vermutlich auch niemand buchen. Stattdes sen geht es darum, kompetenzorientiertes Lernen in unterschiedlichen Kontexten zu fördern – sei es durch Veranstaltungen zu digitaler Kompetenz und Künstlicher Intel ligenz oder auch durch Diskussionsformate zur demokratischen Kultur und Angebote zu Kommunikations- und Lebenskompetenzen. Future Skills umfassen also nicht nur be rufliche Fähigkeiten, sondern auch soziale, kulturelle und demokratische Kompetenzen, die diejenigen, die zu uns kommen, stärken. Gerade in Frankfurt mit seinen Menschen aus 178 Nationen und seiner großen kultu rellen Vielfalt ist beispielsweise Demokratie bildung ein zentraler Bestandteil. Wenn wir ein Schwerpunktthema setzen, bedeutet das zugleich mehr Angebote. Zum Thema Future Skills haben wir etwa 40 bis 70 Veranstaltungen neu entwickelt oder be sonders hervorgehoben. Gleichzeitig prüfen wir unser gesamtes bestehendes Programm darauf, inwiefern es zur Entwicklung solcher Kompetenzen beiträgt. Future Skills sind also nicht nur ein Zusatzangebot, sondern eine pädagogische Grundhaltung. Dabei spielen Kooperationen eine wichtige Rolle. Wir arbeiten beispielsweise mit Stiftungen, kulturellen Einrichtungen, der kommunalen Politik und zivilgesellschaftlichen Organisati onen zusammen. Solche Kooperationen hel fen uns, Future Skills im gesellschaftlichen Kontext zu verankern. Die Volkshochschule Frankfurt ist seit 2024 auch im Erasmus+-Programm ak kreditiert. Welche Rolle spielt Europa in diesem Zusammenhang? Dejanovic: Europa und Erasmus+ sind für uns sehr wichtig, weil Future Skills immer auch mit Perspektivwechsel, Offenheit und Internationalität zu tun haben. Wer Future Skills ernst nimmt, muss bereit sein, unter schiedliche Perspektiven einzunehmen. Euro pa bietet dazu einen hervorragenden Rah men, Stichwort transnationales Lernen. All das unterstützt Themen wie Partizipation, Teilhabe, Digitalität und letztendlich auch einen kulturellen Austausch mit anderen In stitutionen. Das passt sehr gut zu unserem Verständnis von Future Skills, weil Zukunfts kompetenzen immer auch sozial, kulturell und demokratisch sind. Die Fragen stellte Manfred Kasper. Das vollständige Interview ist auf https://epale.ec.europa.eu/de/ blog/auf-ein-wort-transformation- braucht-kompetenzen-teil-1 abrufbar. https://epale.ec.europa.eu/de/blog/auf-ein-wort-transformation-braucht-kompetenzen-teil-1 22 23 - - - - - - - - - - - - - Internationalisierung voranbringen – ein Blick in das Netzwerk der Erasmus+- Beraterinnen und -Berater in der Berufsbildung R © N A b ei m B IB B egelmäßig werden die Erasmus+-Beratenden von der NA beim BIBB zum Netzwerktreffen nach Bonn eingeladen. Für viele Beraterinnen und Berater ist dies ein weiter Weg, dennoch sind mehr als 60 Personen der Einladung ge folgt. Auf der Agenda steht neben vielen fachlichen Inputs die Suche nach einer ge meinsamen Haltung und Zukunftsvision. Die Zusammenarbeit soll durch digitale Tools kon tinuierlicher gestaltet und so mehr Synergien genutzt werden. Denn wenn ein Berater oder eine Beraterin ein bestimmtes Szenario bereits erlebt hat, kann das ganze Netzwerk von die sen Erfahrungen profitieren. Das Netzwerk der Erasmus+-Beratenden wur de bereits 2004 ins Leben gerufen mit der Zielsetzung, Informationen zum Erasmus+-Pro gramm sowohl für die Auszubildenden als auch für ihre Ausbilderinnen und Ausbilder besser verfügbar zu machen. Denn das Pro gramm war damals in der beruflichen Bildung weitestgehend unbekannt. Seitdem haben sich die Mobilitätszahlen vervielfacht, viele Berufli che Schulen sind in Deutschland inzwischen im Programm aktiv. Überzeugen und aufklären Dennoch ist das Erasmus+-Beratenden-Netz werk weiterhin von großer Bedeutung, denn auch wenn mehr Auszubildende von der Mög lichkeit wissen, während der Ausbildung ein Praktikum im Ausland machen zu können, so gibt es noch viele Hindernisse. Ein großer An teil der Erasmus+-Beratenden sind auch Teil des Netzwerks Berufsbildung ohne Grenzen, welches vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Und viele unter ihnen arbei ten an den Kammern, sind also direkt an einer wichtigen Säule des dualen Ausbildungssys tems angedockt. Durch die Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern sowie den 22 23 Bildung für Europa | Juli 2026 Erasmus+ Internationalisierung voranbringen – Handwerkskammern bieten sie passgenaue Informations- und Aufklärungsarbeit für Ausbil dungsbetriebe an. Denn auch wenn ein Groß teil der Anträge im Erasmus+-Programm von berufsbildenden Schulen gestellt werden, ist es genauso wichtig, dass auch die Ausbildungs betriebe den Mehrwert eines Auslandsaufent haltes kennen. Die Beratenden leisten hier gute Aufklärungsarbeit und überzeugen mitunter zweifelnde Ausbilder/-innen davon, dass ein grenzüberschreitender Austausch persönliche sowie fachliche Entwicklungen anstoßen wird. Vermittelt werden mit dem Auslandsaufenthalt neben fremdsprachlichen und sozialen Kompe tenzen oft auch neues berufsspezifisches Fach wissen. - - - - - - Bedürfnisse der Auszubildenden im Blick Die Erasmus+-Berater/-innen, die sich an die sem Donnerstag in Bonn zusammenfinden, wissen dies natürlich. Die meisten sind schon lange im Netzwerk und haben viele herausfor dernde Gespräche mit Ausbilderinnen und Aus bildern geführt, aber auch Überzeugungsarbeit bei den Auszubildenden gehört zu ihrem Alltag. Immer mehr Jugendliche scheuen den Schritt, für eine längere Zeit im Ausland zu leben und brauchen zunächst eine Starthilfe. Ein Gefühl der Sicherheit lässt sich vor allem in persönli chen Gesprächen vor Ort vermitteln als durch Online-Angebote oder telefonische Beratung. - - - - Es ist sehr hilfreich, wenn bei einem solchen Thema alle an einem Strang ziehen und sowohl die Berufsschullehrkräfte als auch die Kammer vertretenden vom Mehrwert der Auslandsprak tika überzeugt sind. Je positiver die Reaktionen sind, die Auszubildende beim Feedback erhal ten, desto überzeugter wird auch ihre Haltung bezüglich eines Auslandsaufenthaltes werden. - - - Auch die Planung und Durchführung eines geförderten Auslandsaufenthaltes sind nicht unerheblich. Es erfordert eine gute Vor- und Nachbereitung der Auszubildenden, aber auch Unterstützung bei der Suche nach Unterkünf ten oder Praktikumsbetrieben. Dann tauchen gelegentlich noch Visa- oder Versicherungsfra gen auf und nicht zuletzt benötigt der fachliche Input, den man im Ausland erhält, eine aussa gekräftige Zertifizierung. Dies sind viele Schritte, die ein junger Mensch viel besser mit der Exper tise von Beratenden bewältigen kann. - - - - Alle Erasmus+-Beraterinnen und -Berater ha ben ein Mandat zur Beratung zu Auslandsauf enthalten und Internationalisierung in der Be rufsbildung erhalten, z. B. von einer Kammer, einem (Landes-)Ministerium, einem Arbeitge - - - - berverband oder einer Gewerkschaft. Dies ge währleistet eine unabhängige und kostenlose Beratung. Zudem werden sie regelmäßig von der NA beim BIBB zu den Förderprogrammen Erasmus+ und AusbildungWeltweit geschult, damit sie die aktuellen Entwicklungen kennen und zielorientierte Lösungen finden können. - Zurück zum Netzwerktreffen. Überall Geplau der, die Teilnehmenden stehen in Gruppen um Stehtische und bringen sich auf den neuesten Stand. Viele der Beraterinnen und Berater ken nen sich seit Jahren. Man sieht ihnen an, dass das Wiedersehen Freude macht. - - Gerade bei den derzeitigen internationalen Herausforderungen ist so ein Netzwerk wie ein sicherer Hafen zu sehen. Hier finden sich Gleichgesinnte: engagierte Lehrer/-innen und Berater/-innen, die sich für die jungen Leute einsetzen und vom europäischen Austausch überzeugt sind. Deren Motivation basiert nicht nur auf dem ausgeübten Beruf, sie sind vielmehr echte „Überzeugungstäter“, die sich durch ihr persönliches Engagement für die Ver breitung europäischer Werte einsetzen. Für das Erasmus+-Programm sind diese Multiplikatorin nen und Mulitplikatoren essenziell. Noch wich tiger aber sind sie für eine ganze Reihe junger Menschen, die ohne den persönlich gesetzten Anreiz keinen Blick über ihren Tellerrand gewor fen hätten. - - - - - Auf der NA-Website finden Sie alle akkreditier ten Erasmus+ Beratenden unter www.na-bibb.de/service/unser- netzwerk/erasmus-beratung Mehr Informationen zu Berufsbildung ohne Grenzen finden Sie hier: www.berufsbildung-ohne-grenzen.de/ © N A b ei m B IB B Anna Wendt Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB anna.wendt@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/service/unser-netzwerk/erasmus-beratung http://www.berufsbildung-ohne-grenzen.de/ mailto:anna.wendt@bibb.de 24 25Erasmus+ - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Erasmus+- Antragsrunde 2026 Mobilitätsprojekte stärker nachgefragt als je zuvor D ieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 2. Juni 2026 wieder. Er konzentriert sich auf die Mobilität (Leitaktion 1), weil die Förderentschei dungen für die Partnerschaften für Zusammen arbeit (Leitaktion 2) noch nicht vorliegen. Berufsbildung Auch im Jahr 2026 bleibt die Nachfrage nach Fördermitteln in der Leitaktion 1 ungebrochen groß. Mit insgesamt 1.025 Mobilitätsprojekten wurde erstmals eine vierstellige Projektanzahl bewilligt, darunter 925 Projekte im Rahmen einer Akkreditierung sowie 100 Kurzzeitpro jekte. Während die Beantragung von Teilneh menden einen neuen Rekord erzielte (rund 68.000 Personen), verblieb die Anzahl der be willigten Teilnehmenden mit 58.725 Personen ungefähr auf Vorjahresniveau. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Antragsjahr 2026 die Nachfrage nach Fördergeldern in der Berufsbil dung das Angebot übersteigt und nicht allen Förderwünschen vollumfänglich nachgekom men werden konnte. Insgesamt beläuft sich die Bewilligungssumme in der Leitaktion 1 für die Berufsbildung auf rund 131 Millionen Euro. Bei den Lernenden in der Berufsbildung bleibt mit 32.448 bewilligten Teilnehmenden die Kurzzeitmobilität weiterhin beliebteste Aktivi tätsart (69 Prozent aller bewilligten Aktivitäten für Lernende). Gleichzeitig gewinnt die Grup penmobilität bei den Lernenden zunehmend an Bedeutung – so macht sie unter allen be willigten Aktivitäten für Lernende mit 13.129 Teilnehmenden mittlerweile einen Anteil von 28 Prozent aus. Im Vorjahr entfielen noch 76 Prozent der bewilligten Lernenden auf die Kurzzeitmobilität und 21 Prozent auf die Grup penmobilität. Hier zeigt sich also eine Verschie bung der bewilligten Teilnehmenden weg von der Einzel- und hin zur Gruppenentsendung. Eine Verschiebung ist ebenfalls im Bereich der Personalmobilität wahrnehmbar. Auch wenn Job-Shadowings sowie Kurse und Schulungen weiterhin die beliebtesten Aktivitätsarten im Bereich Personal bleiben (mit zusammen 9.464 bewilligten Teilnehmenden entsprechen sie 95 Prozent der bewilligten Personal-Aktivitäten), sank der Anteil der bewilligten Personal-Mo bilitäten an allen bewilligten Mobilitäten von rund 20 auf gut 17 Prozent. Diese Entwicklung vollzog sich wiederum zugunsten der Lernen den-Mobilitäten: Im Vergleich zum Vorjahr können sie ein Wachstum von über drei Pro zent verbuchen, betrachtet man den Anteil der bewilligten Lernenden-Mobilitäten an allen be willigten Mobilitäten. Erwachsenenbildung Das Interesse an Mobilitätsprojekten in der Er wachsenenbildung verzeichnet auch im Jahr 2026 einen erfreulich starken Zuwachs. Allein in der ersten Antragsrunde sind 121 Anträge für Kurzzeitprojekte eingegangen. Damit hat sich die Zahl der Anträge im Vergleich zum sel ben Zeitpunkt im Vorjahr nahezu verdreifacht. Auch die beantragten Teilnehmenden verdeut lichen diesen Trend: Mit 6.761 beantragten Teilnehmenden wurde ein neuer Rekord er reicht. Insgesamt wurden 126 Projekte bewilligt. Da von entfallen 46 auf Kurzzeitprojekte und 80 auf akkreditierte Einrichtungen. Zudem wur den 12 Einrichtungen im Jahr 2025 erfolgreich im Bereich der Erwachsenenbildung akkredi tiert; 11 davon haben bereits 2026 erfolgreich Mittel beantragt und starten nun mit ihren Mobilitätsaktivitäten. Insgesamt werden 5.216 Teilnehmende gefördert, was einer Steigerung von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr ent spricht. Besonders stark entwickelt sich die Zielgruppe der erwachsenen Lernenden: Mit 2.117 geför derten Teilnehmenden verzeichnet sie einen Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem glei chen Zeitpunkt im Vorjahr (1.791 geförderte Personen). Hierbei wird insbesondere die Grup penmobilität genutzt (1.272 geförderte Perso nen), gefolgt von individueller Kurzzeitmobilität der Lernenden (836 geförderte Personen) so wie individueller Langzeitmobilität von Lernen den (9 geförderte Personen). Im Bereich des Personals setzt sich der beste hende Trend fort: Job-Shadowings bleiben mit 1.499 geförderten Teilnehmenden die belieb teste Aktivitätsart, dicht gefolgt von Kursen und Schulungen mit 1.431 geförderten Teil nehmenden. Damit entfallen 94 Prozent aller Personalaktivitäten auf diese beiden Formate. Die Aktivitätsarten Lehr- und Schulungstätig keiten (50 geförderte Personen), Eingeladene Expertinnen und Experten (118 geförderte Per sonen) sowie die Aufnahme von in Ausbildung befindlichen Lehrkräften (1 geförderte Person) werden somit bislang noch vergleichsweise wenig genutzt. Da das verfügbare Budget aktuell noch nicht ausgeschöpft ist, bestehen weiterhin attraktive Förderchancen für engagierte Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Auch im Herbst die ses Jahres wird es daher in der Erwachsenenbil dung neben der Antragsrunde für Akkreditie rungen eine zweite Runde für Kurzzeitprojekte geben. Die Antragsfrist dafür endet am 1. Oktober 2026. Die Bewilligungslisten können auf der NA-Web site eingesehen werden: www.na-bibb.de/aus-der-praxis/ bewilligte-projekte http://www.na-bibb.de/aus-der-praxis/bewilligte-projekte 24 25 Bildung für Europa | Juli 2026 „Wir wollen von anderen Bibliotheken lernen“ Wie die Erwachsenenbildung von Erasmus+ profitiert Ein Gespräch mit Christine Kühn, Refe rentin Personalentwicklung und Pro grammkoordinatorin Erasmus+ bei der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Erasmus+ Erasmus+- Antragsrunde 2026 © Z LB© M an ue l H ei nz el m an n Frau Kühn, erzählen Sie uns kurz et was zur ZLB. Kühn: Die ZLB ist die größte öffentliche Bibliothek Deutschlands und die am häu figsten besuchte Kultur- und Bildungsein richtung Berlins. Entstanden ist sie aus dem Zusammenschluss der Westberliner Ame rika-Gedenkbibliothek und der Ostberliner Berliner Stadtbibliothek. Sie stellt den Nut zerinnen und Nutzern über 3,4 Millionen Medien zur Verfügung. Seit wann beteiligen Sie sich aktiv an Erasmus+? Kühn: Das begann 2024. Eine Kollegin hat te eine Infoveranstaltung der NA beim BIBB besucht und war sofort begeistert. Wir ha ben die Idee dann weiterverfolgt, wobei es von Anfang an wichtig war, möglichst viele Perspektiven einzubeziehen – Führungs kräfte ebenso wie Mitarbeitende. Daraus resultierte schließlich die Entscheidung, eine Akkreditierung zu beantragen, die wir 2025 auch erhalten haben. Diese gibt uns Planungssicherheit und erleichtert uns den Zugang zu Fördermitteln. Wir müssen nicht für jede einzelne Aktivität einen neu en Antrag stellen, sondern können flexibler agieren. Welche Ziele verfolgen Sie mit den Erasmus+-Aktivitäten? Kühn: Das reicht vom Kompetenzaufbau beim Personal über die internationale Ver netzung bis zur Innovation. Wir wollen von anderen Bibliotheken lernen, neue Ideen aufnehmen und diese in unsere Organisa tion übertragen. Gleichzeitig geht es auch darum, wie sich das Berufsbild in Biblio theken verändert und wie wir unsere Rolle in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln können. Können Sie Beispiele für solche Lern prozesse nennen? Kühn: Bislang haben wir vier Reisen durchgeführt – nach Finnland, Estland, in die Niederlande und nach Barcelona. Ins gesamt waren 24 Mitarbeitende beteiligt. Die Reisen dauern meist zwischen zwei und fünf Tagen und beinhalten vor allem Job-Shadowings, also das direkte Mitlaufen im Arbeitsalltag vor Ort. Dabei schauen wir uns an, wie andere Bibliotheken arbeiten, wie sie organisiert sind und welche innova tiven Ansätze sie verfolgen. Welche Themen stehen dabei im Fo kus? Kühn: Digitalisierung ist ein großes Thema, ebenso Demokratieförderung, Resilienz, Personalentwicklung oder Raumgestaltung. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Timeout Foundation aus Finnland, die eine Methode für Dialog und gesellschaftlichen Austausch entwickelt hat. Diesen Ansatz wollen wir auch in unsere Veranstaltungs arbeit und internen Prozesse integrieren. Wie bereiten Sie die Auslandsaufent halte vor und nach? Kühn: Die Reisegruppen reichen zunächst eine Ideenskizze ein, in der sie Ziele und Themen definieren. Nach der Bewilligung organisieren sie die Kontakte zu den Part nerinstitutionen und entwickeln gemein sam ein Programm. Im Anschluss an den Austausch ist uns der Wissenstransfer besonders wichtig: Es gibt interne Präsen tationen, Blogbeiträge und künftig auch Formate wie Gallery Walks, bei denen die Ergebnisse vorgestellt werden. So profitie ren auch diejenigen, die nicht mitreisen konnten. Welche Rolle spielt Erasmus+ für die strategische Entwicklung der ZLB? Kühn: Eine sehr große. Die Mobilitäten sind kein Selbstzweck, sondern Teil unserer Organisationsentwicklung. Sie helfen uns, neue Perspektiven zu gewinnen und unsere Angebote weiterzuentwickeln – etwa im Hinblick auf unsere Community-Strategie oder die Verbindung von physischer Biblio thek und digitalen Angeboten. Bibliotheken sind heute viel mehr als Orte der Wissensvermittlung. Sie sind Begeg nungsorte, an denen Menschen ohne Kon sumzwang zusammenkommen können. Gerade in Städten ist das unglaublich wich tig. Bibliotheken tragen zur sozialen Teilha be bei und bieten Räume für Austausch, Lernen und Inspiration. Besonders in Finn land und den Niederlanden sieht man, wie stark Bibliotheken in die Gesellschaft inte griert sind. Dort werden sie als zentrale Orte für Bildung und sozialen Zusammen halt verstanden. Das inspiriert uns sehr – auch mit Blick auf unsere eigene Entwick lung in Berlin. 26 27Weitere Bildungsthemen - - - - - - Wie geht es mit Erasmus+ an der ZLB weiter? Kühn: Die Nachfrage ist enorm. Für die nächste Runde planen wir 14 Reisegrup pen mit insgesamt 77 Teilnehmenden. Das zeigt, wie groß das Interesse ist. - Würden Sie anderen Bibliotheken empfehlen, sich am Programm zu beteiligen? Kühn: Auf jeden Fall. Es ist sowohl stra tegisch als auch für die Mitarbeitenden - unglaublich wertvoll. Der internationale Austausch eröffnet neue Perspektiven, stärkt Netzwerke und motiviert für die eigene Arbeit. Viele Herausforderungen sind europaweit ähnlich – umso wichtiger ist es, voneinander zu lernen. Netzwerke und motiviert für die eigene Arbeit. Viele Herausforderungen sind europaweit ähn lich – umso wichtiger ist es, voneinander zu lernen. - Mehr über die Möglichkeiten von Eras mus+ in der Erwachsenenbildung erfah ren Sie auf der Website der von der NA beim BIBB durchgeführten Kampagne „Wenn Austausch Türen öffnet“: - - www.na-bibb.de/erasmus-perspektiven Das Gespräch führte Manfred Kasper. Infostand auf der Konferenz Future Skills 2025 in Jena © N A b ei m B IB B Europäische Werte als Kompass Schwerpunkte der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland A m 1. Januar 2026 startete die Nationa le Koordinierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung (NKS Agenda Erwachsenenbildung) in ihre achte Förder periode. Sie setzt damit ihre Arbeit fort, die seit 2012 darauf abzielt, europäische Bildungspolitik und nationale Praxis enger miteinander zu verzahnen. Grundlage ist die Entschließung des Rates zur Europäi schen Agenda für die Erwachsenenbildung 2021-2030. Ihr Leitmotiv „von und mit Eu ropa lernen“ bringt dabei den Kern europäi scher Zusammenarbeit auf den Punkt: den gemeinsamen Austausch, das Voneinan http://www.na-bibb.de/erasmus-perspektiven 26 27 Bildung für Europa | Juli 2026 Weitere Bildungsthemen der-Lernen und die Weiterentwicklung von Bildungsansätzen im Sinne gemeinsamer Werte. Europäische Werte werden dabei nicht abstrakt vermittelt, sondern praktisch gelebt – in Projekten, Partnerschaften und Lernformaten. Ziel: Erhöhung der Weiterbildungsbe teiligung - Die Europäische Agenda Erwachsenenbil dung stärkt die Rolle der Erwachsenenbil dung, die Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen erreicht und befähigt aktiv an der Gesellschaft und der Demokratie teilzu nehmen. Sie informiert über europäische Strategien und aktuelle Entwicklungen – derzeit insbesondere zur „Union of Skills“ und dem „Action Plan on Basic Skills“. Gleichzeitig initiiert und unterstützt sie europäische Lernprozesse sowie den Aus tausch zwischen Akteurinnen und Akteuren auf nationaler und europäischer Ebene. Ver netzung wird so zum zentralen Instrument, um gemeinsame Herausforderungen zu be arbeiten und innovative Lösungsansätze zu entwickeln. - - - - - - Bis 2030 sollen, als ein Ziel der Europäi schen Agenda Erwachsenenbildung, min destens 60 Prozent der Erwachsenen in der EU jährlich an Bildungsangeboten teilneh men, in Deutschland liegt das nationale Ziel sogar bei 65 Prozent. Aktuell (Stand 2022) beträgt die Beteiligung hierzulande laut der Statistikdatenbank Eurostat 64,2 Prozent. Die NKS Europäische Agenda Erwachsenen bildung leistet mit ihren Aktivitäten einen Beitrag, diese Lücke zu schließen – etwa durch Impulse für niedrigschwellige Ange bote und neue Zugänge zu Bildung. - - - - - Thematische Schwerpunkte 2026/2027 Die thematischen Schwerpunkte der För derperiode 2026/2027 greifen zentrale Zu kunftsfragen auf: Künstliche Intelligenz (KI) in der Erwachsenenbildung, innovative An sprache schwer erreichbarer Zielgruppen, kritisches Denken und Demokratiebildung sowie neue Lernumgebungen für interge nerationelles und interkulturelles Lernen. Auch aufsuchende Bildungsarbeit im So zialraum und europäische Kooperationen, etwa im Rahmen des „Pact for Skills“, ste hen im Fokus. Eine begleitende Story-Reihe unter dem Motto „Promoting a culture of lifelong learning for all“ wird als Informa tionskampagne gelungene Praxisbeispie le der europäischen Erwachsenenbildung sichtbar machen. - - - - - - - - Veranstaltung: Demokratie und Künstliche Intelligenz in der Erwach senenbildung - Am 30. Juni und 1. Juli 2026, jeweils vor mittags, bietet die NKS Europäische Agen da Erwachsenenbildung in Kooperation mit dem Bayerischen Volkshochschulverband e.V. (bvv) und dem Thüringer Volkshochschul verband e.V. eine kostenfreie Online-Veran staltung an: Lernangebote für Demokratie und KI stellen die Erwachsenenbildung in Europa vor große Herausforderungen. Wel che Erkenntnisse liefert die Forschung – und welche Ansätze haben sich in der Praxis be reits bewährt? Die Veranstaltung bietet wis senschaftliche Impulse, Einblicke in europäi sche Projekte, praxisorientierte Workshops und moderierten Austausch. - - - - - - - - Europäische Werte praktisch leben In der konkreten Umsetzung zeigt sich, wie europäische Werte praktisch gelebt wer den können: Die NKS Europäische Agenda Erwachsenenbildung koordiniert dabei ein so genanntes Cluster der Nationalen Ko ordinierungsstellen aus 13 verschiedenen Ländern, die gemeinsam zum Thema inno vative Lernumgebungen und Grundbildung arbeiten. Auf nationaler Ebene kooperiert sie mit Partnern wie z.B. der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung in Nie dersachsen (AEWB), den Volkshochschul verbänden, den Ländervertretungen im Bildungsbereich und dem Deutschen Wei terbildungstag (DWT). Gemeinsam stärken sie die Erwachsenenbildung als Raum für europäische Verständigung und gesell schaftliche Entwicklung. - - - - - - - So wird deutlich: Die Förderung europäischer Werte erfolgt nicht nur durch politische Pro gramme, sondern vor allem durch konkrete Bildungsarbeit. Bei Interesse an den genann ten Themen ist die Koordinierungsstelle auch für weitere Kooperationen offen. - - Mehr Informationen unter www.agenda-erwachsenenbildung.de Union of Skills: https://commission.europa.eu/topics/ competitiveness/union-skills_de Pact for Skills: https://pact-for-skills.ec.europa.eu/ index_en?prefLang=de Action Plan on Basic Skills: https://education.ec.europa.eu/sites/ default/files/2025-03/Action_Plan_on_ Basic_Skills_COM_2025_88_1_EN_0. pdf © A xe l H er zi g - Fo to gr afi e © N A b ei m B IB B SIMONE KAUFHOLD Koordinatorin der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in der NA beim BIBB kaufhold@bibb.de © N A b ei m B IB B https://commission.europa.eu/topics/competitiveness/union-skills_de https://pact-for-skills.ec.europa.eu/index_en?prefLang=de https://education.ec.europa.eu/sites/default/files/2025-03/Action_Plan_on_Basic_Skills_COM_2025_88_1_EN_0.pdf http://www.agenda-erwachsenenbildung.de mailto:kaufhold@bibb.de 28 29 AusbildungWeltweit – in der betrieblichen Berufsausbildung stark verankert © P ia H ar tm an n 28 29 Bildung für Europa | Juli 2026 Weitere Bildungsthemen A ls einziges Bundesprogramm ermöglicht AusbildungWeltweit Auszubildenden Lernerfahrungen auf allen Kontinenten und verbessert gleichzeitig die inter nationale Professionalität der Ausbil dungseinrichtungen. - - Komplementär zu Erasmus+ bietet das Mo bilitätsprogramm AusbildungWeltweit des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMBFSFJ) angehenden Fachkräften Lernaufenthalte in außereuropäischen Regionen. Allein stellungsmerkmale sind die Wirtschafts nähe und eine starke Verankerung in der betrieblichen Berufsausbildung. Rund 60 Prozent der Förderanträge kommen von Wirtschaftsunternehmen, die Auslandsauf enthalte zur Personalentwicklung und für ihr Ausbildungsmarketing nutzen. Mehr als 80 Prozent der geförderten Auszubilden den befinden sich in einer dualen Berufs ausbildung. - - - - - - Neben branchenbezogenen Sprachkennt nissen und länderspezifischen Marktkennt nissen, die gezielt bei Partnern außerhalb Europas erworben werden, bietet der „Lern ort Ausland“ auch Einblicke in das globale Gefüge von Lieferketten und Produktion. Dies sensibilisiert Auszubildende dafür, ihr künftiges berufliches Handeln ökologisch und gesellschaftlich verantwortungsvoll zu gestalten. Projektträger berichten regel mäßig, dass sich die in der Regel sechs- bis achtwöchigen Entsendungen ausgespro chen positiv auf den Erwerb überfachlicher Kompetenzen auswirkten. Zu diesen zählen die Anpassungsfähigkeit am Arbeitsplatz, Veränderungsbereitschaft und Problemlöse kompetenz. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Auszubildendenauf enthalte nach Berufsbereich 2024 und 2025 - Gewerblich 30,0% Kaufmännisch 22,0% Information, Kommunikation, Medien 11,6% Gesundheit, Pflege 11,0% Handwerk 7,0% Labor 5,3% Erziehung und Soziales 4,7% Land- und Forstwirtschaft 3,6% Gastronomie, Tourismus 2,3% Andere 2,5% Kultursensibilität als Fachkompetenz Erwartungsgemäß sind Ausbildungsberufe im exportorientierten Maschinen- und Anla genbau sowie im Handel überdurchschnitt lich im Programm vertreten. Interessant ist, dass mittlerweile 11 Prozent der bewillig ten Auszubildendenaufenthalte aus dem Gesundheits- und Pflegebereich kommen. Im Rahmen vieler dieser Aufenthalte sol len Auszubildende einen Perspektivwechsel erfahren, ausländische Pflegesysteme (z. B. stärkere Einbindung von Angehörigen) ken nenlernen und kultursensibler werden. Kul tursensibilität ist eine wichtige Voraussetzung für die sichere und ethisch fundierte Ver sorgung einer immer diverseren Patienten schaft. Auch durch das Pflegeberufegesetz hat dieses Ausbildungsziel an Aufmerksam keit gewonnen. Ein weiterer wichtiger Anlass für Auslandsaufenthalte ist die zunehmende Internationalisierung der Pflegeteams. Einige Institutionen entsenden Auszubildende ge zielt in Herkunftsländer ihrer zugewanderten Pflegefachkräfte, um Zusammenarbeit auf Augenhöhe bzw. ein vertieftes Verständnis für andere Pflegetraditionen und kulturelle Bedürfnisse zu befördern. Wachstumstrend bei weltweiten Lernaufenthalten Mit 743 bewilligten Auslandsaufenthalten setzte sich im Jahr 2025 bei Ausbildung Weltweit ein Wachstumstrend fort. Im Ver gleich zum Vorjahresergebnis konnte eine Steigerung um vier Prozent erzielt werden. Seit der Pilotierung des Förderprogramms im Jahr 2017 wurden mehr als 4.200 Aus landsaufenthalte in über 60 Ländern auf allen Kontinenten bewilligt. Die in den Projekten entwickelte Experti se zur praktischen Umsetzung weltweiter Lernmobilität fließt auch in die Arbeit des „Beratungsservices für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung“ der NA beim BIBB ein. Der Beratungsservice, der ebenfalls im Auftrag des BMBFSFJ umgesetzt wird, bie tet Lernenden und Ausbildungsverantwort lichen Orientierung und Unterstützung bei der Organisation und Durchführung von Auslandsaufenthalten. Bildungspolitische Relevanz Der aktuelle Koalitionsvertrag formuliert das Ziel, die internationale Mobilität in der beruflichen Bildung als Beitrag zur Gleich wertigkeit von akademischer und beruf licher Bildung auszubauen. Für die euro päische Ebene betont die Ratsempfehlung „Europa in Bewegung – Lernmobilität für alle“ aus dem Jahr 2024 die hohe Relevanz der europäischen und internationalen Lern mobilität für alle Zielgruppen der Berufsbil dung und fordert die Mitgliedstaaten dazu auf, mobilitätsfreundliche Rahmenbedin gungen zu schaffen. Die Ziele der Ratsemp fehlung wurden durch die Herning Decla ration (September 2025) auch von den europäischen Sozialpartnern bekräftigt. www.ausbildung-weltweit.de Stefan Metzdorf Leiter des Teams "Stärkung der Auslandsmobilität / Ausbildung Weltweit" in der NA beim BIBB metzdorf@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.ausbildung-weltweit.de mailto:metzdorf@bibb.de 30 31 Infosplitter - - Infosplitter Print-Update Alle zwei Jahre erstellt die NA beim BIBB einen gedruckten Jahresbericht. Der Bericht für den Zeitraum 2024/2025 wurde im Mai veröffentlicht und bietet einen Überblick über das Gesamtport folio der NA beim BIBB. - Zur Erstinformation über das Programm Eras mus+ dienen Flyer im quadratischen Format. Die Broschüren zur Berufs- und Erwachsenenbildung wurden jetzt aktualisiert und neu aufgelegt. Dies gilt auch für den Azubi-Flyer, den es zusätzlich in leichter Sprache gibt. - Roadmap Lernergebnisorientierung www.na-bibb.de Schritt für Schritt zur qualitätsgesicherten Mobilität Nationales VET-Team Beratung – Schulung – Transfer - - - - - - - - Neu erstellt in Kooperation mit dem Nationalen VET-Team wurde die Broschüre „Roadmap Lernergebnisorientierung“. Diese zeigt Schritt für Schritt, wie man Lernergebnisse entwickeln, erfassen und dokumentieren kann. Alle NA-Publikationen können kostenlos bestellt und heruntergeladen werden. www.na-bibb.de/publikationen Relaunch des Webportals Die überarbeitete Portallandschaft der NA beim BIBB ist seit Anfang 2026 online. Ziel des Relaunches war es, den Nutzenden über eine klare Struktur bessere Orientie rung zu bieten. Im Hintergrund laufen der zeit noch weitere Arbeiten. www.na-bibb.de EuroApprentices berichten Im Podcast „Erasmus+ Stories – Auslands erfahrungen während der Ausbildung“ mit inzwischen 18 Folgen berichten Euro Apprentices von ihren persönlichen Erleb nissen während eines Auslandsaufenthalts in der Ausbildung. Besonders empfehlens wert ist die Sonderfolge „EuroApprentices in Brüssel“. Darin erzählen die EuroAppren tices u.a. von ihrem Besuch im Europä ischen Parlament und der Diskussion mit einer EU-Abgeordneten. https://open.spotify.com/ show/01FkDZc9lYhZVBKgSIeh QK?si=4B9Yt9Y1Rwahtj9Sl1I34w ErasmusDays 2026 Vom 12. bis zum 17. Oktober feiern wir in diesem Jahr die ErasmusDays. Unter dem Motto „6 Days to make Europe shine“ sind Erasmus+-Projekte eingela den, zusammenzukommen und entwe der Veranstaltungen zu organisieren oder daran teilzunehmen und somit Erasmus+ zu feiern. www.na-bibb.de/aktuelles www.erasmusdays.eu http://www.na-bibb.de/aktuelles https://open.spotify.com/show/01FkDZc9lYhZVBKgSIeh QK?si=4B9Yt9Y1Rwahtj9Sl1I34w http://www.na-bibb.de/veranstaltungsrueckblicke http://www.na-bibb.de/publikationen http://www.erasmusdays.eu 30 31 Bildung für Europa | Juli 2026 - - - - EPALE-Fokusthemen - - - - - - Infosplitter Deutschland Wie kann Erwachsenenbildung demokra tische Werte stärken und Menschen in einer polarisierten Gesellschaft zu verant wortungsvoller Teilhabe ermutigen? Im dritten Quartal 2026 widmet sich EPALE Deutschland der politischen Dimension der Erwachsenenbildung – mit Raum für Aus tausch, Praxisimpulse und Diskussion. Profil anlegen, Lebenslauf schreiben, Job finden. Europass – dein EU-Portal für Bewerbung und Jobsuche. BEWERBUNG IST NERVIG EASY!_____ KOSTENLOS EINFACH & SICHER Gleich scannen und testen! Kostenlos auf https://europass.europa.eu © S hu tt er st oc k/ G ro un dP ic tu re - - - Im vierten Quartal 2026 steht bei EPALE die Frage im Mittelpunkt, wie KI, digitale Formate und gesellschaftlicher Wandel die Erwachsenenbildung verändern. Vom 2. bis 6. November 2026 lädt EPALE zu einer The menwoche zur Zukunft des Lernens ein. https://epale.ec.europa.eu/de/blog/ epale-deutschland-fokusthemen-2026 Termine vormerken Am 15. September und 8. Oktober 2026, jeweils 9:30 bis 12:30 Uhr, findet die EPALE-Akademie mit Jannik Veenhuis statt: „How-to-Workshop: Gute Bildung im Kon text Politik und Demokratie“. Am 28. September 2026, 13:30 bis 15:30 Uhr, folgt die NA-übergreifende Online-Veranstaltung „Neutralität oder Haltung? Politische Bildung im Spannungs feld“. Europass-Unterrichtsmaterialien übersetzt Das Europass-Portal, die EU-Plattform für Bewerbung und Jobsuche, bietet eine Vielzahl von Tools für die Bewerbung um ein Praktikum, einen Ausbildungsplatz oder ein Studium. Wie das Europass-Por tal im Unterricht genutzt werden kann, um Schüler/-innen beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen, zeigen die Europass-Unterrichtsmateria lien. Sie liegen jetzt auch in den Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch für den Einsatz im Fremdsprachenunterricht vor. www.europass-info.de/ unterrichtsmaterialien Europass-Jugendflyer aktualisiert Bewerbung ist easy: Der 2026 aktu alisierte Jugendflyer erklärt, welche Tools Europass bietet, um sich für ein Praktikum, eine Ausbildung oder einen Studienplatz überzeugend zu bewerben und wie sich mit Europass z.B. Fähigkeiten dokumentieren und die weitere persönliche Entwicklung geplant werden kann. Der Jugendflyer kann kostenlos über den Warenkorb bestellt oder auf der Website herunter geladen werden. www.europass-info.de/ jugendflyer Noch mehr EuroApprentices und Erasmus+-Beratende: In Kürze werden die Erasmus+-Botschaf ter/-innen und das Beratungsnetzwerk auch auf den Serviceportalen der NA beim BIBB zu Auslandsaufenthalten in der Berufsbil dung vorgestellt: - - MeinAuslandspraktikum.de www.meinauslandspraktikum.de/ euroapprentices www.meinauslandspraktikum.de/ beratung-in-deiner-region Auslandsberatung-Ausbildung.de www.auslandsberatung-ausbildung. de/euroapprentices www.auslandsberatung-ausbildung. de/beratung-in-ihrer-Region SALTO-Ressourcenzentren Kennen Sie die Ressourcenzen tren zu den vier Programmprio ritäten? - https://saltoinclusion.eu/ - https://saltogreen.eu/en - www.oph.fi/en/european- salto-digital-resource-centre - www.salto-youth.net/rc/ participation Passend zum Journalschwerpunkt verweisen wir besonders auf die Online-Tools im Themenfeld Par tizipation und Demokratiebildung: https://participationpool.eu/ about http://www.europass-info.de/unterrichtsmaterialien http://www.europass-info.de/jugendflyer https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-deutschland-fokusthemen-2026 http://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre http://www.salto-youth.net/rc/participation https://participationpool.eu/about https://www.meinauslandspraktikum.de/euroapprentices http://www.meinauslandspraktikum.de/beratung-in-deiner-region http://www.auslandsberatung-ausbildung.de/euroapprentices http://www.auslandsberatung-ausbildung.de/beratung-in-ihrer-Region https://saltoinclusion.eu/ https://saltogreen.eu/en Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 LinkedIn: www.linkedin.com/ company/nationale-agentur- bildung-für-europa www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Erasmus+ Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > im Bereich Erwachsenenbildung 01.10.2026, 12:00 Uhr NA beim BIBB NA beim BIBB > im Bereich Jugend 01.10.2026, 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Jugend - 29.09.2026, 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Zentren der beruflichen Exzellenz 03.09.2026, 17:00 Uhr EACEA EACEA Die Angaben basieren auf dem aktuellen Informationsstand (01.06.2026). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A12/2025. Wichtige Internet-Adressen: Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://education.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu/index_de AusbildungWeltweit: nächste Antragsfrist am 8. Oktober 2026 für Aufenthalte zwischen 1. Februar 2027 und 31. Januar 2028 http://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de http://www.eacea.ec.europa.eu/index_de https://education.ec.europa.eu/de Bildung für Europa 42 · Juli 2026 Impressum Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis ISSN Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Europäische Werte Mehr als ein Häkchen im Erasmus+-Antrag Wie sich europäische Werte in Projekten umsetzen lassen Gleichheit und Inklusion leben Menschenwürde achten Freiheit ermöglichen und von dieser profitieren Demokratie im Projekt erfahrbar machen Menschenrechte und Vielfalt respektieren Rechtsstaatlichkeit beachten Weiterführende Informationen Kompetenzen für eine demokratische Kultur Kompetenz Werte Haltungen Wissen und kritisches Verstehen Fähigkeiten und Fertigkeiten Weiterführende Informationen Fachstelle Demokratie in der beruflichen Bildung Ausgangslage Selbstverständnis der Fachstelle Aktivitäten zur Stärkung der Demokratie Fokus: Übergangsbereich Vorgehen und Analysen der Fachstelle Veranstaltungen, Expertisen und Publikationen Unterstützungsangebote und Anknüpfungspunkte Kooperationen mit BIBB und bpb Weiterführende Informationen Wie erleben Erasmus+-Teilnehmende europäische Werte Statements aus der Berufsbildung Wirkung von Erasmus+ in der Erwachsenenbildung Häufigkeit der Priorität in Anträgen ausgewertet Schwerpunkt auf europäische Werte Weiterführende Informationen Die Europäische Union und europäische Werte 01 Gibt es eine europäische „Identität“? Fühlen Sie sich als Bürger/Bürgerin der EU? 02 Wie stehen die Bürger/-innen zur EU? 03 Welche Bereiche sind wichtig für die Stellung der EU in der Welt? Stärkung der Stellung der EU in der Welt 04 Wie vertraut sind die Menschen mit den Rechtsgrundlagen und den Entscheidungsprozessen der EU? Good Practice: Europäische Werte vermitteln Demokratie zum Anfassen Durch Entsendungen Europa erleben Erasmus+ als Türöffner Projektinfo Good Practice: Brücken bauen für den Frieden Werte mit Erlebnissen verbinden Projektinfo Good Practice: Unser Land Europa Begegnung und Beteiligung vor Ort Mehr Wissen, mehr Beteiligung, neue Verbindungen Projektinfo „Future Skills als dauerhafter Entwicklungsprozess“ Internationalisierung voranbringen – ein Blick in das Netzwerk der Erasmus+- Beraterinnen und -Berater in der Berufsbildung Überzeugen und aufklären Bedürfnisse der Auszubildenden im Blick Weiterführende Informationen Erasmus+-Antragsrunde 2026 Berufsbildung Erwachsenenbildung „Wir wollen von anderen Bibliotheken lernen“ Europäische Werte als Kompass Ziel: Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung Thematische Schwerpunkte 2026/2027 Veranstaltung: Demokratie und Künstliche Intelligenz in der Erwachsenenbildung Europäische Werte praktisch leben AusbildungWeltweit – in der betrieblichen Berufsausbildung stark verankert Kultursensibilität als Fachkompetenz Wachstumstrend bei weltweiten Lernaufenthalten Bildungspolitische Relevanz Weiterführende Informationen Infosplitter Print-Update Relaunch des Webportals EuroApprentices berichten ErasmusDays 2026 EPALE-Fokusthemen Termine vormerken Europass-Unterrichtsmaterialien übersetzt Europass-Jugendflyer aktualisiert Noch mehr EuroApprentices und Erasmus+-Beratende SALTO-Ressourcenzentren Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ …
[…] Diese Europass-Tools eignen sich Lebenslauf-Editor: Wie ist ein Lebenslauf aufgebaut? Was gehört hinein? Der Europass-Lebenslauf-Editor ist eine unkomplizierte Möglichkeit, einen aussagekräf tigen Lebenslauf zu erstellen, da er Schritt für Schritt durch die Erstellung führt. Für die Gestaltung stehen u.a. verschiedene Layouts und Farben zur Verfügung. - Anschreiben-Editor: Der Aufbau und das Erstellen von passenden Anschreiben lässt sich anhand des Anschreiben-Editors erarbeiten. Europass-Profil oder Lebenslauf teilen: Schüle rinnen und Schüler, die bereits ein persönliches Profil im Portal angelegt haben, können ihren Lebenslauf entwurf per Link unkompliziert mit Ihnen teilen, um gemeinsam Verbesserungen zu erarbeiten. - - Selbstbewertungstools für Fremdsprachen und digitale Kompetenzen: Anhand dieser Tools können persönliche Fähigkeiten realistisch eingeschätzt und Lernfortschritte reflektiert werden. Neben dem Europass-Portal können auch die fol genden Europass-Dokumente genutzt werden: - Europass Zeugniserläuterungen: Welche Ausbil dungsberufe gibt es? Welche Kompetenzen erwirbt man durch die Ausbildung und wo kann man mit dieser Ausbildung arbeiten? Die Europass Zeugniserläute rungen bieten Kurzbeschreibungen von Ausbildungs berufen und können im Rahmen der Berufsorientie rung eingesetzt werden. - - - - Europass Mobilitätsnachweis: Das Dokument hält Ergebnisse von Lernaufenthalten im Ausland fest. In Zusammenhang mit Auslandspraktika können Ziele und Chancen besprochen werden, die die berufliche Mobilität bietet. Das EU-Portal für Bewerbung und Jobsuche im Unterricht Europass macht Schule Das kostenfreie Europass-Portal ist ein Angebot der Europäischen Kommission für Bewerbung und Jobsuche sowie für die Selbsteinschätzung und Dokumentation von Kompetenzen. Besonders für junge Menschen, die sich beruflich orientieren oder erstmals bewerben, sind die Funktionen der Plattform eine wertvolle Unterstützung. Das Besondere: Das Europass-Portal steht in mehr als 30 Sprachen zur Verfü gung und legt großen Wert auf Privatsphäre und Nutzerfreundlichkeit. Es ist ein nicht-kommerzielles und werbefreies Angebot. - Lehrkräfte können die Europass-Tools für praktische Unterrichtseinheiten nutzen und so ganz einfach Bewerbungs-Know-how vermitteln und ihre Schüler/-innen beim Übergang in den Beruf unterstützen. Zu den wichtigsten Funktionen des Europass-Portals gibt es jetzt Unterrichtsmaterialien, die für die Berufso rientierung ab Klasse 8 genutzt werden können. - PERSÖNLICHES E-PORTFOLIO ERSTELLEN BASISWISSEN & ORIENTIERUNG JOBS UND WEITER BILDUNGEN FINDEN - BEWERBEN Das Portal bietet Informationen zum Lernen und Arbeiten in Europa, zum Beispiel zu den Themen Anerkennung, Qualifikationen/Qualifikationsrahmen, Validierung und Arbeitsmarkttrends. Passende Stellenangebote und Weiterbildungen in ganz Europa recherchieren Aus dem Profil heraus mit wenigen Klicks Bewerbung erstellen Mit dem Application Tracker alle aktiven Bewerbungen managen Ausbildung und Berufserfahrung eingeben Fähigkeiten und Kompetenzen selbst einschätzen Interessen und Ziele definieren Dokumente speichern Speichern und Teilen digitaler Bildungsnachweise nach europäischem Standard möglich Europass Unterrichtsmaterialien Wie Europass in der Berufsorientierung und für das Be werbungstraining im fächerübergreifenden Unterricht eingesetzt werden kann, zeigen die Unerrichtsmate rialien. Sie bestehen aus Arbeitsblättern, interaktiven Übungen und einer Handreichung für Lehrkräfte. - - Zu den Unterrichtsmaterialien: https://www.europass-info.de/ bildungseinrichtungen/europass-im-unterricht/ unterrichtsmaterialien Anbindung an Themen und Fächer • Berufsorientierung • Bewerbungstraining • Fremdsprachenunterricht • Politikunterricht Impressum Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Nationales Europass Center (NEC) D-53142 Bonn (Postanschrift) E-Mail: europass@bibb.de Tel. : +49 (0)228-107 1200 LinkedIn: @Nationale Agentur Bildung für Europa Instagram: @meinauslandspraktikum Stand: November 2025 Verantwortlich: Berthold Hübers KOSTENFREI SICHER WERBEFREI MEHRSPRACHIG Das Europass-Portal - die EU-Plattform für Bewerbung und Jobsuche Das Europass-Portal regt zur Selbstreflexion an und unterstützt bei der Erstellung einer aussagekräftigen Bewerbung. Rosanna Luzzi, St.-Ursula-Berufskolleg Düsseldorf // https://europass.europa.eu Beratung: www.europass-info.de D ie in d ie se r P ub lik at io n en th al te ne n In fo rm at io ne n ge be n ni ch t u nb ed in gt d ie o ffi zi el le P os iti on d er E ur op äi sc he n Ko m m is si on w ie de r. https://www.europass-info.de/bildungseinrichtungen/europass-im-unterricht/unterrichtsmaterialien https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum?igsh=MWdsNjV3dzZmdmR1cw== mailto:europass@bibb.de https://europass.europa.eu http://www.europass-info.de Europass macht Schule: Das EU-Portal für Bewerbung und Jobsuche im Unterricht Diese Europass-Tools eignen sich Lebenslauf-Editor Anschreiben-Editor Europass-Profil oder Lebenslauf teilen Selbstbewertungstools für Fremdsprachen und digitale Kompetenzen Europass Zeugniserläuterungen Europass Mobilitätsnachweis Das Europass-Portal - die EU-Plattform für Bewerbung und Jobsuche Basiswissen & Orientierung Persönliches E-Portfolio erstellen Jobs und Weiterbildungen finden Bewerben Europass Unterrichtsmaterialien Anbindung an Themen und Fächer Impressum …
[…] In diesem englischsprachigen Online-Magazin haben die nationalen Koordinator*innen der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung aus Belgien-Flandern, Zypern, der Tschechischen Republik, Estland, Deutschland, Ungarn, Island, Irland, Lettland, den Niederlanden, der Slowakei, Slowenien, Schweden und der Türkei repräsentative Beispiele innovativer Lernräume zusammengefasst. Dabei wurden solche Beispiele hervorgehoben, die Räume, Lernende, Themen und innovative Ansätze zusammenbringen. Das Magazin bietet darüber hinaus Einblicke in die Aktivitäten der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung auf nationaler Ebene, die zur Gestaltung der nationalen Erwachsenenbildung beitragen. …
[…] 4 1 Legal Notice National Agency Education for Europe at the German Federal Institute for Vocational Education and Training (NA at BIBB) Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn phone: 0049 (0)228 / 107-1608 Responsible for content: Berthold Hübers Updated English Translation: May 2025 www.na-bibb.de Nationale Agentur Bildung für Europa EPALE – Deutschsprachiges Netzwerk der Erwachsenenbildung in Europa Design: Blueberry, Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Image sources: AdobeStock.com: Halfpoint (p.1), shock (p.5), Southpoint ( p.7), Fizkes (p.9): Shutterstock.com: Bioraven (p.5/7/8) Printed on Antalis Digicolor We are the National Agency Education for Europe at the Federal Institute for Vocational Education and Training - NA at BIBB for short. On behalf of the Federal Ministry for Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth (BMBFSFJ), we are responsible for implementing the European Erasmus+ programme in VET and adult education. In addition, we fulfil numerous other European and international tasks in both areas of education. We work closely with the EU Commission and at national level with ministries, federal states, social partners, associations, chambers, companies, universities and educational institutions. You can find more information at: www.na-bibb.de Jean Monnet Sport Youth Higher education School education Vocational education and training Adult education www.na-bibb.de/en NCP Agenda for Adult Learning, Erasmus +, EPALE European Adult Education in Germany http://www.na-bibb.de https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all https://www.linkedin.com/company/epale-aktuelles-aus-dem-netzwerk-für-die-erwachsenenbildung-in-europa/posts/?feedView=all http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/en 2 3 European adult education in Germany A dult education is one of the main pillars of the Euro pean Education Area and makes an active contribu tion to shaping a resilient and inclusive Europe. To implement these goals, the two National Coordina tion Offices „European Agenda for Adult Learning“ and „EPALE“ as well as the Erasmus+ Programme in the field of Adult Education are located in the National Agency at the Federal Institute for Voca tional Education and Training. Together they form the „European Adult Education“ sector in Germany. NCP Agenda for Adult Learning The National Coordination Point of the European Agenda for Adult Learning (NCP EAAL) provides information on European objectives and priorities in the field of adult education and supports its natio nal implementation. Erasmus+ Adult Education Erasmus+ is the EU‘s programme to support education, training, youth and sport in Europe. In the current Erasmus+ funding period (2021-2027) in Germany, more than 8,000 people from adult education have already been able to take part in study visits abroad and numerous organisations have benefited from cooperation partnerships. - - - - – - – EPALE On EPALE, the e-platform for adult educa tion in Europe, those active in adult education can exchange information on specialised topics, share information, network and find project partners across Europe. – - The field of European adult education in Germany has three goals in co-operation with experts from politics, science and practice: to inform. to promote. to network European Education Area Strategic framework for education and training 2021-2030 European skills agenda Practice, policy and science in adult education Connecting policy and practice Promoting learning in Europe Networking and sharing knowledge Deutschland European Agenda for Adult Learning Adult education European Adult Education in Germany 4 5 European Agenda for Adult Learning NCP Agenda for Adult Learning In November 2021, the Council of the European Union adopted the recommendation for a „New European Agenda for Adult Learning 2021-30“. It provides an educational policy framework for Europe and sets common goals for general adult education and vocational training. The main objective of the Agenda is to promote the role of adult education in the participating countries. To implement the European Agenda and streng then the importance of adult education in Europe, national coordination points have been establis hed across Europe. In Germany, this National Co ordination Point works on behalf of the European Commission and the Federal Ministry for Educa tion, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth (BMBFSFJ). Priorities of the European policy on adult education at the national level - - - - > promoting the participation of adult learners in lifelong learning > strengthening basic education > developing future skills We, as the National Coordination Point (NCP): > provide information on European goals and priorities in adult education > together with a monitoring committee, define the national priorities for the implementation of the European Agenda for Adult Learning in Germany > initiate and support mutual European (learning) processes, > contribute to the networking of European and national stakeholders and institutions. Feel free to contact us, if you > want to be informed about European adult learning developments and national priorities, > are interested in (joint) events aimed at sharing European and national learning and expertise on key issues, > want to connect with us or are looking for European cooperation partners Further information on the NCP European Agenda for Adult Learning can be found at: www.agenda- erwachsenenbildung.de http://www.agenda-erwachsenenbildung.de 6 7 Erasmus+ Adult Education Erasmus+ Adult Education is open to all organisa tions offering general adult education. It supports the further training of learners and educators, cooperation with other organisations, networking and internationalisation. The aim is to strengthen European values and make our societies more inclusive, greener and fit for a digital future. - The programme pays particular attention to giving disadvantaged people easy access to Europe. Information on Erasmus+ adult education can be found at: www.na-bibb.de/ informieren Key action 1 With the help of Erasmus+, adult education organisations can support learners and staff on study visits abroad. Key action 1 is aimed in particular at learners with fewer opportunities. European learning experiences promote participation and have a positive impact on personal skills. Your staff, for example, can learn about modern, digital teaching methods on a course in Denmark or experience the implementation of inclusive tea ching models during a job shadowing programme in Austria. A stay abroad can enhance your staff‘s skills in many ways. Key action 2 - As part of a “Partnership for cooperation”, organisations active in adult education can work together across national borders with Erasmus+ funding: Small-scale Partnerships in adult learning and education: Get started with Erasmus+! Even with just one partner from another country participating in Erasmus+, you can apply for a pro ject and exchange ideas on adult education topics across national borders. Cooperation partnerships in adult learning and education: larger projects! - Involve at least three organisations from three countries to develop and/or transfer innovative educational practices in Europe. http://www.na-bibb.de/informieren 8 9 EPALE The online community for everyone working in adult and continuing education. The ePlatform for Adult Education in Europe (EPALE) is a multilingual, open-membership online community dedicated to adult and continuing education across Europe. EPALE is the virtual meeting place for all those professionally involved in adult learning and continuing education and training: > Teachers > Project staff > Decisionmakers What EPALE can do for you! > Gain acces to Europe‘s largest open- membership adult education community. > Benefit from the latest knowledge and expertise shared by our community. > Connect and network with over 170,000 colleagues across Europe. > Make yourself and your work visible. > Actively shape adult education in Europe through your contributions and comments. > Exchange ideas with the European community in your own language. Who is behind EPALE? EPALE is funded by the European Commission as part of the EU Erasmus+ programme. Nearly 40 teams across Europe work to support and strengthen the community. Apple Android The German EPALE team is located at the Natio nal Agency „Education for Europe“ at the Federal Institute for Vocational Education and Training (NA at BIBB). We therefore work very closely with the Erasmus+ Adult Education Programme and the European Agenda for Adult Learning. Together we support and strengthen adult education in Germany and Europe. Be inspired and begin your journey through Europe with EPALE today! - Join the European adult education community! https://epale.ec.europa.eu/en Use the EPALE Mobile App! Simply scan and download the QR codes opposite. https://epale.ec.europa.eu/en 10 11 Our common goals: The NCP Agenda for Adult Learning, Erasmus+ Adult Education and EPALE are committed to supporting the goals and initiatives of European adult education. The NCP European Agenda for Adult Learning provides insights into European education policy priorities and how they shape national discussions. Erasmus+ Adult Education puts these priorities into action through projects and collaborations. The EPALE platform supports every stage of project planning, implementation, and dissemination. Additionally, EPALE makes it possible to find partner organisations, build a network and gain and share knowledge with others NCP European Agenda for Adult Learning (NCP EAAL): www.agenda-erwachsenenbildung.de E-mail: agenda-erwachsenenbildung@bibb.de ERASMUS+ Adult Education www.na-bibb.de/informieren Key action 1: Mobility E-mail: mobilitaet-erwachsenenbildung@bibb.de Key action 2: Partnerships for cooperation E-mail: partnerschaften-erwachsenenbildung@bibb.de EPALE https://epale.ec.europa.eu/en E-Mail: epale@bibb.de Social-Media Find news from the German adult education community and stay informed about national and European topics. EPALE – Deutschsprachiges Netzwerk der Erwachsenenbildung in Europa Nationale Agentur Bildung für Europa Follow us: #ErasmusPlus #EPALE #AgendaErwachsenenbildung NCP Agenda for Adult Learning, Erasmus+, EPALE If you are interested in further information, please contact us directly: Also visit us at www.na-bibb.de/en Subscribe to the NA newsletter: www.na-bibb.de/newsletterOur Goals for European Adult Education in Germany: > Strengthening adult education as the fifth pillar of education, contributing to Europe’s goal of increasing participation in lifelong learning. > Raising awareness of European policy developments and benchmarks in adult education. > Encouraging collaboration and exchange among stakeholders at all levels – European, national, regional, and local. > Promoting inclusion, equal opportunities, diversity, and social justice through a strong adult education sector, both nationally and across Europe. > Inspiring multipliers, stakeholders, professionals from academia and practice, training providers, associations, educators, and learners to engage with European topics and collaborations. http://www.agenda-erwachsenenbildung.de mailto:agenda-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= http://www.na-bibb.de/informieren mailto:mobilitaet-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= mailto:partnerschaften-erwachsenenbildung%40bibb.de?subject= https://epale.ec.europa.eu/en mailto:epale%40bibb.de?subject= https://www.linkedin.com/company/epale-aktuelles-aus-dem-netzwerk-für-die-erwachsenenbildung-in-europa/posts/?feedView=all https://www.linkedin.com/company/nationale-agentur-bildung-für-europa/posts/?feedView=all http://www.na-bibb.de/en http://www.na-bibb.de/newsletter NCP Agenda for Adult Learning, Erasmus +, EPALE European Adult Educationin Germany Legal Notice Responsible for content Updated English Translation Design Image sources European adult education in Germany NCP Agenda for Adult Learning Erasmus+ Adult Education EPALE European Agenda for Adult Learning NCP Agenda for Adult Learning Priorities of the European policy on adult education at the national level We, as the National Coordination Point (NCP) Feel free to contact us, if you Erasmus+ Adult Education Key action 1 Key action 2 EPALE The online community for everyone working in adult and continuing education. What EPALE can do for you! Who is behind EPALE? Join the European adult education community! Our common goals NCP Agenda for Adult Learning, Erasmus+, EPALE If you are interested in further information, please contact us directly NCP European Agenda for Adult Learning (NCP EAAL) ERASMUS+ Adult Education Key action 1: Mobility Key action 2: Partnerships for cooperation EPALE Social-Media Also visit us at …
[…] 70,8 Millionen Euro standen 2018 für Erasmus+-Projekte in der Berufs- und Erwachsenenbildung in Deutschland zur Verfügung. Mit diesen Mitteln konnte eine steigende Nachfrage sowohl nach Auslandsaufenthalten als auch nach Strategischen Partnerschaften bedient werden. Wie die Gelder verwendet wurden, berichtet die NA beim BIBB in ihrem aktuellen Jahresbericht. Dieser informiert zudem über die anderen von der NA betreuten Projekte. Dazu gehört u.a. AusbildungWeltweit, das im November 2018 aus der Pilotphase in ein längerfristiges Förderprogramm überführt werden konnte. Zu den Highlights des Jahres gehört auch die Veröffentlichung der Mobilitätsstudie, mit der nunmehr eine gesicherte Datenbasis über Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung vorliegt. …
[…] Damit berufliche Abschlüsse in Europa besser vergleichbar sind, braucht es eine gemeinsame Sprache für Kompetenzen. Die Lernergebnisorientierung zeigt klar, was Lernende nach dem Lernen wissen, verstehen und praktisch anwenden können. Die „Roadmap Lernergebnisorientierung“ unterstützt Sie dabei, Ihr Erasmus+-Projekt von Anfang an strukturiert zu planen. Sie hilft Ihnen, klare Lernziele zu formulieren, Lernergebnisse verständlich zu beschreiben und die im Ausland erworbenen Kompetenzen nachvollziehbar zu dokumentieren. So verbessern Sie die Qualität Ihres Projekts, erleichtern die Anerkennung der Lernleistungen und schaffen mehr Transparenz für alle Beteiligten. …
[…] Die Infografik bietet einen schnellen Überblick über die Funktionen des neuen Karrieremanagement-Portals für Lernen und Arbeiten in Europa. Mit dem Portal bietet die EU-Kommission einen sicheren, werbefreien und kostenlosen Raum zur Selbstverwaltung persönlicher Kompetenzen. …
[…] Seite 1 von 3 © NA beim BIBB, Stand: 20.08.2026 Wahlverfahren und Zeitplan für die Neuwahl des Nutzerbeirates 2027 bis 2029 Inhaltsverzeichnis 1. Aufgaben des Nutzerbeirates und Anforderungen an die Mitglieder ........................... 1 2. Zusammensetzung und Amtsperiode neuer Nutzerbeirat .......................................... 1 3. Wahlverfahren ........................................................................................................... 2 4. Zeitplan ...................................................................................................................... 3 1. Aufgaben des Nutzerbeirates und Anforderungen an die Mitglieder Der Nutzerbeirat ist das Sprachrohr der Projektträger und die Schnittstelle zur Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA BIBB). Er gibt Organisationen der Berufs- und Erwachsenenbildung eine Stimme und bündelt ihre Rückmeldungen, Erfahrungen und Wünsche. Er berät die NA BIBB zur Kommunikation mit den Projektträgern sowie zur Weiterentwicklung von Serviceleistungen. Der Nutzerbeirat besteht aus Vertretern und Vertreterinnen aller Leitaktionen. Bewerber und Bewerberinnen für einen Platz im Nutzerbeirat sollten bereit sein, sich zweimal im Jahr in Präsenz an einem Treffen des Nutzerbeirates zu beteiligen. Sie stellen sich als Ansprechpartner für andere Projektträger zur Verfügung, gehen proaktiv auf diese zu und tauschen sich mit Ihnen aus. Sie sammeln prinzipielle Anliegen und leiten sie an die NA beim BIBB weiter. Individuelle Beratungsfragen liegen nicht im Aufgabenbereich des Nutzerbeirates, sondern werden in direkter Kommunikation mit der NA beim BIBB geklärt. Auch zwischen den Sitzungen des Nutzerbeirates gibt der Beirat Rückmeldung zu spezifischen Fragen, entweder aus sich heraus oder auf Anfrage der NA beim BIBB. 2. Zusammensetzung und Amtsperiode neuer Nutzerbeirat Die Zusammensetzung des Beirats erfolgt getrennt für die Leitaktionen 1 und 2 und berücksichtigt eine angemessene Vertretung beider Leitaktionen und Bildungssektoren auf Basis der Anzahl der laufenden Projekte. • KA1 VET (Mobilität Berufsbildung) mit 5 Personen • KA1 ADU (Mobilität Erwachsenenbildung) mit 3 Personen • KA2 VET (Strategische Partnerschaften Berufsbildung) mit 2 Personen • KA2 ADU (Strategische Partnerschaften Erwachsenenbildung) mit 2 Personen Seite 2 von 3 © NA beim BIBB, Stand: 20.08.2026 Die Mandatierung des alten Nutzerbeirates (NB 4) wurde um 15 Monate verlängert. Sie endet nun im Mai 2027. Eine Übergabe an den neuen Nutzerbeirat NB 5 wird auf der Jahrestagung im Juni 2027 erfolgen. Die Amtsperiode des NB 5 läuft somit ausnahmsweise für 27 Monate, nämlich von Juni 2027 bis August 2029. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Übergabe an den NB 6 im Rahmen der Jahrestagung im September 2029 erfolgt und ein Übergang in die neue Programmgeneration gut begleitet wird. 3. Wahlverfahren In den Nutzerbeirat wählbar sind Vertreter und Vertreterinnen von Projektträgern, die noch bis mindestens 31. März 2028 eine laufende Finanzhilfevereinbarung und/oder eine gültige Akkreditierung haben. Den Nutzerbeirat wählen können alle Projektträger, die zum Zeitpunkt der Wahl noch eine laufende Finanzhilfevereinbarung haben. Wie in den Vorjahren wird in einem zweistufigen Verfahren gewählt. In der ersten Phase, der Bewerber- und Bewerberinnenauswahl, werden Anfang September 2026 alle Projektträger angeschrieben, die eine laufende Finanzhilfevereinbarung haben. Sie werden über die Möglichkeit zur Interessenbekundung eines ihrer Mitarbeitenden für den Nutzerbeirat 2027 bis 2029 informiert. Allerdings können sich nur Personen aus Organisationen aufstellen lassen, die entweder eine gültige Akkreditierung und/oder eine Finanzhilfevereinbarung mit Laufzeit bis mindestens 31. März 2028 haben. Für die Wahl stellt die NA beim BIBB eine Wahlkommission zusammen. Sie besteht aus einer Vertretung des Teams finanzielle und vertragliche Projektbegleitung (FVP), einer Vertretung eines Programmteams, sowie einer Vertretung aus einem anderen Team (Finanzen und Informationstechnologie FIT, Öffentlichkeitsarbeit und Information ÖFF, Leitungsteam). Interessensbekundungen können bis Ende Oktober 2026 eingereicht werden. Um die Wahl nicht ausufern zu lassen, können maximal viermal so viele Kandidatinnen aufgestellt werden wie es Plätze gibt, das heißt maximal 20 Kandidatinnen für KA 1 VET, maximal 12 Kandidatinnen für KA 1 ADU, und maximal je 8 Kandidatinnen für KA 2 VET und ADU. Sollten für einen Bereich mehr Bewerbungen eingegangen sein, wird die Nationale Agentur eine Auswahl treffen. Dazu werden die folgenden Kriterien in der Reihenfolge ihrer Listung berücksichtigt: Seite 3 von 3 © NA beim BIBB, Stand: 20.08.2026 1. Ausgeglichene regionale Verteilung 2. Erfahrungen in Erasmus+ Projektarbeit 3. Repräsentative Vielzahl der Organisationstypen In der zweiten Wahlstufe lädt die NA beim BIBB alle Projektträger zur Wahl ein, die zum Zeitpunkt der Wahl eine laufende Finanzhilfevereinbarung haben. Die NA beim BIBB veröffentlicht eine Online-Umfrage, in der die Kandidatinnen/Kandidaten präsentiert werden. Jede Organisation kann eine Person aus ihrem Bereich wählen (KA 1 VET oder ADU, KA 2 VET oder ADU). Die Personen mit den meisten Stimmen werden für den Nutzerbeirat benannt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Wahlkommission entlang der oben benannten Kriterien, also nach regionaler Verteilung, Erfahrung, Organisationstypen. 4. Zeitplan Die folgende Übersicht gibt Ihnen einen groben zeitlichen Überblick vom Bewerbungsaufruf bis hin zur Einsetzung des neuen Nutzerbeirats: • September 2026: Bewerbungsaufruf • Oktober 2026: Bewerbungsphase • November bis Mitte Dezember 2026: Auswahl Short List • Januar 2027: Wahlbekanntmachung • Januar bis Februar 2027: Wahlphase • März 2027: Auswertung Ergebnisse • Juni 2027: Einsetzung neuer Nutzerbeirat Wahlverfahren und Zeitplan für die Neuwahl des Nutzerbeirates 2027 bis 2029 1. Aufgaben des Nutzerbeirates und Anforderungen an die Mitglieder 2. Zusammensetzung und Amtsperiode neuer Nutzerbeirat 3. Wahlverfahren 4. Zeitplan …
[…] Unser Arbeitsalltag, Unsere Highlights Auslandsaufenthalte sind für alle möglich. Wie das Gelingen kann, erzählt Martin Karpiel, der als Betreuer des Wertkreis Gütersloh mit fünf Menschen mit Handicap unterwegs war. Zu Besuch waren sie in der ZSS Gedansk II, einer inklusiven Schule im polnischen Danzig. , Nach unserer Ankunft in Danzig und einer Verschnaufpause im Hotelzimmer wollten die Teilnehmenden als Erstes ans Meer. Dort wurden direkt die Schuhe ausgezogen und alle haben sich getraut mit den Füßen ins Wasser zu gehen. Beim anschließenden Spaziergang hat ein Teilnehmer gesagt, wie schön es doch ist, endlich echten Sandstrand zu spüren. Ich weiß nicht, ob alle unsere Teilnehmenden schon mal das Meer gesehen haben, aber allein diese glücklichen Gesichter waren für mich schon die Reise wert. , In der Schule angekommen, haben unsere Teilnehmenden ihre Arbeitsaufgaben zugewiesen bekommen. Die Arbeitsaufteilung in der Schule war klar strukturiert. Unsere einzige Teilnehmerin hospitierte bei einer Lehrerin im Unterricht vor Ort. Dort wurden Aktivitäten für die nächste Woche besprochen und organisiert. Auch Bürotätigkeiten gehörten zu ihrem Aufgaben. Der Teilnehmer, der bei uns in der Bäckerei tätig ist, konnte sein Können unter Beweis stellen. Er hat zum Beispiel gemeinsam mit einer Schulklasse einen Rhabarberkuchen zubereitet, der im Anschluss im Kiosk verkauft wurde. Dabei wurde der Kuchen ohne maschinelle Hilfsmittel, wie Handrührgerät oder Thermomix, zubereitet. Ein anderes Mal gab es russischen Zupfkuchen. Die erforderlichen Mengen sorgten anfangs für Verwirrung, da für 30 Leute gebacken wurde. Aber alles klappte wie am Schnürchen und der Kuchen kam sehr gut an. In der Zwischenzeit haben die anderen Teilnehmer ihre Arbeit draußen erledigt. Rasenmähen und die Pflege der Sportplätze gehörte zu ihren Aufgaben. Am ersten Tag befreite die Gruppe beispielsweise die Kanten der Tennisplätze vom Rasen. In der zweiten Woche unterstützten die Teilnehmenden den Hausmeister beim Bau und der Lackierung von Möbeln. Die Teilnehmenden wurden an die Maschinen herangeführt. Sie schliffen Holzleisten für Tische ab und durften anschließend die Leisten zu einem Tisch zusammen hämmern. Alle dort hergestellten Möbelstücke bestehen aus Paletten, denn viele Dinge werden in der Schule wiederverwertet. Der Hausmeister erzählte uns, dass die Schüler und Schülerinnen vor Ort nur bei ihm mit elektrischen Geräten arbeiten dürften. Beim Technikunterricht in den Schulklassen verzichten die Lehrer auf maschinelles Werkzeug. Denn durch den Umgang mit Schraubendrehern und Hämmern werden die Gelenke beweglicher und die Muskulatur bleibt erhalten. , Ein besonderer Tag unseres Auslandspraktikums war das Sportevent in der Schule. Wir bekamen Sporttrikots, zogen uns um und es ging auch schon los. Wir wurden in fünf Gruppen aufgeteilt und jede und jeder bekam eine Punktekarte für verschiedene Disziplinen. In jeder Disziplin wurde verschiedene Kompetenzen geprüft, wie zum Beispiel Geschicklichkeit, Kraft und Schnelligkeit. Wir hatten alle sehr viel Spaß und die sprachliche Barriere zwischen unseren Teilnehmenden und den polnischen Schülerinnen und Schülern hat sehr schnell kein Hindernis mehr dargestellt. Auch an einem der Wochenenden stand Sport auf dem Programm. Die Schule lud uns ein, an einem wichtigen Fußballspiel der Danziger Mannschaft teilzunehmen. Uns wurde erklärt, dass sich dort ein Projekt damit befasste, Menschen mit Handicap an vielseitigen sportlichen Aktivitäten heranzuführen. In dem Block, in dem wir saßen, waren sowohl Personen mit Handicap, die üblichen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie geflüchtete Menschen aus der Ukraine mit ihren Kindern. Das zu sehen hat uns sehr berührt. Es war ein spannendes Spiel und in der letzten Minute schoss ein Stürmer der Danziger Mannschaft das 3:2. Da lagen wir uns alle in den Armen. Da einige Teilnehmende im Vorfeld den Wunsch geäußert hatten, einen Kletterpark zu besuchen, setzten wir dies am anderen Wochenende um. Wir wurden von den Mitarbeitern in den Umgang mit Karabinern und Seilrollen eingewiesen. Nach einer kleinen Übungseinheit, teilten wir uns in zwei Gruppen auf, um Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu bestreiten. Alle Teilnehmenden hatten Respekt vor der Sache, was sie aber nicht davon abhielt, es zu versuchen. Sie erfuhren ihre eigenen Grenzen, sowohl physisch als auch psychisch. Am Ende stand nicht der abgebrochene Parcours im Vordergrund, sondern die Tatsache, es überhaupt probiert zu haben. , In unserer Zeit in Danzig waren wir immer wieder beeindruckt, wie viel Liebe die Lehrer und Lehrerinnen in ihre Arbeit stecken und das die Schule sogar als eine Art Jugendzentrum angesehen wird. An jedem Tag in der Woche kann man dort hinkommen und zum Beispiel die Sportplätze nutzen oder sich mit Freundinnen und Freunden treffen. Diese offene Art, die zeitgleich und das Kennenlernen von Jugendlichen mit und ohne Handicap ermöglicht, hat uns gut gefallen. Einem unserer Betreuer, der Kinestheticstrainer ist, fielen Unterschiede im Umgang mit den zahlreichen Rollstuhlfahrern auf. Dabei ging es ihm vor allem um die Transfers, bei denen Menschen aus den Rollstühlen rausgehoben werden. Nach einem angeregten Gespräch zeigte unser Betreuer den polnischen Kolleginnen und Kollegen ein paar Bewegungen, mit denen das Heben weniger belastend für die Rücken der Pflegenden wurde. Die Tipps wurden dankend angenommen. Bei unserem letzten Gespräch mit dem polnischen Schuldirektor haben wir über die Vorteile von Erasmus+ und unserem Aufenthalt gesprochen. Das Ende des Lieds? Unser Gastgeber will nun ebenfalls einen Antrag stellen. Der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeiten für die Schüler und Schülerinnen, andere Kulturen kennenzulernen und auch mal über den Tellerrand zu schauen, haben ihn sehr begeistert. Wir haben ihn nach Gütersloh eingeladen, um mit unserer Leitung zu sprechen und die Zusammenarbeit zu festigen. Zum Abschluss wurden wir von dem polnischen Kollegium zu einem Essen eingeladen. Es gab selbst gemachte, polnische Spezialitäten und wir ließen die gemeinsame Zeit Revue passieren, tauschten uns über unsere Erfahrungen aus und schauten uns Bilder der letzten Wochen an. Dabei stand eines außer Frage, wir sind alle dankbar für diese Chance. …