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[…] Bildung für Europa 38 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung Dez 2023 Mitmischen in Europa 12 Das EuroApprentices- Netzwerk 19 Fake News und Antisemitismus 28 Neues Portal für Möglichmacher Bildung für Europa 38 Dez 2023 Journal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung 2 3Impressum Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 E-Mail: infodienst@bibb.de Internet: www.na-bibb.de Twitter: @nabibb_de @EUEB_de Verantwortlich: Klaus Fahle Redaktion: Dr. Gabriele Schneider, Sigrid Dreissus-Meurer Redaktionsassistenz: Diana Katsch Redaktionsschluss: 02.10.2023 Bestellungen: Kostenlos über www.na-bibb.de/service/publikationen Erscheinungsweise: Halbjährlich Auflage: 6.000 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Druck: Kriechbaumer Druck Gedruckt auf Recyclingpapier Nautilus - : - - - - - 2 - - : Bildnachweis Titel & Inhaltsver zeichnis (S.5) TCA Nachhaltigkeit in der Erwachsenen bildung, argum GbR / Falk Heller (S. 1); Martin Schmidt, Julia Essl, argum GbR / Thomas Einberger, NA beim BIBB, RochelleBrown/Unsplash.com (S. 5). Für unverbindlich eingesandte Manu skripte, Bildmaterial und andere Unter lagen wird keine Haftung übernommen. Artikel, die namentlich gekennzeich net sind, geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erbeten. ISSN 1616-5837 Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Unsere Datenschutzhinweise finden Sie unter: www.na-bibb.de/datenschutz Abbestellungen oder Adressänderungen an: infodienst@bibb.de Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministerien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungs einrichtungen zusammen. www.na-bibb.de www.erasmusplus.de Erasmus+ Berufsbildung und Erwachsenenbildung: Auslandsaufenthalte und Bildungskooperationen im europäischen Ausland. Europäische Agenda Erwachsenenbildung: Nationale Koordinierungsstelle – europäische und nationale Themen vernetzen. Nationales Europass Center: Kompetenzen mit dem Europass ver ständlich darstellen – in ganz Europa. Deutschland EPALE: Nationale Koordinierungsstelle – ePlatform for Adult Learning in Europe. Beratungsservice für Auslands aufenthalte in der Berufsbildung: Information und Beratung für Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. MeinAuslandspraktikum: Beratungsangebot für Auszubildende zu Auslandsaufenthalten. AusbildungWeltweit: Weltweite Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbildern/Ausbilderinnen. http://www.na-bibb.de/service/publikationen http://www.go-blueberry.de http://www.na-bibb.de www.erasmusplus.de mailto:infodienst@bibb.de http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/datenschutz mailto:infodienst@bibb.de https://twitter.com/nabibb_de https://twitter.com/EUEB_de 2 3 Bildung für Europa | Dezember 2023 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dem Schwerpunkt „Teilhabe“ schließen wir den Zyklus ab, in dem wir die horizontalen Prioritäten des Programms beleuchtet ha ben. Dass wir die drei anderen Prioritäten schon zuvor behandelt haben bedeutet keineswegs, dass hier nun die Unbedeutendste zur Sprache käme – im Gegenteil. Uns wird in den letzten Jah ren immer deutlicher, wie wichtig europäische und demokratische Werte für die Europäische Union und unser Zusammenleben sind. - - Erasmus+ kommt aus der Tradition der europäischen Programme, die die Qualität der Bildung im weitesten Sinne verbessern sollen. Dies wird auch in Zukunft so sein. Das Programm hat Europa mit einem riesigen Netz von Partnerschaften und Kooperationen über zogen, die unsere Bildungspraxis – und manchmal auch die Bil dungspolitik – verändert haben. Diese Netzwerke, Kooperationen und Mobilitätsprojekte fördern aber auch den gegenseitigen Re spekt, verringern Vorurteile und machen Menschen neugierig. Die se Dimension des Programms ist uns gerade in den letzten Jahren – manchmal auch schmerzhaft – deutlich geworden. - - - - Auch wir als NA beim BIBB müssen an uns dem Anspruch stellen, Teilhabe zu ermöglichen. Wir selber bilden die Brücke zwischen der Praxis vor Ort und den politischen Zielsetzungen und Rahmen bedingungen, denen die Europäische Kommission verpflichtet ist. Ihre Meinung ist uns wichtig, Ihnen zuzuhören macht letztlich das Programm und unsere Arbeit besser. Dafür haben wir seit dem 20.09.2017 unseren Nutzerbeirat als Ihr unmittelbares Sprachrohr eingesetzt. Er begleitet unsere Arbeit kritisch und konstruktiv und ermöglicht einen echten Dialog. Unterstützen Sie die Kolleginnen und Kollegen, die sich für Sie stark machen und nutzen Sie dieses Angebot. - Dies ist nun das 38. und letzte Editorial, das ich für unser Journal schreibe. Zum Jahreswechsel gebe ich den Staffelstab an meinen Kollegen Berthold Hübers weiter. Ich bin sicher, dass die NA bei ihm in guten Händen ist und er der NA und der europäischen Zu sammenarbeit viele Impulse geben wird. - Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, mit denen ich in den Jahren als Leiter der NA zusammenarbeiten durfte. Mir hat es große Freude gemacht und ich glaube, dass wir gemeinsam einiges bewegen konnten. Mit dem Abschied verbinde ich auch eine Bitte: Die Europäische Union ist sicher nicht perfekt, aber sie ist die beste und friedlichste Form, in der wir Europäerinnen und Europäer jemals zusammenge lebt haben. Bitte tragen Sie dazu bei, dass dies so bleibt! Beteiligen Sie sich an der Europawahl im kommenden Jahr und helfen Sie mit, dass Erasmus+ auch in Zukunft einen großen Beitrag hierzu leisten kann. - Herzlichst, Ihr Klaus Fahle Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB © N A b ei m B IB B 4 5 Inhalt Nr. 38 | Schwerpunkt Teilhabe und gemeinsame Werte 06 Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement 09 Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Teil des Bildungsauftrags an Berufskollegs 10 EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB Auslandserfahrungen teilen und sich für europäische Werte engagieren 12 Gemeinsam europäische Werte stärken Warum EuroApprentices sich ehrenamtlich für Erasmus+ engagieren 14 Good Practice: #GetInvolved Förderung von Demokratie und bürgerschaftlichem Engagement in der Berufsbildung 15 Good Practice: KOSMO_POLIS Job Shadowings für partizipatives Lernen 16 SALTO PI die Helpline für Partizipationsprojekte 18 Good Practice: Wires Crossed Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort 19 : Fake News und Antisemitismus Tipps im Umgang mit Desinformation und Verschwörungserzählungen In eigener Sache - 20 Europäer aus tiefer Überzeugung Anerkennung und Dank zum Ruhestand von Klaus Fahle Erasmus+ 24 Intelligente Stromnetze für die Zukunft Erasmus+-Projekt mit European Innovative Teaching Award 2023 ausgezeichnet 25 Neue Kriterien für Kooperations partnerschaften Prüfung der operationalen Leistungsfähigkeit von Antragstellern 26 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Partnerschaften stark nachgefragt – neuer Rekord in der Erwachsenenbildung Weitere Bildungsthemen 28 Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen So werden Auslandsaufenthalte für Azubis möglich 29 Europäische Agenda Erwachsenenbildung Aufbruch in die achte Förderperiode 2024 bis 2025 30 Infosplitter 32 Termine 4 5 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe, gemeinsame Werte und zivilgesell schaftliches Engage ment 06 Was treibt EuroApprentices an? 12 Zur Programmgeneration 2021-2027: „Lassen Sie uns ehrgeizig sein und die Chancen nutzen. Wir brauchen mehr Europa in unserer Bildung, aber Europa braucht auch viele Beiträge aus Deutsch land. Es gibt viel zu tun ...“ Klaus Fahle: Abschied nach 23 Jahren 20 Projekt „Smart Grid“ ausgezeichnet 24 - - - www.Auslandsberatung-Ausbildung.de ist online28 Agenda: Schwerpunkte der achten Förderperiode 29 http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de 6 7 Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement © R oc he lle Br ow n/ U ns pl as h. co m rasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement © R oc he lle Br ow n/ U ns pl as h. co m E 6 7 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte E uropaweit ist die Tendenz einer abnehmenden Beteiligung am demokratischen Leben zu beobachten. Gerade mit Blick auf die anstehenden Europawahlen ist es brisant, dass der Kenntnisstand zu europäischen Fragen ebenso wie das Be wusstsein dafür häufig nur gering ausgeprägt sind. Gleich zeitig lässt sich bei immer mehr Menschen eine Empfäng lichkeit für radikale Ideologien oder Verschwörungstheorien erkennen und die Demokratie in Europa wird zusätzlich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine heraus gefordert. Um diesen Problemen mit dem Mittel der Bildung zu begegnen, ist das Thema „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches En gagement“ seit dem Jahr 2021 eine horizontale Priorität im Programm Erasmus+. Der Aus- und Weiterbildung kommt in dieser Hinsicht eine zentrale Bedeutung zu. Sie hat Zugang zu einer großen und heterogenen Gruppe an Menschen und kann diesen die Relevanz der aktiven Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen Leben näherbrin gen. Gleichzeitig werden hier Fähigkeiten vermittelt, die für das Zusammenleben in einem demokratischen und vielfältigen Europa notwendig sind, wie beispielsweise soziale und interkulturelle Kom petenzen, kritisches Denken und Medienkompetenz. Den bildungspolitischen Hintergrund bildet die Pariser Erklärung aus dem Jahr 2015 und die Jugendstrategie der Europäischen Uni on 2019 bis 2027, in denen die Förderung aktiven zivilgesellschaft lichen Engagements und europäischer Werte verankert ist. Dadurch hat das Thema im Programm Erasmus+ sowohl in der Mobilität (Leitaktion 1) als auch bei den Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) eine besondere Bedeutung. Als Querschnittsthema im Programm ist „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement“ bei der Umsetzung der Projekte in beiden Leitaktionen zu berücksichtigten, entweder durch formale oder nichtformale Lernaktivitäten. Das Verständnis für die Europäische Union und die gemeinsamen europäischen Werte zu entwickeln oder zu verbessern sowie kritisches Denken und Medienkompetenz bei den Teilnehmenden zu stärken, ist Ziel der Aktivitäten. Für Leitaktion 2 bedeutet diese Priorität zudem, dass gemeinsam mit europäischen Partnern Lehr- und Lernmateri alien in Hinblick auf die Thematik entwickelt werden können oder bewährte Praxis ausgetauscht wird. Wachsende Bedeutung für die Projektpraxis In beiden Leitaktionen können sich Projekte zur Priorität mit allen Formen des Lernens (formal und non-formal) beschäftigen, die den Aufbau und die Weiterentwicklung zivilgesellschaftlicher und de mokratischer Kompetenzen zum Ziel haben. Diese umfassen alle Fähigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen, gesellschaftliche und politische Prozesse zu verstehen, kritisch zu beobachten und sich aktiv dazu zu verhalten. Überdies betrifft die Priorität alle so zialen und interkulturellen Kompetenzen mit direktem Bezug zur Verwirklichung einer europäischen Gesellschaft, die sich durch starken gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und allgemeine Achtung von Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität auszeichnet. Die im Vergleich zum Vorgängerprogramm wesentlich prominen tere Platzierung von „Teilhabe“ als horizontale Priorität spiegelt sich insbesondere in der Erwachsenenbildung in der Vielzahl an Pro jekten wieder, die das Thema adressieren. So arbeiten in der Leitak tion 2 der Erwachsenenbildung seit 2021 insgesamt 87 geförderte Projekte hierzu und erste kleinere Projekte sind bereits abgeschlos sen. In der Berufsbildung hingegen wird die Priorität weniger in den Fokus genommen und bisher nur in 19 Projekten aufgegriffen. Heterogenes Feld an Themen und Zielgruppen In der Leitaktion 2 gibt es sowohl in der Erwachsenenbildung als auch der Berufsbildung ganz unterschiedliche Projekte zum Thema. Grob lässt sich folgende Kategorisierung vornehmen: Bildung für Demokratie und Teilhabe am demokratischen Leben Aktive Bürgerschaft und Mitgestaltung der Gesellschaft Förderung von europäischer Identität und Stärkung europä ischer Werte (Achtung der Menschenwürde und Menschen rechte, Demokratie, Gleichheit vor dem Gesetz, Rechtsstaatlichkeit) - - Gleichberechtigung und Antidiskriminierung Überbrückung von interkulturellem, intergenerationalem und sozialem Ausschluss Bewusstsein für die Europäische Union Medienkompetenz und Prävention gegen Desinformation Soziale Innovation 8 9 Die Projekte sind äußerst heterogen, was ihre Zielgruppen betrifft, und adressieren die Kompetenzen verschiedenster Gruppen von Lernenden oder des Bildungspersonals. Das Spektrum der Ergeb nisse ist ebenfalls sehr breit und reicht von spielbasierten Metho den über Online-Lernplattformen bis hin zum Austausch bewährter Praxis. Die Einbindung von Lernenden spielt dabei meist eine ent scheidende Rolle. - - - In der Leitaktion 1 nehmen in der Berufsbildung die Teilnehmenden beispielsweise in der Regel an interkulturellen Trainings in Vorberei tung auf ihren Auslandsaufenthalt teil. Die Phase der Vorbereitung eignet sich gut, um die Teilnehmenden mit Wissen über europä ische Institutionen und europäische Werte auszustatten. In der Pha se nach einem Auslandsaufenthalt kann insbesondere die Wirkung der Mobilität in Bezug auf diese Priorität überprüft werden. So werden die Teilnehmenden beispielsweise gefragt, ob sie sich jetzt „europäischer und zugehöriger zur europäischen Gemeinschaft fühlen“ und ob ihr Interesse an der Teilnahme an Wahlen und de mokratischen Prozessen gestiegen ist, was in der Regel bejaht wird. - - - - Eine Möglichkeit für Lernende, um sich zu engagieren und die eu ropäische Idee und europäische Werte zu leben und zu verbreiten, ist die Teilnahme an der Initiative „Erasmus+-Botschafter/-innen in der Berufsbildung“, den sogenannten EuroApprentices (s. auch S. 10 ff.). EuroApprentices sind ehemalige Erasmus+-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die aus eigener Erfahrung vom Mehrwert eines Auslandsaufenthaltes berichten. Sie engagieren sich dafür, andere Auszubildende zu motivieren, den Schritt ins Ausland zu wagen. Die NA beim BIBB bildet die Botschafter/-innen einmal pro Jahr aus. EuroApprentices gibt es mittlerweile in zehn europäischen Ländern. Durch regelmäßige Netzwerktreffen entsteht so eine länderüber greifende Zusammenarbeit von Jugendlichen, die die europäischen Werte vertreten und zivilgesellschaftliches Engagement beweisen. Die NA beim BIBB koordiniert dieses europaweite Netzwerk. - - In Erasmus+-Projekten wird das zusammenwachsende Europa ge lebt. Die Teilnehmenden nutzen die offenen Grenzen, arbeiten in transnationalen Projekten zusammen und profitieren von der Ex pertise ihrer Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern. Durch ihre Ergebnisse, den Kompetenzgewinn und die Beziehungen, die hier entstehen, tragen sie zur Stärkung des europäischen Zusam menhaltes bei. - - - Welche neuen Angebote gibt es? Die zunehmende Relevanz des Themas spiegelt sich auch in der Eröffnung des neuen europäischen Zentrums „SALTO Participation & Information“ in Estland wieder (s. auch S. 16 f.). Aufgabe des Zentrums ist die Stärkung von Synergien zwischen Politik, EU-Bil dungsprogrammen und der Bildungspraxis hinsichtlich „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsamer Werte und zivilgesell schaftlichen Engagements“. Es unterstützt und berät die Nationalen Agenturen bei der Entwicklung von passenden Angeboten für die Projektträger. Die Website des SALTO Zentrums gibt Überblick über Beispiele guter Praxis und bietet eine umfangreiche Toolbox mit vielseitigen Lehr- und Lernmaterialien zum Thema. - - Ab dem Jahr 2024 wird es eine neue Aktivität in der Leitaktion 1 in der Berufsbildung geben, die es Gruppen von Lernenden ermög licht, gemeinsam mit Lernenden aus mindestens einem anderen Land an verschiedenen Themen zu arbeiten, aber auch europäische Institutionen zu besuchen. Damit fördert diese Aktivität explizit po litische Bildung von Lernenden im Rahmen von Lernaufenthalten im Ausland. Detaillierte Informationen sind dem Programmleitfaden 2024 zu entnehmen. In der Leitaktion 1 in der Erwachsenenbildung gibt es diese Gruppenaktivitäten schon länger. - - Auch in der Arbeit der Nationalen Agentur beim BIBB erhält das Querschnittsthema zunehmende Bedeutung. So befindet sich der zeit eine teamübergreifende Arbeitsgruppe im Aufbau, die das vorhandene Wissen bündelt und zum Ziel hat, Antragsteller und laufende Projekte hinsichtlich dieses zentralen Themas zu unter stützen. Die neustrukturierte Themenseite „Teilhabe, gemeinsame Werte“ auf der NA-Website gibt Informationen und Anregungen, welche Bedeutung das Thema im Programm hat und auf welche Weise es in Mobilitätsprojekten und Partnerschaften aufgegriffen werden kann. Die Seite wird fortlaufend um neue Good-Prac tice-Beispiele aus der Berufs- und Erwachsenenbildung erweitert. - - - INFO: Themenseite der NA beim BIBB: www.na-bibb.de/themen/teilhabe Website des SALTO-Zentrums: https://www.salto-youth.net/rc/participation/ Teilhabe & gemeinsame Werte - TORSTEN SCHNEIDER Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Erwachsenenbildung: Erasmus+ Kooperationsprojekte, EPALE“ in der NA beim BIBB Torsten.Schneider@bibb.de FREDERIK HUGO Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung, Europass“ in der NA beim BIBB hugo@bibb.de © N A b ei m B IB B KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Internationali sierung der Berufsbildung“ in der NA beim BIBB wilkens@bibb.de http://www.na-bibb.de/themen/teilhabe https://www.salto-youth.net/rc/participation/ mailto:Torsten.Schneider@bibb.de mailto:hugo@bibb.de mailto:wilkens@bibb.de 8 9 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: Demokratie fördern mit internationalen Projekten Teil des Bildungsauftrags an Berufskollegs © E U -G es ch äf ts st el le A rn sb er g Mit ihrer Initiative „Demokratie fördern in internationalen Projekten“ (DiP) un terstützt die EU-Geschäftsstelle Wirt schaft und Berufsbildung Arnsberg die Berufskollegs in ihrem Regierungsbe zirk bei der Umsetzung von internatio nalen Projekten im Bereich der Erinne rungskultur und Demokratieförderung. „Die Berufskollegs sind ideale Orte für attraktive Bildungsangebote, durch die junge Menschen demokratische Wer te, Toleranz und Weltoffenheit lernen. Diese Werte sollen in allen Fächern vermittelt werden. Zum Bildungs- und Erziehungsauftrag des Berufskollegs gehört es, diese Werte in das beruf lich-ethische Handeln der Auszubilden den zu transferieren“, erklärt Ludger Dieckmann, schulfachlicher Dezernent in Arnsberg. Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, sei es wichtig, diese Themen in die Schulent wicklung zu inkludieren. Neben der Plattform “NRW cConnect extern“, die eine Sammlung von Ressourcen wie z.B. Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt, sind internationale Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen zentraler Be standteil der Initiative. Qualifizierung „Gedenkstättenpäda gogik“ An der aus vier Modulen bestehenden Quali fizierung „Gedenkstättenpädagogik“ nahmen 26 Lehrkräfte teil, um Impulse zu erhalten und methodisches Wissen für die Durchführung von internationalen Aktivitäten zur Förderung der Demokratie in der beruflichen Bildung zu erlernen. In Modul 1 und 2 tauschten sich die Teilnehmenden mit Blick auf den Status Quo zur Erinnerungskultur am eigenen Berufs kolleg aus, entwickelten Projektideen für ent sprechende Schulentwicklungsvorhaben und setzten sich mit der Verortung des Themas in Lernsituationen auseinander. Das dritte Modul beinhaltete ein einwöchiges Job-Shadowing in der Internationalen Begegnungsstätte in Oświęcim, Polen, mit Besuch des Konzentra tionslagers Auschwitz und dem Austausch mit polnischen Lehrkräften. Durch eine Aus einandersetzung mit dem historischen Ort Auschwitz-Birkenau lernten die teilneh menden Lehrkräfte z.B. die Wirkung päda gogischer Methoden zur Bewältigung der Eindrücke kennen und können diese in der Arbeit mit ihren Schülerinnen und Schülern einsetzen. Die Fortbildung endete mit dem 4. Modul, in welchem die Lehrkräfte ihre Er fahrungen in Polen fachlich auswerteten und erste Meilensteine zur Umsetzung von Aktivi täten an ihren Schulen planten. Die Fortbildung für Schulleiter/-innen fand in Kooperation mit dem Institut für Demokra tiepädagogik in Eupen, Belgien, statt. Neben einer Sensibilisierung für die Relevanz des Themas im Schulprogramm lernten die Schul leitungen mittels im Ausland erprobter Prak tiken Zugangswege für Lernende kennen, um dieses Themenfeld zu erschließen und Mög lichkeiten der Verknüpfung mit berufsspezi fischen und berufsübergreifenden Inhalten zu präzisieren. Die Berufskollegs im Regierungs bezirk Arnsberg sind mit neuen Kompetenzen ins Schuljahr 2023/2024 gestartet. Nun ist das DiP-Team sehr gespannt, welche Vorhaben zur Demokratieförderung in internationalen Projekten begleitet werden. PROJEKTINFO Projekttitel: Mobilität im Rahmen der Akkreditierung Projektnummer: 2020-1-DE02-KA120-VET-000007909 Laufzeit: 01.06.2022 – 31.05.2024 Beteiligte Länder: BE, PL, DE Koordinatorin: EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufs bildung der Bezirksregierung Arnsberg (Dez. 45) - Kontakt: Andrea Stein, Andrea.Stein@bra.nrw.de Website: www.bra.nrw.de/bildung-schule/ schulformen-abschluesse/ schulformen/eu-geschaeftsstelle- fuer-wirtschaft-und-berufsbildung http://www.bra.nrw.de/bildung-schule/schulformen-abschluesse/schulformen/eu-geschaeftsstelle-fuer-wirtschaft-und-berufsbildung mailto:Andrea.Stein@bra.nrw.de 10 11 Workshop zu European Values während des interna tionalen EuroApprentices Treffens 2023 in Terceira, Portugal © N A b ei m B IB B Internationales Treffen 2017 in Köln mit EuroApprentices aus sechs Ländern © N A b ei m B IB B EuroApprentice Svenja auf dem European Youth Event 2023 in Straßburg © M ar tin S ch m id t (E ur oA pp re nt ic e) Deutsche EuroApprentices beim internationalen EuroApprentices Treffen 2022 in Prag, Tschechien © t sc he ch is ch e N at io na le A ge nt ur „ D ům z ah ra ni čn í s po lu pr ác e (D ZS ) EuroApprentice Anna mit NA-Mitarbeiterin auf der Messe „Einstieg Berlin 2022" © A nn a Ro ßb an d (E ur oA pp re nt ic e) - 10 11 Bildung für Europa | Dezember 2023 © t sc he ch is ch e N at io na le A ge nt ur „ D ům z ah ra ni čn í s po lu pr ác e (D ZS ) © N A b ei m B IB B © N A b ei m B IB B - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte EuroApprentices – eine Initiative der NA beim BIBB Auslandserfahrungen teilen und sich für europäische Werte engagieren Internationales Treffen 2017 in Köln mit EuroApprentices aus sechs Ländern E uroApprentices sind Lernende in der Be rufsbildung, die als Botschafter/-innen von ihren eigenen Auslandserfahrungen mit Erasmus+ u.a. in Berufsschulen, auf Social-Media-Kanälen und Ausbildungs messen berichten. Sie sind zentraler Be standteil einer europäischen Initiative, die 2017 von der Nationalen Agentur beim BIBB zusammen mit fünf weiteren Ländern gegründet wurde. Diese will die Sichtbarkeit von Auslandsaufenthal ten in der Berufsbildung erhöhen. „Dieser Ansatz ist auch heute noch be deutsam, denn noch immer wissen viele Lernende in der Berufsbildung nicht, dass Auslandsaufenthalte während der Ausbildung gefördert werden“, erläutert Berthold Hübers, stellvertretender Lei ter der NA beim BIBB. „Zudem tragen EuroApprentices aktiv dazu bei, die At traktivität der Berufsbildung zu steigern: Ihre authentischen Berichte über ihre Auslandspraktika machen klar, dass die Berufsbildung international offen ist und persönliches Wachstum ermöglicht, wie es landläufig oft nur mit dem Studium verbunden wird. Aus der Arbeit mit den EuroApprentices haben wir außerdem gelernt, wie stark das Programm europä ische Identität und politische Teilhabe för dert. EuroApprentices möchten sich aktiv an der Weiterentwicklung des Programms und Europas beteiligen und andere moti vieren, ebenfalls daran mitzuwirken“, so Hübers weiter. 120 Aktive in elf Ländern EuroApprentices gibt es aktuell in elf Län dern. Diese haben sich in einer sogenann ten LTA (eine von der Europäischen Union geförderten Langzeitaktivität) zu einem europäischen Netzwerk zusammenge schlossen, welches die NA beim BIBB ko ordiniert. Ziele sind eine „Community“ von Erasmus+-Botschafterinnen und -Bot schaftern europaweit als Vorreiter eines Alumninetzwerks aufzubauen, die Euro Apprentices in ihren Kompetenzen und Fähigkeiten zu stärken und gemeinsam die Attraktivität der Berufsbildung in Euro pa zu verbessern. Derzeit beteiligen sich die Nationalen Agenturen aus Finnland, Italien, Österreich, Ostbelgien, Polen, Portu gal, Rumänien, Spanien, aus der Slowakei, der Tschechischen Republik und Deutsch land an dem Netzwerk und bilden jedes Jahr neue Erasmus+-Botschafter/-innen aus. Die aktuell 120 EuroApprentices reprä sentieren eine vielfältige Gruppe von Teil nehmenden aus den unterschiedlichsten Regionen Europas, mit ganz unterschied lichen Berufsprofilen und vielfältigen He rausforderungen. Aktivitäten der ehrenamtlich Tätigen EuroApprentices nutzen die sozialen Medien, um über ihre Erasmus+-Erfah rungen zu berichten, z.B. auf Instagram unter „MeinAuslandspraktikum“ oder auf „euroapprentices_germany“. Außerdem können EuroApprentices beispielsweise von Unternehmen, berufsbildenden Schu len und Ausbildungszentren angefragt werden, um über ihren Auslandsaufent halt zu berichten. Darüber hinaus planen sie verschiedene Aktivitäten in ihrem lo kalen oder regionalen Umfeld zur Vernet zung wie z.B. auf einer Veranstaltung ihrer zuständigen Handwerkskammer oder in ihrer ehemaligen Berufsschule. Außerdem stehen sie für Presseanfragen zur Verfü gung. Die Botschafter/-innen sind auch auf europäischer Ebene gefragt: So vertra ten sie die Initiative unter anderem beim European Youth Event 2023. In einem Pa nel, welches von der Generaldirektion für Arbeit und Beschäftigung organisiert wur de, sprach der Erasmus+-Botschafter Mar tin Schmidt über die Vorteile einer dualen Berufsausbildung, den Nutzen, während der Ausbildung mit Erasmus+ ins Ausland zu gehen, und er erläuterte, warum sein Ehrenamt als Erasmus+-Botschafter gera de in der heutigen Zeit so wichtig ist. Wie unterstützen die Nationalen Agenturen? Nach einer erfolgreichen Bewerbung oder Auswahl nehmen die EuroApprentices an einem Training oder Treffen in ihrem Land teil. Hier erfahren sie mehr über ihre Rol le als EuroApprentice und das Programm Erasmus+. Außerdem werden verschie dene Kompetenzen wie z.B. Story Telling geschult. Dann kann es losgehen! Bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten werden sie je nach Land von ein bis zwei Mitarbeite rinnen oder Mitarbeitern der zuständigen NA unterstützt. Ein zusätzlicher Nutzen ist, dass die ehrenamtliche Tätigkeit zerti fiziert wird – eine tolle Ergänzung für den Lebenslauf, denn ehrenamtliches Engage ment hat bei Bewerbungen deutlich an Bedeutung gewonnen. Highlight: Europäische Treffen Zu den Highlights gehören die europä ischen Treffen, an denen die EuroAppren tices jährlich teilnehmen können. Diese werden abwechselnd von den beteiligten Nationalen Agenturen durchgeführt. Bis her konnten die jungen Europäer/-innen sich in Deutschland, Österreich, Malta, in der Tschechischen Republik und in Por tugal treffen. „Hier spürt man den Eras 12 13Teilhabe & gemeinsame Werte mus+-Spirit – eine Community junger Euro päer/-innen, die etwas bewegen möchte. Das europäische Netzwerk und seine Tref fen stärken nicht nur die Kompetenz der Botschafter/-innen, sondern auch ihr En gagement für diese Aufgabe. Wir freuen uns, das Treffen endlich in Helsinki ausrich ten zu können”, sagt Sari Turunen-Zwinger, Leiterin der Abteilung Internationalisierung der Berufsbildung bei Edufi, der Finnischen NA. 2024 heißt es also „Tervetuloa Euro Apprentices“ in Finnland. - - - - - INFO Profile der deutschen EuroApprentices: www.na-bibb.de/euroapprentices Informationen zum Europäischen Netzwerk: www.euroapprentices.eu Kontakt und Koordination des LTA: Kristin Wilkens, wilkens@bibb.de, Tel.: 0228 107 2913 KRISTIN WILKENS Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Mobilität und Inter nationalisierung der Berufsbil dung“ in der NA beim BIBB - - © N A b ei m B IB B Gemeinsam europäische Werte stärken Warum EuroApprentices sich ehrenamtlich für Erasmus+ engagieren Martin Schmidt (hintere Reihe, 1. v. l.), Leslie Elimbi (hintere Reihe, 3. v. l.), Cindy Klink (hintere Reihe, 1. v. r.) und Svenja Naumann (vordere Reihe, 1. v. r.) beim Netzwerktreffen der EuroApprentices 2023 © N A b ei m B IB B http://www.na-bibb.de/euroapprentices http://www.euroapprentices.eu mailto:wilkens@bibb.de 12 13 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte E uroApprentices sind junge Menschen, die während ihrer Berufsausbildung mit Erasmus+ im europäischen Aus land waren und ihre dort gemachten Erfahrungen mit anderen teilen möch ten. Als ehrenamtliche Botschafte rinnen und Botschafter informieren und motivieren sie in Berufsschulen, auf Ausbildungsmessen, in Berufsin formationszentren oder einfach auf der Straße. Doch was treibt sie an? Da rüber haben wir mit vier EuroApprenti ces gesprochen. - - - - - - Martin Schmidt engagiert sich bereits seit 2018 als EuroApprentice, er ist sozusagen ein „Mann der ersten Stunde“. Der 26-jäh rige Mechatroniker im Maschinenbau hatte während seiner Ausbildung vier Wochen im englischen Portsmouth verbracht, für ein zweites Praktikum zog es ihn Ende 2019 nach Malta. Die Arbeit als EuroApprentice hält er gerade in der heutigen Zeit für wich tig, „damit die junge Generation ihren Weg in die berufliche Bildung findet“. „Passion for Profession“ und der Wunsch nach Sicht barkeit und Wahrnehmung der dualen Be rufsbildung treiben ihn an. - - - - Hinzu kommt die gesellschaftliche Dimen sion. Schmidt wörtlich: „Wir leben in einer Zeit, in der wir die Demokratie als etwas ver stehen sollten, für das es sich zu kämpfen lohnt. Zurzeit droht es manchmal ein wenig unterzugehen, welche Freiheiten und Vor teile wir aus einem geeinten Europa ziehen können.“ Schmidt lebt heute in Magdeburg und setzt sich vor allem im mittel- und ost deutschen Raum für Erasmus+ und die euro päischen Werte ein. Zum einen, weil es sei ne Heimat ist, zum anderen aber auch, weil die Idee des Programms hier seiner Ansicht nach noch stärker verankert werden müsse, auch in den Berufsschulen. Dabei möchte er vermitteln, wie sehr Erasmus+ die Qualität und die Attraktivität der beruflichen Bildung erhöhe. - - - - - - Das motiviert auch Svenja Naumann. Die Erzieherin aus dem bayerischen Landshut glaubt, „dass wir in Europa unheimlich viel voneinander lernen können, wenn wir offen und interessiert sind“. Sie erzählt gerne von ihrer Zeit in einem deutsch-französischen Kindergarten in Paris und der Entscheidung, auch das anschließende Anerkennungsjahr im Nachbarland zu absolvieren. Seit Mai 2022 ist sie als EuroApprentice ak tiv, um auch andere Azubis zu inspirieren und für einen solchen Schritt zu ermutigen. „Im erzieherischen Umfeld nutzen immer noch viel zu wenige die Chance zum Aus landsaufenthalt während der Ausbildung“, sagt sie, und ergänzt: „Vor allem die inter kulturellen Erfahrungen und die Zweispra chigkeit haben meinen Horizont enorm erweitert“. Kürzlich war die 21-Jährige in einem Vortrag, in dem es hieß: „Ich bin nicht nur Deutsche, ich bin Europäerin“. Genauso fühle sie sich auch, lächelt Naumann. - - - - Im Zeichen der Vielfalt Szenenwechsel. Leslie Elimbi ist 27 Jahre alt und arbeitet als Kauffrau für Büromanage ment beim Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA in Darmstadt. Dort hat sie im Januar 2021 ihre Ausbildung abgeschlossen und zuvor die Gelegenheit genutzt, für drei Monate praktische Erfahrungen bei einem Tochterunternehmen in Finnland zu sam meln. Eine Zeit, die ihr sowohl beruflich als auch privat viele neue Impulse gegeben hat. Merck habe dies sehr unterstützt, berichtet Elimbi, auch die Arbeit als ehrenamtliche EuroApprentice finde hier viel Zustimmung. Ihr selbst gehe es vor allem darum, „andere Menschen für andere Kulturen zu begeis tern, denn ich weiß aus meiner eigenen Ge schichte, wie bereichernd Vielfalt und die kulturelle Begegnung sein können“. - - - - Das erlebe sie auch bei den Treffen im Rahmen des EuroApprentices-Netzwerkes. Dazu Elimbi: „Das Tolle dabei ist für mich, wie unterschiedlich die Leute sind, die dort zusammenkommen. Wir stammen alle aus sehr verschiedenen Berufen und Umfeldern – das ist ein spannender Mix. Zu einigen EuroApprentices pflege ich auch über die re gelmäßigen Treffen hinaus einen intensiven Kontakt.“ - Während Leslie Elimbi sich erst seit wenigen Monaten als EuroApprentice engagiert, ist Cindy Klink – wie Martin Schmidt – schon seit 2018 dabei. Die 25-Jährige aus dem rheinland-pfälzischen Weinort Maring-Novi and ist seit ihrem dritten Lebensjahr taub heitsgrenzend schwerhörig und seit einigen Jahren komplett gehörlos. An ihre Ausbil dung zur Verwaltungsfachangestellten hat - - - sie ein Studium angeschlossen, sie arbeitet zudem als Deaf Performerin und Schauspie lerin. - Durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit möchte sie vor allem Menschen mit einer Behinde rung dafür begeistern, während der Ausbil dung ins Ausland zu gehen, so wie sie selbst 2017 für fünf Wochen im irischen Cork war. Klink betont: „Meine ,Behinderung‘, wie sie oft von anderen wahrgenommen wird, hat mich nie daran gehindert, das zu tun, wo für ich brenne. Im Gegenteil, sie hat mich gelehrt, Herausforderungen anzunehmen und nach Lösungen zu suchen, die mei ne Leidenschaft und Ziele unterstützen.“ Abschließend unterstreicht sie: „Als Euro Apprentice kann ich den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Inklusion und Vielfalt aktiv unterstützen. Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, eine Welt zu schaffen, in der jeder Mensch, unabhängig von seinen Un terschieden, die gleichen Chancen und den gleichen Respekt verdient.“ - - - - - - Text: Manfred Kasper im Auftrag der NA beim BIBB NUTZERBEIRAT ERASMUS+ Teilhabe hat viele Formen. So hat die NA beim BIBB mit dem Nutzerbeirat ein strukturiertes Dialogangebot an ihre Projektträger eingerichtet. Wir freuen uns, dass dieses gut an genommen wird. Die Amtszeit des aktuellen Nutzerbeirats läuft bis 2024. Er trifft sich zweimal jährlich in Bonn. Das Protokoll der letzten Sitzung vom 26.09.2023 sowie die Kontaktdaten der zehn Mitglieder aus der Berufs- und Erwachsenenbil dung finden Sie unter: - - www.na-bibb.de/ueber-uns/ nutzerbeirat http://www.na-bibb.de/ueber-uns/nutzerbeirat 14 15 Good Practice: #GetInvolved Förderung von Demokratie und bürgerschaft lichem Engagement in der Berufsbildung - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte © A nd re a W is ot zk i Seit einigen Jahren nehmen antidemo kratische Tendenzen, unter anderem durch das Erstarken von nationalpo pulistischen Parteien, in europäischen Staaten zu. Um dem entgegen zu wirken, hat es sich das EU-Projekt „#GetInvolved“ zum Ziel gesetzt, ins besondere bei jungen Menschen im Berufsbildungssystem das demokra tische Bewusstsein zu stärken. Dabei sollen vor allem demokratische Ge staltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, welche sich nicht nur auf die klassischen institutionalisierten For men beschränken. Zu Beginn ging die Strategische Partnerschaft unter der Koordination der QBS Gewerkstatt der Frage nach, wo dem Bereich „Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und zivilgesellschaftliches Engagement“ im Berufsbildungssystem Raum gegeben wird. Dabei hat das Projektteam, bestehend aus fünf Partnern in vier EU-Ländern, festgestellt, dass dieses Thema in der alltäglichen Praxis stark vernachlässigt wird. Im Projekt wird die se Problematik aufgegriffen, indem die Sensi bilisierung für Diskriminierung geschärft wer den soll und Methoden bereitgestellt werden, um die Erfahrung von Teilhabe entsprechend dem Konzept der Inclusive Citizenship zu er möglichen. Hierbei ist die Wertschätzung für die Perspektive der Teilnehmenden ein zen trales Element. Die Materialien richten sich da bei nicht nur an Berufsbildungseinrichtungen, sondern auch explizit an Betriebe. Materialien für Lehrende und Lernende Die erstellten Materialien bieten auf verschie denen Ebenen Methoden und Anregungen, um das Projektziel zu erreichen. In einem Train-the-Trainer-Workshop werden dem Bildungspersonal Methoden vermittelt, die sich einerseits der Sensibilisierung für Diskri minierung und Macht sowie andererseits der aktiven Teilhabe widmen. Diesen Workshop können Bildungseinrichtungen und Betriebe selbstständig mit Hilfe der Materialien orga nisieren oder bei den Projektpartnern eine Durchführung anfragen. Das Angebot be steht auch nach Projektende fort. Zur Förderung des Engagements von jungen Menschen wurde ebenfalls ein Handbuch für Schülerwettbewerbe entwickelt, das von Leh renden wie Lernenden gleichermaßen genutzt werden kann. Darüber hinaus unterstützt ein Self-Monitoring-Tool die Vermittlung einer de mokratischen Haltung in der Berufsbildung, indem unter anderem Diskriminierungspoten ziale und Machtstrukturen in Organisationen aufgezeigt werden. Zusätzlich wurde ein Konzept für eine mögliche Zertifizierung von Organisationen nach demokratischen Kom petenzen und Strukturen entwickelt. Eine Herausforderung in der Projektarbeit war es, die unterschiedlichen landesspezifischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und entsprechend bei der Produktentwicklung umzusetzen. „Im Umgang mit dem Thema Teilhabe ist die Bereitschaft zu Selbstreflexion und zum Perspektivwechsel von großer Be deutung“, betont Andrea Wisotzki, die Projekt koordinatorin. Die Partnerschaft ist derzeit be müht, das Konzept für ein „#GetInvolved“-Label in einem Folgeprojekt Wirklichkeit werden zu lassen. PROJEKTINFO Projekttitel: #GetInvolved: Supporting Democracy and Citizenship in VET Projektnummer: 2020-1-DE02-KA202-007408 Laufzeit: 01.11.2020 – 28.02.2023 Beteiligte Länder: AT, DE, IT, PL Koordinator: QBS Gewerkstatt gGmbH, Bochum Kontakt: Andrea Wisotzki Website: https://getinvolved-project.eu/ intellectual-outputs https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2020-1-DE02- KA202-007408 https://getinvolved-project.eu/intellectual-outputs https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2020-1-DE02-KA202-007408 14 15 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Good Practice: KOSMO_POLIS Job Shadowings für partizipatives Lernen Teilhabe & gemeinsame Werte © w el tg ew an dt e .V . weltgewandt, das Institut für interkul turelle politische Bildung e. V. mit Sitz in Berlin-Marzahn, verfügt über ein breites Spektrum: Es lädt zu DIALOG- Cafés, Theaterprojekten, Seminaren zu wirtschaftlicher Allgemeinbildung und zur Diskussion aktueller gesellschaft licher Themen ein. In europäischen Kooperationen werden Materialien zur sozio- ökonomischen Bildung, zu Wahrnehmungen von Geschichte, Kli mawandel und ökologischen Fragen, Digitalisierung und weiteren Themen entwickelt. Die Angebote richten sich an Menschen unterschiedlichster Her kunft und verschiedener Einkommen, Lebensstile und (politischer) Auffassungen mit dem Ziel, Aufklärung, Debatte und Em powerment zu fördern, sodass Teilneh mende mitreden können und sich für Demokratie und Gemeinsinn in ihrem Umfeld engagieren. Um dieses Portfolio weiterzuentwickeln, benötigen Mitarbeitende Anregungen und geeignete Qualifizierungsangebote: Das Eras mus+-Projekt „KOSMO_POLIS“ setzt hier an und ermöglicht es, pädagogische Kompe tenzen der bei weltgewandt Mitwirkenden auszubauen. Zwei von ihnen bildeten sich beim Fremdsprachenlehren und der freien Theaterarbeit weiter. Sie erprobten während mehrwöchiger Job Shadowings neue Metho den der teilnehmerorientierten Bildungsarbeit. Lernorte: Sprachschule und Theater Bei der „Associazione di promozione sociale Asinitas Aps“ in Rom lernte Alisa Jordan eine Sprachschule für Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete kennen, die Bildung mit sozialer Betreuung verbindet. Der intensive persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden geschieht hier auf Augenhöhe, und die Lebens- und Migra tionswege der Menschen werden in den Un terricht einbezogen. Beispielsweise werden neue Vokabeln praxisnah beim Erstellen von Einkaufslisten gelernt. Manuelle und kreative Tätigkeiten, Spiele, Tanz und Gesang sowohl im Sprachunterricht als auch in Theaterwork shops und Handarbeitskursen stimulieren das Lernen. Hinzu kommt die Begleitung zu Sozial- und Gesundheitsdiensten, Schwanger schaftskursen sowie Bildungs- und Rechts beratung. Die Zugewanderten werden moti viert, ihre Migrationserfahrung als Quelle zu betrachten, aus der sie für ihre Zukunft schöp fen können. Jordan lässt diese interaktiven, alltagsbezogenen und doch spielerischen Methoden nun in die Gestaltung der DIALOG- Cafés einfließen. Sophia Bickhardt, Leiterin von weltgewandt und Co-Trainerin von Theaterprojekten, tauchte in die Welt des professionellen The aters ein. Während ihres Job Shadowings mit der Compagnie DUANAMA in Marseille war es besonders eindrücklich, ein Stück von und mit ehemals obdachlosen Menschen zu entwickeln. Höhepunkt ihres zweiten Job Shadowings beim DAH Teatar in Belgrad war das Festival „Arts and Human Rights“. Bickhardt kam in Kontakt mit Schauspiele rinnen und Schauspielern sowie Theater macherinnen und Theatermachern. In Work shops konnte sie Methoden in Anlehnung an Jerzy Grotowski erproben: Viel Körperarbeit, konzentriert in der gesprochenen Sprache. Die Übungen regten dazu an, authentisch zu sein und so Entfremdung zu überwinden. Die Beteiligten kamen sich näher und erfuhren, wie Theater mit seinen Formen des Selbstaus drucks es erlaubt, Inhalte zur Sprache zu brin gen, die mitunter schwer sagbar sind. Die vielfältigen Anregungen durch die Job Shadowings fließen nun sukzessive in die Bil dungsarbeit von weltgewandt ein und bieten Stoff für neue Ideen und Projekte. PROJEKTINFO Projekttitel: KOSMO_POLIS Projektnummer: 2021-1-DE02-KA121-ADU-000004012 Laufzeit: 01.09.2021 – 31.08.2023 Beteiligte Länder: RS, FR, IT Koordinator: weltgewandt. Institut für interkulturelle politische Bildung e. V. Kontakt: info@weltgewandt-ev.de Website: https://weltgewandt-ev.de/kosmo_polis/ mailto:info@weltgewandt-ev.de https://weltgewandt-ev.de/kosmo_polis/ 16 17 SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte © ? ?? ?? © M ar ia V itk ov sk a/ A do be St oc k. co m SALTO PI: die Helpline für Partizipationsprojekte 16 17 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Teilhabe & gemeinsame Werte S ie bezeichnen sich selbst als Parti zipations-Enthusiastinnen. Joana Freitas und Kelly Hrupa erforschen im SALTO Resource Centre in Tallinn, Estland, wie echte Beteiligung in den Jugendbildungsprogrammen von Erasmus+ und Europäischem Solidari tätskorps aussehen kann. Wie gelingt Beteiligung von jungen Menschen in Projekten? Joana Freitas: Es gibt drei wichtige Be dingungen. Erstens: Es reicht nicht, die Jugendlichen zur Beteiligung aufzufordern, sondern sie müssen genau informiert sein, was sie tun sollen, was das Ziel, wie der Ablauf ist. Zweitens müssen sie sich tat sächlich mit eigenen Beiträgen zum Thema beteiligen können. Ist die Sprache verständ lich? Oder ist das Setting sehr formal? Dann fühlen sie sich vielleicht nicht eingeladen, mitzureden. Drittens muss man bereit sein, Entscheidungsgewalt zu teilen. Kelly Hrupa: Außerdem muss man unbe dingt vermitteln, ob und wie Ideen umge setzt wurden - und noch wichtiger, was die Gründe sind, wenn nicht. Nichts ist schlim mer als ein Prozess, an dessen Ende das Ge fühl zurückbleibt, dass meine Stimme doch nicht zählt. Joana, Ihr Fokus ist Partizipation in der beruflichen Bildung. Lassen sich diese Prinzipien einfach übertragen? Joana Freitas: Grundsätzlich kann man sagen, Projektlernen eröffnet mehr Räume für Beteiligung als Lernen nach Lehrbuch. Deshalb bietet gerade Erasmus+ Möglich keiten, Lernende in Entscheidungen ein zubeziehen: Mit wem wollen wir koope rieren? Wie nennen wir das Projekt? Auch die Projektergebnisse selbst können von den Jugendlichen präsentiert werden. Es ist wichtig, deutlich zu machen: Deine Mei nung ist wertvoll für uns. Auch, weil die jenigen, die eine Ausbildung machen und nicht studieren, sich vielleicht nicht in dem selben Maße von der Gesellschaft wertge schätzt fühlen. In Ausbildung und Schule steht die Vermittlung von Wissen im Vorder grund. Wo finden sich Lücken für Be teiligung außerhalb von Projekten? Kelly Hrupa: Oft ist es schon die Beteili gung an Mikro-Entscheidungen, die einen Unterschied macht. Für welches Unter richtsthema man sich entscheidet beispiels weise, welches Exkursionsziel man wählt. Joana Freitas: Natürlich liegt das Ausbil dungsziel immer auf den beruflichen Fer tig- und Fähigkeiten, auch die Lernenden selbst sind auf den Arbeitsmarkt fokussiert. Aber wenn wir sie befähigen wollen, er folgreich zu sein, sollten wir die Fähigkeit, sich zu beteiligen, immer mit in den Blick nehmen. Denn wie kann jemand eine gute Mitarbeiterin sein, die nicht gelernt hat, sich einzubringen? Wie soll jemand ein wertvolles Teammitglied werden, der in der Ausbildung niemals seine Ideen formulieren sollte? Jugendbeteiligung in der Demokratie ist seit 2021 eine der horizontalen Prioritäten von Erasmus+ und ein Schwerpunkt von SALTO PI (Partici pation and Information). Wie findet sich das Thema bislang in Projekten wieder? Joana Freitas: Um dies genauer heraus zufinden, sammeln wir zurzeit für eine Be standsaufnahme europaweit Daten bei den Nationalen Agenturen (NAs). Wie viele Pro jekte mit dieser Priorität gab es? Was war der jeweilige Hauptfokus? Was sind die Er gebnisse? Kelly Hrupa: Die Ergebnisse werden wir veröffentlichen. Dieses Wissen basiert dann nicht auf zufälligen Beobachtungen, son dern auf gezielter Recherche: Wo läuft es gut, wo müssen wir besser werden? Den SALTO Ressource Centern (Support, Ad vanced Learning and Training Opportuni ties for Youth) - liegt eben dieser Gedanke der EU-Kommission zugrunde, dass es ei nen strategischen Blick auf die Jugendbil dungsprogramme braucht, für den die NAs keine Mittel haben. Joana Freitas: Wir haben einen europa weiten Überblick und können besser iden tifizieren, welche Ressourcen für ein Thema wichtig sind. Der Gesprächskanal ist aber auch in die andere Richtung offen. NAs können sich an uns wenden mit ihrem Be darf, mit Ideen, etwa für Kooperationen. Wir versuchen auch, auf Veranstaltungen zu dem Thema präsent zu sein. Wie können Sie jetzt schon denen helfen, die Partizipation zu einem Projektschwerpunkt machen wollen? Joana Freitas: Alle, die ein Partizipa tions-Projekt planen, können sich auf un serer Website informieren, wie man am bes ten vorgeht. Grundlage dafür ist die “Youth Participation Strategy”, die wir mit Experten, NAs und NGOs entwickelt haben. Es gibt ein praktisches Tool-Kit dafür auf unserer Web site https://participationpool.eu. Wenn ein Projektträger dazu arbeiten will, kann er das Projekt mithilfe des Toolkits konzi pieren. Wie etwa schafft man die richtigen Voraussetzungen für Partizipation? Zum Beispiel, indem man Hindernisse identifi ziert und beseitigt, die eine Gruppe an der Beteiligung hindern könnte, etwa Sprach barrieren. Kelly Hrupa: Für einen Projektträger kön nen sich auch die Chancen auf Förderung des Projektes erhöhen, wenn er sich in der Konzeption auf unsere Handreichung be ziehen kann. Joana Freitas: Unser Angebot richtet sich an alle, die ein Angebot zum Thema ent wickeln wollen. Auf unserer Website findet man viele Projektbeispiele. Unsere Daten bank bietet neben Studien auch praktische Tipps. Und in einem Trainingskalender kann man Fortbildungsangebote suchen. Wir sind also eine Art Partizipations-Helpline. Das Interview führte Julia Göhring im Auftrag der NA beim BIBB. INFO www.salto-youth.net/rc/participation/ https://participationpool.eu http://www.salto-youth.net/rc/participation/ 18 19 Good Practice: Wires Crossed Bürgerinnen und Bürger bekämpfen Fake News vor Ort - - - - - - - - - - - - - - - - - - © J ug en d- & K ul tu rp ro je kt e .V . Fake News, die absichtliche Verbrei tung von Falschmeldungen, stellen zunehmend eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie dar. Weltweit nutzen populistische und radikale Gruppen un terschiedlicher politischer Richtungen Falschmeldungen ganz bewusst, um Gemeinschaften zu spalten und somit Anknüpfungspunkte zur Durchsetzung ihrer politischen Agenda zu finden. Die Strategische Partnerschaft „Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News“ hat sich diesem Problem gestellt. Die insgesamt sieben Part ner aus sieben Ländern entwickelten ein Rahmenwerk, um auf lokaler Ebene Fake News durch die Verbreitung echter und faktenbasierter Nachrichten zu bekämpfen. Koordiniert wurde das EU-Projekt von Ju gend- & Kulturprojekt e.V. aus Dresden. Aufbau kommunaler Bürgermedien In den Heimatstädten der beteiligten Ein richtungen wurden Menschen zu lokalen Expertinnen und Experten qualifiziert und kommunale Bürgermedien aufgebaut, die mit eigenen Inhalten Falschmeldungen entgegentreten. Zudem wurden Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, mit denen sich der Aufbau solcher Bürgermedien unter stützen lässt und über die die dazu not wendigen Kompetenzen vermittelt werden können. Alle Materialien stehen online auf der Projektwebseite frei zur Verfügung, so dass sie auch in anderen Städten genutzt werden können. Myrto-Helena Pertsinidi, die Koordinatorin des Projektes, empfiehlt für den Aufbau von Bürgermedien, die Si tuation vor Ort zunächst zu analysieren und die Materialien dann auf die jeweiligen Be dürfnisse anzupassen. „Aus unserer Erfahrung ist es für eine er folgreiche Umsetzung besonders entschei dend, sowohl bei der Qualifizierung der Expertinnen und Experten als auch bei der Verbreitung von Nachrichten eine möglichst einfache Sprache zu nutzen, da so deutlich mehr Menschen erreicht werden können. Zudem ist es wichtig, genau die Medien zu nutzen, über die auch Falschmeldungen ihre Zielgruppen erreichen“, so ihre Emp fehlung. Für Pertsinidi ist das Thema Fake News wei terhin von Belang. Sie sieht auch in Zukunft große Herausforderungen, beispielsweise gehe es darum, attraktive Wege zu finden, mit denen sich gerade die Zielgruppen er reichen lassen, die besonders vulnerabel für Falschmeldungen sind. Jugend- & Kul turprojekt e.V. untersucht derzeit Möglich keiten des Einsatzes spielbasierter Lernma terialien mit dem Ziel, an "Wires Crossed" anzuknüpfen und junge Menschen, aber auch Seniorinnen und Senioren zu errei chen. PROJEKTINFO Projekttitel: Wires Crossed – Developing Community Media to Mitigate the Impact of Fake News Projektnummer: 2019-1-DE02-KA204-006115 Laufzeit: 01.09.2019 – 31.12.2021 Beteiligte Länder: DE, CY, IT, HR, IE, CZ, PL Koordinator: Jugend- & Kulturprojekt e.V. Kontakt: myrto.pertsinidi@jkpev.de Website: https://wirescrossed.eu/de/startseite/ Verbreitungsdatenbank: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/ projects/search/details/2019-1-DE02- KA204-006115 Teilhabe & gemeinsame Werte https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2019-1-DE02-KA204-006115 mailto:myrto.pertsinidi@jkpev.de https://wirescrossed.eu/de/startseite/ 18 19 Bildung für Europa | Dezember 2023 Teilhabe & gemeinsame Werte - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Fake News und Antisemitismus Tipps im Umgang mit Desinformationen und Verschwörungserzählungen N ach den jüngsten Angriffen der Hamas auf Israel kursieren Falschmeldungen im Internet und die damit verbundenen öffentlichen Sympathiekundgebungen zeigen, dass ein befürchteter Anstieg von israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland nicht unbegründet ist. Im Rahmen des deutschen Side-Events „Fake News & Antisemitismus. Hand lungsstrategien im Umgang mit Ver schwörungserzählungen“ während der EPALE Community Conference diskutierten die Experten Dr. Thorben Prenzel und Jan Rathje, was es für den kritischen Umgang mit Falschinforma tionen braucht. Was versteht man unter Fake News und Antisemitismus? Um zu verstehen, warum Sympathiebekun dungen für den Terrorangriff der Hamas ein Fall für den Staatsschutz sind, ist ein Grund verständnis von Antisemitismus wichtig. Rathje erklärte, dass Antisemitismus sich nicht nur gegen Juden oder deren religi ösen Stätten richte, sondern auch den israe lischen Staat als jüdisches Kollektiv betreffe. Die terroristischen Angriffe der Hamas bezeichnete er daher als israelbezogenen Antisemitismus. In Bezug auf den Angriff kursieren auch falsche Behauptungen oder bearbeitete Bilder. Fake News sind tückisch, da sie den Anschein von echten Nachrich ten vermitteln und ein besonderes Desinfor mationsrisiko darstellen bei Jüngeren und denjenigen, die Nachrichten hauptsächlich über soziale Medien konsumieren. Was verbindet diese beiden Themen? Fake News und Antisemitismus haben eines gemeinsam: die Verwendung von Ver schwörungserzählungen. Diese bieten ein fache Antworten auf komplexe Probleme und verbreiten sich rasant über soziale Me dien. Ein kritischer Umgang mit Nachrich ten und Sprache stellt daher eine wirksame Präventionsmaßnahme gegen Verschwö rungserzählungen dar. Die Erwachsenenbil dung kann dazu beitragen, demokratische Kompetenzen zu stärken und Menschen widerstandsfähiger gegenüber Verschwö rungserzählungen zu machen. Gibt es Strategien im Umgang mit Verschwörungserzählungen? Ob beim Thema Klimawandel oder wäh rend der Corona-Pandemie, laut Prenzel be gegnen Verschwörungserzählungen einem im privaten als auch öffentlichen Umfeld. Der wichtigste Schritt im Umgang damit ist: ins Gespräch kommen. Beide Exper ten waren sich einig, dass der Dialog die effektivste Strategie sei, insbesondere bei Menschen, die gar nicht oder wenig mit Verschwörungserzählungen in Berührung gekommen sind, aber anfällig dafür sind. Rathje empfahl zudem Strategien wie „Pre bunking", also die Vorbeugung, z.B. durch die Förderung von Medienkompetenz, oder „Debunking", das Widerlegen von Falsch behauptungen, z.B. durch Faktencheck. Im Fall von hartnäckigen Verschwörungsan hängern bleibe hingegen oft nur die soziale Ausgrenzung als letzter Ausweg. Welche Tipps gibt es für Gespräche in der Endlosschleife? Beim Familienessen lässt der Onkel erneut fallen, dass die „AfD die einzige Partei ist, die sich traut, Probleme offen anzuspre chen." Prenzel verdeutlichte anhand dieses Beispiels, dass jeder solche oder ähnliche Situationen kennt, in denen Gegenargu mente oft nicht ausreichen. Hier sind eini ge Tipps zu beachten: Vergessen Sie nicht, dass Sie es mit Menschen zu tun haben und Menschen Ausreden brauchen. Bedenken Sie, dass Sie selbst nicht fehlerfrei sind und reflektieren Sie Ihre eigene Position sowie mögliche Auslöser von Frustration und Är ger. Vergegenwärtigen Sie sich, dass es keine Verpflichtung gibt, Gegenargumente zu lie fern, insbesondere als Selbstschutz. Als Ausweg aus endlosen Gesprächen empfahl Prenzel die „Tripel A-Regel": Plat zieren Sie die Kernbotschaft an den An fang, erkennen Sie die Aussage des Ge sprächspartners an und liefern Sie dann Ihr Argument. Das wichtigste Element ist die Kernbotschaft, indem Sie einen prägnanten Satz wiederholen, um diesen im Gedächt nis Ihres Gesprächspartners zu verankern, beispielsweise: „Die AfD stellt gute Fragen, bietet aber keine Antworten". Die Aner kennung der Aussage des Gegenübers, ohne sofort dagegen zu argumentieren, ist entscheidend, da Behauptungen oft auf emotionaler Ebene statt auf sachlicher Basis getroffen werden. So können Sie sich aus der Rechtfertigungsschleife be freien. Erst wenn Ihre Kernbotschaft beim Gesprächspartner verankert ist, können Sie Argumente vorbringen, die gehört werden. Auf diese Weise führen Sie einen Dialog statt eines Streitgesprächs. Weitere Informationen und Beiträge zum Thema erhalten Sie in der Sonderausgabe des EPALE Ressourcen KITs: https://epale.ec.europa.eu/de/ sonder-ressourcen-kit-politische- bildung © N A b ei m B IB B NATALIA LOHMEYER leitet die Nationale Koordinierungsstelle EPALE in der NA beim BIBB lohmeyer@bibb.de https://epale.ec.europa.eu/de/sonder-ressourcen-kit-politische-bildung mailto:lohmeyer@bibb.de 20 In eigener Sache 21 - - - - - - - - - - - - - - - Europäer aus tiefer Überzeugung Anerkennung und Dank zum Ruhestand von Klaus Fahle K laus Fahle hat die NA beim BIBB seit ihrer Gründung vor 23 Jahren geleitet. Zum Jahresende 2023 geht er in Ruhestand. Als NA beim BIBB wollen wir an dieser Stelle zusammen mit unseren Auftraggebern Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und EU-Kommission sowie nationalen und europäischen Kolleginnen und Kollegen das Wirken von Klaus Fahle würdigen und Danke sagen. 2022: Anschneiden der Erasmus-Geburtstagstorte auf der Jahrestagung © N A b ei m B IB B / C hr is tia n M ey er Zahlen sind evident und Evidenz ist Klaus Fahle wichtig. Daher zu nächst ein paar Zahlen. Bei ihrer Gründung im Jahr 2000 hatte die Agentur 12 Mitarbeitende und verfügte über jährliche Programm mittel in Höhe von 9 Millionen Euro. Heute, 23 Jahre später, arbei ten über 100 Personen in der NA beim BIBB und im Rahmen der Programme stehen Fördermittel von über 120 Millionen Euro zur Verfügung. Das europäische Bildungsprogramm war im Jahr 2000 der Ausgangspunkt der Gründung der Agentur und ist bis heute ihr Raison d´Être. Nach der Gründung führte Klaus Fahle die Organisati on sehr erfolgreich durch drei Programmübergänge und richtete sie systematisch als dienstleistungs- und kundenorientierte Einrichtung aus. Aus „Leonardo da Vinci“ und „Grundtvig“ wurde zunächst das „Programm für lebenslanges Lernen“ und dann „Erasmus+“, welches sich jetzt schon in seiner zweiten Programmphase befindet. Dabei war es Klaus Fahle immer wichtig, mit dem Programm einen spür baren Beitrag zur Weiterentwicklung der Berufs- und Erwachsenen bildung in Deutschland zu leisten und den gemeinsamen euro päischen Bildungsraum aktiv mitzugestalten. Das veranlasste das BMBF dazu, die Agentur ab dem Jahr 2007 auch mit der Umset zung der Leitaktion Mobilität und des Europasses zu betrauen. Wichtige weitere Schritte der Entwicklung waren die ISO-Zertifizie rung im Jahr 2009 sowie 2012 die Benennung als nationale Koordi nierungsstelle der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung und 2014 für EPALE. Seit 2017 hat die NA beim BIBB darüber hinaus das BMBF-Programm AusbildungWeltweit pilothaft entwickelt und um gesetzt. Der Zuwachs an Aufgaben verdeutlicht die hohe Wertschät zung der Auftraggeber BMBF und EU-Kommission für die Arbeit der NA beim BIBB und ihre kluge, vorausschauende und strategische Leitung durch Klaus Fahle. Jede Organisation wird stark von der Person geprägt, die ihre Grün dung umsetzt. Das gilt erst recht, wenn die Leitung einen so lan gen Zeitraum umfasst. Klaus Fahle war dabei das Wachstum an sich nicht wichtig, sondern die Möglichkeit, als überzeugter Europäer am gemeinsamen Haus Europa mitzubauen. Die Nationale Agentur beim BIBB hat von seiner innovativen Kraft, seinem Gestaltungs willen und weitgespannten Netzwerken sehr profitiert. Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung und danken Klaus Fahle. Berthold Hübers, Stellvertretender Leiter der NA beim BIBB, im Namen aller Kolleginnen und Kollegen der Nationalen Agentur 20 21 Bildung für Europa | Dezember 2023 In eigener Sache SOPHIA ERIKSSON WATERSCHOOT Direktorin der Abteilung „Jugend, Bildung und Erasmus“ bei der EU-Kommission UTE HALLER-BLOCK Referatsleiterin „Erasmus+- Koordinierung“ bei der EU-Kommission MICHAEL TEUTSCH Referatsleiter „Schulen und Mehrsprachigkeit“ bei der EU-Kommission © E U -K om m is si on // Klaus ist ein unermüdlicher Unterstützer europäischer Ko operationen im Bereich der Berufsbildung sowie der Erwachse nenbildung. Als Direktor der Nationalen Agentur beim BIBB hat er mehr als 23 Jahre lang maßgeblich die dort angesiedelten EU-Pro gramme gestaltet. Dazu zählen Leonardo da Vinci, das Programm für lebenslanges Lernen und Erasmus+. Er verfügt ohne Zweifel über ein ausgeprägtes historisches Ge dächtnis der Programme seit ihren Anfängen, was für die Gestal tung der Zukunft von immenser Bedeutung ist. Mit einer Kombination aus beeindruckendem Wissen, Kreativität, intelligenten Ideen und einem stets pragmatischen Umsetzungs ansatz hat Klaus maßgeblich dafür gesorgt, dass die Programme in Deutschland und darüber hinaus sichtbar und attraktiv waren. Er leistete einen vorbildlichen Beitrag zum Netzwerk der Nationalen Agenturen und war immer hilfsbereit bei der Lösungsfindung; und stets behielt er dabei die Programmziele im Hinterkopf. Wir ha ben oft seinen Sinn für Humor bewundert, den selbst die größ ten Herausforderungen nicht erschüttern konnten. Wir schätzten die offenen und vertrauensvollen Begegnungen mit ihm und die starken Beziehungen, die auf der Grundlage gegenseitigen Ver trauens und Austausches entstanden. All das werden wir sicherlich vermissen, wenn er uns verlässt, um neue Abenteuer zu beginnen. Einmal Erasmus, immer Erasmus: Klaus wird ohne Zweifel auch im Ruhestand ein wichtiger Botschafter des Programms bleiben! // STEFAN SCHNEIDER MinRat, Leiter des Referats 222 „Erasmus: Internationale Zusam menarbeit in der Berufsbildung“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung - - - - - - - - - - © p riv at // In den über 20 Jahren als Leiter der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung hat sich Klaus Fahle in vielfältiger Weise um die europäische Bildungszusammenarbeit verdient gemacht. Ihm ist es gelungen, ein hervor ragendes Team zu formen, das Erasmus+ und seine Vorgängerprogramme in der Erwachsenen- und beruflichen Bildung exzellent und engagiert umsetzt. Dabei hat sich Klaus Fahle nie nur als Verwalter verstanden. Er hat auch viele Initiativen ergriffen, die Instrumente der Bildungspolitik der EU in Deutschland weiter zu verbreiten durch Informationsveranstaltun gen, aber auch durch dauerhafte Unterstützungsmaßnahmen wie z.B. das Nationale Europass Center. Auch die Förde rung der außereuropäischen Mobilität in der beruflichen Bildung hat er mit AusbildungWeltweit zu seiner Sache gemacht. - - - Dem Bundesministerium für Bildung und Forschung war Klaus Fahle durchweg ein überaus verlässlicher, kluger, sach kundiger Ratgeber und loyaler Unterstützer, der sich unermüdlich für das Gelingen der europäischen Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung und der beruflichen Bildung eingesetzt hat. Klaus Fahle kann auf sein Wirken stolz sein. Das Erasmusreferat des BMBF wünscht ihm von Herzen alles Gute! - // 22 23 ERNST GESSLBAUER Direktor Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps – OeAD Agentur für Bildung und Internationalisierung, Wien © O eA D _K lim pt // - - - - - - - - Europa braucht Menschen, die sich mit Neuem auseinandersetzen, mit anderen zu sammenarbeiten und Herausforderungen annehmen wollen. Klaus Fahle ist dafür selbst das beste Beispiel: Er denkt und überlegt immer europäisch und gemeinschaftlich, ganz besonders wenn es um Berufsbildung und Erwachsenenbildung geht. Mit seinem Gespür, immer einer Pri se Humor, wenn nötig auch Kampfesgeist, gelingt es ihm seit vielen Jahren, andere zu überzeu gen, auf den gemeinsamen Weg mitzunehmen und dadurch europäische Programme positiv mitzugestalten. - - - Klaus Fahle trägt maßgeblich dazu bei, dass viele Menschen, Unternehmen und Bildungsein richtungen aus Deutschland erfolgreich am Programm Erasmus+ teilnehmen. Und noch etwas, das mir beruflich und persönlich ganz wichtig ist: Klaus Fahle hat großen Anteil an der höchst erfolgreichen deutsch-österreichischen Zusammenarbeit in Erasmus+. Aus der gegenseitigen Wertschätzung entstand in unserem Fall persönliche Freundschaft, die mir sehr wertvoll ist. - // MIKA SAARINEN Direktor Finnische Erasmus+ Nationale Agentur Nationale Agentur für Bildung EDUFI © S at u H aa vi st o // Bei den EU-Programmtreffen in Brüssel gibt es immer einen Moment, in dem Klaus um das Wort bittet. Da weiß man dann, dass ein besonders wich tiger Punkt der Tagesordnung ansteht. Wenn man Klaus zuhört, hat man die Chance, Neues zu lernen und frische Einblicke zu gewinnen. Sehr häufig hat er es auch geschafft, einen Kompromiss zu schmieden, mit dem alle Parteien vo rankommen. Das ist Klaus: Er beteiligt sich gezielt dort, wo die wichtigen Fragen ausdiskutiert werden! - - Ich hatte das Glück, Klaus viele Jahrzehnte lang zu kennen und eng mit ihm zusammenzuarbeiten. In all den Jahren war er ein unermüdlicher Unterstützer multilateraler Kooperationen zwischen unseren europäischen Staaten und Na tionalen Agenturen, auch bildungsbereichsübergreifend. Doch sein besonderes Interesse galt natürlich der Berufsbildung und dort sind uns in den vergangenen Jahren große Fortschritte gelungen. - Klaus ist ein echter Europäer. Das heißt, er versucht immer, Probleme aus der Sicht aller Mitgliedstaaten zu betrachten, wobei ein deutscher Filter hin und wieder durchscheint. Dank seiner herausragenden EU-weiten Netzwerke und Kontakte war er einer der Eckpfeiler unserer Zusammenarbeit mit der EU-Kommission. Mit einem fröhlichen und humorvollen, jedoch stets pragmatischen Augenzwinkern meistert Klaus professionelle und soziale Begegnungen. Er verfolgt Ziele mit Di plomatie sowie Entschlossenheit und agiert dabei lösungsorientiert. Ich habe sei ne Art zu arbeiten schon oft bewundert und es gibt sicherlich niemanden in der EU-Programmgemeinschaft, der mit mehr Hingabe arbeitet. - - Wenn Klaus jetzt seinen Ruhestand antritt, zieht sich nicht nur der Direktor einer Nationalen Agentur mit der längsten Amtszeit aus dem Berufsleben zurück, son dern es tritt gemeinsam mit ihm auch viel verborgenes Wissen und Kompetenz in den Ruhestand. Und ich persönlich werde sicherlich einen wahren Freund und inspirierenden Dialogpartner in unseren künftigen Brüsseler Sitzungen vermissen. - In eigener Sache // FRAUKE MUTH Leiterin der Nationalen Agentur JUGEND für Europa © K at hr in W ei de nt P ho to gr ap hy // Obwohl ich erst seit kur zem Leiterin der Nationalen Agentur JUGEND für Europa bin, fühlt es sich so an, als hätte ich Klaus Fahle bereits recht gut kennengelernt. Das liegt sicher daran, dass Klaus ein offener und engagierter Mensch ist, der sehr klare Haltungen zu den meisten Fra gen hat. Er hat sich seine große Ex pertise über lange Zeit erarbeitet und beschäftigt sich leidenschaftlich mit Themen, die für andere außerhalb der fachlichen Reichweite lägen. Klaus ist auch ein streitbarer Mensch, im besten Sinne des Wortes. In dem knappen Jahr, in dem wir uns ken nen, gab es Situationen, in denen wir uns nicht einig waren. Ich habe seine direkte und ehrliche Art in der Debat te von Anfang an geschätzt. Zweifel an gegenseitigem Respekt und Ver trauen gab es nie. Klaus´ Expertise, sein Engagement und sein Einfluss werden in der Grup pe der NA-Direktor*innen eine Lücke hinterlassen. Auf die Angelegenhei ten, denen Klaus nun sein Wirken widmen wird, werden wir ein kleines bisschen neidisch sein. // 22 23 Bildung für Europa | Dezember 2023 DR. THOMAS SPIELKAMP Direktor der Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung im PAD © P A D /M ar cu s G lo ge r // Seit 1996 bin ich im Kontext der EU-Bil dungsprogramme unterwegs; und schon damals war Klaus Fahle der Doyen der EU-Programme im Bereich der beruflichen Bildung. Über mehrere Programmge nerationen hinweg hat Klaus sich kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Programme eingebracht. Seine Beiträge im „jour fixe“ der vier deutschen NA-Leitungen waren legendär und auch in den Diskussionen unter allen europäischen Nationalen Agenturen in Brüssel mit der EU-Kommission hatte Klaus stets einen proaktiven Part. - - Wir beide haben an Schnittstellen zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung immer konstruktiv miteinan der kooperiert und viel voneinander gelernt. Vermissen werde ich sicherlich Klaus‘ strategischen Blick auf die Dinge: Immer hatte er das Große und Ganze im Blick, aber über die Details war er auch im Bilde. Wortge wandt hat er uns auf unseren „jours fixes“ auch schon mal die höhere Politik erklärt, und unsere Gespräche waren in der Sache immer eine Bereicherung. - - Lieber Klaus, vielen Dank für die Jahrzehnte der konst ruktiven Zusammenarbeit und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt! - // DR. STEPHAN GEIFES Direktor der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD © D A A D // Seit 36 Jahren steht Erasmus+ einschließlich seiner Vorgängerprogramme für den europäischen Aus tausch junger Menschen in Europa. Über 13 Millionen Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studie renden, aber auch Erwachsenen hat sich dadurch Euro pa erschlossen. Eine Erfolgsgeschichte! - - - Klaus Fahle hat maßgeblich Anteil an diesem Erfolg. Auf europäischer Ebene für das große Ganze und auf natio naler Ebene speziell für die Berufs- und Erwachsenenbil dung. In den letzten vier Jahren seines jahrzehntelangen unermüdlichen Engagements hatte ich das Privileg und Vergnügen, sein Kollege als Direktor einer der vier deut schen Nationalen Agenturen zu sein. Und da NA beim BIBB und NA DAAD beide im Geschäftsbereich des Bun desministeriums für Bildung und Forschung angesiedelt sind, waren die Berührungspunkte noch enger als zu den anderen Agenturen. In dieser Zeit habe ich viel von Klaus gelernt und habe seinen großen Erfahrungsschatz immer zu schätzen gewusst. Die Corona-Pandemie und der Start einer neuen Programmgeneration 2021 haben viele Anlässe zum Austausch und Vorstößen geboten. Ich habe immer gerne mit Klaus zusammengearbeitet. - - - - // 2010: Teilnahme am Firmenlauf im T-Shirt „Lebenslanges Laufen“ © p riv at 2022: Zum 35-jährigen Programmjubiläum am Steuer © N A b ei m B IB B / F ot os tu d io H eu pe l In eigener Sache 2022: Am Rednerpult © N A b ei m B IB B / C hr is tia n M ey er 24 25Erasmus+ Intelligente Stromnetze für die Zukunft Erasmus+-Projekt Smart Grid mit European Innovative Teaching Award 2023 ausgezeichnet I m Jahr 2021 verlieh die Europäische Kommission erstmals den European In novative Teaching Award (EITA). Damit würdigt sie europaweit herausragende Unterrichtspraktiken von Lehrenden und Schulen, die sich in Erasmus+-Pro jekten engagieren. In diesem Jahr stan den Impulse für Bildung und Innovation und die Einführung neuer Technologien in aktuelle Bildungssysteme im Fokus. Unter den Preisträgerinnen der Rubrik Berufliche Schule, ist die Heinrich-Ema nuel-Merck-Schule aus Darmstadt mit ihrem Projekt Smart Grid. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - © J ul ia E ss l „Mit Smart Grid wollen wir das vernetzte Denken in der Berufsbildung fördern und unseren Auszubildenden Handlungskom petenzen für die Herausforderungen der Zukunft vermitteln“, berichtet Dr. Gerald Hubacek, stellvertretender Leiter der Darm städter Schule für Elektro- und Informa tionstechnik. Von 2018 bis 2021 haben er und sein Team in einer Strategischen Partnerschaft zusammen mit Institutionen aus Österreich, Italien und Tschechien ein Ausbildungskonzept entwickelt, das tech nologieorientierte berufliche Kompetenzen in den Lernfeldern Energieerzeugung, -ver teilung und -umwandlung stärkt. Beson ders nachhaltig dabei: Die Erasmus+-Part nerschaft mündete in ein transnationales Bildungsnetzwerk, das sich der Verbreitung des Smart Grid-Ansatzes auch über das Pro jektende hinaus widmet. Smart Grids unterstützen die Energie wende Ein Smart Grid, auf Deutsch intelligentes Stromnetz, steuert auf Basis von innova tiven Technologien und Kommunikations systemen die optimale Energieversorgung. Dabei wird der Energiefluss über einen Al gorithmus clever und smart gesteuert. Auf diese Weise unterstützen Smart Grids den Übergang zu einer nachhaltigen und zuver lässigen Energieversorgung – sie sind von elementarer Bedeutung für das Gelingen der Energiewende. Mit Blick auf die Berufsbildung erfordert der vernetzte technologische Ansatz neue Denk- und Arbeitsweisen in den Fachge bieten Elektro- und Informationstechnik. „Wir sind sicher ein Stück weit Vorreiter, indem wir bestehende Berufsbilder zusam menbringen und Prozesse abbilden, die gerade in den klima- und energierelevanten Arbeitsfeldern richtungsweisend sind“, un terstreicht Hubacek. Den internationalen Austausch hält er dabei auch deshalb für wichtig, weil er es ermögliche, über den eigenen Tellerrand zu blicken und stets am Puls der Zeit zu sein. Hubacek wörtlich: „Wir haben festgestellt, dass in Italien und Tschechien bereits digitale Leistungsmesser (Smart Meter) in den Haushalten installiert sind, während bei uns noch die analogen zum Einsatz kommen. Entsprechend konn ten wir sehr viel voneinander lernen und gemeinsam innovative Zukunftskonzepte entwickeln.“ Lernende spielen aktive Rolle Im Unterricht möchten die beteiligten Schulen mit dem Projekt neue Wege beschreiten. Dazu entwickelten sie modulare Lernbausteine, die neben der Vermittlung der Inhalte und der Vertiefung des vorhandenen Wissens auch zum selbstgesteuerten und selbstorganisier ten Lernen anregen. „Uns war es von Beginn an wichtig, dass die Lernenden eine aktive Rolle spielen, um sie bestmöglich auf zu künftige Anforderungen im europäischen Energiesektor vorzubereiten“, so Hubacek. „Sie erhalten eine berufliche Kompetenzen fördernde Aufgabe, bei der sie die Lern schritte selbst ableiten und planen. Die Lehr kraft oder die Ausbilderinnen und Ausbilder fungieren dabei eher als Berater/-innen und Lernpartner/-innen.“ Bei der Entwicklung der Lernmaterialien konnten die Projektakteure auf eine gewach sene und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen aufbauen. Dazu Hubacek: „Wir hatten schon zuvor Projekte erfolgreich miteinander realisiert und sind daher aufeinander eingespielt. Unser gemeinsames Ziel in Smart Grid war es, in internationaler Zusammenarbeit ei nen Mehrwert für die Bildungsprozesse in den jeweiligen Ländern zu generieren. Das gilt sowohl in technischer und fachlich-di daktischer Hinsicht als auch bezüglich eu ropäischer Werte wie Demokratie, Frieden und den europäischen Einheitsgedanken. Diesen Gedanken wollen wir über die beruf liche Bildung auch in unsere Lernprozesse transportieren.“ Materialien stehen zur Verfügung Um die Ergebnisse von Smart Grid in den Unterricht der Berufsschulen zu implemen tieren, waren von Beginn an Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Auszu bildende in die Projektarbeit eingebunden. Die Resultate wurden im Kontext von Ver anstaltungen auch der Fachöffentlichkeit und anderen Akteuren der beruflichen Bil dung präsentiert und stehen als Download auf der Projektwebsite zur Verfügung. Die Preisverleihung durch die NA beim BIBB erfolgte am 7. November 2023 in Darm stadt. Ende November wurden die sieg reichen EITA-Projekte zudem im Rahmen eines europäischen Netzwerkevents bei der Europäischen Kommission in Brüssel vorge stellt. Manfred Kasper im Auftrag der NA Kontakt: Gerhard Hubacek hck@hems.de Website: https://leonardo-projekt.eu/ index.php/projects/smart-grid- intelligente-stromnetze-4-0/ mailto:hck@hems.de https://leonardo-projekt.eu/index.php/projects/smart-grid-intelligente-stromnetze-4-0/ 24 25 Bildung für Europa | Dezember 2023 - - - - - - Neue Kriterien für Kooperations partnerschaften Prüfung der operationalen Leistungs fähigkeit von Antragstellern E in Wesensmerkmal der Partnerschaftspro jekte (Leitaktion 2) im Programm Eras mus+ ist die Erstellung hochqualitativer Ergebnisse. Die im Projektverlauf er stellten und implementierten Produkte wiederum wirken positiv zurück auf das Leistungsportfolio und die Außen wahrnehmung der teilnehmenden Or ganisationen. Diese Wirkungsdynamik wurde sowohl in eigenen Befragungen als auch in externen Analysen des Vor läuferprogramms bestätigt. In der aktuellen Programmgeneration mit ihrem tendenziell geringeren Entwick lungs- und Managementaufwand bei ver einfachten Finanzierungsregeln durch das eingeführte Pauschalsatz-Modell hat sich ab 2021 ein deutlicher Verdichtungsprozess unter den Akteuren in der Leitaktion 2 ent wickelt. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2023 auf höherem Niveau fort: Europaweit finden sich heute in über 75 Prozent aller Ko operationsprojekte hochaktive Einrichtungen mit extrem vielen parallelen Projektvorhaben als Koordinator oder Projektpartner. - - - - Der Europäischen Kommission und den Na tionalen Agenturen stellt sich in dieser Si tuation die Frage, ob weiterhin die „alte“ Wirkungsdynamik gilt, wenn Einrichtungen 20, 50, 100 oder 150 Projekte gleichzeitig durchführen. Durch sogenannte „Opera tional Capacity Checks“ soll sichergestellt werden, dass die Leistungsfähigkeit der Organisation einer Durchführung von meh reren parallelen Vorhaben angemessen ist und sich keine Einrichtung mit der Imple mentierung und dem Management von Partnerschaftsprojekten übernimmt. Nach europaweiten Diskussionen im Jahr 2023 haben wir uns für eine neue und einheit liche Strategie entschieden, die ab dem An tragsjahr 2024 umgesetzt werden wird. - - - - - - - Neue Strategie ab 2024 Alle Einrichtungen in der Leitaktion 2, die drei oder mehr Anträge für eine Koopera tionspartnerschaft einreichen, werden im Nachgang der Antragstellung aufgefordert werden, zusätzliche Informationen zur ope rationalen Leistungsfähigkeit ihrer Organi sation einzureichen. Diese Nachfragen kön nen sich auf unterschiedliche Dimensionen operationaler Kapazität beziehen, also bei spielsweise auf Angaben zu Mitarbeitenden in der Einrichtung und deren Profilen und Vertragsverhältnissen, auf Fragen zu frühe ren Projekten und deren Ergebnissen, auf Fragen zur Passung zwischen antragstellen der Einrichtung und beantragtem Vorha ben, aber auch auf Fragen zur finanziellen Einordnung des beantragten Projekts in den Gesamthaushalt des Antragstellers. - - - - - - - - Nach der Bewertung der eingereichten Un terlagen werden die Anträge dann entwe der in die Begutachtung weitergeleitet oder ggf. auch abgelehnt, falls die Prüfungen der Nationalen Agentur zu negativen Ergebnis sen führen, also z.B. die Leistungsfähigkeit der Einrichtung in Relation zur Anzahl der eingereichten Anträge nicht angemessen scheint oder die Ergebnisse in den einzel nen Dimensionen nicht zueinander passen. Idealerweise fügen sich die unterschied lichen Dimensionen in ein plausibles Ge samtbild von antragstellender Einrichtung und vorliegendem Projektvorhaben ein. Die NA beim BIBB versteht diese Überprüfung der Leistungsfähigkeit als Merkmal der Qua litätssicherung, denn die antragstellende Einrichtung verspricht mit ihrer Einreichung, dass sie über die professionelle Eignung zur Durchführung des Vorhabens verfügt. Und dies soll von jenen Antragstellern, die mehrere Anträge einreichen, nachgewiesen werden. - - - - - - - Die Europäische Kommission hat 2023 ag gregierte Daten zur Verfügung gestellt, die die Beteiligungen von Einrichtungen in ganz Europa und in jeglicher Rolle sichtbar machen. Zudem berücksichtigen die Da tenbanken auch zunehmend Vorhaben, die - - zwar eingereicht werden, aufgrund qua litativer Mängel jedoch nicht in Förderung genommen werden. Sollten die jeweiligen Anstrengungen der Nationalen Agenturen zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, so kann die Tendenz ggf. abgewendet wer den, von vornherein nur noch eine geringe Anzahl an Anträgen je Einrichtung zuzu lassen. In der Leitaktion 2 bei den kleine ren Partnerschaften wird für das Jahr 2024 schon eine Grenze eingezogen werden, in dem pro Organisation nur noch ein Antrag eingereicht werden darf; Ähnliches wird im Augenblick auch für die Kooperationspart nerschaften diskutiert. - - - - - - In der NA beim BIBB wird eine solch starre Reglementierung nicht unbedingt präfe riert. Prinzipiell sollen die besten Anträge von den am besten geeigneten Projekt trägern genehmigt werden. Die Leitaktion 2 im Programm Erasmus+ erlebt seit 2021 je doch einen sehr starken Sog und zieht auch Antragsteller an, deren Priorität auf einer hohen Zahl von Einreichungen zu liegen scheint und nicht auf Exzellenz des einzel nen Vorhabens. Dies kann programmseitig kaum als Erfolgsstrategie gelten und des halb wird die NA beim BIBB ab dem kom menden Jahr diese Prüfungen sehr ernst haft durchführen. - - - - - - - - - JÜRGEN VAN CAPELLE Leiter des Teams „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“ in der NA beim BIBB Erasmus+ © N A b ei m B IB B 26 27Erasmus+ © S tr el ci uc /A do be st oc k. co m 26 27 Bildung für Europa | Dezember 2023 Erasmus+-Antragsrunde 2023 Partnerschaften stark nachgefragt – neuer Rekord in der Erwachsenenbildung Erasmus+ D ieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 13.11.2023 wieder. Im Vorgängerjour nal hatten wir ausführlich über die (erste) Antragsrunde des Jahres 2023 im Bereich der Mobilität (Leitaktion 1) berichtet. Daher konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2). - Nicht eingegangen wird dabei auf die zweite Antragsrunde. Zwar konnten zum 04.10.2023 erneut kleinere Partnerschaf ten beantragt werden, aber hierzu liegen noch keine Förderentscheidungen vor. Zur gleichen Frist konnten auch nochmals Mo bilitäten für Einzelpersonen in der Erwach senenbildung beantragt werden. Darüber ebenso wie über die neue Akkreditierungs runde (Frist 19.10.2023) berichten wir im Rahmen unserer Jahresstatistik. - - - - Berufsbildung Partnerschaften Im Bereich der Berufsbildung wurden in der ersten Antragsrunde 2023 191 Projekt anträge für Partnerschaften eingereicht. Ins gesamt wurden Finanzmittel in Höhe von 45,01 Millionen Euro beantragt. Davon ver teilen sich 46 Anträge auf die kleineren Part nerschaften mit 2,9 Millionen Euro und 145 Anträge auf die Kooperationspartnerschaf ten mit 42,37 Millionen Euro. - - - - - Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Stei gerung der Antragszahlen von 66 Prozent (2022: 115 Anträge), den größten Zuwachs gab es im Bereich der Kooperationspartner schaften. - - 58 Projekte erhielten eine Förderzusage, wobei 37 Kooperationspartnerschaften mit einem Fördervolumen von 11,8 Millionen Euro und 21 kleinere Partnerschaften mit 1,23 Millionen Euro bewilligt wurden. In annähernd der Hälfte aller Anträge 2023 wurde die Fördersumme von 250.000 Euro gewählt. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Kooperationspartnerschaften über 400.000 Euro und kleinere Partnerschaften mit einer Fördersumme von 60.000 Euro. Wie bereits im letzten Jahr wurden nur ver einzelt die Pauschalsummen 120.000 Euro oder 30.000 Euro beantragt. - Am häufigsten wurden die berufsbildungs spezifischen Prioritäten „Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an den Bedarf des Arbeitsmarkts“ und „Beitrag zur Innovation in der Berufsbildung“ adressiert. An dritter Stelle folgt mit „Bewältigung des digitalen Wandels durch Aufbau von digi taler Bereitschaft, Widerstandsfähigkeit und Kapazität“ die erste horizontale Priorität. - - Erwachsenenbildung Partnerschaften Einrichtungen der Erwachsenenbildung ha ben zur ersten Antragsrunde 2023 insge samt 278 Anträge eingereicht – so viele wie noch nie zuvor. Diese verteilten sich auf die Kooperationspartnerschaften mit 179 und auf die kleineren Partnerschaften mit 99 Anträgen. Die Zahl der Anträge zur ersten Antragsrunde war damit deutlich höher als in den beiden Runden 2022 zusammen und stellt eine Steigerung von über 85 Prozent im Vergleich zur ersten Runde 2022 dar. Eindeutig erklären lässt sich diese enorme Steigerung nicht; möglicherweise hängt sie mit einer gestiegenen Popularität des Pro gramms oder mit einem Motivationsschub nach der Corona-Pandemie zusammen. - - - Durch die hohen Antragszahlen und den damit verbundenen größeren Aufwand, die Anträge inhaltlich zu bewerten, verlängerte sich der Begutachtungszeitraum, so dass erst Ende August die Förderentscheidung fallen konnte. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget können nun 19 Kooperationspart nerschaften mit einem Fördervolumen von 6,1 Millionen Euro und 32 kleinere Partner schaften mit einem Budget von knapp 1,9 Millionen Euro gefördert werden. Da das zur Verfügung stehende Budget im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen ist und gleich zeitig keine Restmittel aus anderen Aktionen umgewidmet werden konnten, fällt die Förderquote in dieser Runde entsprechend niedrig aus: nur circa 10 Prozent bei den Ko operationspartnerschaften und rund 32 Pro zent bei den kleineren Partnerschaften. - - - - - Bezüglich der in den Projekten angespro chenen Themen lagen bei den Anträgen Inklusion, digitale Kompetenzen sowie Um welt und Klimawandel auf den ersten drei Plätzen. Dies spiegelt sich im Großen und Ganzen auch in der Wahl der Prioritäten wi der: Am häufigsten wurden Projekte mit der horizontalen Priorität „Inklusion und Vielfalt“ eingereicht, gefolgt von der erwachsenenbil dungsspezifischen Priorität „Kompetenzen von Pädagogen“ und den horizontalen Prio ritäten „Gemeinsame Werte“ und „Digitaler Wandel“. - - - - - Partnerschaften: Erste Antragsrunde 2022 und 2023 im Vergleich 2022 2023 B er u fs b ild u n g 115 Anträge + 66% 191 Anträge Er w ac h se n en b ild u n g 149 Anträge + 87% 278 Anträge 28 Weitere Themen 29 Neues Portal für berufsbildende Einrichtungen So werden Auslandsaufenthalte für Azubis möglich - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Z u Beginn des Ausbildungsjahres 2023 startete die NA beim BIBB das neue Service-Portal www.Auslandsberatung- Ausbildung.de und ergänzt damit ihr Informations- und Beratungsangebot rund um Auslandsaufenthalte während der Ausbildung. Das Portal richtet sich an Betriebe, berufliche Schulen und Kammern. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist eine attraktive und leistungsfähige Aus bildung für Unternehmen ein wichtiger Baustein. So sollen engagierte Schulabgän ger/-innen für den Betrieb begeistert und auch langfristig gehalten werden. Auslands aufenthalte während der Ausbildung sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für Unterneh men, die Auslandsqualifikationen für ihren Nachwuchs anbieten. Für die Umsetzung von Auslandsaufent halten kommt den ausbildungsverantwort lichen Personen in den berufsbildenden Ein richtungen und Lernorten eine bedeutende Rolle zu: An den Schlüsselpositionen ent wickeln sie neue Angebote und motivieren Auszubildende, diese Möglichkeiten für ihre Entwicklung zu nutzen. Denn Auslandsauf enthalte in der Berufsausbildung sind immer noch nicht so selbstverständlich wie in an deren Bildungsbereichen. Ziel: Zahl der Azubis mit Auslandser fahrung erhöhen Die Europäische Union – damit auch Deutschland – hat sich zum Ziel gesetzt, die Quote von Auszubildenden mit Auslands praxis bis zum Jahr 2025 auf acht Prozent zu erhöhen. Die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission „Beruf liche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ hatte in ihrem im Juni 2021 veröffentlichten Abschlussbericht sogar eine Quote von 20 Prozent bis zum Jahr 2030 vorgeschlagen. Das Bundesministerium für Bildung und For schung hat diese Richtung im Rahmen seiner Exzellenzinitiative Berufliche Bildung aufge griffen und will noch mehr Auszubildende für einen Auslandsaufenthalt begeistern. Hierbei unterstützt das neue Service-Portal. Die „Möglichmacher/-innen“ von Auslands aufenthalten finden dort einen Überblick über die Chancen, Rahmenbedingungen und konkrete Planungsschritte für die Pra xis. Der integrierte Stipendienfinder bündelt alle Förderprogramme, die Auslandsauf enthalte in der Berufsbildung finanzieren. Zudem berichten Berufsbildungsvertre ter/-innen, die von Lernaufenthalten im Ausland überzeugt sind, aus ihrer Perspek tive zum Mehrwert von Auslandsaufenthal ten und geben Tipps für die Organisation. Doch nicht nur Auszubildende können von Auslandsaufenthalten profitieren. Auch Ausbilderinnen, Ausbilder sowie Lehrkräf te beruflicher Schulen können ins Ausland gehen und sich dort für ihre Ausbildungs tätigkeit und ihre internationale Arbeit wei terbilden. Zu diesen Angeboten und über Möglichkeiten, wie Ausbildungseinrich tungen Auslandsaufenthalte strategisch ein setzen können, informiert das neue Portal ebenfalls. Auslandsberatung-Ausbildung.de ist ein kostenfreies und unabhängiges An gebot und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen finden wei terhin alle Informationen rund um Auslands aufenthalte während der Ausbildung auf dem Portal MeinAuslandspraktikum.de und den dazugehörigen Kanälen @meinauslands- praktikum auf Instagram und YouTube. - - INFO www.Auslandsberatung-Ausbildung.de Beratung: 0228 107 1566 Auslandsberatung-Ausbildung@bibb.de THERESA MAYERHÖFFER Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Beratungsservice für Aus landsaufenthalte in der Ausbil dung in der NA beim BIBB © N A b ei m B IB B http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de http://www.Auslandsberatung-Ausbildung.de mailto:Auslandsberatung-Ausbildung@bibb.de 28 29 Bildung für Europa | Dezember 2023 Europäische Agenda Erwachsenenbildung Aufbruch in die achte Förderperiode 2024 bis 2025 Weitere Themen D ie Europäische Agenda Erwachsenenbildung (2021-2030) ist ein Schlüsselelement der europäischen Bildungsstrategie und zielt darauf ab, Bildung im Erwachsenenalter zu fördern und Lernmöglichkeiten für alle Bür gerinnen und Bürger zu verbessern. An der Umsetzung in Deutschland arbeiten wir, die Nationale Koordinierungsstelle für die Euro päische Agenda Erwachsenenbildung, auch in der achten Förderperiode, d.h. von 2024 bis 2025. - - Für Veranstaltungen und Vernetzungen in der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung haben wir folgende drei Pri oritäten festgelegt: - Grüner und digitaler Wandel In Anknüpfung an die Fachveranstaltung zum Thema Bildung für nachhaltige Ent wicklung (s. S. 31) soll hier der Austausch in der Umweltgrundbildung verstärkt wer den. Für den Bereich digitale Transformation möchten wir die entstandene Vernetzung zum Thema Qualifizierung von Bildungsper sonal zur digitalen Bildung älterer Menschen fortführen und intensivieren. Die Konzeption von weiteren Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Digitalisierung von nationaler oder europäischer Ebene ist möglich. - - - Innovative Lernumgebungen Das Thema innovative Lernorte soll vor allem mit Fokus auf die Zielgruppe der er wachsenen Lernenden mit niedriger Weiter bildungsbeteiligung umgesetzt und aktuelle erfolgreiche Beispiele von europäischer Ebe ne vorgestellt werden. - - - Förderung der Sichtbarkeit des Eu ropäischen Jahres der Kompetenzen im Rahmen der Nationalen Weiterbil dungsstrategie - - Die bisherige Fokussierung auf das Thema Life Skills planen wir mit der Erweiterung Future Skills fortzuführen. Hierbei handelt es sich um bereichsübergreifende Kompe tenzen, wie z.B. Kreativität, Problemlösungs kompetenz usw. Mit der Weiterentwicklung der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) möchten wir die Konzepte zu Schlüsselkom petenzen und Future Skills intensiver disku tieren und mit Blick auf ihre Anschlussfähig keit zur beruflichen und berufsbezogenen Weiterbildung überprüfen. Ein Beispiel für Future Skills ist die Demokratiekompetenz, die thematisch in Veranstaltungen einge bunden werden soll. Unser Ziel ist es, das European Year of Skills und die Rolle der all gemeinen Erwachsenenbildung in Deutsch land sichtbarer zu machen. - - - - - - - - Kooperationsmöglichkeiten für Sie Für neue Kooperationen und Veranstaltungs ideen zu den Schwerpunktthemen der eu ropäischen Agenda Erwachsenenbildung ist die Nationale Koordinierungsstelle immer offen. Dies gilt sowohl für Themen der be ruflichen Weiterbildung wie der allgemeinen Erwachsenenbildung. Wir laden Sie daher ein, die Umsetzung der Themenauswahl durch Ihre Beiträge aktiv mitzugestalten! - - - „Mission possible: Neue Wege politischer Erwachsenenbil dung“ - Was sind die aktuellen Entwicklungen und Debatten in der politischen Er wachsenenbildung? Und welche Rolle spielt Europa dabei? - In Kooperation mit Transfer für Bildung e.V. / Fachstelle politische Bildung – Transversalen hat eine Konferenz im Juni 2023 zu neuen Wegen politischer Erwachsenenbildung stattgefunden. U.a. wurde dort die Beteiligung an einem erweiterten europäischen Transformationsprozess diskutiert. Der Journalist und Schriftsteller Jürgen Wiebicke betonte, dass Erfahrungsräu me von Selbstwirksamkeit geschaffen werden müssten, in denen Menschen erleben können, dass sie Zusammen leben mitgestalten können. Wiebicke bezeichnete sie als „gute Orte“. Bezo gen auf Europa heißt das auch, dass es in der politischen Erwachsenenbildung neuer Kooperationen und Formate be darf, die Europa erlebbar machen. - - - - Veranstaltungsdokumentation: www.agenda-erwachsenenbil dung.de/Veranstaltungsdoku mentationen SIMONE KAUFHOLD Koordinatorin der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung in der NA beim BIBB kaufhold@bibb.de © N A b ei m B IB B http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/Veranstaltungsdokumentationen mailto:kaufhold@bibb.de 30 31 Infosplitter - - - - - Infosplitter EUROPÄISCHE UNION Du möchtest auch dabei sein? www.na-bibb.de Infos zu Fördermöglichkeiten in der Berufs- und Erwachsenenbildung gibts hier. Gleich scannen und dabei sein! Wir sind Teil der Community! © T ur ka n Ra hi m li & ro yy im zy /A do be St oc k | D es ig n: b lu eb er ry -s ta rn be rg .d e Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ © N A b ei m B IB B Das Erasmus+-Projekt CorEdu sensibilisiert Auszubildende im Schneiderhandwerk sowie in der Mode- und Textilindustrie für die Herausforderungen und Chancen nachhaltigen Handelns. Das Thema Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur in Workshops, sondern auch bei Auslandsaufenthalten behandelt. Die NA beim BIBB hat angehende Maßschneiderinnen sowohl in Leipzig als auch in Vicenza, Italien, mit der Kamera begleitet. Der Film „Geschickt eingefädelt – Nachhaltige Auslandspraktika für angehende Maßschneiderinnen“ ist online abrufbar: @nationaleagenturbildungfur3652 Poster „Wir sind Teil der Erasmus+ Community“ Passend zum Schwerpunktthema ist diesem Journal ein Poster beigelegt, mit dem Sie Ihre Beteiligung am europäischen Bil dungsprogramm nach außen kommunizieren und dafür werben können. Bei Bedarf können zusätzliche Poster über unsere Website angefordert werden. Sprechen Sie uns an, falls Sie die Druckvorlage nutzen und Ihr eigenes Logo ergänzen wollen. www.na-bibb.de/publikationen Flyer in Leichter Sprache Bereits seit Juni 2021 gibt es den Azubi-Flyer „Ein echter Gewinn für deine Ausbildung“. Dieser wirbt für Auslandsaufenthalte während der Ausbildung und beschreibt die Fördermöglichkeiten im Rahmen von Erasmus+. Er wurde jetzt in Leichte Sprache übertra gen. Unter dem Titel „Ein Vorteil für deine Berufs-Aus bildung“ liegt der Flyer als barrierefreie PDF und dem nächst als Printprodukt vor. www.na-bibb.de/publikationen Termin vormerken: Europawahl 2024 steht zum zehnten Mal die Wahl des Europäischen Parlaments an. Alle Bürge rinnen und Bürger der Europäischen Union sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Erstmals können auch Unionsbürgerinnen und -bürger wählen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. In Deutschland findet die Wahl am 9. Juni 2024 statt. https://elections.europa.eu/de/ https://elections.europa.eu/de/ http://www.na-bibb.de/publikationen http://www.na-bibb.de/publikationen https://www.youtube.com/@nationaleagenturbildungfur3652 30 31 Bildung für Europa | Dezember 2023 Datenbank Europass Mobilität: Neue Video-Tutorials Wie lassen sich Daten aus dem Mobility Tool und Beneficiary Modul in die Europässe Mobilität importieren? Wie können in der Datenbank Teilnehmendenverträge erzeugt werden? Das Nationale Europass Center hat neue Video-Tutorials zu häufigen Fragen rund um die Beantragung und Erstellung des Mobilitätsnachweises erstellt. Insgesamt bietet die Videohilfe in der Datenbank jetzt zehn Videotutorials. https://de.europass-db.com/de/europass-mobilitaet-login.asp (Menüpunkt Videohilfe) So nutzen Sie EPALE für Ihr Projekt EPALE ist mit mehr als 100.000 Mitgliedern die größte Online-Community in Europa, die sich speziell an Menschen richtet, die in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind. Die Plattform bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten, sich und Ihre Projekte in ternational zu präsentieren und durch den gesamten Projektzyklus hindurch sichtbar zu machen. - Entdecken Sie die neue EPALE Matrix als interaktives Online-Dokument mit weiter führenden Informationen, Tipps und Tricks. - https://epale.ec.europa.eu/de/ resource-centre/content/so- nutzen-sie-epale-fuer-ihr-projekt Weiterbildungssuche jetzt mit Ange boten aus Deutschland - Lernende aus ganz Europa können im Eu ropass-Portal nach Weiterbildungen und Kursen suchen. Im Oktober 2023 wurden auch die Angebote aus Kursnet, dem Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesa gentur für Arbeit, an Europass übertragen. Somit können Nutzer/-innen nun nach Weiterbildungsangeboten in insgesamt 20 europäischen Ländern im Europass-Portal recherchieren. Die Kurssuche ist aktuell noch im Aufbau und wird laufend ergänzt. - - https://europa.eu/europass/ eportfolio/screen/course?lang=de „Vom Wissen ins Tun: Wie kann Europäische Erwachsenenbildung zum nachhaltigen Handeln aktivieren?" Unterstützung für Bildungsverantwortliche und Erwachsenenbildungsinstitutionen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft stand im Mittelpunkt der Fachver anstaltung von Erasmus+ Erwachsenenbildung, EPALE und der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung. Spannende Inputs u.a. von Lea Dohm (Psychologists for Future) können Sie sich noch einmal als Video anschauen. - www.agenda-erwachsenenbildung.de/ Veranstaltungsdokumentationen - - Neues EPALE Ressourcen-KIT Diskriminierung, Migration und Klimawandel - solch einschneidende Lebensereignisse oder belastende Lebensumstände erzeugen Stress. Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, aus eigener Kraft handlungsfähig zu sein und Krisen zu meistern. Entdecken Sie im neuen Ressourcen-KIT einen umfassenden Über blick über Beiträge auf EPALE zum Thema Selbstwirksamkeit und erfahren Sie, was die Erwachsenenbildung beitragen kann. - https://epale.ec.europa.eu/ de/blog/epale-deutschland- ressourcen-kits Infosplitter Neues Filmprojekt zu „Green Erasmus“ Deutschland Europäisches Jahr der Kompetenzen Noch bis Mai 2024 steht europaweit die Förderung der Aus- und Weiterbildung im Fokus. Das Europäische Jahr der Kompetenzen adressiert den Fachkräftemangel und un terstützt Menschen dabei, ihre Kompetenzen auf die Arbeitsmarkterfordernisse auszu richten. Sie möchten sich beteiligen? Besuchen Sie die offizielle Kampagnen-Webseite: https://year-of-skills.europa.eu https://epale.ec.europa.eu/de/resource-centre/content/so-nutzen-sie-epale-fuer-ihr-projekt https://europa.eu/europass/eportfolio/screen/course?lang=de http://www.agenda-erwachsenenbildung.de/Veranstaltungsdokumentationen https://epale.ec.europa.eu/de/blog/epale-deutschland-ressourcen-kits https://de.europass-db.com/de/europass-mobilitaet-login.asp https://year-of-skills.europa.eu Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107-1608 @nabibb_de @EUEB_de @meinauslandspraktikum www.na-bibb.de Aktuelle Ausschreibungstermine in Erasmus+ Programm Antragsfrist Wo muss der Antrag eingereicht werden? Weitere Informationen Leitaktion 1 Mobilität von Einzelpersonen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Hochschulbil dung, Sport (Personal) - - > 20.02.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA nur Bereich Jugend 20.02.2024 01.10.2024 jeweils 12:00 Uhr NA Jugend NA Jugend > > Erasmus-Akkreditierungen > in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Erwach senenbildung und Jugend - 01.10.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA Leitaktion 2 Kooperationspartnerschaften in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend, mit Ausnahme der von europäischen NGOs eingereichten Partnerschaften 05.03.2024 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA im Bereich Sport 05.03.2024, 17:00 Uhr NA Jugend NA Jugend Kleinere Partnerschaften > in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbil dung, Erwachsenenbildung und Jugend - > 05.03.2024 01.10.2024 jeweils 12:00 Uhr jeweilige NA jeweilige NA im Bereich Sport 05.03.2024, 17:00 Uhr NA Jugend NA Jugend : - Zentren der beruflichen Exzellenz 07.05.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Innovationsallianzen 07.03.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Kapazitätsaufbau im Bereich berufliche Bildung 29.02.2024 17:00 Uhr EACEA EACEA Wichtige Internet-Adressen Gemeinsame Website der Nationalen Agenturen in Deutschland: www.erasmusplus.de EU-Kommission, Allgemeine und berufliche Bildung: https://education.ec.europa.eu/de EACEA: www.eacea.ec.europa.eu Die Angaben basieren auf dem aktuellen Infor mationsstand (28.11.2023). Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Antragsfristen finden Sie im Aufruf EAC/A07/2023. AusbildungWeltweit: nächste Antragsfrist am 15.02.2024 für Aufenthalte zwischen Juni 2024 und Mai 2025 http://www.na-bibb.de http://www.erasmusplus.de http://www.eacea.ec.europa.eu https://education.ec.europa.eu/de https://twitter.com/nabibb_de https://twitter.com/EUEB_de https://www.instagram.com/meinauslandspraktikum/?hl=de Bildung für Europa 38 Herausgeber Verantwortlich Redaktion Redaktionsassistenz Redaktionsschluss Bestellungen Erscheinungsweise Auflage Gestaltung Druck Bildnachweis Titel & Inhaltsverzeichnis (Seite 5) Hinweis an unsere Abonnentinnen/Abonnenten Editorial Inhalt Erasmus+-Querschnittsthema seit 2021 Wachsende Bedeutung für die Projektpraxis Heterogenes Feld an Themen und Zielgruppen Welche neuen Angebote gibt es? 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