[…] Microcredentials in Erasmus+ Information | Good Practice | Unterstützung www.na-bibb.de/vet-team Nationales VET-Team Beratung – Schulung – Transfer http://www.na-bibb.de/vet-team Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung Inhalt Einleitung .................................................................................................................................................. 2 I. Kontext und Grundlagen von Microcredentials in Erasmus+ ............................................................... 3 I.1 Hintergrund ..................................................................................................................................... 3 I.2 Was sind Microcredentials? ............................................................................................................ 4 I.3 Microcredentials für „upskilling“ und „reskilling“ .......................................................................... 5 II. Good Practice – Microcredentials in Erasmus+-Projekten .................................................................. 6 II.1 Was können Sie von den Good-Practice-Beispielen erwarten? .................................................... 6 II.2 Die Good-Practice-Beispiele ........................................................................................................... 7 III. Unterstützung ................................................................................................................................... 17 III.1 Lernergebnisorientierung als Grundlage von Microcredentials ................................................. 17 III.2 Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials ................................................................... 17 III.3 Standards und Anerkennung....................................................................................................... 18 III.4 Netzwerke und Plattformen ........................................................................................................ 19 Resümee: Überlegungen für die Entwicklung von Microcredentials .................................................... 20 Quellenverzeichnis ................................................................................................................................. 22 Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 2 Einleitung „Microcredentials“ sind Nachweise über die Lernergebnisse, die eine Lernende /ein Lernender im Rahmen einer weniger umfangreichen Lerneinheit erzielt hat. […]“ Quelle: Empfehlung des Rates (EU) 2022/C 243/02 vom 16. Juni 2022 über einen europäischen Ansatz für Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit, Amtsblatt der Europäischen Union (ABl. EU) C 243 vom 27.6.2022, S. 14 In Folge dieser Empfehlung sind Microcredentials (MC) aus der bildungspolitischen Diskussion in Europa nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Erasmus+-Projekte mit dem Schwerpunkt Microcreden tials wurden seitdem ins Leben gerufen. Doch finden sich Erasmus+-Projekte mit wesentlichen Ele menten von Microcredentials bereits vor Veröffentlichung der Empfehlung vom Juni 2022. Oft ver wenden diese „Pioniere“ den Begriff Microcredentials gar nicht. Vielmehr ist von „Units“, „Modulen“ oder „Kleineren Einheiten von Lernergebnissen“ und ähnlichem die Rede. Gleichwohl können Sie auch diesen Projekten Anregungen für die Entwicklung von Microcredentials entnehmen. - - - Wieso Microcredentials? Überall dort, wo kurzfristig flexible und praxisnahe Kompetenzen benötigt werden, haben sich Microcredentials bewährt: in Lernaufenthalten im Ausland, im Rahmen des lebenslangen Lernens Er wachsener, bei der Kompetenzanpassung zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit Geringqualifi zierter sowie in der strategischen Personalentwicklung zur Deckung des Fachkräftebedarfs. Zertifi zierbare, flexibel einsetzbare kleinere Einheiten von Lernergebnissen werden in all diesen Bereichen erfolgreich eingesetzt. - - - An wen richtet sich diese Broschüre? Diese Broschüre richtet sich an Einrichtungen beruflicher Bildung, die sich im Rahmen von Erasmus+- Partnerschaften und -Kooperationen oder im transnationalen Mobilitätskontext mit Microcredentials befassen möchten. Sie informiert über Grundzüge von Microcredentials, zeigt Good Practice auf und unterstützt bei der Entwicklung und Umsetzung. Wie können Sie diese Broschüre nutzen? ▪ Teil I vermittelt relevante Informationen zum Kontext und zu Grundlagen von Microcreden tials. Was sind sie nach der EU-Definition? Wo ist ihr Einsatz sinnvoll? - ▪ Teil II zeigt anhand von Good-Practice-Beispielen von Erasmus+-Projekten, für welche unter schiedlichen Zwecke Microcredentials eingesetzt werden können. - ▪ Teil III bietet Unterstützung durch Hinweise auf Leitfäden, Netzwerke, Templates sowie Links zu weiteren Informationsquellen. ▪ Ein abschließendes Kapitel resümiert die zentralen Aspekte für die Entwicklung qualitativ hochwertiger Microcredentials. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 3 I. Kontext und Grundlagen von Microcredentials in Erasmus+ I.1 Hintergrund Herausforderungen und europäische Antwort Die Berufsbildung in Europa verändert sich kontinuierlich: Die grüne und digitale Transformation, der beschleunigte technologische Wandel sowie globale Krisen – Pandemien oder geopolitische Konflikte – stellen neue Anforderungen an Qualifikationen und somit auch an die Art des Lernens und den Nachweis des Erlernten dar. Zugleich verschärft der europaweit zunehmende Fachkräftemangel den Handlungsdruck auf die Bildungssysteme, die Lernenden schneller und zielgerichteter auf neue Kom petenzbedarfe vorbereiten. - Als eine Antwort darauf hat der Rat der EU im Juni 2022 die Empfehlung für einen europäischen An satz zu Microcredentials verabschiedet. Ziel ist es, lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit durch Anerkennung kleiner, zertifizierbarer Lerneinheiten zu fördern. Diese Empfehlung baut auf langjährigen europäischen Entwicklungen auf. - Meilensteine auf dem europäischen Weg zu Microcredentials seit 2000 Kopenhagen-Prozess zur Schaffung eines europäischen Raums des lebenslangen Lernens seit 2000 Perspektivwechsel zu Lernergebnissen: „Shift to Learning Outcomes“, Cedefop 2009) 2004 - 2008 Entwicklung europäischer Transparenzinstrumente wie Europass (Start 2005), EQR (Start 2008), EQAVET (Start 2009) 2020 – 2025 European Skills Agenda Juni 2022 -Empfehlung des Rates über einen europäischen Ansatz für Micro credentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit …und darüber hinaus… ab 2025 Union of Skills Microcredentials – global Microcredentials sind nicht auf den europäischen Bildungsraum oder auf Einrichtungen der Berufsbil dung beschränkt. Besonders im Hochschulbereich haben sie sich seit den 2000er-Jahren als Teil eines neuen internationalen Bildungsmarktes etabliert – etwa durch internetbasierte Lernangebote, wie die MOOCs (Massive Open Online Courses). - Angelsächsische Bildungssysteme (z. B. Australien, Kanada, Südafrika, Neuseeland, USA) haben die sen Markt früh erschlossen. Auch internationale Organisationen wie UNESCO, OECD, ETF und ILO treiben die Entwicklung voran. - In Europa begann die Auseinandersetzung mit Microcredentials also vergleichsweise spät. – Doch haben europäische Forschungsinstitute und vor allem das Cedefop bereits im Vorfeld der Empfeh lung des Rates von 2022 eine Reihe von Studien und Publikationen rund um Microcredentials initi iert. - - Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 4 I.2 Was sind Microcredentials? Die Diskussion der Frage „Was sind Microcredentials?“ wird europaweit und global lebhaft geführt. Da der Fokus dieser Broschüre auf Erasmus+ Berufsbildung liegt, orientiert sie sich an der Definition der EU-Ratsempfehlung von 2022: Microcredentials – Definition der EU (Auszug) - - - „Microcredentials“ sind Nachweise über die Lernergebnisse, die eine Lernende bzw. ein Lernender im Rahmen einer weniger umfangreichen Lerneinheit erzielt hat. Diese Lernergebnisse werden an hand transparenter und eindeutig definierter Kriterien beurteilt. Lernerfahrungen, die zum Erhalt von Microcredentials führen, sind so konzipiert, dass sie den Lernenden spezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen vermitteln, die den gesellschaftlichen, persönlichen, kulturellen oder arbeitsmarktbezogenen Bedürfnissen entsprechen. […] Sie werden durch eine Qualitäts sicherung gestützt, die sich an den im jeweiligen Sektor oder Tätigkeitsbereich vereinbarten Stan dards orientiert. […] Quelle: Rat der Europäischen Union (2022), Seite 14. Kernelemente von Microcredentials Microcredentials basieren auf klar definierten Lernergebnissen. Diese beschreiben, was Lernende nach einem Lernprozess wissen, verstehen und anwenden können. Lernergebnisse sind grundsätzlich unabhängig vom Lernort, der Lerndauer oder der gewählten Lernmethode. Mehrere zusammenhän gende Lernergebnisse können zu Einheiten von Lernergebnissen gebündelt werden, die eine struktu rierte und kohärente Kompetenzbeschreibung ermöglichen. Sie können bewertet und zertifiziert werden. - - Die Bewertung eines Microcredentials erfolgt auf der Grundlage transparenter Kriterien, etwa durch Prüfungen, Portfolios oder beobachtungsbasierte Verfahren. Um Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit sicherzustellen, unterliegen Microcredentials einer systematischen Qualitätssicherung – beispiels weise entlang des EQAVET-Zyklus mit seinen Schritten Planung, Durchführung, Bewertung und Wei terentwicklung. - - Für die Anerkennung von Microcredentials sind gemeinsame Standards entscheidend, in erster Linie die Standards der EU-Ratsempfehlung. Sie können sich gemeinsam mit Ihren Projektpartnern aber auch für andere Standards entscheiden. Ausführlichere Informationen und Unterstützung bei der Anwendung dieser Kernelemente finden Sie in der „Roadmap Lernergebnisorientierung“ und weiteren Leitfäden des Nationalen VET-Teams unter www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität.1 1 Siehe auch Teil III,1 dieser Broschüre. http://www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 5 I.3 Microcredentials für „upskilling“ und „reskilling“ Durch die in Abschnitt I.2 beschriebenen Kernelemente eignen sich Microcredentials besonders gut, um auf „gesellschaftliche, persönliche […] oder arbeitsmarktbezogene Bedürfnisse“ (vgl. ABl. EU C 243/02, S. 14, 2022) zu reagieren. Als ein Verfahren des Upskilling und Reskilling von Kompetenzen leisten sie dabei die notwendige Unterstützung. • Gesellschaftlich: soziale Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mündigkeit fördern / horizontale Prioritäten von Erasmus+ unterstützen. • Arbeitsmarktbezogen: durch Upskilling und Reskilling Kompetenzengpässe ausgleichen / dem Fachkräftemangel begegnen. • Persönlich: durch Upskilling und Reskilling Be schäftigungsfähigkeit bewahren und herstellen / lebenslanges Lernen fördern. - Microcredentials bieten eine flexible Möglichkeit2, Kompetenzlücken zu schließen – beson ders dann, wenn der Qualifikationsbedarf von Unternehmen und das vorhandene Bildungs angebot nicht zusammenpassen. Das zeigt sich etwa beim Fachkräftemangel: Viele Branchen benötigen kurzfristig spezifische Fähigkeiten, die formale Bildungswege oft nicht schnell ge nug vermitteln können. - - - Für Beschäftigte wie Arbeitslose können Microcredentials deshalb ein wirksames Instrument sein, ihre Beschäftigungsfähigkeit zu stärken. Sie ermöglichen es, gezielt neue, arbeitsmarkt relevante Kompetenzen zu erwerben und sichtbar zu machen – etwa, um sich auf neue Auf gaben vorzubereiten oder den (Wieder-)Einstieg zu erleichtern. - - 2 Microcredentials sind jedoch nur eine Möglichkeit; auch andere Weiterbildungsformate und betriebliche Lernangebote können die Lücke zwischen Kompetenzbedarf und -angebot wirksam schließen. - - - - Upskilling: Erweiterung und Aktualisie rung vorhandener Kompetenzen zur Be wältigung neuer Anforderungen im beste henden Berufsfeld. Quelle: Europäische Kommission (2020), Seite 3. Reskilling: Erwerb neuer Kompetenzen zur Vorbereitung auf eine andere berufli che Rolle oder ein neues Tätigkeitsfeld. Quelle: OECD (2019), Seite 46. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 6 II. Good Practice – Microcredentials in Erasmus+-Projekten Der Blick auf Good-Practice-Beispiele in Erasmus+-Projekten der Leitaktion 2 (KA2) illustriert das breite Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten von Microcredentials. Unter den hier aufgeführten Beispielen finden sich etliche „Pioniere“, also Projekte, die bereits vor dem Erscheinen der Empfeh lung von 2022 zu kleineren Lerneinheiten gearbeitet haben. In manchen dieser Projekte ist noch gar nicht explizit von Microcredentials die Rede, sondern von Modulen, Units, kleineren Lerneinheiten, Badges. - Bei der Darstellung der Projekte kommt es weniger darauf an, dass sie die in der EU-Definition ge fassten Elemente von Microcredentials vollständig enthalten. Vielmehr wird beispielhaft aufgezeigt, welche Funktionsweisen mit einzelnen Elementen verbunden sind. - II.1 Was können Sie von den Good-Practice-Beispielen erwarten? Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) fördert die internationale Zusammenarbeit, den Austausch und die Ent wicklung innovativer Ansätze zwischen Organisationen. Dazu gehört auch die Arbeit an Microcreden tials in transnationalen Netzwerken. Alle ausgewählten Good-Practice-Beispiele wurden im Rahmen dieser Förderlinie umgesetzt und zeigen, wie Partner aus unterschiedlichen Berufsbildungssystemen grenzüberschreitend nutzbare Microcredentials oder vergleichbare Einheiten von Lernergebnissen entwickeln. - - Was ist bei der Zusammenarbeit mit transnationalen Partnern zu beachten? - - - Die Systeme beruflicher Bildung in den Ländern Europas unterscheiden sich, auch im Hin blick auf ihre Nähe zum Konzept der Microcredentials. Während modular ausgerichtete Berufsbildungssysteme (zum Beispiel das irische) Elemente von Microcredentials integrie ren und im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) verorten, sind ganzheitlich ausgerich tete Systeme (zum Beispiel das österreichische oder das deutsche) weiter davon entfernt. Darüber hinaus zeigen die Good-Practice-Beispiele, dass Microcredentials je nach Zielgruppe, Um fang und Einsatzkontext sehr unterschiedlich gestaltet sein können – von einfachen, klar abgegrenz ten Kompetenznachweisen bis hin zu komplexeren Einheiten. - - Auf den Webseiten der „Pionier“-Projekte finden sich Beispiele bereits entwickelter Microcredentials oder vergleichbarer Einheiten (Units oder Module). Bei den „jüngeren“ Erasmus+-Projekten3 liegt der Schwerpunkt neben der Entwicklung und Implementierung von Microcredentials auf der Unterstützung von Bildungspersonal: Sie stellen methodische Hinweise, Leitfäden und Templates bereit, die dabei helfen, Microcredentials systematisch zu planen, zu gestalten und in der Bildungspraxis umzusetzen. 3 Die „jüngeren“ Projekte (Start ab 2023) waren zur Zeit der Erstellung dieser Broschüre (Anfang 2026) erst kurz beendet oder laufen noch, zum Teil (Projekt Mastery) bis Ende 2026. Daher sind weitere Ergebnisse zu erwarten. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 7 II.2 Die Good-Practice-Beispiele4 RetRail Start: November 21 Fokus: Upskilling/Reskilling; Anerkennung von Microcredentials in sektoralen Netzwerken CREDinGREEN Start: Januar 22 Fokus: Upskilling von Führungskräften; strategische Fachkräfteentwicklung MOTIV-Action Start: April 21 Fokus: Upskilling geringqualifizierter Erwachsener; online-gestützte Beratung BEM Start: Januar 23 Fokus: Arbeitsmarktrelevante Microcredentials; Rahmenwerk für die Entwicklung von Microcredentials Mastery Start: Januar 24 Fokus: Microcredentials für horizontale Prioritäten; Aufwertung transversaler Kompetenzen Über die hier in den Fokus gerückten Schwerpunkte hinaus enthalten die Projekte weitere Anregungen für die Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials. Ein Blick auf die Webseiten der auf den nächsten Seiten vorgestellten Projekte lohnt sich! 4 Die fünf Projekte sind kofinanziert durch die Europäische Union. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 8 Good Practice I: RetRail – New Trends in Retail Commerce Fokus: Upskilling/Reskilling; Anerkennung von Microcredentials in Netzwerken Projektinformation: Titel: RetRail – New Trends in Retail Commerce Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) Laufzeit: 01.11.2021 – 31.10.2023 Koordinierende Einrichtung: Cámara Oficial de Comercio, Industria, Servicios y Navegación de Valencia Partnerländer: Bulgarien, Griechenland, Portugal, Slowenien, Rumänien, Zypern Projektwebsite: https://retrail.eu/ Ausgangspunkt von RetRail: KMU im Einzelhandel sehen sich einem rasch wandelnden Kompetenzbe darf gegenüber. Verschärfte Konkurrenz durch weltweite Anbieter ebenso die Zunahme des eCom merce in diesem Sektor machen kontinuierliche Anpassungen des Kompetenzprofils der Mitarbeiten den nötig. - - - Microcredentials sind eine Antwort. Sie sind ein flexibles Instrument, das sowohl für Upskilling (Ver besserung bestehender Kompetenzen) als auch für Reskilling (Erwerb neuer Kompetenzen) einge setzt werden kann. - - Der portugiesische Projektpartner von RetRail, CECOA, ist ein nationales Kompetenzzentrum mit regi onalen Standorten in Lissabon, Porto und Coimbra. Durch die Nähe zur nationalen Arbeitsbehörde sowie durch Kooperationen mit Bildungsanbietern, Unternehmen, Branchenverbänden wird landes weit Anpassung von Kompetenzen im Handels- und Dienstleistungssektor gefördert. - - Aus der Perspektive von CECOA wird gezeigt, wie das Ziel einer kontinuierlichen Anpassung von Kom petenzen auf sektoraler und regionaler Ebene gelingen kann5: - - Der Trainingsbedarf wird durch Einbeziehen relevanter Akteurinnen und Akteure des Arbeitsmarktes, Kammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter/innen ermittelt. - Die Bereitstellung der Lerneinheiten findet unter Berücksichtigung des ermittelten Bedarfs und in enger Abstimmung mit oben genannten Akteurinnen und Akteuren statt. 5 Weitere Informationen finden Sie in der Präsentation “Microcredentials for the labour market – focus on retail: a case from Portugal”. https://www.cedefop.europa.eu/en/events/peer-learning-activity- microcredentials-labour-market-sectoral-approach-manufacturing-and-retail https://retrail.eu/ https://www.cedefop.europa.eu/en/events/peer-learning-activity-microcredentials-labour-market-sectoral-approach-manufacturing-and-retail https://www.cedefop.europa.eu/en/events/peer-learning-activity-microcredentials-labour-market-sectoral-approach-manufacturing-and-retail Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 9 - Die Lernmodule von RetRail sind kurze (ab 10 bis 60 Stunden), bedarfsorientierte und zertifi zierbare Einheiten, die flexibel kombinierbar sind. - - Für die Feststellung der Lernergebnisse gibt es klare Vorgaben. Jedes Tool enthält Hilfestel lungen zur Selbstevaluation des Lernergebnisses: „Quiz“, „Detective stories“ oder „Reality checks“ ̶ “questions that help you to evaluate if your business is ready to implement the to pic learnt in this module“ (a.a.O.). - - - Die Qualität wird gesichert indem nur national akkreditierte Bildungsanbieter mit der Ver mittlung der Module betraut werden. - - Die durch Bearbeiten eines Moduls erreichten Lernergebnisse werden durch Badges „Lisbon City of Learning by badgecraft“ zertifiziert. Diese Badges sind bei allen Unternehmen des Sek tors in der Region und darüber hinaus anerkannt. - Quelle: https://cityoflearning.eu Cities of Learning Lissabon ist Mitglied in „Cities of Learning“, einem globalen Netzwerk von Städten, Gemeinden und Bildungsakteuren, die eine gemeinsame Plattform nutzen (siehe Teil III dieser Broschüre). Lisbon City of Learning ist ein Beispiel, wie eine Stadtverwaltung gemeinsam mit Schulen, Kammern, Unternehmen und weiteren Akteurinnen und Akteuren ein offenes Lernökosystem schafft. Die Zusammenarbeit basiert auf einer digitalen Plattform, die Lernangebote sichtbar macht, Open Badges vergibt und die relevanten Akteurinnen und Akteure vernetzt (Cedefop 2023). Um das für die Anerkennung essenzielle „gegenseitige Vertrauen“ aller Beteiligten zu erzielen, sind die wesentlichen Akteurinnen und Akteure auf sektoraler und regionaler Ebene in den gesamten Prozess der Entwicklung des modularen Weiterbildungsangebotes einbezogen oder werden kontinuierlich informiert. https://cityoflearning.eu Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 10 Good Practice II: CREDinGREEN – Zukunftssicherung von Unternehmen im Tourismussektor Europas Fokus: Upskilling von Führungskräften; Strategische Fachkräfteentwicklung Projektinformation: Titel: CREDinGREEN – Zukunftssicherung von Unternehmen im Tourismussektor Europas Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) Laufzeit: 01.01.2022 – 31.12.2023 Koordinierende Einrichtung: Fachhochschule des Mittelstandes (FHM), Bielefeld Partnerländer: Deutschland, Italien, Portugal, Rumänien, (sowie das 37 Länder umfassende Netzwerk E.N.T.E.R) Projektwebsite: www.credingreen.com Der Tourismussektor ist besonders abhängig von unerwartet auftretenden globalen Ereignissen und von weltpolitischen Strategien. Deutlich wurde dies während der Covid 19 Pandemie. Doch auch der europäische Green Deal hat zu Veränderungen des Tourismusmarktes geführt. Ausgangspunkt des Erasmus+-Projektes CREDinGREEN war die Suche nach Wegen, um die Resilienz kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) des europäischen Tourismussektors gegenüber laufenden und unerwartet auftauchen den Herausforderungen zu stärken. - Das Projekt gliedert sich in drei Meilensteine. Im Mittelpunkt steht das mo dular aufgebaute CREDinGREEN Trainings programm (Meilenstein 2). - - Es ermöglicht das gezielte Upskilling von Führungskräften und unterstützt die strategische Fachkräfteentwicklung durch onlinebasierte Weiterbildungsmodule. So können Führungskräfte Marktveränderungen frühzeitig erkennen und wichtige Entscheidungen für ihr Unternehmen treffen. Das CREDinGREEN-Trainingsprogramm umfasst fünf Themenbereiche (EU-Green Deal, Marketing, Food&Bio, Energy&Efficiency, Circular Economy), die wiederum jeweils drei bis fünf (insgesamt 20) Lerneinheiten enthalten. Meilenstein 1: CREDinGREEN EU-weite Umfrage im Tourismussektor Ermittlung des Bedarfs nachhaltiger Tourismuswirtschaft Meilenstein 2: CREDinGREEN Trainingsprogramm Entwicklung EU-weit zertifizierbarer Lerneinheiten Meilenstein 3: CREDinGREEN Strategiepapier Empfehlungen für bildungspolitische Entscheidungsträger. http://www.credingreen.com/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 11 Die Lerneinheiten werden über Präsenz- oder Blended-Learning-Formate, Webinare, online Tutorials oder im Selbstlern-Verfahren angeboten. Am Ende jeder Einheit werden die Lernergebnisse von den Lernenden über unterschiedliche Methoden festgestellt (Multiple-Choice-Tests, Präsentationen, Selbst-Evaluation anhand von Leitfragen). Es werden ECTS-Punkte vergeben. Good Practice III: MOTIV-ACTION – Motivating Low-Skilled Adults in Accessing Upskilling Pathways to Increase Job Opportunities Fokus: Upskilling geringqualifizierter Erwachsener; Module für online-gestützte Beratung Projektinformation: MOTIV-ACTION – Motivating Low-Skilled Adults in Accessing Upskilling Pathways to Increase Job Opportunities Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2) Laufzeit: 01.04.2021 – 31.03.2023 Koordinierende Einrichtung: Igitego (Schweden) Partnerländer: Belgien, Bulgarien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Lettland, Portugal, Schweden Projektwebsite: https://motiv-action.eu Motiv-Action erleichtert geringqualifizierten Erwachsenen den Zugang zu Weiterbildung und zum Ar beitsmarkt. Beratung spielt bei dieser Zielgruppe eine entscheidende Rolle. Daher richtet sich MOTIV-ACTION auch an Berufsberater und -beraterinnen, deren Beratungsleistungen durch Integra tion digitaler Elemente optimiert wird. - - MOTIV-Action im Kontext Der schwedische Koordinator IGITEGO bringt die Perspektive eines Landes ein, das stark auf digitale Lösungen und soziale Innovation im Arbeitsmarkt setzt. MOTIV-Action ist im Kontext eines seit 2023 laufenden schwedischen Reformprogramms zur Förderung von lebenslangem Lernen durch Weiterbildung und Umschulung zu sehen. Es fördert Beschäftigungsfähigkeit durch verbesserten Zugang zu Information, professioneller Beratung und Stärkung der Selbstständigkeit der Lernenden. https://motiv-action.eu/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 12 Zur Unterstützung der Beratung hat Motiv-Action eine Reihe von e-Learning Module entwickelt: - Beratungsfachkräfte werden angeregt und befähigt, digitale Technologien in ihre tägliche Arbeit einzubeziehen. Sie lernen verschiedene Kanäle (online, mobil, persönlich) für flexible Beratung zu nutzen und den Beratungsprozess stärker zu personalisieren. - Niedrigqualifizierte Erwachsene gelangen durch das digitalisierte Beratungsangebot zu mehr Autonomie im Bewerbungsprozess. Sie lernen den Umgang mit digitalen Tools für Arbeitssu che und Weiterbildung. Das verschafft ihnen Unabhängigkeit bei der Navigation durch Be schäftigungs- und Lernmöglichkeiten. - - Die MOTIV-ACTION massive open online courses (MOOC) sind über die Projektwebsite in neun Spra chen verfügbar. Die drei Module sind wiederum in drei oder vier „Lessons“ unterteilt. Am Ende jeder Lesson findet sich ein Quiz, dessen Bestehen den Fortgang erlaubt. - Quelle: https://mooc.motivaction.eu Interessiert? Über ein einfaches Registrierungsverfahren erhalten potenzielle Nutzerinnen und Nutzer Zugang und können die MOOCs bearbeiten. https://mooc.motiv-action.eu/ https://mooc.motivaction.eu Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 13 Good Practice IV: BEM – Beyond Europe with Micro-credentials Fokus: Arbeitsmarktrelevante Microcredentials; Rahmenwerk für Entwicklung Projektinformation: Titel: Beyond Europe with Micro-credentials (BEM) Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2), Capacity Building Laufzeit: 01.01.2023 – 31.12.2025 Koordinierende Einrichtung: Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG), Deutschland Partnerländer: Armenien, Deutschland6, Georgien, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Ukraine Projektwebsite: https://www.bibb.de/en/174468.php Das Projekt Beyond Europe with Micro-credentials (BEM) hat arbeitsmarktrelevante Microcredentials für spezielle Zielgruppen entwickelt. Microcredentials wurden als geeignet befunden, flexibel auf sich rasch wandelnde Bedürfnisse von Lernenden, Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu antworten. – In BEM arbeiten 17 Partner aus acht Ländern, hiervon etliche aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten, zusammen. Die Partnerschaft ist breit angelegt: Neben Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, und Bildungs- und Entwicklungsagenturen sind auch die nationalen Berufsbildungsinstitute einiger Länder vertreten. Die Ziele von BEM im Einzelnen: - Bereitstellen eines Rahmenwerks für die einheitliche Entwicklung von Microcredentials in den Partnerländern. - Entwicklung von Microcredentials, die auf die Anforderungen der lokalen/regionalen Be triebe zugeschnitten und so für den Arbeitsmarkt relevant sind. - - Verbesserung des Zugangs zu Bildung für Gruppen, die nicht oder nicht mehr vom formalen Bildungsangebot erreicht werden. - Förderung der internationalen Zusammenarbeit zwischen Anbietern beruflicher Bildung und den nationalen Berufsbildungsinstituten. BEM für arbeitsmarktrelevante Microcredentials In verschiedenen Arbeitspaketen wurden in BEM Materialien bereitgestellt, die Bildungseinrichtun gen aus den unterschiedlichen Berufsbildungssystemen bei allen Fragen rund um Microcredentials unterstützen. Auf Grundlage einer vergleichenden Analyse von Lernergebnisbeschreibungen in den Partnerländern wurde ein umfassendes methodologisches Rahmenwerk erarbeitet. Dieses sorgt für - 6 Der Partner aus Deutschland ist das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB https://www.bibb.de/en/174468.php Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 14 Klarheit der Begriffe verhilft den Partnern zu einer „gemeinsamen Sprache“. Konkrete Unterstützung beim Erstellen arbeitsmarktrelevanter Microcredentials bietet das BEM-Template. Das BEM-Template - unterstützt die Ermittlung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die sich aus Anforderungen von Unternehmen ableiten. - beschreibt diese Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen in Form von Lernergebnissen. - legt Verfahren der Feststellung erworbener Kompetenzen fest. - benennt Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Microcredentials. Entwicklung von Microcredentials für Schlüsselsektoren Auf Grundlage dieses gemeinsamen Verständnisses und Handwerkszeugs wurden in BEM 52 Microcredentials für fünf verschiedene Schlüsselsektoren – Baugewerbe, IT, Gastgewerbe, verarbei tendes Gewerbe und Landwirtschaft – entwickelt. Jedes Land hat sich auf branchenspezifische Kom petenzen konzentriert, sodass arbeitsmarktrelevante Microcredentials entstanden sind, die Beschäf tigungsfähigkeit und lebenslanges Lernen unterstützen. - - - Kooperative Entwicklungsarbeit über Grenzen hinweg Zentrales Element der Entwicklungsarbeit war eine Reihe von Online-Workshops. In denen waren unter anderem berufliche Schulen und Bildungsanbieter aus den acht beteiligten Ländern vertreten. In diesen virtuellen Treffen legten die Partner die Standards für Microcredentials fest und stärkten die Einbindung relevanter Stakeholder. Darüber hinaus vermittelten Videosequenzen Informationen zu aktuellen Fragen der beruflichen Bildung in den Partnerländern. Ausblick: Microcredentials Going Digital Die BEM-Microcredentials werden als Digital-Credentials in die Skillsbank7 und den Europass integriert und somit europaweit zugänglich gemacht. Das stärkt deren Bedeutung für den Arbeitsmarkt in Europa und darüber hinaus. 7 www.skillsbank.eu/ http://www.skillsbank.eu/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 15 Good Practice V: Mastery – Micro Credentials Reliability Unleashing Green Economy Fokus: Microcredentials für horizontale Prioritäten; Aufwertung transversaler Kompetenzen Projektinformation: Titel: MASTERY – Micro Credentials Reliability Unleashing Green Economy Förderlinie: Erasmus+ Leitaktion 2 (KA2), Forward-Looking Project Laufzeit: 01.01.2024 – 31.12.2026 Koordinierende Einrichtung: SFC – Sistemi Formativi Confindustria (Italien) Partnerländer: Italien, Spanien, Bulgarien, Belgien, Finnland Projektwebsite: https://mastery-microcredentials.eu „The future belongs to professionals who understand that economic success and environmental responsibility aren't competing goals. They are complimentary strategies.“ Mastery Video Clip: https://www.youtube.com/watch?v=nM9lr5cW6P4 Mastery geht davon aus, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortlichkeit sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Richtig angegangen kann der ökologische Wandel zu einem Ent wicklungsmotor für Unternehmen und Gesellschaft werden. Mastery identifiziert Microcredentials als entscheidendes Hilfsmittel dafür und stellt Rahmenbedingungen für deren Einführung in Schlüs selsektoren der „ökologischen Transformation“ bereit. Somit schließt das Projekt die Lücke zwischen Visionen europäischer Politik und konkretem Bedarf der Wirtschaft. - - Transversale Skills aufwerten Das Mastery Konsortium besteht acht Partnern aus fünf Ländern und wird durch SFC Sistemi Formativi Confindustria8 koordiniert. Es ist eng in die „Grüne Ökonomie“ eingebunden und ermittelt kontinuierlich deren aktuellen Bedarf an Kompetenzen. Dabei hat sich gezeigt, dass für nachhaltiges berufliches Handeln neben den fachlichen besonders auch die überfachlichen, transversalen Skills relevant sind. Diese sind jedoch häufig unterbewertet und werden selten explizit dokumentiert und nachgewiesen. Mastery sieht in Microcredentials ein geeignetes Instrument, die gerade für die Arbeit in nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen wichtigen transversalen Kompetenzen aufzuwerten. 8 Sistemi Formativi Confindustria (SFC) ist die Weiterbildungs- und Forschungsorganisation des italienischen Unternehmerverbandes. Confindustria ist der Dachverband der Arbeitgeber und gilt als zentrale Stimme der italienischen Wirtschaft. https://mastery-microcredentials.eu/ https://www.youtube.com/watch?v=nM9lr5cW6P4 Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 16 Methodologie für qualitativ hochwertige Microcredentials Qualitativ hochwertige Microcredentials sind entscheidend für die Anpassung des Kompetenzprofils von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Erfordernisse nachhaltigen Wirtschaftens. Daher stellt Mastery für Bildungspersonal eine Methodologie der Entwicklung von Microcredentials bereit. Wichtig ist dabei die Orientierung an einheitlichen Standards. Mastery lehnt sich an die in der Rats empfehlung von 2022 festgelegten „Europäische(n) Standardelemente zur Beschreibung eines Microcredentials“ (Rat der Europäischen Union, 2022, Seite 21 f.) an. - Auf Grundlage dieser Methodologie entwickeln die Mastery Partner eine Reihe von Microcredentials zur Umsetzung in den fünf beteiligten Ländern. Im Folgenden werden beispielhaft 12 Module aufge führt, die Fachkräfte in vier Sektoren (aus den Bereichen Holz, Bau, Energie) zu nachhaltigem Han deln befähigen sollen. Die vier sektorspezifischen Module werden durch acht überfachliche Module ergänzt. Letztere lassen sich selbstverständlich auch auf andere Sektoren übertragen, in denen Nach haltigkeit eine besondere Rolle spielt. - - - - - - - - - Branchenspezifisch Ressourcenorientierten Ansatz entlang der Le bensmittel Wertschöp fungskette anwenden. Umweltfreundliche Materialien im Bauwesen auswäh len. Energie- und res sourcenschonende Systeme in der Pro duktion entwerfen. „Cradle to Cradle- Design“9 anwen den. Transversal Materialausgaben und Abfall reduzieren. Zu Nachhaltigkeitszertifikaten und Standards beraten. Nachhaltigkeitsleistung messen und berichten. Einhaltung von Umweltgesetzen sicherstellen. Andere zu Nachhaltigkeitsthemen schulen. Zirkuläre und sozial verantwortliche Anforderungen umsetzen. Gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiativen entwickeln. Nachhaltige Investitionen bewerten. Mastery Microcredentials für unterschiedliche Akteurinnen und Akteure - Berufsbildungseinrichtungen erhalten ein Werkzeug, um nachhaltige Kompetenzen gezielt und zertifizierbar zu vermitteln und nachzuweisen. - Unternehmen bilden Mitarbeitende gezielt weiter, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. - Fachkräfte profitieren von transparenten, von Unternehmen anerkannte Lernbausteinen, die ihre Beschäftigungsfähigkeit im grünen Sektor stärken. Ausblick: Mastery läuft noch bis Ende 2026. Weitere (Zwischen-)Ergebnisse können Sie über Newsletter oder Podcasts abrufen, ergänzt durch Webinare. Besuchen Sie die Mastery Website regelmäßig! 9Cradle to Cradle (C2C) -Design denkt Produkte von Anfang an so, dass sie keinen Abfall erzeugen, sondern dauerhaft im Kreislauf bleiben. Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 17 III. Unterstützung Um qualitativ hochwertige Microcredentials zu entwickeln und umzusetzen, können Sie auf einschlä gige Erfahrungen aus anderen Erasmus+-Projekten und eine Reihe unterstützender Materialien zu rückgreifen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Leitfäden und Handreichungen sowie Links zu diesen Informationsquellen10. - - III.1 Lernergebnisorientierung als Grundlage von Microcredentials Die Orientierung an Lernergebnissen bildet eine wesentliche Grundlage für Microcredentials. Das Nationale VET-Team11 bei der NA-BIBB begleitet Sie mit praxisnahen Leitfäden oder maßgeschneiderten Workshops bei Fragen, die dabei entstehen. https://www.na-bibb.de/service/unser-netzwerk/vet-team Zentrales Element ist die Roadmap Lernergebnisorientierung. Dort erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt Lernergebnisse entwickeln, erfassen und dokumentieren können. Die Roadmap Lernergebnisorientierung wird durch eine Reihe weiterer Instrumente ergänzt. Darüber hinaus finden Sie unter Lernergebniseinheiten von A – Z eine Auswahl schon fertig for mulierter und erprobter Lernergebniseinheiten aus abgeschlossenen Erasmus+ geförderten Projek ten. Diese Projektergebnisse sind für die Erstellung von Microcredentials hilfreich. - - Besuchen Sie die Projektplattform der NA-BIBB! www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität III.2 Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials Die in III.2 genannten Instrumente unterstützen den gesamten Prozess der Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials. Sie geben praktische Hinweise zu Strukturmerkmalen, zeigen Wege zur Integration der in der EU-Ratsempfehlung von 2022 genannten Elemente auf und liefern Hinweise auf die Dokumentation von Microcredentials in Form digitaler Credentials. Die beiden folgenden Publikationen liefern das Handwerkszeug für die Entwicklung kleinerer Einhei ten von Lernergebnissen. Sie ergänzen sich und können daher gemeinsam genutzt werden. - European guidelines for the development and writing of short, learning-outcomes-based descriptions of qualifications (EQF-Europass project group, 2024). http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 Defining, writing and applying learning outcomes: a European handbook ̶ second edition Cedefop (2022). http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 10 Ausführliche Informationen zu den einzelnen Instrumenten finden Sie in der Handreichung “Microcredentials In Erasmus+, Unterstützungsmaterial für die Erstellung”. www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität. 11 VET= Vocational Education and Training https://www.na-bibb.de/service/unser-netzwerk/vet-team http://www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 http://www.na-bibb.de/Lernergebnisse-und-Qualität Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 18 ETF Guide to design, issue and recognise Microcredentials Dieser Leitfaden der European Training Foundation (ETF) ist eine umfassende Darstellung der verschiedenen Aspekte von Microcredentials von der Entwicklung bis zur Anerkennung. Er enthält praktische Ratschläge für die Gestaltung von Microcredentials unter Verwendung der in der Ratsempfehlung vom Juni 22 vorgeschlagenen Merkmale von Microcredentials. https://www.etf.europa.eu/sites/default/files/2023-05/Micro- Credential%20Guidelines%20Final%20Delivery.pdf BREVapp: Microcredentials in Digital Credentials dokumentieren Im Rahmen des Erasmus+-Projekts BREVET ̶ Broadening the Recognition Ecosystem in VET with Micro-Credentials wurde die BREVapp bereitgestellt. Diese bietet praktische Unterstützung für Bil dungseinrichtungen, die Microcredentials ihrer Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Form von digita len Credentials dokumentieren wollen. https://brevet.openrecognition.org/resources/ - - Kompetenzwerkstatt – Vom Arbeitsprozess zu Kompetenzdefinitionen Das Konzept der Kompetenzwerkstatt basiert darauf, systematisch berufstypische Arbeitsprozesse zu analysieren, daraus Kompetenzdimensionen nach DQR abzuleiten und Orientierungspunkte für den Unterricht anzubieten. Kernelement ist die Arbeitsprozessmatrix. ̶ Diese eignet sich für die Entwicklung von Microcredentials. https://www.kompetenzwerkstatt.net/ III.3 Standards und Anerkennung Für Anerkennung von Microcredentials ist Verständigung der Partner auf gemeinsame Standards ent scheidend. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl. - Prinzipien und Standards für Microcredentials gemäß der EU-Ratsempfehlung Juni 2022 Die Prinzipien und Standards der Ratsempfehlung vom Juni 2022 sind ein Qualitätsrahmen, der sicherstellt, dass Microcredentials europaweit verlässlich, transparent und anschlussfähig sind. Sie schaffen ein gemeinsames Fundament, damit Microcredentials nicht als beliebige Kleinzertifikate wahrgenommen werden, sondern als strukturierte, hochwertige Nachweise für Lernergebnisse (vgl. ABl. EU C 243/02, S. 21 ff, 2022). Hamburger Standards für Weiterbildungsbausteine Ansätze zur Sicherstellung der Arbeitsmarktrelevanz finden sich in den Hamburger Standards für Weiterbildungsbausteine. Zwar sind sie nicht im europäischen Kontext entstanden, dennoch können sie wertvolle Hinweise für die Entwicklung von Microcredentials im Rahmen von Erasmus+ liefern. https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrkompfest_03.pdf und https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrvorausswbb_06.pdf https://www.netz3l.de/Veroeffentlichungen/Veroeffentlichungen-1093.html https://www.etf.europa.eu/sites/default/files/2023-05/Micro-Credential%20Guidelines%20Final%20Delivery.pdf https://brevet.openrecognition.org/resources/ https://www.kompetenzwerkstatt.net/ https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrkompfest_03.pdf https://www.netz3l.de/media/public/db/media/13/2017/08/761/netz3l_handrvorausswbb_06.pdf https://www.netz3l.de/Veroeffentlichungen/Veroeffentlichungen-1093.html Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 19 OpenBadge Standard 3.0 Für Transparenz, Anerkennung und Übertragbarkeit von Microcredentials ist der OpenBadge Standard 3.0 zentral. Er schafft die technische Grundlage, um Microcredentials standardisiert darzustellen, qualitätsgesichert zu dokumentieren, international anschlussfähig zu machen und maschinenlesbar in Lern- und Personalentwicklungssysteme zu integrieren. https://www.die-bonn.de/doks/2024-Microcredentials-und-Badges-01.pdf III.4 Netzwerke und Plattformen Gegenwärtig gibt es in Europa eine Reihe von Netzwerken und Plattformen, die Microcredentials für die berufliche Bildung entwickeln und bereitstellen. Diese fokussieren auf praxisnahe Weiterbildung, digitale Badges und die Anerkennung von kurzen Qualifikationen im Arbeitsmarkt. ̶ Nicht alle sind für Erasmus+-Projekte geeignet, da zu spezifisch oder mit hohen Kosten verbunden. Im Folgenden eine Auswahl an Plattformen, die Sie für Ihr Erasmus+-Projekt nutzen können. Plattform dqf.eu Für Erasmus+-Projekte kann die Plattform dqf.eu eine geeignete Lösung sein, da sie vollständig dem W3C-Standard für Open Badges 3.0 entspricht. Das Skillman Digital Qualification Framework ergänzt diese technische Basis, indem es beauftragten Ausstellern ermöglicht, Referenzen des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQF) nahtlos in Zeugnisse, Microcredentials und andere Zertifizierungen zu integrieren. https://dqf.eu/dqf-digital-credentials https://www.w3.org/TR/vc-data-model-2.0 Cities of Learning „Cities of Learning“ (CoL) ist eine webbasierte Plattform- und Netzwerk-Initiative, die darauf abzielt, das Lernen in Städten oder Regionen sichtbarer, zugänglicher und sinnvoller zu machen. Sie verbin det örtliche (physische) Lernangebote mit digitalen Lerngelegenheiten. Jedes Lernangebot wird mit digitalen Open Badges verknüpft.12 https://global.cityoflearning.eu/en/about - ENIC-NARIC Gateway for recognition of qualifications Microcredentials (insbesondere für Berufliche Bildung) können grundsätzlich im ENIC-NARIC-Netz werk geprüft und (teil-)anerkannt werden. Ob und in welchem Umfang Anerkennung erfolgt, hängt aber stark von der konkreten Ausgestaltung des Microcredential (Lernergebnisse, NQF/EQF-Level zuordnung, Umfang/ECTS-Äquivalente, Qualitätssicherung, ausstellende Institution) sowie von natio nalen Regelungen ab. https://www.enic-naric.net/ - - - 12 Siehe dazu auch „Lisbon Cities of Learning“, Teil II dieser Broschüre. https://www.die-bonn.de/doks/2024-Microcredentials-und-Badges-01.pdf https://dqf.eu/dqf-digital-credentials https://www.w3.org/TR/vc-data-model-2.0 https://global.cityoflearning.eu/en/about https://www.enic-naric.net/ Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 20 Resümee: Überlegungen für die Entwicklung von Microcredentials Microcredentials gewinnen in Erasmus+-Projekten zunehmend an Bedeutung. Die Erfahrungen aus den Good-Practice-Beispielen und die Sichtung zahlreicher Unterstützungsinstrumente zeigen, wo rauf Bildungspersonal achten sollte, bevor es eigene Microcredentials entwickelt. Im Folgenden finden Sie einige zentrale Überlegungen, die im Vorfeld wichtig sind, damit qualitativ hochwertige und praxistaugliche Microcredentials entstehen. - Auch in Ländern mit ganzheitlichem Berufsbildungssystem, in denen modulare Konzepte nicht im formalen System verankert sind, werden Microcredentials zunehmend angewendet – etwa in non-formalen Formaten des lebenslangen Lernens oder in der betrieblichen Wei terbildung. Besonders häufig sind sie in innovationsstarken Unternehmen, der Industrie 4.0 mit Qualifizierungsbedarf in KI, Data und Cybersecurity oder in der Green Economy zu finden. - Microcredentials können dem Fachkräftemangel entgegenwirken, indem sie schnelle, praxis nahe und arbeitsmarktorientierte Qualifizierung ermöglichen. Sie verkürzen Lernwege, ver mitteln unmittelbar einsetzbare Kompetenzen und unterstützen gezieltes Upskilling und Reskilling, ohne dass Beschäftigte lange ausfallen. Zudem erschließen sie zusätzliche, bisher unerschlossene Arbeitskräftepotenziale – etwa von Quereinsteigenden, berufsrückkehrenden Personen oder international qualifizierten Fachkräften. - - Unternehmensspezifisch entwickelte Microcredentials können die berufliche Mobilität einschränken und die Abhängigkeit der Beschäftigten vom Arbeitgeber erhöhen, da sie vor allem auf interne Bedarfe ausgerichtet sind. Durch die gezielte Integration transversaler Kompetenzen – etwa Problemlösungsfähigkeit, digitale Grundkompetenzen, Kommunikation oder Lernkompetenz – lässt sich dieses Risiko jedoch reduzieren. Solche überfachlichen Fähigkeiten stärken die Beschäftigungsfähigkeit, weil sie die Anschlussfähigkeit der Microcredentials über das einzelne Unternehmen hinaus sichern und den Einsatz der erworbenen Qualifikationen in unterschiedlichen beruflichen Kontexten ermöglichen. Ermittlung des aktuellen und zukünftigen Trainingsbedarfs ist notwendige Voraussetzung für die Entwicklung von Microcredentials. Bei Erasmus+-Projekten wird daher in der An fangsphase Wert auf eine umfassende Bedarfserhebung gelegt. Am Projekt RetRail hat sich gezeigt, dass durch Einbeziehen maßgeblicher Akteurinnen und Akteure des Arbeitsmarktes, der Kammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter/-innen auf regionaler und sektoraler Ebene passgenaue Lernkonzepte resultieren. - Zur Sicherung der Qualität von Microcredentials stehen verschiedene Instrumente zur Ver fügung. EQAVET – der europäische Bezugsrahmen für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung – bietet ein umfassendes Set an Qualitätskriterien und Indikatoren. Im Projekt MASTERY werden die relevantesten EQAVET-Indikatoren genutzt, um die Qualität der Microcredentials-Angebote kontinuierlich zu verbessern. Selbstverständlich können Sie mit Ihren Projektpartnern alternative Methoden der Qualitätssicherung vereinbaren. - Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 21 Für die Anerkennung von Microcredentials hat sich die Zusammenarbeit in regionalen und sektoralen Netzwerken bewährt. Gemeinsame Standards sowie die kontinuierliche Einbin dung relevanter Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Bildungsanbietern in Entwicklung und Umsetzung sind dafür entscheidende Faktoren. Zudem ist es für die Anerkennung wesentlich, dass die zugrunde liegenden Lernergebnisse klar beschrieben, transparent doku mentiert und über europäische Instrumente wie Europass oder den Europäischen Qualifikati onsrahmen eindeutig zuordenbar sind. - - - Um das für die Anerkennung essenzielle gegenseitige Vertrauen („Trust“) aller Akteurinnen und Akteure herzustellen, werden diese in den gesamten Prozess der Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials einbezogen und kontinuierlich informiert. Ein weiterer zentraler Baustein der Vertrauensbildung ist die transparente Abstimmung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen innerhalb der Partnerschaft, da klare Strukturen Verlässlichkeit schaffen und Unsicherheiten reduzieren. Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Lernergebniseinheiten und Microcredentials wer den aus gutem Grund häufig nahezu gleichgesetzt: Microcredentials führen das Konzept der Lernergebniseinheiten weiter, jedoch mit einem stärkeren Fokus auf Eigenständigkeit und Transparenz. Daher lassen sich viele der bereits in Erasmus+-Projekten entwickelten Lerner gebniseinheiten für die Weiterentwicklung zu Microcredentials nutzen. - - Microcredentials in Erasmus+ Information – Good Practice – Unterstützung 22 Quellenverzeichnis Cedefop (2009): The Shift to Learning Outcomes: Policies and Practices in Europe. Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities, 2009. https://www.cedefop.europa.eu/files/3054_en.pdf Cedefop (2022): Defining, writing and applying learning outcomes: a European handbook - second edition. Luxembourg: Publications Office. http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 Cedefop (2023): Microcredentials for labour market education and training: the added value for end users. Publications Office of the European Union. Cedefop research paper. https://data.europa.eu/doi/10.2801/141643 EQF-Europass project group (2024): European guidelines for the development and writing of short, learning-outcomes-based descriptions of qualifications. Publications Office of the European Union. Cedefop working paper series, 21. http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 Europäische Kommission (2020): European Skills Agenda for sustainable competitiveness, social fairness and resilience. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:52020DC0274 OECD (2019): Employment Outlook 2019 – The Future of Work. https://www.oecd.org/employment-outlook/2019/ Rat der Europäischen Union (2022): Empfehlung des Rates vom 16. Juni 2022 zu einem europäischen Ansatz für Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit. (2022/C 243/02). Amtsblatt der Europäischen Union, C 243. https://eur-lex.europa.eu/legal- content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022H0627%2802%29 https://www.cedefop.europa.eu/files/3054_en.pdf http://data.europa.eu/doi/10.2801/703079 https://data.europa.eu/doi/10.2801/141643 http://data.europa.eu/doi/10.2801/838553 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:52020DC0274 https://www.oecd.org/employment-outlook/2019/ https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022H0627%2802%29 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022H0627%2802%29 Die Nationale Agentur Bildung für Europa Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) besteht seit dem Jahr 2000 und arbeitet im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Sie ist Nationale Agentur für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Bereich der Berufsbildung und der Erwachse nenbildung in Deutschland. Darüber hinaus nimmt sie zahlreiche europabezogene und internationale Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und Erwachsenenbildung wahr. Sie arbeitet eng mit der EU-Kommission sowie auf nationaler Ebene mit Ministe rien, Bundesländern, Sozialpartnern, Verbänden, Kammern, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen. - - www.na-bibb.de Das Nationale VET-Team Ein Team von nationalen VET-Expertinnen und Experten informiert und berät Projektträger/-innen sowie mobilitätsfördernde Einrichtungen sowohl zu Fragen der Lernergebnisorientierung als auch zu weiteren europäischen Berufsbildungsinstrumenten. Es erstellt praxisunterstützende Materialien und fördert den Erfahrungsaustausch auf nationaler und europäischer Ebene sowie den Aufbau von Netzwerken. Gefördert wird es aus Mitteln der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die NA beim BIBB koordiniert die Arbeit des Nationalen VET-Teams. www.na-bibb.de/vet-team Herausgeber: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) 53142 Bonn Tel.: 0228 107-1608 Verantwortlich: Berthold Hübers Konzeption und Redaktion: Gabriele Fietz, Gunnar Binda Stand: 01.04.2026 Gestaltung: Blueberry – Agentur für Design & Markenkommunikation, www.go-blueberry.de Bildnachweis Titel: Aannne/AdobeStock http://www.na-bibb.de http://www.na-bibb.de/vet-team http://www.go-blueberry.de Microcredentials in Erasmus+ Inhalt Einleitung Wieso Microcredentials? An wen richtet sich diese Broschüre? Wie können Sie diese Broschüre nutzen? I. Kontext und Grundlagen von Microcredentials in Erasmus+ I.1 Hintergrund Herausforderungen und europäische Antwort Microcredentials – global I.2 Was sind Microcredentials? Microcredentials – Definition der EU (Auszug) Kernelemente von Microcredentials I.3 Microcredentials für „upskilling“ und „reskilling“ II. Good Practice – Microcredentials in Erasmus+-Projekten II.1 Was können Sie von den Good-Practice-Beispielen erwarten? II.2 Die Good-Practice-Beispiele Good Practice I: RetRail – New Trends in Retail Commerce Cities of Learning Good Practice II: CREDinGREEN – Zukunftssicherung von Unternehmen im Tourismussektor Europas Good Practice III: MOTIV-ACTION – Motivating Low-Skilled Adults in Accessing Upskilling Pathways to Increase Job Opportunities MOTIV-Action im Kontext Good Practice IV: BEM – Beyond Europe with Micro-credentials BEM für arbeitsmarktrelevante Microcredentials Das BEM-Template Entwicklung von Microcredentials für Schlüsselsektoren Kooperative Entwicklungsarbeit über Grenzen hinweg Ausblick: Microcredentials Going Digital Good Practice V: Mastery – Micro Credentials Reliability Unleashing Green Economy Transversale Skills aufwerten Methodologie für qualitativ hochwertige Microcredentials Branchenspezifisch Transversal Mastery Microcredentials für unterschiedliche Akteurinnen und Akteure Ausblick III. Unterstützung III.1 Lernergebnisorientierung als Grundlage von Microcredentials III.2 Entwicklung und Umsetzung von Microcredentials ETF Guide to design, issue and recognise Microcredentials BREVapp: Microcredentials in Digital Credentials dokumentieren Kompetenzwerkstatt – Vom Arbeitsprozess zu Kompetenzdefinitionen III.3 Standards und Anerkennung Prinzipien und Standards für Microcredentials gemäß der EU-Ratsempfehlung Juni 2022 Hamburger Standards für Weiterbildungsbausteine OpenBadge Standard 3.0 III.4 Netzwerke und Plattformen Plattform dqf.eu Cities of Learning ENIC-NARIC Gateway for recognition of qualifications Resümee: Überlegungen für die Entwicklung von Microcredentials Quellenverzeichnis Herausgeber Verantwortlich Konzeption und Redaktion Stand Gestaltung Bildnachweis Titel Die Nationale Agentur Bildung für Europa Das Nationale VET-Team …