Green Erasmus

EcoClubs

Europa nachhaltig und vor Ort erleben

05.12.2026

Programm

Partnerschaften

Bildungsbereich

Erwachsenenbildung

Projektnummer

2023-2-DE02-KA210-ADU-000184151

Projektlaufzeit

2023-2025

Thema

Nachhaltigkeit

Koordination

Saliko Lichtmann Spieske

Gemeinsam auf dem Land nachhaltige Projekte starten, reparieren lernen und digitale Fähigkeiten ausbauen: Die EcoClubs schaffen eine Gemeinschaft, in der europaweit Ideen ausgetauscht werden und Inspiration keine Ländergrenzen kennt.

Als die Designerin Anke Lichtmann im französischen Manzat eine Dokumentation über ein Repair-Café drehte, kam ihr die Idee für die EcoClubs. „Mich beeindruckte der Community-Gedanke, dass sich Menschen – insbesondere auf dem Land – treffen, um sich gegenseitig bei der Reparatur von Alltagsgegenständen zu helfen“, berichtet sie. Sie nahm den Gedanken mit nach Deutschland – und knüpfte engeren Kontakt zu den beiden Partnern des französischen Repair-Cafés: den Makerspaces FabLab Cuenca aus Spanien und Buinho aus Portugal.

Die Idee, alte Dinge zu reparieren statt wegzuwerfen, entwickelte sich schnell weiter zu Clubs, die Nachhaltigkeit und einen grenzüberschreitenden Ideenaustausch fördern. Inspiriert auch von den EcoClubs an griechischen und indischen Schulen. So organisierte Saliko Studio, das Designstudio, das Anke Lichtmann mit ihrem Partner Stephan Spieske im niederbayerischen Bodenkirchen führt, solche EcoClubs in Kooperation mit FabLab Cuenca und Buinho in allen drei Ländern. Dafür bewarben sich die Projektträger erfolgreich um eine zweijährige Förderung nach Erasmus+.

Nachhaltige Projekte organisieren

Die Communitys vor Ort profitierten von der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg: Sie nutzten Synergien bei der Ausarbeitung der Angebote, bei der Erstellung und Nutzung von Materialien wie Anleitungen und bei der Umsetzung von Werbemaßnahmen. Angeboten wurden neben Repair-Cafés beispielsweise Pflanz- und Kleidertauschaktionen, Gärtner- und KI-Workshops, Textilreparatur oder Hoffeste.

Eines der ersten großen Projekte war eine Pflanzaktion an verschiedenen Orten in Nieder- und Oberbayern, bei der die Teilnehmenden unter anderem Bäume, Sonnenblumen, Kräuter und verschiedene Gemüsesorten eingepflanzt haben. Dabei zeigte sich schnell, was die EcoClubs auch ausmacht: die Verbindung von Nachhaltigkeit und Technik. Die Teilnehmenden lernten etwa, wie ihnen Künstliche Intelligenz beim Gärtnern helfen kann. „Wir haben ChatGPT gefragt, wie tief man bestimmte Samen einpflanzen muss. Das wusste ich selbst nicht“, erzählt Anke Lichtmann.

Ideen über Landesgrenzen hinweg austauschen

Ziel der EcoClubs ist es, gemeinsam zu lernen, nachhaltig zu leben und die Community im ländlichen Raum zu organisieren und zu vernetzen. Die Teilnehmenden haben Spaß daran, sich gegenseitig etwas beizubringen und auf Gleichgesinnte zu treffen. Die Clubs sind offen für alle. „Tatsächlich sind die Teilnehmer aber hauptsächlich ältere Personen, vor allem Frauen, die in ihrer Freizeit etwas tun möchten und dazulernen wollen“, erklärt Anke Lichtmann. „Aber auch Eltern kommen, um ihren Kindern spielerisch Nachhaltigkeit zu vermitteln.“

Während des Projekts standen die drei Projektpartner aus Spanien, Portugal und Deutschland in regem Austausch zu ihren Angeboten und Erfahrungen. Für die Teilnehmenden war spürbar, dass sie nicht nur lokal lernten und handelten, sondern auch Teil einer länderübergreifenden Initiative waren.

Von einem persönlichen Besuch beim FabLab Cuenca in Spanien brachte Anke Lichtmann die Idee für ein Projekt mit, das die deutsche Community auch bald umsetzen möchte: den Bau von Vogel- und Fledermaushäuern. „Experten von Makerspaces haben den EcoClubs dort erklärt, wie man mit Lasercuttern Verzierungen in die Vogelhäuser schneidet“, berichtet Anke Lichtmann, „so wird Technik ganz einfach und zugänglich.“ Wie das Projekt bei den deutschen EcoClubs aussehen wird, ist noch nicht klar, die Teilnehmenden planen es aber schon mit viel Enthusiasmus.

Obwohl das Erasmus+-Projekt inzwischen abgeschlossen ist, stehen die drei Projektträger nach wie vor im Austausch. Über die Kooperation mit einem Sozialcafé und mithilfe begeisterter Organisatorinnen und Organisatoren finden an drei Standorten in Bayern weiterhin regelmäßig Events statt, bei denen EcoClub-Aktivitäten angeboten werden. „Meine Vision ist ein Europa, in dem es in jeder Stadt und jedem Bezirk einen EcoClub gibt“, sagt Anke Lichtmann. Mit ihrem Engagement hat sie diese Vision ein entscheidendes Stück vorangetrieben.

„Der europäische Austausch, ermöglicht durch Erasmus+, bereicherte unsere Arbeit deutlich. Eine zentrale Erkenntnis war, dass eine starke Teamkultur entscheidend ist. Eine Atmosphäre, in der Fehler als Lernchance gelten, in der Teams Herausforderungen gemeinsam lösen und Verantwortung teilen, bildet die Grundlage für nachhaltigen Erfolg“, resümiert Michaela Köser-Segschneider. 

Scroll to top