Programm
Auslandsaufenthalte
12.22.2025
Am Heinz-Nixdorf-Berufskolleg (HNBK) in Essen zeigt sich, wie Auslandsaufenthalte im Rahmen von Erasmus+ die Ausbildung in Informatik, Elektronik und Robotik bereichern. Immer mehr Inhalte greifen direkt auf Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) zu und machen sie für Lernende praxisnah erfahrbar.
Besonders eindrücklich ist das Traineeprogramm mit dem Lycée Louis Armand in Frankreich. Hier entwickelten binationale Teams autonome Rover, also ferngesteuerte Fahrzeuge, sowie 3- und 4-Achsen-Roboterarme mit Kameras und Greifsystemen. Neben KI-basierten Steuerungselementen spielten auch Algorithmen, Vernetzung und Kreativität eine Rolle. Diese Praxisphasen führten dazu, dass Lernende ohne Programmier- oder Konstruktionskenntnisse bereits nach kurzer Zeit eigenständig komplexe Aufgaben im internationalen Kontext lösen konnten. Hürden in Sprache und Kommunikation wurden Schritt für Schritt abgebaut. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den französischen Partnern erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor. Während das HNBK seine Expertise in Elektronik und Pro grammierung einbringt, hat das französische Lycée Stärken in Konstruktion, Design und Robotik. Gegenseitiges Lernen und ein offener Austausch über neue Ideen und Technologien ließen so Projekte wie den Rover stetig wachsen. Aus den EU-Erfahrungen entstand sogar eine neue Lernumgebung, die nun in beide Schulsysteme einfließt.
Auch in Norwegen konnten Auszubildende ihr Wissen praktisch vertiefen. Gemeinsam mit norwegischen Lernenden entwickelten sie ein Smart-Home-Modell mit Solartechnik, Sensoren, Zugangskontrolle und Vernetzung durch das Internet (Internet of Things, IOT). Besonders wertvoll waren die gemeinsame Installation und Anpassung des IOT-Brokers zur Überwachung und Steuerung des Hauses, bei der die Teams eigenständig Probleme analysierten und Lösungen erarbeiteten. Durch die Präsentation ihrer Ergebnisse auf Englisch wuchsen die Jugendlichen in ihrer Selbstständigkeit – fachlich wie sprachlich.
Mehrfache Besuche norwegischer Schülerinnen und Schüler sowie von Lehrkräften am HNBK führten darüber hinaus zu ge meinsamen Projekten im Bereich Robotik, Cyber Security und Europäischer Installationsbus (KNX). Ergänzt wurde dies durch Job-Shadowings, bei denen Lehrkräfte neue Methoden und Ansätze kennenlernten.
Seit der Erasmus+-Akkreditierung ist Internationalität am HNBK selbstverständlich. Auslandsaufenthalte in Frankreich, Norwegen, Irland und Spanien gehören zum Schulalltag, genauso wie die Aufnahme internationaler Lernender, die an Projekten teilnehmen oder Kurse besuchen. Das EU-Team ist deutlich ge wachsen, die Projektergebnisse fließen direkt in den Unterricht ein – von neuen Methoden und Lehrmaterialien bis zu Projekten, die sowohl für die Auszubildenden in der dualen Berufsausbildung als auch für das Berufliche Gymnasium und die Höhere Berufsfachschule Anwendung finden. KI wird am Heinz-Nixdorf-Berufskolleg nicht theoretisch im Klassenzimmer behandelt, sondern konsequent handlungsorientiert umgesetzt.