Digitale Bildung
Mobilität

PLAN

Pädagogik und Lernen in agilen Netzwerken

05.12.2026

Programm

Auslandsaufenthalte

Bildungsbereich

Erwachsenenbildung

Projektnummer

2022-2-DE02-KA210-VET-000098586

Projektlaufzeit

2023-2025

Thema

Digitalisierung

Koordination

Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises,Siegburg

Digitale Kompetenzen von Lehrkräften an Berufsschulen stärken und neue Lernkulturen schaffen

Wie kann Schule in einer zunehmend digitalisierten Welt Schritt halten? Das von Erasmus+ geförderte Projekt „PLAN – Pädagogik und Lernen in agilen Netzwerken“ zeigt: Der Schlüssel liegt nicht allein in neuen Technologien. Entscheidend sind eine positive Lernatmosphäre und die Stärkung von Selbstwirksamkeit.

Unter dem Leitthema „Design Thinking an Schulen als Lernorte – Entwicklung von digitalen Lernprodukten für schülerorientierten und individualisierten Unterricht“ arbeiteten Lehrkräfte von fünf europäischen Berufsschulen gemeinsam zwei Jahre lang an neuen Ansätzen.

Den Anstoß hatte ein erfolgreich abgeschlossenes Vorgängerprojekt gegeben. Dort hatten sich Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt beschäftigt. „Schon damals war klar geworden: Klassische Lehrmethoden und Schulbücher reichen nicht mehr aus. Es braucht neue Wege des Lernens und Zusammenarbeitens – agil, vernetzt und praxisnah“, berichtet Projektleiterin Michaela Köser-Segschneider.

Selbstwirksamkeit statt Technikfokus

Genau an diesem Punkt setzte PLAN an, eine Initiative des Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg (Deutschland), des I.I.S.S. Marco Polo in Bari (Italien), des Lycée professionnel Sainte-Ursule in Caen (Frankreich), des IES El Lago in Madrid (Spanien) und des Klara Gymnasiums in Linköping (Schweden). Ziel war es, Lehrkräfte zu ermutigen, sich aktiv mit der digitalen Transformation auseinanderzusetzen und eigene Ideen zu entwickeln. Im Fokus stand nicht die Technik, sondern die Frage, wie Lehrkräfte und Lernende gemeinsam Kompetenzen für die Zukunft aufbauen können.

Gemeinsam entwickeln, testen und weiterdenken

Der Austausch zwischen den Lehrkräften fand digital und in Form von Präsenztreffen an allen beteiligten Schulen statt. In Teams erarbeiteten sie auf Basis agiler Methoden wie Design Thinking und Scrum-Prototypen für digitale Lernprodukte – von Podcasts über Erklärvideos bis hin zu digitalen Escape Rooms und Virtual-Reality-Anwendungen, die ein praxisnahes Lernen ermöglichen. Die Teams entwickelten die Ideen Schritt für Schritt weiter, testeten ihre Ergebnisse und verbesserten diese kontinuierlich. „Die Atmosphäre im Projekt war besonders, der Austausch offen und wertschätzend. Diese Kultur ermöglichte es uns, Neues auszuprobieren und Unsicherheiten zuzulassen,“ schwärmt Michaela Köser-Segschneider.

Schülerinnen und Schüler spielten eine zentrale Rolle im Prozess. Sie probierten die Lernprodukte aus und gaben Rückmeldung aus ihrer eigenen Perspektive. Dieses Vorgehen machte die Produkte passgenauer. Gleichzeitig veränderte es die Zusammenarbeit: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler erlebten sich als gleichberechtigte Partner.

Nachhaltige Wirkung und Transfer in den Schulalltag

Die Ergebnisse des Projekts sind vielfältig. Neben konkreten Materialien und Anleitungen entstanden vor allem neue Kompetenzen. Lehrkräfte berichten von mehr Selbstvertrauen im Umgang mit digitalen Tools. Sie gehen offener an neue Methoden heran und gestalten Veränderungen aktiver mit. Gleichzeitig formte sich ein starkes Netzwerk, das den Austausch über das Projekt hinaus fortführt.

Auch in den Schulen selbst wirkt PLAN weiter. Neue Unterrichtsformate, internationale Schülerprojekte, die ein länderübergreifendes Arbeiten an gemeinsamen Aufgaben ermöglichen, und schulinterne Fortbildungen sind direkte Ergebnisse. Zusätzlich entstanden Strukturen, um die Erkenntnisse langfristig in die Schulentwicklung einzubinden. Über Mikro-Zertfikate werden die Inhalte weiteren Lehrkräften zugänglich gemacht.

„Der europäische Austausch, ermöglicht durch Erasmus+, bereicherte unsere Arbeit deutlich. Eine zentrale Erkenntnis war, dass eine starke Teamkultur entscheidend ist. Eine Atmosphäre, in der Fehler als Lernchance gelten, in der Teams Herausforderungen gemeinsam lösen und Verantwortung teilen, bildet die Grundlage für nachhaltigen Erfolg“, resümiert Michaela Köser-Segschneider. 

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