03.11.2024
In Abstimmung mit der Kultusministerkonferenz (KMK), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine externe Zwischenevaluation des Erasmus+-Programms für die Europäische Kommission erstellen lassen. Sie bildet die Grundlage zur Entwicklung der nächsten Programmgeneration von Erasmus+.
Wo hat sich das Programm bewährt und wo gibt es Handlungsbedarf? Das sind Fragen, die mit Hilfe der Zwischenevaluation beantwortet werden sollen. Die Evaluation basiert auf einem von der EU-Kommission vorgegebenen Fragebogen zur Wirksamkeit, Effizienz, Relevanz und Kohärenz des Programms und wurde in Deutschland um eine Analyse der IT-Tools ergänzt.
Die Programmstruktur mit der Gliederung in Sektoren und Leitaktionen wird grundsätzlich positiv bewertet. Empfohlen wird, die vier horizontalen Prioritäten – Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Inklusion und Teilhabe – beizubehalten. Die in der aktuellen Programmgeneration von Erasmus+ beachsichtigen Ziele wurden bisher weitgehend erreicht, was sich an den positiven Auswirkungen auf persönlicher und systemischer Ebene zeigt.
Zu den allgemeinen Ergebnissen in der Bildung zählen auf individueller Ebene der Teilnehmenden eine Verbesserung der Schlüsselkompetenzen, der Spracherwerb, eine größere Offenheit für unterschiedliche Kulturen sowie eine gesteigerte europäische Identität.
Auf systemischer Ebene zeigt sich Erasmus+ klar als „Motor der Internationalisierung“. Die Möglichkeit der Akkreditierung in der Leitaktion 1 (Mobilität) hat sich bewährt und auch kleinen und neuen oder unerfahrenen Organisationen den Zugang zum Programm erleichtert. Erasmus+ hat bei der Förderung grenzüberschreitender Mobilität in allen Bildungsbereichen ein Alleinstellungsmerkmal.
„Erasmus+ ist das zentrale Mobilitätsprogramm in der deutschen Berufsbildung“
Es finanziert 97 % der öffentlich geförderten Auslandsaufenthalte in diesem Bereich. Institutionen profitieren von der Qualität der Bildungsangebote und erhöhen ihre Attraktivität für Auszubildende und Fachkräfte. Die Förderung von Menschen mit geringeren Chancen trägt zur sozialen Teilhabe bei, was sich in einem signifikanten Anstieg benachteiligter Teilnehmenden zeigt.
Auch für die Erwachsenenbildung ist Erasmus+ ein einzigartiges Mobilitätsprogramm, das weit über nationale oder regionale Alternativen hinausgeht. Die Flexibilität des Programms und die finanzielle Unterstützung sind besonders für kleine Organisationen von Vorteil.
„Organisationen sehen strategische Effekte wie die Stärkung der Internationalisierung und der Bildungsqualität sowie die Verbesserung der Kompetenzen des Lehrpersonals, unter anderem durch Kurse und JobShadowings.“
Die Flexibilität des Programms und die finanzielle Unterstützung sind besonders für kleine Organisationen von Vorteil.
Doch es gibt auch Handlungsbedarf, vor allem bei den administrativen, teils sehr komplexen Abläufen. Mit Blick auf die neue Programmgeneration sollen Verwaltungsaufwände weiter reduziert werden, die Nutzung von Pauschalen soll weiter ausgebaut werden, denn sie erlauben den Projektträgern mehr Flexibilität. Auch die IT-Tools sollen beibehalten werden, jedoch bedarf es hier einer nutzerfreundlicheren Weiterentwicklung. Mit Blick auf das Ziel der Inklusion besteht teilweise Anpassungsbedarf, um Mehrbedarfe zu decken. Auch die Ausrichtung des Programms auf benachteiligte Gruppen soll weiter verstärkt werden.
Unter folgendem Link finden Sie die Evaluation ‚‚Nationaler Bericht zur Halbzeitevaluation der Erasmus+ Programmgeneration 2021-2027’’
Die Berichte zu den einzelnen Sektoren werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.