[…] © p ok ki /A do be St oc k. co m > > : - EUROPÄISCHE UNION - - - ZUGANG FÜR ALLE Inklusion und Vielfalt im Programm Erasmus+ Das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ hat für die Programmphase 2021 bis 2027 Inklusion und Vielfalt zu einer der wichtigsten Prioritäten und zu einem Grundprinzip für alle Projekte und Aktivitäten in allen Programmaktionen erklärt. Viel falt soll zukünftig als Chance begriffen und gesamt gesellschaftlich als Mehrwert betrachtet werden. Barrieren und Hindernisse, die eine Teilnahme am Erasmus+-Programm bislang verhindert haben, sollen ausgeräumt werden. Dazu stehen verschie dene Instrumente zur Inklusionsunterstützung zur Verfügung. Zielgruppen Erasmus+ folgt einem ganzheitlichen Inklusionsbegriff und um fasst generell Lernende mit geringeren Chancen. Hindernisse zur Teilnahme an Bildungsangeboten können entstehen durch eine wirtschaftlich prekäre Situation, soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede, geografische Hindernisse, gesundheitliche Einschränkungen, körperliche oder geistige Behinderungen, Lernschwierigkeiten, einen Migrationshintergrund oder einer Flüchtlingserfahrung. :Inklusionsunterstützung: Mobilität von Einzelpersonen (Leitaktion 1) in der Berufs- und Erwachsenenbildung: 100-prozentige Förderung notwendiger Maßnahmen im Rahmen eines Lernaufenthaltes im Ausland, z.B. Rollstuhltaxis Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten von erforder lichen Begleitpersonen - Zusätzliche Organisationspauschale in Höhe von 125 Euro pro Teilnehmenden mit Benachteiligung In der Berufsbildung: Möglichkeit von Lernaufenthalten im Ausland von weniger als zehn Tagen Weitere Informationen zur Mobilität von Einzelpersonen: www.na-bibb.de/mobilitaet-bb www.na-bibb.de/mobilitaet-eb Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) in der Berufs- und Erwachsenenbildung: Förderung von Partnerschaften zum Themenbereich Inklusion und Vielfalt Finanzierung von Projekten zum Ausbau europäischer Netz werke - Lernaufenthalte im Ausland für Menschen mit geringeren Chancen Weitere Informationen zu den Partnerschaften: www.na-bibb.de/partnerschaften-bb www.na-bibb.de/partnerschaften-eb Antragstellung: Alle Antragssteller im Programm Erasmus+ können Inklusions unterstützung beantragen. Dies erfolgt im Rahmen des regulären webbasierten Antrags auf Erasmus+-Förderung. Antragsberech tigt sind Organisationen, Betriebe oder Einrichtungen der Berufs- und Erwachsenenbildung. - - Jährliche Antragstermine im Frühjahr und ggf. im Herbst Beispiele aus der Praxis: Mobilität von Einzelpersonen: Berufliche Weiterbildungen von Auszubildenden mit körper lichen Beeinträchtigungen im Ausland - Auslandsaufenthalte von Erwachsenenbildnerinnen und -bildnern im Rahmen eines umfangreichen Fortbildungspro gramms zum Thema Inklusion - Partnerschaften für Zusammenarbeit: Entwicklung eines Onlinekatalogs interkultureller Instrumente für Lehrende an Berufsschulen Entwicklung einer Online-Toolbox mit Methoden zur Förde rung eines europäischen Bewusstseins und zur Bekämpfung von Vorurteilen für ältere Menschen und Erwachsene mit geringen Qualifikationen - Beratung: Die NA beim BIBB unterstützt Sie in allen Phasen der Projektvor bereitung und Projektdurchführung. Zu unseren Unterstützungs angeboten zählen: - - Online-Infoveranstaltungen: Lernen Sie die Ziele und Struk turen des Programmes sowie konkrete Fördermöglichkeiten kennen und erhalten Sie wertvolle Tipps aus der Praxis. - Antragswerkstätten: Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Projekt idee gemeinsam mit uns zu schärfen und sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen. - Projektskizzenberatung: Wir beraten Sie telefonisch zu Ihrer Projektidee und geben Ihnen Hinweise für die weitere Pla nung Ihres Projektes. - Kontakt: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung Friedrich-Ebert-Allee 114-116 53113 Bonn Tel.: 0228 107 1608 www.na-bibb.de Ihre persönliche Beratung: Berufsbildung Dr. Sabrina Inez Weller (Inklusionsbeauftrage der NA; Mobilität) Tel.: 0228 107 1311 weller@bibb.de Frederik Hugo (Partnerschaften) Tel.: 0228 107 1153 hugo@bibb.de Erwachsenenbildung Anke Dreesbach (Mobilität) Tel.: 0228 107 1628 dreesbach@bibb.de Torsten Schneider (Partnerschaften) Tel.: 0228 107 1687 torsten.schneider@bibb.de Bleiben Sie auf dem Laufenden > Newsletter abonnieren www.na-bibb.de/newsletter > NA-Themenseite zu Inklusion und Vielfalt www.na-bibb.de/inklusion St an d: Ja nu ar 2 02 4 http://www.na-bibb.de/newsletter http://www.na-bibb.de/inklusion http://www.na-bibb.de/mobilitaet-bb http://www.na-bibb.de/mobilitaet-eb http://www.na-bibb.de/partnerschaften-bb http://www.na-bibb.de/partnerschaften-eb http://www.na-bibb.de mailto:weller@bibb.de mailto:hugo@bibb.de mailto:dreesbach@bibb.de mailto:torsten.schneider@bibb.de Zugang für alle Zielgruppen Inklusionsunterstützung Mobilität von Einzelpersonen (Leitaktion 1) in der Berufs- und Erwachsenenbildung Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) in der Berufs- und Erwachsenenbildung Antragstellung Beispiele aus der Praxis Mobilität von Einzelpersonen Partnerschaften für Zusammenarbeit Beratung Kontakt Ihre persönliche Beratung Berufsbildung Erwachsenenbildung Bleiben Sie auf dem Laufenden …
[…] Seite 1 von 14 Erasmus+ Leitfaden für die Zusammenarbeit mit unterstützenden Organisationen Leitaktion 1 für die Erwachsenenbildung, die berufliche Aus- und Weiterbildung und die Schulbildung Fassung für den Aufruf 2023 Seite 2 von 14 Inhaltsübersicht 1. Einführung .................................................................................................. 3 2. Was ist eine unterstützende Organisation? ...................................................... 3 3. Geltende Bestimmungen der Finanzhilfevereinbarung ....................................... 4 4. Unbezahlte Trägerorganisationen und Konsortialmitglieder ................................ 4 5. Sollten Sie mit einer unterstützenden Organisation zusammenarbeiten?.............. 5 6. Qualitätsstandards für die Zusammenarbeit mit unterstützenden Organisationen . 8 7. Folgen der Nichteinhaltung der Erasmus-Qualitätsstandards ............................. 10 8. Wie bereitet man einen Vertrag mit der unterstützenden Organisation vor? ........ 11 8.1. Auszuführende Aufgaben ...........................................................................11 8.2. Mechanismen zur Qualitätskontrolle .......................................................... 111 8.3. Konsequenzen im Falle einer mangelhaften oder fehlgeschlagenen Lieferung .122 8.4. Höhere Gewalt und Flexibilitätsmechanismen ...............................................13 Hinweis: Die Verweise auf Finanzhilfevereinbarungen in diesem Dokument beruhen auf den Standardvorlagen für Finanzhilfevereinbarungen, die im Rahmen der Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen 2023 und später gelten Seite 3 von 14 1. Einführung Dieses Dokument dient als Leitfaden für begünstigte Einrichtungen der Erasmus+ Leitaktion 1, die mit einer unterstützenden Organisation zusammenarbeiten möchten, wie es der Erasmus+ Programmleitfaden erlaubt. Dieser Leitfaden ist für begünstigte Einrichtungen von akkreditierten Projekten und Kurzzeitprojekten im Rahmen der Leitaktion 1 in den Bereichen Erwachsenenbildung, Berufsbildung und Schulbildung relevant. Der Inhalt dieses Dokuments hat beratenden Charakter und enthält daher keine Regeln, die über die im Erasmus+ Programmleitfaden und den Erasmus-Qualitätsstandards genannten Regularien hinausgehen. Auch der empfohlene Text für die verschiedenen Klauseln des Vertrags zwischen den Erasmus+-Begünstigten und den unterstützenden Organisationen hat rein empfehlenden Charakter. Es ist nicht verpflichtend, den Text in dieser exakten Form zu übernehmen - es wird sogar dringend empfohlen, Sprache und Inhalt an Ihren nationalen Rechtsrahmen und die besonderen Umstände Ihres Projekts anzupassen. Der Leitfaden enthält keine Aufzählung von Elementen, die in den Vertrag mit den unterstützenden Organisationen aufgenommen werden müssen. Vielmehr konzentriert er sich auf eine kleine Teilmenge von Themen, die für die Einhaltung der Erasmus- Qualitätsstandards von entscheidender Bedeutung sind. Folglich können weder die Europäische Kommission noch die Nationale Agentur im Falle einer Klage im Zusammenhang mit der Durchführung dieser Leitlinien haftbar gemacht werden. 2. Was ist eine unterstützende Organisation? Eine unterstützende Organisation ist eine Organisation (oder eine andere Organisation außerhalb des Begünstigten), die der begünstigten Einrichtung bei bestimmten Durchführungsaufgaben auf bezahlter oder unbezahlter Basis unterstützt. Diese Definition und weitere Leitlinien für die Zusammenarbeit mit unterstützenden Organisationen sind in den Erasmus-Qualitätsstandards enthalten: Unterstützende Organisationen, Transparenz und Verantwortung: Bei den praktischen Aspekten der Projektdurchführung können die begünstigten Einrichtungen Beratung, Unterstützung oder Dienstleistungen von anderen Organisationen erhalten, solange die begünstigten Einrichtungen die Kontrolle über Inhalt, Qualität und Ergebnisse der durchgeführten Aktivitäten behalten, wie unter "Kernaufgaben" beschrieben. Wenn begünstigte Einrichtungen Programmmittel verwenden, um andere Organisationen für bestimmte Durchführungsaufgaben zu bezahlen, müssen die Verpflichtungen dieser Organisationen förmlich festgelegt werden, um die Einhaltung der Erasmus-Qualitätsstandards und den Schutz der EU-Fördermittel zu gewährleisten. Folgende Elemente müssen in der förmlichen Vereinbarung zwischen dem Begünstigten und dem Dienstleistenden enthalten sein: durchzuführende Aufgaben, Qualitätskontrollmechanismen, Konsequenzen im Falle einer mangelhaften oder fehlgeschlagenen Erbringung sowie Flexibilitätsmechanismen im Falle einer Annullierung oder Umplanung vereinbarter Dienstleistungen, die eine faire und ausgewogene Risikoverteilung im Falle unvorhergesehener Ereignisse gewährleisten. Die Unterlagen, in denen diese Verpflichtungen festgelegt sind, müssen der nationalen Agentur zur Überprüfung vorgelegt werden. Seite 4 von 14 Organisationen, die den Begünstigten bei bestimmten Durchführungsaufgaben (auf bezahlter oder freiwilliger Basis) unterstützen, werden als unterstützende Organisationen betrachtet und müssen in den offiziellen Berichtsinstrumenten registriert werden. Die Beteiligung von unterstützenden Organisationen muss klare Vorteile für die organisatorische Entwicklung der begünstigten Organisation und für die Qualität der Mobilitätsaktivitäten bringen. In allen Fällen bleibt die begünstigte Einrichtung für die Ergebnisse und die Qualität der durchgeführten Aktivitäten verantwortlich, unabhängig von der Beteiligung anderer Organisationen. Aufnehmende Einrichtungen sind in der Regel keine unterstützenden Organisationen, wenn jedoch eine aufnehmende Einrichtung zusätzliche Aufgaben wahrnimmt (z. B. wie in 8.1. erwähnt), dann gilt diese sowohl als aufnehmende Einrichtung als auch als unterstützende Organisation. 3. Geltende Bestimmungen der Finanzhilfevereinbarung Wenn die unterstützende Organisation eine oder mehrere Aufgaben des Projekts gegen Bezahlung ausführt, wird sie als Unterauftragnehmer betrachtet. Ihre Beteiligung wird daher durch Artikel 9.3 der Finanzhilfevereinbarung für das Projekt geregelt, der für Unterauftragnehmer gilt. Artikel 9.3 besagt, dass Sie als Begünstigter des Projekts sicherstellen müssen, dass die unterstützenden Organisationen dieselben vertraglichen Verpflichtungen übernehmen, die Sie in Ihrer Finanzhilfevereinbarung eingegangen sind. Die Hauptverantwortung verbleibt daher immer bei Ihrer Organisation, wie im weiteren Verlauf dieses Dokuments näher erläutert wird. Es ist sehr wichtig, daran zu denken, dass Kernaufgaben nicht an Unterauftragnehmer vergeben werden können, wie es in den Erasmus-Qualitätsstandards festgelegt ist. Diese Regel schränkt die Anzahl der Aufgaben, die für die Vergabe von Unteraufträgen an unterstützende Organisationen in Frage kommen, erheblich ein (Beispiele und weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 8.1). Der Kauf von Routinedienstleistungen und -gütern, die für die Durchführung Ihres Projekts benötigt werden, gilt nicht als Unterauftragsvergabe (z. B. Kauf von Reisetickets in einem Reisebüro, Abschluss einer Versicherung usw.) 4. Unbezahlte Trägerorganisationen und Konsortialmitglieder Artikel 9.3 gilt weder für unbezahlte Unterstützungsorganisationen noch für Konsortiumsmitglieder, die als Unterstützungsorganisationen für andere Organisationen des Konsortiums tätig sind, da alle Konsortiumsmitglieder Unterzeichner der Finanzhilfevereinbarung selbst sind, so dass sie per definitionem keine Unterauftragnehmer sein können. Für unbezahlte unterstützende Organisationen sowie für Konsortiumsmitglieder, die als unterstützende Organisationen Aufgaben übernehmen (welche normalerweise von der entsendenden Organisation oder dem Konsortialkoordinator erledigt werden), gelten jedoch Einschränkungen, die eine Delegation von Kernaufgaben verbieten, sowie andere in den Erasmus-Qualitätsstandards festgelegte Anforderungen. Konsortialkoordinierende können niemals als unterstützende Organisationen identifiziert werden, da ihre Verpflichtungen per Definition viel umfassender sind, da sie für die Einhaltung der Erasmus-Qualitätsstandards bei allen Aktivitäten in ihrem Projekt verantwortlich sind. Seite 5 von 14 5. Sollten Sie mit einer unterstützenden Organisation zusammenarbeiten? Um die Regeln und Qualitätsstandards zu verstehen, die für die unterstützenden Organisationen gelten, ist es wichtig, sich den Zweck der Erasmus+ Leitaktion 1 selbst vor Augen zu halten. Die Leitaktion 1 verfolgt zwei große Ziele: die Bereitstellung von Mobilitätsmöglichkeiten zu Lernzwecken für Einzelpersonen und die Entwicklung der Kapazitäten von Bildungseinrichtungen, die diese Mobilitätsaktivitäten organisieren. Wenn sich eine begünstigte Einrichtung zu sehr auf eine unterstützende Organisation verlässt, kann dies dazu führen, dass sie keine neuen Kapazitäten und kein institutionelles Wissen entwickelt, was bedeutet, dass die Programmmittel nicht richtig eingesetzt werden. Aus diesem Grund werden in den Qualitätsstandards detaillierte Anforderungen für die Zusammenarbeit mit unterstützenden Organisationen festgelegt. Die Durchführung von Erasmus+-Projekten ist mit operativen und administrativen Aufgaben verbunden, an die Bildungseinrichtungen in ihrer täglichen Arbeit nicht gewöhnt sind. Es mag verlockend klingen, sich auf eine unterstützende Organisation zu verlassen, um die Projektverwaltung zu erleichtern. Im Hinblick auf den Gesamtzweck des Programms besteht jedoch die Gefahr, dass die Wirkung und die Qualität des Projekts beeinträchtigt werden, da die Übernahme neuer Aufgaben und die Bewältigung von Herausforderungen genau die Art und Weise ist, wie neue institutionelle Kapazitäten geschaffen werden. Die Beschäftigung einer unterstützenden Organisation, um neue Herausforderungen zu vermeiden, kann die langfristigen positiven Auswirkungen auf die begünstigte Einrichtung erheblich verringern. Institutionelles Lernen und Kapazitätsaufbau sind keine einfachen Prozesse - es gibt keine Abkürzungen zum Erfolg. Wenn Sie bei der Vorbereitung oder Durchführung Ihres Projekts auf Schwierigkeiten stoßen, gibt es verschiedene Lösungen, die Sie ausprobieren können, anstatt eine unterstützende Organisation einzuschalten: Wenn Sie Hilfe brauchen, um die Regeln des Programms zu verstehen, sollten Sie sich an Ihre Nationale Agentur wenden. Sie ist die einzige zuständige Behörde, die Ihnen zuverlässige Antworten geben kann. Wenn Sie eher auf der Suche nach informellen, praktischen Ratschlägen sind, ist es eine gute Idee, Gleichgesinnte um Rat zu fragen, z. B. Kolleginnen und Kollegen, die in ähnlichen Bildungseinrichtungen in Ihrer Region arbeiten und mehr Erfahrung mit Erasmus+ haben. Sie können sich an Ihre Nationale Agentur wenden, um sich nach Möglichkeiten zu erkundigen, bei Seminaren und Workshops andere Erasmus+ Begünstigte zu treffen. Wenn Sie mit der Anzahl oder der Schwierigkeit der Aufgaben überfordert sind, sollten Sie Ihren Ehrgeiz zumindest vorübergehend zurückschrauben. Der Erfolg von Erasmus+ wird nicht an der Anzahl der Aktivitäten gemessen, die Sie organisieren können. Was wirklich zählt, ist die institutionelle Entwicklung. Wenn Sie sich also mehr Zeit nehmen, um sich auf die Qualität statt auf die Quantität zu konzentrieren, werden sich Ihre Erfolgschancen verbessern. Kurzum: Ihre Projektaufgaben allein zu bewältigen, ist im Allgemeinen der beste und sicherste Weg, um voranzukommen. Die Entscheidung, mit einer unterstützenden Organisation zusammenzuarbeiten, liegt ganz bei Ihnen; das Programm Erasmus+ fordert Sie weder dazu auf noch verlangt es dies von Ihnen. Wenn Sie hingegen davon überzeugt sind, dass die Hilfe von außen das Projekt Ihrer Einrichtung wirklich voranbringen könnte, sollten Sie klare und spezifische Vorstellungen davon haben, was Sie von einer unterstützenden Organisation erwarten. Wenn Sie einen klaren Zweck für die Einbindung einer unterstützenden Organisation haben, wird es viel Seite 6 von 14 einfacher sein, die Zusammenarbeit mit ihr zu definieren und zu rechtfertigen. Ein konkreter Grund für die vorübergehende Zusammenarbeit mit einer unterstützenden Organisation könnte beispielsweise sein, eine bestimmte Art von Aktivität zum ersten Mal zu organisieren oder Ihr Partnernetzwerk auf ein neues Land auszuweiten. Wenn Sie hingegen erwägen, mit einer Trägerorganisation zusammenzuarbeiten, weil Sie das Gefühl haben, dass Erasmus+ im Allgemeinen schwierig ist, ist das kein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass Sie Gefahr laufen, dass die unterstützende Organisation Ihr Projekt tatsächlich für Sie durchführt. Dies ist eine verpasste Gelegenheit, das Wissen und die Kapazitäten Ihrer eigenen Einrichtung zu verbessern, und birgt das Risiko eines Verstoßes gegen die Programmregeln und Qualitätsstandards. Wenn Sie sich für eine Zusammenarbeit mit einer unterstützenden Organisation entscheiden, sollten Sie sich der Risiken bewusst sein, die damit verbunden sind. Leider werden Erasmus+-Mittel häufig von Einrichtungen und Einzelpersonen in Anspruch genommen, die darauf abzielen, begünstigten Einrichtungen Erasmus+ Fördergelder zu entwenden und im Gegenzug minderwertige Dienstleistungen anzubieten. Sie sollten daher bei der Auswahl einer unterstützenden Organisation mit Vorsicht vorgehen. Bestimmte Verhaltensweisen können ein frühzeitiges "Warnsignal" sein und auf potenziell problematische Organisationen hinweisen, mit denen Sie eine Zusammenarbeit besser vermeiden sollten. Beispiele für auffällige Verhaltensweisen die ein "Warnsignal" sind: x Das Angebot oder die Bitte, Ihren Antrag oder Ihre Berichte zu schreiben (mit oder ohne Bezahlung) - ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Erasmus+-Regeln und wird sehr wahrscheinlich dazu führen, dass Ihre Einrichtung Erasmus+-Mittel zurückzahlen muss. Wie im Programmleitfaden angegeben, sind einige der Gründe für den Ausschluss vom Auswahlverfahren, dass der eingereichte Antrag keinen Originalinhalt enthält und/oder dass andere Organisationen oder externe Personen für die Ausarbeitung des Antrags bezahlt wurden. Bei akkreditierten Einrichtungen kann auch eine sofortige Aussetzung in Betracht gezogen werden, wenn die Ausarbeitung des Antrags oder der Berichte an eine anderen Orgnisation übertragen wurde. x Die Zugänge zu Ihren Anträgen oder Projekten in den IT-Tools von Erasmus+ zu erfragen - Ihre Einrichtung ist Eigentümerin / Eigentümer Ihres Projekts und sollte den einzigen Zugang zu Ihren Daten in den IT-Tools von Erasmus+ haben. Dies ist besonders wichtig, da diese Instrumente personenbezogene Daten der Teilnehmenden enthalten und Zugang zu Aktionen im Zusammenhang mit Ihrem Projekt gewähren, die nur Sie genehmigen können. Sie sollten niemals einer Organisation, die nicht zu den Unterzeichnenden Ihrer Finanzhilfevereinbarung gehört, Zugang zu Ihrem Projekt in den Erasmus+ Tools gewähren. x Aggressive Werbung und Panikmache, die Sie überzeugen sollen, dass Erasmus+ für Ihre Organisation für eine alleinige Bewältigung zu schwierig ist. Tausende von Schulen, Berufsbildungseinrichtungen und Anbietenden von Erwachsenenbildung in ganz Europa haben erfolgreich an Erasmus+ teilgenommen - und Sie können das auch! Die erstmalige Teilnahme an Erasmus+ kann eine Herausforderung sein, aber sie ist durchaus möglich. Die Erfahrungen, die Sie dabei machen, werden für Ihre Organisation unglaublich bereichernd sein. Wenn eine unterstützende Organisation versucht, Sie davon zu überzeugen, dass Sie es ohne sie nicht schaffen, ist das ein klares Zeichen dafür, dass Sie besser nicht mit ihr zusammenarbeiten sollten. Aggressive Werbende wenden sich oft an Einrichtungen, deren Name auf der öffentlichen Liste Ihrer Nationalen Agentur mit neu akkreditierten Einrichtungen oder ausgewählten Projekten steht. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie bereits bewiesen, dass Sie in der Lage sind, im Rahmen von Erasmus+ zu arbeiten - Sie sollten sich nicht von Personen oder Organisationen Seite 7 von 14 einschüchtern lassen, die versuchen, Ihnen Dienstleistungen zu verkaufen, die Sie nicht benötigen. x Im Kontrast zur Nationalen Agentur - die Nationalen Agenturen für Erasmus+ sind von der Europäischen Kommission und den zuständigen Ministerien ihres Landes mit der Durchführung des Programms Erasmus+ beauftragt. Die Nationalen Agenturen sind für die Bewertung von Anträgen, die Ausstellung von Finanzhilfevereinbarungen, die Überwachung der Durchführung der bewilligten Projekte und deren Bewertung nach Abschluss der Projekte zuständig. Daher ist Ihre Nationale Agentur die qualifizierteste Stelle, um die Programmregeln auszulegen und Ihnen Ratschläge und Antworten auf Ihre Fragen zu geben. Sie sollten keiner Organisation oder Person vertrauen, die behauptet, bessere Kenntnisse über Erasmus+ zu haben als Ihre Nationale Agentur. x Behauptung, im Namen der Nationalen Agentur zu handeln oder eine andere besondere Verbindung zum Programm Erasmus+ zu haben - in extremen Fällen haben Personen und Organisationen, die nichts mit dem Programm Erasmus+ zu tun haben, versucht, sich als Autoritäten in Anträgen, Berichten und ähnlichen formellen Vorgängen auszugeben. Leider ist es relativ einfach, den Namen Erasmus+ und die EU-Flagge überall hinzuzufügen oder in die eigene E- Mail-Signatur aufzunehmen. Sie sollten immer vorsichtig sein, wenn Sie formelle Mitteilungen über Ihr Projekt machen. Ebenso sollten Sie sich von Organisationen oder Personen fernhalten, die durch Verwendung von Namen und Logos eine Verbindung Erasmus+ Programms darstellen, aber nicht für die nationalen Erasmus+ Agenturen tätig sind x Weigerung, die in den Erasmus-Qualitätsstandards geforderten Elemente in den Vertrag aufzunehmen - die unterstützenden Organisationen müssen bereit sein, die verpflichtenden Erasmus-Qualitätsstandards einzuhalten. Das bedeutet, dass sie im Vertrag mit Ihrer Organisation klare Verantwortlichkeiten festlegen. Diese Elemente sind in den Erasmus-Qualitätsstandards definiert und werden in diesem Dokument näher erläutert. Sie dienen dem Schutz Ihrer Organisation, Ihrer Teilnehmenden und der Finanzierung durch die Europäische Union. Die Bereitschaft, diese Verantwortlichkeiten zu übernehmen, ist ein guter Hinweis darauf, ob die unterstützende Organisation ein zuverlässiger und engagierter Partner sein wird oder nicht. x Sie versuchen absichtlich, Sie zu verwirren, indem sie die Regeln der Leitaktion 1 und der Leitaktion 2 verwechseln - obwohl es für niemanden bedenklich ist, Details aus den beiden Aktionen zu verwechseln, sollten Sie bedenken, dass "Partner" in Leitaktion 1 und Leitaktion 2 eine ganz andere Bedeutung haben. Bei der Leitaktion 1 ist es nicht möglich, einen gemeinsamen Antrag mit Partnereinrichtungen aus dem Ausland zu stellen - die Finanzierung und das Management des Projekts werden immer von der entsendenden Seite übernommen. Wenn Ihr Gesprächspartner / Ihre Gesprächspartnerin versucht, Sie davon zu überzeugen, dass es zulässig ist, dass er / sie Ihren Key Action 1-Antrag mitverfasst, und wenn er / sie gleichzeitig gewinnorientierte Absichten erkennen lässt, sollten Sie sich am besten an Ihre Nationale Agentur wenden und die Angelegenheit klären, bevor Sie irgendeine Zusage machen. x Beantragung der gesamten Mittel für die organisatorische Unterstützung als Bezahlung für deren Dienste - die organisatorische Unterstützung ist dazu da, Ihrer Organisation bei der Durchführung des Projekts zu helfen und dabei Ihre Kapazitäten aufzubauen. Die Zahlung des gesamten Betrags der organisatorischen Unterstützung für die von unterstützenden Organisationen erbrachten Leistungen ist unverhältnismäßig, wenn man bedenkt, dass diese nur kleinere Aufgaben übernehmen können und Ihre Organisation die Kernaufgaben behalten muss. Wenn Sie die organisatorische Unterstützung auf diese Weise nutzen, können Sie Ihr Projekt nicht mit ausreichend hoher Qualität durchführen. In extremen Fällen Seite 8 von 14 können die unterstützenden Organisationen verlangen, dass Sie Teile der Mittel aus anderen Förderkategorien (z. B. individuelle Unterstützung der Teilnehmenden) an sie übertragen, ohne konkrete Leistungen für diese Förderkategorien zu erhalten. Es ist möglich, dass Ihnen "Restmittel" zur Verfügung stehen, wenn Sie Einsparungen vorgenommen haben (z. B. bei den Unterbringungs- oder Reisekosten). Diese sollten jedoch immer dazu verwendet werden, die Qualität der Erfahrungen der Teilnehmenden oder des Projekts insgesamt zu verbessern, anstatt Gewinne für die unterstützenden Organisationen zu erzielen. x Das Anbieten von "Pauschalangeboten", die dazu führen, dass ein großer Teil Ihres gesamten Projektzuschusses an ein und dieselbe Organisation gezahlt wird - wenn Ihre unterstützende Organisation gleichzeitig ein Dienstleistungsanbietender ist (z. B. für die Unterbringung oder andere Dienstleistungen für Ihre Teilnehmenden), können sich Ihre verschiedenen Gebühren zu einem großen Teil Ihres gesamten Zuschusses summieren. Solche hohen Beträge, die an eine Organisation überwiesen werden, sind ein Warnsignal, da sie darauf hindeuten, dass Sie in hohem Maße von dieser Organisation abhängig sind, was Ihr Projekt in Bezug auf Qualität und Nutzen für Ihre eigene Organisation anfällig macht und Ihre Aufsicht über die unterstützende Organisation von Natur aus schwächt. 6. Qualitätsstandards für die Zusammenarbeit mit unterstützenden Organisationen In diesem Abschnitt werden die geltenden Erasmus-Qualitätsstandards Schritt für Schritt analysiert, um Ihnen zu helfen, alle Elemente zu verstehen, die Sie bei der Vorbereitung mit der Zusammenarbeit einer Trägerorganisation beachten sollten. Bereitstellung von Qualitätsstandards Erläuterung Die begünstigten Einrichtungen müssen die Kontrolle über den Inhalt, die Qualität und die Ergebnisse der durchgeführten Aktivitäten behalten, wie unter "Kernaufgaben" beschrieben. Ihre Organisation ist der Eigentümer seines Projekts und muss daher die Kontrolle über alles haben, was in dem Projekt passiert. Mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitarbeitern und Ressourcen müssen Sie in der Lage sein, die Arbeit, die die unterstützende Organisation für Sie leistet, zu beaufsichtigen, insbesondere, wenn sie in direktem Kontakt mit den Teilnehmern steht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie dazu nicht in der Lage sind, ist eine Zusammenarbeit mit der betreffenden Trägerorganisation nicht ratsam. Wenn begünstigte Einrichtungen Programmmittel verwenden, um andere Organisationen für bestimmte Durchführungsaufgaben zu bezahlen, müssen die Verpflichtungen dieser Organisationen förmlich festgelegt werden, um die Einhaltung der Erasmus-Qualitätsstandards und den Schutz der Unionsmittel zu gewährleisten. Diese Bestimmung bedeutet, dass es einen schriftlichen Vertrag zwischen Ihrer Organisation und der unterstützenden Organisation geben muss. Diese Verpflichtung gilt nicht, wenn die Unterstützung unentgeltlich geleistet wird, aber eine schriftliche Verpflichtung gibt Ihnen immer eine bessere Sicherheit. Wenn ein Problem zwischen Ihrer Organisation und der unterstützenden Organisation auftritt, kann Ihre Nationale Agentur Sie auf der Grundlage ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung beraten, rechtlich gesehen können Sie sich jedoch nur auf den Vertrag berufen, den Sie Seite 9 von 14 mit der unterstützenden Organisation unterzeichnet haben. Das Programm Erasmus+ oder die Europäische Kommission können keinen besonderen Schutz bieten. Die förmliche Vereinbarung zwischen dem Begünstigten und dem Dienstleistungserbringer muss folgende Elemente enthalten: auszuführende Aufgaben, Qualitätskontrollmechanismen, Konsequenzen bei mangelhafter oder fehlgeschlagener Erbringung und Flexibilitätsmechanismen bei Annullierung oder Umplanung vereinbarter Dienstleistungen, die eine faire und ausgewogene Risikoverteilung im Falle unvorhergesehener Ereignisse gewährleisten. In dieser Bestimmung werden obligatorische Elemente aufgeführt, die in Ihrem Vertrag mit der Trägerorganisation enthalten sein müssen. Struktur und Inhalt des Vertrags werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert, einschließlich Beispielklauseln, die Sie verwenden könnten, um die Einhaltung der Qualitätsstandards zu gewährleisten. Die Dokumentation, in der diese Verpflichtungen festgelegt sind, muss der nationalen Agentur zur Überprüfung zur Verfügung stehen. Auf diese Weise kann die Nationale Agentur überprüfen, ob die Qualitätsstandards eingehalten werden. In der Regel wird Ihr Vertrag mit der unterstützenden Organisation von der nationalen Agentur zusammen mit Ihrem Projektabschlussbericht angefordert, er kann aber auch während eines Audits oder eines Monitoring-Besuchs bei Ihrer Organisation oder als Teil einer anderen Berichtsübung überprüft werden. Unterstützende Organisationen müssen in den offiziellen Meldeinstrumenten registriert sein. Wenn Sie mit einer unterstützenden Organisation zusammenarbeiten, sind Sie verpflichtet, diese im Erasmus+ Berichtstool anzugeben. Diese Informationen werden dann automatisch in Ihren Projektbericht aufgenommen. Dies ist eine wichtige Regel, denn wenn Sie nicht angeben, dass Sie mit einer unterstützenden Organisation zusammengearbeitet haben, gilt dies als schwerer Verstoß gegen die Qualitätsstandards. Dies kann sich sehr negativ auf das Ergebnis der Projektbewertung auswirken. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine bestimmte Organisation unter die Definition einer unterstützenden Organisation fällt, fragen Sie am besten Ihre Nationale Agentur um Rat. Die Einbindung der unterstützenden Organisationen muss klare Vorteile für die organisatorische Entwicklung der begünstigten Organisation und für die Qualität der Mobilitätsaktivitäten bringen. Diese Bestimmung gibt an, wie Ihre Arbeit mit der unterstützenden Organisation bewertet werden soll. Darüber hinaus gibt es wieder ein wichtiges Element des Kapazitätsaufbaus: Die Teilnahme Seite 10 von 14 der unterstützenden Organisationen sollte immer so sein, dass Ihre eigene Organisation aus den Erfahrungen lernen kann. Es ist wichtig, dass die Zusammenarbeit mit einer unterstützenden Organisation Sie nicht von ihr abhängig macht, sondern dass sie Ihre Fähigkeit, selbständig zu arbeiten, schrittweise erhöht. In allen Fällen bleibt die begünstigte Einrichtung für die Ergebnisse und die Qualität der durchgeführten Aktivitäten verantwortlich, unabhängig von der Beteiligung anderer Organisationen. Diese letzte Bestimmung ist vielleicht die wichtigste von allen. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Ihre Organisation der Projekteigner ist und für alles verantwortlich gemacht wird, was die unterstützende Organisation bei der Unterstützung Ihrer Projektdurchführung macht oder unterlässt. Wenn Sie über die Ergebnisse Ihrer Aktivitäten berichten, werden alle Mängel oder negativen Erfahrungen der Teilnehmer als Arbeit Ihrer Organisation bewertet. Ein Verschulden der unterstützenden Organisation wird nicht als ausreichende Rechtfertigung für derartige Probleme angesehen, da es in Ihrer Verantwortung liegt, die unterstützende Organisation zu beaufsichtigen. 7. Folgen der Nichteinhaltung der Erasmus-Qualitätsstandards Die Aufgabe der Nationalen Agentur besteht darin, die Begünstigten in allen Phasen ihres Projekts - vom Antrag bis zum Abschlussbericht - zu unterstützen und zu begleiten. Die Nationale Agentur überwacht die Durchführung der Erasmus+-Projekte und hat gleichzeitig die Aufgabe, die Begünstigten zu beraten und ihnen zu helfen, die Regeln einzuhalten und die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Falls Sie Zweifel haben, können Sie Ihre Nationale Agentur um Ratschläge zu Ihren geplanten oder laufenden Vereinbarungen mit einer unterstützenden Organisation bitten. Dies gibt der Nationalen Agentur die Möglichkeit, Sie zu warnen, wenn es eindeutige Unregelmäßigkeiten oder qualitative Probleme in Ihrem Ansatz gibt. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Nationale Agentur weder als juristischer Prüfer Ihres Vertrags noch als Vermittler zwischen Ihrer Organisation und der unterstützenden Organisation auftreten kann. Die Zusammenarbeit mit einer unterstützenden Organisation ist kein notwendiger Bestandteil der Teilnahme an Erasmus+. Sie ist eine zulässige Option. Wenn Sie sich dafür entscheiden, eine solche Beziehung einzugehen, übernehmen Sie auch die Verantwortung für die Folgen. Gemäß den vertraglichen Bestimmungen von Erasmus+ bleibt Ihre Organisation immer voll verantwortlich für die Ergebnisse und die Qualität der von Ihnen durchgeführten Aktivitäten. Die Nichteinhaltung der Qualitätsstandards kann sich auf die endgültige Bewertung Ihres Projekts auswirken, was wiederum zu einer Kürzung der Projektförderung führen kann. Für akkreditierte Einrichtungen können weitere Abhilfemaßnahmen gelten. Die Bewertungsergebnisse sind Teil der Leistungsindikatoren, die bei der jährlichen Mittelzuweisung verwendet werden, was bedeutet, dass niedrige Bewertungsergebnisse in Zukunft zu geringeren Zuschüssen führen können. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Problemen kann die Nationale Agentur Beobachtungsmaßnahmen einleiten oder Ihre Akkreditierung aussetzen. Detaillierte Regeln zu diesen Aspekten sind im Seite 11 von 14 Programmleitfaden (Abhilfemaßnahmen), in den von der Nationalen Agentur jährlich veröffentlichten Regeln für die Mittelzuweisung und in Ihrer Finanzhilfevereinbarung festgelegt. 8. Wie bereitet man einen Vertrag mit der unterstützenden Organisation vor? Wie in den Erasmus-Qualitätsstandards erläutert, ist es notwendig, einen Vertrag mit einer unterstützenden Organisation zu unterzeichnen, wenn Sie für deren Dienstleistungen bezahlen werden, und es wird empfohlen, dies zu tun, selbst wenn die Unterstützung kostenlos ist. Im Falle von bezahlten unterstützenden Organisationen muss dieser Vertrag auf Anfrage Ihrer Nationalen Agentur zur Überprüfung vorgelegt werden. Dieser Abschnitt enthält Empfehlungen für die Festlegung der Vertragsbedingungen im Einklang mit den Qualitätsstandards. 8.1. Auszuführende Aufgaben Die von der unterstützenden Organisation zu erfüllenden Aufgaben müssen im Vertrag beschrieben werden. Zu den Aufgaben der unterstützenden Organisationen darf weder das Schreiben von Erasmus+ Anträgen noch eine der folgenden, in den Erasmus-Qualitätsstandards festgelegten Kernaufgaben gehören: die finanzielle Verwaltung der Programmmittel; Kontakt mit der Nationalen Agentur; Berichterstattung über durchgeführte Aktivitäten (oder jede Form des Zugriffs auf die Projektdaten in den Erasmus-IT-Tools); Entscheidungen, die sich direkt auf den Inhalt, die Qualität und die Ergebnisse der durchgeführten Aktivitäten auswirken (z. B. die Wahl der Art und Dauer der Aktivität, die Organisation der Veranstaltung, die Definition und Bewertung der Lernergebnisse usw.). Daher beschränken sich die Aufgaben, die von unterstützenden Organisationen wahrgenommen werden können, auf praktische, logistische und unterstützende Aufgaben, wie z. B.: Suche und Buchung von Reise- und Unterkunftsmöglichkeiten; Erledigung von Verwaltungsaufgaben wie z. B. Visumverfahren; Suche nach aufnehmenden Einrichtungen im Ausland und deren Vorschlag (aber keine Entscheidung darüber); Sammlung von Informationen über das Bildungssystem in den Zielländern; Unterstützung bei der Vorbereitung und Schulung der Teilnehmer und/oder Mentoren (die Entscheidung über den Inhalt und die Überwachung der Vorbereitung bleibt Aufgabe des Begünstigten). Sie können sich an Ihre Nationale Agentur wenden, wenn Sie Zweifel an bestimmten Aufgaben haben, die Sie an die unterstützende Organisation delegieren möchten. 8.2. Mechanismen zur Qualitätskontrolle Das Konzept der "Qualitätskontrolle" bezieht sich auf die erwarteten Standards für die Durchführung und die Mechanismen, die es Ihnen ermöglichen, die Arbeit der unterstützenden Organisation zu überwachen. Seite 12 von 14 Zu diesem Zweck müssen die folgenden oder ähnliche Bestimmungen in den Vertrag aufgenommen werden, und der vollständige Wortlaut der Erasmus-Qualitätsstandards muss beigefügt oder in digitaler Form referenziert werden. Qualitätsstandards: Die Trägerorganisation muss Dienstleistungen von hoher Qualität erbringen, die dem Stand der Technik in der Branche und den Bestimmungen dieses Vertrags entsprechen. Die Dienstleistungen müssen den Erasmus-Qualitätsstandards im Anhang zu diesem Vertrag entsprechen. Bereitstellung von Informationen: Die unterstützende Einrichtung muss dem Erasmus+-Begünstigten regelmäßig über die im Rahmen dieses Vertrags erbrachten Leistungen berichten, und zwar in folgenden Abständen: [Häufigkeit einfügen, z. B. jeden Monat] Auf Anfrage des Erasmus+-Begünstigten muss die unterstützende Organisation alle zusätzlichen Informationen über die erbrachten Dienstleistungen vorlegen, die für die Berichterstattung und Überwachung des betreffenden Erasmus+-Projekts erforderlich sind. Die unterstützende Organisation muss jedes Problem, das ihre Fähigkeit zur Erbringung der Dienstleistungen beeinträchtigt, aufzeichnen und dem Erasmus+ Begünstigten mitteilen. Der Bericht muss das Problem beschreiben, angeben, wann es aufgetreten ist und welche Maßnahmen die unterstützende Organisation ergreift, um das Problem zu lösen. Darüber hinaus sollte Ihr Vertrag Bestimmungen über die mögliche Vergabe von Unteraufträgen durch die Trägerorganisation an weitere Dienstleister enthalten: Unterauftragsvergabe: Der Unterauftragnehmer darf ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Auftraggebers keine Unteraufträge vergeben und den Auftrag nicht durch Dritte ausführen lassen. Wird die Vergabe von Unteraufträgen genehmigt, so bleibt der Unterauftragnehmer an seine vertraglichen Verpflichtungen gebunden und ist allein für die Erfüllung dieses Auftrags verantwortlich. 8.3. Konsequenzen im Falle einer mangelhaften oder fehlgeschlagenen Lieferung Ihr Projektzuschuss ist an die Einhaltung der Qualitätsstandards und aller anderen Regeln des Programms gebunden. Wenn Sie die in Ihrer Finanzhilfevereinbarung vereinbarten Leistungen nicht erbringen oder wenn Ihre Leistungen von sehr schlechter Qualität sind, kann die Nationale Agentur Ihren Projektzuschuss gemäß den in Ihrer Finanzhilfevereinbarung angegebenen Regeln kürzen. Wenn Sie sich für die Zusammenarbeit mit einer unterstützenden Organisation entscheiden, ist es daher wichtig, sich in gleicher Weise zu schützen: Sie sollten nicht für schlecht ausgeführte oder gescheiterte Aufgaben der unterstützenden Organisation bezahlen müssen. Ihr Vertrag sollte die Zahlungen an die Trägerorganisation in Raten aufteilen, wobei die letzte Zahlung erfolgt, nachdem alle Leistungen in ausreichender Qualität erbracht wurden. Seite 13 von 14 Im Vertrag muss dann klar festgelegt werden, welche Folgen es hat, wenn die vereinbarten Dienstleistungen nicht erbracht werden oder wenn die Qualität der erbrachten Dienstleistungen nicht den im Vertrag festgelegten Erwartungen entspricht. Zu diesem Zweck sollten Sie eine Reihe von Klauseln wie die folgenden in Ihren Vertrag aufnehmen: Preissenkung: Wenn die unterstützende Organisation die Dienstleistung nicht vertragsgemäß erbringt ("nicht erfüllte Verpflichtungen") oder wenn sie die Dienstleistung nicht gemäß den festgelegten Qualitätsstandards erbringt ("mangelhafte Qualität"), kann der Erasmus+-Begünstigte die Zahlungen entsprechend der Schwere der nicht erfüllten Verpflichtungen oder der mangelhaften Qualität der Dienstleistung kürzen oder zurückfordern. Der Erasmus+-Begünstigte muss die unterstützende Einrichtung förmlich über seine Absicht, die Zahlung zu kürzen, sowie über die Gründe dafür und den entsprechenden Betrag informieren. Die unterstützende Organisation verfügt über eine Frist von [Frist einfügen, z. B. 30 Tage] ab dem Datum des Eingangs der Entscheidung, um eine Stellungnahme abzugeben. Andernfalls wird die Entscheidung am Tag nach Ablauf der Frist für die Einreichung von Stellungnahmen vollstreckbar. Wenn die unterstützende Organisation eine Stellungnahme abgibt, muss der Erasmus+-Begünstigte der unterstützenden Organisation seine endgültige Entscheidung mitteilen, wobei er die betreffenden Stellungnahmen berücksichtigt. 8.4. Höhere Gewalt und Flexibilitätsmechanismen Während der Durchführung können unvorhergesehene Ereignisse eintreten, und es ist wichtig, dass diese nicht dazu führen, dass Sie die Trägerorganisation für Leistungen bezahlen müssen, die Sie nicht in Anspruch nehmen konnten. In den Regeln des Programms Erasmus+ werden unvorhergesehene Ereignisse, die sich der Kontrolle der Begünstigten entziehen, als "höhere Gewalt" bezeichnet. Die Definition dieses Begriffs ist in Ihrer Vereinbarung über die Gewährung einer Projektförderung enthalten: Höhere Gewalt": jede unvorhersehbare, außergewöhnliche Situation oder jedes Ereignis, auf das die Parteien keinen Einfluss haben und das eine von ihnen daran hindert, eine ihrer Verpflichtungen aus dem Vertrag zu erfüllen, das nicht auf Fehler oder Fahrlässigkeit ihrerseits oder seitens der Unterauftragnehmer, der verbundenen Unternehmen oder der Dritten, die eine finanzielle Unterstützung erhalten, zurückzuführen ist und das sich trotz Anwendung der gebotenen Sorgfalt als unvermeidlich erweist. Als höhere Gewalt können nicht geltend gemacht werden: Arbeitskonflikte, Streiks, finanzielle Schwierigkeiten oder der Ausfall einer Dienstleistung, Mängel an Geräten oder Materialien oder Verzögerungen bei deren Bereitstellung, es sei denn, sie sind unmittelbar auf einen entsprechenden Fall höherer Gewalt zurückzuführen. Ihr Vertrag mit der Trägerorganisation sollte die gleiche Definition enthalten. Darüber hinaus sollte er Bestimmungen über Maßnahmen und Verpflichtungen in Fällen höherer Gewalt enthalten: Ist eine Partei von höherer Gewalt betroffen, so hat sie die andere Partei unverzüglich unter Angabe der Art der Umstände, ihrer voraussichtlichen Dauer und ihrer voraussichtlichen Auswirkungen zu benachrichtigen. Seite 14 von 14 Eine Partei haftet nicht für eine Verzögerung oder Nichterfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtungen, wenn diese Verzögerung oder Nichterfüllung auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. Ist die Trägerorganisation aufgrund höherer Gewalt nicht in der Lage, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, so hat sie nur Anspruch auf eine Vergütung für die tatsächlich erbrachten Leistungen. Die Parteien müssen alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um Schäden aufgrund höherer Gewalt zu begrenzen. Die begünstigte Einrichtung kann die vertraglich vereinbarten Leistungen kostenlos stornieren oder verschieben, wenn deren Erbringung durch höhere Gewalt beeinträchtigt wird. Darüber hinaus sollten Sie eine Klausel aufnehmen, die eine Neuplanung der Leistungen ermöglicht, wenn keine höhere Gewalt vorliegt, um während der Durchführung ausreichend Flexibilität zu gewährleisten: Innerhalb des Zeitraums von [Zeitraum einfügen, z. B. die Dauer Ihres Projekts] kann die begünstigte Einrichtung alle vertraglich vereinbarten Leistungen kostenlos umplanen, sofern sie die unterstützende Organisation [Benachrichtigungsfrist einfügen, z. B. 14 Tage] im Voraus benachrichtigt. …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] © NA beim BIBB, Stand 11.11.2025 Seite 1 von 6 Fördersätze für Einheitskosten 2026 Leitaktion 1 – Mobilität in der Erwachsenenbildung für Lernende und Bildungspersonal für akkreditierte Einrichtungen KA121-ADU und Kurzzeitprojekte KA122-ADU Individuelle Unterstützung pro Tag und Zielland in EURO Lernende Bildungspersonal/ Begleitperson Gruppen-, Kurz- und Langzeitmobilität (LM-GRP- ADULT + LM-SHORT-ADULT + LM-LONG-ADULT) Job shadowing (SM-JOB-SHDW), Aktivitäten zu Lehr- und Schulungszwecken (SM-TAA), Kurse und Schulungen (SM-COUR-TRAIN) und eingeladene Experten (OA-INV-EXP) Zielland Tage 1-14 Tage 15-365 Tage 1-14 Tage 15-365 Austria, Belgium, France, Denmark, Finland, Germany, Iceland, Ireland, Italy, Liechtenstein, Luxembourg, Netherlands, Norway, Sweden 127 89 191 134 Cyprus, Czechia, Estonia, Greece, Latvia, Malta, Portugal, Slovakia, Slovenia, Spain, 110 77 169 118 Bulgaria, Croatia, Hungary, Lithuania, Poland, Romania, Serbia, North Macedonia, Turkiye, 93 65 148 104 © NA beim BIBB, Stand 11.11.2025 Seite 2 von 6 Aufenthaltskosten der Teilnehmenden und Begleitpersonen während der Aktivität. Bei Bedarf sind Aufenthaltskosten für die Reisezeit vor und nach der Aktivität förderfähig, wobei für Teilnehmende und Begleitpersonen, die den Reisekostenzuschuss für nicht umweltfreundliches Reisen erhalten, höchstens zwei Reisetage und für diejenigen, die den Zuschuss für umweltfreundliches Reisen erhalten, höchstens sechs Reisetage vorgesehen sind. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten. Zuweisungsregel: nach der Anzahl der Personen, der Aufenthaltsdauer und dem Aufnahmeland. Förderfähige Kosten Distanz Standardreise „Green Travel“ Reisekosten Zuschuss zu den Kosten, die den Teilnehmern und Begleitpersonen für die Reise von ihrem Herkunftsort zum Ort der jeweiligen Aktivität und zurück entstehen. Generell gilt die Regel, dass der Teilnehmende bei einer Strecke von weniger als 500 km mit emissionsarmen Verkehrsmitteln reisen wird. Bei einer Strecke von über 500 km werden die Teilnehmer nachdrücklich dazu aufgefordert, eine Kombination verschiedener Verkehrsmittel zu nutzen, um ihre Reise nachhaltiger zu gestalten. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten Zuweisungsregel: nach der Entfernung und Anzahl der Teilnehmenden und Begleitpersonen Der Antragsteller muss die einfache Entfernung (Luftlinie) zwischen dem Herkunftsort und dem Ort der Aktivität mithilfe des Entfernungsrechners der Europäischen Kommission angeben Entfernungen zwischen 10 und 99 km: 28 EUR/TN 56 EUR/TN Entfernungen zwischen 100 und 499 km: 211 EUR/TN 285 EUR/TN Entfernungen zwischen 500 und 1999 km: 309 EUR/TN 417 EUR/TN Entfernungen zwischen 2000 und 2999 km: 395 EUR/TN 535 EUR/TN Entfernungen zwischen 3000 und 3999 km: 580 EUR/TN 785 EUR/TN Entfernungen zwischen 4000 und 7999 km: 1.188 EUR/TN 1.188 EUR/TN Entfernungen von 8000 km und mehr: 1.735 EUR/TN 1.735 EUR/TN © NA beim BIBB, Stand 11.11.2025 Seite 3 von 6 Organisatorische Unterstützung Unmittelbar mit der Durchführung des Projekts zusammenhängende Kosten, die nicht unter andere Kostenkategorien fallen. Beispiele hierfür sind: (pädagogische, interkulturelle und sonstige) Vorbereitung, Mentoring, Überwachung und Unterstützung der Teilnehmenden während der Mobilität, Dienste, Werkzeuge und Ausrüstung, die für die Projektdurchführung benötigt werden, virtuelle Komponenten in gemischten Aktivitäten, Anerkennung von Lernergebnissen, Austausch von Ergebnissen und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Finanzierung durch die Europäische Union. Die organisatorische Unterstützung deckt die Kosten ab, die sowohl der entsendenden als auch der aufnehmenden Organisation entstehen (außer im Fall der Personalmobilität zum Zweck von Kursen und Schulungen). Die Aufteilung der erhaltenen Finanzhilfe wird zwischen den beiden Organisationen vereinbart. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten. Zuweisungsregel: nach der Anzahl der Teilnehmenden. Begleitpersonen sind keine Teilnehmende an den Mobilitätsaktivitäten und für sie werden keine Mittel für Organisatorische Unterstützung berechnet. 350 EUR; 200 EUR ab 100 Teilnehmern an derselben Art von Aktivität - pro Teilnehmer an einer Kurzzeit-Mobilität von erwachsenen Lernenden - pro Teilnehmer an Personalmobilität zum Zweck von Job Shadowing oder einer Lehr- oder Schulungstätigkeit 500 EUR - pro Teilnehmenden an langfristiger Lernmobilität von erwachsenen Lernenden 100 EUR - pro Teilnehmer an Personalmobilität zum Zweck von Kursen und Schulungen - pro eingeladenen Experten - pro aufgenommene Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft in Ausbildung 125 EUR - pro Lernenden im Rahmen der Gruppenmobilität Vorbereitende Besuche Reise- und Aufenthaltskosten für die Teilnahme an einem vorbereitenden Besuch. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten. Zuweisungsregel: nach der Anzahl der Teilnehmenden 680 EUR pro Teilnehmer, Kursgebühren Kosten zur Deckung der Anmeldegebühren für das Format der Personalmobilität „Kurse und Schulungen“. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten. 80 EUR pro Teilnehmer und Tag © NA beim BIBB, Stand 11.11.2025 Seite 4 von 6 Zuweisungsregel: nach der Dauer des Kurses. Inklusionsunterstützung Inklusionsunterstützung für Organisationen: Kosten in Verbindung mit der Organisation von Mobilitätsaktivitäten für Teilnehmende mit geringeren Chancen. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten. Zuweisungsregel: nach der Anzahl der Teilnehmenden mit geringeren Chancen. ********************************************************** Inklusionsunterstützung für Teilnehmer: Zusätzliche Kosten, die unmittelbar mit Aufwendungen für Teilnehmende mit geringeren Chancen und ihre Begleitpersonen verbunden sind (einschließlich gerechtfertigter Aufenthalts- und Reisekosten, sofern für diese Teilnehmer keine Finanzhilfe in den Kategorien „Reisekosten“ und „individuelle Unterstützung“ beantragt wird). Inklusionsunterstützung kann auch Personal mit geringeren Chancen gewährt werden, dass die Rolle von Begleitpersonen übernimmt oder an einem vorbereitenden Besuch teilnimmt. Finanzierungsmechanismus: tatsächliche Kosten. Zuweisungsregel: Der Antrag muss vom Antragsteller begründet und von der nationalen Agentur genehmigt werden. 125 EUR pro TN nach Anzahl der TN ******************************************** Bis zu 100% der förderfähigen Kosten Außergewöhnliche Kosten Kosten für die Bereitstellung von Finanzsicherheiten, falls die nationale Agentur dies anfordert. Hohe Reisekosten der Teilnehmenden und ihrer Begleitpersonen, die aufgrund geografischer Abgelegenheit oder anderer Einschränkungen nicht mit dem regulären Zuschuss für „Reisekosten“ unterstützt werden können. Im Falle einer Bewilligung ersetzen die außergewöhnlichen Kosten für Finanzsicherheiten: 80 % der förderfähigen Kosten Hohe Reisekosten: 80 % der förderfähigen Kosten © NA beim BIBB, Stand 11.11.2025 Seite 5 von 6 Kosten für teure Reisen die Reisekostenunterstützung auf der Grundlage der Einheitskosten. Gebühren und sonstige Kosten in Verbindung mit der Erteilung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen sowie Kosten für Impfungen oder ärztliche Bescheinigungen. Finanzierungsmechanismus: tatsächliche Kosten Zuweisungsregel: Der Antrag muss vom Antragsteller begründet und von der nationalen Agentur genehmigt werden. Teure Reisen liegen dann vor, wenn die Reisekostenunterstützung auf der Grundlage der Einheitskosten weniger als 70 % der Reisekosten der Teilnehmenden abdeckt. Gebühren und sonstige Kosten in Verbindung mit der Erteilung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen sowie Kosten für Impfungen oder ärztliche Bescheinigungen: 100 % der förderfähigen Kosten Sprachliche Unterstützung Kosten für die Bereitstellung von Sprachlernmaterial und Schulungen für Teilnehmer, die ihre Kenntnis der Sprache verbessern müssen, in der sie während der Aktivität studieren oder Schulungen erhalten. Sprachliche Unterstützung ist für Teilnehmende an folgenden Arten von Aktivitäten förderfähig: Job Shadowing/Hospitationen, Lehr- und Schulungstätigkeit, pädagogische Fachkraft in Ausbildung, kurzfristige Lernmobilität von erwachsenen Lernenden und langfristige Lernmobilität von erwachsenen Lernenden. Die Unterstützung ist nur dann zu zahlen, wenn der Teilnehmende die Online-Sprachunterstützung nicht in Anspruch nehmen kann, weil die gewünschte Sprache oder das gewünschte Niveau nicht verfügbar ist oder weil für Teilnehmende mit geringeren Chancen besondere Hindernisse bestehen. Die oben genannten Bedingungen gelten nicht für 150 EUR pro Teilnehmenden. Darüber hinaus: 150 EUR an verstärkter Sprachförderung zur Unterstützung pro Teilnehmer bei langfristiger Lernmobilität von erwachsenen Lernenden. © NA beim BIBB, Stand 11.11.2025 Seite 6 von 6 die verstärkte Unterstützung für Teilnehmende an der langfristigen Lernmobilität von erwachsenen Lernenden. Finanzierungsmechanismus: Zuschuss zu den Einheitskosten. Zuweisungsregel: nach der Anzahl der Teilnehmenden. Beispiel: 10 Teilnehmende (Bildungspersonal) absolvieren eine Job-Shadowing von 14 Tagen in Athen/Griechenland. Wohnort der TN ist Hamburg Aufenthaltskosten `+ Fahrtkosten `+ Organisatorische Vorbereitung `= Förderung insgesamt 14 Tage x 169 € x 10 TN = 23.660 € 2025 km= 395 x 10 TN=3.950 € 350 x 10 TN= 3.500 € 31.110,00 € AM_Uebersicht_Foerdersätze KA121_KA122 ADU_20251111.docx …