[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …
[…] Übersetzt aus dem Englischen von Praktische Empfehlungen zur Ausrichtung Ihrer internationalen Projekte an den Prioritäten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps Prioritäten setzen, Potentiale ausschöpfen OeaD Sind Sie bereit, das Potenzial der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps voll auszuschöpfen? Möchten Sie lernen, wie Sie die horizontalen Prioritäten der Programme besser in Ihre Tätigkeit integrieren können? Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen zeigen, wie Sie die vier horizontalen Prioritäten auf Ihre Projektidee anwenden können – unabhängig davon, in welchem Bereich Sie tätig sind. Jedes Projekt ist einzigartig und orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen. Die Art und Weise, wie die Prioritäten umgesetzt werden, ist von Projekt zu Projekt verschieden. Auch die Strukturierung der hier bereitgestellten Informationen variiert je nach Priorität – entdecken Sie, was für Sie am besten passt! Erasmus+ ist das EU-Programm, das die allgemeine und berufliche Bildung, die Jugend und den Sport in Europa (und darüber hinaus) durch Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten unterstützt. Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt junge Menschen dabei, sich durch Freiwilligenarbeit und Solidaritätsaktionen für das Gemeinwohl zu engagieren. Beide Programme fördern Inklusion und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, digitalen Wandel und demokratische Teilhabe. Doch was bedeuten diese Prioritäten konkret für Ihr Projekt – und warum sind sie wichtig? Textredaktion: Susie Nicodemie Grafische Gestaltung: www.wearestardust.be Wir danken den SALTO Resource Centres, den nationalen Agenturen und den Projektträgerinnen und Projektträgern, die uns bei der Erstellung und Erprobung des Handouts unterstützt haben. MEHR DAZU: Übersetzung aus dem Englischen: OeAD-GmbH — Agentur für Bildung und Internationalisierung, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities INKLUSION & VIELFALT In Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps soll sichergestellt werden, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu den angebotenen Möglichkeiten erhalten. Hierfür bieten beide Programme verschiedene Hilfestellungen und Ressourcen an, um bestehende Hürden für eine Teilnahme zu verringern und zu überwinden. Bei diesen Hürden kann es sich um gesundheitliche Probleme, soziale oder kulturelle Herausforderungen, wirtschaftliche oder geografische Barrieren, Bildungsnachteile, Diskriminierung oder jegliche andere Form von Einschränkungen handeln. Europäische Projekte sollen inklusiv und zugänglich sein und Vielfalt in all ihren Formen einbinden. Sie sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ansprechen und diese Diversität als wertvolle Lernchance anerkennen. Ein gleichberechtigtes und respektvolles Umfeld sollte in allen Projekten aktiv gefördert werden. . TEILHABE AM DEMOKRATISCHEN LEBEN, GEMEINSAME WERTE UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Die Mitwirkung an demokratischen Prozessen ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Gesellschaften in Europa und darüber hinaus. Dazu gehört es, die erforderlichen Kompetenzen zu fördern und vielfältige Wege zu schaffen, um die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und einzubeziehen. Die EU- Programme unterstützen dabei, Hindernisse abzubauen und aktives Engagement sowie Teilhabe zu erleichtern. Europäische Projekte sollen alle Menschen, die sich engagieren möchten, dabei unterstützen, ihr Recht auf Mitbestimmung wahrzunehmen und die notwendigen Kompetenzen für eine aktive Bürgerschaft zu entwickeln. Dabei sollten partizipative Methoden zum Einsatz kommen, die zur aktiven Beteiligung motivieren. Außerdem ist es wichtig, Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Beteiligten zu planen und umzusetzen. NACHHALTIGKEIT UND KLIMAWANDEL Umwelt- und Klimabelastungen betreffen uns alle. Daher ist es wichtig, dass Menschen die ökologischen Herausforderungen verstehen und sowohl ihr Wissen als auch ihre Bereitschaft stärken, aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Die Förderung von Lernprozessen und Maßnahmen für den grünen Wandel (sowohl im formellen als auch im informellen Bereich) ist eine Priorität der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Aktivitäten in europäischen Projekten sollten ressourcenschonend und umweltbewusst umgesetzt werden. Dabei gilt es, nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den beteiligten Organisationen zu unterstützen und zu stärken. DIGITALER WANDEL Der fortschreitende digitale Wandel beeinflusst unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften kontinuierlich. Er eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens, der Ausbildung, der Arbeit, der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe, der Unterhaltung und der Kommunikation. Digitale Fertigkeiten und Kompetenzen sind dabei zentrale Bausteine für soziale Inklusion, aktive Bürgerschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Produktivität, Sicherheit und Wachstum. Die beiden Programme tragen zu inklusiveren und geeinten, umweltfreundlicheren und digital fitten Gesellschaften bei. Europas Innovationskraft sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten in zukunftsweisenden Bereichen wie Klimaschutz, saubere Energie, künstliche Intelligenz, Robotik und Big-Data-Analyse sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum und den Zusammenhalt Europas in der Zukunft. . .3 WIE WÜRDEN SIE DIESE PRIORITÄTEN IN IHREM PROJEKT MITEINANDER VERBINDEN? PRIORITÄTEN ÜBERSCHNEIDEN SICH Obwohl es sich um vier unterschiedliche Prioritäten handelt, überschneiden sie sich häufig in erheblichem Maße. Ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion besteht beispielsweise darin, sicherzustellen, dass Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen aktiv an Entscheidungsfindungen teilnehmen können. Gleichzeitig kann der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge Projekte verbessern, indem sie ökologisch nachhaltiger, inklusiver und partizipativer gestaltet werden. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen ihre Stimme und Fähigkeiten vielfältig ein, indem sie verschiedene Formen der Partizipation nutzen (etwa durch ihr Engagement in Projekten), um Nachhaltigkeit und Inklusion voranzubringen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zwischen den Prioritäten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Durch die Berücksichtigung mehrerer Prioritäten innerhalb einer Initiative können umfassendere und wirkungsvollere Projekte entstehen. . .4 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt LASSEN SIE SICH VON DEN FOLGENDEN PROJEKTBEISPIELEN INSPIRIEREN! Diese Projekte aus verschiedenen Bereichen und Organisationen sind bestrebt, unterschiedliche Prioritäten zu verbinden. Wo erkennen Sie in den Beispielen welche Priorität? Was können Sie daraus lernen? Was würden Sie anders machen? NACHHALTIGE ENTSCHEIDUNGEN – EIN PROJEKT FÜR GRUNDSCHULKINDER Im Rahmen dieses Projekts lernten Grundschulkinder, wie sie im Alltag umweltfreundliche Entscheidungen treffen können. Auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Lebensverhältnissen waren beteiligt. Sie lernten die Bedeutung von Nachhaltigkeit kennen, erfuhren, wer Einfluss auf umweltbezogene Entscheidungen hat, und diskutierten darüber, welche Veränderungen sie selbst – sowohl zu Hause als auch im Klassenzimmer – umsetzen könnten. Ein besonderes Highlight des Projekts war die Nutzung einer Virtual-Reality-Umgebung (VR), in der die Kinder ein interaktives Spiel zum Thema Recycling und nachhaltiges Handeln erkundeten. JUGENDPROJEKT ZU SOCIAL MEDIA UND GESELLSCHAFTLICHEM ENGAGEMENT Eine Gruppe junger Menschen realisierte ein internationales Projekt mit dem Ziel, sich intensiver mit sozialen Medien auseinanderzusetzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Im Verlauf des Projekts beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Umweltauswirkungen der von ihnen genutzten digitalen Werkzeuge. Eine besondere Herausforderung nahmen sie mutig an: einen ganzen Tag lang vollständig auf soziale Medien zu verzichten. Während sie ihr eigenes Nutzungsverhalten reflektierten, wie sie soziale Medien bewusster und sinnvoller einsetzen könnten, nahmen sie Kontakt zu Influencer/innen mit Behinderungen auf. Gemeinsam diskutierten sie die bedeutende Rolle, die soziale Medien für gesellschaftliches Engagement spielen – sei es beim Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, beim Aufbau von Gemeinschaften oder beim Verbreiten wesentlicher Informationen. PROJEKT DEMOKRATIE UND DIGITALE PARTIZIPATION Eine vielfältige Gruppe erwachsener Lernender – mit und ohne Lernschwierigkeiten – kam im Rahmen eines Projekts zusammen, das sich mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Wege kennen, sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, und setzten sich dabei auch mit vorhandenen diskriminierenden Barrieren auseinander. Das gesamte Projekt war partizipativ gestaltet: Die Gruppe war kontinuierlich in Entscheidungsprozesse eingebunden. Zudem wurden umweltfreundliche Praktiken erprobt – etwa die Anreise mit dem Zug oder die bewusste Wahl veganer Verpflegung. Zum Abschluss traten die Teilnehmenden in den Dialog mit lokalen und nationalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, um sich für inklusivere Strukturen in Bereichen wie Bürgerhaushalt, Wahlen und öffentliche politische Debatten einzusetzen. INITIATIVE FÜR INKLUSIVE HOCHSCHULEN Mehrere Hochschulen kooperierten im Rahmen einer Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, um ihre Arbeit mit der LGBTQIA+-Community gezielt zu verbessern. Gemeinsam identifizierten sie bestehende Hürden für Studierende und Mitarbeitende. Das Projekt förderte ein tieferes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der Community und unterstützte die Entwicklung inklusiverer und besser zugänglicher Strukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Optimierung digitaler Lernumgebungen – etwa durch die Einführung barrierefreier Software und geeigneter Online-Lernwerkzeuge. Zusätzlich umfasste das Projekt auch gezielte Lobbyarbeit, um Veränderungen auf institutioneller und nationaler Ebene anzustoßen und so eine inklusivere Studienerfahrung für alle zu ermöglichen. . .5 Verknüpfung der Prioritäten mit Ihrem Projekt WAS KÖNNEN SIE AUS DIESEN PROJEKTBEISPIELEN LERNEN? WIE WÜRDEN SIE IHRE ERKENTNISSE UMSETZEN? Wenden Sie sich an Ihre nationale Agentur oder Ihr nationales Erasmus+ Büro. Diese können Sie nicht nur bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Projekts unterstützen, sondern auch Schulungen anbieten oder empfehlen. So können Sie Ihr Wissen erweitern und sich mit anderen austauschen, die an ähnlichen Themen und Zielen arbeiten. Ferner stellen die SALTO Resource Centres Informationen, Schulungen, Tools und Unterstützung für Ihre Projekte zur Verfügung. UMWELTPROJEKT FÜR BERUFSSCHÜLER/INNEN Berufsschüler/innen aus zwei verschiedenen Ländern beschäftigten sich im Rahmen ihres Projekts mit lokalen Umweltproblemen und wie man diese lösen kann. Gemeinsam entwickelten sie eine App, mit der Umweltschäden nicht nur erfasst, sondern direkt an zuständige Behörden gemeldet werden können. Innerhalb der Gemeinden entwickelte sich die App auch zu einem wichtigen Tool, mit dem Freiwillige für die Behebung von Umweltproblemen mobilisiert werden konnten. Während der Projektarbeit lernten die Schüler/innen nicht nur von- und miteinander, sondern auch von Expertinnen und Experten zu den Themen Umweltschutz, digitale Werkzeugentwicklung und kommunale Entscheidungsprozesse. SPORT FÜR PARTIZIPATIVES LERNEN NUTZEN Sportorganisationen brachten Gruppen junger Frauen mit Migrationshintergrund zusammen, um ihre Kompetenzen als Trainerinnen im Mädchenfußball zu stärken. Der Fußballsport diente dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über gesellschaftliche Teilhabe – insbesondere über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sammelten die Teilnehmerinnen Spenden, um das Umfeld des Sportplatzes durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern aufzuwerten, und machten mit lokalen sowie sozialen Medien auf ihre Initiative aufmerksam. Durch den Sport und weitere gemeinschaftliche Aktivitäten gewannen die jungen Frauen (viele von ihnen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen) an Selbstvertrauen und wurden ermutigt, sich aktiv in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Sport junge Frauen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen, ihr Umfeld bewusst wahrzunehmen und positive Veränderungen in ihrer Gemeinschaft anzustoßen. PROBIEREN SIE ES AUS! MEHR DAZU: . .6 LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? UM MEHR MENSCHEN MIT GERINGEREN CHANCEN IN IHR PROJEKT EINZUBEZIEHEN: Arbeiten Sie mit Projektpartnern zusammen, die gezielt mit Menschen mit geringeren Chancen arbeiten (z. B. Sonderschulen, soziale Dienste, Inklusionsorganisationen...). Stellen Sie sicher, dass auch Ihre Projektpartner aktiv Menschen mit geringeren Chancen erreichen und einbinden. Prüfen Sie Ihre Vorgehensweise und Veranstaltungsorte auf Hindernisse, die (unbeabsichtigt) Personen ausschließen könnten. Zeigen Sie in Ihrem Förderantrag, dass sie DIE ZIELGRUPPEN (mit geringeren Chancen), mit denen Sie arbeiten möchten, genau KENNEN. Legen Sie dar, welche Motivation, Kompetenzen und Erfahrungen Sie im Umgang mit diesen Gruppen mitbringen. Beschreiben Sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen, beispielsweise: die notwendige Unterstützung, damit alle gleichberechtigt teilnehmen können (z. B. Begleitpersonen, Trainer/innen, Gebärdensprachdolmetscher/innen...); zusätzliche finanzielle Mittel für besondere Bedürfnisse oder für vorbereitende Besuche (um z. B. einen Ort für Ihre Aktivitäten vorab zu besichtigen); eine gezielte Vorbereitung, inklusive Methoden und Nachbereitung, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern Chancengerechtigkeit und Fairness, indem sichergestellt wird, dass die Teilnahme für alle offen und zugänglich ist – unabhängig von den individuellen Herausforderungen, denen Menschen begegnen. Personen, die mit Hindernissen konfrontiert sind, haben oft weniger Chancen zur Teilhabe als andere. Durch gezielte Unterstützung und passende Ressourcen können Sie Ihr Projekt für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen öffnen. Sehen Sie sich diese Empfehlungen an, um Ihre Projekte inklusiver zu gestalten! UM MEHR INKLUSION UND VIELFALT IN IHRE PROJEKTE ZU BRINGEN: Beziehen Sie Menschen mit geringeren Chancen aktiv in alle Phasen Ihres Projekts ein (zu jedem Thema) = inklusives Projekt. Greifen Sie Themen rund um Inklusion und Vielfalt auf = Projekt über Inklusion. Oder beides: Binden Sie Menschen mit geringeren Chancen in ein Projekt ein, das sich mit Inklusion und Vielfalt beschäftigt. . .7 Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? Erstellen Sie im Vorfeld eine Liste mit Notfallkontakten, die während einer Auslandsaktivität kontaktiert werden können. Analysieren Sie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, definieren Sie die Aktivitäten im Projekt entsprechend und bieten Sie bei Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an. Fördern Sie die aktive Teilnahme am Projekt. Antizipieren Sie Herausforderungen bei der Projektdurchführung so weit wie möglich (Risikobewertung). Richten Sie die Aktivitäten (z. B. Methoden, Dauer, Räumlichkeiten) auf die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten Ihrer Teilnehmenden aus. VOR DER AKTIVITÄT Gestalten Sie Ihre Informationen und Vorgehensweise zielgruppengerecht, ansprechend und gut zugänglich. Verwenden Sie Kommunikationskanäle, eine Sprache und visuelle Elemente, die Ihre Zielgruppe nutzt, versteht und mit denen sie sich identifizieren kann. Weisen Sie in Ihrem Informationsmaterial ausdrücklich darauf hin, dass Sie eine Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen willkommen heißen (und welche Unterstützung Sie anbieten können), um die Teilnahme verschiedener Zielgruppen zu fördern. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilnahme- und Auswahlkriterien nicht ausschließend sind (z. B. „Nur die Besten können teilnehmen“) – achten Sie auf vielfältige Profile. Lernen Sie die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Teilnehmenden kennen (statt sie einfach anzunehmen) und gestalten Sie Ihre Vorbereitungen und die Verwaltung (Dokumente, Plattformen) so, dass sie für alle geeignet sind. Bieten Sie bei Bedarf individuelle Unterstützung an. Im Folgenden finden Sie einige Ideen, um mehr Inklusion und Vielfalt in Ihre Aktivitäten zu bringen. TIPPS FÜR PROJEKTE . .8 NACH DER AKTIVITÄT Nutzen Sie die Vielfalt der Gruppe als eine positive Quelle des Lernens. Bieten Sie maßgeschneiderte Unterstützung sowohl während des Arbeitsprogramms als auch außerhalb (Freizeit, Unterkunft...) an. Sorgen Sie dafür, dass es für alle Teilnehmenden eine „Vertrauensperson“ gibt, die im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist. WÄHREND DER AKTIVITÄT Stellen Sie sicher, dass Veranstaltungsort und Unterkunft für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, psychischen Bedürfnissen sowie für unterschiedliche Geschlechter, Ernährungsweisen, kulturelle und soziale Gepflogenheiten etc. geeignet sind. Schaffen Sie einen sicheren Lernraum, indem Sie die Methoden und das Programm an die Lernbedürfnisse anpassen oder verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme anbieten. Unterstützen Sie die Teilnehmenden (auf Basis ihrer Lernerfahrungen) die nächsten Schritte zu planen. Sammeln (und berücksichtigen) Sie Feedback von Teilnehmenden mit geringeren Chancen, um Ihre nächste Aktivität noch inklusiver zu gestalten! Unterstützen Sie die Teilnehmenden dabei, die Aktivitäten zu reflektieren und dokumentieren Sie ihre Lernerfahrungen (z. B. Europass- Mobilitätsnachweis, Youthpass, Learning Agreement Complement...). Beziehen Sie alle Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten in Verbreitungsaktivitäten ein. Planen Sie ausreichend Pausen ein und stellen Sie einen ruhigen Raum zur Verfügung, um die Erfahrung zu reflektieren. Achten Sie darauf, dass die Lernmaterialien ansprechend und zugänglich sind (z. B. für blinde und sehbehinderte Menschen, für Menschen mit sensorischen und kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten...). Wie können Sie (mehr) Inklusion und Vielfalt in Ihr Projekt bringen? MEHR DAZU : . .9 Behalten Sie die finanziellen Belastungen für die Teilnehmenden im Rahmen Ihrer Projektaktivitäten als auch in der Freizeit im Blick. LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? WAS BEDEUTET GRÜNES REISEN? Die Programme unterstützen “grünes” Reisen. Leider kann umweltfreundliches Reisen manchmal teurer sein oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt jedoch zusätzliche Fördermittel, um diese Mehrkosten auszugleichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Programmleitfäden zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen sind zentrale Prioritäten der EU – heute und in Zukunft. Nachhaltigkeit sollte ein fester Bestandteil des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereichs sein. Dies betrifft Lehrpläne, die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften sowie Gebäude, Infrastruktur und Abläufe. Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps fördern: Bildung für nachhaltige Entwicklung, einschließlich der Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Teilnehmende benötigen, um nachhaltiges Handeln in ihrem Alltag zu integrieren; Verhaltensänderungen, um den CO₂-Fußabdruck europäischer Projekte zu reduzieren – zum Beispiel durch die Förderung von emissionsarmen Reisemöglichkeiten und umweltfreundliches Projektmanagement; die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen in Bereichen, die mit dem ökologischen Wandel zusammenhängen. . .10 GRÜN REISEN - SO GEHT’S: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/erasmus-programme-guide https://youth.europa.eu/solidarity/organisations/reference-documents-resources_en TIPPS FÜR PROJEKTE Führen Sie eine Abfallanalyse durch und beginnen Sie, Müll zu vermeiden, zu reduzieren und zu recyceln. Bieten Sie standardmäßig vegane/vegetarische Verpflegung mit regionalen und saisonalen Zutaten an. Verwenden Sie wiederverwendbares Besteck und ermutigen Sie die Teilnehmenden, ihre eigenen Wasserflaschen mitzubringen. Wählen Sie Orte, die gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Helfen Sie Ihren Teilnehmenden bei der Buchung von Zugtickets, organisieren Sie Fahrgemeinschaften, stellen Sie Fahrradstellplätze zur Verfügung... Lassen Sie die Teilnehmenden selbst wählen, was sie an Goodies, Snacks oder Erfrischungen tatsächlich brauchen, anstatt für jede Person pauschal ein Kontingent bereitzustellen – so reduzieren Sie unnötigen Abfall. Messen Sie Ihren CO2- Fußabdruck während des Projekts für alle relevanten Bereiche (Reisen, Veranstaltungen, Beschaffung...). Wo eine Reduktion nicht möglich ist, kompensieren Sie. Teilen Sie Ihre umweltfreundlichen Maßnahmen, um andere zu inspirieren und neue Maßstäbe zu setzen. Ermutigen Sie Ihre Teilnehmenden, nachhaltige Gewohnheiten zu übernehmen. PRAKTISCHE SCHRITTE ZUR VERRINGERUNG DES CO2-FUßABDRUCKS IHRES PROJEKTS: Welchen Bedarf hat Ihre Zielgruppe in diesem Bereich? Welche grünen Kompetenzen sind bereits vorhanden, und was fehlt noch? Wie können Sie die Projektverantwortlichen in Umweltfragen schulen? Wie können Sie Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Daten treffen? Überlegen Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten (Treffen, Veranstaltungen, Workshops...), ob Sie sich persönlich treffen müssen oder nicht. Können diese Aktivitäten auch online stattfinden? Wie können Sie den Energie- und Ressourcenverbrauch der Teilnehmenden, des Projekts und der beteiligten Organisationen senken? Könnten Sie auf Flyer oder Goodies verzichten? Gibt es nachhaltige Alternativen? Welchen langfristigen Einfluss haben Ihre Aktivitäten? Was hat Bestand und was nicht? Sprechen Sie mit Ihren Projektpartnerinnen und Projektpartnern über deren Umweltbilanz und gute Praxisbeispiele (z. B. bei der Auswahl von Veranstaltungsorten, Restaurants, Druckereien oder Moderator/innen...). Wie können Sie Ihr Projekt umweltfreundlicher gestalten? MEHR DAZU: . .11 Welche Expertinnen und Experten und Umweltakteurinnen und Umweltakteure können Sie einbinden? Welche Indikatoren können Sie nutzen, um die Wirkung Ihres Projekts zu messen und sie in Ihrem Abschlussbericht darzustellen? Wie können Sie eine langfristige Verhaltensänderung bei Ihren Teilnehmenden fördern? LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities EIN PROJEKT KANN SICH ZUM BEISPIEL MIT FOLGENDEN THEMEN BEFASSEN: Entwicklung digitaler Kompetenzen – von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Fähigkeiten1 Stärkung eines digitalen Bildungsökosystems2 Digitale Inhalte für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend Künstliche Intelligenz in allgemeiner und beruflicher Bildung sowie Jugendarbeit Digitale Bereitschaft und Kapazität von Einrichtungen, Entwicklung digitaler Transformationspläne oder digitaler Strategien innerhalb von Bildungseinrichtungen Digitale Inklusion und Abbau digitaler Ungleichheiten STEAM-Ansatz (Science, Technology, Engineering, Arts, Mathematics) Virtuelle und hybride Mobilität, virtuelles Lernen und virtuelle Zusammenarbeit Jedes andere Thema im Einklang mit dem Digital Education Action Plan (2021–2027)3 Projekte im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen und Kapazitäten – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Institutionen. Sie schaffen damit gleiche Chancen für alle, im Leben erfolgreich zu sein, eine Beschäftigung zu finden und sich als engagierte Bürger/innen einzubringen. Der digitale Wandel ist besonders wichtig in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und dem Sport, da er als systemischer Veränderungsprozess verstanden wird, bei dem Technologie gezielt eingesetzt wird, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen. Ziel ist es, die Qualität und Teilhabe in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Jugendarbeit zu verbessern. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Lösungen kann neue Möglichkeiten für Lernen und Kommunikation schaffen, den Zugang zu Informationen verbessern, moderne pädagogische Ansätze ermöglichen und somit die Qualität von Lehren und Lernen in formalen wie auch non-formalen Lernumgebungen steigern. Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? 12 1 Council Recommendation on improving the provision of digital skills and competences in education and training 2 Council recommendation on Key enabling factors for successful digital education and training 3 Digital Education Action Plan (2021-2027) . . Digitale Pädagogik https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15740-2023-INIT/en/pdf https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15741-2023-INIT/en/pdf https://education.ec.europa.eu/focus-topics/digital-education/plan Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? FRAGEN ZUM NACHDENKEN Wie werden digitale pädagogische Ansätze und Methoden eingesetzt, um vertieftes Lernen zu fördern? Wie trägt das Projekt zur Verbesserung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen im Kontext der digitalen Transformation bei? Wie stärkt das Projekt ein leistungsstarkes digitales Bildungsökosystem? Wie wird digitale Technologie gezielt und sinnvoll eingesetzt, um neue Prozesse und Methoden zu ermöglichen? Wie kann die digitale Transformation mit den übrigen Programmprioritäten des Projekts sinnvoll verknüpft werden? DIGITALE PÄDAGOGIK DIGITALE KOMPETENZEN DIGITALES BILDUNGSÖKOSYSTEM DIGITALE TRANSFORMATION SYNERGIEN MIT ANDEREN PRIORITÄTEN 4 2 3 1 5 . .13 NUTZEN SIE GEEIGNETE TOOLS UND KONZEPTE, UM DIE UMSETZUNG DER DIGITALEN PRIORITÄT IN IHREM PROJEKT ZU UNTERSTÜTZEN Neben dem Digital Education Action Plan können Sie Referenzrahmen wie DigComp, DigCompEdu und DigCompOrg verwenden, um bei der Projektplanung Bedürfnisse, Ziele und Aktivitäten zu identifizieren. Sie bieten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Ihr Projekt in einem breiteren europäischen Kontext einzuordnen. Solche Tools und Referenzrahmen unterstützen Ihre Projektaktivitäten gezielt – etwa beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Selbsteinschätzung (z. B. mit den SELFIE-Tools). Darüber hinaus helfen sie dabei, die Projektarbeit zu reflektieren und ihre Wirkung systematisch zu bewerten. One-Pager von SALTO Digital bieten Leitlinien und konkrete Anregungen, wie die entsprechenden Referenzrahmen und Werkzeuge in Projekten eingesetzt werden können. Ergänzend dazu bieten Themenkarten kompakte Einführungen in verschiedene digitale Themen (wie KI und STEAM) und erleichtern es insbesondere neuen Projekten, sich mit der digitalen Priorität auseinanderzusetzen. One-Pager und weitere hilfreiche Ressourcen für Ihr Projekt finden Sie unter: saltodigital.eu Wie kann ein Projekt mit Fokus auf die digitale Priorität umgesetzt werden? . .14 https://www.oph.fi/en/european-salto-digital-resource-centre WAS FÄLLT IHNEN EIN, WENN SIE AN DEMOKRATISCHE TEILHABE DENKEN? Partizipation bedeutet, dass Menschen das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit sowie gegebenenfalls die Unterstützung haben, um frei ihre Meinung zu äußern, sich einzubringen und Entscheidungen, die sie betreffen, mitzugestalten – also aktiv am demokratischen und gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaften teilzunehmen. Beteiligung kann viele Formen annehmen. Wählen zu gehen oder für ein politisches Amt zu kandidieren sind vielleicht die ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen – doch demokratische Teilhabe geht weit darüber hinaus. Man kann sich zum Beispiel in und mit gewählten oder repräsentativen Gremien engagieren, wie etwa in Schüler/innen- oder Studierendenvertretungen, Jugendräten, Bürgerversammlungen, politischen Parteien oder Gewerkschaften. Auch das Unterzeichnen oder Initiieren von Petitionen, der Einsatz für Veränderungen mit Freundinnen und Freunden oder mit Unterstützung einer Organisation, das Verfassen von Verbesserungsvorschlägen an die lokale Gemeinde oder das Teilnehmen an Protesten zählen dazu. Zudem können Menschen sich ehrenamtlich engagieren, spenden, Beiträge in sozialen Medien teilen, sich an Entscheidungsträger/innen wenden, Produkte aus ethischen Gründen boykottieren und vieles mehr. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansichten zum Ausdruck zu bringen, gehört zu werden und dadurch Prozesse und Ergebnisse im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Wie können Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps Sie dabei unterstützen? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .15 FOKUS AUF PARTIZIPATION Partizipation kann sowohl das Thema Ihres Projekts sein (Sie diskutieren über Partizipation) als auch ein Prozess in Ihrem Projekt (Sie wenden Beteiligungsprinzipien an). PROZESSE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG Bieten Sie den Teilnehmenden genügend relevante Informationen, damit sie Entscheidungen treffen können? In welcher Form werden die Informationen zur Verfügung gestellt? Wie schaffen Sie einen sicheren Raum, in dem Teilnehmende Fragen zu ihrer Beteiligung stellen können? Wie beziehen Sie die Menschen, die von Ihrem Projekt betroffen sind, aktiv in Entscheidungen ein – vor, während und nach dem Projekt? BEACHTEN SIE BEIM VERFASSEN IHRES FÖRDERANTRAGS, BEI DER UMSETZUNG UND BEI DER REFLEXION IHRES PROJEKTS FOLGENDES: THEMA Was könnte ein wichtiges Thema für die Menschen sein, die Sie in Ihr Projekt einbinden möchten? Wie können Sie das herausfinden? (z. B. anhand von früheren Aktivitäten, Umfragen, Befragung von Teamkolleginnen und Teamkollegen und Zielgruppen mit verschiedenen Methoden...) Auch wenn Ihr Projekt einen anderen Schwerpunkt hat – wie könnten Sie Partizipation aus der Perspektive Ihres Themas angehen? (z. B. Wahlen, Proteste, Gemeinschaftsaktionen zu den von Ihnen gewählten Themen, Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern) Welche Aspekte der demokratischen Teilhabe könnten Teil Ihres Projekts sein? Worauf möchten Sie sich konzentrieren? (z. B. ein Projekt zu Wahlen, ehrenamtliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch über die Arbeit von Schüler/innenvertretungen / Jugendräten / akademischen Gremien, die Bedeutung von Protesten, von Lernenden geleitete Bildungsaktivitäten...) TIPPS FÜR PROJEKTE Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .16 Wie verteilen Sie die Verantwortlichkeiten während des Projekts? Wie kann jede/r Teilnehmende einen Beitrag leisten? Welche Rollen gibt es? Wie könnten Sie die Teilnehmenden in alle Arten von Entscheidungsprozessen im Projekt einbeziehen? (z. B. bei praktischen Fragen, Methodenwahl, Themen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbeziehung von Expertinnen und Experten, Kommunikation...) Wie stellen Sie sicher, dass die Meinung aller Beteiligten während des gesamten Projekts und der Aktivitäten gehört wird? Welche Methoden, sowohl online als auch offline, könnten Sie dafür nutzen? WIRKUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE Wie könnten Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse und den Ablauf des Projekts bewerten? Wie könnte Ihr Projekt etwas in der lokalen Gemeinschaft oder in der breiteren Gesellschaft verändern? Mit wem könnten Sie dafür zusammenarbeiten? (Lokale, nationale, internationale Entscheidungsträger/innen, Jugendarbeiter/innen, Schulleiter/innen, Universitätsrektorinnen und Universitätsrektoren...) Wie stellen Sie sicher, dass die am Projekt beteiligten Personen wissen, wo und wie ihre Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden oder weitere Prozesse beeinflussen? (Erklären Sie auch, ob und warum einige ihrer Ideen möglicherweise nicht umgesetzt werden.) Wie könnten Sie über die Projektergebnisse und die Bedürfnisse der Teilnehmenden an unterschiedliche Entscheidungsträger/innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene kommunizieren? Wie bewerten Sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Wirkung und den Lerneffekt des Projekts? Wie übertragen Sie das Gelernte über die Projektlaufzeit hinaus auf den Alltag? Wie verändert die Teilnahme am Projekt das Wissen und die Einstellung der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Veränderungen zu bewirken? Wie könnten Sie diesen Effekt weiterentwickeln? Wie können Sie mehr und bessere Partizipation in Ihrem Projekt erreichen? . .17 MEHR DAZU: LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities Sind Sie bereit, MEHR DAZU: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) können dafür verantwortlich gemacht werden. das Potenzial auszuschöpfen? der Prioritäten LINKTR.EE/ UNLOCK_PRIORITIES https://linktr.ee/unlock_priorities https://linktr.ee/unlock_priorities …