08.07.2025
Am 17. Juli 2025 hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag für die neue Generation des Erasmus+-Programms für den Zeitraum 2028 bis 2034 vorgestellt. Mit einem geplanten Budget von 40,8 Milliarden Euro – das entspricht einem Zuwachs von 50 Prozent gegenüber dem laufenden Programm – unterstreicht die Kommission die hohe Bedeutung von Erasmus+ für Bildung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Das entspricht rund 2 Prozent des gesamten EU-Haushalts von knapp 2 Billionen Euro.
Die Struktur des Programms bleibt im Wesentlichen erhalten: Die sechs Bildungssektoren – Berufsbildung, Hochschulbildung, Erwachsenenbildung, Schulbildung, Jugend und Sport – bleiben bestehen. Auch die bekannten Leitaktionen werden fortgeführt, heißen nun aber „Säulen“. Die bisherigen Leitaktionen 2 und 3 sollen zu einer neuen Säule 2 zusammengefasst werden. Neu ist, dass das Europäische Solidaritätskorps in Erasmus+ integriert werden soll.
Die Kommission setzt weiterhin klare inhaltliche Schwerpunkte: Lernmobilität, Inklusion, Kompetenzerwerb sowie politische und gesellschaftliche Teilhabe bleiben zentrale Ziele. Auch sollen alle Zielgruppen, die im laufenden Programm förderfähig sind, in der neuen Programmgeneration unterstützt werden. Kooperationsprojekte – insbesondere auf nationaler Ebene durch die Nationalen Agenturen gefördert – bleiben fester Bestandteil, dürfen jedoch nicht zugunsten zentraler EU-Projekte an Relevanz verlieren. Sie sind essenziell für praxisnahe Impulse zur Weiterentwicklung des Europäischen Bildungsraums.
Ob das neue Budget ausreicht, ist fraglich. Die Nationale Agentur beim BIBB schätzt, dass der tatsächliche Finanzbedarf viel höher ist. Allein für den Erhalt des aktuellen Förderniveaus bräuchte es mehr Mittel – u. a. wegen der Inflation 2021–2024 (20 Prozent) und dem starken Wachstum der aktuellen Programmgeneration. Allerdings haben Deutschland und andere Mitgliedstaaten bereits Widerstand gegen die Höhe des Gesamt-EU-Haushalts angekündigt – Kürzungen sind also möglich.
In den anstehenden Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) sollte daher konsequent für ein gestärktes Erasmus+ eingetreten werden – quantitativ wie qualitativ.
Während das aktuelle Erasmus+-Programm noch in vollem Gange ist, laufen bereits die Vorbereitungen für die neue Programmgeneration. Was hat sich bewährt? Was sollte aus deutscher Sicht weiterentwickelt werden? Wie läuft der Prozess dazu ab und was ist gerade der aktuelle Stand?
Hier erfahren Sie mehr zur Zukunft von Erasmus+