Inklusion und Vielfalt

Inklusion und Vielfalt –  dies ist ein zentrales Querschnittsthema für alle Programmbereiche in dem Programm Erasmus+. Chancengleichheit, Barrierefreiheit, Fairness und Vielfalt soll in allen Programmaktionen gefördert werden, um eine breite Beteiligung von Menschen mit geringeren Chancen an der Gesellschaft, am Bildungssystem und an Erasmus+ sicherzustellen. Auf unserer Themenseite erfahren Sie, welche Möglichkeiten Ihnen Erasmus+ bietet, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten.

Wer ist angesprochen?

Erasmus+ setzt auf einen umfassenden Inklusionsansatz und möchte Bildung für alle zugänglich machen. Ziel ist es, Menschen den Zugang zum Programm zu erleichtern, die bisher aufgrund verschiedener Barrieren ausgeschlossen waren. Eine Liste möglicher Hürden dient als Orientierung, um gezielt Maßnahmen für mehr Chancengleichheit zu entwickeln. Personen, auf die diese oder ähnliche Merkmale zutreffen, können für Auslandsaufenthalte in der Berufs- oder Erwachsenenbildung (Mobilität, Leitaktion 1) zusätzliche Förderung erhalten oder andere Erleichterungen im Programm nutzen. 
 

Was sind Mobilitäten?

Die folgenden Hindernisse können – einzeln oder in Kombination – einer Teilnahme an Erasmus+ im Wege stehen:

  • mentale, körperliche, sensorische oder sonstige Beeinträchtigungen
  • gesundheitliche Probleme (chronische oder psychische Erkrankungen)
  • kulturelle Unterschiede gegenüber der Mehrheitsgesellschaft (Geflüchtete, Neuzugezogene, Angehörige einer nationalen oder ethnischen Minderheit, sprachlich und kulturell nicht integrierte Menschen) 
  • soziale Hindernisse, die durch Anpassungsschwierigkeiten hervorgerufen werden (begrenzte soziale Kompetenzen, risikoreiches Verhalten oder Alkohol- und Drogenmissbrauch)
  • Hindernisse im Zusammenhang mit Diskriminierung (aufgrund von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung, Behinderung oder übergreifender Faktoren)
  • wirtschaftliche Hindernisse (niedriger Lebensstandard, Langzeitarbeitslosigkeit oder ein geringes Einkommen)
  • soziale Hindernisse, die durch familiäre Verhältnisse entstehen
  • geografische Hindernisse (Wohnen in abgelegenen oder ländlichen Gebieten, auf kleinen Inseln, in Randgebieten, in städtischen Vororten, in strukturschwachen Gegenden mit begrenztem öffentlichen Nahverkehr, unzureichenden Versorgungseinrichtungen).
  • Hindernisse im Zusammenhang mit Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung, die dazu führen, dass Menschen keine guten Leistungen erbringen oder frühzeitig aus diesen Systemen ausscheiden. Eine geringe Qualifikation von Erwachsenen kann zum Beispiel auch damit zusammenhängen, dass Bildungssysteme nicht in vollem Umfang auf besondere Bedürfnisse eingehen.

Welche Inklusionsangebote macht Erasmus+?

Das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ hat für die Phase 2021 bis 2027 Inklusion und Vielfalt zu einem wichtigen Schwerpunkt erklärt. 

Alle über Erasmus+ geförderten Einrichtungen werden ermutigt, ihre Aktivitäten und Projekte inklusiv zu planen. Das heißt: Schon bei der Ideenentwicklung wird darauf geachtet, dass möglichst viele Personen der Einrichtung angesprochen und bei Interesse miteinbezogen werden können.

Zum Leitfaden

Das Programm Erasmus+ bietet vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten, die je nach individuellem Bedarf genutzt werden können: zusätzliche finanzielle Hilfe, Zuschüsse für Begleitpersonen, Verkürzung von Aufenthalten (Berufsbildung) und vieles mehr. Einen ersten Überblick bietet unser Factsheet zur Inklusionsunterstützung. 

Zum Factsheet

Für die Organisation kann zudem der Leitfaden zur inklusiven Umsetzung von Erasmus+ Projekten mit einer hilfreichen Checkliste genutzt werden.

Welche Möglichkeiten bietet Erasmus+?

Leitaktion 1: Mobilität von Einzelpersonen

fördert Erasmus+ persönliche Lernerfahrungen im Ausland. Zum Beispiel im Rahmen der Berufsbildung oder der allgemeinen Erwachsenenbildung. Diese Chance, durch neue Erfahrungen zu wachsen, soll auch Personen angeboten werden, die aus verschiedenen Gründen bisher keinen Zugang dazu hatten.

Was sind Mobilitäten?

In Erasmus+ gibt es viele Wege, die eine Teilnahme auch für Personen mit geringeren Chancen möglich machen können:

  • zusätzliche finanzielle Förderung
  • engere Betreuung durch mehr Begleitpersonen (Fahrt- und Aufenthaltspauschale)
  • Förderung von Besuchen zur Vorbereitung von Aktivitäten (inkl. Teilnahme Personen mit geringeren Chancen)
  • Berufsbildung: Verkürzung der Mindestaufenthaltsdauer
  • Erwachsenenbildung: Mindestaufenthaltsdauer ist bereits kürzer angelegt (Personen mit geringeren Chancen stehen im Mittelpunkt)
  • Gruppenaufenthalte
  • ggf. Aufenthalt in deutschsprachigen Ländern (z. B. Österreich, Liechtenstein)
  • Förderung von Aktivitäten für Bildungspersonal (Job Shadowings, Kurse usw.) – z. B. zum Aufbau von persönlichen Kontakten und Erfahrung mit Auslandsreisen

Leitaktion 2: Partnerschaften für Zusammenarbeit

In dem Programmbereich wird thematisches Arbeiten von Einrichtungen aus mehreren Ländern zum Thema Inklusion und Vielfalt gefördert. 

Was sind Partnerschaften?

Zum Beispiel im Rahmen der Berufsbildung oder der allgemeinen Erwachsenenbildung. Im Vordergrund kann dabei eine Produktentwicklung oder ein Austausch guter Praxis stehen.  

 

Projektbeispiele

Schmuckbild mit Menschen und Zahnrädern

Arbeit mit Familien mit Suchtproblemen

Abschlag zu einem besseren Leben

Mut zu Europa! Junge Erwachsene entdecken Lettland

Vernetzungsangebote

  • Inklusionsbotschafterinnen

    Die Botschafterinnen kommen aus der Bildungspraxis und haben langjährige Erfahrungen u.a. im Umgang mit Inklusion an Berufsschulen oder der Umsetzung von EU-Projekten an Volkshochschulen. Im Auftrag der NA beim BIBB informieren sie kostenlos bei Vorträgen oder Gesprächen über die vielfältigen Möglichkeiten von Inklusion und Vielfalt in Erasmus+. 

  • EPALE Deutschland

    Auf EPALE, der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, wird das Thema Inklusion und Vielfalt diskutiert. Lesen Sie die neusten Blog-Einträge – weitere Beiträge sind willkommen.

  • Regionales Erasmus+ Beratungsnetzwerk

    Das Erasmus+ Beraternetzwerk unterstützt kostenlos bei Akkreditierung, Planung und Durchführung von Auslandsaufenthalten – und bietet eine Plattform für Austausch und regionale Vernetzung. 

  • Vernetzungsseminare

    Vernetzungsseminare zum Thema Inklusion bieten die Chance, sich international zu vernetzen, Ideen auszutauschen und Partner für Erasmus+-Projekte zu finden – ideal, um gemeinsam inklusive Bildungsprojekte zu entwickeln. 

Weitere Informationsangebote

Podcast Talking Erasmus+

Unser Podcast "Talking Erasmus+" informiert über das Förderprogramm Erasmus+ und seine vielseitigen Bildungsprojekte - auch zum Thema Inklusion und Vielfalt. In der Reihe "Zugang für alle" werden anhand von drei Projektbeispielen verschiedene Facetten der Inklusion beleuchtet. Einfach reinhören und inspirieren lassen.   

Bundesinstitut für Berufsbildung

Auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung wird gezeigt wie Inklusion in der beruflichen Bildung gelingt: mit aktuellen Projekten, Studien, Praxisbeispielen und Videos zu Ausbildung, Übergängen und Qualifizierung. 

Salto Inclusion Education

Das Ressourcenzentrum SALTO Inclusion Education unterstützt europaweit bei der Umsetzung von Inklusion und Vielfalt in Erasmus+. Die Website bietet hilfreiche Tools und Leitfäden für die Praxis.

Publikationen

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Benötigen Sie weitere Hilfe?

Wir sind für Sie da

Melanie Roth (Beauftragte für Inklusion und Vielfalt | Mobilität)
Fon: 0228 107 1612
Mail: melanie.roth[at]bibb(dot)de

 

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