[…] Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen einen Digitalisierungsschub ausgelöst – so auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Pflegefachkräften. Doch was bleibt? Welche neuen Impulse und Anforderungen ergeben sich daraus – jenseits kreativer Geschäftsmodelle – für das berufliche Lernen? Und wo stößt das digitale Lernen an Grenzen? Die BWP-Ausgabe richtet dazu den Blick sowohl auf die Lerninhalte und zu vermittelnden Kompetenzen als auch auf methodisch didaktische Fragen. Zur Veröffentlichung auf bibb.de …
[…] Neue Bildungsmaterialien für die Mitarbeitenden in Unternehmen, Positives Fazit nach drei Jahren Projektarbeit Angesichts der fortwährenden gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen ist der Bedarf nach Orientierung und Anpassung in Unternehmen groß. Dies betrifft vor allem die Bereiche Corporate Social Responsibility (CSR), Nachhaltigkeit und digitale Transformation. Für die Umsetzung von Maßnahmen ist die entsprechende Expertise in den Unternehmen – sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeitenden - gefragt. , Hier setzt die Erasmus+-Partnerschaft „BEST – Boosting Environmental and Social Topcis“ an. Ziel des Projektes war es, Bildungsangebote zu entwickeln, um in Unternehmen die notwendige Expertise für den Wandel in Bezug auf Klimaneutralität, nachhaltiges Wirtschaften und faire Arbeitsbedingungen schaffen. Damit ordnet sich das Projekt in das Konzept der VUCA-Welt (Volatile, Uncertain, Complexity and Ambiguity) ein. In der heutigen VUCA-Welt geht es darum, in die Zukunft zu denken und die Zusammenarbeit in Unternehmen mit modernsten Lösungen zu stärken. Durch die entwickelten Bildungsangebote soll das Potenzial der eigenen Mitarbeitenden in den Unternehmen genutzt werden, um diesen Herausforderungen von innen heraus zu begegnen. , Ein wichtiger Baustein im gesamten Projekt war die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den vier Projektpartnern aus Belgien, Deutschland, Italien und Portugal. Ansätze aus den verschiedenen Ländern und den Wirkkontexten der Partner wurden zusammengetragen und bewertet. Die Erkenntnisse flossen in die Entwicklung der vier Bildungsinstrumente ein: ein umfangreiches Schulungscurriculum für die Mitarbeitenden in den Unternehmen, das die Kompetenzen für eine nachhaltige Unternehmensführung vermittelt (IO 1), ein Konzeptpapier zur Themenorientierung und eine Toolbox, die einen Überblick über die relevanten Themenfelder und Methoden für eine nachhaltige Unternehmensführung bieten (IO 2), ein Social Impact Management und ein Impact Assessment Report, die die Wirkung der Schulungsmaßnahmen auf die Unternehmensmitarbeitenden und die Gesellschaft messen und analysieren (IO 3) sowie ein Onlinewerkzeug für den Austausch und die Kommunikation mit dem Namen Billbo.online, das eine Plattform für den Wissenstransfer, das Networking und die Kooperation zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen ermöglicht (IO 4). , Das Projekt war auf mehreren Ebenen erfolgreich. In den Unternehmen ist ein tieferes Verständnis dafür entstanden, dass durch das Einbeziehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der soziale und ökologische Wandel beschleunigt werden kann. Durch die Partizipation fühlen sie sich ermutigt, Veränderungen zuzulassen und die entsprechenden Innovationen mit umzusetzen. Auf internationaler Ebene sind durch die Projektarbeit bereits bestehende Netzwerke wie die Economia Civile in Italien, die Wirtschaft in Gemeinschaft in Italien und Belgien sowie die Gemeinwohlökonomie in Belgien, Deutschland, Italien und Österreich auf das Projekt BEST aufmerksam geworden und haben sich mit ihren Methoden und Erfahrungen eingebracht. Die BEST-Bildungsformate werden inzwischen in deren Ausbildungs- und Qualifizierungsprogrammen integriert. Als besonders wirksam hat sich die Kooperation mit den lokalen Wirtschaftsverbänden erwiesen. So sind bspw. in Deutschland drei Schulungsformate beim Entwicklungspartner Bildungswerk der Baden - Württembergischen Wirtschaft e.V. (BIWE) in das reguläre Schulungsprogramm für die Wirtschaftspartner aufgenommen worden. In Zusammenarbeit mit dem BIWE und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurde außerdem ein Leitfaden (PDF) für die Integration des Themas Nachhaltigkeit in die Ausbildung entwickelt. Ein Großkonzern bietet seinen Auszubildenden jährlich die Teilnahme an einem von der IHK anerkannten Zertifikats-Lehrgang für Nachhaltigkeitsbildung an. …
[…] Checkliste, Schatzkiste, Stresstest, Lernpfad, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Die europäische Gesellschaft hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und die digitale Innovation voranzutreiben. Erasmus+-Projekte unterstützen diese Ziele, indem sie ökologisch nachhaltig, sozial und digital handeln. Aber wie gelingt ein ökologisch nachhaltiges Projektmanagement? , Die Strategische Kooperationspartnerschaft „Think Twice!" gibt auf diese Frage Antworten mit zwei Tools, die Projektmanagerinnen und Projektmanagern aufzeigen, wie man bereits mit kleinen Schritten ein Projekt nachhaltiger gestalten kann. Die Tools, eine Schatzkiste und ein Selbsttest helfen dabei, nachhaltige, soziale und digitale Prinzipien in den Projektmanagementprozess zu integrieren und die ökologische Nachhaltigkeit im Projektvorhaben stärker zu berücksichtigen. Beispiele aus guter Praxis bieten darüber hinaus einen kritischen Vergleich mit dem eigenen Vorhaben. Die Reflexion beginnt mit einer Checkliste: Die Projektmanagerinnen und Projektmanager überprüfen zunächst, wo sie gerade stehen: Werden bei der Entwicklung des Vorhabens bereits umweltfreundliche Alternativen berücksichtigt? Wie werden sie berücksichtigt? Zur Checkliste , In der Schatzkiste finden sich mehrere Beispiele guter Praxis für ein ökologisch nachhaltiges Projektmanagement. Diese Beispiele orientieren sich am Projektzyklus und sind gegliedert in vier Ebenen: Management, Umsetzung, Verbreitung und Bewertung. Die vorgestellten Beispiele sind immer nach dem gleichen Muster aufbereitet: Zunächst wird das Ziel vorgestellt, das mit der Maßnahme erreicht werden soll, und mit einem grünen Wert-Indikator hinterlegt. Anschließend wird die Maßnahme genauer erläutert und dabei die Vorteile, aber auch potentielle Schwierigkeiten aufgezeigt. Weiterführende Links runden dann das jeweilige Beispiel ab. Die gesammelten Tipps reichen von der Datenverwaltung über Kommunikation bis hin zur Veranstaltungsplanung. Diese Tipps aus der Praxis sollen dabei helfen, das Bewusstsein für den ökologischen Fußabdruck von Projekten zu schärfen und grüne Praktiken umzusetzen. Die Schatzkiste soll auch das kritische Denken anregen und ermöglichen, reflektierte Entscheidungen im Rahmen der Möglichkeiten zu treffen. Denn es gibt kein Allheilmittel, um den weltweiten Herausforderungen für den Umweltschutz erfolgreich zu begegnen. Aber auch im Projektmanagement können Vor- und Nachteile einer Handlung abgewogen und Entscheidungen für mehr umweltfreundlichere Alternativen getroffen werden. Zur Schatzkiste , Mit dem Stresstest und dem Lernpfad kann das eigene Projektmanagement nach ökologischen Kriterien getestet und der eigene Handlungsrahmen erweitert werden. Der interaktive Stresstest aus 22 Fragen basiert auf der Schatzkiste und gibt eine Antwort auf die Frage: Wie grün ist das Management meines Projekts? Die Fragen reichen von der Organisation einer Veranstaltung, Kaufentscheidungen, Regelung der Raumtemperatur, umweltfreundliche Klauseln in Partnervereinbarungen bis hin zu den angewandten Kommunikationskanälen innerhalb des Partnerkonsortiums. Zu jeder Frage gibt es eine Auswahl aus drei Antwortmöglichkeiten. Basierend auf der gewählten Antwort erhält man einen Kommentar, womit man zur Reflexion der bisherigen Entscheidung eingeladen wird. Mit dem Stresstest überprüft man spielerisch die ökologische Nachhaltigkeit des eigenen Projektmanagements. Die Projektmanagerinnen und Projektmanager bewerten mit Kriterien wie beispielsweise Umweltauswirkung, soziale Verantwortung und Ressourceneffizienz die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Projekte. Auf diese Weise werden Bereiche identifiziert, in denen das Projektmanagement mit Blick auf den Umweltschutz und der Bekämpfung des Klimawandels optimiert und dadurch eine noch bessere ökologische und soziale Wirkung erzielt werden kann. Am Ende erfährt man prozentual, wie grün das eigene Projektmanagement ist. Zum Stresstest , Vom Stresstest wird man zu einem individuellen Lernpfad geleitet mit weiteren Informationen und Lernmaterialien zum Thema. Der Lernpfad soll es Projektmanagerinnen und Projektmanagern ermöglichen, ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen zu erweitern. Er basiert auf dem Ergebnis des Stresstests und enthält Themen, bei denen die individuellen Handlungsoptionen noch verbessert werden können. Die Projektmanagerinnen und Projektmanager erhalten außerdem Beispiele für bewährte Methoden aus der Schatzkiste und Möglichkeiten, das Gelernte zu reflektieren und in die tägliche Arbeit zu integrieren. Zum Lernpfad Die Kooperationspartner aus acht Ländern unter der Koordination der Wisamar Bildungsgesellschaft haben im Erasmus+-Projekt "Think Twice!" Tools entwickelt und Beispiele zusammengetragen, die es Projektmanagerinnen und Projektmanagern ermöglichen, ihre Vorhaben auf Nachhaltigkeitsziele hin auszurichten, zu prüfen und so ihren Beitrag für die Nachhaltigkeitsziele der Europäischen Union zu leisten. …
[…] Lernen von Partnern in besonderen klimatischen Gebieten, Schlüssel für Erfolge Das Diakonische Werk Bremen nutzte Erasmus+, um seine Trainer/-innen für gezielte Angebote der Erwachsenenbildung im Bereich Natur- und Klimaschutz auszubilden. Durch die Auslandsfortbildungen profitierte des gesamte Diakonie-Netzwerk in Bremen von einer erheblichen Erweiterung der Kompetenzen in diesem Bereich. Die Natur- und Klimaschutzbildung eignet sich besonders für anregende Lernfelder für benachteiligte Gruppen. Sie werden als Zielgruppe solcher Angebote oft vernachlässigt. Die Schwerpunktsetzung dieses Projektes sollte dem entgegenwirken. , In den Partnerländern ist aufgrund von Umweltbedingungen und Klimawandelauswirkungen eine besondere Dringlichkeit des Themas gegeben, die zu Innovationen auch in der Erwachsenenbildung geführt hat. Als Wohlfahrtsverband ist das Diakonische Werk Bremen noch kein weithin anerkannter Anbieter für Naturschutzbildung. Dieses Projekt trägt dazu bei, seine Kompetenzen und auch die Reichweite seiner Arbeit gezielt auszuweiten. Es ist auch ein Signal an die Mitarbeiter/-innen, das Thema in ihre pädagogische Arbeit einzubeziehen. , Das Bildungspersonal und seine Kompetenzen sind der Schlüssel für Erfolge. Die Fortbildungen beinhalten jeweils die Teilnahme an einem konkreten Natur- und Klimaschutzprojekt mit benachteiligten Zielgruppen, wie zum Beispiel eine Müllsammelaktion im Naturschutzgebiet in Nordmazedonien, thematische Seminare mit Bildungspersonal des Anbieters und Begegnung mit Naturschutzprojekten vor Ort. Die Teilnehmenden entwickeln dabei ein erhöhtes Verständnis dafür, wie benachteiligte Zielgruppen an Lernprojekten beteiligt werden und gewinnen Hintergrundwissen zu den europäisch-globalen Bedingungen und Wechselwirkungen von Gefährdung natürlicher Lebensgrundlagen und Klimawandel. „Es ist möglich, auch unter einfachsten Voraussetzungen und Bedingungen die beiden genannten Anliegen in der praktischen wie in der Erwachsenenbildungsarbeit zu verknüpfen“, erklärt der Projektleiter. Angeregt durch dieses Erasmus+-Mobilitätsprojekt werden im Anschluss eigene Bildungsprojekte durchgeführt und neue Kooperationen zu Naturschutzorganisationen angebahnt. So entsteht gewachsene Anerkennung von Innovation und Engagement aufgrund europäischer Zusammenarbeit. …
[…] „Save our planet“ ist inklusiv. Neben dem wichtigen Ziel der Verbreitung der „grünen Botschaft“ fokussiert das Projekt darauf, Menschen mit Bewegungseinschränkungen in den Vordergrund zu bringen und sie zu empowern. Denn aufgrund ihrer Beeinträchtigung sind sie durch Klimakatastrophen besonders gefährdet. Alle Multiplikatoren und Multiplikatorinnen sind Menschen mit Bewegungseinschränkungen. , Die zentrale Idee des Projekts ist es, alle Menschen dazu zu bewegen, mehr über die Umwelt, Gewohnheiten und Lebensstil nachzudenken und neue, umweltfreundlichere Lebens-, Denk- und Handlungsweisen in Betracht zu ziehen. Das Bewusstsein für Themen wie Klimawandel, globale Erwärmung und Entwaldung und deren Einfluss auf das Leben soll geschärft werden. , Darüber hinaus rückt das Projekt das Thema Inklusion ins Rampenlicht, indem es Menschen mit Bewegungseinschränkungen befähigt, Expertinnen und Experten für dieses Thema zu werden, und ihnen Inhalte und digitale Plattformen zur Verfügung stellt, um zu lernen, Ideen auszutauschen und das Thema zu verbreiten. Die Motivation für das Projekt ist die Notwendigkeit Respekt, Akzeptanz und Verständnis für die Vielfalt auf der Erde zu unterstreichen und einen digitalen Raum zu schaffen, in dem sich Menschen treffen und über bewährte Verfahren diskutieren können, um ein gemeinsames Ziel und eine grüne Zukunft für die nächsten Generationen zu erreichen. …
[…] Digitales Wohlergehen für Unternehmen und deren Mitarbeitende, Erfahren Sie mehr über das Projekt, Wohlbefinden und Stressprävention in der digitalen Arbeitswelt und im Homeoffice für KMU, Erfahren Sie mehr über das Projekt, Verbesserung der Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien von Lehrenden, Erfahren Sie mehr über das Projekt, Digitales Training von Lehrenden und Erziehenden zum Schutz des psychischen Wohlbefindens von Kindern während und nach Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, Erfahren Sie mehr über das Projekt, Ein innovatives Modell für Berufsberatungsdienste für NEETs im Bereich psychische Gesundheit, Erfahren Sie mehr über das Projekt Die psychische Gesundheit als Bestandteil der allgemeinen Gesundheit ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Auch in der Berufsbildung widmen sich einige Partnerschaftsprojekte im Rahmen von Erasmus+ dem Thema mit dem Ziel, die psychische Gesundheit von Betroffenen in der Berufsbildung zu verbessern. Was sind ihre Ergebnisse, Tools und Methoden? Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl vor. , Die psychische Gesundheit, das mentale Wohlbefinden, wird u.a. durch die Nutzung digitaler Medien beeinflusst. Man spricht hier auch vom digitalen Wohlbefinden , das die Auswirkungen digitaler Technologien und Dienste auf die geistige, körperliche, soziale und emotionale Gesundheit der Menschen beschreibt. Eine Form von Stress, die durch den raschen technologischen Wandel verursacht wird und aus der Unfähigkeit resultiert, den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden, ist der Technostress . , In dem Projekt „ Digital Crossroads “ geht es um das digitale Wohlbefinden von Mitarbeitenden in Unternehmen. Das Projekt widmet sich der Schulung von Managerinnen und Managern in kleinen und mittleren Unternehmen und von Beratenden in der Berufsbildung. Aufbauend auf einer Analyse, wie sich Technostress auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden auswirkt, entwickelten die Projektteilnehmenden praktische Lösungsansätze, die helfen sollen, Technostress zu bewältigen und eine gesündere Beziehung zur digitalen Welt aufzubauen. Das Digital Crossroads Training Programm ist eines der Tools, das helfen soll, Technostress zu bewältigen. Das Training-Programm besteht aus vier Modulen und ist auf einer Online-Plattform zur unmittelbaren Nutzung verfügbar. Das Programm führt in das Thema digitales Wohlbefinden und Technostress ein und erörtert die Frage, wie digitaler Überlastung vorgebeugt werden kann. Ferner thematisiert das Programm die Fragen, wie Abhängigkeit von Technologien und deren Auswirkungen auf die Gesundheit behandelt werden könnte, und wie die Betroffenen mit ihrem eigenen digitalen Arbeitspensum umgehen. Darüber hinaus können Unternehmen mithilfe des Digital Wellbeing Path Creator ihr aktuelles digitales Kompetenzniveau überprüfen. Sie erhalten mit diesem Tool eine automatische Einschätzung mit Hinweisen zu den passenden Modulen. Optional wird ihnen im Anschluss ein individueller Bericht zur Verfügung gestellt, der Auskunft zum aktuellen Stand darüber gibt, wie das Unternehmen mit dem digitalen Wohlbefinden der Mitarbeitenden umgeht. Dieser Bericht enthält dazu passende Empfehlungen. , Projektträger: Education Mobility Grid GbR , Die Verbesserung des Wohlbefindens und der Stressprävention in der digitalen Arbeitswelt sowie im Homeoffice bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ist Thema des Projekts „ STRESS-LESS “. Das Projekt entwickelteTrainingsinhalte zur Prävention und zum Umgang mit Stress. Die innovativen, digitalen Trainingswerkzeuge können direkt am Arbeitsplatz oder im Homeoffice von Trainerinnen und Trainer, Mentorinnen und Mentoren sowie von Mitarbeitenden genutzt werden. Das Ziel ist es, besser zu verstehen, wie digitaler Stress entsteht, und zudem Verhaltensmuster zu entwickeln, um adäquater mit dem Stress umgehen zu können. Gleichzeitig fördert das Projekt unter anderem mithilfe des verfassten STRESS-LESS- Berichtes das Bewusstsein für die Relevanz des digitalen Stresses in Unternehmen. Die Projektergebnisse stehen auf der Produktseite zum Download bereit. Die acht Module des Blended-Learning-Programms zur Stressbewältigung können auf einer Trainingsplattform durchgeführt beziehungsweise in einer App genutzt werden. , Projektträger: Betriebswirtschaftliches Forschungszentrum für Fragen der mittelständischen Wirtschaft e. V. an der Universität Bayreuth , Dem mentalen Wohlbefinden von Lehrenden angesichts des digitalen Overloads widmet sich das Projekt „ Digital Balance “. Es entwickelt einen neuen Ansatz zur Schulung von Lehrkräften, Führungskräften sowie Managerinnen und Managern in der Berufsbildung zum digitalen Wohlbefinden und Resilienz gegen digital bedingten Stress. Mit der Schulung sollen die Lehrkräfte ihre eigenen digitalen Kompetenzen verbessern. Die Fähigkeit der Berufsbildungseinrichtungen, den digitalen Wandel zu bewältigen, soll gesteigert werden. Dem sogenannten Technostress, den Berufsschullehrende und Führungskräfte angesichts der Herausforderungen durch den technologischen Wandel empfinden, kann mithilfe der im Projekt entwickelten Materialien begegnet werden. Der Digital Balance Analysis Report dient als Grundinformation für interessierte Berufsschullehrende und Führungskräfte, um sich für das Thema zu sensibilisieren. Ziel ist es, ein digitales Gleichgewicht in den Berufsbildungseinrichtungen zu erreichen. Dann kann eine hohe Qualität der Lehre mit dem Wohlbefinden und der langfristigen Leistungsfähigkeit der Beteiligten verbunden werden. Dazu können das Digital Well Being Resource Pack und das Lernprogramm Digital Balance Empowerment Program genutzt werden. Die gesamten Materialien sind auf der Projektwebseite verfügbar. , Projektträger: Education Mobility Grid GbR , Das Projekt „ ProWell “ beschäftigt sich mit dem Schutz des Wohlbefindens von Kindern und Schülern aufgrund der geänderten Lehrmethoden, die durch die Covid19-Pandemie entstanden sind. Das Projekt möchte Pädagoginnen und Pädagogen das notwendige Wissen vermitteln, um Kinder beim Aufbau von Kompetenzen und digitalen Fähigkeiten während und nach gesundheitsgefährdenden Notfallsituationen und Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit besser unterstützen zu können. Eine solche Unterstützung ist durch innovatives Lehren und Lernen mit digitalen Technologien, die das Wohlbefinden der Kinder in den Fokus rücken, möglich. Während des Projektes wurde ein digitales Training für Lehrende und Erziehende entwickelt. Die einzelnen Module sind über einen eLearning-Bereich erreichbar, zu dem es ein ergänzendes Handbuch gibt. Weitere Unterlagen finden sich auf der Materialseite . , Projektträger: Technische Universität Dresden , Das Projekt „ Work 4 Psy “ stellt ein innovatives Modell für Berufsberatungsdienste für NEETs (englisch: Not in Education, Employment or Training; deutsch: Nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung befindliche Personen) im Bereich der psychischen Gesundheit in den Mittelpunkt. Das Projekt befasst sich mit der Frage, wie junge Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen, die sich nicht in Ausbildung und/oder in Beschäftigung befinden, besser in Arbeit und Bildung integriert werden können. Psychische Erkrankungen erschweren den Eintritt der NEETs in den Bildungs- oder Arbeitsmarkt noch zusätzlich. Hierfür wurde eine innovative Berufsberatungsmethodik entwickelt. Erstellt wurde ein Europäischer Methodenkoffer für die unterstützenden Fachkräfte aus dem Bereich der psychischen Gesundheit sowie für Berufsberatende und Betreuungspersonen zur Integration dieser Jugendlichen in die berufliche Ausbildung und in Arbeit. Der Methodenkoffer wird durch ein Europäisches Curriculum ergänzt. Darüber hinaus gibt es eine Lernplattform mit Materialien für Fachkräfte sowie mit Selbstlernaktivitäten für die informellen Betreuenden und die betroffene Zielgruppe selbst. , Projektträger: Hochschule der Bundesagentur für Arbeit …
[…] Europäische Kontakte bilden die Basis , Praktische Kompetenzen erwerben , Komfortzone verlassen und neue Erfahrungen machen, Persönliche Fähigkeiten entwickeln und Wissen erweitern Ausbildung über europäische Grenzen hinweg ist auch für Erzieherinnen und Erzieher sowie für Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger möglich. Katharina Alektorov ist eine von ihnen. Sie hat mit uns über ihre Erfahrungen gesprochen. Katharina Alektorov ist etwas mulmig zumute: Sie soll einen kleinen Jungen aus einem Kindergarten abholen, der kurzfristig in einem Krisenzentrum für Kinder und Jugendliche in Wien untergebracht wurde. Es ist Katharinas zweiter Arbeitstag an ihrem neuen Ausbildungsplatz im Krisenzentrum. Dort werden Kinder, die in ihren Familien nicht mehr sicher sind, übergangsweise für sechs Wochen aufgenommen, bis eine Lösung für sie gefunden wird. Katharina ist selbst erst seit wenigen Tagen in Wien. In Diez, der Stadt an der Lahn in Deutschland, in der Katharina sonst lebt, gibt es weder U- noch Straßenbahnen. Wird sie sich zurechtfinden im Verkehrsnetz der Großstadt, um ein verunsichertes Kind sicher in das Krisenzentrum zurück zu begleiten? Aber alles geht gut. „Ich war positiv überrascht, wie unkompliziert der öffentliche Verkehr in dieser Riesenstadt funktioniert“, so Katharina. Auch der Kontakt zu dem Jungen gelingt ihr, so dass er vertrauensvoll mit zurück in das Krisenzentrum kommt. Insgesamt sechs Monate ihres berufspraktischen Jahres in der Ausbildung zur Erzieherin hat die 23-jährige Katharina von August 2019 bis Januar 2020 in Wien absolviert. Einen Teil der Ausbildung im Ausland zu machen, ist bislang eher ungewöhnlich für Erzieherinnen und Erzieher. Dass es Katharina möglich war, verdankt sie dem Erasmus+-Projekt der Adolf-Reichwein-Schule Limburg ( ARS ), einer Beruflichen Schule, an der sie ihre Ausbildung gemacht hat. Sechs Auszubildende zur Erzieherin/zum Erzieher oder zur Heilerziehungspflegerin/zum Heilerziehungspfleger hat die ARS zwischen 2018 und 2020 dabei unterstützt, die Hälfte ihres berufspraktischen Jahres im europäischen Ausland zu machen. , Seit 2006 pflegt die Schule Kontakte zu Austausch-Partnern in ganz Europa, unterstützt von Erasmus+, berichtet Thomas Höltken, Lehrer im Fachbereich Sozialwesen an der Adolf-Reichwein-Schule. Zusammen mit seinem Kollegen Dirk Spilling ist er seit 2014 für die Organisation der Auslandsaufenthalte der angehenden Erzieherinnen und Erzieher sowie der Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger verantwortlich. Bislang gab es Kooperationen mit Schulen in über zehn unterschiedlichen Ländern von England und Schweden über Rumänien bis zu Österreich. Machen die Auszubildenden während ihrer Schulzeit ein Auslandspraktikum, so bleiben sie in der Regel fünf Wochen, im berufspraktischen Jahr fördert Erasmus+ sogar einen sechsmonatigen Aufenthalt. Insgesamt haben 40 Auszubildende zwischen 2018 und 2020 diese Möglichkeiten genutzt. , „In die Schule oder den Kindergarten bringen, kochen, Hausaufgaben erledigen, Hygiene – die Kinder im Krisenzentrum habe ich im gesamten Alltag begleitet“, erklärt Katharina. „Hinzu kamen Krisengespräche im Team“, berichtet sie, „mir wurden von Anfang an viele Aufgaben und Verantwortung übertragen, dafür bin ich dankbar“, unterstreicht Katharina. Insgesamt bietet das Krisenzentrum Lebensraum für acht Kinder zwischen drei und fünfzehn Jahren, „jedoch gab es auch Tage, an denen wir bis zu zwölf Kinder und Jugendliche im Krisenzentrum hatten“, berichtet Katharina. Dass sie als vollwertiges Mitglied des jungen Teams eingesetzt wurde, war einer der Vorteile davon, dass sie insgesamt ein halbes Jahr in der Einrichtung gearbeitet hat – ausreichend Zeit, sich in Abläufe und Strukturen einzufinden. „Einiges hatte ich natürlich in der Schule gelernt über Erziehungshilfen, vieles habe ich aber auch intuitiv gemacht.“ , „Rauskommen – für manche ist es das erste Mal –, verschiedene Dinge alleine regeln müssen“, löse bei vielen Auszubildenden „einen Persönlichkeitsschub aus, der den Geist öffnet“, so Höltken. Katharina kann das bestätigen: „Raus aus der Komfortzone, das war spannend – bis dahin hatte ich bei meinen Eltern gelebt.“ In Wien lebt sie nacheinander in zwei verschiedenen WG s, erkundet die Stadt in ihrer Freizeit mit ihren Mitbewohnerinnen per Bus und Bahn. „Ich habe viel gelernt, auch einmal spontan etwas umzuplanen.“ Katharina, deren Familie russische Wurzeln hat, war zudem begeistert, wie viele verschiedene Menschen aus verschiedenen Ländern in Wien leben. , Die Kontakte der Schule ins Ausland waren einer der Gründe für Katharina, sich für die Ausbildung an der ARS und nicht an einer anderen Schule zu entscheiden. Auch Thomas Höltken ist sich sicher, dass die Auslandspraktika die Ausbildung an der ARS attraktiv machen. Die Auszubildenden würden durch den Vergleich positiv angeregt, ihren Beruf und ihr Wissen zu reflektieren, so Höltken. „In Schweden zum Beispiel gibt es viele Parallelen zu kindlicher Früherziehung in Deutschland, in England aber ruft die eine oder andere pädagogische Aktion vielleicht Fragezeichen hervor,“ so Höltken. Zudem erfahren die Auszubildenden zum Beispiel, dass die Tätigkeit, die der eines Erziehers oder einer Erzieherin in Deutschland nahekommt, in England ein Studienberuf ist. Auch Sprachkompetenzen würden trainiert, insbesondere bei einem Austausch in englischsprachige Länder. All dies sei auch von Vorteil für künftige Bewerbungen. Ein Auslandsaufenthalt signalisiere potentiellen Arbeitgebenden „ich kann das, ich traue mir etwas zu.“ Nicht zuletzt sind die europäischen Kontakte auch für Höltken und seinem Team wichtig: „Der Austausch ist nicht nur zwischenmenschlich ein großer Gewinn!“ Das zweite Halbjahr ihrer berufspraktischen Ausbildung hat Katharina in einer Dorf- Kita in Flacht an der Aar gemacht. Dort ist sie jetzt auch als Erzieherin angestellt, die Arbeit macht ihr Spaß. Aber noch einmal im Ausland zu arbeiten, um Neues kennenzulernen – das kann sie sich auch für die Zukunft sehr gut vorstellen …
[…] Trainingscurriculum für Fachleute und Peers, Empfehlungen zur Integration von Peers in das Gesundheitssystem und zur Ergänzung der Arbeit des Fachpersonals, Ergänzende Materialien, Nutzung und Ausbau der Peer-Unterstützung Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Gesundheitsproblemen, auch der Missbrauch von Suchtmitteln hat in Europa zugenommen. Gleichzeitig werden Inklusion, eine Stärkung der Rechte von Patientinnen und Patienten sowie der Zivilgesellschaft politisch gefordert. Dies hat auch Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung im Gesundheitsbereich der europäischen Länder, die den gestiegenen Anforderungen gerecht werden müssen. Um die wachsende Nachfrage nach Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit zu decken, greift die Partnerschaft „HelpEx“ auf das Konzept der Peer-Beratung zurück, bei der ehemalige Patientinnen und Patienten die Fachkräfte im Gesundheitsbereich unterstützen. Dafür hat die Partnerschaft einen Ausbildungsplan und Schulungsmaterialien entwickelt. , Bei diesem Konzept werden die Erfahrungen von ehemaligen Patientinnen und Patienten – im Projekt Peers genannt – für den Heilungsprozess von aktuell Betroffenen genutzt, eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Das Fachpersonal in den Rehabilitations- und Genesungsdiensten erfährt Unterstützung, und auch die ehemaligen Patientinnen und Patienten profitieren. Die „Peers“ bringen jeweils ihre eigene Geschichte mit, sie haben ihre psychischen Probleme überwunden und waren selbst Patienten bzw. Patientinnen in einer der an der Partnerschaft beteiligten Einrichtung. Die Partnerschaft mit acht teilnehmenden Einrichtungen aus sechs europäischen Ländern unter der Koordination des Deutschen Caritasverbandes Landesverband Bayern e.V. hat sich der Integration von Peers über drei Jahre gewidmet und das Projekt „HelpEx: Europäische Qualifizierung von Ex-Patienten im helfenden Prozess der Rehabilitation und Genesung“ umgesetzt. Die Partner aus Deutschland, Frankreich, Italien, Malta, Polen und Tschechien sind Dienstleistungs- und Bildungsanbieter im Bereich der psychischen Gesundheit. Sie bieten ambulant und/oder stationär Rehabilitations- und Genesungsdienste für Menschen mit psychischen Schwierigkeiten und/oder gravierenden Missbrauchsproblemen sowie Bildungsangebote in diesen Bereichen an. Im Projektzeitraum wurden Trainingsmaterialien für die Peer-Beratung – sowohl für das Fachpersonal als auch für die Peers selbst – für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und/oder erheblichen Abhängigkeitsproblemen entwickelt, erprobt und evaluiert. , Schwerpunkt des Projektes war die Erstellung eines Curriculums zur Qualifizierung sowohl der Fachleute als auch der Peers zur bestmöglichen und erfolgreichen (Zusammen-)Arbeit mit den Peers. Dieses bietet ein sich gegenseitig ergänzendes Set von insgesamt sechs Trainingsmodulen. Für jedes Trainingsmodul gibt es jeweils eine Version für die Gruppe der Mitarbeitenden in sozialen Organisationen, die Hilfe für Menschen mit psychischen Problemen und/oder Suchtproblemen anbieten und jeweils eine Version für die Peers. Dabei enthält es neben den spezifischen Versionen für die Fachleute und für die Peers auch gemeinsame Einheiten für beide Parteien. Das Trainingsmodul wird als Open Educational Ressource ( OER ) veröffentlicht. Ein Modul umfasst sechs bis zwölf Stunden, die von eigenen Fachleuten oder externen Trainern und Trainerinnen angeleitet werden können. Das Curriculum besteht aus sechs Modulen: On-boarding Den Rahmen kennenlernen Wertschätzende Kommunikation Konfliktlösung Herausforderungen und Krisen managen Psychische Erkrankungen und Grundlagen des Helfens Zwischen den einzelnen Modulen finden sich Übersichten zur Reflexion, Verweise auf die HelpEx-Webseite mit ergänzendem Online-Material, zu Peeransätzen in unterschiedlichen Settings, zu Grundlagen zum gesetzlichen Rahmen und Bedingungen bzw. Empfehlungen aus dem Projekt sowie zu Modellen zur Verbindung der Peer-Qualifikation mit der beruflichen und akademischen Bildung. Das Curriculum ist in den sechs europäischen Sprachen der Partnerländer verfügbar. , Darüber hinaus wurde - aufbauend auf einer länderspezifischen Analyse – eine Empfehlung zur Integration von Peers in das Gesundheitssystem erstellt, um die Zusammenarbeit von Fachleuten und Peers zu einem Standard in den Gesundheits- und Sozialeinrichtungen zu machen. Diese zeigt auf, wie und wo die Peers bedarfsgerecht eingesetzt werden und sich selbst (weiter-)entwickeln können. Darüber hinaus wird dargestellt, wie ihre erfahrungsbasierte Qualifikation anerkannt werden kann. Auch die Empfehlungen sind in den sechs europäischen Sprachen der Partnerländer verfügbar. , Die Projektinhalte sind als E-Learning auf einer eigens erstellten Projektwebseite zugänglich, auf welcher ebenso Arbeitsblätter und Übungen zur Verfügung gestellt werden. Ein Video gibt Einblicke in ein HelpEx-Training in Malta. Ein Bericht über eine Peer-Beratung verdeutlicht die Möglichkeiten eines (präventiven) Peer-Einsatzes, der an der berufsbildenden Partnerschule Robert-Kümmert-Akademie erprobt wurde. , Das im Rahmen des Projektes entwickelte Curriculum ermöglicht es dem Fachpersonal, den Rehabilitations- und Genesungsprozess von psychisch kranken oder drogenabhängigen Patienten und Patientinnen zu unterstützen. Es kann von jeder im Gesundheitsbereich tätigen Organisation auf ihre eigenen Bedürfnisse angepasst und die erstellten Module somit bedarfsgerecht eingesetzt und genutzt werden. Mithilfe der im Projekt entwickelten Materialien kann der Auf- und Ausbau der Integration von Peers vorgenommen werden. Dadurch kann die transnationale Qualifizierung von Ex-Patienten und -Patientinnen im helfenden Prozess der Rehabilitation und Genesung kontinuierlich umgesetzt und integriert werden. …
[…] Partizipation auf Augenhöhe, Bildungsmaterialien für die Arbeit mit (ehemaligen) Inhaftierten Das Thema mentale Gesundheit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine Thematik, die bisher oftmals tabuisiert worden ist, wird nun durch Aufklärung und durch Berichte betroffener Personen immer mehr gesellschaftlich diskutiert. Das AWARE-Projekt nahm die mentale Gesundheit von (ehemaligen) inhaftierten Personen in den Blick und klärt über diese Problematik auf. , Die Zeit im Gefängnis ist hart und geht oftmals nicht spurlos an den Inhaftierten vorbei. Viele Personen kämpfen während und nach ihrer Zeit im Gefängnis mit mentalen Problemen. Nicht selten sind inhaftierte Personen bereits vor ihrem Gefängnisaufenthalt von psychischen Problemen betroffen. Bei der Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft sind sie oftmals einer doppelten Stigmatisierung ausgesetzt: sowohl der Tatsache der Vorstrafe und kriminellen Vergangenheit, als auch der gesellschaftlichen Verurteilung und Unsichtbarkeit als Person mit mentalen Problemen. Die Gefahr ist daher groß, dass ehemalige Gefangene durch unbehandelte emotionale und psychische Probleme anfälliger sind, erneut straffällig zu werden. Mit dem AWARE-Projekt hatten es sich die sieben Projekteinrichtungen aus dem staatlichen, gemeinnützigen, akademischen und beratenden Bereich zur Aufgabe gemacht, der Problematik in Bezug auf die mentale Gesundheit (ehemaliger) Gefangener eine Plattform und einen Aufklärungsraum zu geben, um so die Rückfallquote von ehemaligen Inhaftierten zu reduzieren. , Mit Expertinnen und Experten für psychische Gesundheit und Fachleuten der Erwachsenenbildung wurde herausgefunden, dass Personen, die mit (ehemaligen) Strafgefangenen arbeiten, kaum bis gar kein Training hinsichtlich des Umganges mit Personen mit mentalen Problemen aufweisen können und dass das Thema in den Vollzugsanstalten kaum thematisiert wird. Durch gezielte Trainingsmethoden und -tools wurden Fragestellungen rund um das Thema psychische Probleme im Strafvollzug für Personen, die in der Strafjustiz und in der Bewährungshilfe tätig sind, erarbeitet. Durch den Austausch der Expertisen von Strafjustiz und zivilgesellschaftlichen Organisationen sollte die Kluft zwischen Zivilgesellschaft und Personen mit psychischen Problemen verringert werden. Angehörige und Gemeinden wurden sensibilisiert und darüber informiert, welchen Einfluss der Gefängnisaufenthalt auf die Psyche der Inhaftierten hat. Somit soll für (ehemalige) Inhaftierte die bestmögliche Unterstützung geleistet werden, ein Verständnis für die Situation aufgebaut, gesellschaftliche Inklusion gefördert und die Chancen für ein selbstbestimmtes, sicheres Leben nach dem Gefängnisaufenthalt gewährleistet werden. Auf internationaler Ebene strebt man an, (ehemaligen) Inhaftierten eine Stimme zu geben und so die beschriebene Problematik auf die europäische Agenda zu setzen. , Das Konsortium aus Deutschland, Portugal, Bulgarien, Griechenland, Rumänien und den Niederlanden erarbeitete eine große Bandbreite an Inhalten für alle, die im Justizvollzug arbeiten und auf irgendeiner Ebene mit Gefangenen mit psychischen Beeinträchtigungen in Kontakt kommen könnten als auch für nicht spezialisierte Mitarbeitende und Angehörige. Zu den erstellten Materialien zählen: ein Bericht über die Bedürfnisse von verschiedenen Stakeholdern, die sich mit psychischer Gesundheit im Strafjustizsystem befassen, sowie übertragbare Ausbildungsangebote und bewährte Verfahren; ein Erhebungsinstrument zur Bewertung der gängigen Maßnahmen im Bereich der psychischen Gesundheit von (ehemaligen) Inhaftierten und zur Bewertung ihrer Erfahrungen und Bedürfnisse, wie sie sie wahrnehmen; ein Handbuch zum AWARE-Trainingsprogramm; eine Online-Lernplattform mit E-Learning-Modulen, Fachliteratur und einem umfangreichen Glossar sowie eine Community of Practice. Der transnationale und sektorübergreifende Ansatz der Projektarbeit machte es möglich, aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Thematik zu schauen und sorgte für neue, inklusive Lösungsansätze. …
[…] Digitalisierung in der praktischen Berufsausbildung, Handlungsszenarien für unterschiedliche Bildungssysteme, Stakeholder unterstützen den Ansatz, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Aktuelle Herausforderungen für die Bauwirtschaft drücken sich in Slogans wie „Digitales Bauen” und “Baustelle 4.0” aus. Baufachkräfte müssen nun mit digitalen Technologien und Anwendungen umgehen können – von digitaler Kommunikation über das Handling mobiler Endgeräte bis hin zur Robotik am Bau. Hier setzt das Partnerschaftsprojekt Digital Construction for Europe (DigiCon) an. , Die Bedeutung des Digitalen und zugleich klimaneutralen Bauens – auch beim Sanieren in Gebäuden und Quartieren – wächst ständig. Zukunftsweisende, tragfähige und umsetzbare Digitalisierungsstrategien sind für die Unternehmen der Bauwirtschaft elementar, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zu sichern. Aufbauend auf den Ergebnissen der Partnerschaft „ Fit for BIM“ hat das die BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit dazu veranlasst, die Kooperationspartnerschaft „DigiCon“ zu initiieren. Ziel des Projekts ist es, die Ausgestaltung der Digitalisierung in der Berufsbildung voranzubringen – am Beispiel der Bauberufe und die Kooperation mit Wirtschaft und Forschung zu stärken. Zielgruppen sind Auszubildende, Lehrkräfte und Ausbildungspersonal sowie Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. DigiCon wird von sechs Partnern aus drei EU -Mitgliedsstaaten unter Federführung der BGZ umgesetzt. Berufseinrichtungen und Hochschulen aus Deutschland, Polen und Belgien sind gemeinsam angetreten, um die digitalen Kompetenzen Auszubildender zu verbessern, die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen voranzutreiben und die Kooperation mit Wirtschaft und Forschung zu stärken. Dabei werden sie durch Unternehmen, Verbände des Bausektors sowie Kammern und Innungen unterstützt. Die Partnerschaft geht u.a. folgender Fragen nach: Welche einzelnen Arbeitsprozessabschnitte können in der Ausbildung digital vermittelt werden und wie? Wo macht es Sinn? Welche Unterprozesse gehören zu diesen Prozessen und an welcher Stelle können diese durch digitale Werkzeuge unterstützt werden? Reicht die Digitalisierung als Hoffnungsträger der Innovationsexzellenz der Berufsbildung aus, um die Fachkräfte zu sichern? Was muss zudem beachtet werden? Für die Ausarbeitung zukunftsträchtiger Angebote wurden dafür in Kooperation mit Baufirmen genaue Status Quo Analysen in den einzelnen Partnerländern durchgeführt, um zu verdeutlichen, wie weit digitale Elemente bereits in der Wirtschaft und insbesondere in der beruflichen Bildung umgesetzt wurden. , Eine Herausforderung war, den bisherigen unterschiedlich ausgeprägten Erfahrungen hinsichtlich des Digitalisierungsfortschritts und der Nutzung von digitalen Tools in didaktischer Arbeit in den Partnerländern mit unterschiedlichen Bildungssystemen zu begegnen und die Modernisierungspotenziale sichtbar zu machen. Dafür wurden die Ausbildungsumgebungen je Partnerland und die typischen Szenarien entlang der Handlungsprozesse auf der Baustelle identifiziert und für die Weiterentwicklung drei exemplarische Handlungsszenarien festgelegt. Herstellung einer Mauerwerkswand Herstellung eines Stahlbetonbalkens/Stahlbetonträgers Herstellung eines Dachstuhls Für diese Handlungsszenarien wurden die jeweiligen Prozessschritte nach der Business Process Model Notation (BPMN) dokumentiert, um landesspezifische Besonderheiten besser erfassen zu können. Hierbei wurde auf eine Trennung von Prozess, Daten und Tools geachtet, damit der Einfluss der Digitalisierung besser deutlich gemacht werden kann. Dies geschieht exemplarisch für folgende Berufe: Zimmerer/-in, Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in, Hochbaufacharbeiter/-in und Bautechniker/-in. Dafür wurde eine einheitliche Darstellung grafisch aufbereitet. Auf der Basis dieser Handlungsszenarien entstehen im Projekt Lernszenarien mit Anwendungsanleitungen. Die Partner zeigen konkrete Umsetzungsschritte auf, wie eine sinnvolle, machbare und nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung in unterschiedlichen Ausbildungssystemen (schulisch, dual und eine Kombination aus beidem) realisiert werden kann. Im Rahmen des Projektes werden die Prozessbeschreibungen, Lernmaterialien und Tools auf der Lernplattform Moodle der HTW Berlin zur Verfügung gestellt. Die übertragbaren Anwendungen ( z. B. Augmented Reality) und Tools ( z. B. digitale Bauakte) zum digitalen Bauen für die Berufsschulen, können zugleich von ausbildenden Betrieben genutzt werden. Die DigiCon-Partner haben in die Projektarbeit neben den Bauexperten auch zuständige Behörden und Regulierungsstellen eingebunden. So kann die Partnerschaft mit Blick auf den „digitalen Wandel“ weitere innovative, übertragbare Handlungskonzepte für die erfolgreiche und Integration von Digitalisierung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung anbieten, wie z.B. einen Leitfaden zum Capacity Building für Berufsbildungseinrichtungen und modellhafte Digitalisierungsstrategien. , „Durch digitale Lernbausteine und innovative Bildungskonzepte werden Baufachkräfte befähigt, sich den Herausforderungen des digitalen und nachhaltigen Bauens zu stellen“. Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Ost e. V. Mit den DigiCon-Ergebnissen stehen den Betrieben neue moderne Strategiekonzepte zur Verfügung, die sie dabei unterstützen, flexibel auf technologische Neuerungen zu reagieren und ihre Ausbildungspraxis aufzunehmen. Die Nachhaltigkeit der übertragbaren Ergebnisse stärken der reale Bezug zu den Arbeitsprozessen auf der Baustelle 4.0 und die aufgebauten Netzwerkkooperationen. DigiCon trägt damit auch zur Exzellenz in der Berufsbildung bei. …