Internationale Zusammenarbeit zum Thema Industrie 4.0 - Auszubildende erleben Erasmus+ Austausch trotz Pandemiezeiten

Das staatliche berufliche Schulzentrum Kronach verwirklichte eine moderne Projektidee, die trotz der anhaltenden Corona-Pandemie umgesetzt werden konnte. Zusammen mit dem beruflichen Schulzentrums „C.E. Ave María San Cristóbal“ im spanischen Granada erarbeiteten die oberfränkischen Lehrkräfte ein digitales Austauschkonzept.

Lehrkräfte erfahren spanische Ausbildungstechniken

Noch im Februar 2020, kurz vor den Reiseeinschränkungen durch Corona, reisten einige Lehrkräfte aus Kronach zur Partnereinrichtung nach Granada. Die deutschen Kollegen und Kolleginnen lernten das spanische Ausbildungssystem kennen und fanden modernste Hardwarekomponenten und industrienahe Anlagen vor. Da in Spanien die Berufsausbildung überwiegend schulisch organisiert ist, sind gute praktische Lernmöglichkeiten in den Schulen sehr wichtig. Der Ansprechpartner des Bildungszentrums „San Cristóbal“ war sofort offen für den internationalen Bildungsaustausch und die geplanten Kooperationsformate im Bereich Automatisierungstechnik und Robotik. Diese gute Vorerfahrung ebnete den Weg für die virtuellen Lösungswege in den darauffolgenden Pandemiezeiten immens.

Das virtuelle Projekt wurde dann vom stellvertretenden Schulleiter und allen beteiligten Lehrkräften mit großem Engagement vorbereitet, so dass der Schülerschaft trotz allem ein länderübergreifender, kommunikativer Austausch geboten werden konnte.

Video

Videobeitrag zur deutsch-spanischen Zusammenarbeit zum Thema Industrie 4.0

Dauer: 1:42 Minuten | © Staatliches Berufliches Schulzentrum Kronach

Und die Schülerschaft folgt virtuell

Für die Erasmus+ Aufenthalte der Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Kronach war das passende Thema schnell gefunden: Industrie 4.0. Im ausgearbeiteten Konzept greifen die spanischen Teilnehmenden über die Software „Team-Viewer“ auf die Computer des oberfränkischen Schulzentrums zu. Dort bearbeiten sie Projektaufgaben zum Thema Industrie 4.0 in Echtzeit. In den dreistündigen Unterrichtssequenzen stehen Hardwarekonfiguration, Programmierung und Erprobung im Kontext industrienaher Anwendungsszenarien auf dem Lehrplan. Die Lernenden aus Spanien programmieren aus der Ferne eine Steuerung der Firma Siemens, die via „IO-Link“ mit einem Abstandssensor und einer Kontrollleuchte kommuniziert. Der „IO-Link“ ist ein internationaler Standard bei der Kommunikation intelligenter Sensoren und für die spanischen Teilnehmenden besonders interessant, da sie mit diesem Industrie-Standard noch keine Erfahrungen sammeln konnten.

Egal, ob man dieses Projekt als Ersatz oder als Vorbereitung für ein konventionelles Erasmus+ Programm begreift, die Synergieeffekte sind für beide Seiten groß. Für das Berufliche Schulzentrum Kronach hat sich gezeigt, dass durch Innovation und Kreativität internationale Zusammenarbeit auch in schwierigen Zeiten möglich ist.

Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zum Berufschulzentrums Kronach finden Sie auf deren Webseite.