Erasmus+

Wirtschaft und Umwelt auf einer Stufe

Eine Erasmus+-Partnerschaft zeigt, wie Nachhaltigkeit und die Idee einer grenzüberschreitenden Kreislaufwirtschaft zum Thema der Erwachsenenbildung werden können.

Jetzt die kurze Story lesen

Europäische Union

European Green Deal

Klimawandel und Umweltzerstörung sind existenzielle Bedrohungen für Europa und die Welt. Mit dem europäischen Grünen Deal will die EU daher den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen. Das Ziel: Europa soll der erste klimaneutrale Kontinent werden.

Mehr erfahren auf dem Portal der EU

EPALE

Themenwoche - Bildung für nachhaltige Entwicklung

In der EPALE Themenwoche ging es um das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Jetzt auf EPALE die Beiträge lesen

Green Erasmus

Worum es geht

Der exzessive Ressourcenverbrauch und die ungehemmte Freisetzung von Emissionen bringen die Stabilität unseres Ökosystems ins Wanken. Die Diskussion, wie dieser Gefahr begegnet werden soll, hat in den letzten Jahren entsprechend an Dynamik zugenommen. Dies zeigen aktuelle Entwicklungen wie die Protestbewegung „Fridays for Future“. Die Europäische Kommission hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um diesen Herausforderungen zu begegnen, mit dem Bestreben bis 2050 ein klimaneutrales Wirtschaften in Europa zu erreichen. Hierfür sind ein umweltfreundliches Bewusstsein und die Implementierung nachhaltiger Praktiken auf allen Ebenen notwendig. Diese Themenseite informiert Sie über europäische und nationale Initiativen für ökologische Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Vor allem stehen dabei die Potentiale und Möglichkeiten im Rahmen des Erasmus+-Programms im Vordergrund.

Die Grundlage für den Großteil der Initiativen im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung stellen die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen dar, die im Jahr 2015 auf dem „Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung“ in New York verabschiedet wurden. Die Basis bilden 17 politische Zielsetzungen auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene, die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden sollen.

 

Der europäische Green Deal

Besondere Aufmerksamkeit wird dem Thema der Nachhaltigkeit im neuen Aktionsplan „The European Green Deal“ der Europäischen Kommission zuteil. Das ambitionierte Ziel dieser Initiative ist eine neue wettbewerbsfähige, ressourceneffiziente Wachstumsstrategie. Diese beinhaltet eine gerechte und inklusive Grundausrichtung, um bis 2050 keine Treibhausgasemissionen mehr freizusetzen und das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln. Damit sollen im Zeitraum von 2021 bis 2027 in den am meisten betroffenen Regionen mindestens 100 Milliarden Euro mobilisiert werden.

Konkrete Handlungsfelder sind im Programm „Umwelt“ zusammengefasst, wobei unter anderem der Schutz der Biodiversität und des Waldes, der Umgang mit Abfall und Recycling und der Wasserschutz angesprochen werden.

 Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

Nachhaltigkeit in Erasmus+

Im Video

Frederik Hugo, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa, zum Thema Nachhaltigkeit und Green Erasmus

Dauer: 4:15 Minuten  |  2021 © NA beim BIBB

 

Kontakt Berufsbildung

Laura Broß | Mobilität
Fon: 0228 107 1685
Mail: bross[at]bibb[dot]de

Frederik Hugo |  Partnerschaften
Fon: 0228 107  1153
Mail: hugo[at]bibb[dot]de

Kontakt Erwachsenenbildung

Ulrike Suckrau | Mobilität
Fon: 0228 107 1513
Mail: suckrau[at]bibb[dot]de

Ulrike Jahn | Partnerschaften
Fon: 0228 107 1639
Mail: jahn[at]bibb[dot]de

Blog zur Nachhaltigkeit

Diskutieren Sie mit!

Auf EPALE, der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, wird das Thema Nachhaltigkeit diskutiert. Lesen Sie die Blog-Einträge – weitere Beiträge sind willkommen.

Zu EPALE


Umsetzung in Erasmus+

Bildung – sowohl auf der schulischen, beruflichen und hochschulischen Ebene wie auch in der Erwachsenenbildung – ist ein zentraler Faktor, um den tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationsprozess in Richtung Nachhaltigkeit erfolgreich zu gestalten. 

 

„Bildung für nachhaltige Entwicklung steht für eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt.“

Nationaler Aktionsplan – Bildung für nachhaltige Entwicklung

 

Dem Programm Erasmus+ kommt mittels der Förderung von Bildungszusammenarbeiten eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten zu, sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch darüber hinaus. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die im Programmleitfaden benannten horizontalen Prioritäten, welche als Leitziel für Aktivitäten auf sämtlichen Ebenen des Programms dienen. Seit 2021 bildet „Umwelt und die Bekämpfung des Klimawandels“ eine der vier bereichsübergreifenden Prioritäten, um zur Erhaltung unseres Ökosystems beizutragen.

Es ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine „grüne" Konzeption von Erasmus+-Projekten. So können beispielsweise die Aktivitäten selbst einer teilnehmenden Organisation auf nachhaltige Art und Weise durchgeführt werden oder innovative Projekte in nachhaltigkeitsrelevanten Sektoren gefördert werden.

Erasmus+ in den Leitaktionen „grün“ umsetzen

Leitaktion 1: „Grüne“ Mobilitäten

Mobilitäten: Ein besonderes Augenmerk bei der umweltfreundlichen Gestaltung des Erasmus+-Programms gilt den Mobilitäten. Um die Attraktivität, vermehrt emissionsarme Transportmittel zu nutzen, für Teilnehmende zu steigern, bietet die EU-Kommission verschiedene Fördermöglichkeiten. So konnten bereits im vorherigen Förderprogramm unter bestimmten Bedingungen höhere Reisekosten, beispielsweise wenn eine Zugfahrt dem Flug vorgezogen wird, über die Budgetkategorie „Außergewöhnliche Kosten“ beantragt werden.  

Im Zuge des Programms sind Unterstützungsmöglichkeiten unter dem Label ‚Green Travel‘, oder „Umweltfreundliches Reisen“ weiter ausgebaut worden. Voraussetzung hierfür ist, dass die An- und Abreise größtenteils mit emissionsarmen Verkehrsmitteln durchgeführt wird. Zum einen kann aufgrund von eventuellen Mehrkosten durch „grünes“ Reisen eine höhere Reisekostenpauschale beantragt werden. Da umweltfreundliches Reisen oft nicht nur teurer ist, sondern auch länger dauert, können zudem bis zu vier Reisetage statt den bisherigen zwei Reisetagen für konventionelles Reisen gefördert werden.

In der Leitaktion 1, besonders im Rahmen der Akkreditierung, wird das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf umweltfreundliches Reisen reduziert. Darüber hinaus werden Projektträger aufgefordert, das Mobilitätsmanagement nachhaltig zu gestalten und die Teilnehmenden zu nachhaltigem Handeln, vor während und nach der Mobilität aufzurufen und sie dabei zu unterstützen. 

Mehr erfahren zur Leitaktion 1: Mobilität in der Berufsbildung

Mehr erfahren zur Leitaktion 1: Mobilität in der Erwachsenenbildung

Leitaktion 2: „Grüne“ Kooperationen

Partnerschaften für Zusammenarbeit: In der Leitaktion 2 ermöglichen Kooperationspartnerschaften und kleinere Partnerschaften die Entwicklung von Kompetenzen in verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Sektoren. Organisationen der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung sollen dementsprechend „grüne“ Strategien und Methoden entwickeln und in ihre Arbeitswelt integrieren. Diese umwelt- und ressourcenschonenden Praktiken können wiederum genutzt werden, um die Ausarbeitung zukunftsorientierte Lernmodule zu unterstützen. Darüber hinaus werden innovative Praktiken gefördert, die Lernende sowie Lehrende dazu befähigen, nachhaltige Handlungsweisen zu erproben und durchzusetzen, die beispielsweise zur Reduzierung von Energieverbrauch oder Abfall beitragen. In diesem Kontext wird von der EU-Kommission eine Transformation vom linearen Wirtschaften zur Kreislaufwirtschaft angestrebt.
Auch wird hinterfragt, wie unser Ernährungssystem, welches eine große Wirkung auf die Umwelt und Gesellschaft hat, nachhaltiger gestaltet werden kann. Des Weiteren werden Lösungsansätze zu einem nachhaltigeren Lebensstil in städtischen und ländlichen Regionen angestrebt. 

Insgesamt soll eine Sensibilisierung für die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel geschaffen werden, indem „grüne“ Projekte gefördert werden, die auf einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Welt abzielen.

Mehr erfahren zur Leitaktion 2: Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Mehr erfahren zur Leitaktion 2: Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung

Zentrale Aktionen

Zentrale Aktionen

Während die  Leitaktion 1 sowie die Partnerschaften für Zusammenarbeit (Leitaktion 2) jeweils dezentral von den Nationalen Agenturen der am Programm teilnehmenden Staaten durchgeführt weden, findet die Verwaltung der „Zentralen Aktionen“ zentral in Brüssel von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) statt.

Im Rahmen der „Zentralen Aktionen“ werden Finanzhilfen für verschiedene Aktionen bereitgestellt, die darauf abzielen, die Entwicklung und Umsetzung innovativer Bildungskonzepte und den Wissensaustausch in den Bereichen berufliche Bildung, Hochschulen und Unternehmen anzuregen.

Dazu gehören:

  • Zentren der beruflichen Exzellenz
  • Allianzen für Innovation

Bei beiden Aktionen konzentriert sich die Förderung auf Aktivitäten in einzelnen Wirtschaftssektoren bzw. industriellen Ökosystemen. Dazu gehören u.a. auch CO2-arme, energieintensive Industrien, Erneuerbare Energien sowie die Automobilwirtschaft und das Transportwesen. Diese Aktion bieten daher auch Möglichkeiten für neue Bildungsmethoden und -ansätze im Bereich der Nachhaltigkeit.

Die „Jean Monnet“-Aktionen tragen zur Verbreitung von Wissen über Integrationsfragen in der Europäischen Union sowohl in der Hochschulbildung als auch im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung bei. Auch hier kann das Thema Nachhaltigkeit in Europa gefördert werden.

Zu den „Zentralen Aktionen“


Bildungspolitische Maßnahmen

Als Beitrag zum UNESCO-Weltaktionsprogramm wurde in Deutschland die Plattform Nationaler Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung unter dem Vorsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2017 ins Leben gerufen. Ziel dabei ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen des deutschen Bildungswesens strukturell zu verankern.

Zum Portal des Bund für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 wurde die „Osnabrück 2020-Erklärung zur beruflichen Bildung als Wegbereiter für den Aufschwung und den gerechten Übergang zu einer digitalen und grünen Wirtschaft“ verabschiedet. Darin werden vier Hauptziele benannt, wovon eines die „grüne“ Verknüpfung von Berufsbildung und Nachhaltigkeitsprinzipien vorsieht, wozu konkrete Maßnahmen bis zum Jahr 2025 bereitgestellt werden.

Zur Osnabrück Erklärung

Cedefop (Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung) untersucht die Beschäftigungseffekte, den Qualifikationsbedarf und die politischen Implikationen des Übergangs zu einer „grüneren“ Wirtschaft. Die Hauptziele sind die Untersuchung der zu erwartenden Auswirkungen der Umwelt- und Klimapolitik auf den zukünftigen Qualifikationsbedarf innerhalb und über die Sektoren hinweg sowie die Bereitstellung von Erkenntnissen für eine effektive Aus- und Weiterbildungspolitik und -initiative.

Zu Cedefop 

Ausgewählte Institutionen | Initiativen


Beispiele aus der Praxis

Schmuckbild

© AdobeStock | Julia Nimke

Ein Zusammenschluss von Institutionen aus sieben EU-Ländern zur Entwicklung neuer curriculare Ressourcen. Insbesondere werden dabei Lehrkräfte der Berufsbildung geschult, wie junge Unternehmerinnen und Unternehmer auf dem Weg zum grünen Unternehmertum unterstützt werden können.

Mehr lesen
Erasmus+-Teilnehmende in Mazedonien

© Anastassia Zverko

Wie viel man mit gutem Umweltschutz erreichen kann, haben zwei Azubis zu Umweltschutztechnischen Assistentinnen bzw. Assistenten bei ihrem Erasmus+-Praktikum in Nordmazedonien und im Galičica-Nationalpark erfahren.

Mehr lesen
Erasmus+-Teilnehmende bei einer Wanderung

© Diakonisches Werk Bremen

Nachhaltigkeits- und Klimaschutzthemen sollen zukünftig verstärkt in Bildungsangebote des Diakonischen Werks einfließen. Das Erasmus+-Mobilitätsprojekt gibt einen Einblick in Angebote in Partnerländern.

Mehr lesen

Literatur zum Thema Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Medientyp: Magazin, Format: A4, Seitenzahl: 68, Erscheinungsjahr: 2021

Die BWP-Ausgabe verfolgt das Ziel, Nachhaltigkeit in den drei Dimensionen – sozial, ökonomisch und ökologisch – zu beleuchten sowie Hintergründe und Zusammenhänge zu veranschaulichen.. Zur Veröffentlichung auf der Website des BIBB

 

SCreenshot des Portals

Nachhaltigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung

Erscheinungsjahr: 2021

Das Dossier stellt das Thema Nachhaltigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung vor.. Zur Veröffentlichung auf dem Portal wb-web.de