AgriTrain – Training für Bildungspersonal im Bereich Nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft - Good Practice

Die Landwirtschaft in Europa steht vor großen Herausforderungen. Neben der Produktion hochwertiger Lebensmittel muss sie steigenden Anforderungen im Hinblick auf Natur- und Umweltschutz gerecht werden und gleichzeitig gute und sichere Arbeitsplätze bieten. Der technische Wandel und die zunehmende Digitalisierung haben gerade in der Landwirtschaft die Arbeit fast aller Produktionsbereiche durchdrungen.

Die Strategische Partnerschaft „AgriTrain“ hat es sich daher zum Ziel gesetzt, für die Relevanz von Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Ausbildung zu sensibilisieren und spezielle Weiterbildungsprogramme für Berufsbildende (Lehrerinnen und Lehrer an Berufsschulen wie auch betriebliche Ausbilderinnen und Ausbilder) im Agrar- und Gartenbaubereich sowie in angrenzenden Gebieten zu schaffen.

Dieses Vorhaben orientiert sich auch insbesondere an den Vorgaben für eine „Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BBNE), die auf dem Beschluss der Vereinten Nationen für eine globale Nachhaltigkeitsagenda im Jahr 2015 basieren und die Idee und die Prinzipien von Nachhaltigkeit auf das berufliche Handeln anwenden.

Nachhaltige Entwicklung in die berufliche Bildung einbinden

Das Peco-Institut in Berlin als Koordinator der Strategischen Partnerschaft hat gemeinsam mit den Partnern aus vier europäischen Ländern ein Trainings-Curriculum sowie eine Guideline erarbeitet. Ein Erklärvideo macht die Bedeutung nachhaltiger Landwirtschaft deutlich.

Nachhaltige Entwicklung in die berufliche Bildung bringen - das pädagogische Konzept

Trainings-Curriculum – Training für Ausbildende im Bereich nachhaltige Entwicklung

Im Rahmen des Projektes wurden drei Teil-Weiterbildungsmodule mit den Schwerpunkten Bodenkunde, Wassermanagement sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt. Diese orientieren sich dabei entlang der „normalen“ Lehrinhalte. Neben pädagogisch nachhaltigen Lernformen beinhaltet das Curriculum ein pädagogisches Konzept sowie fünf Fallstudien zur Umsetzung im Schul- und Arbeitsalltag. Die Fallstudien zeigen reale Praxisbeispiele in Form von Lernsituationen aus den Ländern Deutschland, Spanien und Bulgarien. Sie können in alle geografischen Lagen und Situationen übertragen werden.

Guideline Berufliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE)

Diese Guideline bildet den theoretischen Rahmen für das Trainings-Curriculum. Es ordnet den Ansatz der „Beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in den europäischen Kontext ein und zeigt die Vielfältigkeit dieser Querschnittsaufgabe für die Landwirtschaft auf. Dabei kamen sowohl die individuellen Sichtweisen der beteiligten Einrichtungen als auch die vorhandenen bildungspolitischen Vorgaben in den jeweiligen europäischen Ländern zum Tragen. Ein gemeinsames Leitbild BBNE und die Herausstellung von Indikatoren zur Messung und Beschreibung soll den Lehrenden und Ausbildenden Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wie sie nachhaltige Themen bewerten und reflektieren können.

Der theoretische Rahmen

Anhand eines Stehaufmännchens erklärt

Erklärvideo: Resilienz von Agrarökosystemen

Anhand eines Stehaufmännchens wird die Resilienz von Agrar-Ökosystemen erklärt. Um Böden stabil und funktionsfähig zu erhalten, müssen zahlreiche komplexe Faktoren ausbalanciert werden. Den Überblick über all diese Faktoren zu behalten, ist eine Herausforderung. Das zeigt dieses Erklärvideo anschaulich. Eine zusammenfassender Artikel gibt einen Überblick über das Konzept der Boden-Resilienz und Hintergrundliteratur.

Alle Lehrmaterialien sind auf der Projektwebseite in allen vier Ländersprachen frei verfügbar. Hier finden sich auch die Ergebnisse des Vorgängerprojekts AgriSkills mit Materialien für Berufsschülerinnen und Berufsschüler.

Nachnutzung der Projektergebnisse

Eine praktische Anwendung wird in der Fortbildung von Berufsbildnern des Konsortialpartners Landwirtschaftskammer Niedersachsen gemeinsam mit dem spanischen Ökobetrieb Fundación Monte Mediterráneo direkt auf der in Kreislaufwirtschaft arbeitenden Finca in Andalusien praktiziert. Der pädagogische Ansatz des systemischen Denkens kann so hautnah erfahren und von den Lehrenden praxisnah überprüft und für den eigenen Unterricht ausprobiert werden.

In den laufenden Erasmus+ Projekten AGRIPOL, EU4Shepherds und Agroinclusion werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus AgriTrain genutzt und weiterentwickelt. Ebenso geschieht das in dem Projekt DigiVet der Europäischen Föderation der Agrargewerkschaften, gefördert über die GD Employment. An allen diesen Projekten sind auch Partner aus dem AgriTrain-Konsortium beteiligt. Damit wird eine Kontinuität in der weiteren praktischen Bildungsarbeit mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung durch die Stärkung und Erweiterung des in dieses Thema involvierten Netzwerkes gewährleistet.

Weitere Informationen

Bilder im Text: © PECO-Institut für nachhaltige Entwicklung e.V. oder Projektkonsortium